Beiträge von JoeDoe

    Hallo DarkSoul,

    auch von mir ein herzliches Willkommen!

    Von mir wirst Du wahrscheinlich nicht mit rücksichtloser Offenheit zerlegt, zerfetzt oder zerrissen werden (da ich selbst erst seit Mitte 07 abstinent lebe), aber sei Dir gewiss: Hier ist genau der Ort, an dem Du schonungslose und direkte Kritik erwarten darfst (Das mein ich ganz positiv :wink: ).

    Ich freu mich, mehr von Dir und über Deine speziellen Sichtweisen zu lesen.

    ( lilly : aus eigener Erfahrung mache ich durchaus einen Unterschied zwischen verschiedenen Drogen – nicht in der Wertung meines Gegenübers, wohl aber in der stofflich bedingten Ausprägung der Sucht. Oder schmeißt Du Alkohol und Tabak (der in diesem Sinne auch zu den Drogen gehört) auch in einen Topf?)

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo miteinander,

    hier mal ein kleines Hallo von meiner Seite - war die Tage sehr beschäftigt und habe meine Gedanken aus der kleinen Diskussion mit Spedi noch nicht vernünftig sortieren können. Da ich mich ja in meiner Erstabstinenz befinde, kann ich natürlich nicht auf negative Erfahrungen (Rückfälle) auf dem eigenen Weg zurückblicken und es bleibt mir somit nur, dass von Euch Berichtete zu reflektieren. Aber ich werde meine Gedanken zum Thema Kapitulation, Reizminimierung und den (von mir empfundenen) kausalen Zusammenhängen sicher nachholen … Ist kein Versprechen, ist eine Drohung :wink:.

    Ansonsten genieß ich das herrliche Wetter. Gestern bin ich erstmalig seit meiner Abstinenz zu Sommerzeiten durch die Schildergasse gewandert (Info: mit ca. 13.000 Menschen pro Stunde Deutschlands höchst frequentierte Fußgängerstraße). Auffälligerweise ist dort niemand mit einem Bier herumgelaufen und auch in den Straßencafes hatten die meisten Gäste alkoholfreie Kaltgetränke oder Eisbecher vor sich stehen. Hmmm, ich kann mich erinnern, dass ich früher im Gefühl der absoluten Selbstverständlichkeit da auch mit einer Büchse Bier in der Hand durchmarschiert bin. Da war ich schon ein echter Individualist, oder? :wink:

    Whatever! Werde jetzt mal kurz meinen Rechner zerlegen (halbjährliche Staubinspektion – wer Hunde hat, der weiß: JA, das ist nötig!) und danach ein wenig zusammen mit den Tieren das gute Wetter genießen, bevor ich mich nach Mittag wieder an die Arbeitsplatzsuche begebe.

    Wünsche Euch einen schönen, trockenen Tag :D .

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    Zitat von Plejaden

    Zeitung kann ich mir nicht leisten....


    Hmmm, also ich meine, dass viele Verlage sehr kostengünstige ABOs für Studenten anbieten. Da ist man schon für einen Zehner im Monat dabei, und WoW kostet (glaube ich) etwas mehr :wink:. Lesen (Print oder online) ist jedenfalls besser als Frühstücksfernsehen.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Spedi,

    ich danke Dir für Deine offenen Worte, werde mal ein wenig in mich gehen und meine weiteren Gedanken zum Thema in meinem Thread weiterführen. Du bist natürlich herzlich eingeladen, vorbeizuschauen!

    LG und ein schönes Wochenende.

    J.

    Hallo Spedi,

    ich beschäftige mich doch nicht wirklich mit einer Flucht durch Auswandern - das war mehr ein gedankliches Weiterführen der Kompromisslosigkeit. die Sache mit den Opiaten war mir auch wohl bekannt, aber da denke ich, bewegen wir uns thematisch doch weit vom Alkohol weg ... egal!

