Beiträge von JoeDoe

    Hallo Plejaden,

    die Sache mit der Zählerei habe ich auch mal zur Seite gelegt. Ganz am Anfang hatte ich die Idee, mir eine lange Schnur zu besorgen und für jeden neuen Tag einen Knoten da hinein zu knoten (Wow: Knoten knoten – toller Ausdruck :wink:). Na ja, da hätte ich nun schon ein ziemlich langes Knotenmonster, aber ob’s was geholfen hätte?

    Außerdem hast Du wahrscheinlich Recht, mit diesem möglichen Gedanken: ‚Hui! so lange trocken – darauf kannste jetzt aber mal wieder anstoßen’ :?

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo joya, Hallo Plejaden,

    Hmmm, also eine wirkliche Leichtigkeit habe ich bei mir (leider) zurzeit noch nicht feststellen können, denn dafür gibt es eben doch noch die ein oder andere Baustelle. Wenn sich also Momente der Entspannung oder der Lebensfreude ausbreiten wollen, dann ist da immer noch etwas im Hinterkopf am quengeln. Alte Verhaltens- oder Denkmuster (‚Jetzt trink ich mir erst mal ein Bier’) treten in dem Rahmen aber nicht mehr auf. Gleiches gilt halt auch für die immer wieder mal wahrgenommenen alkoholischen Reize (Werbung, Produkte im Einzelhandel etc.). Aus dieser Sicht heraus kann ich meine Trockenheit schon irgendwie als zufrieden bezeichnen, aber ich mache mir eben auch Gedanken darüber, wie sich dieses Empfinden entwickeln könnte, wenn sich in meinem Leben eine allgemeine Zufriedenheit einstellt.

    Die Beschäftigung mit dem Alkoholismus sollte ja eine durchaus längerfristige Angelegenheit sein. Da mir wirklich beeindruckende Erfahrungen wie ein DT oder andere schmerzvolle Erlebnisse fehlen, mache ich mir jetzt Gedanken, welches Maß in diesem Zusammenhang sinnvoll bzw. sicher ist, damit ich eben nicht eines Tages leichtsinnig werde.

    Tja, so manch einer denkt jetzt wahrscheinlich: ‚Was für ne bescheuerte Frage?’. Das ändert natürlich nichts daran, dass sie durch meinen Schädel wuselt :wink: .

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Andy,

    da haste ja eine wilde Diskussion zum Laufen gebracht :wink: .

    Im Ernst: Ich denke, dass sicher viele Deiner Thesen prinzipiell eine Menge Wahrheit enthalten und sich daraus auch eine wünschenswerte Veränderung im allgemeinen Umgang mit dem Thema Alkoholismus ableiten lässt. Ausgehend vom volkswirtschaftlichen Schaden könnten ein wesentlich differenzierteres Bild unserer Krankheit, eine dadurch besser funktionierende Prävention und natürlich auch eine vorurteilsfreiere Wiedereingliederung von Kranken von allgemeinem gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Nutzen sein. Aaaaaaber: Das juckt keinen!

    Warum? Einfache Antwort: Ein leistungsorientierte Gesellschaft braucht negative Bilder und Entwicklungsperspektiven. Und das Klischee vom am frühen Morgen zum Schnaps greifenden und den ganzen Tag im Suff verbringenden Alkoholiker ist eben ein solches Negativ. Ein anderes Beispiel wäre der berühmte ‚Müllmann’. Wie vielen Kindern wird Strebsamkeit während der Schulzeit nahe gelegt, damit sie eben nicht eines Tages bei Wind und Wetter den Dreck fremder Leute einsammeln müssen (und dieses Klischee ist eigentlich längst überholt, weil Millionen Menschen in diesem Land eine weitaus beschi###ere Arbeit für beschi###eres Geld machen) ? In Konkurrenzsituationen oder im Rahmen der persönlichen Profilierung wird eben auch gerne auf solche ‚Makel’ der anderen verwiesen und damit die eigene Position gestärkt. Jetzt stellt sich aber nicht die Frage, ob ich das gut finde, oder nicht. Ändern kann ich das sowieso nicht. Viel interessanter ist eben doch, wie ich mich persönlich verhalte, wenn die Reaktionen meiner Umwelt auf mein offenbartes Alkoholproblem negativ ausfällt. So verstehe ich jedenfalls Aussagen, wie ‚Ich bleibe lieber bei mir!’ oder ‚Ich lebe einem gesunden Egoismus!’. Vielleicht ist das auch der wirklich beste Weg, gesellschaftlich etwas zu bewegen: Stabil werden und anderen die eigenen Erfahrungen vermitteln, wenn sie denn gewünscht werden.

