Beiträge von Steffi1301

    Hey Caro!

    Ich seh's wie Nelly. Eigentlich wundert's mich überhaupt nicht, wenn jemand sagt "Ja, mein Vater/Mutter/Opa/Oma/Tante/Onkel etc. trinkt auch". Ich glaub, für mich ist das mittlerweile was völlig Normales geworden. Nichts desto trotz ist es schlimm, und jeder Mensch tut mir leid, der mit einem Alkoholiker zusammenleben muss, aber im Prinzip muss man es sehen wie es ist: Alkoholabhängigkeit ist nun mal ein verdammt weit verbreitete Krankheit.

    So, ich hätt gern noch mehr geschrieben, aber das Telefon nervt mal wieder ununterbrochen und jetzt muss ich auch noch weg...

    Aber was ich noch sagen wollte: Dass du deinen Kleinen trotzdem zu deinen Schwiegereltern gibst, find ich unter den Bedinungen gar net so bedenklich. Bisher ist doch noch nichts passiert, oder? Solang sich dein Schwiegervater noch an die Regeln hält, find ich das in Ordnung, vor allem weil es ihm vielleicht auch ein Stück weit hilft. Und: Du hast auf jeden Fall echte Größe gezeigt, dass du dich mit deinen Schwiegereltern wieder vertragen hast, nach all dem was die da verzapft haben! Respekt dafür!

    Einen schönen Abend noch,

    Steffi

    Hallo!

    Ich hab im Moment leider wenig Zeit zum Lesen und Schreiben, aber ich hoff, dass ich das im Lauf der Woche auch noch mal hinbekomme.

    Heute musst ich erst mal ein paar Texte für die Uni lesen, gestern hab ich ein bisschen Sport getrieben (ich versuch's auch weiterhin, das durchzuhalten), und heut hab ich mich mal an Yoga versucht. Meine Güte, das ist ja hart. Also, bis zum Ende kann ich die wenigsten Übungen ausführen, so anstrengend ist das.

    Dann wollt ich mich vorhin zum ersten Mal für heut etwas entspannen, hab L Word geguckt und mir die Nägel gemacht, da klopft's auf einmal an meiner Tür. Meine Schwester kommt rein, hält sich die Hände vor's Gesicht. Da dacht ich schon, es wär irgendwas passiert, sie hätt sich weh getan, Nasenbluten, Zahn ausgeschlagen oder was auch immer. Aber dann seh ich, dass sie total aufgelöst und am Heulen ist. Dann hat sie erst mal erzählt. Hat wohl durch Zufall gesehen, wie mein Vater aus der Garage gefahren ist und eine Bierdose dabei hatte. Wir wussten ja schon länger, dass er wieder trinkt, aber sie hatte es noch net selbst gesehen und wahrscheinlich irgendwo immer noch an ein Wunder geglaubt, nämlich, dass alles nur ein Irrtum war und er gar net trinkt. Vielleicht hat sie es auch net sehen wollen, jedenfalls war sie völlig fertig. Hab sie dann erst mal getröstet, einfach in den Arm genommen. Und dann hab ich nen Entschluss gefasst. Bin zum Telefon gegangen, hab die Polizei angerufen und meinen Vater gemeldet. Der Beamte war auch eigentlich ganz nett, schien immerhin zu wissen, dass Alkoholabhängigkeit eine Krankheit ist, war ganz einfühlsam. Aber mehr schien er dann auch wieder net zu wissen, sagte mir, wir sollten uns drum kümmern, dass mein Vater wieder "gesund" würde, so nach dem Motto, sollten ihm helfen und so. Aber ich hatt dann auch net das Zeug dazu, dem Beamten mal zu erklären, dass er die Sachlage da ein bisschen verkennt, hätte sonst auch bestimmt anfangen müssen zu heulen. War schon eine komische Situation, seinen eigenen Vater bei der Polizei zu verpetzen. Meine Schwester hatte dann auch ein schlechtes Gewissen, aber ich hab ihr erklärt, dass wir das tun mussten, und dass ich das bei jedem anderen auch gemacht hätte, also warum nicht auch beim eigenen Vater?! Ich hab versucht, ihr ein bisschen Mut zu machen, zu sagen, sie soll sich distanzieren, auch sehen, dass er doch oft kein richtiger Vater war, dass wir ihm nur helfen können, wenn wir ihn allein lassen. Aber ich fühlte mich trotzdem total hilflos, weil ich auch weiß, wie bescheuert sich das erst mal anhört. Ich meine, sie ist gerade mal 15. Ich glaub zwar schon, dass sie prinzipiell versteht, was ich meine, aber ich glaub, sie hängt noch viel mehr am Vater als ich. Grauenhaft, sie so sehen zu müssen. Na, zum Glück fängt sie jetzt auch ne Therapie an, ich hoffe, dass ihr das hilft.

    Jetzt kommt mein Vater schon seit 1 1/2 Stunden net Heim. Naja, aber das muss net unbedingt damit zu tun haben, dass er evtl. erwischt wurde, sondern er fährt ja auch einfach mal so lang durch die Gegend, um genügend trinken zu können. Auf der einen Seite hoff ich natürlich, dass sie ihn mal erwischen, aber auf der anderen Seite hängt natürlich auch irgendwo unsere Existenz dran. So leicht kann man ihn als Beamten zwar net feuern, aber ein Alkoholiker bei ner Krankenversicherung ist schon pure Ironie...

    Meine Schwester hat auch voll Angst, dass mein Vater irgendwann sterben könnte, wohingegen ich eher so weit bin, zu sagen "Na, dann wär's endlich vorbei". Klar, wäre ich auch erst mal fertig, aber im Prinzip hat er's dann selbst so gewollt. Meine Güte, für einen Außenstehenden, der nix mit Alkis zu tun hat, muss das voll heftig klingen, aber warum soll ich was vorheucheln, was net so ist?

    So, ich werd trotzdem versuchen, mir noch einen schönen Sonntag zu machen. Will nachher zu meinem Freund, aber dafür muss ich jetzt erst mal sehen, wo ich ein Auto herbekomme... Sonntags sind irgendwie immer alle ausgeflogen.

    Macht's mal schön gut, ich hoffe, euer Sonntag sah ein bisschen besser aus als meiner. Bis ganz bald,

    Steffi

    Hey anna!

    Interessant, wie ähnlich wir uns doch manchmal sind... Ich hatte auch eine ganze Zeit lang ein großes Problem damit, meinen Freund trinken zu sehen. Noch viel schlimmer war es dann natürlich, wenn er angetrunken oder gar betrunken war. Ich hab ihn gehasst. Ich hab ihn genau so gehasst, wie meinen Vater. Ich hab glaub ich noch nie so darüber geredet. Ich finde, man hat ja dann auch Angst davor, dass jemand sagt, "ja, dein Freund hat ein Problem...". Jedenfalls hab ich mir dann mal klar gemacht, warum wir eigentlich jedes Mal Stress bekamen, wenn ich ihn trinken sah. Jeder andere Mensch konnte sich in meiner Gegenwart ins Delirium trinken, ohne dass es mir was ausgemacht hätte, nur mein Freund nicht. Und mein Vater. Ich glaub einfach, dass ich so einen Schiss davor hab so zu enden,wie meine Mutter, dass ich da überreagiert hab. Ich glaube, ich habe die negativen Gefühle, den Hass und die Wut, die ich für meinen betrunkenen Vater emfpunden habe, dann auf meinen Freund projiziert.

    Ich muss sagen, mein Freund trinkt wirklich viel. Wenn er trinkt. In letzter Zeit kommt es immer wieder vor, dass er mit Freunden zusammensitzt und dabei gar nichts getrunken wird, oder er einfach mal einen Freitag Abend völlig allein verbringt. Das macht mir schon Mut. Die Sache ist nur die, dass ich halt in einer Gegend Deutschlands wohne, wo generell sehr viel getrunken wird. Unsere Region - hab ich schon mal irgendwo geschrieben - hatte mal mit den höchsten Bierverbrauch pro Kopf in Deutschland. Ich glaub, wir waren mal Platz 1, aber da bin ich nicht sicher, den haben ja eigentlich immer die Bayern ;-). Naja, jedenfalls ist es schwer, hier überhaupt jemanden kennen zu lernen, der nicht trinkt, oder zumindest nicht viel.