    Im Prinzip geht es mir um genau dieses von Dir erwähnte "etwas", das stärker als ich/Du ist. Ich persönlich habe Schwierigkeiten, ein "etwas" in meiner Nähe zu dulden, was mich in irgendeiner Weise steuert oder beeinflusst. Ich glaube nicht an Geister, Feen, Goblins und auch nicht an einen verschlagenen und heimtückischen Teufel namens Alkohol. Also ist dieses "etwas" doch viel eher ein Teil meiner selbst und es reagiert auf Reize, wie Oktoberfest etc. . Möchte ich mich von diesem "etwas" aber nicht mehr steuern lassen, so nehme ich ihm die notwendige Nahrung in Form von Reizen und halte mich vom Alkohol fern.

    So ergibt es einen Sinn für mich, was aber weder bedeutet, dass dieser allgemeingültig richtig, noch, dass dies für jeden in der gleichen Art und Weise nachvollziehbar ist.

    Aber ich sehe schon, ein weites Feld, welches sich dort auftut :wink:

    LG

    J.

    Hallo miteinander!

    Kurz vor dem Ende, nur noch wenige kleine Handgriffe, Finetuning sozusagen.

    Dann: Programmabsturz (unbekannter Fehler, na wie geil ist das denn?).

    Der Blick auf die Datei enthüllt schockierendes: Zuletzt geändert um 11:17.

    Schei##, ### ##### ## ##### ## ##### ##### ## # ##### ###!!! #### #### #### ###### ### #### ########## ## ### ##? ### ## #######!!! ###### #### #####.

    Ich hab's lieber gleich selbst zensiert und schick mich jetzt in die Ecke um über das regelmäßige Speichern von Arbeitsdateien zu sinnieren!

    Aber sonst geht's mir gut :wink:.

    LG

    J.

    Hallo Spedi,

    schön, dass Du noch einmal auf meinen Beitrag eingegangen bist. Langsam bekomme ich auch eine klarere Sicht auf Deine Argumentation.

    Selbstverständlich sehe ich auch keinen Platz für Oktoberfestbesuche oder Tresenaktivität in meinem Leben. Und in gewisser Weise verstehe ich auch, dass Du diese Konsequenz aus der Kapitulation ableitest. (Ich leite die Konsequenz etwas ander her, komme aber zum gleichen Ergebnis und sehe die Widersprüchlichkeit nicht).

    Allerdings habe ich zur Kompromisslosikeit noch eine Frage, die auch durchaus ernst gemeint ist:

    Was hält einen Alkoholsüchtigen in einem Land, in dem der Alkoholkonsum so groß ist, wie in dem unseren. Warum scheut man die letzte Konsequenz und geht ungehindert aller sprachlichen und kulturellen Hindernisse nicht in ein Land, in dem Alkohol einen viel geringeren oder gar keinen Stellenwert einnimmt?

    Hat auch die Kompromisslosigkeit Grenzen?

    Wie gesagt: Die Frage ist ernst gemeint.

    Zum Schluss noch: Ich persönlich empfinde meine aktuelle Abstinenz tatsächlich als stabil, und ja, Du hast auch Recht, dass ich mir Gedanken über die Grundlagen der Trockenheit mache - weil ich eben nicht weiß, ob es am Ende nicht doch besser wäre, in den Iran oder sonstwohin auszuwandern. Denn in einem Land zu verweilen, in dem jeder Einwohner durchschnittlich gut 10 Liter reinen Alkohols per anno zu sich nimmt, erscheint mir einfach nicht konsequent und kompromisslos.

    Hmmmm...

    LG
    J.

    Hallo Spedi,

    Du hast mal wieder starke Worte gefunden (und bist auch wieder ignorierend an den Meinen, die ich an Dich gerichtet habe, vorübergegangen – whatever!).

    Ich widerspreche Dir in keinem einzigen Punkt, nur habe ich neben dem Wunsch nach einer zufriedenen Trockenheit auch den Drang, die sich hinter meinem Suchtverhalten verbergenden Prinzipien und Mechanismen zu verstehen. Das gelingt in meinen Augen aber nur durch differenzierte Betrachtungen und nicht durch das bloße Nachäffen (entschuldige bitte den Ausdruck). An dieser Stelle unterscheiden sich aber sicher die Geister, denn manchem reicht es einfach aus, eine stabile Trockenheit zu etablieren - fertig!

    Lustigerweise enden meine Gedanken zu diesem Thema in der These, dass sich im Rahmen der Selbsthilfe Betrachtungen des individuellen Suchtgeschehens (die objektiv betrachtet existieren) wenig sinnvoll und zuweilen sogar schädlich sein können.

