Beiträge von simmie

    hi dani,

    danke der nachfrage, ich war tatsächlich eine woche weg, tat ganz gut, wenngleich mein wegsein niemand so unbedingt als urlaub bezeichnen würde. warum und wieso, kann ich hier aber nicht näher drauf eingehen.
    nennen wir es einmal familiäre unterstützungsleistung.
    abgesehen davon hatte ich gelegenheit, so einfach in den tag hineinzuleben und nichts vorgeschriebenes zu tun oder zu denken bzw. relativ frei von äußeren zwängen zu sein.
    tja, meine eigene wahrnehmung, im moment bin ich mal wieder unschlüssig, ob ich in die richtige richtung steuere. vielleicht ist das auch kopfdenken, ob und wenn ja und wie und wenn. damit entferne ich mich von mir selbst.

    grüße simmie

    hallo,

    habe mir auch meine gedanken gemacht. mein vater wäre ja der co gewesen, meine mutter hat getrunken.
    meine mutter hat getrunken und in der regel dann unangenehme streits vom zaun gebrochen, anlass war häufig mein vater, aber auch wir kinder konnten in die schusslinie geraten. in meiner erinnerung gibt es so ein typisches co-verhalten nicht: mutter trinkt, weil... etc mein vater hat einfach gar nichts gesagt. ich mein, das ging dann halt einfach immer los. und für mich als kind war eigentlich mein vater der übeltäter, später, als ich älter war, war ich auch wütend auf meine mutter. manchmal, wenn es ganz schlimm war, hat sich mein vater ins auto gesetzt und ist weggefahren. es kam dabei natürlich nicht einmal die frage, hallo kind, wie geht es dir damit. oder o mist, wie muss das jetzt auf die kinder wirken. da kam so gar nichts. irgendwann war die situation auch sehr verfahren. ich frage mich, wie mein vater das alles so ertragen hat und warum. er hätte ja auch gehen können. immerhin habe ich es schon mit 11 oder zwölf als die beste lösung gesehen, wenn meine eltern sich scheiden lassen. das einzige mal, dass mein vater mir gegenüber etwas gesagt hat, war kurz vor seinem tod, er sagte, deine mutter ist schon wieder betrunken. ich war damals 14. darauf konnte ich nichts erwidern. ich war wie gelähmt. mein vater hat sich ein paar monate später umgebracht.
    das verharren an der seite meiner mutter hat meinem vater nichts gebracht. es drehte sich alles im kreis und wurde nur schlimmer und schlimmer. als kind war ich dem hilflos ausgeliefert bzw. man hat da als kind das nachsehen.
    ich würde schon sagen, dass der co auch leidet, doch ist der co die einzige person, die in der lage ist oder zumindest die möglichkeit hat, etwas für die kinder zu tun bzw. aus dem kreislauf auszubrechen. das ist meiner meinung nach umso schwerer, je länger der zustand andauert.

    grüße simmie

    hallo,

    ich merke, dass ich meine stimmung schon wieder zu sehr von anderen abhängig mache. das verhältnis zu meinem derzeitigen freund ist mir zur zeit sehr unklar. ich war diese woche eigentlich in guter verfassung, zufrieden mit mir.
    gestern kam dann eine sms von ihm, was mir wichtiger sei, er oder meine übliche donnerstag abend veranstaltung. ob ich nicht vorbeikomme, am abend relativ kurzfristig. ich habe gesagt nein, morgen könnte ich vorbei kommen, da hat er dann geschrieben, er sei das wochenende gar nicht da.
    das hat mich schon sehr enttäuscht, hinzu kam, dass mein ex zur zeit auch immense probleme hat, das hat mich gestern abend ebenfalls sehr heruntergezogen und noch eine andere sache, von der arbeit, eine kleinigkeit, aber da kam dann so eines aufs andere.
    dann habe ich gemerkt, wenn ich so enttäuscht bin, dann sage ich gar nichts mehr, schweige wie ein grab, alle klappen gehen runter.
    momentan gehts wieder, ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass mein freund mir eine sms geschickt, er fährt nun doch nicht weg.
    hatte mich eigentlich schon auf ein wochenende allein eingestellt. ich habe jetzt daraufhin keine einladung ausgesprochen von wegen vorbeikommen oder ich fahre vorbei. das ist ein wenig zu viel hühott.