    Ich kann deine Angst absolut nachvollziehen und ich glaube, es wäre vielleicht nicht schlecht, wenn dein Mann wirklich etwas weniger trinken würde. Nicht wegen einer möglichen Sucht, sondern einfach dir zuliebe. Auf der anderen Seite müssen wir Kinder natürlich auch damit umgehen können, dass Menschen in unserer Umgebung trinken, vielleicht auch Menschen, die uns sehr nahe stehen. Es ist nun mal völlig normal in unserer Gesellschaft, dass Alkohol getrunken wird.

    Ich hab mir einfach immer wieder gesagt, dass es ja rein gar nichts mit mir zu tun hat, wenn mein Freund trinkt. Das ist kein persönlicher Angriff gegen mich und auch gar nicht böse gemeint. Er trinkt, weil er will, weil es ihm Spaß macht... Ist auch egal. Jedenfalls hab ich mir gedacht, solang unsere Beziehung nicht darunter leidet, kann ich damit umgehen. Und das funktioniert auch. Es gab mal zwei Situationen, wo ich mich schlecht behandelt gefühlt habe, als er getrunken hatte. Und da gab es auch eine ganz schöne Auseinandersetzung und ich hab ihm ganz klar gemacht, dass das jetzt seine letzte Chance ist, dass ich da nun mal empfindlich bin, und ein drittes Mal nicht drin ist. Das hat er auch verstanden und seitdem läuft es super.

    Du sagst ja auch, dass dein Mann da gute Einschätzungen hat, was eine Alkoholabhängigkeit angeht. Und er bekommt bestimmt mit, wie es dir geht, er will dich doch nicht verletzen, er liebt dich doch. Was wir uns auch immer wieder vor Augen halten müssen: Unsere Partner sind NICHT unsere Väter! Wir haben nun mal schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht, aber deshalb sind nicht gleich alle schlecht. Mir hat es auch geholfen, meinen Freund dann eher mit meinem Großvater zu vergleichen als mit meinem Vater. Der hat nämlich auch schon mal gern und viel getrunken, aber meine Oma, die stand für ihn über allem, seine ganze Familie, die war das Wichtigste für ihn.

    Es ist sehr schwer, so etwas zu sehen, vor allem weil es eine Gratwanderung ist. Was ist noch "normal" und was nicht mehr? Das kann uns niemand beantworten, aber ich hoffe, ich konnte dir vielleicht ein bisschen weiterhelfen oder zumindest Mut machen, weil ich mir vorstellen kann, wie du dich fühlst.

    Schade, dass ihr mit eurem Umzug noch ein Weilchen warten müsst. Aber wenn dich der Kleine schon so für sich beansprucht, dann ist es wahrscheinlich das Beste. Sorg doch einfach dafür, dass du zu Hause relativ gut entspannen kannst, eine angenehme Atmosphäre um dich hast und ich glaub, dann ist das auch alles gar kein Ding ;-). Na, aber der Krümel scheint ja ein richtig Aufgeweckter zu werden. Da freust du dich doch bestimmt, oder?

    Alles Liebe,

    Steffi

    Hallo Caro!

    Ich kenn deinen Mann ja auch nicht, und trotzdem bist du nett! Siehste? Jeder Mensch ist doch liebenswert. Aber ich weiß natürlich, was du meinst. Sich wirklich zu öffnen ist verdammt schwer. Das kann ich auch nur ganz selten, selbst bei meiner besten Freundin. Da werf ich dann halt mal ein bisschen was ein, was mich gerade beschäftigt, aber dann wechsel ich wieder das Thema, weil es mir unangenehm ist, nur über mich zu sprechen. Irgendwie bescheuert, schließlich sollten wir uns ja selbst wichtig nehmen. Ich kann auch viel von meinem Tag erzählen, oder so. Aber nur selten von den Dingen, die mich wirklich beschäftigen.

    Ich finde es jedenfalls super, dass du jetzt auch eigene Freundschaften aufbauen willst, das hilft dir bestimmt sehr. Ist wahrscheinlich gar nicht so einfach am Anfang, ich finde es immer sehr schwer, neue Freunde zu finden. Aber das kommt wahrscheinlich daher, dass wir Kinder nur sehr schwer vertrauen können, wie du ja auch schon gesagt hast. NAja, aber Freunde sind wichtig und das wirst du wohl auch schon merken. Und wie summerdream schon meinte, sind dann auch die Freiräume in der Beziehung sehr wichtig. Och, aber das freut mich richtig für dich, dass es dir im Moment so gut geht!

    Ein schönes Restwochenende noch, lass es dir auch weiterhin gut gehen!

    Steffi

    Hallo ihr alle!

    Danke für die Monologunterbrechung, war ja gestern ganz schön was los hier ;-). Da fang ich mal ganz von vorne an:

    Caro : Ja, ist wahrscheinlich so, dass man sich um mich nie wirklich sorgen musste. Ich hab früher schon viel Mist gemacht, aber das hat nie jemand von meinen Eltern mitbekommen. In der Schule war ich ja schließlich immer gut, das wurde dann auch irgendwann von mir erwartet. Ich fand es schon immer unfair, wenn bei meinen Geschwistern ein riesen Trara gemacht wurde, nur weil sie mal eine zwei hatten. Bei mir war das halt normal, auf die Schulter geklopft und fertig.

    Ich hab bisher nicht mit meiner Mutter geredet. Ich kann so was nicht. Ja, ich weiß, ich beschwer mich, aber sie kann nichts ändern, wenn sie nicht weiß, was sie falsch macht. Problem ist nur, ich kann ihr nur immer Vorwürfe machen, wenn ich grad eh sauer bin oder werde, aber ich hab mich noch nie wirklich ruhig mit ihr an einen Tisch gesetzt und über irgendetwas geredet, was sie falsch macht. Ich hab da eine riesige Hemmung vor und weiß gar nicht warum. Aber wahrscheinlich muss ich mich da überwinden. Wenn das nächste Mal eine Situation kommt, wo ich mich ungerecht behandelt fühle, dann werde ich es ihr sagen. Aber wie schon gesagt, ich glaube, sie merkt es langsam selbst und ich schau einfach erst mal, wie es weitergeht.

    Im Nachhinein weiß ich, klar, ich hätte aus dem Raum gehen können, als ich wusste, dass mein Vater wieder getrunken hat. Ich hätte auch einfach den ganzen Abwasch stehen lassen. Niemand hat gesagt, dass ich das alles allein machen muss, oder dass ich das überhaupt machen muss. Aber das ist nun mal dieses Gefühl, verpflichtet zu sein. Ich hab dann immer meine Mutter vor Augen, wie sie nach Hause kommt, diesen Berg auf der Spüle sieht und sauer und total enttäuscht ist. Tja, eigentlich hätt ich gehen können, aber ich hab mich halt mal wieder verpflichtet gefühlt.

    @ Anna: Wirklich distanziert und abgeklärt bin ich absolut nicht, und schon gar nicht perfekt. War ich auch nie. Es kann nur sein, dass ich mich in dem was ich schreibe, immer so in die Richtung versteife, weil es unbedingt schaffen will. Ich WILL mich einfach distanzieren und deshalb hattest du vielleicht so einen Eindruck von mir. Ich weiß nur gar nicht warum...?! Du bist mir aber auf keinen Fall zu nahe getreten. Aber von der Distanz und der Abgeklärtheit, die ich mir wünschen würde, bin ich noch weit entfernt. An manchen Tagen klappt es ganz gut, aber dann steht man einmal mit dem falschen Fuß auf, und schon ist alles wieder im A..., dann bin ich wieder das kleine, hässliche Mädchen, das sich am liebsten in eine ganz tiefe, dunkle Höhle flüchten würde.

    @ summerdream: Was die Sache mit dem neuen Freund angeht, da hab ich glaub ich wirklich überreagiert. Ich sollte mir auch nicht anmaßen irgendwie entscheiden zu können, was von dem jetzt wahr ist, was er erzählt, vor allem weil es wahrscheinlich echt eine harte Erfahrung ist, wenn die eigene Freundin stirbt. Er kommt mir zwar teilweise ein bisschen komisch vor, aber das ist nicht mein Problem und ich sollte es wohl auch nicht dazu machen. Ich sollt meiner Freundin wahrscheinlich einfach mal vertrauen, dass sie sich doch jemand Vernünftigen ausgesucht hat. Wenn's allerdings zu krasseren Aktionen kommen sollte, dann denk ich noch mal drüber nach.

