Beiträge von JoeDoe

    Hallo miteinander,

    nun war ich eine gute Woche nicht mehr bei Euch im Forum und habe irgendwie kaum etwas zu berichten. Hmmm, also vor ziemlich genau einer Woche hat meine TK-Anlage das zeitliche gesegnet. Unglücklicherweise kann ich mich von einer erheblichen Mitschuld leider nicht freisprechen: Ich sage nur 35kg Röhre und eine Fallhöhe von gut einem Meter können ein doch recht umfangreiches Schadensbild produzieren! Sehr ärgerlich das Ganze, aber dafür bin ich jetzt stolzer Besitzer eines 24-Port-Switches! (Nu fehlen mir aber noch 20 Rechner, um das Gerät auch auszulasten :wink: ).

    Ansonsten steht für mich in dieser Woche die Entscheidung an, ob ich jetzt die ambulante Sucht-Reha beantrage, oder nicht :?: . Diese Frage stellt sich mir ganz ernsthaft, weil ich durch die Eindrücke der Vorlaufphase immer mehr zu dem Glauben komme, dass es in dieser Maßnahme eher darum geht, Menschen zu einem trockenen Leben zu überreden, als tatsächlich mit entschlossenen Abstinenzwilligen zu arbeiten. Viele der ‚Kandidaten’ für dieses Programm sehen ihr Trinkverhalten in meinen Augen nicht kritisch genug bzw. erkennen die Sinnlosigkeit des alkoholinduzierten Wohlbehagens einfach nicht. Ich mag das hier jetzt gar nicht viel weiter ausführen, aber irgendwie fühle ich mich da nicht so gut aufgehoben. Tja, mal gucken. Habe diese Woche noch ein Gespräch mit meiner Suchtberaterin und dann werde ich meine Entscheidung fällen.

    Ansonsten geht’s mir eigentlich recht gut. Hatte diese Woche zwei sehr positive Erlebnisse in Bezug auf mein soz. phobisches Erleben (welches am Ende ja doch nur ein irrationales Einbilden ist!) und habe jetzt auch endlich angefangen, mich wieder um Arbeit zu bemühen (sehr wichtig!). Mein Reisepass ist endlich fertig (und die Fingerabdrücke dem amerikanischen Geheimdienst zugespielt :wink: ) und ja, fühl mich eigentlich ganz klasse so insgesamt betrachtet :D !

    Mal sehen, was der Rest der Woche noch so bringt!

    Liebe Grüße

    J. (der heute erstmalig in seinem Leben operiert wurde und tapfer ohne den Gedanken an Alkohol alle Schmerzen erträgt :wink: --- Aua!)

    Hallo Blizzard,

    na da hast Du ja eine schwierige Frage in den Raum gestellt :wink: .

    Die unterschiedlichen Reaktionen hier im Forum zeigen doch deutlich, wie unterschiedlich man die Fragestellung begreifen und sie dann auf die eigene Abstinenz projizieren kann. Für mich persönlich stände wohl angesichts des drohenden Niedergangs des Kulturvereines ‚Menschheit’ das eigene Überleben an erster Stelle, weil ich irgendwie kaum in dem Glauben lebe, dass wir alle brav unseren Alltag weiter bestreiten und uns in der Hoffnung, am Tage X vom Chef einige Stunden früher nach Hause geschickt zu werden, auf gemeinsames Lichterkettenspiel mit glückseligem Friedensgesang vorbereiten :? . Ehrlich gesagt mag ich mir das reale Szenario kaum gedanklich ausmalen!

    Würde man die Fragestellung auf das eigene Ableben reduzieren, so fallen sicher die dramatischen Aktionen der Restbevölkerung unter den Tisch, allerdings kommen wir da ohne eine ernsthafte Erkrankung und entsprechendes Leid und Schmerz auch nicht auf ein realistisches Bild – und das würde das eigene Verhalten sicher auch beeinflussen.

    Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich diese Frage nicht besonders intelligent finde, da vor dem Hintergrund des totalen Untergangs nach der Aufrechterhaltung eigener Verhaltensmuster und Wertvorstellungen gefragt wird.

    Es ist wohl ziemlich leicht, die eigene Abstinenz als erhaltenswürdig zu klassifizieren, wenn man eine solche Situation nicht wirklich durchdenkt, eine als realistisch zu sehende Wahrscheinlichkeit für den Fall der Fälle erhält man dadurch aber sicher nicht.

    Eine kleine Gegenfrage (bitte sei nicht böse!):

    Deine Frau wird Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens und verstirbt kur darauf. Greifst Du zur Flasche?

    In der ehrlich gemeinten Hoffnung, dass Du mit Deiner Frau zusammen glücklich und zufrieden leben mögest.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    hier mal ganz kurz eine kleine Rückmeldung von meiner Wenigkeit!

    Grund meiner Abwesenheit: Kapitaler Schaden an der TK-Anlage. Vielleicht werde ich später die ganze Geschichte berichten, vielleicht werde ich die vergangenen Tage aber auch ersatzlos aus meinem Gedächtnis streichen: Kein Internet, kein Telefon, phasenweise sogar abendlicher Konsum von TV *grusel*.