    Schade, dass solche Gedanken bereits im Keim erwürgt werden :?.

    LG

    J.

    Hallo Plejaden,

    ich kann Dir natürlich nicht sagen, ob Deine Strategie bei der Werbung richtig ist - wichtig ist wohl, dass Du Dich sicher fühlst und wenn Webung Anzeichen von Verzichtsgefühlen wecken, dann ist es sicher ratsam, möglichst wenig davon wahrzunehmen.

    Ich persönlich betrachte Webung insgesamt recht bewusst, weil ich sie per se interessant finde. Allerdings schaue ich nur selten fern und daher sind viele Spots auch direkt Neuerscheinungen für mich :wink:.

    Ist aber auch ein weites Feld und dazu gibt es sicher tausend Ansichten.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    Andy :
    Natürlich hast Du Recht mit Deiner Aussage:

    Zitat

    zumindest für jeden mit einer allgemeinen Schulbildung, nur eine einzige Antwort zulassen, Sucht ist Sucht


    Und selbstverständlich auch mit Deinen weiteren Worten, allerdings ist Sucht letztendlich auch nur ein Oberbegriff wie z.B. Auto oder Baum :wink: . All diese Dinge lassen sich sehr einfach und ohne Abstufungen betrachten:

    Steht da ein Baum vor meinem Fenster? >>> Ja oder Nein?
    Besitze ich ein Auto? >>> Ja oder Nein?
    Bin ich süchtig? >>> Ja oder Nein?

    Aus diesem (wie ich persönlich empfinde) doch sehr kleinen, erkenntnisreichen Momenten kann dann die Frage entstehen, ob ich mich verändern möchte, oder nicht. Möchte ich dies, so habe ich es beim Baum und beim Auto recht einfach: Fällen bzw. Verkaufen. Bei der Sucht steht mir aber eine durchaus intensiver Arbeit bevor, die eben auch mit der Aufarbeitung der Suchtgeschichte und der Etablierung einer zufriedenen, trockenen Lebensweise einhergeht. Und das muss man schon in erster Linie mit sich selbst ausmachen (wobei die Erfahrungen derer, die diesen Weg eben schon gegangen sind, unschätzbar wertvoll sind).

    @Spedi:
    Nun versuche ich Dir mal den Spagat zwischen Werbung und ‚Alkohol aus zweiter Hand’ zu erklären, wie ich ihn verstehe:

    Die Tatsache, die eigene Sucht erkannt und vor dem Alkohol kapituliert zu haben, ist doch offensichtlich keine ausreichende Sicherheit für eine dauerhafte Trockenheit. Wäre dem so, dann wären doch auch Oktoberfestbesuche und Kneipentätigkeiten völlig frei von Gefahr. Sind sie aber nicht! Warum? Weil wir Menschen trotz unserer hoch entwickelten Sprache auch andere Wahrnehmungen von unserem Gegenüber haben, die uns mit Informationen versorgen. Beispiel: Du sitzt in der Bahn und in Deiner Nähe befindet sich ein kleines Grüppchen, welches sich ausgelassen unterhält, miteinander lacht etc. Die Information, die Du in diesem Augenblick bekommst, ist, dass sich diese Menschen offensichtlich wohl fühlen. Diese Information würde sich auch nicht verändern, wenn jede dieser Personen mit einer Büchse Bier in der Hand dort sitzen würde. Und genau das ist für uns Süchtige gefährlich, weil diese Information beinhaltet, dass man auch mit Alkohol Spaß haben kann.

    Werbung funktioniert jetzt nach exakt dem gleichen Prinzip: Es werden Situationen gestellt, die per se als angenehm empfunden werden, und in denen ganz zufällig auch jeder fröhlich und ausgelassen sein Glas in der Hand hält.

    Ich hoffe, dass habe ich jetzt einigermaßen verständlich erklärt?!

    Eine ganz kleine Anmerkung sei mir aber noch erlaubt:

    Lieber Spedi, Du hast hier in diesem Thread etwas missverständlich vom Leben nach der Sucht gesprochen und auf die Nachfrage von clare lediglich darauf hingewiesen, sie solle sich doch auf das Geschriebene konzentrieren und nichts in Deine Texte hineininterpretieren.