    Naja, von meinem Freund war ich gestern wirklich arg enttäuscht. Ich wusst gar net, was ich der Situation sagen sollte. Naja, heut ist er erst mal weg auf einem Konzert, mal sehen, in welchem Zustand er morgen wieder heim kommt, dann überleg ich mir mal, ob ich dann zu ihm fahre :? .

    Der gestrige Abend war dann eigentlich doch noch ganz nett. Der Neue war nämlich doch nicht dabei, dafür ist die andere Freundin von mir noch mitgekommen. Kim ist dann schon früher heim, weil ihr Neuer ihr geschrieben hatte, dass er mit den Eltern in der Küche sitzt, und davon wollte sie ihn erlösen (ihre Mutter ist ja auch Alkoholikerin, und ihr Vater ist auch immer recht gut dabei...). Also saß ich dann mit der anderen Freundin noch eine ganze Weile zusammen und das war dann doch eigentlich recht schön.

    Naja, aber irgendwie komm ich momentan aus den Aufregern auch net raus. Manchmal kann ich verstehen, warum mein Vater säuft. Das soll sich jetzt net blöd anhören, es gibt sicher bessere und effektivere Problemlösungen, aber naja, ich erzähl erst mal:
    Mein Vater renoviert ja das alte Wohnzimmer. Und mein Opa kann natürlich net anders, als sich einzumischen. Aber ich hasse diese unterwürfige Art meines Opas, ich mag meinen Opa die meiste Zeit echt nicht leiden. Kann ich nichts für, er ist immer so unterwürfig und kriegt die Zähne nicht auseinander, wenn er was will, muss sich aber immer in alles einmischen und das nervt tierisch. Die letzten Tage rennt mein Opa dann die ganze Zeit schon immer in unserer Wohnung rum und schaut, wie es aussieht. Normalerweise läuft er nie freiwillig so oft Treppe. Naja... dann steht er im Wohnzimmer rum und schaut meinem Vater über die Schulter. Mehr macht er nicht. Vor ein paar Tagen hat er gesagt: "Ich kann euch aber net beim Renovieren helfen, das kann ich wirklich net mehr", ist ja auch kein Problem, immerhin ist der Mann 81. So, heute allerdings muss mein Vater mit meinem Bruder zum Fußball. Was macht mein Opa? Sobald mein Vater in der Dusche stand, fing mein Opa an, im Wohnzimmer rumzuhämmern, schimpfte, was mein Vater wieder alles falsch gemacht hat und so weiter und so weiter. Mein Vater hat das im Bad auch irgendwann mit gekriegt und es gab nur einen riesig lauten Schrei. Aber sonst macht er nichts. Er sagt seinem Vater nicht mal die Meinung oder so was. Es ist schließlich UNSER Wohnzimmer, hat der Mann gar nichts zu suchen. Tja... mein Vater geht solchen Sachen eben lieber aus dem Weg.

    Ich denke auch, dass er sonst ein schlechtes Gewissen hätte. Denn auch die Renovierung will mal wieder mein Opa bezahlen. Klar, muss ja auch gleich im großen Stil renoviert werden, Laminat gekauft, obwohl PVC auch gereicht hätte, aber das Geld hat mein Vater ja einfach nicht. Und dann macht mein Opa das eben. Der hat meinem Vater sein halbes Leben bezahlt, inklusive Scheidung von der ersten Frau, Umbau etc. Das ist echt eine sch... Situation. Das allerbeste wäre gewesen, wenn wir nicht im Haus meiner Großeltern geblieben wären, sondern uns was eigenes gesucht hätten. Mein Opa hat schon in der Erziehung so viel Mist gebaut und heut macht er immer noch weiter damit. Aber mein Vater wehrt sich ja auch nicht. Naja, ich weiß, ich kann daran nichts machen. Ich hab meinem Vater gesagt, er soll einfach mal ins Wohnzimmer stürmen und ausrasten. Aber das macht er nicht. Der lässt einfach alles still über sich ergehen und frisst alles in sich rein. Dann trinkt er lieber ein Bier drauf... Tja, das ist traurig aber wahr. Hat einfach gut getan, das alles mal aufzuschreiben. Vorhin hätt ich mir nämlich am Liebsten echt irgendeinen Stock gepackt und den meinem Opa um die Ohren gehauen. Aber weder meine Mutter noch ich können da irgendwas machen. Wenn jemand was sagen sollte, dann mein Vater.

    Ach, summerdream... Hab jetzt endlich den Pilot zu L-Word geguckt. Also, ich muss sagen, bisher gefällt mir die Serie schon ganz gut. Wenn es um Jenny geht, bekomm ich irgendwie immer Beklemmungen. Ich hab keine Ahnung warum. Hat wahrscheinlich mal wieder irgendwas mit dem Selbstwertgefühl zu tun. Schon krass, dass sich das sogar bei einer einfachen Serie bemerkbar macht... Naja, aber am Interessantesten finde ich bisher Shane. Ich mag ihren Stil einfach und sie ist irgendwie... cool. Bette und Tina mag ich auch ganz gern. Aber da muss ich gleich mal weiterschauen um mir da eine tiefergehende Meinung bilden zu können ;-). Macht jedenfalls Spaß, die Serie.

    So, ein schönes Wochenende euch allen...

    Steffi

    Zum vierten Mal:

    Meine Mutter hat mir was mitgebracht. Einen Edelstein, der gegen Depressionen helfen soll und bewirkt, dass man das Leben leichter nimmt und sich nicht mehr so viele Sorgen macht. Das war wirklich lieb von ihr, bin richtig gerührt. Leider weiß sie nicht mehr, wie der Stein heißt, ich googel es mal nach.

    Ach herrje, jetzt schreib ich schon zum dritten Mal hintereinander hier rein, aber es muss heut schon wieder sein.

    Ich liebe dieses nette Sprichwort, manchmal ist man die Statue und manchmal die Taube. ICH war heut jedenfalls nicht die Taube...

    Okay... von vorne:

    Meine Schwester hat ja seit Ewigkeiten Kopfschmerzen und das tut mir ja auch sehr leid, ich würd ihr gern helfen, aber ich kann nicht und natürlich mach ich mir auch Sorgen und alles. Aber es nervt mich, dass dadurch der Rest völlig vernachlässigt wird. Ich komm von meinem ersten Uni-Tag letzte Woche und werd nicht mal gefragt, wie es war. Nein, erst mal muss mir erzählt werden, was wieder mit meiner Schwester war, bei welchen Ärzten was rausgekommen ist und wie blöd das doch alles ist. Weiß ich doch selbst. Aber kann meine Mutter nicht mal fragen, wie es MIR ergangen ist? Ich bin schließlich auch ihr Kind... Manchmal denke ich, sie weiß, dass sie meinen Bruder und mich momentan vernachlässigt. Vor ein paar Tagen wollt ich Schokolade haben, jetzt ist auf einmal der ganze Schrank voll ;-). Naja, aber das reicht nicht. Sie sagt immer, ich soll zu ihr kommen, wenn ich reden will, aber sie hört mir ja nicht zu, wenn sie überhaupt Zeit hat. Aber da kann ich wohl nichts machen. Mir macht es auch gar nicht sooo viel aus. Viel schlimmer find ich, dass mein Bruder halt vernachlässigt wird. Er ist halt der Jüngste und erfährt eh nicht die Erziehung, die er vielleicht haben sollte, aber bei ihm hab ich insgesamt immer das Gefühl, dass er das vergessene Kind ist. Hab ich ja auch schon mal gesagt. Aber ich kann nicht mehr tun, als mich ein wenig um ihn kümmern. Allerdings nur ein klein wenig, denn so viel Zeit hab ich auch nicht. Er soll halt merken, dass er auch liebenswert ist und angenommen wird. Aber ich kann ihm nicht geben, was meine Eltern ihm hätten geben sollen und immer noch geben sollten.