    Nur so meine Gedanken

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    so, mal wieder einige Zeilen von meiner Wenigkeit. Habe ja hier kaum berichtet, nur in Spedi’s Thread ein wenig geschrieben, gelesen, reflektiert und natürlich auch angenommen :wink: . Das Thema passt auch ganz gut in meine Überlegungen, warum Alkoholismus bei allen Differenzierungsmöglichkeiten und individuellen Ausprägungen im Rahmen der Selbsthilfe eben sehr indifferent betrachtet wird und warum dies auch sinnvoll ist. Ob oder wann ich meine hobbypsychologischen Gedanken dazu hier mal zu Papier bringe, weiß ich allerdings noch nicht.

    Ansonsten hat sich mein (unser) Leben wieder nach den letzten Wochen wieder normalisiert. Ich weiß nicht, ob es richtig war, das letzte Thema hier kurz anzuschneiden, aber es war eben doch sehr dominant präsent. Ich denke auch, dass es per se mit dem Potential versehen ist, in einen Rückfall hinein zu geraten. Vor diesem Hintergrund eben doch der kurze Bericht.

    Viel mehr gibt es eigentlich auch kaum zu berichten. Mir fällt in letzter Zeit nur auf, dass das Thema Alkohol zunehmend verblasst: Drehten sich meine Gedanken am Anfang meiner Abstinenz über viele Stunden am Tag darum, so dringt es heuer oft nur kurz oder gar nicht mehr an die Oberfläche. Ein Beispiel: Vor einigen Monaten haben sich meine Gedanken beim und nach dem Besuch des örtlichen Lebensmitteldiscounters über lange Zeit mit den dort wahrgenommenen Reizen beschäftigt – Der wirklich alkoholfreie Supermarkt ist ja noch nicht erfunden und wer mir den Kauf im Fachgeschäft empfiehlt, kann gerne meine Kontodaten für die Einrichtung eines Dauerauftrages bekommen :wink: . Jedenfalls bemerke ich, dass ich in letzter Zeit am Wein- oder Biersortiment vorbeigehe, ohne mich dabei gedanklich mit dem Thema beschäftigen zu müssen oder zu wollen. Ich betrachte diese Nichtbeachtung mittlerweile als selbstverständlich, weil es mir über den Tag hinweg mehr Freiraum lässt, mich thematisch mit anderen und nicht weniger wichtigen Dingen zu beschäftigen.

    Hmmm, im Prinzip genieße (und nutze) ich diesen Freiraum auch, bin mir aber dennoch ein wenig unsicher, ob oder in welchem Rahmen ich mich zu weit vom Thema Alkohol löse? Wie viel Zeit sollte man gedanklich investieren, wie viel Selbstverständlichkeit zulassen und genießen? Gar nicht so einfach!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    Nur so eine Idee (bin ja kein Traumdeuter :wink:): Vielleicht haben diese ‚Kampfszenen’ ja auch gar keinen Bezug zum Alkohol, sondern eher zu Deinen Ängsten? Du schreibst, dass Du in diesen Träumen frei von Angst bist und Du Mitstreiter (Gleichgesinnte?) an Deiner Seite hast. Das sollte per se ja ein sehr positives Erleben sein und Dir zusätzliche Kraft und Selbstvertrauen geben können - so im Zusammenhang mit Veranstaltungen oder Aktivitäten. Einfach das Gefühl ‚Ich bin nicht allein!

    Bin gespannt auf Deine weiteren Forschungen.

    Liebe Grüße

    J.