    Dieser ganze Thread ist entstanden, weil Du meine Worte in Hartmut’s Nachbarthread offensichtlich ebenfalls etwas uminterpretiert hast. Ich zitiere noch einmal:

    Zitat von JoeDoe

    Wenn ich mich so durch die Grundbausteine lese, dann sehe ich prinzipiell auch, dass sich dort auch Interpretationsspielraum befindet, bzw. dass individuelle Aspekte eben auch die Umsetzung dieser Grundbausteine beeinflussen.

    Dein Beitrag direkt darunter:

    Zitat von Spedi

    Und da ist sie wieder, die viel beschworene Individualität.

    Die muss manchen Menschen ja schon wahnsinnig viel Wert sein, wenn da so oft so ein "Trara" darum gemacht wird...

    Ich werd' doch mal einen eigenen Thread eröfnen...nur für das Thema "Individualität in der Sucht".


    Ich finde es schade, wenn es über solche Fehlinterpretationen immer wieder zu recht sinnfreien Diskussionen kommt, ein kurzes Nachfragen hilft vielleicht etwas effektiver?

    Trotzdem habe ich auch hier wieder viel mitnehmen können … Ich hoffe, ihr seht das ähnlich :wink:

    Liebe Grüße

    J.

    Hi Spedi,

    Du hast meine Frage bezüglich Deines Führerscheines nicht beantwortet? Oder erscheint Dir die Schilderung Deiner ganz persönlichen Wahrnehmung von Werbung für alkoholische Getränke zu individuell :wink:?

    Da dieser Thread auf einer, meiner Aussagen fußt, mag ich Dich noch einmal kurz darauf hinweisen, dass ich nicht von individueller Sucht, sondern von individuellen Aspekten (ja, der sozialistische Einheitsmensch ist seit einigen Jahren Vergangenheit :wink:) in der Trockenheitsarbeit gesprochen habe. Gäbe es hier ein Patentrezept, so wundert es mich doch, dass man nirgendwo davon hört.

    Zum Thema Sucht=Sucht: Ich glaube mich zu erinnern, dass die WHO den Begriff Sucht (addiction) in ihren Krankheitsdefinitionen gestrichen und durch den Begriff Abhängigkeit (dependence) ersetzt hat. Nicht zuletzt liegt das an einer Überstrapazierung des Suchtbegriffes:

    Alkoholsucht, Magersucht, Spielsucht, Kaufsucht, ja es gibt sogar noch die Gelbsucht. Vielleicht wage ich mich dem Abgrund trotzig ins Auge blickend ein wenig weit aus dem Fenster, aber ich behaupte einmal, dass diese Suchtformen durchaus differenzierbar sind. In gleicher Weise differieren Suchtgeschichten.

    Und nicht vergessen, ich bin der Frischling, Du der LZT, daher liegt das Recht, dumme Fragen und Thesen zu formulieren auf meiner Seite :wink: .

    Und nicht die Sache mit dem Führen eines Fahrzeuges in Sichtweise eines Bierplakates vergessen. War eine ernstgemeinte Frage.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Spedi,

    da dieser Thread ja direkt aus einer meiner Aussagen aus einem anderen Thread entsprungen ist, mag ich ganz kurz mal:

    Ganz ehrlich: Ich bewundere Deine Stringenz und Deine Konsequenz in der Umsetzung der Grundbausteine. Aber bei aller Vorsicht bist auch Du immer wieder alkoholischen Reizen ausgesetzt. Sei es nun in der Werbung, oder wenn Du in der Stadt eine angetrunkene Person zu sehen bekommst. Jetzt behaupte ich einmal ganz verwegen, dass solche Reize eben auch eine individuell intensive Aktivierung des Suchtgedächtnisses hervorrufen. Nur eine These, aber in letzter Konsequenz hättest Du ansonsten auch Deinen Führerschein schon lange abgeben müssen, da sich ja die Gefahr ergeben könnte, an einer Bierreklame vorbeizufahren. Zum Schutze der Trockenheit gäbe es nur eine Möglichkeit: Augen zu und mit Vollgas an der Gefahr vorbei! Und zwar ohne Rücksicht auf querende Fußgänger oder andere in dieser Situation irrelevante Dinge. Wenn Du mir sagst, dies sei Blödsinn, so bitte ich Dich, mir zu erklären, warum und wie Du es schaffst, an einer Bierreklame vorbeizufahren? Ferner würde ich Dich bitten, mir zu erklären, warum manche in diesem Forum tatsächlich Probleme mit Werbung für alkoholische Getränke haben und ob es dann im Sinne der eigenen Sicherheit wäre, künftig aus beschriebenem Grunde kein Auto mehr zu fahren.

