Beiträge von Plejaden

    Hallo engel,

    du solltest dir eins klar machen: Du hast geschrieben, du hast Alk benutzt um negative Gefühle zu betäuben, weil du nicht anders damit umzugehen wusstest. Es ist nun so, dass deine Psyche die Option "Suchtmittel verwenden" zur Bekämpfung von negativen Gefühlszuständen fest abgespeichert hat.

    Will damit sagen, du kannst an dir arbeiten und viel dafür tun, um mit deinen Gefühlen umzugehen lernen. Das ist gut und richtig! Aber es werden immer wieder Momente kommen, wo dich diese Gefühle überrennen. Und in diesen Momenten wird deine Psyche die Option "Suchtmittel verwenden" wieder hervorkramen und sie dir anbieten. Einfach, weil sie in der Vergangenheit diese Option für sich aufgedeckt hat wie eine Memory-Karte.

    Und du kannst tun was du willst, Therapien machen, dein Leben verändern, was auch immer - diese Option "Suchtmittel verwenden" wird immer in deinem Kopf gespeichert sein. Diese Option ist nicht wegtherapierbar. Das ist wie mit einem epileptischen Anfall - wenn man einmal einen gekriegt hat, wird die Neigung dazu für den Rest des Lebens latent fortbestehen.

    Was alle meine Vorschreiber dir sagen wollten: Dein Weg zur Selbstannahme wird leichter, wenn du akzeptierst, dass diese Option existiert. Dein Leben wird einfacher, weil du keine Energie mehr an Versuche verschwenden musst, die Option irgendwie "wegzumachen".

    Ich wünsche dir viel Spaß beim Playstation-Spielen ;) .

    LG
    Plejaden

    P.S.: Ich habe extra "Suchtmittel" geschrieben, weil gerade dieses hochgradig austauschbar ist. Suchtverlagerung ist das Stichwort. An die Stelle von Alk kann ganz schnell z.B. dein Ex treten, oder Schoki und Chips, Tabletten...

    Hallo Lütze,

    das ist ja wirklich ein Wechselbad der Gefühle mit dir und deiner Frau. Mein Freund versucht auch noch hin und wieder, mich in alte Muster zurückzuschieben. Ich verlasse mich da auf mein Gefühl und bewache meine Grenzen, für mich selbst.

    Zitat

    Wie ich gestern schon befürchtet hatte,bin ich heute schon wieder nicht ganz so selbstsicher.Alles im Griff,ja.Aber unzufrieden mit der Situation.Werd sie heute nicht anrufen,werd mir aber sicher mehr selbst weh tun ,als ihr.Wobei es mir nicht ums gegenseitige verletzen geht.Sondern um Selbstschutz.Das Loch kann nur grösser werden,wenn ich wieder unpassend anrufe,zur falschen Zeit oder das falsche Begrüßungswort wähle.


    Das kenne ich auch, und den Schuh musst du dir nicht anziehen, machst du ja auch nicht. Und es ist normal, dass man nicht alle Tage gleich selbstsicher ist. Hauptsache, das große Mittel stimmt ;) .

    kommal : Danke für deinen Beitrag, auch wenn der nicht direkt an mich gerichtet war. Ich muss Montag zum ZA und weiß jetzt, worauf ich achten muss.

    LG
    Plejaden

    Hallo nochmal,

    ich möchte hier also meine unsortierten Gedanken von gestern vortragen. Ich habe mir überlegt, warum Suchtdruck eigentlich so schwer durch Kognition beizukommen ist. Das ist zumindest bei mir so gewesen - da halfen alle Gedanken nicht, die ich mir vorher für solche Momente zurecht gelegt hatte. Nur konkrete Handlungen wie viel Wasser trinken, sich ablenken, reden helfen dann etwas, bis die akute Situation vorüber ist. Danach trifft es mich wie A... auf Eimer "wie konnte ich nur so denken??"

