Schritte für die nächsten Wochen

  • Hallo Plejaden,

    Zitat

    Beneiden musst du mich wirklich nicht. Du hast doch auch angefangen etwas zu ändern!


    Da hast Du sicher recht! Prinzipiell empfinde ich die Veränderungen, die ich zur Zeit in meinem Leben vornehme, auch als sehr positiv. Dennoch erkenne ich auch Grenzen, oder besser gesagt Wege, die ich wohl nicht mehr erfolgreich beschreiten werde. Das Thema Studium ist ein Beispiel dafür: Grundsätzlich hätte ich schon Interesse, das Versäumte nachzuholen und meine Qualifikation und Arbeitsmarktchancen dadurch zu erhöhen. aber wer mag mir das jetzt noch bezahlen :cry: ? Und würden meine Chancen auf einen guten, mich ausfüllenden Job wirklich steigen, wenn ich mein Diplom oder Master im Alter von 37 oder 38 Jahren erlange? Diese Fragen erfüllen mich eben manchmal mit ein wenig Wehmut und daher auch der kleine Neid, weil Du Deinen beruflichen Weg ungeachtet aller Probleme doch ein wenig konsequenter beschritten hast, als ich das in den letzten Jahren vermochte.

    Zum Perönlichkeitsverfall nur ganz kurz: Ich glaube, was Du da beschrieben hast, ist der Anfang der langen Spirale ins Verderben! Wenn man beginnt, die eigenen Ziele zu verdrängen, nur um sich -von den eigenen Gedanken ungestört- gepflegt einen hinter den Knorpel zu schütten, dann hat man sicher die erste Stufe auf dem Weg in den Abgrund beschritten! Schön, dass Du noch nicht weiter gegangen bist - Ich bin heute wieder auf die 'Jungs vom Kiosk' getroffen. Da sind schon einige dabei, denen es mittlerweile egal ist, ob sie sich heute, gestern oder letzten Monat geduscht haben :? . Hauptsache der Pegel stimmt!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    heute hab ich einen Schritt weiter in Richtung Prüfung gemacht. Montag werde ich die letzte Unterschrift abholen und dann hat's sich. Hab noch ein wenig in der Bibliothek gelesen, Literatur für das Projekt rausgesucht und dann ging es heim. Da habe ich erst ein bisschen gedaddelt, danach ein Mittagsschläfchen gemacht und mich danach nochmal für eineinhalb Stunden an den Mac gesetzt, was für die Uni getan. Danach eine Premiere: Ich hab meine Vokabelkarten Französisch rausgekramt und die ersten 60 Karten abgearbeitet. Ich will das wieder auffrischen, und hab festgestellt, dass mich Vokabelwissen akut weiter bringt als Grammatik... Jedes zweite Wort nachschlagen zu müssen nervt. Danach hab ich noch eine DVD geguckt, bis mein Freund nach Hause gekommen ist.

    Leider geht es mir im Moment nicht gut. Ich kriege wieder diese seltsame Blasenentzündung und habe auch wieder Schmerzen im Blinddarm-Bereich (war damit schon ein halbes Dutzend mal beim Arzt, organisch ist da alles ok, ich denke das kommt von der Lendenwirbelsäule...). Das schränkt meine Aktivitäten ziemlich ein. Ich hoffe, das wird nicht wieder so wie letzten Winter, wo diese Blasenentzündung die ganze Zeit geblieben ist und trotz mehrmaliger Antibiotika-Attacke immer wieder gekommen ist...
    Werde jetzt nochmal mehr Zink nehmen, mal sehen ob's hilft ;) .

    Dann hat mich ein anderer Thread in Sachen Träume inspiriert: Ich hatte ja auch schon zwei Alk-Träume, vor zwei Monaten. Da hat mich die ganze Sache um die Abstinenz sehr aufgewühlt. In beiden Träumen habe ich den Alk getrunken, ich hatte schlicht vergessen, dass ich keinen mehr trinken soll/will/darf. Das fiel mir erst hinterher ein, und dann bin ich vor lauter Panik aufgewacht. Beide Male habe ich mir auch selbst eingeschenkt und wurde nicht bedrängt oder überredet.
    Ich denke, zu dem Zeitpunkt war die Abstienzentscheidung noch nicht "bis unten" durchgesickert. Ich war in der Kampfphase und wollte die Tatsache "nie wieder Alkohol" nicht wahrhaben. Mein Suchtmonster hat fieberhaft nach Möglichkeiten gesucht, wie ich DOCH wieder irgendwann mal etwas trinken könnte. Das hat sich denke ich in meinen Träumen widergespiegelt: Im Unterbewusstsein war die Abstinenz noch gar nicht angekommen!
    Das hat mich nun auf den Gedanken gebracht, meine Träume künftig aufzuschreiben und mir anzuschauen. Durch Traumdeutung findet man imho zwar nicht zu Gott oder einer höheren, transzendenten Weisheit (wie es häufig propagiert wird), aber man lernt sich besser kennen. Ich finde die "Logik" des Unterbewusstseins, die sich in den Träumen manifestiert, total faszinierend, die schräge Art und Weise, wie es die Wirklichkeit interpretiert.

    Andererseits: Ich wollte ja noch einen Anlauf mit AT machen. Das ist mir noch wichtiger. Also erst das. Eins nach dem anderen.

    JoeDoe :

    Zitat

    Dennoch erkenne ich auch Grenzen, oder besser gesagt Wege, die ich wohl nicht mehr erfolgreich beschreiten werde.


    Ich verstehe, was du meinst. Mir geht es ja zum Teil auch so. Damit fertig zu werden finde ich schwierig. Man kann es nicht einfach als "ist passiert" ablegen, denn es hat Auswirkungen bis in die Zukunft. Das für sich zu regeln - wie ich mit meiner Verbitterung - ist auch nur teilweise möglich, weil ja noch Dritte involviert sind (z.B potentielle Arbeitgeber, die meine Lücken im Lebenslauf sehen), die bei weitem nicht so nachsichtig mit mir sind wie ich es bin.
    Ich persönlich fahre mit der Einstellung gut, dass ich immer zu mir halten werde, egal was andere sagen. Das schützt mich zwar nicht vor finanzieller Not, die mir aufgrund meiner Versäumnisse in der Vergangenheit erwachsen könnten. Aber durch indem ich mich selber fertig mache, wird es auch nicht besser. Ich wurde in der Vergangenheit genug fertig gemacht, ich habe die Nase voll davon, von Beleidigungen und Demütigungen. Also, ich halte immer zu mir. Seit ich keinen Alk mehr trinke, kann ich das auch wirklich leben!