    Sei mir nicht böse, dass ich jetzt ein wenig überzeichnet habe, aber diese Fragen stellen sich mir tatsächlich :shock:.

    Zuletzt sei bemerkt, dass

    Zitat von Spedi

    Die "Begleitumstände" (z.B. soziales Umfeld, berufliche Situation etc.)


    mit Sicherheit keinen suchtrelevanten Faktor im engsten Sinne darstellen, wohl aber sehr wichtig für die eigene, persönliche Zufriedenheit sind. Und diese Umstände positiv zu gestalten, da sind wir uns sicher einig, ist für eine dauerhafte Trockenheit mit Sicherheit von Vorteil (und leider auch sehr individuell).

    That’s all! :wink:

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Blizzard,

    dank Dir für die Wünsche!

    Habe gerade auch schon wieder 2 'Ansprechpartner' gefunden, die in den nächsten Tagen Post von mir erhalten werden ... bleibe also am Ball!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Hartmut,

    ich weiß nicht, ob Du mich jetzt auch konkret ansprichst, aber ich gehöre auf jeden Fall zur Generation 6Monate+ und daher antworte ich einfach einmal :wink:

    Wenn ich mich so durch die Grundbausteine lese, dann sehe ich prinzipiell auch, dass sich dort auch Interpretationsspielraum befindet, bzw. dass individuelle Aspekte eben auch die Umsetzung dieser Grundbausteine beeinflussen.

    Dabei ist vollkommen klar, dass man sich natürlich ziemlich bescheuert verhält, wenn man z.B. folgende Meinung vertritt:

    Nur weil ich nix mehr trinke, bin ich immer noch Fußballfan, lass mir den Spaß auch nicht verderben und feiere weiter mit meinen Jungs in der Kneipe!

    Auf der anderen Seite beinhalten die Grundbausteine aber auch Passagen, deren Umsetzung im Einzelfall etwas schwierig werden. Ein Beispiel von mir:

    Zitat von Grundbausteine

    Letztlich gehört auch zu diesem neuen alkoholfreien Umfeld, jene Plätze zu meiden, an denen man Alkohol getrunken hat, diese Orte mit dem Konsum von Alkohol verbindet.


    In meinem Falle hieße das primär, das Wohnzimmer und meinen Arbeitsplatz am Computer zu meiden. In Kneipen habe ich mich nie aufgehalten und in Gaststätten zwar auch etwas getrunken, mich aber nie betrunken. Wo ist es jetzt gefährlicher für mich, wenn ich mit netten Leuten, die keinen Alkohol trinken, in ein Lokal gehen könnte? In der Gaststätte, wo ich mich damit konfrontiert sehe, dass an Nebentischen Alkohol konsumiert wird, oder allein zu Hause (also meiner eigentlichen Trinkumgebung) mit dem Gedanken, einen netten Abend zu verpassen? (Bitte nicht antworten, ich kenne die Lösung :wink:)

    Ich kann mir also vorstellen, dass manche am Anfang sehr konsequent diese Bausteine beachten, nach einiger Zeit aber immer sorgloser durch den Alltag schreiten und dabei sicher auch leichtsinnig werden können. Vielleicht steht da auch der Wunsch, es doch noch einmal probieren zu wollen, im Hintergrund. Aber das ist natürlich auch nur Spekulationen.

    Letztendlich ist ja doch jeder ganz allein für sich verantwortlich und muss wissen, was der eigenen Abstinenz gut und was ihr eben nicht so gut tut.

    Aber auch nur so meine Gedanken :wink:

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo miteinander,

    Heute ist irgendwie ein wirklich mistiger Tag!

