Beiträge von ClaudiA

    Servus Tina,

    tja - sind zwar wieder ein paar Wochen her seit Deiner Frage, aber die Antwort wäre die gleiche gewesen: mir geht es gut :)

    Ich guck immer mal wieder hier rein, meist nicht angemeldet, da ich nicht viel zu sagen habe. 'S is irgendwie so, daß es mich immer wieder mal in meine sichere Ecke zieht. Der Platz (speziell das Kaminzimmer mit dem Ohrensessel :lol: ), an dem ich lernen durfte, ein Leben ohne Alkohol zu führen.

    Und das führe ich bis heute. Egal, welche Höhen und Tiefen mein Leben so mit sich bringt.

    Und ich bin nach wie vor dankbar, daß ich dieses Forum damals gefunden habe. Und ich schätz mal, daß ich -solange es dieses Forum gibt- immer wieder als stiller Leser hier sein werde ;)


    Liebe Grüße
    ClaudiA

    Servus Hannes,

    Zitat

    Ich habe sowieso den Eindruck, daß es für alle anderen Trinker nichts schlimmeres gibt, als wenn ich nicht trinke und die persönlich beleidigt sind. Und zwar egal wo man verkehrt. Weil mich das so aufregt gehe ich lieber gar nicht hin. Das kenne ich ja schon viele Jahre.

    Hm... den Eindruck habe und hatte ich nie.

    Es war wohl eher so, daß ICH anfänglich generell nur die Alkohol trinkenden Menschen wahrgenommen habe, und nicht die, die eben nicht tranken.

    Ich oute mich im Übrigen auch nicht Jedem, mache aber wiederum JEDEM klar verständlich, daß ich "generell nie Alkohol trinke", wenn mir einer angeboten wird. Und das wurde und wird auch bis heute respektiert.

    Wäre ich nun an einem Ort, an dem man mich bzw. meine Aussage (Ansage) nicht respektieren würde, dann - denk ich zumindest - habe ich im Vorfeld wohl selbst nicht aufgepaßt, auf welche Veranstaltung ich da gehe. Denn dort scheinen ja dann nur Alkohol trinkende Menschen zugegegen zu sein. Und dann habe ich dort nichts zu suchen. Als Neuling nicht, da ich den Abstand zum flüssigen Gift noch nicht habe, als "älterer Hase" nicht, da ich mich dort sowieso langweilen würde...`?! Was soll ich als Nichtrinker unter Alkoholpartymenschen?

    Ich kann Dich verstehen, am Anfang war es für mich auch recht schwer, jemandem ins Gesicht zu sagen, daß ich Alkoholiker bin. Mittlerweile habe ich damit aber kein Problem mehr und würde es jedem sagen, wenn ich mich genötigt fühlen würde. Denn ich empfinde es beileibe nicht als Schande, keinen Alkohol zu trinken ;o)

    Bleib am Ball...es lohnt sich...meine Meinung.


    LG
    ClaudiA

    Moin Hartmut,

    hier die Antwort, die Dir am besten gefallen wird *grins*

    Ich werde Dir IMMER hinterher laufen :lol:

    Hab noch ein paar Wochen bis dahin...und empfinde das mittlerweile auch als einen guten Anfang in die richtige Richtung.... gemessen an dem Fakt, daß ich nun auch 100 Jahre alt werden könnte ;o)


    Schönen Tag Dir heute und liebe Grüße

    Claudia <- auf dem Weg zur Belustigungszentrale nun

    Moin Martin,

    aber "funktionieren" ist doch nicht der alleinige Sinn und Zweck unseres Lebens.... sondern LEBEN ;o)

    Und ich denke, daß auch Du nach wie vor eine gute Chance hast, aus Deiner Funktionalität ein klasse Leben zu machen, wenn Du - wie Du ja selbst auch schon erkannt hast - erst einmal nach Dir schaust.


    Schönen Sonntag Dir!!


    LG
    ClaudiA

    Moin Stefan,

    vorab gesagt - hey, ich find´s absolut gut, daß Du trotz Deiner nassen Gedanke und Verzichtsgefühle doch weiterhin nüchtern geblieben bist. Ist wohl nicht grad einfach für Dich. Ich muß zugeben, daß mir so krasse Gedanken im Großen & Ganzen nie kamen, als ich mit dem Alkohol "Schluß gemacht" habe. Für mich war vieles ungewohnt und neu, aber ich empfand es als positiv... als erleichternd ohne Alkohol. Denn der hat mich ja so gesehen "gezwungen" ihm nah zu sein -> Sucht.

