Beiträge von Plejaden

    Na dann *herumspring*.

    Schön wieder von dir zu hören, das mit der TK-Anlage ist natürlich sch.... . Ich drück dir die Daumen, dass alles bald wieder wie gewohnt funzt und finde es super, dass du den Frust über die Tücken der Technik nicht ertränkt hast!

    LG
    Plejaden

    ...ist also rum. Mein Freund musste früh weg, ich konnte danach nicht mehr schlafen und bin auch so um 8 Uhr aufgestanden. Bin dann mit dem Fahrrad Brötchen holen gefahren, das radeln mit dem Ding gefällt mir immer besser. Diesmal hatte ich auch nicht soviel Pech wie gestern...
    Anschließend hab ich gefrühstückt, danach bin ich zur Tat geschritten und hab endlich mal wieder das Schlafzimmer aufgeräumt. Anschließend wollte ich ein paar Referenzfotos von meinem Gesicht machen, für meine Zeichnungen - leider musste ich feststellen, dass die Batterie von der Digitalkamera schon wieder leer war! Gut, musste das Ding also aufladen und auf meine "Memo-an-mich"-Liste für nächste Woche kam "neuen Akku für die Digicam kaufen". Argh...
    Die Zeit hab ich sinnvoll damit genutzt, Zeichenpapier kleiner zu schneiden. Ich hab grad nur welches in Format A2, davon hab ich gut die Hälfte ich kleinere Formate geschnipselt. Als ich damit fertig war, hat sich der Akku auch endlich aufgeladen und ich konnte meine Fotos machen. Danach habe ich ein paar neue Entwürfe für meine Freundin gemacht (Visitenkarten) und sie ihr geschickt, danach die Fotos bearbeitet. Anschließend war der Tag auch schon fast rum... Von Langeweile keine Spur. Das ist mir das Wichtigste.

    Meine Eltern hatten heute Abend eine Überraschung für mich parat: Sie haben zum Abendessen tatsächlich nur Wasser getrunken. Ich bin dann zur "Belohnung" zum Essen bei ihnen unten geblieben ;) .

    So werde mich jetzt ins Bett hauen und noch ein Buch lesen. Einen schönen Samstag abend noch!

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    heute bin ich mal nicht zur Uni gefahren, sondern habe den Tag zu Hause verbracht um mal hier einiges gebacken zu kriegen. Hab ich auch ;) .

    Zunächst habe ich die Weihnachtsbastelei weiter gemacht, die bis morgen fertig werden muss. Die Sache hat sich länger hingezogen als gedacht. Schließlich hab ich gegen Mittag eine Pause eingelegt und bin einkaufen gefahren, mit meinem "neuen" Fahrrad. Es ist wirklich super! Ich muss mich korrigieren: Ich habe jetzt 300 % mehr Kontrolle darüber. Leider ist einiges schief gelaufen, was mir irgendwie total peinlich ist :oops: . Zuerst musste ich ewig mit dem Schloss rumbasteln, bevor ich das Rad endlich abgeschlossen bekommen hab. Dann hab ich das Tachometer am Lenker vergessen, zum Glück ist es nicht geklaut worden! Als ich gerade dabei war das Rad wieder aufzuschließen, kam eine Frau zu mir und fragte mich, ob ich mein Handy beim Fahrrad habe liegen lassen. Ich guckte in meiner Jackentasche nach und siehe da - mein Handy war weg! Zum Glück hat eine andere Frau das Ding in einem nahe gelegenen Geschäft abgegeben, wo ich es auch problemlos wieder bekommen hab. Oh mann... Danach bin ich zu einem anderen Geschäft gefahren, dort angekommen habe ich festgestellt, dass ich die ganze Zeit mit offenen Rucksack rumgefahren bin! Der Reißverschluss war kaputt gegangen. Zum Glück hat das Teil zwei so Zipper, der andere funktionierte noch. Ich also in das Geschäft rein, eingekauft, wieder raus - und hab festgestellt, dass ich einen meiner Kugelschreiber neben dem Rad verloren hatte. Ich hab den Kuli eingepackt, das Rad wieder aufgeschlossen und bin nur noch fix nach Hause, bevor noch mehr passiert wäre :shock: .
    Daheim hab ich dann bis 16 Uhr weiter gebastelt, danach noch ein bisschen gezeichnet. Ich bin bald soweit, die Sache ins Reine zu übertragen und zu kolorieren. Yeah!

    Ich habe mir darüber hinaus noch durch den Kopf gehen lassen, was die Therapeutin gestern gesagt hat. Vielleicht lasse ich mich auch weniger gut brainwashen, wenn ich versuche, zu einer Expertin meiner Krankheit zu werden und mich auch so zu fühlen. Expertin zu werden, das halte ich ohnehin für wichtig. Je besser ich informiert bin, desto mehr Gefahren kann ich aus dem Wege gehen.
    Dann habe ich mich gestern Nacht noch intensiv mit meinem Freund unterhalten. Ich habe ihm einiges über das Suchtgedächtnis erzählt, und dass ich deshalb nie wieder etwas trinken darf und auch nicht will. Er findet das ganz schön krass (im Sinne von niederschmetternd), versteht mich aber jetzt noch besser. Zu reden hilft echt ungemein...

    So, ich werde jetzt noch ein bisschen mit Painter rummalen, wünsche einen schönen Start ins Wochenende!

    LG
    Plejaden

    Der vorletzte Tag in der Woche ist nun also rum! War wie ich heute morgen schon geschrieben habe vor der Uni noch bei meiner Therapeutin, hatte ich natürlich viel zu erzählen, weil wir uns so lange nicht gesehen hatten. Sie fand, ich sei "wie ausgewechselt" und sie findet es toll, dass ich jetzt abstinent lebe. Wir haben auch mein Problem thematisiert, dass ich mich so leicht "brainwashen" lasse. Sie hat mir dazu ein paar sehr hilfreiche Gedankenansätze gegeben: Ich soll zuerst eine Infiltration meiner Gedanken verhindern, indem ich z.B. denke "Du kannst noch so viel rumstänkern, dadurch hast du auch nicht mehr recht." Eine aggressiv vorgetragene Tatsache ist noch lange nicht die Wahrheit...

