Beiträge von ClaudiA

    Servus bordy,

    dauern diese Migräneanfälle bei Dir immer so lang? Ich hatte zum Glück erst zwei in meinem Leben, und da ging´s von den Schmerzen her nach einer Migränetablette nach ein paar Stunden wieder. Bis auf das matschig sein den Rest des Tages über...

    In punkto trinken hab ich Glück mit meinem Mann. Er trinkt eher wenig, seitdem ich mich meiner Sucht stelle, noch viel weniger. Und auf Parties gehen wir kaum. Nur sein - mittlerweile verschlossenes Bier (ich berichtete auf meinem Thread davon) - gibt es bei uns noch als Reibungspunkt. Und da baue ich jetzt einfach mal auf Zeit und Vernunft bei ihm. Schauen wir mal.

    Und ja - ich bin mehr berufstätig als mir manchmal lieb ist. Vollzeit, Nebenjob und dann noch die Kleinigkeit Hausarbeit. Wobei ich es da grad recht schleifen lass. Ich bin noch nie der Putzteufel gewesen und muß gestehen, daß ich zu meinen Saufzeiten doch mehr geputzt hab. Da ging mir das irgendwie leichter von der Hand.

    Aber - solange wir nicht im Dreck ersticken, ist mir der Austausch Alk gegen etwas mehr Unordnung doch viel lieber :wink:

    P.S. Da gibt´s doch den Spruch - bei uns zuhause isses so , da könnte man vom Boden essen.
    Paßt bei uns auch - bei uns isses so, da könnt man vom Boden esse. Man findet immer was :D:D:D
    (OK - nur im Esszimmer direkt dort, wo mein Sohn seine Mahlzeiten hält)

    Liebe Grüße!!

    Hallo kommal, hallo abendstern,

    @ kommal - Du kennst meinen Freund nicht. Er ist Raucher - aber ein sehr eigenartiger. Seine Meinung in puncto Selbstbeherrschung zieht er bei sich nämlich auch komplett durch. Ist ihm nach einer Zigarette und er will sie, dann raucht er sie auch. Ist ihm danach, aber er will aus irgendwelchen Gründen nicht (Erkältung, Besuch bei seinen nichtrauchenden Eltern, der Meinung, daß er mal wieder pausieren sollte), dann raucht er eben einfach nicht. Und das zieht er mit allem so durch, sei es Schokolade, Rauchen, oder sonstiges.

    Sprich, der Gedanke an VHS oder ähnliches paßt auf ihn leider auch nicht.


    @abendstern - ich hab mir eben nochmal Deinen ganzen Thread durchgelesen. Aber - unsere beiden Männer sind doch recht verschieden. Meiner unterstützt mich ja auch nach allerbestem Gewissen. Sowas wie eine Diskussion über eine Party, zu der ich nicht gehen möchte, käme bei uns nicht mal im Ansatz zur Sprache.

    Er respektiert meine Wünsche komplett, beschwert sich auch nicht, daß ich zurzeit doch eher "mager" koch und er nicht mehr regelmäßig sein Essen für den nächsten Tag in die Arbeit mitbekommt (wäre bei Salat auch eher eklig :D ).

    Nur eben sein Bier hat da zu sein. Alles andere war kein Problem aus der Bude zu entfernen. Deshalb bin ich ja schon froh, daß ich das Zeug weder anfassen, geschweige denn kaufen gehen muß. Ich war zwar noch nie ein Biertrinker, aber "in der Not frißt der Teufel Fliegen" - oder ich trink Bier.
    Das würde ich zwar armselig finden, aber ich wäre wohl nicht die erste...

    Aber mach ich mich einfach mal dran, Rom Stück für Stück noch einmal zu errichten. Ansonsten verstehen wir uns ja sehr gut.
    Ich glaube, daß - wenn ich nicht die Kurve gekriegt hätte - hätte unsere Beziehung auf Dauer keinen Bestand mehr gehabt.
    Kann ich auch gut verstehen - ich möchte auch nicht mit einem nassen Alkoholiker zusammenleben, wenn ich ehrlich zu mir bin :?

    Lieben Dank für Eure Worte und Hilfe und einen schönen sonnigen Tag!!!

    Hallo,

    jetzt sitz ich mal wieder hier und weiß nicht, wie ich anfangen soll. Ist manchmal ganz schön schwer...

