Beiträge von Steffi1301

    Oh ja, das kenn ich nur zu gut. Ich wollt mir auch mal angewöhnen, vorher darüber nachzudenken. Will ICH das wirklich? Ich hab auch neulich schon mal irgendwo gesagt oder geschrieben, ich frag mich manchmal schon, was bin eigentlich noch ich, und wo fängt die Maske an, die ich mir aufgebaut habe? Wer bin ich denn wirklich?

    Ich war in der Schule aber auch nie wie die anderen. Diese behüteten Mädchen aus den intakten Familien. Da war ich nie bei. Ich hatte immer die extremsten Haarfarben, die extremsten Klamotten. Und wenn ich mal angefangen hab zu fluchen, da wurd aber ganz schön blöd geguckt. Aber ehrlich gesagt, mag ich es, nicht so zu sein, wie alle anderen. Die anderen sind doch langweilig... Du bist doch ein netter Mensch. Und vor allem total ehrlich, vor dir könnt ich Angst bekommen :lol: . Und red bloß nicht von den Top Ten, die kann man sich ja wohl mal gar nicht anhören ;-)!

    Wir sollten uns auch mal täglich vor den Spiegel stellen, so wie in dieser Du darfst-Werbung. "Ich find mich extrem okay!". Hätte doch was.

    Versuche einen Eintrag trotz leichtem Abgelenktsein (gerade 1:0 für die deutschen Frauen ;) ).

    Gerade fällt mir erst mal auf, dass ich hier sonst immer nur Frauen in den Threads seh. Ist interessant, auch mal den Thread eines Mannes zu lesen.

    Den Notarzt rufen bringt glaub ich auch nichts. Du könntest deine Mutter wahrscheinlich auf dem Zahnfleich in eine Klinik laufen lassen und sie würd trotzdem net trocken bleiben, solang sie noch nicht "die Einsicht" hat.

    Aber du scheinst trotzdem ein ganz schöner Dickkopf zu sein und man kann es dir hier scheinbar nicht so leicht ausreden, deine Mutter zu missionieren. Aber es bringt halt auch nichts. Damit machst du dich nur selbst fertig, aber das haben ja schon alle vor mir gesagt. Was du wirklich machen kann, ist dich von ihr abzuwenden, zumindest wenn sie getrunken hat. Das ist noch die Hilfe, die ihr am ehesten helfen kann. Je mehr ihr sie allein lasst, desto eher könnte sie auch mal verstehen, was los ist. Das ist eure einzige Chance.

    Dein Bruder ist Philosophie-Student? Naja... trotzdem sollt er weniger reden ;-). Es bringt eben nichts. Am nächsten Tag ist es doch eh wieder vergessen. Das Gespräch macht vielleicht ein schlechtes Gewissen, das lässt man dann nicht zu, trinkt einen drüber und verliert nie wieder ein Wort darüber.

    Über Bier-Werbung reg ich mich auch immer auf. Was einem da nicht alles weis gemacht wird.

    So, ich wünsch dir für dich jedenfalls alles Gute!

    Ole ole! Jetzt haben wir's auch wieder!

    Mein Vater hat heut eigentlich um ein Uhr Schluss, braucht mit dem Auto ca. 50 Minuten nach Hause. Und ist immer noch nicht da (man beachte die Uhrzeit, es ist momentan 17 Uhr 11). Grandios.

    War grad unten bei meiner Mutter. Ich: "Papa immer noch net da?" Mutter: "Nee, wieso denn auch? Was meinste denn, wie viel Kisten haben wir denn heut wieder getrunken?" Ich: "Mir egal, ich will's net wissen!" Sie: "Tja, hat er ja gestern auch schon! Hat ihm scheinbar beim Suchtberater so gut gefallen, da musste er erst noch mal einen trinken". ARGH!

    Das Schlimme ist, ich reg mich weniger über meinen Vater auf, als über meine Mutter. Die könnt ich viel eher gegen die Wand hauen. Dieser triumphierende Ton, wenn sie mir erzählt, dass er wieder getrunken hat, wobei ich genau weiß, dass sie verletzt ist. Und dann tut sie so, als würd's ihr nix ausmachen, muss mich aber die ganze Zeit volllabern, über ihn lästern, und das IN DIESEM TONE (fühlte mich gerade an Emilia Galotti erinnert...). So triumphierend, da könnt ich ausrasten!

    Naja, ich sollte mich nicht darüber aufregen. Aber wenn ich mir jetzt schon wieder vorstelle, wie ich heut Abend meiner Freundin erzähle, dass er wieder trinkt, da merk ich, dass es auch mich immer wieder enttäuscht. Net mehr so stark, aber eben immer noch. Ich hatte schließlich damit gerechnet. Und gestern bin ich sein Auto gefahren und hatte auch den Verdacht, dass er was getrunken hat. Kaum hat er mal einen Tag Urlaub... Der Typ ist echt labil. Naja, jetzt müssten eigentlich die Konsequenzen folgen, mit denen meine Mutter schon seit Ewigkeiten droht. Sollte ja schließlich seine "letzte Chance" (*lol*) sein. Aber ich werd sie nicht drauf ansprechen, ich will nicht mehr mit ihr darüber reden. Sie soll erst mal selbst klar kommen. Nicht meine Baustelle. Nervt mich viel zu sehr. Eben wollt sie dann noch mehr reden, hab dann einfach keine Antwort mehr gegeben und bin gegangen. Jetzt stand sie grad schon wieder im Zimmer, ist aber gegangen, ohne über ihn zu reden, hab sie auch deutlich merken lassen, dass sie stört.