    Naja, jedenfalls musste meine Mutter mit meiner Schwester heut wieder zu den verschiedensten Ärzten (die Details, die ich mir vorhin anhören musste, erspar ich euch). So, nachdem ich dann mein Zimmer, Bad, obere Etage alles sauber gemacht hatte, musste ich dann auch noch dafür sorgen, dass der Rest der Familie was Warmes zum Essen hat. Mein Vater hat noch im Wohnzimmer gearbeitet, wollte dann aber "mal kurz weg". War ja klar. Mein Freund ist dann zum Essen gekommen, mein Vater war noch nicht da. Der kam natürlich erst, als wir schon fertig waren und hatte ne Bierfahne. Leider konnte ich nicht einfach aus dem Zimmer gehen, weil ich mich ja noch um die Küche kümmern musste. Und heute konnt ich das wirklich gar nicht gut wegstecken, dass er schon wieder getrunken hat. Ich HASSE einfach das Verhalten, das er dann an den Tag legt. Heut hat es sogar mein Freund gemerkt. Naja, jedenfalls musst ich dann noch spülen (ich plädiere seit Jahren für eine Spülmaschine). Und da sich alle anderen mal wieder schön aus dem Staub gemacht haben und es ziemlich viel war, hab ich meinen Freund gefragt, ob er nicht helfen könne. "Nein, ich kann das nicht haben. Ich hasse spülen, da wird mir schlecht von". Danke. Stattdessen saß er dann am Küchentisch und hat mir zugeguckt. Das war dann Nummer 2. Dann ist mir auch noch ein volles Wasserglas abgerutscht, auf den Fliesenboden und KRACH! Ganze Küche voller Wasser und mikroskopisch kleiner Scherben. Da bin ich dann ausgerastet, hab die Spülbürste durch die Gegend geworfen (und dabei auch kaputt gemacht) und bin rausgelaufen. Irgendwann bin ich dann wieder rein, mein Freund in gemeinschaftlicher Arbeit mit meinem Vater dabei, die Küche in Ordnung zu bringen. Dann durft ich noch 20 Minuten - natürlich allein - spülen. Fantastisch. Da war ich echt bedient. Hab meinem Freund gesagt, er soll den nächsten Zug nach Hause nehmen, ich hatte echt die Schnauze voll. Dieses Macho-Verhalten hat mich wirklich aufgeregt, das hätte ich NIE von ihm erwartet. Aber er kriegt angeblich das Kotzen, wenn er einen Schwamm oder so was nur Anfassen muss. Naja, war mal wieder ein Tag zum Mäuse melken. Ich sollte ihn vielleicht einfach abhaken, wenn ich nicht den Verdacht hätte, dass es nicht mehr besser wird. Freu mich schon tierisch auf den gemeinsamen Abend mit meiner besten Freundin und ihrem Psychopathen (wie ich ihn ab jetzt liebevoll nenne...). Hab noch eine andere Freundin eingeladen, aber die hat noch nicht geantwortet. Und mein Freund hatte natürlich auch keinen Bock, sich da mit denen hinzusetzen. ARGH! So ein SCH... Tag und keine Aussicht auf Besserung. Ich hab diese Woche nicht mal Zeitungstermine, das heißt nächsten Monat sieht es ganz schön mau aus mit dem Geld... Grauenhaft. Einfach grauenhaft. So, ich werd mich jetzt wieder abreagieren. Ihr hattet wahrscheinlich einen tierischen Spaß beim Lesen. Achtung, Ironiemonster!

    Trotzdem ein schönes Wochenende. Das wünsch ich euch wirklich!!

    Steffi

    Hey Caro!

    Schön, dass dir die SHG so sehr hilft. Ich kann mir vorstellen, wie gut das tut, einfach mal über wirklich alles reden zu können und ein Feedback zu bekommen, mal Positives zu hören, wo man doch sonst immer nur runter gemacht wird. Was die alte Dame da gesagt hat, find ich wirklich toll. Das sollte man sich auf jeden Fall merken. Da werd ich glatt ein bisschen neidisch. Bei mir in der Nähe gibt es ja keine SHG (mehr) für Angehörige, und schon gar nicht für Kinder. Aber dafür hab ich ja hier das Forum. Obwohl ich hier niemanden wirklich kenne, steht ihr mir so nah... Das ist schon toll.

    Die AA-Termine sind wahrscheinlich aus gutem Grund nicht in der Tageszeitung aufgeführt. Ich hab mal ein Gespräch mitbekommen, da sagte eine Frau: "Im Kirchenblättchen stehen immer die Treffen für die Anonymen Alkoholiker drin. Da würd ich ja zu gern mal vorbeifahren und gucken wer DA steht...". Bah, da hatte ich wieder eine Wut in mir, als ich das gehört hab. Aber ich denke, das ist eben der Grund, warum es nicht so öffentlich ausgetragen wird. Aber du hast wenigstens einen Weg gefunden, an die Termine zu kommen, das ist ja schon mal gut.

    Ich wünsche dir ein schönes und erholsames Wochenende.

    Steffi

    Hallo!

    Dass deiner Mutter das Thema Alkohol sehr unangenehm ist und sie nicht wirklich darüber sprechen will, werte ich eher als ein schlechtes Zeichen. Aber da verhalten sich Alkoholiker nun mal auch unterschiedlich. Die einen blocken einfach ab, wollen nicht darüber reden, gehen aus dem Zimmer, die anderen brausen auf, wieder andere lügen einem die Taschen voll etc. etc., also da gibt es wirklich ganz unterschiedliche Verhaltensweisen.

    Ich finde einen Brief immer ganz gut, weil man sich da wirklich mal alles von der Seele schreiben kann, man wird nicht unterbrochen, muss nicht anfangen zu heulen oder zu schreien oder zu beleidigen und es kommt endlich mal alles an. Die zweite Frage dabei ist allerdings, ob es im Endeffekt WIRKLICH ankommt. Ich will das nicht schlecht reden, aber mein Vater hat die Briefe, die ich ihm geschrieben habe, vielleicht gelesen, aber nie ein Wort darüber verloren. Das wurde einfach alles unter den berühmten Teppich gekehrt. Allerdings gab es hier im Forum mal die Idee, einen Brief zu schreiben und ihn dann vorzulesen. Dann MUSS deine Mutter nämlich reagieren. Wenn du das nicht willst, dann solltest du das mit dem Brief aber auf jeden Fall mal probieren, das ist einfach gut, damit du auch mal was los wirst und deine Mutter wenigstens die Chance hat, zu verstehen. Und vielleicht klappt es bei dir ja dann auch viel besser als bei mir. Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert!

    Ich kann verstehen, dass du froh bist, nicht mehr zu Hause wohnen zu müssen. Ich geh den meisten Streitereien daheim zwar immer aus dem Weg, aber irgendwie werd ich doch immer noch mit reingezogen und das belastet schon arg. Aber es belastet natürlich auch, wenn sich die Gedanken ständig um den Alkoholiker drehen, so wie du es bei dir beschreibst. Das ist nicht gut, dabei verlierst du dein eigenes Leben und machst dich selbst nur fertig. Es ist zwar schwer, aber du musst die Gedanken loslassen. Du kannst mit deiner Mutter reden, ihr einen Brief schreiben, aber wirklich helfen kannst du ihr nicht. Nur sie allein entscheidet, ob sie weiterhin ins Vereinsheim gehen und trinken will oder ob sie sich einschränkt. Ich würd jedenfalls sagen, dass sie auf dem besten Weg ist, abhängig zu werden, wenn sie es noch nicht ist. Das muss nicht der Wahrheit entsprechen, ist aber so meine Einschätzung.

    Ich hoffe, dir geht es in Zukunft etwas besser. Die körperlichen Beschwerden sind sicherlich Teil dieses Stress'. Caro hier im Forum hat da zum Beispiel ähnliche Erfahrungen gemacht und meine Schwester hat seit 9 Monaten Kopfschmerzen, ohne, dass sich das ein Arzt erklären kann. Und das macht es umso wichtiger, dass du an dir arbeitest und dich nicht mehr so sehr um deine Mutter sorgst. Schließlich bist du IHR Kind und nicht anders herum.