    Ich bin nach wie vor nüchtern - das mal vorab gesagt :D
    Heute vor vier Wochen hatte ich meinen letzten Vollrausch. Auf der einen Seite weiß ich, daß es ein klitzekleiner Schritt ist, im Gegensatz zu meinem restlichen Leben (hoffe ich zumindest stark). Andererseits - zu meinen nassen Zeiten hätte ich mir vier Wochen Nüchternheit nicht mal ansatzweise vorstellenkönnen. Von soher bin ich doch recht zufrieden mit mir und sehe den nächsten vier Wochen positiv gegenüber.

    Die Erlebnisse der ersten Wochen waren auch eher positiv als negativ. Ich mußte so manch Hürde überklettern und hatte auch so manches Mal echt Bammel davor. Einer meiner Sprüche, die ich ja so liebe :wink: , und den ich recht oft mir gegenüber anwende, wenn es gilt, unangenehme Situationen zu meistern, heißt: "Hilft alles nix, da mußt jetzt durch, hilft beim Erwachsen werden". Sicher wissen ja noch viele von Euch, daß es ja so ca. ab dem 14. Lebensjahr gilt, so erwachsen wie möglich zu sein. Seit vielen Jahren bin ich allerdings der Meinung (obwohl mir sehr bewußt ist, daß ich inzwischen wirklich erwachsen geworden bin), daß das Erwachsensein ja gar nicht sooo erstrebenswert ist.

    Aber ich hab eben auch gelernt, daß es nicht viel hilft, vor seinen Problemen wegzulaufen - sie holen einen früher oder später immer wieder ein. Meine Mama war mir da ein leider gutes Beispiel: wir sind bis zu meinem 18. sicherlich 15 x umgezogen. Deutschland, Frankreich, USA...
    Okay - ich bin ja auch gerne auf dieser Welt unterwegs, aber nicht unbedingt, weil ich immer wegrennen will...

    Sorry, jetzt hab ich meine Gedanken ein wenig schweifen lassen...

    Zurück zu den letzten vier Wochen: ich merke immer mehr, daß ich keine Lust mehr darauf habe, mich an Plätzen aufzuhalten, wo doch eher das Trinken an erster Stelle steht. Siehe unser Betriebsfest gestern. Eine meiner Kolleginnen (absoluter Nichttrinker) fragte mich gestern recht erstaunt, warum ich denn nicht kommen wollte. Ich sage ihr auch, daß mir das nix bringt, trinken tu ich nicht mehr, vollfressen auch nicht, und die Kollegen, die mich gerne mögen, tun das auch wieder am Montag.
    Akzeptanz voll da.

    Vielleicht gibt mir das auch recht viel Rückhalt. Ich habe mich ja in den letzten Wochen immer dann geoutet, wenn ich das für nötig gehalten habe. Bei guten Freunden, nahestenden Kollegen, engerem Familienkreis.
    Auch meine Freundin, mit der ich bisher oft einen gehoben hatte, ist seitdem nüchtern - sagt sie jedenfalls. Ob´s stimmt, weiß ich nicht genau, da wir uns nach wie vor kaum sehen. Wir haben uns sicherlich auch gegenseitig oft zum trinken animiert, und der Abstand hilft mir.

    Auch habe ich angefangen meinen Allerwertesten hoch zu kriegen und schaff es nun doch, öfter nach der Arbeit noch mit meinem Zwerg bzw. mit beiden Männern Unternehmungen anzustellen. Zeitweise "langweile" ich mich dann dort noch ein wenig, bzw. fehlt mir die echte gute Laune. Aber ich bin sicher, daß auch das eine Frage der Zeit ist.

    Ein Thema gibt es allerdings, wo ich nicht genau weiß, wie ich denken soll. Gestern hatte ich eine längere Diskussion mit meinem Freund über die Krankheit Alkoholismus. Wie schon erwähnt, ist seine Meinung: sie trinkt, also hat sie ein Problem - sie trinkt nicht mehr, also ist alles in Ordnung.
    Seiner Meinung nach ist das keine Krankheit, sondern hat nur mit Willensstärke zu tun. Und Mitleid krieg ich auf keinen Fall - wollt ich übrigens auch nie :!::!:

    Auch in punkto Alkohol im Haus hab ich mich nur zu 90 % durchsetzen können. Sprich - es ist alles raus bis auf sein geliebtes Bier. Er sieht nicht ein, daß er unter meiner Dummheit (nicht Krankheit) mitleiden soll. Er hätte ja schließlich kein Problem damit. Ich konnte ihn zumindest soweit überreden, daß er sein Bier alleine kaufen geht und auch im Keller im Schrank verschließt, so daß ich´s nicht sehe und auch nicht rankomme. Er trinkt nicht mal täglich sein Bier und verzichtet auch beim Weggehen/ Essen etc. komplett drauf. Aber an manchem Abend will er es einfach. Für mich dann der Zeitpunkt, an dem ich in die Wanne gehe, bzw. mich zurück ziehe oder gleich früher ins Bett gehe. Seinen letzten Vollrausch hatte er übrigens vor ca. 4,5 Jahren - zur Geburt seines Sohnes.