    Danach bin ich dann zur Uni gefahren, um dort eine Stunde zu arbeiten und danach zu einem Seminar zu gehen. So war zumindest der Plan. Als ich über den Campus lief, kamen mir drei Leute mit einem Becher entgegegen - dreimal dürft ihr raten was drin war. Glühwein! Als mir dann noch ein paar Grüppchen mit demselben Getränk entgegen kamen, wurde es zu einer bösen Vorahnung, die Vorahnung zur Gewissheit, als ich den Glühweinstand auf dem Campus entdeckte *an dieser Stelle das Bild "Der Schrei" von Edward Munch einblenden* Dieser ******* ist doch wie ein Geschwür, dass ich überall ausbreitet! Zum Glück ist der Campus ein einziger Windkanal, so das der Gestank von diesem Zeug weggeblasen wurde. aber ich glaube, allein als mir der Geruch von den ganzen Tassen in die Nase gestiegen war, vorher, hatte es irgendwo "klack!" gemacht :( .
    Gut, Memo an mich: Die nächsten Tage Ausweichrouten benutzen...

    Naja, nach der Uni ging's zum Arzt, um meine Einlagen abzuholen. Bin mal gespannt, ob das was bringt... Dann bin ich nach Hause gegangen und hab noch weiter weihnachtsgebastelt, und nun tippe ich hier.

    Ich wollte noch was zu meinen Baustellen schreiben: Am dringlichsten scheint es mir, dass das Eis, auf dem ich wandele, noch sehr dünn zu sein scheint. Ist eigentlich kein Wunder nach nur drei Monaten. Ich halte mich konsequent von allem fern, was mit Alk zu tun hat, und ich spüre, dass das wichtig ist. Ich hab manchmal das Gefühl, ich könnte zu unüberlegten Kurzschluss-Reaktionen neigen. Z.B. einfach ein Glas Wein nehmen und ohne nachzudenken runterzukippen. Ferngesteuert. Sowas hatte ich früher auch immer - wenn mein Suchtmonster keinen Bock hatte sich mit meinem Verstand auseinander zu setzen, hat es ihn kurzerhand abgeschaltet. Das macht mir schon Angst.
    Ich hoffe, die Zeit, meine Lebensänderungen und meine gedankliche Auseinandersetzung mit dem Thema werden das Eis dicker werden lassen.

    LG
    Plejaden

    *in den Thread reinschleich* Wollte kurz fragen, ob es dir gut geht? Hast ja schon fast eine Woche nichts mehr von dir hören lassen... Hoffe auf jeden Fall, dass alles ok ist bei dir! *aus dem Thread rausschleich*

    Das mit der Zwangsjacke hatte ich auch. Gut, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast ;) . Mindestens einmal die Woche lag ich verkatert darnieder, gerne öfter. Und selbst wenn ich mich noch zur Uni schleppen konnte, richtig leistungsfähig war ich dann nicht... Zuhause blieb dann auch alles liegen, weil ich mich sofort aufs Sofa gehauen hab.

    Weil ich ein noch "funktionierendes" Trinksystem hatte :? , hatte die psychische Einengung, die Scheuklappen, noch die Oberhand. Allerdings begann mein Trinksystem in den finalen Wochen schon zu zerbröseln, ich denke es hätte nicht lang gedauert, und ich hätte jeden Morgen einen Kater gehabt.

    So, muss jetzt auf zur Therapie! Über meine Fortschritte/Stagnationen schreibe ich heute abend mal, da hast du mich auf eine Idee gebracht. Und - geduldig bleiben ;) . Lass dir die Zeit, die du selber brauchst.

    Hallo Zeppeline,

    freue mich, dass dein Tag gestern schön war! Bei mir war das mit dem Outen ein Gemisch aus beidem - ich habe mich schuldig gefühlt, und habe mich deshalb gescheut anderen davon zu erzählen. Was hätte ich denn getan, wenn mir jemand gesagt hätte "Tja, selbst schuld?". Andererseits war es tatsächlich eine Übungssache. Es fällt mir inzwischen von mal zu mal leichter.

    Was mir sehr geholfen hat: Ich hab mir vorher einige Sätze zurecht gelegt. Wichtig ist, dass ich ohne relativierende Satzbausteine auskomme wie "ich glaube, ich möchte nichts mehr trinken" oder "vielleicht trinke ich nie wieder etwas". Ich habe früher gerne Sätze mit solchen Abschwächungen produziert, und das wurde dann auch meist sofort ausgenutzt, nach dem Motto, die meint das ja eh nicht ernst.

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    da heute an der Uni eine Veranstaltung ausgefallen ist, war der Tag heute nicht ganz so lang... Trotzdem war ich wie jeden Morgen um 9 Uhr da, hab einiges gelesen, danach eine Vorlesung besucht und anschließend 2 Stunden gearbeitet. Anschließend noch ein bisschen gelesen, danach heim.
    Nach dem Mittagessen habe ich mal etwas Neues versucht: Den Tag grob nach Uhrzeiten einzuplanen. Das war mir zumindest bei meinem ersten Anliegen, Painter Essentials zum Laufen zu bringen, sehr wichtig. Und siehe da - um 16.06 Uhr, nur ein paar Minuten nach meiner Zeitvorgabe, war das Prob gelöst. Das Programm läuft jetzt. So muss das sein 8) .

    Danach habe ich einen großen Hausputz gestartet, Staub gewischt, gespült und das Bad geputzt. Anschließend habe ich mich wieder an meine Weihnachtsbastelei gesetzt und bin da gut voran gekommen. Darauf war dann noch ein bisschen Morrwowind angesagt und nun tippsele ich hier ;) .