    Alles Gute,

    Steffi

    Hallo Marina!

    Das ist doch ein feiner Zug von deiner Kollegin. Und ich bin mir sicher, dass sie es nicht nur gesagt hat, um dich nicht wieder als "heulendes Elend" zu erleben. Hör mal auf mit so was! Warum schämen wir uns denn immer gleich dafür, wenn wir auch mal Schwäche zeigen, wenn es uns auch mal schlecht geht. Wir sind immerhin auch nur Menschen, und da ist das doch völlig normal.

    Hm... Ich hab momentan leider nicht viel Zeit. Aber ich wünsch dir auf jeden Fall alles Gute, viel Kraft und dass dich deine Therapeutin ganz bald zurückruft. Ob die dich auch krank schreiben kann, weiß ich leider nicht.

    So eine Auferstehung wie der Phönix aus der Asche fänd ich auch ganz toll, aber bei mir will's leider nicht so ganz klappen. Es gibt doch immer wieder Phasen, die einen noch mal völlig zurückwerfen. Aber das meistern wir schon, oder ;-)!!!!

    Alles Liebe,

    Steffi

    Es wird noch ein bisschen länger, aber das muss ich los werden.

    Ich glaub, der Typ ist echt komisch.

    Hab grad mit meiner Freundin telefoniert, hab ihr für heut Abend abgesagt (ja, ich kann auch nein sagen), weil ich keine Lust hab, noch zu ihr zu laufen (da sie ja arbeitet und später heim kommt, bin ich immer die, die laufen darf, ist mir jetzt auch mal aufgefallen). Ja, dann erzählt sie mir, dass MORGEN, bei UNSEREM Treffen ihr Neuer auch mal wieder mitkommen will, weil er sowieso noch irgendwas bei ihren Nachbarn machen muss. Hallo? Samstag lässt sie mich schon so easy sitzen, weil sie mit zu ihm will, jetzt soll er Freitag auch noch dabei sein? Konnt ich ihr natürlich mal wieder nicht sagen. Dass ich immer verzichtet hab, um Samstag für sie da zu sein, und jetzt verbringt sie die Wochenenden scheinbar nur noch mit ihm etc etc.

    Aber der Kracher kommt noch:
    Die beiden sind grad 1 1/2 Wochen zusammen (deshalb hab ich auch noch ein bisschen Nachsicht, was das Absagen angeht). Jetzt sagt er ihr, sie soll sich nach Weihnachten frei nehmen, er hätte Urlaub gebucht. Einfach so. Allein das ist ja schon der Wahnsinn. Aber wisst ihr, wohin? Nach Dubai! Und der Typ ist Azubi! Ich fühle mich bestätigt...

    Hallo ihr Beiden!

    Entwickelt sich ja mittlerweile zu einem Dreier hier ;-)!

    Ich hab gestern doch nicht mehr L-Word geguckt. Der Pilot dauert ja doch anderthalb Stunden und ich war gestern einfach zu müde. Aber ich glaub, das hol ich heut nach, morgen hab ich nämlich frei ;-). Ich hab L-Word mal eine Zeit lang geschaut, aber ich weiß net mehr, ob ich das gut fand. Aber ich glaub schon. Lief aber gar nicht so lang, ist wahrscheinlich in Deutschland mal wieder nicht so gut angekommen. Aber wenn ich soweit bin würd ich auch die dritte Staffel mal auf Englisch gucken ;-). Nur ob ich's verstehe ist immer noch die zweite Frage. War zwar immer recht gut in Englisch und studier das ja auch zum Teil, aber bei Filmen versag ich dann doch meistens.

    Ich glaub auch, dass mein Vater ein Spiegeltrinker ist. Richtig betrunken war er früher eh immer nur auf Feiern. Er hat früher schon mehr getrunken als heute, aber betrunken wurde er höchstens mal gegen Abend und das auch nicht immer, wahrscheinlich nur, wenn es akute Probleme gab. Denn die säuft man sich dann ja schön.

    Heut hat er anscheinend auch wieder getrunken. Hatte ja auch fast nichts anderes erwartet, dass das jetzt, wo er frei hat, wieder Überhand gewinnt. Aber wenigstens wird das alte Wohnzimmer trotzdem renoviert. Aber mit nem Schluck Bier (oder auch ein paar mehr) läuft das ja auch viel besser :twisted: . Herrje, bin ich wieder zynisch. Ja, eigentlich hab ich erst gar nicht gemerkt, dass mein Vater getrunken hat. Meine Mutter hat mich mal wieder drauf gebracht. Ging wieder los von wegen "Der hat doch heut auch schon wieder getrunken... war ja klar... hab ihm dann auch direkt das Passende gesagt... blablablablablabla... aber das macht MIR ja nichts aus". Dann hab ich nur ganz ironisch "Klar, Mutter" gesagt, dann war sie wieder fünf Minuten lang beleidigt. Sie will, dass es ihr egal ist, aber das ist es ja nicht. Sonst würd sie ja nicht immer wieder auf ihn reinfallen und ich hör ja den verletzen Ton in ihrer Stimme. Gestern Abend fing sie dann auf einmal an "Ja, soll mir das denn alles egal sein?". Hö? Rafft man das? Natürlich sollte es das. Im Bestfall. Und dann sagt sie "Ich erzähl auch jedem, der es hören will, dass er gar nicht wirklich trocken ist... Zumindest denen, die es net weitererzählen". loooool. Da soll mal einer durchblicken. Ach ja, und dann hat sie noch was ganz schönes gesagt. Meine Schwester erzählt irgendwas aus dem Reli-Unterricht. Da haben sie wohl drüber gesprochen, warum Gott böse Sachen zulässt, Kriege und so weiter. Da meinte meine Mutter: "Kannst den Lehrer ja mal fragen, warum Gott zulässt, dass der Papa säuft". Die Frau ist echt der Knaller. Widerspricht sich von einem Satz zum nächsten.


    Zitat

    du bist au so ne nummer, einerseits soll sie dich wegen deinem vater in ruhe lassen und gleichzeitig möchtest dann doch wieder bescheid wissen Winken da soll sich mal einer auskennen

    Da haste schon Recht. Also, ich würd's so sagen. Ich will net ständig das Gejammere meiner Mutter anhören müssen. Aber irgendwie will ich schon wissen, ob mein Vater wieder trinkt. Einfach ganz nüchtern (nette Wortwahl :shock: ) sagen "er hat wieder" und dann schickt es auch. Nicht noch das ganze Gejammere, Rumgeheule und Geschimpfe dabei. Irgendwie macht sie ihn halt immer noch dafür verantwortlich, dass er trinkt. Ach, manchmal find ich meine Mutter echt beschränkt. Das ist gemein, aber ist wirklich so.

    Ach ja, Mandy... Meine Mutter meinte, sie hätt mich damit net belasten wollen. Im Prinzip ist das ja auch ein netter Zug von ihr. Ich weiß net mal, ob es gut ist, dass ich wissen will, ob er trinkt, aber irgendwie will ich es halt. Das belastet mich ja 100 mal weniger als die Tatsache, dass sie sich ständig bei mir ausgeheult hat. DAS soll sie lassen. Und in Zukunft werd ich wohl mal versuchen müssen, öfter meiner Freundin die Meinung zu sagen. Aber ich bin da so schlecht drin. Ich hab echt immer Angst, dass es eskaliert und ich sie dann verliere. Tjaja... Schwachsinn ist das, ich weiß.

    Hm... da ist noch was. Das gehört nicht wirklich hier her, aber ich glaub, ich brauch da mal ne Meinung von vernünftigen Menschen... Es geht um den neuen Freund meiner Freundin, ich mach's auch ganz kurz. Als wir am Samstag zusammen saßen, hat er halt so ein paar Dinge gesagt und meine Freundin hat was erzählt... 1. Seine Ex-Freundin ist tot. Das tat mir ja auch alles leid und so, aber ich wurde dann doch stutzig. Sie hatte einen Autounfall, als sie 16 war. Lag dann vier Monate im Koma. Alles noch nachvollziehbar. Aber dann wurden angeblich die Maschinen abgestellt. Das find ich dann weniger glaubwürdig. Ganz ehrlich. Ich kenn mich damit nicht aus, aber ich finde es recht unwahrscheinlich, dass bei einer 15- oder 16-Jährigen nach 4 Monaten einfach die Maschinen ausgestellt werden. So weit ich weiß, dürfen das Ärzte doch gar nicht von sich aus tun. Und die Eltern (Mutter hat glaub ich überlebt) dürfen das doch auch nicht entscheiden, weil sie von dem Tod "profitieren" könnten. Das weiß ich von Verwandten von uns. Dann muss doch so ein Vormund bestimmt werden und das zieht sich alles ganz elendig in die Länge. Deshalb fand ich die Story etwas komisch.