    Ich versteh ihn auch irgendwie. Aber deswegen sollte ich ihn verlassen??? Ihn, der mir doch in den letzten Jahren vieles meiner Sch... verziehen hat ? Den Mann, der der allerbeste Papa überhaupt ist? Der ewige Geduld mit mir hatte und auch immeroch hat? Seid mir nicht böse, aber das geht nicht und das will ich auch nicht. Logisch hatten auch wir unser verflixtes siebtes Jahr, welche langjährige Beziehung läuft schon immer rund. Und - zugegeben - ich bin die schwierigere Person in unserer Parnerschaft.

    So - das sind nun meine Gedanken zu den letzten Wochen. Bin ja mal gespannt, was sich in den nächsten Wochen so ereignet.

    Viele sonnige Grüße an alle!!!

    A lkohol macht Spaß, ist lecker
    L ustig wird das Leben – keiner geht mir auf den Wecker.
    K ommt am nächsten Tag der dicke Kopf -
    O ooh was soll´s - werden Pillen reingestopft.
    H ach was freu ich mich auf´s nächste Mal.
    O hne Alk – das wär ´ne Qual
    L angsam gibt´s nur keine andere Wahl…

    M unter mach ich immer weiter
    A bends Schnaps – der macht mich heiter
    C haos bricht aus um mich rum
    H ach, was soll´s, ich sauf mich dumm,
    T äglich mehr, fragt nicht warum.

    K am der Tag – berühmt als X,
    R aus aus diesem Sumpf – und das ganz fix!
    A rztbesuch, AA und Therapie,
    N ur ob ich´s schaff, das weiß ich nie?!
    K rankheit stoppen – ganz ohne Diplomatie.

    U nd lern jetzt wieder richtig leben,
    N ie mehr will ich im Nebel schweben ,
    D enn außer Tod hätt´s sonst nix mehr gegeben.

    T rauer, Unverständnis über die verlorene Zeit,
    O ffensichtlich hätt ich sie besser nutzen können als dauernd breit.
    E s liegt nun an mir, und zwar Tag für Tag.
    T rinke nun nichts mehr, weil ich nicht mag.
    E in nüchternes Leben will ich - zum Abschluß noch ein Satz:
    T ot bringender Alkohol hat da absolut keinen Platz!!

    Noch ein paar Zeilen zu meinem heutigen Tag im allgemeinen, da das Thema Verwandtschaft ja nun bereits ausführlich diskutiert wurde.

    Der Beginn meines Arbeitstages war eigentlich der interessanteste Teil. Ich fahr ja jeden Tag mit dem Zug in die Arbeit. Heute saß ich mit einem mir vom Sehen bekannten Herrn im Abteil, der für gewöhnlich auf dem Nachhauseweg einen Piccolo trinkt. Hab ich schon recht oft beobachtet.

    Heute allerdings fing er morgens um halb sieben mit seinem Piccolo an. :?::!:

    Später saß ich dann in der Arbeit - es war gegen halb acht. Mein Büro liegt zur Bahnseite, und dort führt auch ein Fussgängerweg lang, der u.a. zum Gymnasium führt. Sprich um die Zeit sind dort einige Schüler unterwegs.
    Bleibt doch Luftlinie ca. 5 m von meinem Fenster entfernt am Zaun eine Gruppe Jugendlicher stehen (14-16 Jahre alt ca.), guckt sich ein paar Mal um (deswegen sind sie mir ja überhaupt aufgefallen), und fangen an einen Joint zu rauchen. :?::?::!:

    Heftig, was so passiert in aller Frühe und in aller Öffentlichkeit.

    Zum Kopfschütteln...


    Am Samstag haben wir mal wieder unser alljährliches Betriebsfest. Sprich viel Essen, noch mehr trinken, und allgemein eigentlich meist recht lustig.

    Ich habe heute abgesagt. Wir (Mann, Kind, ich) werden den Samstag auf einem Kinderfest verbringen. Nachdem wir uns die Woche über kaum gesehen haben, und ich auf keine Besäufnisparties gehen möchte, finde ich das eine superschöne Alternative.

    Nu denn - wird mal wieder Zeit für mein Gewissenskissen :wink:

    Ich wünsch Euch allen eine ruhige & erholsame Nacht.

