Liebes Hasenpfötchen,
Glückwunsch zu deinem ersten SHG- Besuch,
das Problem mit dem "outen" kenne ich von vielen Leuten, die ich im letzten Jahr kennengelernt habe. Ich selbst hatte das nicht, zum einen weil ich sowieso ein "erhöhtes Mitteilungsbedürfnis" habe, zum anderen aber, weil ich auf der Welle des Freiheitsgefühls weitergeritten bin. Ich wills Dir kurz erklären: Am Tag, als mir klar wurde, wie es um mich steht, also als ich wach wurde fühlte ich mich einfach befreit (so wie Du bei deinem SHG- Besuch). Und ich war stolz, stolz weil ich mir endlich das eingestanden habe, was ich schon Jahre wußte: Ich bin abhängig, süchtig, Alkoholiker.
In diesem Hochgefühl habe ich alle Freunde und Bekannten angerufen, und ihnen das mitgeteilt- das hat mir gut getan, zumal natürlich auch Zuspruch kam und viele durchblicken ließen, dass sie "es" schon lange ahnten! Am nächsten Tag habe ich das ganze an meinem Arbeitsplatz wiederholt. "Na wenigstens redest du jetzt darüber" sagte einer der ersten und mir war klar, dass ich hier fast der einzige war, dem ich die ganze Zeit was vorgemacht habe. Auch diese Situation war unheimlich befreiend.
Überleg doch mal, ob es in deinem Umfeld und auf der Arbeit Leute gibt, denen Du etwas mehr vertraust als normal und erzähl ihnen was dich bedrückt und bitte sie um Hilfe. Dich weiter zu verstecken macht überhaupt keinen Sinn sondern nur neue Probleme und Lügen. Und mit jeder Lüge belügst Du dich auch selbst.- Hast Du dass noch nötig???!!!
kommal