brauche dringend Hilfe !!!!!!!!!!

  • Servus piratenbraut1974,

    so schlimm und traurig die Situation auch ist, es gibt keine Ausweg aus der Sucht ohne den unbedingten Willen des Suchtkranken.
    Wenn Deine Mutter also nicht von sich aus jetzt aufhören möchte, dann wird es wohl so kommen, wie die Ärzte es beurteilen.

    Ich kann Dir nur empfehlen, dringendst etwas für Dich zu tun, denn Du scheinst mir mit dieser grausamen Situation doch überfordert zu sein (was absolut normal ist!!!).

    Warst Du denn schon mal in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern, eventuell auch in einer für (erwachsene) Kinder von Alkoholikern? Du findest dort Menschen, die Dein Schicksal teilen. Die nachempfinden können, durch welche Hölle Du gingst und gehst. Und die Dir auf jeden Fall auch glaubhaft vermitteln können, dass es weder Deine Schuld ist, noch, dass Du etwas hättest verhindern oder ändern können.

    Du findest auch hier im Forum einen solchen Bereich, "Kinder von...". Schau doch da auch mal rein?

    Ich schreibe dir das bewusst als trockener Alkoholiker: so lange ich saufen wollte, waren mir die gesundheitlichen Folgen und die Sorgen meiner Familie EGAL. NICHTS und NIEMAND hätte mich von Trinken abhalten können. Und so ist das leider bei allen Alkoholikern. Unsere Sucht zwingt uns den Konsum auf, und so lange wir nicht aufhören wollen, können wir auch nicht aufhören. Niemand kann uns das Aufhören abnehmen, niemand kann für uns trocken werden.

    Ich wünsch Dir erst mal ganz viel Kraft und dass Du den Mut hast, Dir selbst die Hilfe zu holen, die Dir gut tut.

    LG
    Spedi

  • Guten Morgen und willkommen im Forum

    Hat Dein Nickname was mit „Der Pirat“ zu tun ? Das Buch ist mir hier empfohlen worden aber ich habe es noch nicht gelesen.

    Zitat

    Was geht einem Alkoholiker durch den Kopf wenn er nüchtern ist und sich entschließt so jetzt trinke ich was? Ich verstehe meine Mutter einfach nicht..

    Ich denke mal auch bei Deiner Ma wird es so sein, dass sie immer nur ein Glas trinken will aber dann nach dem ersten Glas den Absprung nicht schafft. Das Zauberwort heißt „Kontrolliertes Trinken“ und das können wir hier alle nicht mehr. Sobald da der 1. Tropfen im Gehin angekommen ist schreit der ganze Körper nur noch ´mehr davon´,´nur ein bißchen noch´

    Ich bin nicht in der Lage Abends EIN BIER !!! zu trinken. Geht nicht. Das werden 5 oder 6 oder 7 … na ja und so weiter. In der Sekunde in der sie sich das erste Glas füllt hat sich glaube ich nicht den festen Wunsch sich zu betrinken. Halt Kontrollverlust

    So war es zumindest bei mir allerdings bin ich auch nie auf die Idee gekommen Reinigungsmittel in mich reinzuschütten. :cry:

    Gruss Vaan

  • Hi Piratin,

    auch ein recht herzliches willkommen von mir hier in diesem Forum.
    Lies Dich mal hier durch, hier gibt es viele mit den gleichen Problemen und vielleicht hilft Dir das schon einwenig weiter.

    Auch ich gehe in eine SHG für Angehörige. Melde Dich da ruhig an, kann auf keinen Fall verkehrt sein. Man hört auch mal Sachen von anderen, auf die man selbst nei kommen würde.
    Im übrigen hat dort mal jemand gesagt, mit dem Trinken ist es so, wie wenn man selst vielleicht auf Schokolade verzichten müßte. Ich esse gern welche und der A trinkt halt gern. Wenn sie nicht von allein aufhören wollen, haben wir gar keine Chance. Du musst jetzt an Dich denken. Auch ich bin die einzige Tochter und muss lernen mit der Situation klarzukommen - ist wirklich nicht einfach. Bei mir ist es der Vater.

    Ich wünsch Dir was.
    LG Katrin

  • Hey Piratin,

    Auch von mir ganz herzlich willkommen hier im "Kinderbereich"..!!