    Aber hey: Auch ein unvernetztes Leben ist kein Grund zum Trinken :wink: .

    Plejaden :
    Du musst doch nicht in meinem Thread herumschleichen, Du darfst Dich hier gerne frei und offen bewegen :wink:

    Soweit erstmal, später vielleicht mehr!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    Zitat

    Beneiden musst du mich wirklich nicht. Du hast doch auch angefangen etwas zu ändern!


    Da hast Du sicher recht! Prinzipiell empfinde ich die Veränderungen, die ich zur Zeit in meinem Leben vornehme, auch als sehr positiv. Dennoch erkenne ich auch Grenzen, oder besser gesagt Wege, die ich wohl nicht mehr erfolgreich beschreiten werde. Das Thema Studium ist ein Beispiel dafür: Grundsätzlich hätte ich schon Interesse, das Versäumte nachzuholen und meine Qualifikation und Arbeitsmarktchancen dadurch zu erhöhen. aber wer mag mir das jetzt noch bezahlen :cry: ? Und würden meine Chancen auf einen guten, mich ausfüllenden Job wirklich steigen, wenn ich mein Diplom oder Master im Alter von 37 oder 38 Jahren erlange? Diese Fragen erfüllen mich eben manchmal mit ein wenig Wehmut und daher auch der kleine Neid, weil Du Deinen beruflichen Weg ungeachtet aller Probleme doch ein wenig konsequenter beschritten hast, als ich das in den letzten Jahren vermochte.

    Zum Perönlichkeitsverfall nur ganz kurz: Ich glaube, was Du da beschrieben hast, ist der Anfang der langen Spirale ins Verderben! Wenn man beginnt, die eigenen Ziele zu verdrängen, nur um sich -von den eigenen Gedanken ungestört- gepflegt einen hinter den Knorpel zu schütten, dann hat man sicher die erste Stufe auf dem Weg in den Abgrund beschritten! Schön, dass Du noch nicht weiter gegangen bist - Ich bin heute wieder auf die 'Jungs vom Kiosk' getroffen. Da sind schon einige dabei, denen es mittlerweile egal ist, ob sie sich heute, gestern oder letzten Monat geduscht haben :? . Hauptsache der Pegel stimmt!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    ich freue mich wirklich sehr, dass meine Gedanken eine solch positive Resonanz hervorgebracht haben :D . Zeigt mir das doch auch, dass ich auf meinem Weg nicht in eine verkehrte Richtung gehe!

    Ein kleines Versäumnis ist mir allerdings noch aufgefallen: Der Wille eines Menschen, wie ich ihn definiert habe, ist natürlich noch etwas zu differenzieren: Zum einen gibt es den bewussten Willen, der sich herausbildet, wenn man sich auf neue Pfade begibt, also etwas an seinem Handeln verändert; zum anderen existiert da aber auch noch der unbewusste Wille, der mein Handeln bestimmt, wenn ich auf altbekannten Pfaden wandel. (Beide Varianten habe ich nämlich in dem Text verwendet, ohne diesen Unterschied deutlich zu machen :wink: )

    Grundsätzlich finde ich meinen Willen -egal ob bewusst oder unbewusst- sehr wichtig: Er ist mein Motor, meine Antriebsfeder. Ohne einen Willen wäre ich doch in einem Zustand totaler Bewegungslosigkeit gefangen. Ich müsste mein Handeln und Erleben als gegeben betrachten und wäre nicht in der Lage, mich selbst als Mensch weiter zu entwickeln. Und das gilt natürlich nicht nur für das Thema Alkohol.

    Hmmm, ich glaube, wenn man hier jetzt konsequent weiterdenkt, dann kommt man zu dem Punkt 'Verantwortung für das eigene Leben übernehmen'. Und das ist sicher auch eine Baustelle für den ein oder anderen hier im Forum. Für mich ist es jedenfalls eine :wink: !

    Soweit.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    Mal ein paar abschließende Gedanken zum Thema Wille!

    Für mich ergibt sich der Wille eines Menschen aus der Reflexion der eigenen Erfahrung und des angesammelten Wissens. Aus diesem Reflexionsprozess heraus ergeben sich dann Zielvorstellungen und Handlungsalternativen, die sich für die eigene Zufriedenheit als dienlich erweisen könnten. Nun spielt die Fehlbarkeit des eigenen Denkens eine wichtige Rolle: Zielvorstellungen können durch fehlende oder falsche Informationen falsch definiert werden und Handlungsalternativen können durch unterschiedliche Faktoren nicht umgesetzt werden. In beiden Fällen wären die Handlungen eines Menschen in Bezug auf die Erlangung seiner Zufriedenheit -und sei der Wille dabei noch so fest verankert- letztlich zum Scheitern verdammt und münden in dem Gefühl der Frustration und der Selbstaufgabe.