    Was zu Deinem Bruder, der mit seinen 16 Jahren halt noch obercool ist und die Tragweite des Alkoholismus nicht einmal im Ansatz versteht.

    Wie mir scheint, bist Du auch noch nicht "sooo" alt ;o), scheinst ggf. noch bei Deinen Eltern (Mutter?, da ich von einem Vater bis dato nichts gelesen habe...) bzw mit Deinem Bruder zusammen zu leben?

    Dann wäre mein Vorschlag ein Familienrat. Deine Mutter steht doch vollkommen hinter Dir, und ich denke, das ein ruhiges Gespräch unter Euch Deinem Bruder den Ernst der Lage verdeutlicht werden könnte. Noch dazu sollte soviel Respekt generell gegeben sein. Frag ihn doch mal, ob er Dich gerne bald unter der Erde sehen wollen würde?!

    Vielleicht hilft ja auch ein wenig "krasseres" Anschauungsmaterial...Menschen, die den Rest ihres Lebens (wenn man das dann noch so nennen kann) im Delirium in einer geschlossenen Anstalt verbringen. Ist vielleicht auch ein Gedanke für DICH, solange Du den Alkohol noch als tröstenden Freund ansiehst. Bringen Freunde einen unter die Erde bzw. machen sie einen zum dahinsiechenden Wahnsinnigen? Eigenartige Definition für Freund, würde ich mal behaupten ;o)

    Google mal und guck Dir langjährige Freunde des Alkohols an. Gibt mit Sicherheit auch Bildmaterial....

    Darf ich Dich fragen, inwieweit Du Dich bis dato überhaupt mit der Krankheit Alkoholismus auseinander gesetzt hast? Schaden kann es nicht, und Dank des www. gibt es auch zahllose Informationsquellen.

    joschis Vorschlag ist auch gut. Mein größtes Problem damals war, daß ich keinen Respekt mehr vor mir selbst hatte, ich konnte mir nicht mehr in die Augen gucken, so sehr hab ich mir vor mich selbst geschämt und auch geekelt. Mit dieser Person im Spiegel wollte ich nichts zu tun haben, das war nicht die Claudia, die sie vor der engeren Freundschaft mit dem Alkohol war.

    Zum Schluß wurde der Blick in den Spiegel gemieden. Heute, und nicht wortwörtlich erst seit heute, sondern schon recht lange mittlerweile, kann ich mir wieder in die Augen gucken, sogar lange und tief. Ich bin zwar nicht mehr die Frau VOR dem Alkoholismus, aber mit der Frau jetzt lebe ich schönerweise sogar noch viel besser. Ist lang nicht alles perfekt, aber ich sehe nun einen Menschen, den ich wieder recht gerne mag ;o)


    Liebe Grüße Dir
    ClaudiA

    Guten Morgen Georg,

    find ich faszinierend...und mehr als schwer.... 20 Jahre "einfach nur" den Alkohol wegzulassen.

    Aber ich denke mal, daß ich es vor ein paar Jahren auch einfacher gehabt habe, einfach aus dem Grund, weil es so etwas wie das Internet gibt und Deutschland in puncto AlkoholKRANKEIT ein sehr hilfsbereites Land geworden ist.

    Ich weiß zwar nicht, wie ich in den 70ern mit meiner Krankheit umgegangen wäre, gehe aber irgendwie davon aus, daß ich am Grundsätzlichen nichts anders gemacht habe, als ich eben 2007 gemacht habe: ab dem Moment, wo ich mich FÜR das Leben entschieden hatte, war es mir auch ein unbedingter Wunsch, alles Wissenswerte über die Krankheit heraus zu finden. Sicher - jeder kennt das Wort Alkoholismus ab einem gewissen Alter. Doch ich wollte MEHR wissen... was genau ist das.... was kann / muß ich tun... werde ich immer "krank" bleiben.

    Ich habe mich gerade im ersten Jahr sehr damit auseinander gesetzt (ungefähr genau so, wie ich mich im letzten nassen Jahr vor diesem Wissen geschützt habe - sprich z.b. im TV sofort umgeschaltet habe, wenn es in einer Reportage über Alkoholismus ging - ich WOLLTE DAS NICHT WISSEN... hätte mich ja früher zum Handeln zwingen können....;o)

    Aber - wie gesagt - dank der heutigen Zeit kann sich ein Jeder unkompliziert alles an Wissen holen. Bin ich sehr dankbar für.