    Deine Geschichte (besonders der Part mit dem Reinigungsmittel) erinnert mich an einen Film mit Günter Lamprecht, der heisst "Rückfälle" (glaub ich), den haben sie uns gezeigt, als während der Therapie meiner Mutter Angehörigentag war. Schon krass, dass die Sucht es schafft, den Menschen soweit zu bringen, dass er Dinge zu sich nimmt, bei denen "der gesunde Menschenverstand" normalerweise sofort "Stop" schreien würde.
    Wie kommt es eigentlich, dass Deine Mutter immer so schnell wieder aus dem Khs raus ist?? Entlässt sie sich selbst? Hast Du eine Ahnung, welche Medikamente sie dort bekommt?? Markennamen brauchst Du nicht einzutragen (die sind nicht erwünscht), aber ich denke bei D..... weiss auch jeder Bescheid. :wink:

    Bitte überleg Dir ganz genau, ob Du wirklich die Betreuung von Amts wegen für Deine Mutter übernehmen willst (kann Dich keiner zu zwingen)und ob Deine Kompetenzen dann auch soweit reichen, dass Du sie gegen ihren Willen behandeln lassen kannst. Da hege ich nämlich so meine Zweifel. Es könnte Dir dabei durchaus passieren, dass sie sie aus dem Khs bzw einer Therapieeinrichtung entlassen bzw sie "rausschmeissen", wenn sie z.B. randaliert oder wieder Putzmittel trinkt. Auch die Krankenkassen machen dieses Spiel nicht ewig mit. Es sei denn, Du steckst sie dann in die geschlossene Psychiatrie. Dafür müsstest Du sie aber glaub ich (wenigstens temporär) komplett entmündigt haben. Aber so genau kenn ich mich da nicht aus.
    Fakt ist auch, es ist in unserem Land nicht strafbar, sich selbst zu Grunde zu richten, es steht jedem frei sein Leben so zu "gestalten" wie man es für richtig hält. Dies gilt solange, wie niemand anderes gefährdet wird. Sollte Gefahr für Leib und Leben ANDERER von Deiner Mutter ausgehen oder entstehen, dann sieht die Sache schon anders aus.

    Ausserdem wage ich zu bezweifeln, dass Deine Mutter bei einer Zwangseinweisung (Entgiftung oder Therapie ist da erstmal unerheblich) wirklich mit dem Saufen aufhören wird. Bei der "Entziehungskur" (neudeutsch glaub ich AHB) fliegt man jedenfalls soweit ich weiss ohne Vorwarnung raus, wenn man mit Alk erwischt wird. Und man wird sie auch unter Betreuung nicht 24h pro Tag kontrollieren können (wer soll das bezahlen??). Die Einsicht, dass der Alk ihr Problem ist, scheint sie nicht zu haben, sonst wär ihr das wohl spätestens beim Reinigungsmittel vielleicht mal aufgegangen. Aber zu dem Thema könnten sich vielleicht Vaan und/oder Spedi nochmal äussern.?!?!?
    Einsicht ist nämlich die Grundvoraussetzung für eine AHB, ohne die wirst Du nicht mal einen Platz für sie kriegen, weil der Behandlungserfolg von vorn herein in Frage steht.

    Bitte sei nicht böse, dass ich hier meine Zweifel anmelde. Ich möchte nur versuchen, Dich vor herben Enttäuschungen zu bewahren, wenn Deine Aktivitäten ins Leere laufen.

    Und wie die anderen schon gesagt haben, kümmer Dich um Dich, da hast du auf jeden Fall mehr von. DU kannst nur DIR helfen, auch wenn's verdammt weh tut, aber es ist so..!! :cry: DU kannst nichts für SIE tun, solange sie ihren absoluten Tiefpunkt noch nicht erreicht hat.
    Versuch am besten so schnell wie möglich, Kontakt mit der SHG aufzunehmen, bei Dir ist meiner Meinung nach Gefahr im Verzuge. Warte nicht bis nach Ostern, tue es heute noch. Du hast derzeit ein wenig Luft, da Deine Mutter im Khs ist, wo sie versorgt wird, so brauchst Du Dir im Moment erstmal weniger Sorgen um sie machen..!!