    Ach so, und meine Therapeutin hat heute Abend angerufen. Ich dachte ernsthaft, die lebt nicht mehr oder will mich testen oder sowas - hab der vor zwei Monaten mal aufs Band gesprochen, und hab seither nichts mehr von ihr gehört. Naja, am Donnerstag hab ich ihr nochmal draufgesprochen, und siehe da, sie hatte mich einfach nur vergessen. Wie gemein... Naja, auf jeden Fall habe ich morgen wieder einen Termin. Es wird was zu erzählen geben.

    Heute mittag ist mir noch ein weiterführender Gedanke zu der Sache von gestern eingefallen - ich hab ja von meiner "Wunderheilung" geschrieben, die bei genauer Betrachtung gar keine war. Wenn ich mein Innenleben von damals mit dem heute vergleiche, dann habe ich das Gefühl, dass mir damals... weiß nicht wie ich es beschreiben soll... nicht soviele Wege zur Verfügung standen. Die SozPhobie und die Depressionen versperrten mir Bereiche, und schränkten meine Möglichkeiten ein. Ich musste zu vielen Dingen sagen "Das kann ich nicht machen, das geht nicht". Das ist heute wesentlich anders geworden. Es ist, als hätte man mir die Scheuklappen abgenommen. Aber noch etwas: Als der Alkohol anfing zum Problem zu werden, verstärkte er mein Scheuklappen-Syndrom. Mir standen immer weniger Wege zur Verfügung. Woran das liegt, darüber kann ich nur spekulieren - der Alk hat meine Depressionen verstärkt, soviel ist sicher. Aber er hat auch mein Denken fokussiert, und zwar auf sich selber. Ich konnte ja zunehmend an nichts anderes denken, als an Alk, wann ich ihn das nächste Mal trinken werde, wieviel, was... Darum kreisten meine Gedanken zunehmend mit einer fast schon verliebten Hysterie.

    Heute ist mein Horizont weiter, und dafür bin ich unendlich dankbar :D . Und jeden Tag kommt ein bisschen mehr dazu.

    LG
    Plejaden

    Nun ist auch der Dienstag rum... War ein schöner Tag. Bin früh zur Uni, habe dort einen Artikel kopiert, danach zwei Stunden arbeiten. Leider baut die Frau, mit der ich zusammen arbeite, langsam ab, weil sie ab dem 31.01. nächsten Jahres nicht mehr dort arbeiten wird :? . Hat keinen Bock mehr und ist nur oberflächlich bemüht. Ich bin ja mal gespannt, wie sie sich mit ihren Einstellungen in der Arbeitswelt da draußen so schlägt...

    Naja, danach bin ich heim gefahren, und erste Überraschung, mein Buch ist angekommen. Etwas für das Projekt, das ich von der Uni aus mitmache. Habe sofort angefangen zu lesen. Zwischendurch kam mein Freund heim und wir sind zum Baumarkt gefahren, weil wir noch ein paar Sachen benötigt haben, danach ging es wieder nach Hause. Dort angekommen dann die große Überraschung - mein Fahrrad ist endlich fertig! Der neue Lenker ist super, ich sitze jetzt wesentlich aufrechter, habe nen besseren Überblick über die Straße und kann das Rad besser steuern. So soll es sein :) .

    Danach habe ich mich mit Corel Painter Essentials 2 rumgeärgert, die Software habe ich seinerzeit mit meinem Grafiktablett bekommen und wollte sie heute mal endlich ausprobieren. Pustekuchen - sobald ich nicht im Administrator-Account bin, funktioniert das Programm nicht mehr. Frag mich wer da wieder gepennt hat...

    Dann ist mir heute morgen im Bus noch ein weiteres Puzzle-Stück zu meinem Weg in die Sucht eingefallen. Ich mache eine lange Geschichte kurz: Ich hatte angefangen, mich vor einigen Jahren mit meiner SozPhobie auseinander zu setzen. Im Laufe dieser Auseinandersetzung bezeichnete ich mich eines Tages als "geheilt", bzw. kurz davor. In Wirklichkeit wollte ich nur noch meine positiven Gefühle wahrnehmen, und meine negativen Gefühle (wie Angst, Scham, Ärger) verdrängen. Die hatten weg zu sein, schließlich war ich geheilt! Waren sie aber natürlich nicht. Ich denke, ich habe durch den Alkohol versucht, diese negativen Gefühle wegzukriegen. Schließlich war ich ja geheilt...

    LG
    Plejaden

    Hallo phönix1967m,

    ja, das spielt natürlich auch noch rein. Bewusst ausgesucht habe ich es mir nicht, süchtig zu werden. Und klar, den Kontrollverlust habe ich erst bemerkt, als ich versucht habe, mein Trinken zu kontrollieren. Aber selbst da habe ich noch nicht realisiert, dass ich suchtkrank bin.

    Das Wissen um die Verantwortung für das eigene Leben ist ein sehr positives und mächtiges Gefühl. Mein Wohlergehen nicht mehr von anderen (häufig gerne pauschalisierend "die Gesellschaft" genannt) abhängig machen, sondern zu wissen, ich kann im Rahmen meiner Anlagen zu der werden, die ich gerne sein möchte. Ich muss nicht darauf warten, dass sich der Rest der Welt verändert und es mir dadurch endlich besser geht. Ich kann selbst dafür sorgen, dass es mir besser geht.

    Hallo zusammen,

    die Woche hat mich wieder... Bin um 8 Uhr aufgestanden und hab mich erstmal geduscht, frühstück gemacht - und hatte wieder das unglaubliche Verlangen mal fünf gerade sein zu lassen und wieder zu zocken. Seltsam. Das muss wohl von meinem Verhalten am Wochenende herrühren... ich werde es mal weiter beobachten.

    Naja, bin dann jedenfalls um 10 Uhr auf zur Uni, habe da eine Hausarbeit abgeholt, und mich dann freiwillig in eine Vorlesung gesetzt. Habe darüber fast vergessen, dass ich ja noch die letzte Unterschrift für die Prüfungsanmeldung einfahren musste! Bin dann losgesprintet, habe die Unterschrift bekommen. Puh...
    Nun, nach der Vorlesung habe ich auch gleich versucht die Anmeldung auch abzugeben, leider war die Frau nicht da. Ich hätte jetzt sagen können, ok, mach ich's morgen, aber ich wollte das hinter mir haben. Also später nochmal hin. Dann habe ich es tatsächlich auch abgegeben bekommen mitsamt der Bestätigung, dass ich jetzt alle Formalitäten erledigt habe. Juchuh!
    Danach gings ab zu einer Vorlesung und danach, endlich, nach Hause.