    Irgendwie bin ich dann jedenfalls auf Co-Abhängigkeit gekommen (ja ja, meine Gedankengänge sind manchmal etwas... irr ;) ) und auf die Tatsache, dass man als Co-Abhängiger sozusagen sein Suchtmittel liebt*, nämlich den süchtigen Partner. Und da fiel es mir ein - als Alkoholiker verbinde ich natürlich auch starke Emotionen mit meinem Suchtmittel! Zumindest für mich gab es mal eine Zeit, in der Alkoholkonsum für mich positiv besetzt war.** Irgendwann driftete das dann in den quälenden Zwang ab, aber in meinen nassen Gedanken und Fühlen wollte ich die Zeit zurück, als Trinken noch "schön" war.
    Also ist mein Verhältnis zum Alkohol gefühlsbesetzt. Das ist kein Wunder, schließlich sitzt das Suchtgedächtnis sozusagen am Epizentrum der Gefühle, dem limbischen Zentrum im Gehirn. Und deswegen ist es auch so schwer, Suchtdruck mit reiner Kognition, also verstandesmäßig beizukommen - Gefühle haben messbar die Oberhand über den Verstand. Gerade das macht auch das Suchtgedächtnis so unendlich gefährlich, und lässt mich lieber übervorsichtig als zu leichtsinnig sein.

    Oh mann. Ich glaube ich werde das nochmal genauer ausarbeiten müssen. Irgendwie kann ich meine Gedanken grad schlecht in Worte fassen :roll: . Es ist irgendwie so, dass ich über den Alkohol Gefühle bedient habe, die ich sonst verleugnet habe.

    Was mir diese Überlegungen konkret bringen: Ich weiß jetzt sicher, dass der Versuch, akuten Suchtdruck durch den Verstand zu beseitigen, zum Scheitern verurteilt sind. Die hier empfohlenen Strategien (viel trinken, reden, sich Hilfe holen, im sicheren Haus bleiben) sind wesentlich effektiver.

    LG
    Plejaden

    *Mir ist klar, dass in einer Co-Abhängigkeit vielfach irrtümlich von Liebe gesprochen wird.
    ** Aus meiner heutigen Sicht, mit dem nötigen Abstand zum Alkohol, ist mir klar geworden, dass schon die damalige Zeit keineswegs positiv war. Schließlich hatte ich schwere Probleme, die ich weggespült habe. Der Alkohol war positiv besetzt, weil er mir Erleichterung verschaffte. Die gesellschaftlich forcierte Vorstellung vom Alkohol"genuß" tat dann ihr übriges. Ich habe die Erholung und Entspannung genossen, die mir der Alkohol geboten hat. Ich kannte nichts anderes.

    So, mal kurz pieps. Es kam noch keine Antwort auf meine Emails, und nachdem ich wieder durch die Gänge geeilt bin mit meinem Packen Unterlagen habe ich wieder niemanden getroffen. Nun ist schlichtweg keiner mehr da. Schön.

    Als letzte Option bin ich dann am Nachmittag zum Prüfungsamt gedackelt und siehe da - nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird. Die Frist mit Montag steht in aller Strenge nur da, damit die Leute den Kram bis Mitte April abgegeben haben. Das nimmt mir schonmal gehörig Druck von den Schultern, bleibt nur noch das Problem mit einem seltsamen Leistungsnachweis, der irgendwie hingebogen werden muss - und ich nicht weiß, ob das überhaupt gemacht werden kann :? . Aber ich bin trotzdem erstmal erleichtert.

    Also - fragenden Menschen kann geholfen werden ;) .

    Ich hatte mir gestern sehr intensiv Gedanken bezüglich der emotionalen Verwicklung in die Alkoholkrankheit gemacht, und nun ist wegen des Stresses alles weg. Aber mal sehen, vielleicht kriege ich es bis heute abend ja nochmal auf die Reihe :lol: .

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    es hat sich noch nicht wirklich was neues ergeben, noch keine Antworten auf die Emails. Ich werde jetzt zur Uni fahren, hier zu Hause halte ich es eh nicht aus.
    Geschlafen habe ich nicht wirklich gut.

    Lütze : Die genauen Konsequenzen weiß ich auch nicht, mindestens müsste ich ein Semester länger studieren und dadurch über 700 Euro extra latzen. Eventuell werden mir meine Prüfungen auch nicht anerkannt und ich muss alles nochmal von vorne machen.

    kommal : AT läuft bei mir momentan nur sporadisch, auch eine Sache, die ich in naher Zukunft ändern will. Ich möchte es wieder regelmäßig machen, denn nur so hat es einen Sinn.

    So, dann werd ich mal, melde mich heute Nachmittag wieder zurück.

    LG
    Plejaden

    Hallo und danke summerdream. Mein Freund ist gerade gekommen, ich hab einen Heulkrampf gekriegt und jetzt geht es mir besser. Er meint auch, das wird schon klappen :lol: .