    Wie sieht es denn mit sonstigen Verwandten aus? Vater, Onkel, Oma, ...?? Wohnst Du noch bei Deiner Mutter oder weit weg von Ihr?? Hast Du Freunde, die Dich wenigstens moralisch irgendwie unterstützen können? Such Dir Ablenkung, Du gehst sonst mit unter..!!! :cry:
    Und schreib, wenn Dir danach ist, alles hier rein, hier wird Dir "zugehört"

    Lass den Kopf nicht hängen

    Ich wünsch Dir auf jeden Fall ganz viel Kraft

    Alles Gute und bis bald

    Der Insulaner

  • Hallo Piratin,

    es tut mir leid, dass Du Dich so hilflos fuehlst. Ich kann Dich gut verstehen. Aber leider kannst Du nichts machen und dass Du als Betreuerin Dich einsetzen lassen willst, dass wuerde ich mir erstmal ganz genau ueberlegen, denn wie Insulaner schon geschrieben hat, wirst Du da sicherlich ziemlich viel Stress mit haben und Du solltest Dir ueberlegen, ob dann nicht eher vom Staat aus jemand eingesetzt wird.

    Du selbst muss Dich um Dich kuemmern, am besten erkundigst Du Dich wo bei Dir in der Naehe eine Selbsthilfegruppe fuer Angehoerige ist und das so schnell wie es nur geht, einfach, dass Du dort was fuer Dich tust.

    Du musst Deine Mutter machen lassen, auch wenn es kein gutes Ende haben wird, Du bist nicht Schuld, es ist die Entscheidung Deiner Mutter und sie allein hat es in den Haenden.

    Meine Frage ist auch, was ist mit Verwandten, Oma, Opa, Onkel, Tante, hast Du irgendwo noch Kontakt mit anderen Familienmitgliedern?

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hi Piratin,

    wie lange der Koerper Deiner Mutter das noch mitmachen kann, dass kann man nie sagen. Ich will Dir keine Angst machen, aber mein Stiefvater ist letztes Jahr mit 56 Jahren einfach umgekippt und gestorben. Er hat auch immer getrunken und war bis zum Schluss ein nasser Alkoholiker. Er hatte Mundhoehlenkrebs gehabt, diesen allerdings besiegt, aber sein Koerper hat den Missbrauch von Alkohol und natuerlich die Chemotherapien dazu nicht komplett verarbeiten koennen und somit hat sein Koerper einfach aufgegeben. Wir Kinder konnten auch nichts machen, er hat einfach waehrend der ganzen Therapien trotzdem nicht aufgehoert zu trinken.

    Wichtig ist und das sag ich Dir aus eigener Erfahrung, dass Du Dir klar machst, egal was passiert, Du kannst nichts machen und es ist nicht Deine Verantwortung und Deine Schuld. Es ist gut, dass Du zu der SHG gehst, Du wirst sehen, es wird Dir sehr gut tun.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Servus piratenbraut24,

    Zitat

    Was geht einem Alkoholiker durch den Kopf wenn er nüchtern ist und sich entschließt so jetzt trinke ich was?
    Ich verstehe meine Mutter einfach nicht..

    Genau das ist die krankhafte Komponente: Wir Alkoholiker können den Alkoholkonsum nicht mehr rationell steuern, es liegt ein sogenannter Kontrollverlust vor. Dieser "zwingt" uns -vereinfacht gesagt- zum unkontrollierten Trinken bis zum geht-nicht-mehr und darüber hinaus... :oops:

    Sorry, wenn ich es ganz hart wiederhole: Alkoholsucht endet -wenn sie nicht behandelt wird- in jedem Fall tödlich. Das wissen wir. Ich kann nur von mir sprechen: ich wusste es auch während der Zeit, in der ich getrunken habe. Nur: es hat mich nicht interessiert... :oops:

    Aber das ist nicht so wichtig. Wichtiger finde ich, dass Du anfängst, für Dich was zu tun. Du brauchst Erleichterung, Hilfe auf diesem Weg. Es ist gut, wenn Du Hilfe suchst und annehmen kannst.

    Von der gesetzlichen Möglichkeit der Betreuung haben schon so manche Angehörige sich wahre Wunder erwartet, wurden aber allesamt bitter enttäuscht. Warum? Nun, die einzig "sichere" :roll: Methode um einen Alkoholkranken zwangsweise trocken zu halten, ist die dauerhafte Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung (für Suchtkranke). Diese wird vom Gesetzgeber angeordnet und nicht vom Betreuer (früher hiess der mal "Vormund")!
    Alles, was der Betreuer anleiern kann, kann vom Alkoholiker auch wieder umgangen werden - also z.B. durch Selbstentlassung, "Flucht", Therapieverweigerung etc.

    piratenbraut24, so leid es mir tut: ich kann Dir momentan nicht mehr Hoffnung machen als die, dass es jeder Alkoholiker selbst in der Hand hat, ob er/sie aufhören möchte.