    Mal ehrlich: Ich bin mir sehr sicher, hätte ich im August nicht die Kurve gekriegt, ich hätte spätestens an diesem Punkt nichts mehr auf die Reihe gekriegt und hätte die Anmeldung versaut. Ich hätte das alles, was ich in den letzten Monaten im Hau-Ruck-Verfahren auf die Reihe gekriegt habe, nicht hingekriegt. Ich war vor drei Monaten, Ende August, so fertig, so depressiv, ich wäre dem nicht gewachsen gewesen. Wenn ich heute meine Zeilen im Vorstellungsbereich lese, kann ich mich wieder hineinversetzen wie ich mich gefühlt habe und habe Mitgefühl mit mir selbst. Ein schönes, warmes Gefühl.

    Der gestrige Chat hat mich nochmal bei der Schuldfrage innehalten lassen. Bin ich selbst schuld an meiner Alkoholkrankheit? Bin ich willensschwach? Ich bin es nicht. Ich bin krank. Jahrelang bin ich dem ungeschriebenen Gesetz meines Umfeldes gefolgt: "Es wird von dir, als erwachsenen Menschen erwartet, dass du Alkohol trinkst. Ruhig auch in größeren Mengen! Aber es ist nicht gestattet süchtig zu werden, denn dann werden wir dich verstoßen." Ich habe, so wie immer, getan, was von mir erwartet wurde. Und ich wusste nicht, wie sich Sucht anfühlt. Sucht, süchtig sein, das waren abstrakte Begriffe für mich. Überall standen nur die Symptome, die Verhaltensauffälligkeiten alkoholkranker Menschen, die Äußerlichkeiten. Aber vom Gefühl, davon stand nirgendwo etwas. Ich versuchte einen Feind zu erkennen, von dem ich gar nicht wusste, wie er aussah.
    Also hielt ich mich an die Gesetze meiner Umgebung und hielt Ausschau nach einem unbekannten Feind. Bis ich den Point of no Return überschritten hatte.
    Meinem Umfeld gebe ich keine Schuld. Und mir auch nicht. Meine Schuld beginnt vor einem Jahr - als mir klar wurde, was mit mir los war und nichts unternommen habe. Ich habe mich damals wieder im Stich gelassen. Ich werde alles menschenmögliche tun, damit das nicht nochmal passiert...

    LG
    Plejaden

    Hallo,

    heute war ein ereignisloser Tag. Habe morgens gemütlich mit meinem Freund zusammen gefrühstückt, danach habe ich eine neue Skizze angefertigt. Mir gefällt diese Art zu zeichnen viel besser. Bisher habe ich immer versucht auf den ersten Anhieb ein super Bild hinzukriegen, aber jetzt habe ich mich von der Arbeitsweise alter Meister inspirieren lassen und fertige Skizzen an. So arbeite ich mich langsam an das Motiv heran, bis es mir gefällt und ich mir dann überlege wie ich es durchgepaust kriege...
    Das Zeichnen und Malen ist gut und wichtig. Ich nähere mich damit weiter dem Ich, das ich sein will.

    Danach haben mein Freund und ich Computer gespielt, er hat tatsächlich mal ein Spiel erwischt, in dem ich besser bin als er :lol: . So gegen 15 Uhr wollte ich noch spazieren gehen, aber gerade als ich raus wollte erhellte ein Mega-Blitz den Himmel. Ok, Spaziergang gestrichen. Regen lasse ich mir ja noch gefallen, aber ein Gewitter... Hab dann spontan noch etwas an der Zeichnung weiter gedoktort, bis unser Besuch gekommen ist. Nacher geht es dann in den Chat.

    Mit den Sonntagen habe ich Suchtmonster-mäßig übrigens keine Probs. Die Sonntage habe in meiner nassen Zeit ich meist ab 5 Uhr morgens begonnen und hundeelend auf der Couch gelegen. Getrunken habe ich nie, weil es mir eben so schlecht ging. Das fing erst in den finalen Wochen an - zu diesem Zeitpunkt hielt mich selbst mein elender Zustand nicht davon ab, trotzdem noch zwei oder drei Flaschen Bier regelrecht reinzuwürgen. Auch das soll mir in Erinnerung bleiben.

    Ich möchte schonmal etwas über das heute Thema im Chat reflektieren. Egoismus ist mir bisher noch nicht vorgeworfen worden - höchstens im Zusammenhang mit meiner SP, als ich nicht mehr an Orte wollte, die mir nicht gut taten und die mich auch nicht weitergebracht haben. Wohl aber die Vorstufe zum Egoismus-Vorwurf, das Unverständnis. War doch alles nicht so schlimm, nun übertreibst du aber, warum reißt du dich nicht einfach zusammen... Da fehlt ja nicht viel, bis es heißt "Du bist egoistisch!". Aber ganz ehrlich - anbetracht meines Lebensweges, anbetracht meiner Gefühle mir gegenüber in all den vergangenen Jahren: Diesen Satz würde ich als Kompliment auffassen :twisted: . Genau wie der Tag, an dem mein Freund zu mir sagte "Du bist zickig geworden." Ich habe darauf geantwortet "Wenn du meinst..." und als er es nicht gesehen hat, konnte ich nicht anders, ich habe breit gegrinst :mrgreen: .

