Servus Christian,
yo.. is´n bischen viel auf einmal, was Du hier so zu lesen bekommst, gelle? ;o)
Aber auch ich kann mich im Großen & Ganzen meinen Vorrednern nur anschließen.
Zitat
das ganze Leben komplett umkrempeln, auf vieleicht langjährige Freunde und gern besuchte Orte zu verzichten, nein
Weißt Du, angefangen hat es bei mir auch "nur" mit Alkohol weglassen. Der Rest meines Lebens war dadurch so gesehen noch derselbe. Und ich habe damals den "Alten" hier einfach mal geglaubt und angefangen, Stück für Stück umzusetzen. Als allererstes eben "alkoholisierte Plätze" - Discotheken, Parties etc. gemieden.
Einkaufen bin ich aber nach wie vor gegangen, aber eben NICHT durch die Bier- & Weingänge. Von dort brauchte ich nichts, was soll ich mir das Zeug also angucken.
Schau - es dreht sich ja darum, geistigen Abstand vom Alkohol zu gewinnen. Und das gelingt eben am besten, in dem ich ihn meide, wo es geht. Auch ich war damals Pendlerin und habe vom Sekttrinker am Morgen im Zug über die vermeintlichen Penner am Bahnhof hin über zur Alkoholplakatwerbung auch alles ansehen "müssen", weil es eben mein Arbeitsweg war.
Vom morgendlichen Sekttrinker konnte ich mich auch distanzieren - anderes Zugabteil und gut ist.
Bei einer beendeten Liebe heißt es doch auch so schön, daß man Abstand gewinnen soll, damit das Herz Zeit hat zum heilen. Beim Alk seh ich es ähnlich... damit das Suchtgedächtnis eben nicht dauernd zuschlägt. Weiß nicht, ob ich das nun verständlich rüber gebracht hab.
Bedingt durch das Weglassen vom Alk, gepaart mit dem dringenden Wunsch, ihn auch nicht mehr an mich ran zu lassen, hat sich mein Leben von "ganz alleine" angefangen zu verändern. Bzw. ICH habe mein Leben verändert. Es mußte so kommen, wie dann alles kam. Nur Trinken aufhören reicht bekanntlich nicht, aber das passierte bei mir eben somit automatisch.
Nach einem Jahr der Nüchternheit war interessanterweise kein alter Stein mehr auf dem anderen gestanden. Nur mein Kind habe ich aus dieser Zeit noch übrig. Und natürlich meine wenigen Freunde, bis auf einen.
Aber ich habe auch "ganz automatisch" eins zwei neue Freunde (wirkliche Freunde - keine Bekanntschaften) gemacht.
Am Anfang der Nüchternheit dachte ich auch erstmal "huii.... was wollen die denn alle von mir - ich schütt doch jetzt nicht mein Haarwasser innen Gulli.... DIE übertreiben aber... tz tz tz)
Nur habe ich innerhalb kürzester Zeit aufgehört mich wie ein Brülläffchen zu benehmen hier, sondern habe einfach zugehört und Stück für Stück ging alles seinen guten Weg.
Und das ich ein Brülläffchen war, kann ein jeder hier gerne nochmal nachlesen 
Wenn Du wirklich auf Dauer nüchtern leben willst, dann wird das auch Dein Weg sein.... er stellt sich mit der Zeit fast automatisch so ein ;o)
Liebe Grüße
ClaudiA
P.S. Es gibt im Übrigen eine Sache, auf die ich tatsächlich VERZICHTE, obwohl ich diese Sache sehr gerne wieder machen würde. Aber ich tue es um mein Leben willen nicht. Und ich bin froh um diese meine Vernunft....