    Ich bin zwar nach wie vor ein Frischling gemessen an dem hoffentlich nun langen Rest meines Lebens, aber ich bin auch schon seit einiger Zeit eher froh, daß ich Alkoholiker bin. Erstens ist Alkohol ja tatsächlich sehr sehr überflüssig für den menschlichen Körper, und zweitens hat mich eben genau diese Krankheit dazu gebracht, über mich selbst nachzudenken, zu gucken, wozu ich eigentlich alles in der Lage sein kann, wenn denn nur tatsächlich möchte.

    Sicherlich ist mein Leben auch jetzt grad kein Zuckerschlecken. Aber ich gehe meine Herausforderungen (ich meide das Wort "Problem" oft... klingt so negativ ;o) mittlerweile ganz anders an, mit mehr Überlegtheit, Ruhe, Gelassenheit, innerer Stärke. Alles Eigenschaften, die früher wohl in mir schlummerten, ich aber aufgrund...Unreife? (ich weiß es nicht) noch nicht zum Vorschein bringen konnte.

    Danke also an "Freund" Alkohol demzufolge :wink:

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag heute Georg!!


    Liebe Grüße
    ClaudiA

    Servus Maria,

    ganz einfach - der Wunsch nach LEBEN leben, und nicht dahinsiechen.

    Und nachdem ich ja nun schon ein paar Jährchen trocken leben darf, und festgestellt hab, daß mir das echt tierischen Spass macht so im Großen & Ganzen, warum sollte ich wieder mit Leben aufhören und mit Siechen anfangen? ;o)


    Liebe Grüße Dir
    ClaudiA

    Hallo zusammen,

    hm...auch ich kann sagen, daß ich den Weg in das trockene, nüchterne Leben als recht einfach empfunden habe. Die Angst VOR dem ersten Schritt war größer, denn ich dachte (und mein Arzt sagte es mir damals auch), daß es sehr schwer werden würde.

    Wie einige andere hier schon beschrieben haben, gab es natürlich neue Herausforderungen wie z.B. die nun neu gewonnene Zeit besser zu nutzen als mit Betrinken. Das war anfangs sehr ungewohnt und hat meinem Körper viel Kraft abverlangt (ich war die ersten Wochen dauermüde, wohl auch weil ich zu der Zeit noch nicht wirklich gewohnt war, "mir nen Kopp über mich zu machen"), aber als "schweren Weg" kann ich es nach wie vor nicht bezeichnen. Ich wußte, was ich wollte - wieder nüchtern leben. Und wenn ich dafür nie wieder Alkohol zu mir nehmen soll, ja mei - dann ist das halt so.

    Und noch eine Anmerkung, weil JAAA... ich habe den ganzen Thread gelesen - ich bin sehr zufrieden, was meine Trockenheit angeht. Aber in meinem Leben, in dem es eben nicht mehr primär um Alkohol geht (gedanklich), bin ich freilich oftmals nicht zufrieden. WER bitte kann so etwas von sich behaupten? Der möge sich bitte melden, damit ich von ihm lernen kann *schmunzel

    Mein dauerhaftes Ziel - neben dem Fakt irgendwann nüchtern zu sterben, denn erst da weiß ich, daß ich es "geschafft" habe - ist Zufriedenheit zu erlangen. In meinem Privatleben und auch in meinem Beruf. Und Dank dem Fakt, daß ich klaren Kopfes leben darf, kann ich mich dem Punkt Zufriedenheit im Leben zuwenden ;o). Und es ändert sich für gewöhnlich immer wieder was in meinem Leben....mal zu meiner Zufriedenheit, dann Claudia happy, und manches Mal zu meiner Unzufriedenheit. Und dann muß ich gucken, ob ich damit leben will oder eben was tun, um es zu ändern.

    Übrigens - ich mag mein Suchtgedächtnis. Ich sehe es nämlich nicht als Damoklesschwert oder so an, sondern als Alarmglocke. Es WARNT mich. Mal weniger überraschend, und in solchen Momenten schimpf ich dann mit mir selbst, denn ich hätte ja gleich richtig handeln können, manchmal aber auch aus heiterem Himmel, da ich eine Situation nicht abschätzen konnte, weil eben superüberraschend.