    Hab mir überlegt, dass ich dann jetzt wohl mal bei der Polizei anrufen und sein Kennzeichen durchgeben werde. Ich weiß nur net so genau, wo ich da anrufen soll. Die Polizeireviere hier in der Nähe, da kennt man immer mal jemanden und das sind meistens auch noch so richtige A... naja, eben die halt. Außerdem fährt er eigentlich andere Strecken. Naja, wurscht, ich werd's schon sehen.

    Hallo Vaan!

    Also, ich kann summerdream und josu erst mal nur zustimmen, wenn sie sagen, du solltest dich vorrangig um deine eigene Sucht kümmern. Ist jetzt nicht bös gemeint, im Prinzip ist es ja immer sehr nett von uns Kindern, dass wir uns um unsere Eltern kümmern wollen, dass wir ihnen die Augen öffnen wollen, sie vom Trinken abhalten etc. etc. Aber es bringt nun mal nichts. Das ist ein Fass ohne Boden. Und wer die Augen wirklich verschließen will, der tut es im Prinzip auch, wenn man ihm die Augenlider im Gesicht festtackert, falls du verstehst was ich meine (ich muss mich aber auch immer so kompliziert ausdrücken). Mein Opa hört einfach nichts mehr, was man ihm über seinen alkoholkranken Sohn erzählt. Mein Vater hat zwar nie heimlich getrunken, aber meinste der hätt reagiert, wenn man den auf sein Trinken angesprochen hat? Ich hab den teilweise angeschrien, in der Hoffnung, ihn endlich mal "wachzurütteln", aber er hat einfach nicht reagiert, am nächsten Tag war alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Du kannst dich echt bemühen wie du willst, wer das Problem unter den Tisch kehren will, der macht es auch. Damit machst du dich nur selbst fertig, ganz ehrlich. Es lenkt dich wahrscheinlich auch von deiner eigenen Alkoholabhängigkeit ab, oder bestärkt dich darin, trocken zu bleiben, aber im Endeffekt führt es doch wahrscheinlich nur zu Frustration.

    Naja, aber du scheinst nen starken Willen zu haben, also lässt du dich von der Razzia vielleicht eh nicht abbringen. Mein Vater hat seine Weinflaschen (nach der Therapie hat er ja dann heimlich getrunken) z.B. hinter Aktenordnern im Schreibtisch versteckt, hat beim Autofahren getrunken und die Bierdosen - meistens - vorm Heimkommen entsorgt. Aber alle Verstecke wirst wahrscheinlich nie finden. Außerdem weiß ich von einer Freundin, dass deren Mutter im Notfall sogar Parfüm oder Brennspiritus getrunken hat. Gut, du hast ja gesagt, dass du deine Mutter so nicht vom Trinken abhalten willst, sondern nur das Problem hervorzerren. Aber ich finde eben, diese Situation zeigt, was Alkoholiker nun mal wirklich tun, nur um trinken zu können. Aber gut, das weißt du vielleicht auch aus eigener Erfahrung.

    Das Alkoholproblem deiner Mutter in der Familie bekannt zu machen find ich dagegen keine schlechte Idee. Man soll damit ja nicht hinterm Berg halten, und je mehr Leute davon wissen, desto eher wird VIELLEICHT (!!!) auch etwas bewegt. Aber im Endeffekt ist es doch so: Dein Vater sieht das Problem deiner Mutter bestimmt, aber er will es nicht. Und so lang wirst du ihn auch nicht überzeugen können. Genau so wenig wie deine Mutter. Ich könnt ja auch schon mal ausrasten, wenn ich höre, was mein Vater für idiotische Erklärungen vom Stapel lässt, und ich denke, der muss doch genau merken, was er da für einen Schwachsinn labert, jeder kann sehen, dass es anders ist. Aber mein Vater ist völlig überzeugt!!!! Und das Problem ist: Im Endeffekt mach ich mich nur selbst fertig, wenn ich mich drüber aufreg, und ich ändere gar nichts! Im Prinzip kann ich dich ja verstehen, deinen Drang zum Aufklären, Missionieren... Das hat ja schon fast was Heldenhaftes, aber es ist doch nur Co-Verhalten! Und es bringt deiner Mutter nichts, deinem Vater nichts. Nur dir selbst bringt es was: Noch mehr schlechte Gedanken und Depressionen!

    Gut, hat wahrscheinlich jetzt den Anschein, als ob ich den Drang hätte, jemanden zu missionieren, hab mal wieder einen halben Roman geschrieben und mich wahrscheinlich hundertfach wiederholt, aber in mir ist doch irgendwo immer noch die Hoffnung, dass du es dir zu Herzen nehmen könntest ;-).

    Und der Tipp von Josu bezüglich der Gespräche, in Ich-Form führen etc. Der ist gut!

    Hey Caro!

    Mann, da hattest du dir ja scheinbar einen mächtig üblen Virus eingefangen. Aber bei uns in der Familie ist es auch immer so. Einer fängt an krank zu werden und gibt es dann dem nächsten weiter, der wieder dem nächsten und so wird die Krankheit dann einmal durchgereicht. Ich fand's auch immer toll, wenn ich krank war und sich um mich gekümmert wurde... ;-). Da kann ich deinen Kleinen nur zu gut verstehen. Ist aber auch schön, wenn man merkt, dass die Mutter für einen da ist.

    Die Entwicklung deiner Mutter hört sich doch erst mal gar nicht so schlecht an. Festnetz kündigen kann allerdings ganz schön stressig sein. Kenn das von meiner besten Freundin. Der Vater hatte immer Ärger mit dem Telefonanbieter und hat schließlich gekündigt. Jetzt können wir nicht mal eben miteinander telefonieren und ein bisschen quatschen, weil meine Mutter sich dann natürlich auch immer über die Telefonrechnung beschwert. Aber auf der anderen Seite kann's für dich natürlich auch positiv sein, wenn du nicht mehr so lang mit deiner Mutter telefonieren musst, je nachdem wie das Gespräch verläuft.