    Zitat

    Wenn man beginnt, die eigenen Ziele zu verdrängen, nur um sich -von den eigenen Gedanken ungestört- gepflegt einen hinter den Knorpel zu schütten, dann hat man sicher die erste Stufe auf dem Weg in den Abgrund beschritten!


    Ja, genau. Das perfide daran, je weiter man sich in den Abgrund bewegt, desto mehr verliert man die Achtung vor sich selbst. Bis es irgendwann egal ist, was mit einem passiert. Egal, Hauptsache Alk ist da.

    Mein Gott, die letzten Zeilen klangen aber düster, dabei bin ich eigentlich vom Gemüt her gut drauf 8) . Bis morgen!

    LG
    Plejaden

  • Guten Abend,

    so, ein entspannter Tag ist rumgegangen. Heute morgen war ich wieder Brötchen holen, danach habe ich mit meinem Freund gefrühstückt. Anschließend bin ich ins Nachbarkaff gefahren und hab einige Sachen für die Weihnachtsbastelei gekauft, u.a. einen kleinen Strohkranz für einen Adventskranz. Daheim hab ich auch gleich losgelegt und an einem Adventskalender für meinen Freund gebastelt. Die Sachen müssen jetzt noch ein bisschen trocknen, morgen kann es weiter gehen.
    Anschließend wollte ich Advent Children mal auf dem neuen Fernseher gucken, mal auf japanisch - und hab mich irre geärgert. Wo haben die Deppen den Untertitel eingeblendet? Auf dem schwarzen Balken unter dem Bildschirmbild, der ja beim Breitbild ausgeblendet ist. Wie kann man nur so... Egal. Entweder gucke ich mir den Film noch 300 Mal an, bis ich die Dialoge auswendig kenne, oder ich lerne japanisch, oder ich gucke mir die bemühte, aber teilweise trotzdem gruselige deutsche Synchro an. Wie doof....
    Naja, danach habe ich jedenfalls angefangen ein wenig zu zeichnen, hat mir total Spaß gemacht. War doch eine gute Sache, den Küchentisch freizuräumen, jetzt hab ich einen schönen Arbeitstisch. Ich kriege in letzter Zeit immer mehr Lust mich kreativ zu verwirklichen, dem möchte ich auch nachgehen.

    Was meine Blasenentzündung angeht, die hat sich gebessert. Ob das jetzt am Zink liegt oder daran, dass ich konsequent meine Füße warm gehalten hab, keine Ahnung. Ich bin jedenfalls happy! Habe heute schon wieder mit mir gehadert - ich war über die Hälfte meines Lebens psychisch krank, und jetzt, wo ich gesund bin und anfange das Leben zu genießen, kommt sowas...

    Dann habe ich über Gründe fürs Nichttrinken nachgedacht. Von einigen Langzeittrockenen hier habe ich schon gelesen, das diese Gründe später hinfällig werden und durch ein "ich brauche nichts mehr trinken" ersetzt werden. Da ich jedoch noch nicht bei "später" angekommen bin ;) , finde ich, dass diese Gründe im Moment noch wichtige Bausteine meiner Trockenheit sind.
    Gründe, um nicht zu trinken, sind bei mir vielfältig. Integrität ist ein Grund. Gesundheit. Mich nicht mehr von einem Getränk beherrschen zu lassen. Psychische Stabilität. Bezeichnend ist, dass alle diese Gründe mehr Gewicht haben als alle Gründe, die das Suchtmonster vorbringen kann. Die Gründe des Suchtmonsters sind flüchtig, nur für einen Abend gedacht und nicht für morgen, übermorgen oder in einem Jahr. Den Suchtmonstergründen ist es egal, was aus mir wird. Sie lauten Spaß, dazugehören, nicht auffallen, schmeckt gut. Ich merke, diese Gründe sind nur Vorhänge, schön, bunt, attraktiv, aber zieht man sie beiseite, bleibt nur eins übrig: Das Suchtmonster will Alkohol zu trinken kriegen. Egal was passiert, mit mir, mit meiner Zukunft, hauptsache es kriegt endlich wieder was zu Saufen.
    Gefährlich, eben.

    @currlinger: Danke für deine Beschreibung, aber ich weiß schon wie man Links einfügt. Ich meinte eher, dass das Einfügen von externen Links allgemein in vielen Foren nicht gerne gesehen wird, weil ja sonstwas verlinkt werden könnte. Deshalb legen viele Forenbetreiber Wert darauf, die Links immer selbst anzuschauen und die verlinkten Inhalte zu überprüfen, was natürlich Zeit und Nerven kostet, weshalb es nicht gern gesehen wird. Weil ich nicht weiß, wie das hier gehandhabt wird, lasse ich es lieber ;) .

    LG
    Plejaden

  • Hallo,

    heute war ein ereignisloser Tag. Habe morgens gemütlich mit meinem Freund zusammen gefrühstückt, danach habe ich eine neue Skizze angefertigt. Mir gefällt diese Art zu zeichnen viel besser. Bisher habe ich immer versucht auf den ersten Anhieb ein super Bild hinzukriegen, aber jetzt habe ich mich von der Arbeitsweise alter Meister inspirieren lassen und fertige Skizzen an. So arbeite ich mich langsam an das Motiv heran, bis es mir gefällt und ich mir dann überlege wie ich es durchgepaust kriege...
    Das Zeichnen und Malen ist gut und wichtig. Ich nähere mich damit weiter dem Ich, das ich sein will.