    Nun kann man bei Alkoholikern häufig Geschichten lesen oder hören, wie der aus festem Willen aufgenommene Kampf gegen das Suchtmittel immer wieder verloren wurde! Allein die Formulierung 'Ich kämpfe gegen den Alkohol' wirft doch per se einige Fragen auf: Ich unterstelle einmal, dass eine derart primitive chemische Verbindung wie Ethanol über keinen eigenen Willen verfügt! Ein Boxer kämpft im Ring gegen seinen Gegner, am Arbeitsplatz kämpfen Kollegen um eine Beförderung, aber wer kämpft den gegen ein Molekül? Natürlich hat der jahrelange Konsum in uns Veränderungen hervorgerufen. Am Ende stand dann die Abhängigkeit, die Sucht. Nun kann man sich natürlich die Frage stellen, wie es soweit kommen konnte, wieso man sich der Gefahr nie bewusst geworden ist, warum man nicht den Willen gehabt hat, einen anderen Weg zu gehen? In einem stimmen wir jedoch aber alle überein: Keiner von uns wurde von einer Bande alkoholischer Getränke überfallen, gefesselt und ertränkt! Das Glas haben wir alle stets selbst zum Mund geführt. Wenn ich an dieser Stelle also einen Kampf beginne, dann sollte ich mir auch der Tatsache bewusst sein, dass mein Gegner nicht der Alkohol ist – an dieser Stelle erkläre ich mich selbst zum Gegner!

    Dieser Kampf kann selbstverständlich nie gewonnen werden! Jede Maßnahme, jede Strategie, jeder Schachzug: In jedem Augenblick ist mein Gegner über meine Handlungen informiert, kennt jeden Gedanken und weiß alles, aber auch wirklich alles, über mein geplantes Vorgehen. Ich versuche mich selbst zu betrügen und unterschätze dabei meinen eigenen Willen, der sich tief im Unterbewusstsein immer noch mit der Zufuhr des Suchtmittels beschäftigt.

    Mit dem Willen zum Kampf ist also nichts zu gewinnen: Selbst wenn ich es schaffe, über einige Jahre dem Durst zu widerstehen, so tue ich es mit der berühmten Faust in der Tasche. Ich löse mich nicht und stehe ständig unter Spannung, weil an jeder Ecke die Versuchung lockt und ich mich stets bereithalten muss, den Kampf gegen mich selbst weiterzuführen.

    Der richtige Wille kann also nur entstehen, wenn ich auch die richtigen Informationen habe, die mich nicht auf eine falsche Fährte führen. Wenn ich meine Abhängigkeit begreife, meine Schwäche respektiere und auch akzeptiere, dass ich die Kontrolle über das Suchtmittel dauerhaft verloren habe, dann kann ich auch ganz bewusst einen Willen entwickeln, der mich auf meinem Weg in die Zufriedenheit ohne Alkohol unterstützt. Die einzige, aber wichtige Voraussetzung dafür ist die Akzeptanz der eigenen Machtlosigkeit, der Respekt vor der eigenen Schwäche, die Kapitulation.

    Wenn ich diese Kapitulation verinnerlicht habe, dann klappt’s auch mit dem Willen :wink: !

    Soweit mal meine Gedanken zum Thema Wille. Ich hoffe doch, dass ich nicht allzu derben Unfug in meinem Gehirn produziert habe :wink: .

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    dank Dir für Deine Ausführungen zum Thema Willen und Kampf. Da scheint sich doch eine kleine semantische Divergenz beim Wort 'Wille' zu finden :wink: . Aber mit dieser Hintergrundinformation kann ich das nun auch besser verstehen.

    Mit Angst und dem Wort 'weglaufen' wollte ich Dich übrigens nicht als Angsthase bezeichnen (falls das so angekomen sein sollte :oops: ) - das bezog sich nur auf die Aussage: '... Du kannst doch nicht dein Leben lang vor Alk wegrennen!' aus Deinem Beitrag davor.

    Ich werde meine Gedanken zum Thema Willen und Kampf dann in meinem Thread ein wenig weiter führen. Lade Dich natürlich herzlich ein, mal vorbeizuschauen!

    Zum Schluss: Manchmal beneide ich Dich ein wenig! Hätte ich mich meiner Alkoholproblematik und den ganzen anderen, darunter verschütteteten Problemen einige Jahre früher angenommen, dann hätte ich mein Studium wohl nicht abgebrochen und wäre heute sicher auf einem ganz anderen Stand! Also genieße Deine Zeit an der Uni und sei schön strebsam :wink: . Du wirst es Dir mal danken!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    Zitat

    Am Anfang habe ich es ja auch versucht über den Willen zu regeln, zu kämpfen.


    Hmmm, also ich empfinde meinen Willen irgendwie nicht als Kampf. Für mich ergibt sich aus der Kapitulation vor dem Suchtmittel z.B. der (freie) Wille, nicht an gesellschaftlichen Verpflichtungen zu partizipieren, auch wenn es eigentlich von mir verlangt wird. Ich möchte vor dem in unseren Breiten weit verbreiteten Alkohol keine Angst haben und 'weglaufen', sondern lieber den notwendigen Respekt etablieren und aus diesem Gefühl heraus die freie Entscheidung treffen, dass ich mich eben nicht in der Nähe dieses 'Gegners' aufhalten möchte.