    Aber dass sie jetzt so mit ihrer Nachbarin plaudert und Besorgungen macht, find ich gut. Das heißt wenigstens, dass sie ihr Leben schon ein bisschen ändert, sie bleibt nicht stecken, sondern entwickelt sich weiter. Das kann sich freilich auch irgendwann wieder ändern, darauf sollte man gefasst sein, aber bis dahin könntest du natürlich eine schöne Zeit mit deiner Mutter haben. Du hast ja gesagt, dass ihr letzter Besuch gar nicht so belastend für dich war. Ist doch super! Solltest allerdings auch darauf achten, dass das auch nicht wieder passiert. Und wenn der Arzt sagt, dass sie wahrscheinlich keine weitere Hilfe will, ist das schon nicht so toll. Aber ich denke, das musst du erst mal abwarten.

    Hallo!

    Bevor ich auf eure Antworten eingehe, muss ich erst mal etwas Dampf ablassen. Ich schreibe ja nun recht gern und die eine oder andere Kurzgeschichte veröffentliche ich dann auch im Internet. Wie bei den meisten Menschen, die schreiben, geht es da halt um Dinge, die mich beschäftigen, wie z.B. die Alkoholabhängigkeit meines Vaters. Tja, und zu einer meiner Kurzgeschichten habe ich dann einen ganz "netten" Kommentar bekommen:

    "Was mir auffällt ist, dass dein Debüt hier doch reichlich männerfeindlich ausfällt. Und immer ist es der böse Alkohol der die Männer verändert und die armen bemitleidenswerten weiblichen Personen ins Hintertreffen fallen lässt.
    Ziemlich einseitige Darstellung. Interessant wäre es doch mal sich in die Männer reinzudenken, die sich halt mal immer betrinken. Deren Seelenzustände mal zu erschließen, darin steckt doch viel mehr Dramatik als in diesem selbstmitleidigen pseudopsychischen "Hilfe-ich-kann-nicht-mehr" Gesülze.
    Aber ein Verdacht drängt sich ja auf bei dieser Häufung von Geschichten von benachteiligten Personen durch Alholeinfluß von Familienmitgliedern:
    Vielleicht gibt's ja auf'm Dorf keine anderen Themen."

    Als ich das gerade gelesen habe, dachte ich, ich müsste dem Typ erst mal eine reinzimmern. Klar, ich sollte mich nicht darüber aufregen, er hat einfach keine Ahnung, wie man ja wohl ganz deutlich merkt. Aber muss das sein? Wenn man keine Ahnung hat, dann rate ich immer, einfach die Klappe zu halten. Hab ihm dann auch nur geantwortet, dass ich mich wegen so eines dreisten und scheinbar unüberdachten Kommentars nicht rechtfertigen müsste. Und wenn er genau gelesen hätte, hätte er wohl merken müssen, dass da auch Kritik am weiblichen Geschlecht laut wird. Idiot! Aaaargh! Naja, ich versuche jetzt einfach, mich nicht weiter darüber aufzuregen.

    So, nun zum Wesentlichen:

    Danke für eure Antworten. Ja, ich bin schon mal eine kleine Hobbytherapeutin. Hatte auch ursprünglich mal vor, Psychologie zu studieren, aber dazu fehlt mir der nötige Schnitt und außerdem würd ich dann wohl das Klischee erfüllen. Helfersyndrom aufgrund von eigenen Erfahrungen etc. Naja, aber wenn Dinge bei mir funktionieren, geb ich sie halt gern weiter ;-).


    Zitat

    mei mutter is da echt schlimm, is besonders oft nach ihren trinkphasen, dass sie sich irgendwas für die wohnung kauft, sei's etz sofa, tapeten, oder so, des letzte mal wars die eßzimmereinrichtung.

    Genau so ist es bei meinem Vater auch. Ich hab immer das Gefühl, er muss damit sein schlechtes Gewissen bereinigen, weil er mal wieder getrunken hat. Aber dann fühl ich mich wieder schlecht, weil ich genau weiß, wie es bei ihm finanziell aussieht, aber ich sollte mich eigentlich nicht schlecht fühlen, weiß ich ja. Aber ich glaub, mein Vater hat die Idee schon fast wieder aufgegeben, nachdem meine Mutter ihn dann mal wegen des Geldes gefragt hat. Schließlich will sie ja auch mal ihre 50 Euro wiedersehen...

    Und ja, ich sag meinem Freund dauernd was Nettes. Das ist schon fast bescheuert. Ich muss ihn nur ansehen, und dann sprudelt das alles aus mir raus. Vor ein paar Jahren hätt ich mich noch dafür verachtet, ich gefühlsduselige Ziege. Versuch mich da auch mittlerweile mal ein bisschen zurückzuhalten, damit er nicht total überfordert ist. Aber er bekommt schon noch oft genug Komplimente zu hören, oder mal eine nette E-Mail, SMS... Aber im Moment bekomm ich auch genug zurück. Scheint so, als ob unsere Beziehung echt ein ganzes Stück besser geworden wär. Aber mal abwarten...

    Ach ja, ab und zu reg ich mich dann noch mal über meine depperte Mutter auf, weil sie immer noch versucht, bei meinem Vater irgendwas zu starten, aber dabei geflissentlich ignoriert, dass er überhaupt kein Interesse mehr an ihr hat. Sie tut mir fast schon leid, aber irgendwie find ich's auch einfach nur doof. Sich immer wieder selbst zu verletzen kann doch keinen Spaß machen. Naja, aber das ist ihr Ding, deshalb soll sie sich auch nicht mehr bei mir ausheulen. Das kann sie vergessen.