    Danach haben mein Freund und ich Computer gespielt, er hat tatsächlich mal ein Spiel erwischt, in dem ich besser bin als er :lol: . So gegen 15 Uhr wollte ich noch spazieren gehen, aber gerade als ich raus wollte erhellte ein Mega-Blitz den Himmel. Ok, Spaziergang gestrichen. Regen lasse ich mir ja noch gefallen, aber ein Gewitter... Hab dann spontan noch etwas an der Zeichnung weiter gedoktort, bis unser Besuch gekommen ist. Nacher geht es dann in den Chat.

    Mit den Sonntagen habe ich Suchtmonster-mäßig übrigens keine Probs. Die Sonntage habe in meiner nassen Zeit ich meist ab 5 Uhr morgens begonnen und hundeelend auf der Couch gelegen. Getrunken habe ich nie, weil es mir eben so schlecht ging. Das fing erst in den finalen Wochen an - zu diesem Zeitpunkt hielt mich selbst mein elender Zustand nicht davon ab, trotzdem noch zwei oder drei Flaschen Bier regelrecht reinzuwürgen. Auch das soll mir in Erinnerung bleiben.

    Ich möchte schonmal etwas über das heute Thema im Chat reflektieren. Egoismus ist mir bisher noch nicht vorgeworfen worden - höchstens im Zusammenhang mit meiner SP, als ich nicht mehr an Orte wollte, die mir nicht gut taten und die mich auch nicht weitergebracht haben. Wohl aber die Vorstufe zum Egoismus-Vorwurf, das Unverständnis. War doch alles nicht so schlimm, nun übertreibst du aber, warum reißt du dich nicht einfach zusammen... Da fehlt ja nicht viel, bis es heißt "Du bist egoistisch!". Aber ganz ehrlich - anbetracht meines Lebensweges, anbetracht meiner Gefühle mir gegenüber in all den vergangenen Jahren: Diesen Satz würde ich als Kompliment auffassen :twisted: . Genau wie der Tag, an dem mein Freund zu mir sagte "Du bist zickig geworden." Ich habe darauf geantwortet "Wenn du meinst..." und als er es nicht gesehen hat, konnte ich nicht anders, ich habe breit gegrinst :mrgreen: .

    LG
    Plejaden

  • Zitat

    Da fehlt ja nicht viel, bis es heißt "Du bist egoistisch!". Aber ganz ehrlich - anbetracht meines Lebensweges, anbetracht meiner Gefühle mir gegenüber in all den vergangenen Jahren: Diesen Satz würde ich als Kompliment auffassen Sehr böse . Genau wie der Tag, an dem mein Freund zu mir sagte "Du bist zickig geworden." Ich habe darauf geantwortet "Wenn du meinst..." und als er es nicht gesehen hat, konnte ich nicht anders, ich habe breit gegrinst

    dat find ich jut. so is richtig.

    schönen wochenstart wünsch ich dir plei

    gruß panther

    Kompromisse bedeuten ein Rückfall riskieren
    (vor dem trink - Rückfall geht ein Verhaltensrückfall vorraus)
    nicht Trinkende seid 04.03.07

  • Hallo zusammen,

    die Woche hat mich wieder... Bin um 8 Uhr aufgestanden und hab mich erstmal geduscht, frühstück gemacht - und hatte wieder das unglaubliche Verlangen mal fünf gerade sein zu lassen und wieder zu zocken. Seltsam. Das muss wohl von meinem Verhalten am Wochenende herrühren... ich werde es mal weiter beobachten.

    Naja, bin dann jedenfalls um 10 Uhr auf zur Uni, habe da eine Hausarbeit abgeholt, und mich dann freiwillig in eine Vorlesung gesetzt. Habe darüber fast vergessen, dass ich ja noch die letzte Unterschrift für die Prüfungsanmeldung einfahren musste! Bin dann losgesprintet, habe die Unterschrift bekommen. Puh...
    Nun, nach der Vorlesung habe ich auch gleich versucht die Anmeldung auch abzugeben, leider war die Frau nicht da. Ich hätte jetzt sagen können, ok, mach ich's morgen, aber ich wollte das hinter mir haben. Also später nochmal hin. Dann habe ich es tatsächlich auch abgegeben bekommen mitsamt der Bestätigung, dass ich jetzt alle Formalitäten erledigt habe. Juchuh!
    Danach gings ab zu einer Vorlesung und danach, endlich, nach Hause.

    Mal ehrlich: Ich bin mir sehr sicher, hätte ich im August nicht die Kurve gekriegt, ich hätte spätestens an diesem Punkt nichts mehr auf die Reihe gekriegt und hätte die Anmeldung versaut. Ich hätte das alles, was ich in den letzten Monaten im Hau-Ruck-Verfahren auf die Reihe gekriegt habe, nicht hingekriegt. Ich war vor drei Monaten, Ende August, so fertig, so depressiv, ich wäre dem nicht gewachsen gewesen. Wenn ich heute meine Zeilen im Vorstellungsbereich lese, kann ich mich wieder hineinversetzen wie ich mich gefühlt habe und habe Mitgefühl mit mir selbst. Ein schönes, warmes Gefühl.

    Der gestrige Chat hat mich nochmal bei der Schuldfrage innehalten lassen. Bin ich selbst schuld an meiner Alkoholkrankheit? Bin ich willensschwach? Ich bin es nicht. Ich bin krank. Jahrelang bin ich dem ungeschriebenen Gesetz meines Umfeldes gefolgt: "Es wird von dir, als erwachsenen Menschen erwartet, dass du Alkohol trinkst. Ruhig auch in größeren Mengen! Aber es ist nicht gestattet süchtig zu werden, denn dann werden wir dich verstoßen." Ich habe, so wie immer, getan, was von mir erwartet wurde. Und ich wusste nicht, wie sich Sucht anfühlt. Sucht, süchtig sein, das waren abstrakte Begriffe für mich. Überall standen nur die Symptome, die Verhaltensauffälligkeiten alkoholkranker Menschen, die Äußerlichkeiten. Aber vom Gefühl, davon stand nirgendwo etwas. Ich versuchte einen Feind zu erkennen, von dem ich gar nicht wusste, wie er aussah.
    Also hielt ich mich an die Gesetze meiner Umgebung und hielt Ausschau nach einem unbekannten Feind. Bis ich den Point of no Return überschritten hatte.
    Meinem Umfeld gebe ich keine Schuld. Und mir auch nicht. Meine Schuld beginnt vor einem Jahr - als mir klar wurde, was mit mir los war und nichts unternommen habe. Ich habe mich damals wieder im Stich gelassen. Ich werde alles menschenmögliche tun, damit das nicht nochmal passiert...