    @Spedi:

    Na, ich wollte Dir schon nix Böses unterstellen :wink: .

    Im Ernst: Deine (doch sehr) stringente Meinung ist mir manchmal etwas fremd - auch wenn sie wohl eben auf Erfahrungswerten beruht. An dieser Stelle befinde ich mich eben auch noch an einem Punkt, an dem ich zwar Vieles annehme, aber eben noch nicht verstehe und -so wie Du auch in Deinen Anfangstagen- mit einigen Baustellen zu kämpfen habe.

    Von daher: Ich wollte Dich nicht angreifen, und lausche Deinen Worten immer wieder ... nur mit dem tiefergehenden Verständnis hapert es halt manchmal :wink:

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    @Karsten:

    Zitat

    Ich verbringe hier ja jeden Tag und der Trend geht oft dahin, dass eben eine Frage gestellt wird, aber die Antwort möchte man nicht hören, weil sie eben nicht in die eigenen Gedanken passen. Dann schreiben noch ein, zwei mit den selben Gedanken und fühlen sich dann zusammen angegriffen und bleiben weg.


    Jetzt mal so ganz ohne Theorie und konkret auf mich bezogen:

    Vor einigen Monaten, meine Abstinenz war noch recht jung, habe ich im heimischen Umfeld ein kleines ‚Experiment’ veranstaltet.
    (zum Nachlesen -> https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…p=130516#130516 )
    Vielleicht erinnerst Du Dich daran, von Dir kam dazu auch entsprechende Kritik. Natürlich habe ich mir damals andere Reaktionen vorgestellt, allerdings habe ich mich nicht angegriffen gefühlt, sondern vielmehr unverstanden. Ich hätte mir vielleicht ein wenig mehr Erläuterungen gewünscht, WARUM dieses Experiment so gefährlich ist und auch in die Hose hätte gehen können. Nun bin ich aber hartnäckig genug gewesen, um weiter hier zu lesen, zu schreiben und zu lernen und aus heutiger Sicht heraus, würde ich jedem, der ein ähnliches Unterfangen vorbereitet, auch davon abraten. Aber es hat schon eine Weile gedauert, bis ich das verstanden habe.

    Jetzt wieder meine Spekulationen:

    Für andere, die eben nicht mit dieser Hartnäckigkeit am Ball bleiben, und die dann auch noch schulterklopfende Unterstützung für riskantes Verhalten bekommen, wäre dann vielleicht eine etwas andere Herangehensweise eine Möglichkeit, eine weitere Runde im Alkoholismuskarussell zu verhindern. Meine (zugegebenermaßen kaum als ausufernd zu bezeichnenden) Erfahrungen mit Suchtberatungen und auch Gruppen zeigen mir, dass das so an anderer Stelle auch oft gehandhabt wird. Ich denke, dass auch diese Angebote letztlich auf mehr oder weniger erfolgreichen Erfahrungswerten beruhen (?), und dass sich da auch gangbare Wege in eine erfolgreiche Trockenheit offenbaren können. Das ist keine Kritik an der Herangehensweise, die in diesem Forum praktiziert wird, sondern nur ein Versuch, mir zu erklären, warum sich manche auch wieder von hier fort bewegen.

    Vor diesem Hintergrund verstehe ich dann die manchmal entstehende Aufregung nicht, die hier entsteht, wenn es zu Diskussionen und Abwanderungen kommt. Nicht jeder ist am gleichen Punkt und verspürt den gleichen Leidensdruck. Das Ziel, die zufriedene Trockenheit, steht zwar sicher immer auf den gleichen Säulen – wie und mit welcher Hilfe man sich diese erarbeitet, ist doch aber ganz unterschiedlich.

    Blizzard :

    Zitat

    Ich habe in den letzten Minuten des Lesens einiges hier gelernt.


    Na, darum sind wir doch hier, oder? :wink:

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Karsten,

    ich wollte nicht kritisieren, nur spekulieren.