    Viele gesundheitliche Schäden, die wir uns "angesoffen" haben, werden im Laufe der trockenen Jahre besser, manche heilen sogar ganz. Nur unsere Krankheit selbst, die heilt nie. Wir können sie zwar zum Stillstand bringen, indem wir abstinent leben. Aber sie bleibt latent in uns erhalten, bis zum Tod.

    Nachdem ich Deine Mutter nicht kenne, kann ich naturgemäß keine Prognose über den Fortgang der Erkrankung bei ihr abgeben (dazu wäre ich auch nicht befähigt, würde ich sie persönlich kennen). Halte Dich da doch bitte an ihre behandelnden Ärzte, die können Akutstadien meist recht genau einschätzen.

    LG
    Spedi

  • Hey Piratin,

    das "Gefahr im Verzug" resultierte aus dem Eindruck, den ich nach Lesen Deines ersten Beitrags hatte. Inzwischen hast Du ja schon einiges mehr geschrieben, so dass sich der Eindruck relativiert hat. Du hast Kontakt zur SHG aufgenommen, wirst sicher am 2. April auch hingehen, das ist OK so.

    Du willst wissen, wie lange ein Körper sowas mitmacht?? Liess Dir mal den Beitrag von Stephclueless durch (aber nimm Dir vorher ein Taschentuch und sorge dafür, dass Du sitzt). Es ist auch immer abhängig davon, welche Art Alk sich der Süchtige reinschüttet. Bier enthält relativ viele Nährstoffe, Korn oder Wodka vergleichsweise wenig. Viele ziehen sich auch z.B. durch Sturz eine schwerwiegende Verletzung zu. Bei manchen hat's dann "Klick" gemacht, weil sie Dank Oberschenkelhalsbruch 6 Wochen ohne Alk auskommen mussten, aber sei Dir im Klaren darüber, dass es auch immer Fälle geben wird, bei denen es NIE "Klick" macht. Damit kannst Du Dir die Frage nach dem wie tief sie noch fallen kann, selbst beantworten.. :cry:

    Hat sie denn sowas wie "nüchterne Momente"? Ist sie dann für Gespräche zugänglicher?
    Wenn nicht; bei den meisten hier hat sich der Grundsatz "kein Kontakt wenn er/sie getrunken hat" bewährt. Probier's mal damit.

    Du schriebst,dass sie vor ca 14 Monaten schonmal in einer "Entziehungsklinik" gewesen ist. Die Dauer von 14 Tagen kommt mir irgendwie sehr kurz vor. Gewöhnlicherweise dauert sowas bis zu drei Monate (oder gar länger??). Ist sie da vielleicht auch abgehauen?? Oder war es vielleicht "nur" eine Entgiftung??

    Zitat

    ...besoffen war ( sorry der derbe Ausdruck )


    Du brauchst Dich hier mit derben Ausdrücken nicht zurückzuhalten. Wenn Dir danach ist, kotz Dich aus..!!! :twisted:

    Lese gerade, dass Dich eine Tante öfter anruft, um nach Deiner Mutter zu fragen. Pass auf, dass Du nicht zum Nachrichtendienst Deiner Mutter wirst, der aller Welt Rede und Antwort steht. Es ist nicht Deine Aufgabe, andere mit Informationen über sie zu versorgen. Das ist auch Teil der Symptomatik der Co-Abhängigkeit.
    Wenn dem nicht so ist und sich Deine Tante grösstenteils um Dein Wohl sorgt, dann vergiss die letzten Zeilen. Sollte es Dir mal zu blöd werden, dauernd über den Zustand Deiner Mutter Auskunft geben zu müssen, dann sag freundlich aber bestimmt: "Wenn Du wissen willst wie's ihr geht dann frag sie bitte selbst, Du erreichst sie...!" So handhabe ich's meistens. Seltsamerweise war noch niemand sauer..!!?!?!?