    LG
    Plejaden

  • Hallo phönix1967m,

    ja, das spielt natürlich auch noch rein. Bewusst ausgesucht habe ich es mir nicht, süchtig zu werden. Und klar, den Kontrollverlust habe ich erst bemerkt, als ich versucht habe, mein Trinken zu kontrollieren. Aber selbst da habe ich noch nicht realisiert, dass ich suchtkrank bin.

    Das Wissen um die Verantwortung für das eigene Leben ist ein sehr positives und mächtiges Gefühl. Mein Wohlergehen nicht mehr von anderen (häufig gerne pauschalisierend "die Gesellschaft" genannt) abhängig machen, sondern zu wissen, ich kann im Rahmen meiner Anlagen zu der werden, die ich gerne sein möchte. Ich muss nicht darauf warten, dass sich der Rest der Welt verändert und es mir dadurch endlich besser geht. Ich kann selbst dafür sorgen, dass es mir besser geht.

  • Nun ist auch der Dienstag rum... War ein schöner Tag. Bin früh zur Uni, habe dort einen Artikel kopiert, danach zwei Stunden arbeiten. Leider baut die Frau, mit der ich zusammen arbeite, langsam ab, weil sie ab dem 31.01. nächsten Jahres nicht mehr dort arbeiten wird :? . Hat keinen Bock mehr und ist nur oberflächlich bemüht. Ich bin ja mal gespannt, wie sie sich mit ihren Einstellungen in der Arbeitswelt da draußen so schlägt...

    Naja, danach bin ich heim gefahren, und erste Überraschung, mein Buch ist angekommen. Etwas für das Projekt, das ich von der Uni aus mitmache. Habe sofort angefangen zu lesen. Zwischendurch kam mein Freund heim und wir sind zum Baumarkt gefahren, weil wir noch ein paar Sachen benötigt haben, danach ging es wieder nach Hause. Dort angekommen dann die große Überraschung - mein Fahrrad ist endlich fertig! Der neue Lenker ist super, ich sitze jetzt wesentlich aufrechter, habe nen besseren Überblick über die Straße und kann das Rad besser steuern. So soll es sein :) .

    Danach habe ich mich mit Corel Painter Essentials 2 rumgeärgert, die Software habe ich seinerzeit mit meinem Grafiktablett bekommen und wollte sie heute mal endlich ausprobieren. Pustekuchen - sobald ich nicht im Administrator-Account bin, funktioniert das Programm nicht mehr. Frag mich wer da wieder gepennt hat...

    Dann ist mir heute morgen im Bus noch ein weiteres Puzzle-Stück zu meinem Weg in die Sucht eingefallen. Ich mache eine lange Geschichte kurz: Ich hatte angefangen, mich vor einigen Jahren mit meiner SozPhobie auseinander zu setzen. Im Laufe dieser Auseinandersetzung bezeichnete ich mich eines Tages als "geheilt", bzw. kurz davor. In Wirklichkeit wollte ich nur noch meine positiven Gefühle wahrnehmen, und meine negativen Gefühle (wie Angst, Scham, Ärger) verdrängen. Die hatten weg zu sein, schließlich war ich geheilt! Waren sie aber natürlich nicht. Ich denke, ich habe durch den Alkohol versucht, diese negativen Gefühle wegzukriegen. Schließlich war ich ja geheilt...

    LG
    Plejaden

  • Hallo zusammen,

    da heute an der Uni eine Veranstaltung ausgefallen ist, war der Tag heute nicht ganz so lang... Trotzdem war ich wie jeden Morgen um 9 Uhr da, hab einiges gelesen, danach eine Vorlesung besucht und anschließend 2 Stunden gearbeitet. Anschließend noch ein bisschen gelesen, danach heim.
    Nach dem Mittagessen habe ich mal etwas Neues versucht: Den Tag grob nach Uhrzeiten einzuplanen. Das war mir zumindest bei meinem ersten Anliegen, Painter Essentials zum Laufen zu bringen, sehr wichtig. Und siehe da - um 16.06 Uhr, nur ein paar Minuten nach meiner Zeitvorgabe, war das Prob gelöst. Das Programm läuft jetzt. So muss das sein 8) .

    Danach habe ich einen großen Hausputz gestartet, Staub gewischt, gespült und das Bad geputzt. Anschließend habe ich mich wieder an meine Weihnachtsbastelei gesetzt und bin da gut voran gekommen. Darauf war dann noch ein bisschen Morrwowind angesagt und nun tippsele ich hier ;) .

    Ach so, und meine Therapeutin hat heute Abend angerufen. Ich dachte ernsthaft, die lebt nicht mehr oder will mich testen oder sowas - hab der vor zwei Monaten mal aufs Band gesprochen, und hab seither nichts mehr von ihr gehört. Naja, am Donnerstag hab ich ihr nochmal draufgesprochen, und siehe da, sie hatte mich einfach nur vergessen. Wie gemein... Naja, auf jeden Fall habe ich morgen wieder einen Termin. Es wird was zu erzählen geben.

    Heute mittag ist mir noch ein weiterführender Gedanke zu der Sache von gestern eingefallen - ich hab ja von meiner "Wunderheilung" geschrieben, die bei genauer Betrachtung gar keine war. Wenn ich mein Innenleben von damals mit dem heute vergleiche, dann habe ich das Gefühl, dass mir damals... weiß nicht wie ich es beschreiben soll... nicht soviele Wege zur Verfügung standen. Die SozPhobie und die Depressionen versperrten mir Bereiche, und schränkten meine Möglichkeiten ein. Ich musste zu vielen Dingen sagen "Das kann ich nicht machen, das geht nicht". Das ist heute wesentlich anders geworden. Es ist, als hätte man mir die Scheuklappen abgenommen. Aber noch etwas: Als der Alkohol anfing zum Problem zu werden, verstärkte er mein Scheuklappen-Syndrom. Mir standen immer weniger Wege zur Verfügung. Woran das liegt, darüber kann ich nur spekulieren - der Alk hat meine Depressionen verstärkt, soviel ist sicher. Aber er hat auch mein Denken fokussiert, und zwar auf sich selber. Ich konnte ja zunehmend an nichts anderes denken, als an Alk, wann ich ihn das nächste Mal trinken werde, wieviel, was... Darum kreisten meine Gedanken zunehmend mit einer fast schon verliebten Hysterie.