    Hi kelestina,

    Zitat

    Ich denke, Du kannst Deiner Cousine schreiben, dass Du nicht mit ansehen kannst, wie sie mit dem Alkohol umgeht, Dich zum Teil wieder erkennst, aber jetzt einen schöneren Weg gefunden hast. Vielleicht ist sie dann ja erstaunt, da sie Dich nie im Leben für alkoholkrank gehalten hätte. Du bist gefahren, weil Du Dein schöneres Leben nicht aufgeben willst.

    Wow - das bringt es auf den Punkt.

    Ich werde mich morgen nochmal hinsetzen und einen erneuten Versuch starten mit Deinen Zeilen als Leitgedanke.

    Ich danke Dir, daß Du Dir so viele Gedanken über meine Zeilen gemacht hast. Ich war nämlich echt tierisch in den Seilen gehangen, da ich nicht wußte, wie ich mich "besser" ausdrücken kann, ohne ihr wehtun zu wollen.

    Die Wahrheit tut leider in diesem Punkt immer weh, aber ich bin nach wie vor davon überzeugt, daß sie´s ja eigentlich selbst weiß.

    Und - was sie draus macht im Endeffekt - ist ihr überlassen.

    Eine gute Nacht wünsch ich Dir!!!

    Hallo Timster,

    Zitat

    Eigentlich konnte ich es kaum fassen, wie viele Menschen um mich herum meiner Meinung nach zu viel tranken, gar genauso Alkoholiker sind wie ich.

    Yep - da geb ich Dir recht. Nur misch ich mich da überhaupt nicht ein. Das ist nicht mein Problem und, ob nach drei Wochen oder 30 Jahren trocken sein, ich würde nicht zur Missionstante mutieren.

    Wie ich schon schrieb, in erster Linie will ich meiner Cousine sagen, warumwir Hals über Kopf geflohen sind. Vielleicht nur dummer Zufall, daß es eben auch das Thema Alkohol ist. Hätte sie eine stinkende, verdreckte Bude, wäre mein Schreiben wohl ähnlich geworden.

    Zitat

    Gemerkt habe ichs damals durch die Auseinandersetzung mit dem Thema, vor allem durch das lesen hier im Forum und es hat mich zutiefst schockiert, mich und meine Trinkgewohnheiten hier wiederzufinden.

    Klingt vielleicht blöde, aber das ich ein Alki bin, daß war mir sicherlich schon seit gut einem Jahr bewußt. Vielleicht liegt das daran, daß ich nie mit dem im Volksmund genannten "sanften" Alkoholika angefangen habe, wie eben "nur" Bier, Wein, Sekt. Ich war mir dessen voll bewußt, daß es absolut krank ist, sich jeden Tag eine halbe Flasche Hochprozentigen reinzukippen.

    Aber bis auf seltene Ausnahmen, die vor ein paar Monaten anfingen, hat mich das nicht weiter interessiert. So nach dem Motto: ich weiß das Rauchen ungesund ist, aber mir schmeckt´s trotzdem, warum also was ändern. Erst in den letzten Monaten hatte ich im Suff immer wieder diese bohrende Vernunftsfrage in mir verspürt, was ich mir denn da antue, und zu welchem Zweck. Mal ganz von den diversen Katern abgesehen. Aber ich hab die Viecher einfach in Kauf genommen..

    An dem WARUM arbeite ich gerade bzw. auch noch eine längere Zeit. Da gibt es noch viel Klärungsbedarf in meinem Hirn, den es aufzuklären bedarf. Und dazu muß auch ich wieder lernen zuzuhören und zu lernen, wie Du bereits gesagt hast. Nicht zu vergessen den alten Hasen zu glauben und zu vertrauen.

    [/quote]"Ich lag nicht in der Gosse, aber die Gosse lag in mir"

    Zitat

    Sehr wahr....

    Hi abendstern,

    selbiges denke ich mir doch auch. Allerdings habe ich damals zu meiner (mit mir) trinkenden Freundin auch schon gesagt, daß das, was wir machen, nicht gut ist.

    Ich will ihr doch auch nicht helfen - daß muß sie schon selbst tun.
    Nur die Augen will ich ihr öffnen, da ihr Umfeld NICHTS zu ihrer Art zu Leben sagt.

    Weder ihr Mann, noch ihre Kinder, noch ihr Bruder (wobei er früher seine Meinung schon kund getan hat, aber es mittlerweile aufgegeben hat).

    Ich denke mir, daß es sie evt. erschrecken könnte bzw. aufwecken, wenn ein "fast" Fremder sie mal drauf hinweist.

    Nichts anderes...

    Ich hab rein persönlich ein Problem damit, daß wir uns eben so ohne weiteres nachts heimlich aus´m Staub gemacht haben und hätte ihr das gerne erklärt. Was sie draus macht ist ihre Sache.