    Aber es warnt mich...und darum bin ich froh. Denn es liegt IMMER an mir selbst, was ich a) in der Situation dann mache, und b) ob ich für die Zukunft was daraus gelernt habe bzw lernen konnte.


    Liebe Grüße
    ClaudiA

    Hey Martin,

    wieso das " :oops: "?

    Ich sagte Dir doch bereits, daß ich Deine Gedankengänge bis dato fein finde ;o). Wir reden nach wie vor aneinander vorbei denke ich.

    Mixgetränke - egal wie sie noch genannt werden - ohne Alkohol bzw. Spuren von Alkohol (und damit mein ich die sogenannten alkfreien Biere und ähnliches) sind Getränke und Punkt. Inwieweit der Name des Getränks das jeweilige persönliche Suchtgedächtnis triggern läßt, muß jeder für sich selbst heraus finden und bei "nicht-gut-tun" am besten eben weglassen.

    Nun verständlicher? ;o)


    Lieben Gruß
    ClaudiA

    Martin,

    Du hast mich falsch verstanden. Mir drehte es sich bei meiner Antwort tatsächlich rein auf die Frage, warum ein erwachsener Mensch so ein Getränk verschenkt. Und die Assoziation Kinderpunsch -> glühweinÄHNLICHES Getränk kommt nun mal nahe ;o)

    Auch ich trinke z.B. sehr gerne Traubensaftschorle. Ist für mich einfach ein leckeres Saftschorle, bei dem meine Rezeptoren (sprich Suchtgedächtnis) sich nicht mal im Ansatz meldet, da ich nie ein Rotweintrinker war. Allerdings schellen bei mir sämtliche Alarmglocken, wenn ich Rumaroma auch nur von Weiten erduften darf. Auch wenn es "nur" ein synthetisch hergestelltes Aroma ist... mein Suchtgedächtnis ist sofort bei der Stelle....

    Das Wort Cocktail z.B. hat ja so gesehen auch gleich einen negativen Beigeschmack. Für mich heißt Cocktail jedoch "eine Menge verschiedener Säfte, Eis, ggf. Sahne noch dazu" = leeeecker ;o). Und der Begriff Cocktail ist einfach gebräuchlicher als Saft-Sahne-Eis-Mixgetränk ;o)

    Wie Du schon sagst, solche "Spitzfindigkeiten" muß jeder mit sich selbst klar machen. Wichtig ist eben, in sich selbst hinein zu horchen und dementsprechend dann auch danach zu handeln.


    Liebe Grüße
    ClaudiA

    Hallo Frank,

    Zitat

    ich frage mich wer schenkt einem Erwachsenen Menschen ->Kinderpunsch<-?

    Ganz einfach - ein Jeder, der Rücksicht auf einen nun nicht mehr Alkohol trinkenden Menschen nimmt, aber keine Ahnung von der Krankheit Alkoholismus hat.

    Was meinst Du, wie oft mir schon von alkfreiem Sekt, Bier, Glühwein (Kinderpunsch) erzählt wurde, bzw. auch angeboten wurde, dieses für mich zu besorgen, damit ich mir nicht so "aussen vor kam" *schmunzel

    Vorwurf kann ich den Nichtbetroffenen nicht machen, nur ein wenig aufklären, falls sie das wollen, bzw. vehement ablehnen, wenn kein Lernbedarf da ist.


    Servus auch Martin,

    sorry - erst einmal sollte ich wohl DICH hier noch begrüßen ;o), was ich hiermit nun auch herzlichst gerne nachhole.

    Ich finde für Deine nun drei Wochen hast Du eine gute Denkweise. So weit war ich nach drei Wochen noch laaange nicht. Bin also auch gespannt, weiterhin von Dir lesen zu dürfen!


    Liebe Grüße
    ClaudiA

    Hallo zusammen,

    Zitat

    dass einige Forenteilnehmer nicht zwischen Freizeit und Suchtarbeit unterscheiden können

    Dem stimme ich absolut zu. Meiner Meinung nach sollte diese Sparte - auch zum Lesen - sogar länger als nur im ersten Jahr der Trockenheit erst zugänglich sein, wenn ich so aus meinen Erfahrungen rede.

    Dieses Forum ist ja ein sehr großes Forum, in dem sich gerade im offenen Bereich hauptsächlich "Neulinge" befinden, die meiner Meinung nach sich auch tatsächlich mit dem Grundthema beschäftigen sollten: wie kann ich mir ein nüchternes, trockenes Leben aufbauen?