    LG
    Plejaden

    Guten Abend,

    so, ein entspannter Tag ist rumgegangen. Heute morgen war ich wieder Brötchen holen, danach habe ich mit meinem Freund gefrühstückt. Anschließend bin ich ins Nachbarkaff gefahren und hab einige Sachen für die Weihnachtsbastelei gekauft, u.a. einen kleinen Strohkranz für einen Adventskranz. Daheim hab ich auch gleich losgelegt und an einem Adventskalender für meinen Freund gebastelt. Die Sachen müssen jetzt noch ein bisschen trocknen, morgen kann es weiter gehen.
    Anschließend wollte ich Advent Children mal auf dem neuen Fernseher gucken, mal auf japanisch - und hab mich irre geärgert. Wo haben die Deppen den Untertitel eingeblendet? Auf dem schwarzen Balken unter dem Bildschirmbild, der ja beim Breitbild ausgeblendet ist. Wie kann man nur so... Egal. Entweder gucke ich mir den Film noch 300 Mal an, bis ich die Dialoge auswendig kenne, oder ich lerne japanisch, oder ich gucke mir die bemühte, aber teilweise trotzdem gruselige deutsche Synchro an. Wie doof....
    Naja, danach habe ich jedenfalls angefangen ein wenig zu zeichnen, hat mir total Spaß gemacht. War doch eine gute Sache, den Küchentisch freizuräumen, jetzt hab ich einen schönen Arbeitstisch. Ich kriege in letzter Zeit immer mehr Lust mich kreativ zu verwirklichen, dem möchte ich auch nachgehen.

    Was meine Blasenentzündung angeht, die hat sich gebessert. Ob das jetzt am Zink liegt oder daran, dass ich konsequent meine Füße warm gehalten hab, keine Ahnung. Ich bin jedenfalls happy! Habe heute schon wieder mit mir gehadert - ich war über die Hälfte meines Lebens psychisch krank, und jetzt, wo ich gesund bin und anfange das Leben zu genießen, kommt sowas...

    Dann habe ich über Gründe fürs Nichttrinken nachgedacht. Von einigen Langzeittrockenen hier habe ich schon gelesen, das diese Gründe später hinfällig werden und durch ein "ich brauche nichts mehr trinken" ersetzt werden. Da ich jedoch noch nicht bei "später" angekommen bin ;) , finde ich, dass diese Gründe im Moment noch wichtige Bausteine meiner Trockenheit sind.
    Gründe, um nicht zu trinken, sind bei mir vielfältig. Integrität ist ein Grund. Gesundheit. Mich nicht mehr von einem Getränk beherrschen zu lassen. Psychische Stabilität. Bezeichnend ist, dass alle diese Gründe mehr Gewicht haben als alle Gründe, die das Suchtmonster vorbringen kann. Die Gründe des Suchtmonsters sind flüchtig, nur für einen Abend gedacht und nicht für morgen, übermorgen oder in einem Jahr. Den Suchtmonstergründen ist es egal, was aus mir wird. Sie lauten Spaß, dazugehören, nicht auffallen, schmeckt gut. Ich merke, diese Gründe sind nur Vorhänge, schön, bunt, attraktiv, aber zieht man sie beiseite, bleibt nur eins übrig: Das Suchtmonster will Alkohol zu trinken kriegen. Egal was passiert, mit mir, mit meiner Zukunft, hauptsache es kriegt endlich wieder was zu Saufen.
    Gefährlich, eben.

    @currlinger: Danke für deine Beschreibung, aber ich weiß schon wie man Links einfügt. Ich meinte eher, dass das Einfügen von externen Links allgemein in vielen Foren nicht gerne gesehen wird, weil ja sonstwas verlinkt werden könnte. Deshalb legen viele Forenbetreiber Wert darauf, die Links immer selbst anzuschauen und die verlinkten Inhalte zu überprüfen, was natürlich Zeit und Nerven kostet, weshalb es nicht gern gesehen wird. Weil ich nicht weiß, wie das hier gehandhabt wird, lasse ich es lieber ;) .

    LG
    Plejaden

    Hallo brit,

    ich möchte dir nur zum Aspekt des Suchtgedächtnisses antworten. Da ich mein Leben selbst erst geregelt kriegen muss und auch oft viel zuviel um die Ohren habe, bin ich da wohl nicht die beste Ratgeberin...

    Anyway, ich habe einen interessanten Vortrag gelesen, "..und täglich grüßt das Suchtgedächtnis" von Dr. Arnulf Vosshagen, ltd. Psychologe der Fachklinik Kamillushaus, Essen. Ich finde ihn sehr lesenswert, weil er das Suchtgedächtnis sowohl von der psychologischen, als auch von der medizinischen Seite beleuchtet. Er spiegelt auch mein Empfinden sehr gut wieder. Da ich nicht weiß, wie das in diesem Forum mit den einstellen von externen Links ist, lasse ich es besser. Gib den Titel des Vortrags einfach bei Google ein und du wirst finden ;) .

    Ansonsten sind meine Erfahrungen: Mein Suchtgedächtnis wird mit der Zeit leiser, aber nicht weniger gefährlich. Erst heute morgen, nach dem Aufstehen, hatte ich wieder einen Gedanken: "Ich sollte mal überlegen, ab wann ich wieder was trinken kann." Ganz leidenschaftslos, unaufgeregt, gefährlich.
    Ich gehe dagegen vor, indem ich die negativen Aspekte meiner Alkoholikerkarriere im Gedächtnis halte. Ich verdränge sie nicht, ich schiebe sie nicht als "abgehakt" beiseite, sondern ich ziehe sie immer wieder hervor und betrachte sie eingehend. Sage mir immer wieder "Das war ich. Das werde ich wieder sein, wenn ich wieder anfange zu trinken. Ich will mich so nicht."

    Ich wünsche dir ein erholsames Wochenende!

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    heute hab ich einen Schritt weiter in Richtung Prüfung gemacht. Montag werde ich die letzte Unterschrift abholen und dann hat's sich. Hab noch ein wenig in der Bibliothek gelesen, Literatur für das Projekt rausgesucht und dann ging es heim. Da habe ich erst ein bisschen gedaddelt, danach ein Mittagsschläfchen gemacht und mich danach nochmal für eineinhalb Stunden an den Mac gesetzt, was für die Uni getan. Danach eine Premiere: Ich hab meine Vokabelkarten Französisch rausgekramt und die ersten 60 Karten abgearbeitet. Ich will das wieder auffrischen, und hab festgestellt, dass mich Vokabelwissen akut weiter bringt als Grammatik... Jedes zweite Wort nachschlagen zu müssen nervt. Danach hab ich noch eine DVD geguckt, bis mein Freund nach Hause gekommen ist.