    Habe zum Monatsende mal wieder einen Blick auf unsere Finanzlage geworfen und offenbar hat der allseits thematisierte Klimawandel mit seinem Anstieg der Meeresspiegel seinen Weg bisher nicht in mein Portemonnaie gefunden: Denn dort herrscht weiterhin finsterste Ebbe :cry:. Dazu gesellt sich die Tatsache, dass sich die Absagen auf meine Bewerbungen in ihrer Summe bald der Dreistelligkeit nähern und ich mich wohl langsam darauf einstellen sollte, mit einem spitzen Stock bewaffnet die lokalen Parkanlagen von Papierschnipseln zu befreien - in der steten Hoffnung, mit ein paar erbeuteten Pfandflaschen eine kleine Rücklage für mein Alter bilden zu können.

    Ich muss gestehen, mich überfällt ein wenig das altbekannte IAS-Syndrom. Ich halte mich bei meiner Stellensuche schon für sehr bemüht und wüsste nicht, wie ich mich und meine Arbeitsleistung jetzt noch besser anbieten könnte (So sieht das bedauerlicherweise auch mein Bewerbungscoach, was mich langsam auch ein wenig an dessen Kompetenz zweifeln lässt).

    Na ja, aber was soll’s. Es sind noch ein paar unbeantwortete Schreiben draußen und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt :wink: .

    ( Plejaden :

    Zitat

    Ich bin auf jeden Fall froh, zuerst hier im Forum gelandet zu sein. Ich weiß nicht ob ich nur mit Hilfe der SHG trocken geblieben wäre.

    Das sehe ich bei mir sehr ähnlich!)

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Andreas,

    auch ich bin ‚Ersttäter’ und kann Deine Gedanken durchaus nachvollziehen.

    Als ich ins Krankenhaus (zur Entgiftung) gegangen bin, habe ich eine Menge Erwartungen und Hoffnungen mit im Köfferchen gehabt. Auch bei mir wurde (wie wahrscheinlich überall) kein Unterschied gemacht, ob man sich zum ersten oder bereits zum 20sten Male dort eingefunden hat. Nun war ich auch noch zur Ferienzeit dort, und das ‚Programm’ war ohnehin etwas eingeschränkt, aber selbst bei vollem Tagesplan hatte ich oft den Eindruck, dass man sich überhaupt nicht angemessen um mich und mein Problem kümmert. Da waren ‚harte’ Fälle, die überhaupt keine Einsicht zeigten, ‚romantische’ Träumer vom kontrolliertem Trinken und, und, und ... Ich fühlte mich mit meiner eigenen, ach so speziellen und individuellen Problematik von den Ärzten und Therapeuten einfach nicht wahrgenommen.

    Als dann auch noch die Mitpatienten gingen, mit denen ich mich über das Thema Alkohol sehr differenziert -und vor allem auch zielorientiert- austauschen konnte, habe ich tatsächlich nach Absprache mit den Ärzten das Krankenhaus 4 Tage früher verlassen, weil ich keinen Sinn in einem weiteren Aufenthalt gesehen habe.

    Obwohl ich damals also nicht immer begeistert gewesen bin, betrachte ich diese Zeit heute allerdings als sehr wichtig, lehr- und hilfreich für meinen weiteren Weg. Ein ganz wichtiger Punkt dabei war auch zu verstehen, dass eine Entgiftung eben ‚nur’ eine Entgiftung und keine Therapie darstellt. Und vielleicht noch wichtiger: Ungeduld und der Wunsch nach individueller Behandlung sind schlechte Begleiter. Alle Formen der Therapie können höchstens Anregungen für ein selbstbestimmtes und alkoholfreies Leben geben, leben muss es aber jeder ganz für sich.

    Liebe Grüße

    J.

    Hi Andy,

    na ja, andere SHG sind natürlich von Grund auf böse :twisted: .

    Nein, kleiner Scherz, aber ich halte mich diesbezüglich an die Regeln und berichte hier nicht über meine Aktivität auf diesem Gebiet. Dazu nur ganz kurz mein kleiner, allgemeiner Eindruck: Die Gruppen, die ich bisher kennen gelernt habe, waren in ihrer Geradlinigkeit und Stringenz Meilen von diesem Forum entfernt und so manches mal habe ich mir nach den Treffen gedacht, dass ich mir diese Auseinandersetzung auch hätte schenken können :? .