    So, ich wünsch euch allen noch ein schönes Wochenende! Mal sehen, was mich am WE erwartet. Heut mach ich mit meiner besten Freundin Teestube. Sie scheint auch zu merken, dass sie ein wenig Mist gebaut hat. Nachdem sie mir am letzten Samstag mal wieder abgesagt hat, hab ich sie am Mittwoch gefragt, ob wir bissl tanzen gehen wollen, hatte ich voll Lust zu. Und sonst geht sie eigentlich auch immer unter der Woche weg, obwohl sie arbeiten muss. Aber sie hatte doch keine Lust. Naja, hab ich gedacht, gut, dann braucht sie am Wochenende auch nichts zu erwarten. Der Mittwoch sollte nämlich so eine Art Ausgleich sein, weil am Wochenende hier mal wieder nichts los ist. Und obwohl sie sonst so eine krampfhaft Partygängerin ist, hat sie mir dann gestern eine E-Mail geschrieben. Sie könnte verstehen, wenn ich momentan nicht so gut auf sie zu sprechen wäre. Aber wir könnten ja am Wochenende noch mal einen Sex and the City-Abend machen, oder was anderes schauen etc. etc. Tja, bin ich wieder um einiges besser auf sie zu sprechen. Ich find's einfach gut, dass sie gemerkt hat, dass das alles nicht so toll von ihr war und jetzt hat sie sich entschuldigt. Ok.

    Nächste Woche bin ich dann mal für ein paar Tage nicht hier, also nicht wundern. Fahre wahrscheinlich von Montag bis Donnerstag mit meiner Mutter und meinen Geschwistern nach Ingolstadt zu Tante und Onkel. Und ich hab meine Mutter schon so weit, dass wir dann eben mal noch weiter nach München fahren und kurz aufs Oktoberfest gehen. Will da ja gar nicht bleiben oder trinken oder so. Einfach nur mal sagen können "Ich war mal auf dem Oktoberfest" ;-).

    Hey!

    Danke für die vielen Tipps. Sogar zum Thema Nagellack, das ist ja der Wahnsinn!

    Danke Nelly für die Tipps, was das Streiten angeht. Die werd ich mir mal einprägen und zu Herzen nehmen. Aber ich hab ja auch schon eine Strategie gefunden. Ähnlich wie die, die du zuletzt geschrieben hast. Sich einfach mal einen Moment Zeit nehmen, tief durchatmen und überlegen "Was mach ich hier grad eigentlich? Was soll das?". Und dann merk ich eben auch oft, dass das gar nichts mit demjenigen zu tun hat, mit dem ich gerade rumstreite. Nervig. Aber ich hoffe, ich bekomm's in den Griff.

    Und die Nagellacktipps werd ich auch mal ausprobieren!

    Ja, summerdream, stimmt schon. Ich würd mir auch manchmal wünschen, mein Freund würd ab und zu mal was Nettes sagen. Vielleicht macht er es aber auch und ich überhör's einfach. Aber ich muss sagen, im Moment läuft's sehr gut. Er ruft mich halt auch an, wenn er schlecht drauf ist, einfach nur, um sich mal auszusprechen und danach haben wir beide dann wieder gute Laune, das ist schön. Es ist gut, wenn man nicht nur zusammen ist, sondern auch gleichzeitig befreundet, das finde ich halt sehr wichtig. Hab ihm auch gesagt, dass er mir mal was Nettes sagen soll und er macht's jetzt schon manchmal.

    Irgendwie hab ich das Gefühl, ich gehör hier momentan gar net hin. Ich schreib immer nur über andere Dinge, aber nie mehr über meinen Vater. Einfach, weil ich gar net weiß, was ich überhaupt schreiben soll. Er ist im Moment eben trocken und wir verstehen uns gut und das war's. Aber ich lass ihn halt auch nicht mehr so nah an mich ran, als dass er mich noch mal so enttäuschen könnte, wie nach der Therapie als er dann doch wieder angefangen hat zu trinken. Aber ich glaub trotzdem, dass es mir noch mal einen Stich versetzen würde, wenn er wieder anfängt. Aber ich bin sicher, dass er wieder anfängt. Ich will's einfach gar nicht wissen.

    Und dann nervt's mich, dass er immer so nett zu mir ist, dass er mich manchmal mehrmals hintereinander in den Arm nimmt. Und dann steht meine Mutter daneben und schaut so verletzt, weil er ihr überhaupt nicht mehr nah kommt. Sie muss immer auf ihn zugehen, und selbst dann macht er es wenig freiwillig, aber mich nimmt er halt einfach so in den Arm.

    Und dann hat er meiner Mutter jetzt 50 Euro vom Haushaltsgeld genommen, sie wollt es wiederhaben, aber er meinte, er hätte kein Geld mehr. Toll. Aber jetzt, ein paar Tage später, fängt er auf einmal an und will das alte Wohnzimmer renovieren, Holzfußboden reinmachen, außerdem den Flur etc. Das kostet doch auch alles Geld. Ich versteh diesen Mann einfach nicht.

    Hallo eva!

    Ja, das ist ja oft so, dass dann irgendwann die ganze Sch... zusammenkommt. Ironie des Schicksals oder worauf auch immer man es schieben möchte... Aber das ist ganz schön viel, was man da auf einmal verkraften muss. Vor allem, wenn dein Vater dann überhaupt nicht richtig damit fertig wird, dann leidest du wahrscheinlich auch doppelt darunter, das ist nicht gut.