    Und abendstern - keine Angst, ich liebe Dich zwar nicht :lol: , aber zum unbeliebt machen gehört schon mehr!!

    Hallo Klaus,

    hmmm.... ich weiß nicht, ob ICH es verkehrt mache, oder ob es generell verkehrt ist. Ich wäre vermutlich froh gewesen, wenn mich mal jemand knallhart auf mein Problem angesprochen hätte. Was aber keiner getan hat. Hab ich ja bereits geschrieben - meine Reaktion wäre der Deinen nicht unähnlich gewesen.

    Die meisten haben es aber einfach nicht mitbekommen, und mein Freund, naja, mitbekommen wohl, aber "leider" nicht so ernst genommen, wie´s denn tatsächlich war. Er ist demzufolge m.E. auch nicht Co-Abhängig.

    Zumal ich nach wie vor sagen muß, daß ich noch lange nicht an meinem persönlichen Tiefpunkt angekommen war (gerade deshalb hab ich auch tierisch Angst vor einem Rückfall...). Aber ich WILL nicht ALLES verlieren!!

    Was meine Cousine anbelangt weiß ich halt für mich eines: Grundvoraussetzung für ein näheres kennenlernen geht für mich nur auf einer ehrlichen Basis. Und wenn sie das dann nicht möchte, werde ich das auch akzeptieren, da ich mit meine Zeit nicht mit einem uneinsichtigem Alkoholkranken verbringen kann und will. Schade wäre es, aber es würde mir auf meinem Weg wohl kaum gut tun.

    Jetzt weiß ich zwar immer noch nicht, was ich mache, aber allein meine Gedanken mal wieder laut auszusprechen hilft ja auch schon ein wenig.

    P.S. Euphorie gestern?? Nein. Erleichterung über das Geschaffte gepaart mit ausgeschaltetem Hirn trifft´s wohl eher :(

    Sunny greetz!!

    Hallo Kelestina,

    danke für Deine Meinung - natürlich ist mir eine offene & ehrliche Meinung sehr wichtig.

    Ich bin recht lange an diesem Brief gesessen, weil ich eben vermeiden wollte, daß er als Belehrung rüberkommt, sondern eher als Augen öffnen.
    Das mit der aufkommenden Wut hab ich mir allerdings auch schon gedacht, deswegen ja auch die Bitte an Sie im Brief, ihn . doch zuende zu lesen. Ich kannte sie bis dato kaum und nun habe ich in diesen anderthalb Tagen gemerkt, daß sie eine ganz Liebe ist, um die ich mir Sorgen mache.

    Ich bin da auch ein wenig von mir ausgegangen - zugegeben. Ich wäre wahrscheinlich zuerst stocksauer, aber nach dem ersten Sacken lassen wäre mir glaub ich eher elend zumute gewesen. Was mich evt. erstmal zum nächsten Griff zur Flasche animiert hätte - aus Trotz, Selbstmitleid.

    Aber es hätte mich auch, wenn ich wirklich ehrlich zu mir bin (wenigstens zu mir, wenn ich auch schon den Rest der Welt belüge), ehrlich schockiert, was für ein Bild ich "Fremden" gegenüber abgebe. Und - ich hätte mich zutiefst geschämt....

    Aber ich versteh schon, ich kann nicht von mir ausgehen.

    [/quote]Ich persönlich würde es dabei belassen, Dich für den Besuch zu bedanken und dann Deine Geschichte erzählen, ohne belehren zu wollen, sondern lebendig schildern, wie du es nüchtern erlebst. Du kannst doch mitreißend schreiben. [/quote]

    Du meinst also, ich sollte sie überhaupt nicht auf Ihr Alkoholproblem ansprechen? Von wegen "bei Euch war´s schön & danke nochmal? Und ach übringens, ich bin alkoholkrank und versuche grad, mein Leben wieder auf die gerade Bahn zu kriegen? Und nimm´s nicht persönlich, aber uns war einfach danach, mitten in der Nacht einfach abzuhauen und nach 16 Stunden des Wachseins mal eben knappe 1000 km runter zu reißen?!"

    Das klingt doch irgendwie auch Sch....?!!
    Käme mir wie Heuchelei vor.

    Hmm.... ich habe den Brief noch nicht weggeschickt und bin nun recht verunsichert.

    Vielleicht sollte ich diese Zeilen dann nur für mich zur innerlichen Verarbeitung sehen und eben meinerseits den doch recht neu geknüpften Kontakt meiden. Ich möchte keinen Kontakt zu ihr, wenn sie meine ehrliche Meinung nicht kennt, schon alleine die Frage "Wie geht es Dir" wäre, nachdem die Antwort mit Sicherheit "Gut" lauten würde -einfach zu oberflächlich.