    Jetzt liegt dieser Meinung eventuell eine andere Auffassung des Wortes 'Wille' zugrunde, oder meine Gedanken dazu sind schlichtweg falsch oder gefährlich. Im letzteren Falle bitte ich natürlich alle länger zufrieden abstinent Lebenden, an dieser Stelle sofort auf mich einzuschlagen :wink: .

    Aber im Grunde genommen, liebe Plejaden, ist es wahrscheinlich gar nicht so wichtig, wie man die Motivation des eigenen Handelns in Worte kleidet, solange man im Kern das gleiche Ziel damit definiert :wink: . Und das klingt doch bei Dir sehr klar und konsequent heraus!

    In diesem Sinne: Weiter machen :D !

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    ich glaube, da sprechen wir jetzt über zwei unterschiedliche Sachverhalte: Der Weg in die Sucht hinein ist ganz sicher keine Form der Willensschwäche! Wie Du ja beschrieben hast und auch am eigenen Leib erfahren musstest, konnten Dir selbst Präventivmaßmahmen nicht das notwendige Wissen (oder eben auch Gefühl) vermitteln, welches Dich über den Willen gesteuert vor einem Abrutschen in ein kritisches/abhängiges Trinkverhalten hätte bewahren können.

    Mir geht es eigentlich eher um die Zeit, die zwischen dem Erkennen der Problematik und dem Einleiten der ersten Gegenmaßnahmen verstreicht. Ich kann von mir schon sagen, dass ich seit gut acht Jahren mit der ganz klaren Erkenntnis, ein deutlich ausgeprägtes Alkoholproblem zu haben, herumlaufe, mich aber über diesen gesamten Zeitraum nie wirklich bemüht habe, etwas dagegen zu unternehmen! Jetzt könnte ich an dieser Stelle seitenweise Begründungen liefern, warum ich nichts getan und einfach weitergetrunken habe. Aberwitzige Geschichten sind dabei: Von Einsamkeit, Herzschmerz und einer tiefen Enttäuschung über die Ungerechtigkeiten dieser Welt handeln all die Gedanken, die ich mir selbst zurechtgelegt habe, um mir abends meine Dosis zu verpassen. Ich kann mir das allerdings auch sparen und ganz klar sagen: In dieser Zeit habe ich nicht den Willen gehabt, mich mit meinen Problemen auseinanderzusetzen!

    Zitat

    ... und an dem Punkt ist es bekanntermaßen meist schon zu spät. An dem Punkt war ich bereits krank und konnte mit dem Willen nichts mehr reißen.


    Na, das sehe ich etwas anders: Immerhin haben wir uns der Problematik jetzt angenommen und unternehmen etwas gegen diese, unsere Krankheit. Ich finde, dass wir doch ganz schön kräftig reißen. Und das tun wir eben doch in erster Linie, weil wir es wollen :wink: .

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    wieder mal ein Wochenende erfolgreich hinter mich gebracht! Ohne festen Job werden die Sams- und Sonntage wirklich zu den 'arbeitsreichsten' Tagen der Woche. Verkehrte Welt :wink: !

    Zurück zur Willensfrage:

    Meine Fragestellung war ja schon ein wenig provokant und nicht sonderlich differenziert. Aber ich denke, dass man über diese Art der Fragen und die darauf folgenden Antworten am effektivsten die eigene Meinung zum Thema beleuchten und auch hinterfragen kann, daher ein Dank an alle, die dazu etwas geschrieben haben :D .

    Aber im Einzelnen:

    Mir ist natürlich bekannt, dass Alkoholismus eine anerkannte Krankheit ist. Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass sich im Rahmen dieses Anerkennungsprozesses eine Menge intelligenter Menschen intensivst mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Es gibt also wenig Anlass, an dieser Definition zu zweifeln, wenn man sich selbst gerade einmal einige Monate damit beschäftigt. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus kann ich dem auch etwas abgewinnen: Immerhin habe ich über Jahre hinweg getrunken. Dabei habe ich mir zwar noch nicht körperlich geschadet, habe mir aber in meiner Entwicklung stets selbst im Weg gestanden. Dieses mich selbst einschnürende Verhalten ist mir jedoch nur selten wirklich bewusst geworden und insofern kann ich meinen Konsum und die daraus resultierenden Folgen auch nicht als aktiv durch den eigenen Willen gesteuert erklären! So gesehen war ich also krank.

    Dennoch gab es diese Momente, in denen ich mir der Schädlichkeit meiner Trinkgewohnheiten bewusst wurde. In diesen Momenten konnte ich ganz klar sehen, dass ich mit meiner Lebensgestaltung nicht zufrieden bin und mit dem 'Stimmungskompensator' Alkohol auch keine Chance haben werde, an dieser Situation etwas zu ändern. Genau an dieser Stelle kommt für mich jetzt der Wille ins Spiel: Ändere ich mein Leben und suche mir gegebenenfalls auch Hilfe, oder verharre ich in den alten Verhaltensmustern, die mir ja offensichtlich bei der Erlangung einer zufriedenen Lebenssituation nicht hilfreich zur Hand gehen?