    2. Es gibt immer wieder so gruselige Geschichten. Ich weiß net ob ihr das kennt. Eine wurde jedenfalls auch am Samstag wieder aufgewärmt. Mädchen auf ner Feier, hat nen One-Night-Stand mit nem Typ, paar Tage später auf einmal so komische Bauchschmerzen, geht zum Arzt und hat Leichenwürmer an sich, was angeblich nur davon kommen kann, dass der Typ vorher mit ner Leiche... naja, ihr wisst schon. Kennt ihr solche Geschichten? Das ist dann immer dem Freund eines Freundes der Freundin der Cousine etc. etc. passiert. Auf einmal sagt dann Kims Neuer: "Jo, das war meine Großcousine". Und erzählt dann auch mal wieder irgendwelche Details, die ich absolut komisch fand. Vor allem... so eine Geschichte hätte man hundert Pro in der Zeitung gelesen!

    Naja, vielleicht reagier ich da zu voreilig und zu überdreht, aber irgendwie kommt mir das teilweise recht spanisch vor, was der Typ da erzählt. Was meint ihr?

    Oh je, jetzt hab ich schon wieder so viel geschrieben. Wollt ich doch gar nicht.

    Naja, ich wünsch euch allen einen schönen Abend und entspannendes Wochenende, falls ich morgen nicht zum Schreiben komme!

    Steffi

    Hallo Nelly!

    Was die Therapie anbelangt... Warum willst du denn nicht einen Therapeuten in der Stadt aufsuchen, wo du wohnst? Das verstehe ich nicht so ganz. Und in Bezug auf deinen Freund seh ich das so, wie Mandy. Ich glaub, dein Freund würde das doch schon akzeptieren wenn du das machst (hast du ja auch selbst geschrieben) und ich hab dir ja auch schon mal gesagt, dass er bestimmt auch von den positiven Veränderungen profitieren wird. Also, wenn du denkst, dass du eine Therapie machen solltest, dann mach das auch und steh dazu! Ich glaube nicht, dass man sich da für irgendwas schämen muss. Du solltest eher stolz darauf sein, dass du deine Probleme zugibst und etwas daran ändern willst. So sehe ich das.

    Kann verstehen, dass du jetzt ungeduldig bist, wegen des Termins bei deiner Therapeutin. Da bin ich genau so. Wenn ich was in Angriff nehmen, dann soll das am Besten auch schon vorgestern passiert sein, dann will ich da nicht noch Ewigkeiten drauf warten. Aber gut, da müssen wir uns wohl ein wenig in Geduld üben.

    Zitat

    und da will ich mich und meine Probleme nicht überbewerten

    Du weißt schon, dass das mal wieder der ganz falsche Ansatz ist, oder?! Du sollst doch gefälligst dich und deine Probleme wichtig nehmen. Soweit ich weiß haben wir doch nur das eine Leben und dann sollten wir das auch wichtig nehmen und so schön gestalten, wie es eben geht. Und da haben Probleme und die Unterbewertung von Problemen nichts zu suchen!!!

    Das mit deinem Hund ist natürlich sch...! Hast du denn wirklich niemanden, der ihn in die Tierklinik bringen kann? Oder zu einem Tierarzt oder so? Ich mein, du sollst dich ja schließlich auch um dein Studium kümmern, hat doch sogar dein Vater neulich gesagt! Also, warum kann denn niemand anderes mal fahren? Du reißt dir doch schließlich auch die ganze Zeit den A... für deine Familie auf. Warum geht das nicht auch mal umgekehrt?

    Ich wünsch dir jedenfalls auch alles Gute für deine Klausuren. Denk nicht zu viel über zu Hause nach, sondern konzentrier dich lieber auf deine Lernerei, das ist doch erst mal das Wichtigste! Deine Familie kann ihr Leben schon selbst managen. Dein Vater sollte dir keine Vorwürfe machen, aber das weißt du ja auch.

    Alles Liebe,

    Steffi

    Hallo Sonja!

    Ob deine Mutter ein Alkoholproblem hat können wir leider nicht beurteilen. Summerdream hat schon Recht, wenn sie sagt, dass das jeder nur für sich selbst wissen kann. Die meisten Alkoholiker wissen schon irgendwo in sich drin, dass sie ein Alkoholproblem haben, nur das mit dem Eingestehen ist dann so eine Sache. Aber ich bin immer der Meinung, dass es schon ein wichtiges Indiz ist, wenn es die Angehörigen merken und als zu viel und als unangenehm empfinden. Ich kann das nicht genau erklären, aber ich trau den Kindern und Ehepartnern da schon sehr.

    Ich würd dir auch empfehlen, dich mit deiner Mutter mal an einen Tisch zu setzen und mit ihr darüber zu reden, so neutral wie möglich. Natürlich kommen dann immer auch Emotionen hoch, aber die sollte man versuchen unter Kontrolle zu haben, weil Vorwürfe und Drohungen eigentlich nichts bringen und den Alkoholiker wahrscheinlich auch eher davon abbringen, irgendetwas zuzugeben. An meinen Vater komm ich auch immer am Besten ran, wenn ich ihn einfach ganz direkt und normal anspreche, ihn nicht blöd von der Seite anfahre, sondern es einfach auf einer ganz vernünftigen Ebene versuche. Aber vielleicht hast du das ja auch schon selbst versucht. Und ein Brief hilft wirklich sehr, falls du dich einfach nicht traust.

    Lieben Gruß,

    Steffi.

    Hey Caro!

    Mann, das war ja mal wieder eine harte Aktion mit deiner Mutter. Erst denkst du, du kommst gut klar, bist voll gut drauf und dann kommt der Hammerschlag vor'n Kopp.

    Naja, also ich glaub, Alkoholiker haben erst mal was gegen alle, die glauben, dass das Problem bei ihnen liegt. Mein Vater ist ja auch nie schuld. Alkis sind generell nie schuld. Also, was nimmt sich dieser böse Berater denn heraus, deiner Mutter zu widersprechen, anstatt sie zu bemitleiden? Schließlich - meint sie - hat sie das verdient... IAS-Syndrom... Wie Mandy schon gesagt hat. Vielleicht waren die Ansätze deiner Mutter alle ein bisschen ZU gut und so schnell geht es vielleicht eben nicht. Und ich glaub, sie muss dann auch bereit sein, sich da hin zu setzen und zu sagen "Ja, ich hab Sch... gebaut!". Erst dann ist sie bereit für eine Therapie. Würd ich so sehen.

    Aber sie hat sich ja bei dir entschuldigt und dir sogar Blumen mitgebracht, also das hört sich doch alles ganz gut an. Ist schon klar, dass sie da immer wieder in alte Verhaltensmuster fällt, wer würde das nicht?! Ich find ihre Entwicklung schon recht positiv, aber deshalb sollte man nicht gleich wieder darauf anspringen. Und ich glaub, das weißt du ja auch und du hast schon ganz recht mit deiner Meinung. Dass du ihr nicht mehr helfen willst und so weiter. Das find ich schon gut so... Sie muss jetzt erst mal was zeigen, Einsatz zeigen und diese Therapie für SICH machen und zu der AA-Gruppe gehen. Ach, die Therapie macht sie ja jetzt gar nicht mehr, oder hat sie es sich vielleicht doch noch anders überlegt? Naja, vielleicht kommt das ja irgendwann noch dazu.

    Find ich aber gut, dass du so eine positive Entwicklung bei dir sehen kannst. Ich finde, das macht einen schon ein bisschen stolz und froh, wenn man sieht, dass die Arbeit an sich selbst auch Früchte trägt. Das ermuntert einen ja auch zum Weitermachen.