    Oder ist es Dir und auch den anderen hier tatsächlich GUT gegangen, als sie voll drauf waren? MIR NICHT - alles andere wäre gelogen.

    Auch wenn´s mir nüchtern auch nicht immer toll geht, aber trotzdem tausend Mal besser als betrunken!!

    [/quote]Beschuldigungen oder Ratschläge hätten bei mir nichts gebracht.

    Zitat

    Was kam denn als Beschuldigung rüber? Und was als Ratschlag?
    Genau das habe ich versucht zu vermeiden, da ich mir denke, daß das nichts bringen würde.

    Ich nehm Dir Deine Zeilen in keinster übel. Ich möchte und muß noch so viel lernen, und ich bin froh, daß ich hier verschiendene Ansichten und Meinungen auch aus anderen blickwinkeln erhalte.

    Danke und liebe Grüße von einer etwas ratlosen Cousine

    :oops: SORRY :oops:

    Meine Zeilen sollten niemanden in Verlegenheit bringen, daß wollte ich so gesehen nicht. Ich wollte das, was ich auf der Seele hatte, verarbeiten.
    Die Namen hätte ich natürlich ganz weg lassen sollen.

    Aber – es gibt so viele Leute hier, die sich öffentlich über ihre alkoholkranken Bekannten & Verwandten auslassen?!! Ich sehe da nicht unbedingt einen großen Unterschied?!!

    Kommt nicht wieder vor!!

    Liebe Grüße

    Liebe .......,

    tja – es ist ja mittlerweile nun ca. zwei Wochen her, daß Ihr ..........und mich bei Euch aufgenommen habt. Vielen lieben Dank dafür noch einmal und auch speziell an Deine Tochter, die ja extra ihr Zimmer geräumt hat.

    Es waren „aufregende“ 24 Stunden, die wir bei Euch verbracht haben und ich weiß nicht, ob Du Dir evt. Gedanken darüber gemacht hast, warum wir Freitag nachts einfach verschwunden sind, ohne ein großes Auf Wiedersehen oder so. Kurz gesagt – weder ich noch mein Bruder wollten uns das längerr mit ansehen und ich hatte auch keine Lust, Dich anzulügen bzw. Dir was vorzumachen.

    Ich rede nun speziell von meinen eigenen Beweggründen, und ich hoffe, daß Du meine Zeilen bis zum Ende lesen wirst.

    Du hast ein großes Alkoholproblem. Genau so wie es .................hatte, und genau so, wie es E.M. hat. Und genauso, wie ich es habe.

    Bewusst ist Dir das sicherlich so sehr wie mir meine eigene Alkoholabhängigkeit bewusst ist. Allerdings habe ich vor einigen Wochen festgestellt, daß ich so nicht mehr leben möchte, bzw. auch nicht so enden möchte wie viele aus unserer Familie.

    Deswegen habe ich mir Hilfe gesucht, beim Arzt, bei den Anonymen Alkoholiker und auch in einem online Forum, das rund um die Uhr für mich da ist. Ich arbeite kontinuierlich an meinem Nüchtern sein und hoffe, daß ich aus diesem Teufelskreis rauskomme.

    Mir ist klar geworden, daß mir mein klarer Verstand, meine Gesundheit, mein Leben, meine kleine Familie sehr viel mehr bedeuten als der tagtägliche Suff, der tagtägliche Kater, die aufbauende Unfähigkeit, Gefühle spüren zu können, die wachsende Unzufriedenheit.

    Das ist nun mein Weg.

    Ich möchte Dich nicht belehren damit, denn Du bist lange alt genug, und für dumm halte ich Dich auch nicht. Als wir Donnerstag bei Euch ankamen, da habe ich mich sehr herzlich bei Euch aufgenommen gefühlt. Du hast ein großes Herz, teilst alles, bist hilfsbereit – im Ganzen ein toller Mensch, den es sich lohnt, kennen zu dürfen.

    Was mich aber echt erschrocken hat, war Dein Verhalten am Bestattungstag Deiner Mama. Sicherlich ist ein Begräbnis kein tolles Erlebnis, schon gar nicht, wenn es sich um einen engsten Angehörigen dreht. Aber Du hast diesen Tag auf nüchternem Magen mit vielen Bieren begonnen, und ihn am frühen Nachmittag mit einigen Schnäpsen beendet.

    Zwischendrin hast Du Dein Benehmen am helllichten Tage in der Fußgängerpassage als sehr amüsant gesehen. Leider warst Du die einzige.