    Prüfungsangst hab ich selbst jetzt keine, aber ich kenne das Problem ähnlich. Ich hab mal Klavier gespielt und dann kamen natürlich auch Auftritte und Konzerte etc. Früher lief das alles ganz toll, aber irgendwann hatte ich so einen Schiss davor. Ich weiß nicht, woher das auf einmal kam, aber das war kein normales Lampenfieber mehr. Ich hatte schon Tage vorher einen verkrampften Magen, meine Knie wurden weich, wenn ich nur dran gedacht habe, meine Hände haben gezittert und wurden gleichzeitig ganz steif und kalt (beste Voraussetzungen fürs Klavierspielen...). Aber dann hab ich mir irgendwann gedacht "Nee, jetzt reichts!". Da hab ich so Vorstellungsübungen gemacht, ich weiß nicht, ob du die kennst... Erst entspannt man sich 2-3 Minuten, atmet tief ein, direkt wieder aus und hält dann 6-10 Sekunden die Luft an. Dann stellst du dir die Situation bildlich vor, vor der du Angst hast. Aber deine ganzen negativen Gedanken, wie "ich schaff das nicht", oder was auch immer du denkst, "ich blamier mich" etc... die tauscht du einfach aus gegen gute Gedanken, gegen die Gedanken, die du denken willst. Dann stellst du dir genau vor, was du denken willst, wie du dich fühlen und reagieren willst. Bei mir hat's schon ein bisschen was gebracht, auch wenn ich erst kurz vorm Konzert damit angefangen hab. Aber ich war schon etwas ruhiger.

    Naja, ich geb immer so komische Tipps, so kommt's mir zumindest vor. Ignorier's einfach, wenn du das nicht gebrauchen kannst ;-).

    Hallo anna!

    Ja, ich wüsste dann auch gern mal, wie das Buch war ;-). Aber das stimmt, das Buch wurde schon mal von lavendel empfohlen!

    Gut, wenn du mit dem Termin bei der Suchtberatung zufrieden warst. Ich hatte bei denen ehrlich gesagt auch immer das Gefühl, dass die n bissl überfordert mit mir waren. Aber naja, kann auch nur so ein Gefühl gewesen sein. Aber das hatte so was von "ich bin nur für deinen Vater zuständig, du kannst dich woanders hin wenden". Aber da gibt es ja wahrscheinlich auch solche und solche.

    Hauptsache das Schwimmen macht Spaß, die Muttis kann man ja auch mal ignorieren, oder? Oder aushalten und hinterher drüber herziehen ;-). Naja, mann muss ja nicht gleich so sein.

    Wenn du mit deinem Vater noch mal reden willst, dann mach das ruhig. Aber es ist auch gut, dass du dir keine Illusionen machst bezüglich seines Trockenbleibens. Es wäre so schön, wenn man sagen könnte, hier, er hat eine Therapie gemacht, oder er hat es soundsolang geschafft, jetzt ist er über den Berg, aber das sind sie wohl nie...

    Hallo anchovi!

    Ich hoffe, das Forum hilft dir bei deinen Problemen.
    Erst mal finde ich es toll, dass du mit deinem Vater reden willst. Es kann natürlich sein, dass er total abblockt, schauspielert, lügt etc., wie ich es so schön von meinem eigenen Vater kenne, und wie es so viele Alkoholiker können, aber du hast dann wenigstens alles in deiner Macht stehende getan, für den Rest ist er verantwortlich.

    Natürlich gibt es kein kontrolliertes Trinken. Mein Vater hat auch immer wieder gesagt "Ach, ein Bier darf man ruhig mal trinken. Das verbietet einem niemand". Da hab ich gemerkt, dass er es einfach noch gar nicht richtig verstanden hat, den Ernst der Lage noch nicht begreift. Ich kann nur hoffen, dass du vernünftig mit deinem Vater darüber reden kannst, dass er offen zu dir ist und dir nicht die Hucke volllügt oder anfängt, rumzuschimfen. Ich finde, da sollte man sich bei Alkoholikern auch immer drauf gefasst machen.

    Trotzdem wünsch ich dir alles Gute. Genieß die paar Tage, die du wegfährst und denk nicht so viel nach. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. Probier es einfach! Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute!

    Hey Danni!

    Hab deinen Thread schon ein paar Tage verfolgt, aber im Moment ist hier ja so viel los, bin nie dazu gekommen, dir zu schreiben. Aber jetzt!

    Erst mal kann ich dir sagen, dass du schon ein ganzes Stück weit gekommen bist. Die Einsicht, dass du deinen Vater allein lassen musst, dass du ihm nicht helfen kannst, das weist alles auf jeden Fall in die richtige Richtung. Und ich glaube nicht, dass du zu hart bist. Du hängst schließlich trotzdem irgendwie noch an ihm, bist enttäuscht, verletzt etc. Das Problem ist nur, dass uns unsere Eltern wahrscheinlich immer wieder verletzen werden. Aber im Prinzip sind wir selbst daran schuld, wir lassen uns schließlich verletzen. Wir sind natürlich nicht in dem Sinne schuld, dass unsere Eltern wegen uns trinken oder so ein Unsinn, nein, aber jeder Mensch kann über seine Gefühle bestimmen. Das erfordert viel Kraft und Geduld, aber man kann es schaffen. Deshalb muss man sich emotional von dem Alkoholiker lösen, auch wenn es noch so hart ist. Sonst werden wir immer wieder verletzt.