    Vielleicht bin ich durch meinen Aufenthalt hier zu sehr verwöhnt worden, aber das sich da draußen so manches Herumgeeier und Mit-dem-Feuer-Gespiele herumtreibt und dies teilweise noch nicht mal im Ansatz kritisiert wird, das erkenne selbst ich mit meiner jungen Trockenheit. Hmmm, aber ich gucke natürlich weiter!

    Soweit mal bis hier.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    genau das:

    Zitat

    ... Meine Energie darauf legen, mir ein Ziel im Leben zu suchen.


    mache ich ja auf der beruflichen Ebene auch zurzeit.

    Hier jetzt der gefährliche Punkt: Ich finde mein Ziel und gehe vollkommen darin auf, meine restliche freie Zeit geht für meine Hobbys drauf und die Beschäftigung mit meiner Krankheit fällt unter den Tisch. Irgendwann sind die negativen Erinnerungen verblasst und nach ein zwei unbedachten Situationen, in denen andere mit Alkohol Spaß zu haben scheinen, ist er wieder da: Der Gedanke, auch mal wieder zum Glas greifen zu wollen. Wahrscheinlich wäre ich nicht der Erste, der so durch die Ignoranz der eigenen Krankheit in einen Rückfall hineinstürzt :?:

    Wie schon mal vermutet: Manch ein Lanzeitler denkt sich wohl: ‚Was für bekloppte Gedanken’, aber mir fällt eben auf, dass ich mich immer weniger mit dem Thema beschäftige. Einerseits finde ich das gut, denn das ganze kann sich ja nicht um eine lebenslange Vollzeitbeschäftigung handeln (Ich meine jetzt diese aktive Auseinandersetzung, nicht den Alkoholismus an sich), andererseits sehe ich natürlich auch die oben beschriebene Gefahr.

    Hmmm, mal gucken. Ich fühle mich jetzt jedenfalls sehr sicher und mit meiner Abstinenz auch hochzufrieden :D .

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Andreas,

    Zitat von andreas57

    Außerdem suche ich die Auseinandersetzung mit dem Thema Alkohol auch bewusst …


    Genau das meine ich :wink: ! Wie viel bewusste Auseinandersetzung ist wichtig, damit ich auch in Zukunft nicht auf die Idee komme, es mal wieder versuchen zu können oder zu wollen. Denn das genau das durchaus passieren kann, habe ich hier und auch im RL nun schon diverse Male miterleben können.

    Ich versuche diesen Zustand der zufriedenen Trockenheit manchmal mit meiner Cannabis-Abstinenz zu vergleichen. Denn Cannabis habe ich auch über Jahre und teilweise sehr intensiv konsumiert. Nun mag ich natürlich keine Äpfel mit Birnen vergleichen, aber ich empfinde diese Abstinenz als höchstzufrieden und auch völlig frei von Verzichtsgedanken – und das alles ohne einen überwachten Entzug, ohne Therapie, ohne SHG oder anderen Hilfestellungen und vor Allem: ganz ohne mich mit dem Thema weiter beschäftigen zu wollen oder zu müssen. Ein ganz entscheidender Unterschied ist selbstverständlich, dass z.B. bei Familientreffen anlässlich Oma’s 80sten Geburtages keine Joints und keine Pfeifen die Runde machen und auch im Firmenleben der Abschluss eines wichtigen Auftrags nicht mit einem qualmenden Eimer gefeiert wird. Der Alkohol hat da doch eine ganz andere Präsenz im Alltag und von daher macht diese dauerhafte Auseinandersetzung mit dem Thema natürlich auch Sinn.

    Tja, und in welchem zeitlichen Rahmen diese Auseinandersetzung dann letztlich erfolgt, muss ich wohl ganz für mich allein herausfinden. Die Hauptsache ist dann doch, dass meine thematische Beschäftigung ausreicht ….

    Zitat von andreas57

    ... um nur ja nicht zu vergessen was ich bin und immer bleiben werde: ALKOHOLIKER !


    Liebe Grüße

    J.