    Am Beispiel der Kapitulation vor dem Suchtmittel: Wie Du ja von Dir berichtet hast, war Dir an Deinem Tiefpunkt Deine Machtlosigkeit schon sehr deutlich bewusst. Für jemanden, der sich dieser Machtlosigkeit in dieser Form noch nicht so bewusst ist, ist es vielleicht etwas schwieriger sich unter der Aufforderung Kapituliere vor dem Alkohol! etwas vorzustellen. Ich habe mir dazu auch erst nach meiner Abstinenz meine Gedanken gemacht und stelle jetzt fest, dass sich hinter diesem Begriff doch sehr viele Vorstellungen verbergen: So manch einer personifiziert den Alkohol, gibt ihm unsagbar böse Eigenschaften und leitet daraus die eigene Machtlosigkeit ab. Da komme ich beispielsweise gar nicht mit klar, aber trotzdem wage ich mich zu behaupten, diese Kapitulation vollzogen zu haben - die dahinterliegende Vorstellung ist jedoch eine andere. An solch einem Punkt wird es sicher immer Raum zur Diskussion geben.

    Ähnliches gilt für den Begriff "Wille". Eine einheitliche Definition fehlt und so kommt es, dass man zwar nicht über den Willen trocken werden kann, aber ein Ich darf nicht trinken doch viel kritischer als ein Ich will nicht trinken gesehen wird. Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich.

    Vor diesem Hintergrund finde ich Diskussionen (auch diejenigen, die Erfahrungen von LZT hinterfragen) völlig legitim. Erst darüber kann sich doch erst persönlich brauchbares Wissen entwickeln.

    Wenn ich jetzt also sage, dass einem Frischling der Stil und der Weg am Anfang vielleicht noch nicht so ganz klar sind, dann meine ich eben vor allem auch, dass solche Diskussionen und Hinterfragungen hier eben nicht so gerne gesehen werden, und manchmal auch nur mit einem Du hast nasse Gedanken - Geh in Dich! abgewürgt werden. Ob das dann wirklich hilfreich ist, weiß ich nicht.

    Ich habe persönlich auch kein Problem damit, aber immer wieder kommen von Seiten der LZT oder der Forenleitung Fragen auf, warum Menschen sich hier wieder zurückziehen und nicht dauerhaft an sich arbeiten ... und vor diesem Hintergrund eben meine Gedanken zum Thema.

    @Rose2:
    Ich habe gar keine Vorstellung von einem eigenen, individuellen Weg - Ich glaube sogar, dass ich ziemlich 'straight' meinen Weg mit Arzt, Entgiftung, Suchtberatung, Gruppe, Forum und auch Vertrauen gehe. Dennoch hinterfrage ich auch gerne - nicht, um meine Individualität zu unterstreichen (die haben wir alle doch so oder so!), sondern um angenommenes Wissen auch zu verstehen. Finde ich grundsätzlich nicht verkehrt :wink: .

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    da ich ja auch schon mal einige Worte hier verloren habe, mag ich mich auch ein paar Gedanken anmerken:

    Mir liegt es völlig fern, die Wege, die hier aufgezeigt werden, verändern zu wollen oder gar einen eigenen Weg in die erfolgreiche Trockenheit aufzeigen zu wollen (dazu hätte ich ja überhaupt keine Erfahrungskompetenz). Was mich manchmal nur etwas wurmt, ist die an manchen Stellen etwas durchschimmernde Ungeduld, die ich manchmal zu lesen glaube. Als Beispiel einmal der gute Spedi. In Deinem ersten Beitrag in diesem Forum schreibst Du über Dich:

    Zitat von Spedi

    … seit gut dreieinhalb Jahren trocken, davon seit zwei Jahren zufrieden trocken. […] Auch wenn ich am Anfang über die Ratschläge anderer den Kopf geschüttelt habe: mit der Zeit wuchs in mir die Einsicht …


    Ich entnehme daraus, dass auch Dein Weg in die zufriedene Trockenheit zu Beginn nicht von bedingungsloser Akzeptanz geprägt war und Du eben das von Dir benötigte Weilchen gebraucht hast, um wirklich die Kurve zu kriegen.

