Hallo Monika
Ende der 70iger Jahre waren die Leberwerte meiner Oma nicht mehr in Ordnung und sie musste regelmäßig zum Arzt um sich eine Spritze abzuholen. Ich habe keine Ahnung was da wirklich abgelaufen ist. Ich war ein Kind.
Dann waren wir 1984 im Urlaub und uns erreichte ein Anruf, dass wir dringend nach Haue müssten weil es ihr so schlecht gehen würde. Was nun geschehen ist spiegelt so ziemlich die größte Grausamkeit nieder, die man machen kann in einem Land in dem Sterbehilfe verboten ist.
Gelbe Augen -> Gelbe Haut -> Blut gebrochen -> Intensivstation -> Speise (Luft) röhre wieder versiegelt -> Einige Tage nach hause -> Blut im Mund -> Ab ins Krankenhaus -> Operation -> gelbe Augen -> Intensivstation -> Kaum noch gehen können -> Wochenlang im Bett (zeitweise zu Hause) -> Bluttransfusionen -> Alles wieder ausgespuckt. -> Intensivstation -> Neue Versiegelung … … … …
Sie wurde einfach immer kurz bevor sie tot war wieder zusammengeflickt ... 
So ging das immer und immer und immer weiter. Fast 2 Jahre lang. Wenn man vorher gesagt hätte : „Fahren sie noch einmal in den Urlaub und dann bekommen sie hier eine Spritze“ hätte man das Richtige getan. Jedes Pferd bekommt nen Gnadenschuss. Auch wenn ich sehr an ihr gehangen habe.
Auf der Trauerkarte stand hinterher „Trauert nicht um mich – Der Tot war mir Erlösung“ Von der Beerdigung habe dann ich wenig mitbekommen. Ich bin einfach immer meinem Vordermann hinterher gegangen. Das ganze Salz in den Augen ..
Irgendwie habe ich noch nie drüber geredet glaube ich …… 