    Ich fühle mich jetzt ein bisschen ruhiger und werde mich nochmal hinlegen. Seit ich die Emails geschrieben habe, sind zumindest diese imaginären Gespräche mit den Ansprechpartnern aus dem Kopf. Das war wie ein Karussel, immer wieder von vorn. Gute Entscheidung, die Mails jetzt aufzusetzen und abzuschicken. Ich lerne immer besser mit mir umzugehen ;) .

    Hoffentlich gute Nacht
    Plejaden

    So, vor zwei Stunden lag ich schonmal im Bett und habe versucht zu schlafen, aber ich bin nur noch am Grübeln und komme nicht zur Ruhe. Es gibt ein Riesenproblem mit meiner Studienabschluss-Bescheinigung und es ist (wie gestern schon geschrieben) kein einziger Ansprechpartner da. Alle im Urlaub, weg, irgendwie unauffindbar... Obwohl ich heute von Pontius nach Pilatus gerannt bin habe ich den letzten Stempel nicht bekommen und am Montag muss ich das Sch...ding abgeben. Und Montag ist auch der Tag, an dem der Mensch, von dem ich den Stempel brauche wieder aus dem Urlaub zurück ist. Ich hasse solche knappen Dinger, aber früher ging es nicht, wegen der Abschlussarbeit.

    Habe jetzt grade zwei Emails an die entsprechenden Stellen verschickt, habe nun Angst vor deren Antworten und nun wegen einer Panikattacke Verdauungsstörungen (überkam mich beim Verfassen der ersten Email) :roll: . Bin hellwach, fühle mich wie angeknipst, an Schlaf ist nicht zu denken. Werde jetzt noch ein wenig hier im Forum lesen und hoffen, dass ich bald müde werde.

    Und nein, Saufdruck habe ich keinen. Das würde noch fehlen.

    Zittrige Grüße
    Plejaden

    Hallo lonely,

    du bist schon wieder bei deinem Freund ;) . Wenn du merkst, dass es dir zuviel wird, dann kannst du gehen, egal was er dazu sagt.

    Was deine Frage angeht: Der Alkoholiker braucht seinen Partner, um weiter ungestört seiner Sucht nachgehen zu können.
    Die Spannweite ist groß. Der Partner hilft den Alkoholiker sein Problem zu verdrängen, die Illusion einer heilen Welt aufrecht zu erhalten ("Meine Frau verlässt mich nicht, also kann es nicht so schlimm sein. Die stellt sich nur an.") Oder der Partner ist kostenlose Reinigungsfachkraft und Alkoholbringservice in Personalunion, besonders gut zu sehen in dem Video über den Alk, das hier im Forum kursiert.

    Was für dich wichtig ist: Du wirst instrumentalisiert, damit dein Partner seine Sucht aufrecht erhalten kann.

    Zitat

    Ok, ich könnte jetzt ne gaaaanz lange Liste von Dingen aufzählen, die ich liebend gerne machen würde, es fehlt mir wahrlich nicht an Interessen - aber fast alles kostet Geld, was ich (zur Zeit) nicht habe.


    Es geht nicht darum in blinden Aktionismus zu verfallen ;) . Das Wichtigste ist, dass du dich auf dich selbst konzentrierst, dir sozusagen in Gedanken immer wieder auf die Finger haust, wenn du wieder anfängst dich auf deinen Freund zu konzentrieren. Es geht darum, dein Wohlbefinden von dem Gemütszustand und Alkoholpegel deines Freundes unabhängig zu machen, und das geht auch ohne Geld.
    Ach, und in eine Angehörigen-SHG oder zur Suchtberatung zu gehen (für DICH!) kostet nix und du tust was für dich.

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    heute war ein etwas unerfreulicher Tag. Erfreulich war, dass ich um 7 Uhr aufgestanden bin und es um 9 Uhr auf zur Uni ging. Dort hab ich zwei Stunden gearbeitet und nebenher noch versucht alte Vorlesungsverzeichnisse aufzutreiben. Zu meinem allumfassenden Ärger musste ich feststellen, dass die beiden Geschäftszimmer, die ich dafür brauchte, bis nächste Woche geschlossen sind. Das ist doch mal eine Spitzen-Idee, erstmal ne Woche vor Semesterbeginn die Bude zu verrammeln :twisted: . Dann sind noch viele Dozenten weg, und ich stand da und dachte mir "ja, sicher". Sehr sehr unerfreulich. Zum Glück bin ich auf die Idee gekommen, mir die Gesamtvorlesungsverzeichnisse der Uni zu besorgen, dort habe ich die gewünschten Infos auch her bekommen. Argh.