    Heute ist mein Horizont weiter, und dafür bin ich unendlich dankbar :D . Und jeden Tag kommt ein bisschen mehr dazu.

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    toll, Du scheinst riesengroße Fortschritte zu machen! Bei mir stagniert es manchmal so ein bißchen, aber vermutlich ist eines meiner immer noch vorhandenen Probleme schlicht und ergreifend Ungeduld.

    Was Du über die Scheuklappen schreibst, kenne ich auch. Bloß hab ich es eher als eine Art Zwangsjacke empfunden. Ständig konnte ich irgendwas nicht, und das lag immer am Alkohol bzw. an den diversen Nebenwirkungen (vom Beschaffen über die Vorratshaltung und Entsorgung bis zum ständig quälenden Kater). Daß ich ständig zu irgendetwas nicht in der Lage war, war in meinem Fall am Ende die Hauptmotivation, mit dem Mist aufzuhören. Ich hatte einfach dermaßen die Nase voll davon...

    Ist schon ein tolles Gefühl, sich davon befreit zu haben.

    Viele Grüße
    Zeppeline

  • Das mit der Zwangsjacke hatte ich auch. Gut, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast ;) . Mindestens einmal die Woche lag ich verkatert darnieder, gerne öfter. Und selbst wenn ich mich noch zur Uni schleppen konnte, richtig leistungsfähig war ich dann nicht... Zuhause blieb dann auch alles liegen, weil ich mich sofort aufs Sofa gehauen hab.

    Weil ich ein noch "funktionierendes" Trinksystem hatte :? , hatte die psychische Einengung, die Scheuklappen, noch die Oberhand. Allerdings begann mein Trinksystem in den finalen Wochen schon zu zerbröseln, ich denke es hätte nicht lang gedauert, und ich hätte jeden Morgen einen Kater gehabt.

    So, muss jetzt auf zur Therapie! Über meine Fortschritte/Stagnationen schreibe ich heute abend mal, da hast du mich auf eine Idee gebracht. Und - geduldig bleiben ;) . Lass dir die Zeit, die du selber brauchst.

  • Der vorletzte Tag in der Woche ist nun also rum! War wie ich heute morgen schon geschrieben habe vor der Uni noch bei meiner Therapeutin, hatte ich natürlich viel zu erzählen, weil wir uns so lange nicht gesehen hatten. Sie fand, ich sei "wie ausgewechselt" und sie findet es toll, dass ich jetzt abstinent lebe. Wir haben auch mein Problem thematisiert, dass ich mich so leicht "brainwashen" lasse. Sie hat mir dazu ein paar sehr hilfreiche Gedankenansätze gegeben: Ich soll zuerst eine Infiltration meiner Gedanken verhindern, indem ich z.B. denke "Du kannst noch so viel rumstänkern, dadurch hast du auch nicht mehr recht." Eine aggressiv vorgetragene Tatsache ist noch lange nicht die Wahrheit...

    Danach bin ich dann zur Uni gefahren, um dort eine Stunde zu arbeiten und danach zu einem Seminar zu gehen. So war zumindest der Plan. Als ich über den Campus lief, kamen mir drei Leute mit einem Becher entgegegen - dreimal dürft ihr raten was drin war. Glühwein! Als mir dann noch ein paar Grüppchen mit demselben Getränk entgegen kamen, wurde es zu einer bösen Vorahnung, die Vorahnung zur Gewissheit, als ich den Glühweinstand auf dem Campus entdeckte *an dieser Stelle das Bild "Der Schrei" von Edward Munch einblenden* Dieser ******* ist doch wie ein Geschwür, dass ich überall ausbreitet! Zum Glück ist der Campus ein einziger Windkanal, so das der Gestank von diesem Zeug weggeblasen wurde. aber ich glaube, allein als mir der Geruch von den ganzen Tassen in die Nase gestiegen war, vorher, hatte es irgendwo "klack!" gemacht :( .
    Gut, Memo an mich: Die nächsten Tage Ausweichrouten benutzen...

    Naja, nach der Uni ging's zum Arzt, um meine Einlagen abzuholen. Bin mal gespannt, ob das was bringt... Dann bin ich nach Hause gegangen und hab noch weiter weihnachtsgebastelt, und nun tippe ich hier.

    Ich wollte noch was zu meinen Baustellen schreiben: Am dringlichsten scheint es mir, dass das Eis, auf dem ich wandele, noch sehr dünn zu sein scheint. Ist eigentlich kein Wunder nach nur drei Monaten. Ich halte mich konsequent von allem fern, was mit Alk zu tun hat, und ich spüre, dass das wichtig ist. Ich hab manchmal das Gefühl, ich könnte zu unüberlegten Kurzschluss-Reaktionen neigen. Z.B. einfach ein Glas Wein nehmen und ohne nachzudenken runterzukippen. Ferngesteuert. Sowas hatte ich früher auch immer - wenn mein Suchtmonster keinen Bock hatte sich mit meinem Verstand auseinander zu setzen, hat es ihn kurzerhand abgeschaltet. Das macht mir schon Angst.
    Ich hoffe, die Zeit, meine Lebensänderungen und meine gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema werden das Eis dicker werden lassen.

    LG
    Plejaden

  • Hallo zusammen,

    heute bin ich mal nicht zur Uni gefahren, sondern habe den Tag zu Hause verbracht um mal hier einiges gebacken zu kriegen. Hab ich auch ;) .