    Ich wusste am Nachmittag, als wir wieder zuhause waren, nicht, was ich mit Dir noch hätte reden sollen. Du wiederum warst wohl sichtlich erleichtert, daß wir alle zu ........ gegangen sind, konntest Du nun endlich ins Bett fallen und Deinen Rausch ausschlafen.

    Du hast einen sehr netten Mann an Deiner Seite, eine supersüße Tochter – nicht zu vergessen Deine zwei Grossen, hast eine schöne Wohnung und bist dabei Dich genauso zu Tode zu saufen wie .............und E.M.!!

    Schreckt Dich der Anblick von Deinem dahinsiechenden Vater nicht ab? Möchtest Du wirklich den gleichen Abgang machen wie er?
    Du hast das Elend doch jeden Tag vor Augen, ist Dir das mittlerweile alles so gleichgültig?

    Das sind die Gedanken, die mir seit diesem Tag durch den Kopf wandern. Ich finde es echt schade, und ich kenn Dich nicht mal lange, aber Du bist mir im Grunde sympathisch.

    Ich würde mich sehr sehr freuen, wenn ich auch mal die Gelegenheit bekäme, die nüchterne ..................kennen lernen zu dürfen…

    Hi mirisa,

    das glaube ich Dir, daß das eine gehörige Portion Mut braucht, seine eigene Geschichte -wenn auch erst nur für sich selbst - aufzuschreiben.

    Ich merk´s ja hier im Forum schon beim Schreiben. Bringt mir nix, wenn ich hier Halbwahrheiten, noch dazu schön verpackt, reintippe. So werde ich mir selbst nicht helfen können und andere können mir schon mal garnicht helfen.

    Auch bin ich nach wie vor am Lernen, daß ich Antworten, die mir im ersten Moment nicht gefallen, nicht gleich als "doofes Geschwätz" abtun darf sondern das ganze erstmal in Ruhe sacken lassen muß. Grad am Anfang hatt e ich da große Probleme mit. Und oft genug haben diese Antworten einen wahren Kern, an dem ich dann zu knabbern habe...

    Zum allein sein noch - eigentlich war ich sehr gerne zwischendurch mal alleine. Gestern hatte ich Angst vor meiner eigenen Courage. Auf einmal war mir bewußt, daß ich (mich) nun (be)schummeln könnte. Da haben Engel & Teufel echt eine Schlacht ausgetragen. Ich kann ja mein Nüchternbleiben nicht von anderer Leute Anwesenheit abhängig machen. ICH will ja nix trinken.

    Vielleicht, weil mir das nun deutlich geworden ist, genieß ich den Abend heute wieder :wink:

    Weil - alleine sein ist schon okay, aber einsam sein, daß will ich nicht. Und wenn ich wieder in meine alten Gewohnheiten verfalle, dann werde ich genau das eines Tages sein.

    In diesem Sinne - ich wünsche Dir eine schöne Nacht mit nur guten Träumen!!!

    Mein heutiger Tag....

    Nachdem ich gestern innerlich ziemlich Amok gelaufen bin, geht es mir heute erstaunlich gut. Mir grauste ein wenig vor Abend Nr. 2 allein daheim.

    Aber ich hab den Abend heute versucht, bewußt zu strukturieren. Heißt soviel wie ein schönes & ausgedehntes Abendessen mit meinem Sohnemann, Gespräche über seinen Tag im Kindergarten während des allabendliches Baderituals und natürlich auch ausgedehnte Streicheleinheiten und Kopfmassage für ihn.

    Und wir haben das beide sehr genossen. Kein Geschrei, kein Generve und keine bösen Worte.

    Früher war ich froh, wenn er im Bett war, damit ich in aller Ruhe meiner Sucht fröhnen konnte. Demzufolge zack zack mußte das ganze gehen, und wenn was nicht rasch genug passierte, dann war meine Geduld sehr schnell am Siedepunkt angelangt :oops:

    Das ist mir heute abend so richtig derbe aufgefallen und tut mir im Nachhinein auch sehr leid. Es ist schon irgendwie der Wahn, was Kinder nasser Eltern so mitmachen müssen. Und denen, wie eben mir auch bis vor kurzem, ist das nicht mal bewußt.

    Ein Glück nur, daß man von seinen Kindern immer eine zweite Chance erhält. Und ich will diese Chance auch nutzen, mir glüht grad immernoch mein Herz vor lauter Liebe *smile

    Überhaupt fange ich langsam, an meine Gefühle viel intensiver zu spüren.
    Im Augenblick verschlägt es mir grade dieWorte - ich weiß grad nicht, wie ich mich noch ausdrücken soll.