    Danach ging es erstmal in die Stadt, neuen Tee kaufen, und dann heim, wo ich die Daten aus den Vorlesungsverzeichnis in ein Formular eintragen durfte. Ich bin echt froh, wenn dieser ganze Zettel-und-Stempel-Kram vorbei ist...

    Ansonsten waren die Chat-Gespräche, die ich über Ostern geführt habe, teilweise so tief und intensiv, dass ich mir heute mal eine Auszeit gegönnt habe. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die daran mitgewirkt haben :lol: . Auch wenn ihr es wohl nicht gemerkt hab, ihr habt mir viel "Futter" für die nächsten Tage gegeben!

    So und jetzt gibt es erstmal Abendbrot. Mein Magen knurrt ;) .

    LG
    Plejaden

    Hallo Bernd,

    ich muss mich auch manchmal sagen, dass ich meinen Freund machen lassen muss. Weil ich sein Verhalten nicht ändern kann. Und ja, Toleranz kann man lernen ;) .

    Manchmal ist es auch sinnvoll sich zu fragen: Warum hat mich das jetzt so aufgeregt? Vor allem, wenn einen irgendein bestimmter Punkt immer wieder "reizt". Vielleicht steckt dann bei einem selber etwas quer im Hals...

    LG
    Plejaden

    P.S.: Als ich das Wort "Rückfall" gelesen habe, hab ich erst einen riesigen Schreck gekriegt :shock: .

    Hallo engel, du hast bei mir im Thread nach einer Therapie gefragt. Ich antworte dir mal hier, sonst wird es zu durcheinander ;) .

    Ich habe bisher zwei Therapien gemacht, beide ambulant. Die erste war mit 17, die hat mir überhaupt nichts gebracht weil ich noch nicht bereit war Hilfe anzunehmen. Die zweite habe ich vor etwa zwei Jahren angefangen und im Frühjahr diesen Jahres beendet, das war eine kognitive Verhaltenstherapie. Sie hat mir den Durchbruch gebracht. Allerdings waren beide Therapien wegen Depressionen und der Sozial Phobie, nicht wegen Alkohol. Ich überlege jedoch, auch wegen des Alks noch eine Therapie zu machen. Werde dafür in den nächsten Wochen noch einmal zur Suchtberatung gehen und schauen, was da für Möglichkeiten sind.

    Zitat

    Mir gehts so viel besser. Das macht mir alles Mut-wenn ich das so lese.


    Das freut mich zu lesen :D . Und denk daran, Liebe kann auch als Druckmittel eingesetzt werden um dir ein schlechtes Gewissen einzureden. Die Fäden, du verstehst?

    LG
    Plejaden

    Hallo engel,

    erstmal kann ich unterstreichen was kommal geschrieben hat ;) . Viele Sachen, die du erreichen willst, sind das Ziel. Das ist jedoch in weiter Ferne, du befindest dich auf dem Weg dahin, wie ich auch. Mir gefällt es inzwischen auf dem Weg zu sein, denn das bedeutet Veränderung, Wandel. Es ist wie ein Fluss, den ich versuche in die richtige Richtung zu lenken, ich kann ihn immer wieder umlenken wenn ich bemerke, dass er in die falsche Richtung fließt.

    Nach unserem Gespräch gestern im Chat habe nochmal nachgedacht und dir mal was aus meinem Strang kopiert (weiß nicht, ob du das gelesen hast):

    Zitat

    Bei mir hat es mit dem Selbstwertgefühl immer an der Tatsache geklemmt, dass ich mich nicht gut finden wollte so seltsam das auch klingt. Mir wurde lange lange Jahre von allen Seiten eingeredet, dass ich nichts tauge, eine Versagerin bin etc. bis ich es selbst geglaubt hab. Ich erinnere mich noch an Tage, wo ich hier in meinem Zimmer gesessen habe, mit neuem Wissen in meinem Kopf und geweint habe: Nein, ich kann nicht gut sein, ich darf kein guter Mensch sein, das ist mir verboten.