    In der gleichen Weise ergeht es sicher auch vielen Frischlingen, die am Beginn ihrer Abstinenz nicht nur mit einer emotionalen Dünnhäutigkeit, sondern vor Allem mit einer Menge Fragen in das Forum kommen. Dabei können von LZT längst verinnerlichte Grundsätze in Form kurzer Phrasen einfach mehr Fragen aufwerfen, als Antworten bieten. An dieser Stelle wäre vielleicht ein wenig mehr Geduld und/oder Erklärungen ganz hilfreich?!?

    Wie gesagt, mich stört das nicht, ich kann mir aber vorstellen, dass manch einer davon durchaus abgeschreckt wird und da komme ich zum zweiten Punkt:

    Der Stil des Forums und der hier aufgezeigte Weg, wie Du ihn hier beschrieben hast, lieber Karsten, ist für den frisch angemeldeten User so kaum erkennbar, weil einem so viele Dinge am Anfang durch den Kopf jagen, dass man froh ist, überhaupt einen Ansprechpartner zu finden. Mit der Zeit und der gewonnenen Ruhe kehren diejenigen, denen dieser Stil zu hart oder zu kompromisslos ist, dem Forum auch wieder den Rücken – und das eben auch oft verbunden mit einer entsprechenden Diskussion.

    Niemand muss sich in seinen Meinungen verbiegen, um anderen zu gefallen, aber das gilt natürlich nicht nur für die Forenleitung, sondern für alle Teilnehmer des offenen Bereiches.

    Für den ruhigeren Austausch gibt es ja noch den geschützten Bereich!

    Also: Alles doch in bester Ordnung, oder?

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo miteinander,

    Sabine :

    Dank Dir für Deine Sorgen bezüglich meiner Partnerin. Ich hatte ja gar nicht erwähnt, wie sie eigentlich mit der Situation umgeht. Dazu sei nur kurz bemerkt, dass sie einer bevorstehenden Elternschaft deutlich kritischer gegenüberstand, als ich das tat. Insofern hat die Entwicklung ihr eine Entscheidung abgenommen, die sie im Falle einer Unterbrechung vielleicht später einmal bereuen hätte können. Vor diesem Hintergrund betrachtet geht es ihr sehr gut.

    Blizzard :

    Ich danke Dir für Dein Beileid und belasse die leicht sarkastische Nachbemerkung mit den Glückwünschen einmal unkommentiert. Vielmehr mag ich Dich noch einmal darauf hinweisen, dass wir keine endgültige Entscheidung getroffen hatten und mag auf die von Dir ins Feld gebrachte Verantwortung kurz eingehen:

    Du hast natürlich völlig Recht, dass Verantwortungsbewusstsein per se im Laufe eines Alkoholikerdaseins sicher keine besondere Förderung genießen durfte. Der Prozess des Trockenwerdens beinhaltet damit auch, sich mit diesem Thema ernsthaft auseinanderzusetzen. Ich für meinen Teil habe eben leider auch viel zu oft Verantwortung übernommen, die mich entweder fachlich, oder zeitlich völlig überfordert hat. Hier gilt es für mich, eben nicht nur die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme zu rekultivieren, sondern vor Allem auch, mir meiner Fähigkeiten und Leistungspotentiale bewusst zu werden und deren Grenzen zu erkennen. Dies bedeutet natürlich nicht, dass ich nicht bereit bin, mich weiter zu entwickeln und meinen Handlungsspielraum stetig zu vergrößern, aber eben doch, dass ich gerade als Alkoholiker ein Auge darauf halten sollte, mich nicht zu überfordern. Du selbst hast in Deinem Thread Deine Unsicherheit bezüglich Deines möglichen, neuen Wirkungsbereichs in München beschrieben. Ich persönlich finde das auch gut, denn ein paar Gedanken und Zweifel im Vorfeld sind immer besser, als sich blauäugig in ein Abenteuer zu stürzen, welchem man bei genauerer Analyse von Anfang an nicht gewachsen ist.

    Verantwortung hat also auch etwas damit zu tun, sich mit sich selbst und den möglichen Konsequenzen eigener Entscheidungen ernsthaft auseinanderzusetzen und ich glaube, dass ich (wir!) das sehr gewissenhaft getan haben, ohne dass wir am Ende eine Entscheidung hätten fällen müssen.