    Nichtsdestotrotz kann ich silberkralle aber auch sehr gut nachvollziehen, denn - auch wenn das Wissen "ich bin Alkoholiker" nie vergessen werden darf, so dreht sich das Leben nach ein paar Jahren eben nicht mehr primär um den Alkohol, sondern um das Leben selbst. Und Ziel dieses Forums ist es doch auch, den Betroffenen Hilfestellung zu einem im Großen und Ganzen schönen nüchternen Leben zu geben.


    Liebe Grüße
    ClaudiA

    Servus Georg,

    na dann erst einmal ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum

    40 Jahre trocken?? Respekt.. ich bin noch nicht mal 40 Jahre alt :lol:
    Aber dank meiner bis dato erreichten Trockenheit habe ich NUN zumindest die Chance, überhaupt ein gewisses Alter zu erreichen. Im nassen Zustand war ich mir damals sehr sicher, meinen 40. nicht mehr auf dieser Welt zu feiern....

    Ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen ;o)

    Eine Frage hab ich: ist Deine Frau Co-abhänging? 10 Jahre Deiner aktiven Trinkerzeit hat sie ja wohl mitbekommen, bzw. Dich auch als nassen Alkoholiker kennen gelernt.... interessiert mich deshalb, da ich im Laufe der Zeit gemerkt habe, daß doch viele Beziehungen in der Trockenheit später dann scheitern.


    Liebe Grüße
    ClaudiA

    Servus Stefan,

    darf ich fragen, als was Du in deinem Job tätig bist?

    Ich kenn mich mit Wettbüros ja so überhaupt nicht aus... frage deshalb, ob es denn nicht möglich ist, sich eine andere Tätigkeit zu suchen. Es gibt mit Sicherheit sehr viele Arbeiten, bei denen Du nicht mit Alkoholikern (nassen wohlgemerkt) zusammen kommst.

    DAS wäre doch schon mal ein Ziel, und erreichbar ist es auch - vorausgesetzt natürlich, Du hältst an Deinem Wunsch fest, auch weiterhin ohne Alkohol leben zu wollen.

    Ich kann Dir nur aus eigener Erfahrung sagen, daß der Suchtteufel mit der Zeit kleiner wird. Weißt Du, wir haben uns ja auch nicht von einer Woche zur nächsten zum aktiven Alkoholiker getrunken... es ist ja meistens ein schleichender Prozess, und genau so schleichend geht es wieder raus. Einziger Unterschied - das "Herausschleichen" wird sehr viel bewußter wahr genommen...

    Veränderungen dauern einfach ihre Zeit und sind anfangs auch schwer.

    Übrigens find ich es klasse, daß Du mit Deiner Mutter ein so gutes Verhältnis hast und sie für Dich da ist! Meine weiß weder von meiner Alkoholkrankheit an sich, noch, daß ich ein paar Jahre trocken bin. Was ich persönlich sehr schade finde, denn ich gehe ansonsten sehr offen mit meiner Krankheit um, so ziemlich jeder weiß Bescheid... ob nun Freunde, Bekannte, Kollegen, Ärzte, Familie (ausser eben die Mama... aber das ist eine andere Geschichte)

    Du schreibst Du hast Wünsche und auch Ziele. Stefan - mancher Wunsch wird Wunsch bleiben, aber - auch wenn es Dir im Augenblick unglaublich erscheint - Du hast keine Ahnung, wieviel Kraft in Dir steckt, und wieviel Du für Dich bewegen kannst. Voraussetzung aber auch hier: nur drüber reden oder/und sinnieren hilft nix - Taten sind es, die Dinge verändern ;o)

    Gib Dir ´ne Chance!!


    Liebe Grüße
    Claudia

    P.S. Google doch mal nach dem "Gelassenheitsspruch" und versuch, ihn in Deine Entscheidungen & Wünsche & Ziele mit einzubeziehen. Bei mir wirkt es seit jeher immer wieder kleine Wunder - durch die Bank aber Positive ;o)

    Servus Christian,

    yo.. is´n bischen viel auf einmal, was Du hier so zu lesen bekommst, gelle? ;o)

    Aber auch ich kann mich im Großen & Ganzen meinen Vorrednern nur anschließen.