    Ich wünsch dir jedenfalls alles Gute.


    Steffi

    Noch mal kurz.

    Hab grad mit meiner Mutter geredet wegen der Bierdose. Also es war wohl so, dass mein Vater scheinbar die volle Bierdose in seinem Papierkorb versteckt hat, die hat sie "durch Zufall" gefunden. Die ist jetzt natürlich weg. Wahrscheinlich getrunken. Außerdem hat sie dann noch mindestens vier Weinkorken gefunden. Ihr Kommentar: "Ich kontrollier ja sonst nicht, ich wollt nur die Gewissheit haben". Klar, ich kann's ja irgendwo verstehen. Aber ich hasse das, dass sie immer so tut, als würde es ihr nichts ausmachen, dabei stimmt das kein Stück weit.

    Naja, und jetzt zieht's mich doch gerade wieder ein bisschen runter. Aber ich hab das Gefühl, dass mich eher meine Mutter runterzieht, weil sie mich mit ihrem Verhalten so aufregt. Wenn sie auf meine Frage einfach nur geantwortet hätte "Jo, stimmt ich hab ne Dose gefunden" und Ende, dann hätt ich das gar net so empfunden. Aber wenn sie dann wieder mit ihrer ellenlangen Litanei anfängt "Ja, und dann hab ich ihm gesagt... aber MIR macht das nichts mehr aus... ich kann ihm jetzt nicht mehr helfen... blablablabla... ich will ihn ja nicht kontrollieren... mach ich ja eigentlich nicht... mir doch egal". Wer so viele Worte verschwendet, dem ist es bestimmt nicht egal. Und es wäre ein erster Schritt, wenn sie das mal wenigstens zugeben könnte. Aber gut, da kann ich ihr nicht helfen.

    Na, und bei meinem Vater regt mich auch eher auf, dass er uns so gut bescheißen kann. Wann hat er das denn alles getrunken? Naja, aber wie gesagt... ich nehme, was ich kriegen kann, was er mir gibt, aber ich muss mir nichts holen und ich renn ihm auch nicht hinterher. Es tut immer wieder ein bisschen weh, aber immer weniger. Das ist gut.

    So, und jetzt mach ich mir wirklich einen schönen Rest-Abend mit Früchtetee und dem Pilotfilm zu "The L Word" ;-).

    Hallo ihr Lieben!

    Danke für eure netten Antworten. Also, ich fang mal ganz vorne an.

    Montag Abend war ich ja bei Kim. Hab ihr dann auch deutlich gemacht, dass ich mich ein wenig Fehl am Platz gefühl hab am Samstag und sie hat sich dann entschuldigt. Was mach ich? Ich sag "Ach, ist ja net schlimm!". War jawohl schlimm. Also, warum meine ich, ich müsste das dann immer bagatellisieren? Nur um sie nicht zu verletzen oder dazustehen wie eine Zicke oder Streit zu bekommen oder was? Ich weiß doch, dass es mein gutes Recht ist zu sagen, wenn mir was nicht passt. Aber an der Durchsetzung mangelt's noch.

    Dienstag ist dann mal wieder eine Vorlesung ausgefallen, kam mir auch ganz recht, weil es mir eh net so gut ging. Ich hab irgendwie so'n Magen-Darm-Ding, weiß auch net so recht, was das ist.

    Heut ging's dann wieder früh in die Uni, erste Vorlesung war mehr als langweilig. Den letzten Satz kann ich auch für euch noch mal aufschreiben (hab das heut glaub ich schon zehn Mal nachgemacht): "Also... äh... ich äh... wollte äh... die Ver-äh-ver-äh-anstaltung äh... jetzt äh... be-äh.. be-äh... beenden". Ja, so war das. Grauenvoll. Aber das Seminar, das ich danach hatte, war umso besser. Ich musst zwar auf dem Boden sitzen, aber ich hab voll den jungen, netten, motivierten Dozenten und ich glaub, das wird richtig gut. Da hab ich schon gar keine Angst mehr vor der Hausarbeit ;-).

    Ach ja, gestern Abend bin ich dann noch zu meinem Freund gefahren, mit dem Auto von meinem Vater. Da kann ich auch Mandys Frage gleich noch beantworten. Ich wohn ja noch daheim. Ich seh meinen Vater zwar im Normalfall net so oft, aber jetzt wo er frei hat schon, und da hat er sich halt gedacht, wenn ich auch spät in die Uni muss, können wir ja gemeinsam frühstücken. War auch eigentlich ganz schön. Aber zurück zum Auto: Ich hatt ja schon länger den Verdacht, dass er vielleicht wieder trinken könnt, und dann hörte ich beim Fahren auf einmal so ein metallenes Klappern im Auto, wie als wenn er in irgendnem Fach ne Bierdose versteckt hätte. Ich war schon kurz davor nachzusehen, aber ich hab's dann doch net gemacht. Ich hab mir halt gedacht, was hab ich davon, wenn ich jetzt das Auto durchsuche? Schmutzige Finger, verlorene Zeit, und entweder ich finde nichts, dann hat sich alles nicht gelohnt, oder ich finde was, und der Abend mit meinem Freund ist im A... Also, hab ich 's einfach gelassen. Hab einfach nicht mehr dran gedacht.

    Heut hat mir dann meine Schwester erzählt, meine Mutter hätt wieder eine Bierdose bei meinem Varter im Mülleimer gefunden. Angeblich eine volle, also ich raff das noch net so ganz, was da passiert ist. Ich weiß auch nicht, warum meine Mutter mir das nicht erzählt hat, vielleicht wollt sie mich schonen. Ja, eigentlich wollt ich ja nicht mehr, dass meine Mutter mit mir über irgendwelche Probleme redet, aber von ner Bierdose würd ich schon ganz gerne noch erfahren. Aber irgendwie juckt es mich grad gar net. Zumindest nicht besonders viel. Mich interessiert viel mehr, wie meine morgigen Vorlesungen werden ;-). Mein Vater kann machen, was er will. Was er bereit ist mir zu geben, werd ich nehmen, aber ich weiß, dass ich nichts Besonderes von ihm erwarten kann und zuallerletzt kann ich erwarten, dass er sich noch ändert. Ich wunder mich gerade selbst, dass ich da so ruhig bleiben kann... Aber tut richtig gut. Ich kann nur hoffen, dass das so bleibt.

    Ich glaub auch, dass meine anfängliche Arbeitsunlust jetzt langsam überwunden ist. Uni macht eigentlich doch ein bisschen Spaß. Ist zwar auch Arbeit, aber heut hab ich sogar ein Mädchen kennengelernt, mit der ich zusammen in der Grundschule war. Hammer. Bzw. Ich hab sie nicht kennengelernt, das war falsch ausgedrückt. Ich hab sie wiedergesehen, war völlig überrascht, als die auf einmal in meiner Vorlesung auftauchte. Studiert das gleiche wie ich.

    So, jetzt reicht's aber. Will noch gemütlich ein paar Serien gucken (oder nur eine?!) und dann schön schlafen. Morgen geht's schließlich um halb 6 wieder raus :( .

    Ach, summerdream... Mein Vater renoviert eigentlich auch nur, wenn er net trinkt. Vielleicht um sich abzulenken. Wenn er trinkt macht er eigentlich gar nichts. Da kommt er Stunden zu spät von der Arbeit und knallt sich vor den Fernseher oder legt sich direkt ins Bett.

    Gut's Nächtle ;-)!!

    Steffi

    Hey Nelly!

    Da kann ich auch nichts anderes mehr sagen als: NOCH MAL EIN DICKES LOB!!!! Ja, ist schon schwer sich zu einer Therapie durchzuringen. Mein Therapeut macht's mir im Moment aber auch net leicht. 1. hat er ja kaum Termine frei und 2. hat der so blöde Telefonzeiten, wo ich dann eigentlich immer in der Uni bin. Tja, da muss ich wohl mal meine Mutter anhauen, dass sie mir den nächsten Termin besorgt. Anders wird's wohl net gehen. Also, eigentlich ist denk ich mal eine gute Voraussetzung, wenn man überhaupt an die Therapie glaubt und das auch will. Wenn das net gegeben ist, dann bringt eh alles nichts. Aber da du das ja von dir aus machst, ist es ja gegeben und ich denk, da bist du dann schon mal ein ganzes Stück weiter. Außerdem musst du natürlich auch offen für die Ratschläge des Therapeuten sein. Und sympathisch sollte er oder sie auch sein. Meiner ist ein bissl zerstreut aber hier in der Gegend der Beste (deshalb auch die Terminknappheit) und eigentlich auch völlig in Ordnung. Der quatscht dann noch ein bissche mit einem über dies und jenes, wer war denn so in deiner Klasse und so weiter... Das macht die ganze Sache schon etwas angenehmer.