    Vielleicht liegt in diesen Momenten auch die Notwendigkeit einer Tiefpunkterfahrung begründet: Erst wenn die Bewältigung eigener Probleme leichter erscheint, als das Leben mit den Folgen der Trunksucht weiter zu beschreiten, ist der Alkoholiker bereit, sich der Thematik offen zu stellen und kann sich bewusst (also aus eigenem Willen heraus!) vom Alkohol entfernen?

    Unter der 'Bewältigung eigener Probleme' ist dann natürlich ein ganz individueller Prozess zu verstehen. Dabei gilt es eben nicht nur zu lernen, wie ich künftig dem Alkohol fern bleibe, sondern eben auch die Mechanismen und charakterlichen Eigenarten zu verstehen, die mich immer wieder an den Alkohol heranbringen, ohne dass ich dabei bewusst ans Trinken denke. Hier bekommt der eigene Wille natürlich schnell Probleme: Wenn mein größtes Hobby das Knobeln in der Kneipe ist, dann werde ich über den Willen dauerhaft wohl keine zufriedene Abstinenz erreichen!

    Ich denke also schon, dass es am Ende eine Frage des eigenen Willens ist, sich vom Alkohol abzuwenden. Es hängt jedoch von der Festigkeit dieses Willens und der Bereitschaft, sich selbst auch ganzheitlich zu hinterfragen, ab, ob dieses Unterfangen am Ende von Erfolg gekrönt wird!

    Micha's Beispiel mit dem morgendlichen Aufstehen finde ich da sehr treffend. Wenn ich nicht darauf achte, positiv in die Zukunft blickend und die eigene Zufriedenheit anstrebend mein Leben zu gestalten, dann wache ich eines morgens auf, denk mir '####egal!' und mach ins Bett :wink: .

    Allen eine schöne Woche!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Vaan,

    erstmal prima, dass Du zur Suchtberatung bist!

    Da wir ja beide noch in der Lernphase sind, können wir beide natürlich nicht mit Weisheiten um uns werfen, aber eines fällt mir doch in Deinem Strang auf:

    M.2109 schreibt, dass er sich bei Deinen Beschreibungen wiedererkennt, wie er sich früher durch Trinkpausen geschlagen hat, um dann -urplötzlich- wieder zum Glas zu greifen.

    Du schreibst, dass Dir zwar die Gesellschaft von Betrunkenen unangenehm ist, Du Dich aber unter gemäßigten Trinkern durchaus wohlfühlst.

    Gestern habe ich eine interessante Geschichte gehört, wo jemand, der auch therapeutisch unterstützt über zwei Jahre trocken war, und der auch diese Gesellschaft auf Feiern und in Kneipen beim Fussball gucken nicht missen wollte, plötzlich wieder rückfällig geworden ist. Auch sagte er, es habe ihm nichts ausgemacht, dass andere durchaus ein oder zwei Bier getrunken haben - seine Schorle hätte ihm auch immer geschmeckt. Seinen Rückfall konnte er allerdings nicht erklären: Irgendetwas hätte sich da 'ausgeklinkt' :roll:.

    Mich bringt das jedenfalls etwas zum Nachdenken ... bin zwar auch nur ein kleiner dummer Newbie, aber dennoch. Gib auf Dich acht!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    so, Projekt Nummer 1 habe ich erfolgreich fertiggestellt. Wurde heute für gut befunden, veröffentlicht und ordentlich vernetzt. Bin zwar immer noch nicht wirklich zufrieden mit meiner Arbeit, aber ich kann mich zumindest mit dem Wohlgefallen des Auftraggebers ein wenig trösten. Projekt Nummer 2 hab ich allerdings noch mal aufgeschoben *grmpf*. Das ärgert mich zwar, aber wenigstens habe ich nicht das Verlangen, diesen Ärger im Alkohol zu ertränken. Ich finde es unglaublich erstaunlich, dass ich wirklich über Jahre hinweg in solchen Situationen selbstverständlich zum Kühlschrank gewandert bin, um mich mit ein paar Bier abzulenken. Mir kommt dieses Verhalten heute so komplett sinnlos vor. Ich hoffe jedenfalls, dass mir diese Einschätzung weiter erhalten bleibt :D !

    Dann habe ich mir heute -angeregt durch einige Eindrücke aus meiner Gruppe von gestern abend- ein paar Gedanken zum Thema Alkoholismus gemacht. Genauer gesagt zu der Frage: Krankheit oder Willensschwäche? Mir ist natürlich schon klar, dass man den Abusus grundsätzlich als Krankheit definiert, aber auf der anderen Seite beginnt doch jede erfolgreiche Abstinenz primär mit dem eigenen Willen eines Alkoholikers. Gerade auch im Co- und Kinderbereich kann man diese Aussage immer wieder finden: 'Du kannst nicht helfen, er/sie muss es selber WOLLEN!'. Dazu gesellen sich dann natürlich auch solche Meinungen, die besagen, dass eine wirklich zufriedene Trockenheit nicht auf einem 'Ich darf nicht', sondern auf einem 'Ich will nicht' aufgebaut werden sollte. Das macht mich ein wenig ratlos :roll: .