    Zitat

    das ganze Leben komplett umkrempeln, auf vieleicht langjährige Freunde und gern besuchte Orte zu verzichten, nein

    Weißt Du, angefangen hat es bei mir auch "nur" mit Alkohol weglassen. Der Rest meines Lebens war dadurch so gesehen noch derselbe. Und ich habe damals den "Alten" hier einfach mal geglaubt und angefangen, Stück für Stück umzusetzen. Als allererstes eben "alkoholisierte Plätze" - Discotheken, Parties etc. gemieden.

    Einkaufen bin ich aber nach wie vor gegangen, aber eben NICHT durch die Bier- & Weingänge. Von dort brauchte ich nichts, was soll ich mir das Zeug also angucken.

    Schau - es dreht sich ja darum, geistigen Abstand vom Alkohol zu gewinnen. Und das gelingt eben am besten, in dem ich ihn meide, wo es geht. Auch ich war damals Pendlerin und habe vom Sekttrinker am Morgen im Zug über die vermeintlichen Penner am Bahnhof hin über zur Alkoholplakatwerbung auch alles ansehen "müssen", weil es eben mein Arbeitsweg war.

    Vom morgendlichen Sekttrinker konnte ich mich auch distanzieren - anderes Zugabteil und gut ist.

    Bei einer beendeten Liebe heißt es doch auch so schön, daß man Abstand gewinnen soll, damit das Herz Zeit hat zum heilen. Beim Alk seh ich es ähnlich... damit das Suchtgedächtnis eben nicht dauernd zuschlägt. Weiß nicht, ob ich das nun verständlich rüber gebracht hab.

    Bedingt durch das Weglassen vom Alk, gepaart mit dem dringenden Wunsch, ihn auch nicht mehr an mich ran zu lassen, hat sich mein Leben von "ganz alleine" angefangen zu verändern. Bzw. ICH habe mein Leben verändert. Es mußte so kommen, wie dann alles kam. Nur Trinken aufhören reicht bekanntlich nicht, aber das passierte bei mir eben somit automatisch.

    Nach einem Jahr der Nüchternheit war interessanterweise kein alter Stein mehr auf dem anderen gestanden. Nur mein Kind habe ich aus dieser Zeit noch übrig. Und natürlich meine wenigen Freunde, bis auf einen.

    Aber ich habe auch "ganz automatisch" eins zwei neue Freunde (wirkliche Freunde - keine Bekanntschaften) gemacht.

    Am Anfang der Nüchternheit dachte ich auch erstmal "huii.... was wollen die denn alle von mir - ich schütt doch jetzt nicht mein Haarwasser innen Gulli.... DIE übertreiben aber... tz tz tz)

    Nur habe ich innerhalb kürzester Zeit aufgehört mich wie ein Brülläffchen zu benehmen hier, sondern habe einfach zugehört und Stück für Stück ging alles seinen guten Weg.

    Und das ich ein Brülläffchen war, kann ein jeder hier gerne nochmal nachlesen :lol:

    Wenn Du wirklich auf Dauer nüchtern leben willst, dann wird das auch Dein Weg sein.... er stellt sich mit der Zeit fast automatisch so ein ;o)


    Liebe Grüße
    ClaudiA

    P.S. Es gibt im Übrigen eine Sache, auf die ich tatsächlich VERZICHTE, obwohl ich diese Sache sehr gerne wieder machen würde. Aber ich tue es um mein Leben willen nicht. Und ich bin froh um diese meine Vernunft....

    Klasse Stefan,

    da freu ich mich tatsächlich mit Dir!!

    Mir ging´s am Anfang ja genau so. Der Freitagabend rückte näher und meine "Lust" auf Alkohol auch. Die ersten Wochenenden waren am anstrengendsten für mich.

    Alte Muster verlassen und dafür neue Wege gehen. Was anderes machen, auch wenn´s erst mal schwer fällt. Und dafür dann aber abends sehr erleichtert und guter Dinge ins Bett fallen - wieder einen Tag geschafft.

    Das gab mir schon ein Gefühl der Zufriedenheit.

    Ich wünsch Dir für heute eine schöne Bescherung, und auch gute Gespräche mit Deinem Onkel!!

    Was mir im Übrigen auch sehr geholfen hat - meinem engsten Umfeld habe ich mich relativ schnell geoutet. War auch so eine Art Sicherheit für mich. Denn - wie hätte ich denn da gestanden, wenn ich auf einmal doch ein Glas Irgendwas in der Hand gehalten hätte??! ;o)


    Liebe Grüße
    Claudia