    Leider geht es mir im Moment nicht gut. Ich kriege wieder diese seltsame Blasenentzündung und habe auch wieder Schmerzen im Blinddarm-Bereich (war damit schon ein halbes Dutzend mal beim Arzt, organisch ist da alles ok, ich denke das kommt von der Lendenwirbelsäule...). Das schränkt meine Aktivitäten ziemlich ein. Ich hoffe, das wird nicht wieder so wie letzten Winter, wo diese Blasenentzündung die ganze Zeit geblieben ist und trotz mehrmaliger Antibiotika-Attacke immer wieder gekommen ist...
    Werde jetzt nochmal mehr Zink nehmen, mal sehen ob's hilft ;) .

    Dann hat mich ein anderer Thread in Sachen Träume inspiriert: Ich hatte ja auch schon zwei Alk-Träume, vor zwei Monaten. Da hat mich die ganze Sache um die Abstinenz sehr aufgewühlt. In beiden Träumen habe ich den Alk getrunken, ich hatte schlicht vergessen, dass ich keinen mehr trinken soll/will/darf. Das fiel mir erst hinterher ein, und dann bin ich vor lauter Panik aufgewacht. Beide Male habe ich mir auch selbst eingeschenkt und wurde nicht bedrängt oder überredet.
    Ich denke, zu dem Zeitpunkt war die Abstienzentscheidung noch nicht "bis unten" durchgesickert. Ich war in der Kampfphase und wollte die Tatsache "nie wieder Alkohol" nicht wahrhaben. Mein Suchtmonster hat fieberhaft nach Möglichkeiten gesucht, wie ich DOCH wieder irgendwann mal etwas trinken könnte. Das hat sich denke ich in meinen Träumen widergespiegelt: Im Unterbewusstsein war die Abstinenz noch gar nicht angekommen!
    Das hat mich nun auf den Gedanken gebracht, meine Träume künftig aufzuschreiben und mir anzuschauen. Durch Traumdeutung findet man imho zwar nicht zu Gott oder einer höheren, transzendenten Weisheit (wie es häufig propagiert wird), aber man lernt sich besser kennen. Ich finde die "Logik" des Unterbewusstseins, die sich in den Träumen manifestiert, total faszinierend, die schräge Art und Weise, wie es die Wirklichkeit interpretiert.

    Andererseits: Ich wollte ja noch einen Anlauf mit AT machen. Das ist mir noch wichtiger. Also erst das. Eins nach dem anderen.

    JoeDoe :

    Zitat

    Dennoch erkenne ich auch Grenzen, oder besser gesagt Wege, die ich wohl nicht mehr erfolgreich beschreiten werde.


    Ich verstehe, was du meinst. Mir geht es ja zum Teil auch so. Damit fertig zu werden finde ich schwierig. Man kann es nicht einfach als "ist passiert" ablegen, denn es hat Auswirkungen bis in die Zukunft. Das für sich zu regeln - wie ich mit meiner Verbitterung - ist auch nur teilweise möglich, weil ja noch Dritte involviert sind (z.B potentielle Arbeitgeber, die meine Lücken im Lebenslauf sehen), die bei weitem nicht so nachsichtig mit mir sind wie ich es bin.
    Ich persönlich fahre mit der Einstellung gut, dass ich immer zu mir halten werde, egal was andere sagen. Das schützt mich zwar nicht vor finanzieller Not, die mir aufgrund meiner Versäumnisse in der Vergangenheit erwachsen könnten. Aber durch indem ich mich selber fertig mache, wird es auch nicht besser. Ich wurde in der Vergangenheit genug fertig gemacht, ich habe die Nase voll davon, von Beleidigungen und Demütigungen. Also, ich halte immer zu mir. Seit ich keinen Alk mehr trinke, kann ich das auch wirklich leben!

    Zitat

    Wenn man beginnt, die eigenen Ziele zu verdrängen, nur um sich -von den eigenen Gedanken ungestört- gepflegt einen hinter den Knorpel zu schütten, dann hat man sicher die erste Stufe auf dem Weg in den Abgrund beschritten!


    Ja, genau. Das perfide daran, je weiter man sich in den Abgrund bewegt, desto mehr verliert man die Achtung vor sich selbst. Bis es irgendwann egal ist, was mit einem passiert. Egal, Hauptsache Alk ist da.

    Mein Gott, die letzten Zeilen klangen aber düster, dabei bin ich eigentlich vom Gemüt her gut drauf 8) . Bis morgen!

    LG
    Plejaden

    Hallo Zeppeline,

    Traumdeutung ist echt eine spannende Sache. Mir gefällt die Theorie am besten, dass Träume sehr individuelle Botschaften sind, und sich nicht mit einfachen Schlüsseln deuten lassen, wie sie häufig angeboten werden (z.B. Apfel = Genuss). Jeder Gegenstand, jeder Mensch hat eine für dich eigene Bedeutung, die es rauszufinden gilt.

    Ich persönlich denke folgendes: Dass du niemanden kanntest, könnte eine "Standard-Situation" darstellen. Wären dir bestimmte Menschen präsentiert worden, hättest du dich am Ende vor ihnen in Acht genommen. So zeigt es aber: Es kann überall und mit jedem passieren!

    Was deine Entscheidung angeht: Das kannst nur du allein rausfinden ;) . Bezeichnend finde ich, dass du dich vorher in der Gruppe wohl gefühlt hast. Du solltest dich fragen, ob sowas deine Entscheidung, im richtigen Moment das Weite zu suchen, untergraben kann? Denn mit deiner Entscheidung zu bleiben, fühlst du dich ja nun nicht wohl...