    Zunächst habe ich die Weihnachtsbastelei weiter gemacht, die bis morgen fertig werden muss. Die Sache hat sich länger hingezogen als gedacht. Schließlich hab ich gegen Mittag eine Pause eingelegt und bin einkaufen gefahren, mit meinem "neuen" Fahrrad. Es ist wirklich super! Ich muss mich korrigieren: Ich habe jetzt 300 % mehr Kontrolle darüber. Leider ist einiges schief gelaufen, was mir irgendwie total peinlich ist :oops: . Zuerst musste ich ewig mit dem Schloss rumbasteln, bevor ich das Rad endlich abgeschlossen bekommen hab. Dann hab ich das Tachometer am Lenker vergessen, zum Glück ist es nicht geklaut worden! Als ich gerade dabei war das Rad wieder aufzuschließen, kam eine Frau zu mir und fragte mich, ob ich mein Handy beim Fahrrad habe liegen lassen. Ich guckte in meiner Jackentasche nach und siehe da - mein Handy war weg! Zum Glück hat eine andere Frau das Ding in einem nahe gelegenen Geschäft abgegeben, wo ich es auch problemlos wieder bekommen hab. Oh mann... Danach bin ich zu einem anderen Geschäft gefahren, dort angekommen habe ich festgestellt, dass ich die ganze Zeit mit offenen Rucksack rumgefahren bin! Der Reißverschluss war kaputt gegangen. Zum Glück hat das Teil zwei so Zipper, der andere funktionierte noch. Ich also in das Geschäft rein, eingekauft, wieder raus - und hab festgestellt, dass ich einen meiner Kugelschreiber neben dem Rad verloren hatte. Ich hab den Kuli eingepackt, das Rad wieder aufgeschlossen und bin nur noch fix nach Hause, bevor noch mehr passiert wäre :shock: .
    Daheim hab ich dann bis 16 Uhr weiter gebastelt, danach noch ein bisschen gezeichnet. Ich bin bald soweit, die Sache ins Reine zu übertragen und zu kolorieren. Yeah!

    Ich habe mir darüber hinaus noch durch den Kopf gehen lassen, was die Therapeutin gestern gesagt hat. Vielleicht lasse ich mich auch weniger gut brainwashen, wenn ich versuche, zu einer Expertin meiner Krankheit zu werden und mich auch so zu fühlen. Expertin zu werden, das halte ich ohnehin für wichtig. Je besser ich informiert bin, desto mehr Gefahren kann ich aus dem Wege gehen.
    Dann habe ich mich gestern Nacht noch intensiv mit meinem Freund unterhalten. Ich habe ihm einiges über das Suchtgedächtnis erzählt, und dass ich deshalb nie wieder etwas trinken darf und auch nicht will. Er findet das ganz schön krass (im Sinne von niederschmetternd), versteht mich aber jetzt noch besser. Zu reden hilft echt ungemein...

    So, ich werde jetzt noch ein bisschen mit Painter rummalen, wünsche einen schönen Start ins Wochenende!

    LG
    Plejaden

  • ...ist also rum. Mein Freund musste früh weg, ich konnte danach nicht mehr schlafen und bin auch so um 8 Uhr aufgestanden. Bin dann mit dem Fahrrad Brötchen holen gefahren, das radeln mit dem Ding gefällt mir immer besser. Diesmal hatte ich auch nicht soviel Pech wie gestern...
    Anschließend hab ich gefrühstückt, danach bin ich zur Tat geschritten und hab endlich mal wieder das Schlafzimmer aufgeräumt. Anschließend wollte ich ein paar Referenzfotos von meinem Gesicht machen, für meine Zeichnungen - leider musste ich feststellen, dass die Batterie von der Digitalkamera schon wieder leer war! Gut, musste das Ding also aufladen und auf meine "Memo-an-mich"-Liste für nächste Woche kam "neuen Akku für die Digicam kaufen". Argh...
    Die Zeit hab ich sinnvoll damit genutzt, Zeichenpapier kleiner zu schneiden. Ich hab grad nur welches in Format A2, davon hab ich gut die Hälfte ich kleinere Formate geschnipselt. Als ich damit fertig war, hat sich der Akku auch endlich aufgeladen und ich konnte meine Fotos machen. Danach habe ich ein paar neue Entwürfe für meine Freundin gemacht (Visitenkarten) und sie ihr geschickt, danach die Fotos bearbeitet. Anschließend war der Tag auch schon fast rum... Von Langeweile keine Spur. Das ist mir das Wichtigste.

    Meine Eltern hatten heute Abend eine Überraschung für mich parat: Sie haben zum Abendessen tatsächlich nur Wasser getrunken. Ich bin dann zur "Belohnung" zum Essen bei ihnen unten geblieben ;) .

    So werde mich jetzt ins Bett hauen und noch ein Buch lesen. Einen schönen Samstag abend noch!

    LG
    Plejaden

  • Was für ein mieses Wetter... Heute war der erste Tag seit langem, an dem ich gar nicht draußen war. Schon ein seltsames Gefühl. Aber dafür habe ich den Tag gut ausgefüllt, und die Beschäftigung hat mir keine Mühe bereitet. Zuerst hab ich ein bisschen Biathlon geguckt, dann mit meinem Freund gefrühstückt, anschließend ein bisschen gedaddelt. Dann kam mein großer Auftritt: Zum ersten Mal einen Adventskranz selber basteln! Das Prozedere zog sich zwei Stunden (!) hin, aber ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ein kleiner, schlichter Kranz mit viel frischem Grün. Gefällt mir richtig gut. Danach ausgiebig geduscht, und dann kam schon Besuch. Langeweile hatte ich zu keiner Zeit.

    Mir fällt auf: Das war früher anders. Früher habe ich versucht die Tage am WoEn irgendwie so schnell wie möglich rumzukriegen, damit ich abends endlich saufen konnte. Habe die 18 Uhr-Marke geradezu herbei gesehnt. Bzw. ich war so verkatert, dass ich kaum aktiv werden konnte. Beides lief auf's gleiche hinaus, ich hab mich fürchterlich gelangweilt und konnte aus den Ruhetagen auch keine Kraft schöpfen, weil ich genau wusste, an den anderen Tagen bin ich auch nicht fleißiger und schiebe Dinge auf, die dringend gemacht werden mussten. So waren die "geruhsamen Tage" fast noch eine größere Qual als hektische Tage. Auch habe ich stereotype Dinge getan wie z.B. den ganzen Tag gedaddelt obwohl es mich nach einigen Stunden gelangweilt hat. Aber ich wusste einfach nichts anderes mit mir anzufangen, und wollte, dass der Tag möglichst schnell rum geht.