    Zur Ablenkung:
    Ich würde vorschlagen, du schnappst dir möglichst viele von Deinen seelischen Beiständen und machst mal was richtig schönes, was Du schon lange nicht mehr gemacht hast (und wenn es aus Trotz Deiner Mutter gegenüber ist im Sinne von "Jetzt erst recht"). Das hilft ungemein, einfach mal was anderes sehen, denken, fühlen. Ich geh in solchen Fällen ganz gerne in die Sauna, manche brauchen eher Trubel, die gehen dann Shoppen oder vielleicht auf'ne Party (Osterfeuer z.B.??)
    Tu's für Dich..!!! :D

    Alles Gute und bis bald

    Der Insulaner

  • Hallo Piratin,

    auch von mir willkommen im Forum. Schön, dass Du Menschen um Dich hast, die für Dich da sind. Lass es auch zu, dass sie für Dich da sind. Ich weiß, dass es schwer ist Hilfe anzunehmen, hat man doch früh gelernt sich am besten nur auf sich selbst zu verlassen. Sowas, was Du da im Moment mitmachst ist nicht alleine zu schultern. Es ist eine gute Idee von Dir zu der Angehörigengruppe zu gehen. Das Wissen nicht allein zu sein, hat mir am Anfang sehr viel erleichtert.

    Zitat

    Wann macht es endlich KLICK bei meiner Mutter damit Sie kapiert daß Sie Hilfe braucht?

    Das weiß niemand, das ist vom Alkoholiker allein abhängig. Ich denke Deine Mutter weiß, dass sie Hilfe braucht, aber sie ist nicht in der Lage die entsprechende Konsequenz daraus zu ziehen, denn das hieße auf Alkohol verzichten zu müssen. So wie es aussieht scheint sie es nicht zu wollen oder nicht zu glauben, dass sie das kann.

    Mit meiner Mutter war nicht viel anders als bei Deiner. Ständige Stürze, entsprechende Verletzungen, anschließende Operationen, Entlassung aus der Langzeittherapie (LZT), weil getrunken und weil nicht therapiefähig. Das habe ich auch alles erlebt. Im Grunde wusste meine Mutter, dass sie Hilfe braucht, dass es so nicht weiter gehen kann. Doch all das Wissen nutzte nichts, weil sie die Hilfe nicht angenommen hat, der Alkohol war letzten Endes wichtiger als ihr Leben. Sie hat einige Entgiftungen und zwei LZT hinter sich gebracht, doch was ihr dort an Hilfe angeboten wurde konnte sie nicht annehmen. Warum? Nun das wusste nur sie ganz allein.

    Zitat

    Wie tiefer kann sie denn noch fallen?

    Das habe ich mich bei meiner auch oft gefragt. Selbst eine polizeiliche Fahndung nach ihr hat sie nicht aufgeweckt. Sie ist im Suff Auto gefahren, hat sich verfahren und ist nie dort angekommen wo sie hin wollte. Die Polizei hat sie irgendwann im Auto sitzend, stockbesoffen und dehydriert aufgegriffen. Was danach so alles kam, kannst Du und jeder andere hier sich sicherlich denken. Da habe ich auch gedacht, dass war’s jetzt, jetzt wird sie wach. Weit gefehlt…. Immer wenn ich dachte jetzt, jetzt muss es gehen, dann hat sie immer noch einen drauf gesetzt. Sie hat sich geschämt, sie hat sich bei mir und meinem Vater entschuldigt. Was ich auch jedes Mal geglaubt habe, denn in eben diesen Momenten war sie davon überzeugt, es schaffen zu können. Doch die Überzeugung hat nie lange gehalten, der Alkohol und die Angst ohne ihn zu Leben war stärker.
    Bei dem einen reicht es den Job zu verlieren, der andere wird auch nicht wach, wenn er obdachlos auf der Parkbank übernachten muss.

    Ich schreibe das nicht, um Dich noch mehr zu deprimieren und ängstigen. Es soll Dir nur zeigen, dass es allein von Deiner Mutter abhängt, ob, wann und wie sie aufhört zu trinken. Das Du nichts , aber auch rein gar nichts tun kannst. Deshalb ist es so wichtig an Dich zu denken, etwas für Dich zu tun.

    Zitat

    Habe gestern mit dem Gesundheitsamt telefoniert, die haben mir geraten mich persönlich beim Notariatamt vorzustellen und meinen Fall zu schildern. So könnte ich ein Gutachten beantragen lassen und es käme jemand um sich die Sache vor Ort anzusehen. Das muss dann richterlich abgesegnet werden und dann würde eine Betreuungsperson für meine Mutter gestellt werden. Das wäre in diesem Fall ich, da ich ja die nächste Angehörige bin.