    Einen Reim macht es vielleicht so: Alkoholismus ist eine krankhafte Willensschwäche. Und diese Form von Krankheit kann man nur erfolgreich durch den systematischen Aufbau einer Willensstärke bekämpfen.

    Macht das Sinn? Ich jedenfalls will nicht mehr Trinken :wink: !

    Liebe Grüße

    J. (der immer noch nix über das ihm vielleicht bald drohende Ungemach berichten mag)

    Hallo Plejaden,

    tja, warum hast Du angefangen zu trinken? Was hat Dich dazu gebracht? Weg von der freiwilligen Enthaltsamkeit und hin zu einer immer stärker werdenden Gier? Das sind natürlich wichtige Fragen - so zumindest meine, bescheidene Meinung. Ich kann meine Motivation, mit dem Trinken anzufangen, schon ganz gut verstehen: Ich habe darin Gemeinsamkeiten mit Gleichaltrigen gefunden und 'Freunde' gewonnen, von denen ich zu der Zeit eigentlich wenige hatte. Die Drogenaufklärung kam dann bei mir in der Schule bereits zu spät: Das waren keine abschreckenden Aufklärungsheftchen, das waren viel mehr liebevoll gestaltete Werbebroschüren! Mit 16 Jahren nach meinem Berufswunsch gefragt, hätte ich sicher Junkie genannt. Glücklicherweise war ich aber zu feige, um meine Sachen zu packen und eines nachts in irgendeine Großstadt abzuhauen und diesen Karriereweg weiter zu beschreiten - nur der Alk ist halt geblieben :cry: . Horch ruhig ein wenig weiter in Dich. Ich denke, wenn man versteht, warum man etwas getan hat, dann hilft dieses Wissen, künftig diese Fehler nicht zu wiederholen. (Mein Gott, was für eine platte Weisheit *g*, aber bei aller Trivialität ist sie doch so wahr!).

    Zitat

    Waren das vielleicht Wegweiser für eine körperliche Abhängigkeit?


    Das kann Dir final sicher nur ein Arzt beantworten. Ich kann nur von mir berichten, und ich habe phasenweise auch wirklich 'gesoffen'! Dabei sind dann auch deutlich wahrnehmbare Entzugserscheinungen aufgetreten, nach einer Reduktion der Trinkmenge sind diese aber wieder rückstandsfrei verschwunden. Ich empfinde diese Fragestellung allerdings auch als ziemlich irrelevant, weil ich denke, dass die psychische Komponente die eigentlich Abhängigkeit ausmacht: Der körperliche Entzug ist nach einigen Tagen durchstanden, den Willen zur erfolgreichen Abstinenz erlangt man aber sicher nicht in so kurzer Zeit!

    Zitat

    ... bei Mutti unterm Dach wohnt es sich doch toll


    Hmmmm, und das in dem Alter :wink: . Nur mal so als Tipp (auch wenn ich damit sicher vielen meiner Geschlechtsgenossen derbe auf die Füsse trete *g*): Wenn ihr dann gemeinsam die Wohnung bezieht, dann achte darauf, dass er folgende Geräte kennlernt und deren Bedienung auch versteht: Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine und Staubsauger. Zeig Deinem Freund, wo Du den Müll in der Wohnung versteckst, und wie es Dir gelingt, eine volle Tüte fachgerecht an einem Ort zu deponieren, an dem diese im 14-Tage-Takt wie von Geisterhand verschwindet. Erkläre ihm ruhig den Sinn und die Funktionsweise eines Spülschwammes! Du hast maximal 3 Monate für diese Einweisungen - Danach wird er es nicht mehr lernen. NIE MEHR!

    So, und jetzt hab ich mich bei der halben Forengemeinde unbeliebt gemacht *duckundweg*.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    heute mal etwas kurz:

    Dank Dir für das Daumendrücken! Ich glaube eigentlich nicht, dass mir bei meinen Eltern versucht wird, etwas zu trinken unterzujubeln. Wenn man sich nur zwei mal im Jahr sieht, dann ist die Versuchung sicher etwas geringer, als wenn man sich jeden Tag über den Weg läuft :? . Von daher drück ich Dir natürlich im Gegenzug die Daumen bei der Wohnungssuche. Mach Deinem Freund mal was Feuer unter dem Hintern, soll doch auch seine Wohnung werden, oder?

    Soweit erstmal!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    Zitat

    Und mal ganz abgesehen von den Werken, die die Kunden selbst mit einem beliebten Zeichenprogramm erstellt haben ("Ich habe 100 Schriften und 16 Mio. Farben, und die müssen alle auf diesen Flyer!").