    Dass der Arzt sagt, ein Alkoholiker würde, wenn er trocken ist, recht schnell wieder "normal", kann ich ehrlich gesagt nicht so ohne Weiteres unterschreiben. Mein Vater hat so viele Jahre getrunken, der hat sich schon einiges kaputtgesoffen und meine Mutter sagt auch immer wieder, wie sich auch seine Persönlichkeit verändert hat, obwohl er momentan trocken ist. Aber wir Kinder sind wohl leider immer wieder zu schnell dabei, unseren alkoholabhängigen Eltern zu vertrauen...

    Ich wünsche dir alles Gute! Du bist auf einem guten Weg, auf einem, der dir selbst hilft. In eine SHG würde ich auch gerne gehen, aber so was gibt's hier nicht. Deshalb geh ich immer hier ins Forum, das hat mir schon enorm geholfen. Und ich hab eine Verhaltenstherapie angefangen, die wird hoffentlich auch helfen.

    Gute Besserung!

    Steffi

    Ja, dann ist es nicht so unverständlich, wenn du Angst vor deinem Vater hast. Wenn er dann schon mal so ausfällig wird, das verletzt dich dann natürlich auch und wahrscheinlich hast du - wie jeder andere Mensch auch - Angst vor diesen Verletzungen. Wer will schon gerne verletzt werden?

    Das mit dem ABC probier ruhig mal aus. Mir hat es jedenfalls geholfen, zumindest zu verstehen, was eigentlich genau in mir vorgeht, welche Gedankengänge da ablaufen. Und dann wurde mir auch recht schnell klar, wie schwachsinnig manches davon ist.

    Hm, wenn du noch mal Zeit hast, kannst du ja noch mal schreiben, wie es dir so geht und was du so machst, wie es läuft, eben.

    Ich denk an dich!

    Hey Nelly!

    Mann, das mit dem Buch ist echt mal keine schlechte Idee, hast ja hier schon einen halben Roman reingeschrieben (nicht negativ gemeint), und ich musste trotzdem manches zwei mal lesen, nur um zu verstehen, was eigentlich abgeht. Bei so einer Verstrickung kann ich mir echt vorstellen, dass du deinem Onkel und deiner Tante mal am liebsten Feuer unterm Hintern machen würdest, aber das geht ja mal wieder nicht.

    Du sagst, du weißt, dass du dich aus dem ganzen Mist raushalten könntest, aber deine Mutter bittet dich um Hilfe. Du steckst aber auch gleich in zehnmillionen Zwickmühlen. Ich weiß noch nicht mal, was ich dazu sagen könnte, weil ich so völlig schockiert bin. Und dann sagst du, es gäbe bestimmt Menschen, denen es schlechter geht. Lol! Nimm dich und deine Probleme doch mal ernst!

    Kannst du da nicht einfach auch so einen lustigen Schalter in deinen Kopf reinbauen, den einfach umlegen und schon interessiert dich das alles gar nicht mehr. Klar, kann schon verstehen, dass dich das alles fertig macht, du hast scheinbar eine recht große Familie und von der ist wiederum ein sehr großer Teil nicht zu gebrauchen. Zumindest allem Anschein nach.

    Mann, heftig... Ich weiß wirklich absolut gar nicht, was ich dir schreiben soll. Ich glaube, du kannst nur versuchen, das alles so wenig wie möglich an dich ranzulassen. Klar wirst du damit immer wieder konfrontiert. Aber wei gesagt: Stell dir dann einfach mal einen Schalter vor, erst steht er auf "interessiert mich, belastet mich" und dann legst du ihn im Kopf einfach um auf "linkes ohr rein, rechtes wieder raus" oder so. Könnte funktionieren. Und genieße dann vor allem dein anderes Leben umso mehr!!! Denn den Ausgleich brauchst du auf jeden Fall!!

    Egal, was ich schreibe, es klingt doch wahrscheinlich alles wie hohle Phrasen, aber ich will es wenigstens versuchen.

    Ja, und jetzt sitze ich hier und weiß nicht was ich schreiben soll. Erst mal fühle ich natürlich mit dir, mein Beileid für den Tod deiner Mutter, es ist bestimmt sehr schlimm, wenn ein Elternteil geht, genau weiß ich das allerdings nicht.

    Ich kann dir nur raten, alles rauszulassen, hier im Forum, oder wie MS schon vorgeschlagen hat, wenn du mit deiner Mutter redest. Und es ist egal, ob du mit ihr redest, oder deine Wut rauslässt, oder weinst. Man darf auch wütend auf Tote sein. Nicht alles wird automatisch gut, nur weil jemand gestorben ist. Und wenn man nur wütend ist, weil der andere gegangen ist.

    Das klingt schon wieder hohl, aber der Schmerz wird irgendwann wirklich vorbeigehen. Wie lange das dauert, kann aber niemand sagen, weil es zu individuell ist. Aber bis dahin hast du das Recht, zu trauern, zu weinen, wütend zu sein... und ein bisschen Schmerz wird doch auch immer zurückbleiben.

    Aber glücklicherweise geht der Mensch ja nicht völlig. Ich weiß das von meinem Opa. Das ist zwar nicht unbedingt zu vergleichen, aber dadurch, dass mein Vater Alkoholiker ist, war mein Opa so etwas wie eine Vaterfigur für mich. Wir hatten nie so eine typische Opa-Enkelin-Beziehung, sondern er war schon eher väterlich. Ja, und dann ist er gestorben und ich war so sauer. Als meine Mutter mir das am Telefon sagte, bin ich einfach erst mal nur zusammengeklappt und hab geschrien und geweint. Ab da konnte ich keinen wirklichen Schmerz mehr empfinden. Ja, ich war traurig und sauer, aber ich glaube, der erste Moment, wo ich es erfahren habe, war so heftig, dass ich erst mal alle Gefühle weggeschoben habe. Mittlerweile denke ich gern an meinen Opa, hab ihn in guter Erinnerung, manchmal rede ich mit ihm, manchmal denke ich "Was würde er jetzt dazu wohl sagen?". Er ist ein Teil von mir geworden. Deshalb wird er auch weiterleben.