    Ich halte das für eine gute Idee. Wobei es falsch ist, dass Du die Betreuung für Deine Mutter übernehmen musst. Das Amtsgericht kann, wenn nötig, einen Betreuer für eine Person einsetzten. Das Verfahren kann man in Akutfällen auch beschleunigen, das müsstest Du vor Ort erfragen. Es gibt für so was vom Gericht bestellte Betreuer, die sich dann im festgelegten Rahmen um die Angelegenheiten des zu Betreuenden kümmern. Angehörige können das tun, wenn sie wollen und das Gericht sie für geeignet hält, sie müssen es aber nicht.

    Ich würde es an Deiner Stelle nicht übernehmen. Denn dann hast Du zusätzlich zu der offiziellen Erlaubnis Dich um Deine Mutter zu kümmern, auch noch die gesetzliche Pflicht es zu tun. Die jetzige Situation bringt Dich ja schon an den Rand Deiner Kräfte, wie würdest Du das schaffen wollen. Denk an Dich und lass das andere machen, die können das genauso gut, wenn nicht besser, sie sind nicht gefühlsmäßig eingebunden. Das ist das einzige was Du für Deine Mutter tun kannst. Ob es hilft und ob sie es annimmt, das steht auf einem anderen Blatt Papier. Doch gib’ diese Verantwortung ab bzw. nimm sie gar nicht erst an. Das schaffst Du nicht, Du bist ja jetzt schon vollkommen fertig.

    Ich hatte das „Glück“ das mein Vater noch da war und meine Mutter so unter „Aufsicht“ stand. Wäre das nicht der Fall gewesen, ich hätte im Leben nicht die Betreuung für meine Mutter beantragt, ich war so schon am Ende meiner Kräfte, das hätte ich anderen überlassen.

    Ich kann verstehen, dass Du Dir Gedanken um Deine Mutter machst. Wieviele Jahre hab ich in diesem Hamsterrad verbracht und meine Kräfte und mein Leben für nichts geopfert. Denn bei all meinem Einsatz ist nie etwas andere rausgekommen als Kummer und Leid für mich und auch für meine Mutter, trocken oder auch nur wach ist sie dadurch nicht geworden. Denk an Dich, kümmere Dich um Dich, damit der Alkohol nicht noch ein weiteres Opfer bekommt, nämlich Dich.

    Ich wünsche Dir viel Kraft….

    Skye

  • Einen ganz kleinen Anhang zum letzten Beitrag von Spedi möchte ich noch loswerden.

    Dein Ziel sollte nicht sein Deine Mutter vom Trinken zu Hause wegzubekommen, sondern sie in ein Krankenhaus einzuweisen wo man sich mit sowas auskennt.

    Ich habe hier im Forum bisher 2 Sätze gelesen die ich fast nicht glauben kann. Bei Fall 1 hat sich jemand in 15 Monaten in den Rollstuhl gesoffen und Fall 2 ist Deine Geschichte mit dem Reinigungsmittel. Dass man morgens um 4 aufwacht und noch mal eben in die Tanke latscht um sich was zu holen. JAU das ist auch mir passiert. Dass ich mir im Badezimmer ne Pulle Abflussreiniger an den Hals gesetzt habe .... also daran kann ich mich nicht erinnern.

    Was ich damit sagen will ist, dass Du deiner Ma AUF KEINEN FALL raten sollst zu Hause mit dem Saufen aufzuhören sondern auf jeden Fall im Krankenhaus. Irgendwo hier im Forum liegt eine LiesMICH zum Thema kalter Entzug auf.

  • hallo piratenbraut

    nur kurz (zumindest versuche ich es :lol: ), einfach weil so schon alles gesagt wurde.

    ich glaube skye und insulaner haben es direkt geschrieben, den beiden kann ich nur voll und ganz zustimmen! laß dir bitte die betreuung für deine mutter nicht aufhalsen, dafür gibt es leute vom staat, die geld dafür kriegen und das ganze ohne emotionale bindung handhaben können!
    vorwürfe werden von deiner mutter bestimmt kommen, eben weil du das ganze in die wege leitest und wegen den weiteren entscheidungen kann sie sie dann ihren frust am betreuer auslassen - so dürftest du dir das gezetter auch noch anhören, würdest ins schwanken geraten weil sie eben deine mutter is und du ihr ja nix böses willst und und und...
    deine kraft ist für dich viel besser aufgehoben und ich hab den eindruck das du davon ganz viel brauchst!

    von zwangseinweisung an sich halte ich net viel, eben weil der betroffene ja wie der name scho sagt gezwungen wird und nicht weil er es möchte, aber probieren würde ich es in deinem fall scho. ich denk da mehr dran das du dann sagen kannst, dass du wirklich alles probiert hast was in deiner macht stand! und vielleicht kommst du ja zur ruhe in der zeit wo deine mutter "aufgeräumt" ist und es gelingt dir leichter dich auf dich zu konzentrieren.