    Ich denke, dir geht es im Grunde ähnlich. Du willst dich schon selbst lieben, aber bitte nicht so, wie du jetzt bist. Du haderst mit dir und deinem Schicksal, das habe ich auch getan. Was zu der Frage führt: Kann man nur einen perfekten Menschen lieben?

    Natürlich ist es paradox, die Schwächen/Krankheiten Sucht, Co-Abhängigkeit etc. als Teil des eigenen Selbst anzuerkennen. Schließlich möchtest du ja was dagegen tun und diese Dinge loswerden! Aber wenn du diese Schwächen als einen Teil deiner Selbst akzeptierst, heißt das ja nicht, dass du sie schulterzuckend hinnimmst. Du kannst diese Schwächen kleiner werden lassen, so dass sie aufhören, dein Leben zu bestimmen.

    Als ich aufgehört habe mit mir und meinem Leben zu hadern und mich auf den Weg gemacht habe, einfach akzeptiert habe dass ich so bin wie ich bin, ging es mir gleich viel besser. Und Ansätze dazu kann ich in deinen letzten Beiträgen auch bei dir erkennen ;) .

    LG
    Plejaden

    Guten morgen,

    irgendwie bin ich jetzt daran gekommen immer morgens zu schreiben. Sei's drum.

    Gestern war aktivitätenmßig ein geruhsamer Tag, aber das war ja so geplant. Die Erkältung plagt mich immer noch ein bisschen. Dafür sind mir wieder einige Erkenntnisse gekommen (ich hoffe, ihr habt nicht langsam die Schnauze voll von meinen Erkenntnissen ;) ).
    Zum einen habe ich meinem Freund gegenüber gestern tatsächlich einen "Fehler" zugegeben, präziser eine Fehleinschätzung. Meine Eltern standen gestern seit 11 Uhr mit den Nachbarn im Garten und haben getrunken. Irgendwie hat mich das ziemlich sauer gemacht und ich hab mich beim Frühstück mit meinem Freund darüber aufgeregt. Er meinte daraufhin, dass es doch ihr gutes Recht ist sich schon um 11 Uhr die Kante zu geben und ich das so akzeptieren solle. Dagegen hab ich mich erst gesträubt, aber hinterher eingesehen, dass er Recht hat. Hab ihm das dann gesagt. Er war so erstaunt, dass ihm darauf keine Antwort eingefallen ist 8) .

    Das zweite betrifft die Ambivalenz zwischen meiner inneren Einstellung und meinem Verhalten. Ich denke, ich wirke nach außen hin lange nicht so selbstsicher, wie ich mich innerlich fühle. Das haben mir einige Leute indirekt bestätigt (über mich wird z.B. "ach Plejaden, das ist doch die schüchterne süße Maus" gesagt). Ich habe nun zwei Monate (oder so) damit gehadert. Jetzt ist mir gestern wie Schuppen aus den Haaren gefallen: Klar, mein Verhalten ist hochgradig automatisiert, wie bei jedem Menschen. Wir denken ja schließlich nicht jedesmal "ah, mein Gegenüber hat dieses und jenes gesagt, jetzt muss ich also das und dies antworten". So wäre eine flüssige Kommunikation nicht möglich.
    Das habe ich völlig außer Acht gelassen. Diese Mustern, nach denen wir reagieren, haben sich über Jahre eingeschliffen, sind Automatismen. Um jetzt quasi mein Inneres nach Außen kehren zu können ;) , muss ich diese Automatismen neu überschreiben. Und wie mache ich das? Richtig, üben üben üben. Action, machen, tun, handeln. Dann mal auf in die Schlacht... 8) .

    Übrigens, es hat geschneit. Vielleicht flitze ich gleich nochmal raus und mache ein paar Fotos.

    LG
    Plejaden

    Hallo Lütze,

    Zitat

    Oberflächlige Gespräche.Nicht richtig zu hören.Sitzen,TV gucken und essen...und trinken."Ach,dir kann man ja nichts anbieten...".Ist denn Saft nichts?
    Ach naja.Fakt ist,je länger ich dort war,so unwohler fühlte ich mich.Wieder mal so,als fehlt ein Stück von mir.