    Die Tatsache, dass ich mich angesichts der Entwicklung (die für viele Paare mit Kinderwunsch verständlicherweise sehr traurig ist) erleichtert fühle, ist nicht gleichbedeutend mit der Aussage, dass ich mich der Verantwortung Vaterschaft aufgrund einer Alkohol bedingten Schädigung meiner Sozialkompetenzen so mal eben auf die Schnelle entziehen wollte.

    Ich hoffe, dass ich mit diesen Worten einen kleinen Beitrag dazu leisten konnte, nicht als das gefühlskalte Forumsmonster abgestempelt zu werden.

    Soweit

    Liebe Grüße

    J.

    Hi Oliver,

    als ich das erste mal in einer realen SHG meine Abstinez mit den Worten '...mir ist schon klar, dass ich nicht mehr trinken darf ...' zu erklären versuchte, sind einige Teilnehmer doch recht deutlich auf mich eingegangen und haben mir erklärt, dass ich selbstverständlich alles darf. Nur mit den Konsequenzen, mit denen muss ich dann halt leben!

    So bin ich ganz schnell von 'ich darf nicht' zu 'ich will nicht' gekommen.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    Dies hier:

    Zitat

    Was mich jedoch immer noch nachdenklich macht ist die Tatsache, dass ich immer ganz schnell wieder nach Hause möchte. Ich war kaum vor Ort, da habe ich schon auf die Uhr geschaut wie lange es noch dauert bis es zu Ende ist und ich wieder nach Hause kann. Zu Hause fühle ich mich dann aber umgekehrt wieder gut, weil ich mal rausgegangen bin.


    kenne ich natürlich auch von mir und rate mal, wie ich mich nach ‚erfolgreichem’ Veranstaltungsbesuch dann daheim belohnt habe … richtig: mit einem Bier :?.

    Mittlerweile halte ich es so, dass ich mir genau überlege, ob ich denn jetzt wirklich Interesse habe, eine Veranstaltung zu besuchen, oder eben nicht. Fehlt die Lust, so ist nämlich nicht nur der Blick auf die Uhr völlig normal, sondern es fehlt auch die Möglichkeit, sich mit anderen (fremden!) Menschen thematisch auseinanderzusetzen - und das macht es dann wirklich unangenehm.

    Den Photo habe ich übrigens häufig auch mitgehabt, um mich effektiv hinter dem Sucher verschanzen zu können ... so als kleine Sicherheitsbarriere :wink: .
    Bei Sportveranstaltungen solltest Du vielleicht mal über digitale Apparate nachdenken: 70-80 Prozent Ausschuss sind normal (sagen selbst die Profis) und auf Film dann auf Dauer etwas teuer.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Karibikeumel,

    dank Dir für die aufmunternden Zeilen ... auch wenn sie sich vielleicht auf einen etwas älteren Beitrag beziehen :wink:? … aktuell steht/stand das hier bei mir auf dem Program:

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…p=183371#183371

    Ansonsten: An Hobbys mangelt es mir zum Glück wahrlich nicht: Abseits der Sorge um meinen finanziellen Unterhalt könnte der Tag 48 Stunden haben und wäre immer noch viel zu kurz, um all meinen Interessen gerecht zu werden :wink:. Da bin ich also gut versorgt.

    Allerdings: In einer Brauerei arbeiten geht gar nicht! Dafür ist mir meine Nüchternheit doch ein Stück zu wichtig.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo miteinander,

    bin immer noch nüchtern :wink: . Und das erfreulicherweise völlig ohne ein besonderes Gefühl dabei zu empfinden. Fern von Verzicht und Euphorie schlage ich mich durch mein Tagwerk und bastele an meiner Zukunft.

    Dazu passt dann auch kurz die Auflösung über das mich in den letzten Tagen so beherrschende Thema:
    *) Was ist in 20 Jahren?
    *) Welche Farben sind denn dann so angesagt?
    *) Wird man dann Folienschnitte auf Transferfolie mit dem heimischen Drucker herstellen können?
    Und zu guter Letzt:
    *) Gibt es dann überhaupt noch Heckscheiben, die man mit den bunten Lettern ABI 2027 verzieren kann?