    Zitat

    Sie ist jetzt 66 Jahre alt, seit 47 Jahren Quartals-Alkoholikerin, wie lang hält es ein Körper denn aus ohne Nahrung nur mit Alk??


    diese frage hab ich mir auch scho öfters gestellt. ich glaub unsere mütter können sich die hand geben, außer das meine mutter jünger ist wie deine (47 jahre alt) und auch no net so lange trinkt wie deine fällt sie auch unter die gruppe der quartalstrinker und isst in ihren trinkphasen nix bis wenig. letztes jahr hatte sie ne zeit wo sie 4-6 wochen (ich weiß es nimmi genau) bis auf 2, 3 tage komplett durchgetrunken hat :arrow: da dachte ich wirklich etz isses bald soweit bei ihr.
    die ärzte ham mir (und meiner mutter) auch scho gesagt, das sie wenn sie so weiter trinkt ihr max. 1 jahr noch geben :arrow: das is etz glaub au scho 3 jahre oder so her.
    was ich damit sagen will: die dauer kann dir keiner sagen, nur das des ganze früher oder später tödlich enden wird, wie eben bei jedem alkoholiker.

    liebe grüße

    @ vaan
    ich kann's mir etz net verkneifen, aber was bitte ist schwer daran zu glauben, das jemand reinigungsmittel trinkt???
    meine mutter hat immer nur spiritus getrunken (was ja bekanntlich auch ein reinigungsmittel is), erst seit nem halben jahr oder so isse umgestiegen auf wodka :arrow: etz haste drei dinge die du nicht glauben kannst, zufrieden? würde dir empfehlen mal ne liste anzulegen, damit du auch net irgendeine sache vergisst. aber behalt das vielleicht einfach mal für dich (oder schreib es in deinem thread), ich persönlich wäre verletzt wenn ich mich hier öffnen würde und bekäme so kommentare a la "das kann ich gar nicht glauben"
    sorry vaan, ich mag dich und ich glaub auch das du es gut meinst und helfen willst, aber ich hab den verdacht das du das thema sucht noch zu theoretisch anzupacken versuchst.

    pps: wenn mir etz no jemand erklärt, wie das mit dem kurzfassen geht, wäre ich sehr dankbar :roll:

  • Hallo Piratenbraut
    Hallo Summerdream

    Ich gebe nun im nachhinein also zu, dass ich mich da etwas unglücklich ausgedruckt habe. Wenn man meinen letzten Beitrag liest sieht man, denke ich mal, dass ich damit ihren Fall als einen der Schwereren ansehe.

    Ich glaube (hoffe) mal nicht, dass ich hier seit August aufgefallen bin indem ich mich über die Forenmitglieder und deren Schicksale lustig gemacht habe.

    Was Piratenbraut allerdings meiner Meinung nach dringend braucht ist der Link zum Thma „Kalter Entzug“ Wenn ihre Ma irgendwann Einsicht zeigt besteht doch die Gefahr, dass sie damit nicht ins Krankenhaus möchte.

    Ob das bei den Mengen und dem doch etwas betagten Alter eine gute Idee ist weiss ich nicht ..

  • Servus Vaan,

    jetzt werde ich mal ganz deutlich:

    Seit Du hier im Forum bist, zeigst du Dich als sensationsgeiler Wichtigtuer, der anderen sehr gerne einen Text reindrückt, ohne die entsprechenden Erfahrungen selbst gemacht zu haben!

    Kümmer Dich doch erst mal um Deine eigenen Baustellen, bevor Du hier in bekannter Effekthascherei irgendwelchen Müll von Dir gibst, der Neulinge verunsichern kann.

    Wenn Du Sensationen so dringend brauchst wie Du es hier outest, dann schau Dir Unterschichtenfernsehen an, da gibt's genug von dem Zeug für Grenzdebile!

    Meinunf vom Spedi, der das einfach nur noch wiederlich findet!

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