    Aber ich genieße es....

    Liebe Grüße an alle von einer grad sehr nachdenklichen Mama!!

    Hi kommal,

    okay - jetzt weiß ich in etwa was Du meinst.

    Ist wohl ähnlich wie bei mir, wo manch einer denkt, daß ich meine Krankheit auf eine zu leichte Schulter nehme, weil ich ganz gerne auch meine (okay - manchmal bösen) Scherze reiß, aber generell dem Leben eher positiv gegenüber eingestellt bin.

    Einer meiner Sprüche könnte wohl lauten " Meine drei Schwestern: Sarkasmus, Ironie & Zynismus...

    Ist demzufolge auch manchmal nicht einfach mit mir :wink:

    Aber auf rumjammern hab ich nun mal überhaupt keinen Bock - vor allem, wenn ich mir die Suppe selbst eingebrockt habe, oder auch das Glas selbst vollgeschenkt - wie auch immer man das sehen will.

    So - nun gibt´s Abendessen für Zwergerl und mich.
    Heute geht´s mir auch noch superfein. Kopfschmerzen sind eeendlich weg.
    Nur ein wenig zerschlagen wegen der Hitze...

    CU later!!

    Hi mirisa,

    sorry, daß ich mich nicht bei Dir gemeldet habe, aber mir ging´s gestern zeitweise nicht gut...

    Dickes Dankeschön übrigens nochmal gestern für Dein Kraftpaket, hat ja gewirkt, wie Du sicherlich mittlerweile gelesen hast :D

    In puncto Saufdruck Deinerseits - ich hatte gestern meinen 21. Tag, davor ging es mir auch immer fein.
    Verlaß Dich also nicht drauf, kam bei mir ohne große Vorwarnung und hat mich tierisch gestresst. Und - ich glaube nicht, daß das das einzige Mal gewesen ist :(

    Ich glaube mittlerweile auch nicht, daß gerade der Anfang das schwerste ist, sondern das durchhalten- und zwar den Rest unseres Lebens.

    Aber Du hast ja echt schon einige Erfahrungen gesammelt mit Süchten, die Du bisher alle erfolgreich bekämpft hast bzw. gut im Griff hast.
    Das zeigt doch, daß Du eine echte Kampfmaus bist :wink:

    Bis später - und NEIN - ich vergess Dich nicht. Auch wenn ich selbst nur eine tagelange Erfahrung habe - wir wollen doch alle das gleiche:
    Zufrieden nüchtern die Welt erleben!!!

    Ganz liebe Grüße Dir!!

    Servus Klaus,

    sag mal - wie meinst denn das genau:

    Zitat

    Unterschwellig wird mir schon mal vorgeworfen, zu sachlich mit dem Thema umzugehen, aber MIR HILFT´S.

    Ist doch m.E. auch eine Kopfsache?!! Mein Körper verlangt nicht nach dem Teufelszeug...

    Wenn auch mein Kopf heute dringend eine Schmerztablette angefordert hat. Und es tut immernoch weh :?
    Erinnert mich an die schlechten alten Zeiten. Wer weiß - vielleicht zuviel Wasser mit Zitrone gestern...

    Liebe Grüße

    Hallo kommal, hallo mirisa,

    danke für Eure Zeilen erstmal.

    Ich hab mich soweit wieder beruhigt - ein weiterer Liter Wasser, ein superschöner sonnengelber Blumenstrauß für meine Mum und Kopfhörer auf vollste Lautstärke gepaart mit ein wenig Büroarbeit taten ihr Gutes :)

    Und mirisa - ich find´s immernoch toll, nüchtern zu sein. Hat der Teufel mir mal kräftig zugesetzt - wird wohl auch normal sein und öfter vorkommen.
    Aber für heute hat er mal wieder verloren :twisted:
    Und so kann ich mich nachher an meinen Sohnemann kuscheln ohne jegliches schlechte Gewissen.... freu ich mich auch schon drauf. Ist schon Wahnsinn, wie man die kleinen Knirpse soooo lieb haben kann.

    Kommal - von progressiver Muskelentspannung hab ich so gesehen noch nicht gehört. Geh ich nachher mal googeln. Oder besser morgen. Ich hab
    von Muskelrelaxans gehört - und da laß ich man lieber die Finger wech von :wink:

    Jetzt kann ich endlich wieder tief durchatmen - SCHÖN!!

    Schau´n wir mal, was mich morgen abend erwartet - Holzauge ist ja nun gewarnt und wachsam...

    Macht et ma jut und schöne Träume trotz der Hitze!!!