    Ich habe auch, angeregt durch den Thread von Blizzard, mir Gedanken über eine Form von Verzicht gemacht. Von vielen Leuten habe ich schon gehört, dass sie angesichts eines Menschen, der ein gesundes Leben führt (nicht rauchen, nicht trinken, Sport treiben, gesund ernähren etc.) sagen: "Und was macht der, wenn er morgen tot gefahren wird? Dann war alles umsonst. Keinen Spaß gehabt und so." Ich war umgeben von Menschen, die so denken. Sie können nicht verstehen, dass so ein Leben Freude macht und nicht Verzicht bedeutet. Ich selbst war lange Zeit unschlüssig, aber inzwischen habe ich gemerkt, dass mir das gesunde Leben besser gefällt - ich komme Treppen hoch, ohne danach unter ein handelsübliches Sauerstoffzelt zu müssen, erlebe jeden Tag klar und kann mir die Schuhe zubinden ohne mich hinsetzen zu müssen. Ich habe nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Ich habe soviel getrunken und faul herumgelegen, Süßes und Fettiges in mich reingestopft, dass es für's ganze Leben reicht.

    In diesem Sinne wünsche ich einen guten Start in die neue Woche!

    LG
    Plejaden

  • Guten Abend,

    so, der Montag ist rum! Habe ihn langsam angehen lassen, um halb acht aufgestanden, erstmal geduscht, danach ein bisschen am Computer gearbeitet und um 10 Uhr zur Uni gefahren. Dort wieder für einen Professor das Präsentationsequipment aufgebaut, anschließend in die Bibliothek zum Lesen. Zwischendurch bin ich dann noch was essen gegangen, und zum Abschluss des wieder mal langen Tages in eine Vorlesung.

    Da ist mir dann etwas aufgefallen - irgendwie verbinde ich Vorlesungsräume inzwischen mit einem Kater/Entzugserscheinungen. Das hat mich zunächst ziemlich befremdet, ich konnte mich plötzlich überdeutlich erinnern, wie ich mit einem dicken Kopf, Sehstörungen und Schwindelanfällen sowie Übelkeit in diesen Bankreihen gesessen habe. Irgendwann ist dann der Groschen gefallen: Ich habe nicht so oft in der Woche getrunken, später dann immer mehr natürlich. Aber wenn überhaupt, dann eigentlich nur an Tagen wo ich Vormittags eine Vorlesung hatte - da musste ich einfach nur da sitzen und mein Leid erdulden.
    Die Erkenntnis hat mich schon ziemlich geschockt. Es kamen noch andere unangenehme Erinnerungen hoch: Wie ich mir einen Donnerstag abend die Kante gegeben hatte, Freitags hundselend zur Vorlesung um 10 Uhr geeiert bin, es dann geschafft habe an eben jenem Freitag mal KEINEN Alk zu trinken, nur um mir gleich am Samstag wieder die Kante zu geben.

    Mein "Trinkplan" war irgendwie schon ganz schön unterlaufen. Oben hing, als verrostetes, einsames Schild im Wind "nur am Wochenende trinken!". De facto schlich sich heimlich die Regel ein: "Immer einen Tag zwischen den Besäufnissen lassen, dann passt das schon!" Oh Hilfe :oops: .

    Noch mehr Erinnerungen: Wenn ich mir dann abends Alkohol zugestanden habe, konnte ich es kaum erwarten, dass es endlich Abend wird. Hab den ganzen Tag daran gedacht "noch drei Stunden, dann gibt's endlich dein Bierchen." Auch eine Frage, die ich auf den Alk-Tests im Brustton der Überzeugung mit "Nein" angekreuzt hab - nein, ich denke nicht an Alkohol. So schlimm ist es doch nicht. Ja ja.

    Allmählich kommen die Erinnerungen scheibchenweise hoch. Ich bin mal gespannt, wann es an's "Eingemachte" geht...

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    ist schon spannend, was da so Alles zu Tage kommt, wenn man sich mit seinem Trinkverhalten beschäftigt und nach und nach eine ganz andere Einschätzung der Lage bekommt. Mir war mein 'Fehlverhalten' am Ende jedoch schon ziemlich bewusst, also konnte ich solche Testfragen auch wahrheitsgemäß beantworten (und mich am daraus resultierenden Ergebnis erfreuen :roll: ).

    Ansonsten freut's mich, dass es so beständig mit Dir vorwärts geht.

    Wobei: Corel? Geht ja gar nich :wink: !

    Soweit.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    heute hat mein Bild vom "alkfreien Raum Uni" doch einen herben Rückschlag erhalten :? . Ich bin heute morgen ja um 9 Uhr dort aufgeschlagen, da war die Welt noch in Ordnung. Bin in die Bibliothek lesen, habe mit einem der Doktoren geflaxt, dann zwei Stunden arbeiten. Anschließend wollte ich wieder heim - und geriet in den Glühwein-Spießrutenlauf. Die ersten zwei Gallonen waren direkt am Ein-/Ausgang des Gebäudes stationiert, in dem ich täglich verkehre (an dieser Stelle nochmal Munchs "Der Schrei" - aaaaaaaaaah! :shock: ). Der ganze Bereich hat nach dem Zeug gestunken, und ich glaube so ziemlich jeder, der dort zum Paffen herum stand hatte einen Becher in der Hand... Ich nur noch durchmarschiert, weitergegangen, irgendwann war es dann vorbei - dachte ich. Denn auf dem weiteren Weg zum Bus war auch schon der nächste Stand aufgebaut, das Geruchserlebnis wegen des starken Windes jedoch nicht vorhanden.
    Memo an mich: Morgen werde ich mich nach Schleichwegen erkunden. Ich muss irgendwie durch die Tiefgarage gehen, wo ich mich aber nicht auskenne, weil ich ja mit dem ÖPNV anreise :roll: . Locker bleiben. Noch drei Wochen bis zur Weihnachtspause *heul*.
    Nach der Uni hab ich noch ne Stunde am Rechner gearbeitet, danach war ich joggen. Ging recht gut mit den Einlagen, leider habe ich mir eine Blase an einer unmöglichen Stelle gelaufen (irgendwie unter dem Fußgewölbe). Autsch. Fühle mich jetzt auf jeden Fall sportlich-kaputt, wie ich es mag 8) .