    LG
    Plejaden

    Ich kann mich auch nur anschließen, super zusammen gefasst. Vor allem der Kampf, der letztendlich gegen sich selbst geführt wird, ist gut geschildert. Vielleicht ist Hilfe von außen auch deshalb so wichtig: Ich kenne mich selbst und meine eigenen Taktiken, wie du sehr schön beschrieben hast. Aber jemand anders kann natürlich Sachen aufzeigen, an die man selbst gar nicht gedacht hat. Fällt es oftmals deshalb so schwer, Hilfen und Ratschläge zu akzeptieren? Mh...

    Was neben dem Kampf gegen sich selbst ebenfalls paradox ist: Man pusht sich selbst, wirkt wie ein Tatmensch, bläst zum Angriff. Aber guckt man genauer hin, dann tut man genau das nicht, was am meisten Mut erfordern würde: Wirklich etwas zu ändern. Denn man ist ja nur deshalb gezwungen zu kämpfen und mit der Faust in der Tasche rumzulaufen, weil man eigentlich nichts ändern will. Man will noch in dieselben Kneipen gehen, mit den denselben Leuten verkehren, dieselben Parties besuchen, seine innere Einstellung bewahren... Und es ist ja alles in Ordnung so, denn man kämpft ja gegen den Alkohol!
    So zumindest habe ich es empfunden. Und so kann's nicht gehen.

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    wieder ein langer Tag, hab ihn aber gut rumgekriegt. Wieder um 8 Uhr zur Uni und die erste Prüfung klar gemacht, dann ein paar Stunden gelesen, gearbeitet, zu einem Seminar gegangen. Danach losgesprintet und die zweite Prüfung klar gemacht. Fehlen mir noch zwei Beisitzer, ich hoffe die kann ich morgen noch auftreiben. Ich bin glaub ich erst glücklich, wenn ich diese ganze Zettelwirtschaft beim Prüfungsamt abgeben kann... Dann hab ich bis Januar Ruhe.
    Naja, hab dann noch einen Sprint zum Bus eingelegt und bin in mein Kaff gefahren, dort noch zum Arzt, Einlagen für meine gabutten Füße anpassen lassen. Danach heim und jetzt mache ich mir einen gemütlichen Abend!

    Als nächstes Nahziel habe ich jetzt, nächste Woche zur SHG zu gehen. Ich hab ja jetzt (hoffentlich!) das Gerenne wegen der Prüfung hinter mir. Bin sehr gespannt, was mich da erwartet. Dann werde ich meine Anstrengungen zur Wohnungsfindung verdoppeln.

    JoeDoe : Gut, dass wir uns verstehen ;) . Das mit dem Wegrennen hab ich nicht falsch verstanden, keine Bange. Wir sitzen ja im selben Boot und werden deshalb auch teilweise mit denselben seltsamen Anwürfen unseres Umfelds konfrontiert - dazu gehört auch dieses Wegrennen.
    Deinen Thread hab ich schon gelesen, antworte dir nacher darauf. Muss mir erst ein paar Gedanken machen..

    Beneiden musst du mich wirklich nicht. Du hast doch auch angefangen etwas zu ändern! Ich finde, solange man nur irgendwann damit anfängt, die eigenmächtig geschaffene Hölle in einen schönen Garten zu verwandeln, ist doch alles ok.
    Ich hätte vor über zehn Jahren schon anfangen können etwas gegen Sozphobie zu tun, und vor einem Jahr hätte ich mir Hilfe wegen des Alks suchen sollen. Statt dessen bin ich rumgeeiert. Aber letztendlich habe ich es gemacht - und das ist alles, was für mich zählt.

    Heute habe ich mir auch ein paar Gedanken bezüglich des Persönlichkeitsverfalls gemacht. Ich war zwar weit davon entfernt, aber habe schon gemerkt, wie meine Persönlichkeit und Integrität vom Alkohol verändert und angegriffen wurden. Mehr noch, als von der Angst.
    Ich hab ziemlich viel mit meinen Eltern abgehangen, obwohl ich sie nüchtern nicht wirklich lange ertrage. Habe mit ihnen sogar Sendungen im TV geguckt, die ich mir nüchtern nie reinziehen würde - bin halt da geblieben, weil es Alk gab. Nach dem dritten oder vierten Bier war mein Verstand irgendwie ausgeschaltet: Ich bin wie ein Roboter herumgelaufen um noch mehr Alk zu holen, völlig automatisch. Irgendetwas in mir wusste, sobald ich wieder Denken würde, würde mein Verstand schreien Stopp!! Also habe ich gar nichts gedacht. In mir herrschte Leere.
    Dann die Depressionen - ich hatte so schöne Fortschritte in meiner Therapie gemacht, aber dann ging es ab Anfang 2007 bergab. Ich fing an meine Thera anzulügen, tat zuversichtlich und gut gelaunt, erfand Übungen, die ich gemacht haben wollte... In Wirklichkeit habe ich immer mehr getrunken und immer weniger auf die Reihe gekriegt. Irgendwann konnte ich mich gedanklich auch nicht mehr auf die Therapie konzentrieren, weil ich nur noch an Alk gedacht hab.
    Eine schlimme Zeit, die nicht wieder kommen soll...

    LG
    Plejaden

    Na toll, ich hab irgendwo drauf gedrückt und jetzt ist mein ganzer Text weg. Ist mir ja noch nie passiert... Et voilà, nochmal von vorn. Ich hab ja Zeit.

    Heute wars ein langer Tag. Um 8 Uhr bin ich schon zur Uni, dort habe ich zuerst (ganz wichtig) meine Prüfungsblöcke in Erfahrung gebracht. Jetzt kann ich meine Anmeldung zur Prüfung in den kommenden Tagen endlich abschließen und einen Haken an dieses Kapitel machen.
    Danach ging es zu einer Vorlesung und einem Seminar und zum Schluss des Tages zu einer Besprechung für ein wissenschaftliches Projekt, an dem ich mitarbeiten möchte. Das Projekt hört sich total interessant an und ich bereue es nicht mich dafür gemeldet zu haben. Jetzt wird mir erst richtig klar, dass ich damals mit meiner Entscheidung zu Studieren die richtige Wahl getroffen habe ;) .
    Anschließend bin ich grad eben erst nach Hause gekommen. Puh! Aber wie gesagt, da ich die Uni als meine alkfreie Zone sehe, und ich selbstbewusster bin, macht es mir nicht mehr soviel aus lange von daheim fort zu sein.