    Hihihi, und nun stell Dir einmal vor, der Kunde mag sein Material noch in einer kleinen multimedialen Präsentatation verarbeitet haben und entdeckt dann die manigfaltigen Überblendeffekte, die ihr überflüssiges Dasein in den diversen Schnittprogrammen fristen. Wenn der typographische Overkill im bunten Farbensee dann nach einer 'Roll mich ein und brösel weg'-Blende die Sicht auf das von der 11-jährigen Tochter selbstgedrehte Fimenvideo preis gibt :shock: , ja dann wird es Zeit mit spontaner Erblindung zu reagieren :wink: . Huh, bin ich böse heut!

    Aber im Ernst, das muss ich wirklich noch lernen: Hey, wenn Dir's gefällt, dann hab ich meinen Job gut gemacht!

    In diesem Sinne leg ich heut auch noch eine Nachtschicht ein, will langsam fertig werden!

    Ansonsten war heut ein eher mürber Tag: Geld wird knapp (Hab heute deswegen echt 9 (in Worten: NEUN!) Stunden auf meine leider immer noch betriebene Qualmerei verzichtet), Auto macht Zicken und dann scheint sich da evtl. noch etwas anderes anzukündigen, aber dazu mag ich hier jetzt noch nix schreiben.).

    Später vielleicht noch etwas mehr.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    Plejaden :
    Das mit dem selbstbewussten Umgang mit meinen Problemen bezieht sich in erster Linie natürlich auf mich selbst: Wenn ich mir meiner Schwächen eher bewusst bin und nicht in der irrigen Annahme, alles perfekt meistern zu können, in eine Situation gehe, dann kann ich darin auch nicht so tief fallen oder ins Stocken kommen. Letzteres hat bei mir früher dazu geführt, dass ich mir für das nächste mal eine noch höher gekünstelte Selbstsicherheit vorgenommen habe und das hat bei Schwierigkeiten natürlich die Falldistanz und die folgende Enttäuschung immer weiter vergrößert. Selbstverstärkender Prozess :? ! Also versuche ich in Zukunft so an die Sache zu gehen, wie Du geschrieben hast: Mehr Entspannung durch einen unverkrampften Umgang mit sich und der Umwelt ;D . Kann klappt's auch mit dem Nachbarn :wink: .

    Ansonsten bin ich gerade ein wenig am herumdrucksen: Wollte diese Woche eigentlich die beiden Projekte fertigstellen, die ich seit ein paar Wochen bearbeite, aber irgendwie kann ich mich da nicht wirklich aufraffen! Im Prinzip sind beide auch schon so gut wie abgeschlossen, es fehlen allerdings noch die letzten Schliffe. Und genau diese finale Feinarbeit ist für mich immer wieder der Moment, in dem ich meine eigene Arbeit hinterfrage und am Ende zu der Überzeugung gelange, dass alles, was ich geleistet habe. eigentlich doch nur grober Mist geworden ist :roll: . Das ist insofern schon mal recht abwegig, da ich von beiden Auftraggebern bereits sehr positiver Rückmeldungen bekommen habe! Aber dennoch bin ich mit meiner Leistung nicht zufrieden :cry: !

    Und wie der aufmerksame Leser sicher bemerkt hat: Diese Einschätzung des eigenen Werkes ist jetzt keine sonderliche Überraschung für mich! Immer wieder tendiere ich leider zu dieser mich selbst geringschätzenden Sichtweise - und das eben vor allem im Bezug auf Arbeitsleistung :? . Da könnten ganze Kompanien danksagend an mir vorüberziehen, Briefe aus aller Welt mich lobend den Briefkasten verstopfen und ich mit Orden und Preisen überschüttet werden ... Ich find immer noch ein Haar ... oder besser zwei ... oder Büschel ... ganze Haarschöpfe bedecken die Oberflächen der von mir gekochten Suppen!

    Hmmmm .... eines ist jedenfalls positiv: Früher hätte ich in solchen Momenten auch schon mal zu einem strategischen Ablenkungsgetränk gegriffen - auch die frühe Stunde hätte mich nicht geschreckt, eine Flasche aufzumachen :roll: ! Gestern und heute jedenfalls ist mir das Gefühl des Suchtdrucks so fern wie der Mond der Erde! Und das allein stimmt mich doch wieder ein wenig heiter :) .

    Liebe Grüße

    J. (der sich zum Zerstreuen der Gedanken jetzt die Hunde schnappt und für ein Weilchen im Wald veschwindet :D )

    Hallo Plejaden,

    Zitat

    Vielleicht war es die Erwähnung der "Trias der (Un)Glückseligkeit", die mein Suchtmonster aktiviert haben: Spaß, Gesellschaft, Alkohol. Erschreckend, das dieses Muster immer noch fest sitzt. Andererseits, ich arbeite ja erst seit zwei Monaten daran...