    Ich habe gerade noch etwas zur Was-wäre-wenn-Frage geschrieben, in einem anderen Thread. Ich muss gestehen (mich selbst belügen ist ja nicht mehr ;) ), dass trotz meines vorläufigen Sieges vor einigen Wochen die Thematik zeitweise immer noch an mir zerrt. Hin und wieder kommen Gedanken "Probier's doch nochmal, mal gucken wie es so ist!" oder "Vielleicht klappt es ja jetzt wieder...". Ich gebe dann kontra, so wie ich es mir erarbeitet habe und habe dann wieder meine Ruhe. Allerdings zeigt es mir, wie dünn das Eis noch ist, auf dem ich wandele. Dass mich die ein oder andere Situation gut und gerne noch umhauen könnte. Also heißt es: Weitermachen!

    JoeDoe : Ich habe mich in der finalen Phase meiner nassen Zeit ziemlich selbst besch...., deshalb diese schrägen Antworten auf die Testfragen. Richtig finster, es zeigt mir, was der Alk mit mir anstellt wenn ich ihn wieder konsumiere :( .

    Zitat

    Wobei: Corel? Geht ja gar nich


    :roll: Folgendes ist mein Plan: Ich werde reich werden (irgendwann) und werde mir dann einen tollen Computer kaufen, nebst einem SW-Paket, dass mir die Ohren schlackern. Ich müsste nur rausfinden, was besser ist: QuarkXPress oder Indesign? Ich tendiere gerade zu ersterem. *seuuuuufzzzz*

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    ja, dieser Glühweindunst ist schon eine fiese Sache. Leider kann ich Dir dazu keinen brauchbaren Tipp geben, denn glücklicherweise wurde und wird mir von dem Zeug richtig übel. Bleib tapfer, der Spuk ist ja bald vorbei!

    Das mit dem reich werden ist bereits mein Plan, bitte nicht meine Idee und damit alle meine Zukunftsperspektiven klauen :wink: ! Ich halte Quark übrigens für besser. Indesign gibbets ja bei der CS fast gratis oben drauf :wink: . Erinnert irgendwie an GoLive – das wurde am Ende ja auch zu jedem #### dazugepackt :roll:

    Mein Traum wäre übrigens die eigene 3ds-Lizenz *sabber* *hechel* :D .

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Heute war erfreulicherweise ein glühweinfreier Tag. Offenbar hatte die selbsternannte Bespaßungsgarde keine Lust, bei Regen und Sturm ihr Getränk feilzubieten...

    Wie dem auch sei, ich hab gestern nacht nicht wirklich gut geschlafen und weiß auch grad nicht warum. Bin erst so gegen 0.30 Uhr eingeschlafen und war um 6.30 Uhr wieder wach. Das ist zwar an sich genug Schlaf, trotzdem bin ich in der ersten Vorlesung fast eingepennt :roll: . Danach ging es aber. War noch ne Stunde arbeiten, danach Essen in der Mensa. Da war das Gericht gerade aus, das ich mir gütlich tun wollte und ich musste in einer längeren Schlange ne gute Viertelstunde warten. Arghs.
    Naja, danach habe ich zwei Stunden in der Bibliothek gelesen, um zum Abschluss des Tages noch ein Seminar zu besuchen. Danach gings heim.

    Im Übrigen ist mir ein Umweg eingefallen, auf dem ich ohne größeren Zeitverlust alle Glühweinstände umgehen kann. Ich muss nur morgen im Hellen nochmal gucken, ob da nicht eine von den nervigen Baustellen meinen Weg blockieren würde. Hab keine Lust, im Dunkeln in so einen Bauzaun zu scheppern :lol:

    Anlässlich meiner zwei Tippreihen, die ich gestern erstanden habe (die für die Katz waren - keine einzige Zahl war richtig :cry: ), habe ich mir Gedanken ob eines möglichen Gewinns gemacht. Ist ja Blizzards Frage mit dem Weltuntergang, nur positivistisch formuliert: Würde ich einen trinken, wenn ich die 43 Mio. gewonnen hätte? Gute Frage. Bis heute nachmittag hätte ich noch gesagt: Nein, auf keinen Fall. Aber heute Abend, so gegen 20 Uhr, hatte ich so ein Gefühl: "Auf den schönen Tag ein Bierchen." Mmmmh... Es ist trotzdem wichtig für mich: Was würde es mir bringen, wenn ich meinen Lottogewinn begießen würde? Ich wäre weg vom Fenster, benebelt, irgendwo anders aber nicht bei mir. Vielleicht würde ich es nicht mehr schaffen zu mir zu kommen, und würde im Suff das Geld für irgendeinen Sch... ausgeben. Vielleicht wäre es dann sogar mein geringstes Problem, wenn ich mich vorher tot saufen würde...
    Es wäre besser, wesentlich besser, diesen schönen Tag klar zu begehen, den Gewinn klar zu genießen. Mehr noch: Es wäre das RICHTIGE.

    JoeDoe : Mir wird von dem Zeug auch übel. Mein Magen reagiert recht empfindlich auf Säuren, und Glühwein ist ja besonders aggressiv. Was mir zu schaffen macht, ist dieses Klack! Mein Magen sagt "Geh fort mit dem Zeug, ich merk' jetzt schon wie mir das Sodbrennen wallt!" aber das Suchtmonster wird einfach nur rattig...

    Nicht reich werden? Dann zumindest die Weltherrschaft ;) . Quark halte ich für besser, weil ich drei Jahre damit gearbeitet habe. Es ist weniger... umständlich.
    Und wieviel 3ds kostet, will ich gar nicht wissen. Wenn auf der Webseite schon kein Preis steht, ist das ein gaaanz schlechtes Zeichen...

    LG
    Plejaden

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