    JoeDoe : Ich definiere Wille in diesem Zusammenhang als Synonym für "Kampf". Ich stehe auf und kämpfe gegen den Alkohol an, lasse mich von ihm nicht unterkriegen. Ich gehe überall hin und kämpfe mich durch, egal ob ich mich gut dabei fühle oder nicht.
    Das war natürlich der falsche Weg. Seit der Kapitulation habe ich Respekt vor dem Alkohol und will ihm nicht mehr zu nahe kommen. Das mag man jetzt als "weglaufen" bezeichnen, mir ist es egal, es rettet mir das Leben. Denn der Alkohol ist ein übermächtiger Gegner, und er ist unendlich geduldig. Und von einem Gegner, den ich nicht besiegen kann, halte ich mich fern.

    Zitat

    Für mich ergibt sich aus der Kapitulation vor dem Suchtmittel z.B. der (freie) Wille, nicht an gesellschaftlichen Verpflichtungen zu partizipieren, auch wenn es eigentlich von mir verlangt wird.


    Mh, das würde ich bei mir eher unter gewachsenem Selbstvertrauen verbuchen. Früher habe ich alles getan, was von mir verlangt wird, um nicht aufzufallen und keinen Ärger zu kriegen. Inzwischen bin ich immer mehr bereit dafür Ärger zu riskieren ;) .

    Ich hatte früher massive Problem damit, eine Schwäche zuzugeben. Schwächen würden immer gnadenlos ausgenutzt. Inzwischen gehört das Zugeben von Schwächen und Unzulänglichkeiten zu einem liebevollem Umgang mit mir selbst! Dass ich Alkohol nicht kontrollieren kann und deshalb schwächer bin als er, das kann ich inzwischen akzeptieren. Und das ist auch gut so und fühlt sich auch gut an. Weil es nur die reine Wahrheit ist.

    LG
    Plejaden

    Hallo, und erstmal danke für die Glückwünsche :) . Ich bin richtig baff... Hoffe/glaube, dass ich noch viele Monate und dann Jahre folgen lassen werde.

    Heute war ein relativ ruhiger Tag. Morgens Uni (Bus hatte mal wieder über zehn Min. Verspätung - grmpfl), dort gearbeitet, danach nach Hause. Hab dann wieder seit Wochen einen grünen Tee getrunken, schön in aller Ruhe, und danach zum Fahrrad-Menschen. Dort angekommen habe ich ziemlich genau geschildert was ich wollte, der Mann war total nett und nicht bevormundend (Kennt ihr das? Ich hasse solche Verkäufer...). Letzten Endes habe ich genau so einen verkürzten Vorbau bekommen, wie ich ihn wollte, der sich auch gefahrlos höher ausziehen lässt, dazu einen schönen Multifunktionslenker und batteriebetriebene Lampen. Zu dem Schnodder an der Kette hat er mir den Tipp gegeben, das mit Entfetter zu behandeln, aber vorher um Gottes Willen die Kette abnehmen.
    Jetzt warte ich auf einen Rückruf, wenn alles montiert ist. Und ja, es ist billiger geworden als ein komplett neues Fahrrad!

    Danach habe ich noch zwei Stunden für die Uni gearbeitet, Morrowind gespielt (diesmal natürlich ohne schlechtes Gewissen) und dann mit meinem Freund einen auf Retro gemacht und Knight Rider geguckt ;) .

    panther : Das mit dem Morgenritual ist eine gute Idee, ich werde mir da mal was einfallen lassen, verschiedene Sachen ausprobieren und dann schauen womit ich mich wohlfühle. Das mit dem Sachen notieren für den Tag ist ein guter Gedanke! Dann bereite ich mich auch innerlich darauf vor, was alles so ansteht.
    Ich freu mich irgendwie schon total darauf, verschiedene Sachen zu testen ;)

    Dann sind mir heute noch ein paar Gedanken bezüglich der Kapitulation vor dem Alkohol gekommen. Am Anfang habe ich es ja auch versucht über den Willen zu regeln, zu kämpfen. Erst so nach und nach habe ich begriffen, wieviel zufriedener es macht, den Kampf aufzugeben und einzugestehen, dass der Alkohol stärker ist. Stößt natürlich im Umfeld auf einiges Befremden ("Du kannst doch nicht dein Leben lang vor Alk wegrennen!"), aber so ist es gut.
    Ich hatte ähnliche Gefühle mal in Bezug auf meine Vergangenheit; ich habe sie gleich wieder erkannt. Ich habe jahrelang mit einer tiefen, alles zerfressenden Verbitterung gelebt aufgrund von Dingen, die mir damals angetan wurden. Alle Welt sollte sehen, wie ich leide! Dass es mir schlecht geht deswegen! Ich lebte in totalem Groll, hatte Rachegedanken. Bis ich eines Tages über einen Artikel gestolpert bin, in dem es um ein "Verbitterungssyndrom" ging. Darin stand, letzten Endes könne man nur zufrieden weiter leben, wenn man die Vergangenheit endlich ruhen ließe. Zuerst wollte ich das nicht wahr haben. Ich hatte ein Recht zu leiden! Alle sollten es sehen. Ich war eine arme Sau, mir war übel mitgespielt worden! Aber irgendwann, als ich diesen neuen Gedanken zulassen konnte, war es wie eine Befreiung. Als sei eine zentnerschwere Kette, die an meinem Bein hing, abgesprengt worden. Was damals passiert ist, kann niemand wieder rückgängig machen, weder ich, noch die anderen. Es ist nicht zu ändern. Und deshalb ist es müßig sich weiter darum Gedanken zu machen.

    Genau so ging es mir auch, als ich vor dem Alkohol kapitulierte. Die Erleichterung war grenzenlos. Ein Kampf weniger zu kämpfen.

    LG
    Plejaden