    Ich kann dich nur ganz fest drücken, dir viel Kraft wünschen und hoffen, dass du irgendwann darüber hinwegkommst. Aber bis dahin schreib und weine und schimpfe, so viel zu willst!

    Hey!

    Caro und summerdream haben eigentlich mal wieder schon alles gesagt, trotzdem wollt ich dir auch was schreiben.

    Ich stimm summerdream zu. Du kannst deiner Mutter zwar eigentlich nicht helfen, aber vielleicht solltest du es zumindest ein mal versuchen, ein mal mit ihr reden, einfach um DEIN Gewissen zu erleichtern. Ob sie auf dich hört oder nicht, ist die zweite Frage. Wenn ja, dann gut, aber wenn nein, dann bist du weder schuld, noch kannst du dann irgendetwas für sie tun. Das Wichtigste ist dann, etwas für dich selbst zu tun.

    Aber du hast ja schon mal einen gewissen Abstand zu deiner Mutter. Du wohnst 450 Kilometer weit weg, hast keinen Kontakt mehr zu ihr. Die Entscheidung ging zwar von ihr aus, aber wahrscheinlich hast du auch davon profitiert. Es kann einen nur fertig machen, engen Kontakt zu einem Alkoholabhängigen zu haben. Aber wie sieht es bei dir emotional aus? Bist du da eher schon distanzierter oder hängst du noch sehr an deiner Mutter? Ich meine, trotz Abstand und wenig Kontakt kann man trotzdem noch arg an seiner Mutter hängen. Und ich merke ja auch, dass du dir immer Sorgen machst, dich immer auf den neuesten Stand bringen lässt, also hängst du wohl doch sehr an ihr. Klar, sie ist deine Mutter, aber trotzdem macht sie dich ja wahrscheinlich irgendwie fertig mit ihrer Krankheit.

    Ich kann dir jedenfalls auch nur empfehlen, dich eingehend mit der Krankheit zu beschäftigen, falls du das noch nicht getan hast, denn das hilft sehr. Man erkennt viel mehr, begreift, sieht Zusammenhänge, und auch wenn es am Anfang schwer ist, merkt man doch auch, dass man nicht wirklich helfen kann.

    Alles Gute für dich!

    Und man merkt es kein bisschen ;-).

    Dieses Forum raubt mir auch noch mal völlig meine Zeit. Die Zeit zum Duschen, die Zeit, die ich eigentlich dafür nutzen wollte, die Studienordnung und die Infos für Studienanfänger zu lesen etc. etc. Naja, heut Morgen hab ich mich immerhin schon mal durch halb Deutschland telefoniert (immerhin bis Berlin!), nur wegen meines Bafög-Antrags. Das ist ja mal ein blöder Papierkram. Zum Glück will mein Vater mir helfen. Allerdings auch nur teilweise. Er war es schließlich, der die ganzen Fonds etc. für mich angelegt hat. Und jetzt "Bring du mal die Belege herbei, dann schauen wir uns das mal an". Ach ja... Als wenn ich da durchblicken würde. Naja, muss ich wohl. Sind ja schließlich meine Sachen.

    Mein Vater ist jedenfalls auch weiterhin trocken, fragt hier und da mal was, unterhält sich mal mit mir. Aber ich wette, beim nächsten Streit oder so, ist er eh wieder an der Flasche. Da sollte ich mir wohl besser gar keine Illusionen machen. Nicht schon wieder.

    Gibt es hier eine Nagellackexpertin oder so was? Kennt jemand einen Nagellack, der nicht nach zwei Tagen schon wieder anfängt abzublättern. Das nervt ja tierisch. Da hab ich endlich mal ne tolle Farbe gefunden und dann so ein Mist.

    Hm... heut gibt's irgenwie nichts Weltbewegendes zu berichten.

    Ach, doch noch was. Hab jetzt meinem Freund gesagt, er soll mir mal was sagen, damit ich mich nicht immer schlecht und minderwertig gegenüber anderen Frauen fühle, wenn er sie mal hübsch findet oder so. Da hat er was ganz Nettes gesagt, nämlich, dass ich wohl eh Immunität gegenüber jeder anderen Frau auf der Welt genießen würde. Das fand ich toll. Ich glaub, jetzt kann ich viel entspannter an die Sache rangehen. Das Problem ist nur, er sollte mir so was nicht unbedingt sagen müssen. Ich sollte doch eigentlich selbst das Selbstvertrauen haben und mich nicht dauernd minderwertig fühlen. Eigentlich.

    Hey Anna!

    Schließ mich summerdream - mal wieder - an. Allein schon die Tatsache, dass dein Vater alle Vorräte aufgetrunken hat, bevor er sich dazu entschieden hat, aufzuhören, hört sich nicht sehr überzeugend an. Wir Kinder von Alkoholikern sollten wirklich ganz schnell aufhören, unseren trinkenden Elternteilen (und oft auch den andere) so schnell wieder unser ganzes naives Vertrauen zu schenken. Das ist ähnlich wie bei einem Raucher. Entweder, er schmeißt auch die halbvolle Schachtel in den Müll, es macht ihm nichts aus, und er hört wirklich auf, oder er tut es nicht. Wenn ich erst die Schachtel noch aufrauchen will, zeigt das nur, dass ich gar nicht wirklich aufhören will. Nicht wirklich, nicht für mich.