    Der aufmerksame Leser hat sicher begriffen, um was es geht: Schwangerschaft! (Nein, ich bin nicht spontan mutiert, es betraf eher meine Partnerin, aber in gewisser Weise habe ich dazu natürlich auch beigetragen). Da es sich um ein ungeplantes Ereignis handelte und sich der Zeitpunkt als nicht besonders ideal darstellte (Ich weiß: Der ist NIE ideal!), galt es für uns, die Entscheidung zu treffen, ob wir uns dieser Herausforderung gewachsen sehen, oder eben nicht. Prinzipiell natürlich keine Angelegenheit von höchster Geheimhaltung, aber einerseits hat dieses Thema vor einiger Zeit wenig hilfreiche Grundsatzdiskussionen ausgelöst und andererseits hätten Erfahrungen, Meinungen und Ratschläge von Dritten keinen wirklich Beitrag leisten können: Das Projekt ABI 2027 hätte in unserer alleinigen Verantwortung gelegen und da gebe ich dann ehrlich gesagt auch nicht so viel um andere Meinungen.

    Wie der aufmerksame Leser sicher auch gemerkt hat, haben meine Beschreibungen von oben bereits einen finalen Charakter, was in der Tatsache begründet liegt, dass sich die Schwangerschaft nach 8 Wochen nicht weiter entwickelt hat, und dass wir das Denken und Grübeln bereits vor einer endgültigen Entscheidung einstellen konnten.

    Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich schon ein (klein) wenig traurig bin, aber der rationale Teil meines Verstandes zeigt sich doch erleichtert.

    Um den Bezug zum Alkohol nicht zu verlieren: Kein Saufdruck, auch keine Handlungsoption! Noch vor einem Jahr wäre ich nach Erhalt dieser Nachricht eine halbe Stunde verwirrt durch den Raum gelaufen und hätte mir dann ein Bier aufgemacht, dann noch eins, dann noch eins, dann noch eins, … Jetzt habe ich zusammen mit meiner Partnerin viele intensive Gespräche führen können und wäre in der Lage gewesen, mit den Folgen unserer Entscheidung (wie auch immer sie ausgefallen wäre) auch dauerhaft zu leben, ohne mir irgendwann einmal selbst vorwerfen zu müssen, dass ich damals im Suff entschieden habe.

    Trotzdem bin ich irgendwie auch froh, dass ich in sieben Monaten keine Windeln wechseln muss und dass ich (wir) dies nicht aktiv hätten verhindern müssen.

    Soweit mal.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    Andy :
    Ja, das mit dem ‚Eltern-Sein’ ist sicher eine kniffelige Sache. Bei mir hat sich nach allen Hochs und Tiefs der letzten 33 Jahre mittlerweile eine sehr gute Beziehung entwickelt. Bin gespannt, wie sich die Sache entwickelt, sollte ich selbst einmal Nachwuchs haben. (und das ich mir da auch mal problematische Situationen vorstellen kann, muss ich Dir wahrscheinlich gar nicht erzählen :? … Drück Dir mal die Daumen, dass Dein Sprössling auch mal wieder Land sieht.).

    Plejaden :
    Na, das ist doch mal etwas. Der Lohn der Beharrlichkeit :wink: .

    So, von mir jetzt wieder nur ein kurzer Piep! Im Augenblick bin ich immer noch ziemlich eingespannt mit Fragen und Gedanken zum Thema X (Aufklärung evtl. in der nächsten Woche), dazu kommen dann noch die Hunde, einige Aktualisierungen im Netz, Bewerbungen schreiben, Zahnriemen wechseln bevor er reißt, und, und, und … Wenn man für das Glühen von Gehirnzellen bezahlt werden würde, dann wäre mir ein Platz in den Top100 von Forbes ziemlich sicher. Na ja, es könnte schlimmer sein, aber Zeit zum Ausformulieren meiner Gedanken habe ich leider keine, deshalb tauch ich jetzt mal wieder ab.