    Was deine Mutter angeht kann ich auch nichts anderes sagen, als das, was ich auch vorher schon gesagt hab. Helfen kannst du ihr leider nicht. Wenn sie die Tabletten schon überall im Haus versteckt, dann hört sich das schon nicht so gut an. Also, für mich ist das schon ein Zeichen dafür, dass da was nicht stimmt. Da hoff ich mal für dich, dass die Ärzte da ein bisschen drauf achten und sich vielleicht auch mal mehr kümmern, als man das normalerweise von Ärzten gewohnt ist. Aber mehr tun kann keiner von uns. Auch du nicht.

    So, ich wünsch dir noch einen schönen Abend und ganz viel Erfolg für die Lernerei.

    Steffi

    Hey Loti!

    Oh je, das würd ich auch gern können. Einfach mal sagen "Bitte, heut Abend brauch ich mal jemanden", aber stattdessen sag ich "Ach, nicht schlimm, wenn du keine Zeit hast". Und dann sitz ich daheim und bin sauer. Sauer auf die Freunde und sauer auf mich selbst.

    So, jetzt muss ich mich mal ein wenig berichtigen. Von wegen Freunde sollten merken, wenn es einem schlecht geht. Blöd ist nur, dass wir unsere Freunde oft nicht merken lassen, dass es uns schlecht geht. Loti, du bist zum Beispiel halt die starke Frau (deshalb auch vorbildlich), die das alles hinkriegt, mit Referaten (OH GOTT!!!!!!! HIIIILFE!!!! Hab mich heut freiwillig für ne Hausarbeit gemeldet, damit ich kein Referat machen muss!), Rumtanzen (das kann ich auch schon besser), und auf Leute zugehen. WOW! Aber wenn man immer nur die Starke mimt und sich selbst nicht gönnt, auch mal nicht so stark zu sein, wenn man nicht mal Schwäche zeigen kann vor seinen Freunden, dann können die auch nix merken. Hellseher sind sie ja eben nicht, wurd ja schon gesagt. Aber ich glaube halt, dass wenn man das zeigen kann, die Freunde es wahrnehmen sollten. ACH! GOTT! Ich glaub, da steckt noch viel zu viel Sch... in mir. Ganz ehrlich. Jetzt wo ich das schreibe merk ich auch, was für ein Humbug das ist. Freunde können nicht hellsehen oder unsere Probleme riechen. Wir müssen schon sagen "Hallo! Mir geht's schlecht". Klar kommen Freunde auch mal an und sagen "Hm, was ist denn mit dir?", aber das können wir 1. nicht von ihnen verlangen und 2. müssen wir dafür auch Schwäche zulassen können. Sonst kann ja kein A... was merken. Und wenn du zu stark bist, ist das dann auch nicht mehr vorbildlich, also mach dir mal keine Sorgen ;-). Die summerdream nerv ich ja auch schon, weil ich sie vorbildlich finde. Na, so'n Stück weit kann ich mir halt was von einigen Frauen hier abgucken. Ich brauch halt Vorbilder.

    So... noch was? Ich weiß nichts mehr. Na, viel Erfolg für den Semesterbeginn wünsch ich. Ich würd mich dann gern mal für so ein Referat-Coaching anmelden, ja?! Ich weiß zwar dann auch, dass ich die Ahnung davon hab und die anderen net so, aber ich hab trotzdem Angst, dass ich was falsch mache und ausgelacht werde oder so und dann steh ich da vorn und zittere. Das war noch in der Schule so, wo ich alle kannte und die mich auch eigentlich mochten. Also, wie soll es erst vor so vielen Fremden werden? Naja, irgendwann werd ich's mich schon trauen. Das nehm ich mir auch fest vor. Ich hasse es nämlich, vor irgendwas Schiss zu haben und es deshalb nicht zu tun.

    Eine gute Nacht!!!

    Steffi

    Hey Marina!

    Uuuiii... Das war aber ein schönes Bild mit den Netzen und so. Richtig poetisch und gleichzeitig sehr, sehr traurig. Wenn ich so was lesen, dann frag ich mich doch immer wieder "Warum ich? Was hab ich getan, dass mir so etwas passiert?". Aber daran können wir ja nichts ändern. Tja, also, eigentlich kann ich gar nichts mehr sagen, weil die anderen ja schon alles gesagt haben.

    Und ich denke, dass dann natürlich auch der Grabbesuch wahrscheinlich richtig hart war, zumindest innerlich. Ich weiß net, ob man das so direkt spürt, aber das kann einen schon mehr als runterziehen. Und dann kann ich verstehen, dass auch der ganze Rest des Tages der blanke Horror war, auch wenn es im Prinzip "nur kleine" Sorgen waren. Aber die reichen doch schon. Dann kommt eines zum anderen und als ob man nicht eh schon den A... voll zu tun hätte, läuft dann auch noch alles schief und du kannst dich nicht mal mehr auf deine Schwester verlassen. Das ist nicht schön.

    Wenn du dich mal eine Woche krankschreiben lässt, ist das doch gar nicht schlimm. Dann kannst du mal wieder richtig entspannen. Du hattest zwar gerade erst Urlaub, aber da hattest du ja auch dein Tief noch nicht, oder? Also hast du dir das freilich auch mal verdient. Solang du doch dann nach dieser Woche wieder schön an die Arbeit gehen und alles erledigen kannst, ist das völlig legitim, wenn du dich nicht in dem Loch verkriechst, sondern es stopfst ;-).

    Mein Vater hat auch ständig solche blöden Sprüche gebracht. Entweder hat er es ins Lächerliche gezogen, wenn ich mich mal fein gemacht hab, Parfüm benutzt und mich geschminkt hab, oder es kamen so Sprüche wie "Hier stinkt's wie im Puff!". Naja, und ich glaub, den einen oder anderen Hintern-Spruch musst ich auch schon einstecken. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass ich mir da nie viel draus gemacht hab. Das ging links rein und rechts wieder raus. Klar hab ich immer Wert auf seine Meinung gelegt, aber ich wusste bei manchen Sachen auch immer, dass er es gar nicht so meint, wie er es sagt und dass er manchmal auch einfach keine Ahnung hat. Das hat meine Mutter schon immer gesagt und das hat mir vielleicht auch ein bisschen geholfen. Aber ich finde es abartig, dass Eltern so was machen. Als ob sie überhaupt keine Rücksicht darauf nehmen würden, was sie dann mit der Kinderseele so anrichten. Denn irgendwo in uns ist doch immer noch das Kind unserer Eltern, das sie genauso verletzen können wie früher. Aber nur wenn wir sie lassen. Du lässt deinen Vater ja auch noch im Nachhinein die Genugtuung, dass er dich verletzen kann. Viele Leute sagen immer, man soll nicht schlecht über Tote reden oder man soll sie ruhen lassen blablabla, aber ich finde, wenn wir ihnen nicht mal dann den erhobenen Mittelfinger zeigen können, wann dann? Sie lassen UNS ja nicht ruhen. Geistern uns Jahre später noch nach. Und ich finde, dann kann man mal all das sagen, was man denkt und gedacht hat. Alles Böse rauslassen. Dann gehen die Geister vielleicht auch irgendwann weg.

    So, Marina. Jetzt will ich dich mal nicht weiter zuschwallen. Ich fände es aber gut, wenn du eine Therapie machen würdest. Wie schon jemand vor mir gesagt hat, du kannst sie ja auch jederzeit wieder abbrechen. Und danke für die Tipps mit dem Bluttest. Morgen mach ich mir nen Termin beim Arzt.

    Alles Liebe, ich denke an dich.

    Steffi