Yo Koko,
nachdem ich ja freigestellt bin von meiner Firma, weil die eben nicht mehr existiert, kann ich mir den Luxus leisten, mich bis spät in die Nacht rumzutreiben... bin unter anderem grad dabei, mir einen neuen Job zu suchen.
Koko... ich bin ein Frustfresser (nix gewesen.. is wohl wie beim Alki... kann ich nur stoppen... diese Krankheit...weil ja auch irgendwie Sucht...). So richtig bewußt war mir das eigentlich nie... kam erst vor ein paar Monaten so richtig hoch, der Gedanke. Vorher dachte ich einfach, ich ess halt zuuu gerne... und eben zu ungesund.
Mit der Sauferei und dem Lernen über meine Alkoholkrankeit habe ich aber heftig viele Parallelen gesehen. Als ich letztes Jahr im Juni den Alkohol endlich sein lassen konnte, da rutschte dann das Essen noch mehr in den Vordergrund. Und als ich dann noch lesen durfte - Freude Freude - das es "normal" ist, dann erstmal einen Heisshunger auf z.B. Süsses zu entwickeln... na - das war irgendwie so eine Art Freiflugschein für mich, mich eben noch mehr zu mästen. Die ersten vier Monate meiner Nüchternheit waren also eine reine Suchtverlagerung und ich habe in dieser Zeit noch einmal gute 12 kg an Gewicht zugelegt. Ich stand bei 123 kg....
Ein Urlaubsfoto hat mir dann die Augen geöffnet. Und als nächstes der Gedanke, daß ich zwar nun nicht mehr am Alkohol sterben werde, dafür aber an Verfettung. Wollte ich das? Hätt ich auch weiter saufen können...
... Und das Problem mit dem Essen ist ja, daß ich das nicht einfach aus meinem Leben streichen kann, sondern einen vernünftigen Umgang damit erlernen musste. Und es ist wie beim Alkohol - nur trinken aufhören reicht nicht. Ich muß schon mehr ändern. Beim Essen - "nur" eine Diät bringt´s nicht - ich muß schon mehr ändern.
Also bin ich die nächste Baustelle eben angegangen. War zwei Monate bei den WW´s ...online... und habe gelesen... und gelernt. Und wie beim Alkohol war es zuerst ein Machtkampf. Ich habe zwar kapituliert bei beiden, aber der Verzicht war noch groß anfangs. Und genauso, wie ich gelernt habe, den Alkohol aus meinem Leben zu verbannen, habe ich auch gelernt, wie ich mich vernünftig und nicht minder lecker ernähren kann. Und glaube mir - ich habe auch oft dran gedacht mir den Finger in den Hals zu stecken nach mancher Fressattacke... Nur war mir auch bewußt, daß ich mich von einer Sch... in die nächste manövrieren würde damit....
Mittlerweile isses 10 Monate her, daß ich meine Ernährung umgestellt habe. Wenn ich essen möchte, dann frage ich mich für gewöhnlich zuerst, WARUM. Habe ich wirklich Hunger, oder bin ich gefrustet, einsam, gelangweilt etc.... Wenn´s wirklich Hunger ist, dann ist die nächste Überlegung, WAS esse ich. Sind es die anderen Gründe, dann überlege ich, was ich stattdessen machen kann. Forum, telefonieren, rausgehen, schwimmen gehen, einen Liter Wasser trinken....
Nach wie vor esse ich auch manchmal "ungesundes" Zeug, und das geniess ich auch, denn ich esse es BEWUSST. Und übrigens, nach so ca. 3 Monaten hörten die Verzichtsgefühle in puncto Essen auch wieder auf. Mittlerweile kannst mich an ein Buffett stellen und ich wähle für gewöhnlich schon automatisch die Sachen aus, die mir nicht schaden - Ausnahmen wie gesagt bestätigen die Regel. Und hey - bis zum heutigen Tag habe ich nun ca. 35 kg abgenommen. Glaube mir - ich hätte das NIE für möglich gehalten.
Es ist der helle Wahnsinn, was für Macht in uns steckt, wenn wir nur wollen!!!!!
Vielleicht hilft Dir das ja zu wissen... und ich habe mich bisher - grad was das Essen anbelangt - für einen seeehr willensschwachen Menschen gehalten.... 
Schlaf schön... und auch Dir DANKE für den Knuddler... nehm ich gerne ;o))
Liebe Grüße Dir
Claudia
Und ja... der Weg ist lang... aber auch sehr interessant und nicht unbedingt immer negativ. Kommt wohl sicherlich auch viel auf die innere Einstellung an...