    Wünsch Euch was!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo cady,

    erstmal ein herzliches Willkommen hier im Forum!

    Ich habe, ähnlich wie Erdling auch, sehr großes 'Glück' mit meiner Partnerin, die so gut wie nie Alkohol konsumiert und mir dadurch natürlich eine sehr wertvolle Stütze auf meinem Weg in die Trockenheit war (und natürlich auch weiter ist). Ich bin überzeugt, dass ich mit Sicherheit noch lange nicht so weit wäre, wenn ich mir in regelmäßigen Abständen hätte anschauen müssen, wie sich meine Partnerin dem Alkohol hingibt. Anders gesagt: Ein trinkender Partner kann eine latente Gefahr für die eigene Trockenheit darstellen.

    Zitat

    Seine Worte:Du kannst nicht von mir verlangen,daß ich nichts mehr trinke,nur weil Du nichts mehr trinkst... Nein ,verlangen kann ich es bestimmt nicht,aber wünschen tue ich es mir sehr...


    Es geht doch nicht darum, was Du Dir wünscht oder verlangst, sondern um das, was für Dich wichtig ist, um Dein Leben in eine zufriedene und alkoholfreie Zukunft zu führen. Dazu gehört vor Allem, dass Du die Verantwortung für Dein Leben (und auch für die Deiner Kinder) übernehmen und die Herausforderungen annehmen kannst, die die Zukunft noch für Dich bereithält.

    Selbst, wenn Du es schaffen solltest, an der Seite eines trinkenden Partners trocken zu werden, so steht die Zufriedenheit mit Dir und Deinem Leben noch auf einem anderen Blatt und da solltest Du Dir Gedanken machen, diese offen besprechen und gegebenenfalls auch Konsequenzen ziehen.

    Ich wünsche Dir viel Kraft.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Erdling,

    erstmal ein kurzes Willkommen und meinen Glückwunsch zu Deiner Entscheidung gegen den Alkohol und für das Leben :D.

    Zu Deiner Frage: Wasser ist natürlich schon mal richtig prima! Kein Zucker, keine Kalorien, keine künstlichen Aromen oder Farbstoffe ... rundherum ein klasse Getränk!

    Aber es gäbe da natürlich auch noch diverse Fruchtsäfte, Tees und in meinem speziellen Fall bin einer bekannten coffeinhaltigen Brause verfallen, die sehr effektiv dafür gesorgt hat, dass mein kleiner Bauchansatz auch über die Abstinenz hinweg weiter mein treuer Begleiter ist :roll: .

    Aufpassen würde ich in solchen Fällen, wo Getränke Dich an alte Trinkgewohnheiten erinnern. Also der ehemalige Rotweintrinker sollte vielleicht nicht unbedingt Traubensaft trinken, oder das von mir verschlungene Zuckerwasser ist vielleicht nicht die ideale Wahl für jemanden, der das Zeug jahrelang mit Rum oder Ähnlichem zusammen getrunken hat.

    Aber insgesamt musst Du natürlich schon selbst herausfinden, was Dir schmeckt :wink:.

    Liebe Grüße

    J.

    Hi Lütze,

    auch von mir einen herzlichen Glückwunsch!

    Ich lese immer ganz gerne bei Dir und muss schon sagen, dass Du ungeachtet aller Schwierigkeiten einen sehr konsequenten Weg beschreitest. (So zumindest mein Eindruck :wink:).

    Ich wünsch Dir alles Gute!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    you got it!

    Keine generelle, öffentliche Lizenz. Ich glaub auch nicht, dass ich im geschützten darüber schreiben würde, weil: Privat, persönlich und Ratschläge oder Erfahrungen Dritter sind diesbezüglich ohnehin von keiner Relevanz! Es gibt eben Dinge, die man mit sich selbst ausmachen muss.

    Bevor ich jetzt zum Mystery-Poster werde, lass ich das Thema aber ab hier mal ruhen :wink:.

    Ansonsten muss ich mich jetzt erstmal wieder um einige Dinge der privaten Lebensorganisation kümmern (Staubsaugen wäre z.B. mal wieder ein Thema :wink:)

    Liebe Grüße

    J.