    Das kenne ich nur zu gut von den Familienfeiern hier, die mir dieses Jahr offenbar erspart bleiben (ist aber nicht mein Verdienst). Auch dieses "es fehlt ein Stück von mir" kenne ich. Bei mir liegt es an der Maske, die ich für diese Leute aufsetzen muss.
    Bei der letzten Feier habe ich mal angefangen mich so zu geben wie ich wirklich bin. Ist mir nicht 100%ig gelungen, aber trotzdem war das Resultat erstaunlich: Keiner wusste etwas mit mir anzufangen. Nach einiger Zeit redete man auch nicht mehr mit mir. Früher hätte ich mich solche Experimente nicht getraut.

    Mit dem Kopfkino hat kommal Recht, wir sollten mal versuchen weniger zu grübeln ;) . Meistens ist das sinnvoll, um zu einer gewissen Selbsterkenntnis zu gelangen, aber wenn es sich verselbstständigt - spazieren gehen.

    LG
    Plejaden

    Hallo engel,

    Zitat

    Ich hab geweint, getrunken, schlechte Laune, Bauchschmerzen , keine Kraft für Kids und DAS soll alles nicht Schlimm gewesen sein??? Für MICH -doch.


    Genau so ist es: Für DICH war es schlimm, und das ist das einzige was zählt. Leid und leiden ist immer subjektiv und lässt sich nicht in objektiv messbare Skalen pressen. Es gibt kein "ich leide zehn Gramm mehr als du" oder "na, deine zehn Kilo Leid sind doch wohl nicht schlimm". Lass dir von niemanden einreden, wie du gefälligst zu fühlen hast (nämlich so, wie es deinem Gegenüber am Besten in den Kram passt).

    Und klar ist es schwierig, sich mit Vorhaltungen zurück zu halten. Ich habe auch einigen Wochen gebraucht, bevor ich da gelassen bleiben konnte. Trotzdem habe ich es durchgezogen: Wenn mein Freund wieder total erschöpft nach Hause kam, nachdem ich ihn tagelang nicht gesehen habe, und er wieder rumgejammert hat "ich bin so müde" habe ich mir auf die Zunge gebissen. Kein "na das ist doch kein Wunder bei deiner Rumtreiberei" mehr. Dadurch habe ich ihm die Verantwortung für sein Leben zurück gegeben. Und genau dasselbe solltest du auch tun. Kümmere dich um deine Baustellen, die sind wichtiger für dich.

    Ich wünsche dir trotz allem noch ein schönes Osterfest.

    LG
    Plejaden

    Hallo Chrischi,

    mh, dann meinst du eher, dass du den Alkohol aus deinem Lebensmittelpunkt geschubst hast. Dadurch ist jetzt eine Leere entstanden, sowohl in deinem Innern, als auch in deinem Tagesablauf. Die gilt es nun zu füllen, ansonsten artet die Abstinenz ganz schnell in Verzicht aus.

    Mir hat es am Anfang meiner Trockenheit sehr geholfen, mir am Tag vorher einen Plan für den nächsten Tag zu machen und möglichst viel Zeit auszufüllen, damit ich keinen Leerlauf und keine Langeweile habe. Mit der Zeit habe ich dann alte Hobbies reaktiviert und bin auch bereit, etwas Neues auszuprobieren. Denn der Tag soll nicht einfach nur vollgestopft mit irgendwelchen Aktivitäten sein, da käme ich mir ja vor wie in einem Hamsterrad. Für mich soll der Tag auch erfüllend und schön sein, damit ich sehe. Das geht nicht von heute auf morgen.

    Dann habe ich noch geschaut, warum habe ich eigentlich getrunken? Das habe ich für mich herausgefunden und habe jetzt damit angefangen, diese destruktiven Strukturen in meinem Leben abzubauen. Ich lerne, diese Probleme und Missstimmungen ohne Alkohol zu bewältigen, denn ich möchte nicht, dass der Alkohol als "Problemlöser" in meinem Leben eine Rolle spielt. Wobei der Alk ja sowieso alles andere auflöst (Nervenzellen, Beziehungen, Arbeitsverhältnisse) aber keine Probleme ;) .

    LG
    Plejaden

    Hallo engel,

    erstmal finde ich es stark, dass du bei deiner Linie geblieben bist! Er versucht dich jetzt zu manipulieren und durch emotionale Erpressung in die Bahnen zu lenken, die er gerne haben möchte. Diese Sprüche von wegen "du lässt dich von anderen beeinflussen" kenne ich nur zu gut, dabei versucht ER dich zu beeinflussen.

