Hallo Ihr Lieben !
Danke für Eure Antworten. Ich wollte nichts beschönigen. Tranquillizer, Kokain, fremde Haut usw. sind alles Dinge mit denen ich mich "berauscht" habe und glaubt mir inzwischen kann ich sehr gut ohne.
Ich habe hier in einem anderen Thread gelesen, wo jemand einen ausländischen Freund hat, der sagte : Ihr Deutschen, was rennt ihr bloß immer zum Therapeuten.. ? Bei uns in Rußland (war es glaube ich) haben wir Freunde.
Ich bin, wie schon mal erwähnt, ein Adoptivkind. Das habe ich allerdings erst mit 22 eher zufällig erfahren und dann mußte mein Vater mit der Sprache raus. Das war schon irgendwie nicht schön. Zum einen ging dadurch ein Stück heile Welt flöten. Zum anderen habe ich zwar wirklich eine wunderschöne Kindheit gehabt und alles war in Ordnung aber tief in mir hatte ich doch immer gedacht, da gab es andere, die WOLLTEN mich einfach nicht. Da war ich ZUVIEL und "ÜBER" . Dazu muß man erwähnen, das ich eine leibliche ältere Schwester habe, die nicht zur adoption freigegeben worden ist und ihr ist es auch nicht schlecht gegangen.
Da brauche ich keinen Psychologen um zu erkennen, dass ich in meinen Beziehungen oft Verlustängste habe (hat sich dann weniger in Eifersucht geäußert, sondern eher, dass ich mir oft eine Hintertür aufgehalten habe oder mich emotional distanziert habe um dieser Verletzung zu entgehen) und das ich tatsächlich wirklich zwanghaft geliebt werden will (die wechselnden Beziehungen haben also auch mit einer Art übersteigerten Liebesbedürfnis zu tun.)
Diese Erkenntnisse habe ich selbst gewonnen OHNE Therapie oder ähnliches, sondern durch selbst in mich hineinhorchen und FREUNDE.
Erkenntnis ist gut. Etwas dagegen zu tun ist schwieriger. Ich arbeite daran und die Co-Abhängigkeit zu meinem Alki (oder auch "Beziehungssucht" wie Markus es auch erkannt hat) gilt es als erstes zu bekämpfen.
Ich denke ich habe kein leeres Leben, weil ich gerne edel essen gehe und meine Afrikareise (zum 1000 mal und zum mitschreiben:) MACHE ICH FÜR MICH ! Ich habe Interesse an Land und Kultur. Ich sehe es nicht als Flucht, Ersatz oder Ablenkung.
Zugegebenermaßen bin ich gern unter Menschen. Damit will ich mich nicht ablenken oder ähnliches, sondern auch da tu ich was für mich. Dennoch kann ich ganz gut alleine sein. ICH wohne bis auf 2 kurze Unterbrechungen seit 8 Jahren allein ohne Tiere, Kinder oder ähnliches und dabei geht es mir wirklich gut. Ich freue mich wenn ich nach einem stressigen Tag zuhause mit einer Tasse Kaffee die Füße hochlegen kann. Oft schalte ich auch das Telefon ab.
Ich weiß, dass ich meinen Alki in die Wüste schicken muß. Ich darf mich nicht einwickeln lassen und darf nicht hoffen, dass er sich ändert. DA liegt mein Problem... Ich schaffe es noch nicht aufzulegen wenn er anruft und ich vermisse ihn schon oft. Aber DESWEGEN bin ich ja auch hier.
Liebe Ette, denke nicht das ich über Deine Worte nicht nachdenke.. Ich habe ein schönes Lied gefunden, was zu mir passt:
Mein Weg zu mir - war niemals eben
Er war nicht immer klug
Und geradeaus genug
Mein Weg zu mir - das ist mein Leben
Und vielleicht finde ich
Am Ende mich
(Udo Jürgens)