    Ich würde dir natürlich wünschen, dass es anders verläuft, aber das ist bei unseren Eltern doch immer so eine Sache. Hab leider zu oft das Gegenteil erlebt.

    Aber Schwimmen ist toll. Schwangerschaftsschwimmen bestimmt auch. Ja, und deine Muttiphobie kann ich nachvollziehen, ich will später mal ne coole Mutti werden. Aber wie ich dann im Endeffekt bin, weiß ich auch nicht. Vielleicht geb ich meinen Kindern ja dann doch grausame Namen, rede nur noch von Windeln und Babybrei etc... wer weiß. Trotzdem viel Spaß beim Schwimmen! Die anderen Mamis sind bestimmt nett! Die doofen gehen gar nicht schimmen ;-).

    Hey Nelly!

    Hast du mal überlegt, die Rechte an deinem Leben an das ZDF oder so zu verkaufen, für eine neue Telenovela? Sorry, den bösen Scherz konnte ich mir leider nicht verkneifen, war auch nur halb lustig zu sehen, denn eigentlich finde ich es echt einfach nur krass, was bei dir daheim so abgeht. Lustig finde ich immer noch, dass du "die andere Frau" schreibst, das hat so was Böses, gefällt mir irgendwie. Ich stell mir dann gleich so ne böse Stiefmutter vor, und irgendwie intrigiert sie ja auch wirklich recht gut.

    Es hat so den Anschein, als würdest du zwei Leben führen. Eigentlich hast du ein - wie ich finde - tolles Leben mit Studium, Freund, Wohnung, allem drum und dran. Aber manchmal kommen dann die Ausflüge in dein anderes Leben, eines, das gar nicht so viel deiner Zeit einnimmt, aber sehr viel von deinen Gedanken, und vor allem viel deiner Vergangenheit.

    Die Nummer, die deine Tante mit deiner Oma abzieht, finde ich auch ganz mies. Ich kann es nicht leiden, wenn man alte Menschen ausnutzt, oder sie schlecht behandelt. Ich bin zwar auch nicht immer nett zu meinem Opa (der kann aber auch nerven...), aber ich fühle mich dann auch gleich immer schlecht. Alte Menschen haben es für mich einfach nicht mehr verdient, dass ihnen schlechtes widerfährt. Das Problem ist nur, dass die einzige, die etwas daran ändern könnte, deine Oma ist. Deshalb ist sie im Prinzip auch wieder selbst schuld, weil sie immer weiter Geld rausgibt, den Hahn nicht mal irgendwann zudreht. Aber da kann man auch wieder sagen, sie ist nun mal alt und durchschaut den ganzen Sch... nicht, ist schließlich ihre Tochter. Dass ihr andere Tochter vielleicht auch Geld braucht, nur nicht so dreist ist, und die ganze Zeit danach bettelt, die Frage stellt sie sich nur nicht. Das einzig positive an der Sache ist vielleicht, dass deine Tante sich ihren Lebensstil dann irgendwann nicht mehr leisten kann, wenn deine Oma wirklich stirbt. Und dann kann ich ihr nur wünschen, dass sie ganz tief fällt. Okay, böse von mir. Aber vielleicht wird sie dann wirklich endlich mal wach.

    Es bringt nur leider nichts, sich über all das aufzuregen. Das ist schon komisch. Du hattest eine ganze Woche voller Dinge, die du getan hast, eine Woche, die du toll fandest. Dazu schreibst du sechs Zeilen und dann sooooo viel über das, was dir noch bevorsteht, was du nur gehört hast, und worüber du dir "nur" Gedanken machst. Das soll kein Vorwurf sein, du sollst dir hier schließlich alles von der Seele schreiben. Ich finde nur, es zeigt, wie sehr du immer noch in dem einen Leben hängst, das dich doch eigentlich nur fertig macht.

    Summerdream, du alter Vorwegnehmer ;-). Nee, schmarrn, darfst ja auch Werbung für gute Bücher machen. Ich werd mich da einfach mal anschließen, Empfehlung auch von mir!

    Ja, wir Kinder haben uns einfach zu viel Unsinn angewöhnt. Immer brav die Klappe halten, andere nicht mit den eigenen Problemen belasten, lieber für die anderen da sein, denn die haben ja schließlich eh immer die schwerwiegenderen Probleme und Wehwehchen. Wenn es nur so wäre... Nein, wir sind nun mal auch nicht so unübel dran - um es mal vorsichtig auszudrücken - und brauchen wahrscheinlich alle dringend Hilfe!

    Das Forum ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung, ich bin hier immer wieder gerne, unter Gleichgesinnten, und man lernt immer mehr dazu. Egal, ob man in seinem eigenen Thread liest, oder jemand anderem eine Antwort schreibt. Mir hilft es jedenfalls. Allerdings finde ich auch immer wieder eine Verhaltenstherapie empfehlenswert. Ich hab zwar gerade mal zwei Sitzungen hinter mir, aber aus einem anderen Buch weiß ich, dass ich Probleme habe, an denen ich arbeiten muss.

    Wenn man sich anderen gegenüber nicht richtig öffnen kann, verpasst man etwas. Ich glaube, man macht sich das Leben damit nur unnötig schwer. Außerdem läuft man so eher Gefahr, dem Alkohol irgendwann selbst zu verfallen, wenn man nicht mehr alles mit sich selbst ausmachen kann. Das geht nun mal nicht immer. Und irgendwann ist es dann vielleicht zu spät. Immerhin werden laut Statistik mindestens 40 Prozent der Kinder von Alkoholikern selbst alkoholkrank. Tja, scheiß Erbe, das wir da mitkriegen...