    ... und Rom wurde ja auch nicht an einem Tage erbaut :wink: ! Es denke, es ist sicher auch eine Frage der Zeit, bis sich solche Trinkreize wieder abschwächen. Und es hat sicher auch etwas mit eventuell mangelnden Verhaltensalternativen zu tun. Bei mir würde als Reaktion auf eine solche Reizsituation sicher auch der Griff zum Glas an erster Stelle stehen! Danach käme allerdings erstmal lange gar nichts :?: . Also muß man wohl lernen, neue Verhaltensoptionen zu entwickeln. Solange diese aber nicht sitzen, hat man in solchen Situationen auch nichts verloren! Und überleg mal: Du hast nur etwas gelesen!

    Zitat

    Hast du dich denn schon bei ihm geoutet, oder steht dir das noch bevor *das nicht im Kopf hat*?


    Nun ja, ich habe schon erzählt, dass ich keinen Alkohol mehr trinke, dass ich mein Verhalten diesbezüglich immer kritischer einschätze, dass ich im Rahmen dieser Entscheidung auch den Weg einer klinischen Entgiftung gegangen bin, dass ich zur Suchtberatung gehe, etc ... allerdings: Das berühmte Wort Alkoholiker habe ich tatsächlich nicht verwendet. Ich glaube, dass hätte den Fokus meiner Berichte von meiner Abstinenzentscheidung weg zu einer Begriffsdefinition hin bewegt und damit hätte ich nicht die Information weitergegeben, die ich weitergeben wollte. So kann er über das Gesagte im Kern nachdenken und muß sich gedanklich nicht mit dem Begriff Alkoholismus herumschlagen (nur wegen solcher Aussagen 'Ach, Du übertreibst doch!'). Es wird sicher eine Umstellung in der Beziehung zueinander geben, aber wie das genau aussehen wird, dass wird sich frühestens im März nächsten Jahres zeigen. Ich denke jedenfalls, dass Du das schon richtig machst, wenn Du Deinem Bruder nacheiferst und nach Deinem Auszug eher sporadisch vorbeischaust. Das hat ja auch prinzipiell etwas mit 'auf den eigenen Beinen stehen' zu tun. Und das ist für die Eltern manchmal schwerer, als für die Kinder :wink: !

    Zitat

    Mein persönlicher Ground Zero. Sonst käme ich noch auf die Idee, ein Neues an Stelle des Alten zu bauen...


    Find ich gut! Man neigt als Mensch doch irgendwie dazu, die alten und schlechten Erinnerungen zu verdrängen, sie in die hinterste Ecke eines staubigen Speichers zu schieben. Dort fristen sie dann ihre letztlich doch für den neuen Weg so wertvolle Existenz fern jeglicher Beachtung. Wie soll man reflektieren und die frisch beschrittenen Pfade auf Fallen und Hintertürchen prüfen, wenn nicht mit einer wachen Erinnerung?

    In diesem Sinne.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden!

    Zitat

    Wenn ich schon "närrisch" und "jeck" höre, stellen sich mir die Nackenhaare auf


    Na, da solltest Du ja über die gleichen Antikörper wie ich verfügen :wink: ! Um so erstaunlicher dann eigentlich, dass der von Dir erwähnte Beitrag hier im Forum so eine Wirkung auf Dich gehabt hat :roll: . Naja, aber jetzt ist ja erstmal einige Wochen Ruhe, bevor es dann wieder richtig damit los geht. Ich bin jedenfalls jedes Jahr bemüht, so viele Kilometer wie möglich zwischen mich und dem Straßenkarneval zu bringen. Das hilft!

    Zitat

    Alkohol sieht er als einen der wenigen Späßchen, die ihm im Leben noch geblieben sind.


    Tja, da habe ich wohl einen ähnlich gelagerten Fall :roll: . Mein Vater ist zwar noch sehr aktiv und hat auch so seine Hobbies, aber zum gepflegten Rentner-Dasein gehört für ihn eben auch das ein oder andere Bier. Hmmm, da ich darunter grundsätzlich nicht zu leiden habe (wohne schon lange nicht mehr daheim und sehe meine Eltern vielleicht zwei mal im Jahr aufgrund der Entfernung), weiß ich eigentlich gar nicht so genau, wie ich künftig damit umgehen soll. Da man sich bei mir an die Regeln eines vernünftigen Miteinanders hält, sind da prinzipiell kaum Vorwürfe zu formulieren. Bei einer fremden Person kann man dann ja einfach getrennte Wege gehen, aber so ???

    Ich drück Dir jedenfalls bei der Wohnungssuche weiterhin die Daumen! Und natürlich auch für Deine Telefoniererei viel Erfolg!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Blizzard,

    Du kannst echt stolz auf Dich und Deine Leistung beim Gang durch Dein 'Jahr der Wende' sein!

    Dein Thread war einer der ersten, die ich hier gelesen habe, und ab und an beschlich mich dabei das Gefühl: 'Mich gibt's ja zweimal :shock: !'. Mittlerweile sehe ich mich natürlich auch in vielen anderen Threads gut beschrieben, trotzdem freut es mich irgendwie besonders, dass bei Dir alles so positiv verlaufen ist!

    Also: Immer schön auf Kurs bleiben :D !

    Liebe Grüße

    J.