    Du solltest dir für die Zukunft vielleicht überlegen, wie du den Umgang mit ihm und den Kindern handhaben möchtest. Das hat ja keinen sittlichen Nährwert, wenn die beiden sich auf ihn freuen und er dann immer so daneben haut, darunter leiden die beiden. Damit meine ich NICHT dass du von deiner Linie abweichen solltest, das ist schon gut, wenn er mit Restalkohol und Fahne bei dir aufläuft soll er sie nicht kriegen. Am Ende fährt er noch mit Promille im Blut mit ihnen Auto oder sowas :shock: .
    Mach dich auf jeden Fall nicht abhängig von ihm, indem du ihn als Babysitter einsetzt! Wenn du wirklich etwas außerhalb machen möchtest dann nimm dafür Leute, auf die du dich verlassen kannst. Er zählt definitiv nicht dazu.

    Vielleicht wäre es eine gute Idee, die Kommunikation mit ihm zukünftig nur noch auf das Thema Kinder zu beschränken. Also wann wird er sie mal kriegen etc. Gib ihm keine Ratschläge mehr und mach ihm auch keine Vorhaltungen bezüglich seiner Lebensweise. Wenn er sich besäuft ist das seine Sache, du hast deine EIGENEN Baustellen. Und wenn er sich besäuft und weiß, morgen soll er auf die Kinder aufpassen, dann ist ER derjenige der verantwortungslos handelt.

    LG
    Plejaden

    Guten Morgen!

    Es geht mir zusehends besser, ich habe allmählich das Gefühl, dass ich mich mit dem Gedanken an den Pfeiffer die ganze Woche über selbst krank gehalten habe :oops: . Irgendwie habe ich auch einen totalen Kreativitätsschub, wohl ausgelöst durch das Ostereier-Malen. Ich werde mich gleich mal hinsetzen und verschiedene Szenen für verschiedene Geschichten aufschreiben, die mir in den letzten Tagen durch den Kopf gegangen sind. Ich finde es irgendwie sinnlicher, das per Hand aufzuschreiben als es im Computer zu tippen (obwohl das schneller geht).

    Trotzdem ein kleiner Schatten im Glück: Gestern hat meine Mutter versucht mir Portwein anzudrehen. Dabei war sie bisher diejenige, die meine Abstinenz eher unterstützt hat. Ich habe abgelehnt, sie meinte nur "ach ja, du trinkst ja keinen Alkohol". Und dann war gut. Zum Essen haben sie dann Wasser getrunken, weil meine Mutter die Wirkung eines scharfen Paprika-Pulvers völlig unterschätzt hat, das sie von meiner Oma aus der Tschechslowakei bekommen hat. Vor allem die Tomatensauce zu den Nudeln war nahe daran ungenießbar zu sein und ich hatte das Gefühl, dass mir das Zeug die Krankheitsbakterien aus dem Rachen glüht :? .

    Bis später vielleicht.

    LG
    Plejaden

    Auch ein frohes Ostern von mir ;) . Ich wollte erstmal schauen, wie es dir nach der Trennung so geht und was aus deinen Ambitionen bezüglich der Tagesklinik wird. Ich hatte mir fast gedacht, dass es dir besser gehen würde, sobald du die Situation mit deinem Jetzt-Ex geklärt hast.

    Schön, dass du grad so viel für dich unternimmst! Ich möchte vielleicht im Sommer auch mal wieder schwimmen gehen (schreibe ich jetzt, weil ich bei dir öfters lese, dass du schwimmen gehst), ich gucke hier jeden Tag Schwimm-EM und hab richtig Lust darauf bekommen. Leider taugt Schwimmen für mich nicht als alleiniger Sport, wegen der Osteoporose-Prävention :oops: .

    Wegen deines Traums, ich beschäftige mich ja schon seit einigen Wochen mit meinen Träumen (hast du vielleicht in meinem Strang gelesen) und kann dir auch nur sagen - deine Träume kannst nur du selbst deuten. Bezüglich der Beerdigung könnte es z.B. heißen, dass du doch noch irgendwie wissen möchtest was bei deinem Ex so abgeht und Angst hast, dass er ganz verschwindet und du nicht mehr weißt, was er so macht oder nicht macht. Die Deutungen können sehr komplex sein.

    LG und frohe Ostern
    Plejaden