    grüße simmie

    Hallo bruneg,

    ich kann Deine Wut verstehen. Dein Vater trinkt, wird auffällig, Du kannst dagegen nichts machen.
    Wenn Du noch zu Hause wohnst, hast Du eine Perspektive auszuziehen, oder mal ein Wochenende bei Freunden zu übernachten?
    Es ist nicht einfach, aber versuche Dir vom Trinken Deines Vaters nicht Deine Stimmung oder gar Dein Wochenende vermiesen zu lassen.
    Hast Du schon einmal in Erwägung gezogen eine Suchtberatungsstelle oder Selbsthilfegruppe aufzusuchen oder Dir sonst Hilfe zu holen?

    Grüße Simmie

    hallo jeanne,

    herzlich willkommen hier. klar, es ist zum verzweifeln, mitansehen zu müssen, wie sich die eltern durch die trinkerei kaputt machen. es gibt nichts absolut nichts, was du dagegen tun kannst. wenn du das gefühl hast, damit nicht fertig zu werden, suche dir hilfe. es muss keine therapie sein, es gibt auch selbsthilfegruppen für angehörige, das forum hier, um seine sorgen und ängste los zu werden.
    ich habe auch immer mehrere hundert kilometer von zu hause weg gewohnt und kenne die deutung des trunkenheitszustandes nur zu gut. es hat mich in der ersten zeit sehr depressiv gemacht. allerdings war ich auch erst einmal froh, sozusagen meine haut gerettet zu haben und den mit dem alkoholkonsum verbundenen konflikten und streitereien entronnen zu sein.
    trotzdem alledem ist das ein schmerzhafter prozess sich zu lösen, schließlich handelt es sich um die eigenen eltern, die man ja trotz alledem lieb hat.

    grüße simmie

    hallo naktoa,

    herzlich willkommen hier, vieles von dem, was du schreibst kann ich nachvollziehen. insbesondere auch, was die beziehungen betrifft. wenn dein ex im gefängnis sitzt, ist damit ja auch schon eine flucht geschaffen. ich habe es für mich noch nicht so ganz erschlossen, aber ich habe das gefühl, ich gerate auch immer wieder an no-go-beziehungen, die von der umwelt, z. b. den eigenen eltern, mit großem misstrauen betrachtet werden. interessant dabei finde ich allerdings, dass die eigenen eltern dabei ihre beziehung nicht hinterfragen. meine mutter zum beispiel hatte unausgesprochen schon eine vorstellung, welches für mich der richtige sei und wer nicht bzw. wer gar nicht geht. dabei hat sie selbst kein besonders tolles vorbild ihrer ehe geliefert oder irgendwie den gedanken gehabt, dass vielleicht mit einem alkoholkranken elternteil als background sich nicht so leicht eine rama-familie herstellen lässt.
    zuverlässigkeit möchte ich auch, nichts sehnlicher als das. in beziehungen gibt es auch viele missverständnisse, die erwartungen sind unterschiedlich. wenn ein elternteil im sterben liegt, ist das kein pappenstiel, ehrlich gesagt, würden für mich die prioritäten da auch etwas anders liegen. du schreibst, ihr hättet euch erst einmal getroffen. vielleicht solltest du dir und ihm etwas zeit geben, es kann ja sein, dass doch alles nicht so passt, wie es erst erscheint.
    ich habe das gefühl, deine eltern geistern viel zu sehr in deinem leben herum, dein vater schafft es, die verdrängung abzuschalten, alles ist auf einmal wieder da. kann ich mir gut vorstellen. das hört sich für mich nach dünnem eis an.
    du solltest vielleicht mehr für dich tun, deine gefühle und stimmungen nicht von anderen abhängig machen.

    grüße simmie

    hallo,

    es ist ein wenig zeit verstrichen. inzwischen kann ich mit meinem ex wieder reden, es sind keine mauern mehr zwischen uns. das erleichtert mich.
    übrigens meinte meine therapeutin, dass das gefühlsleben sozusagen sich seine eigenen bahnen schlägt, wegen des erst die eine beziehung abschließen und dann eine neue anfangen. das kann so sein, muss aber nicht. naja.
    letzte woche hatte sich mein derzeitiger freund auf diverse sms nicht gemeldet, das kann ich ja gar nicht leiden. ich hatte zunächst vermutet, dass es daran liegt, weil ich ihm bezogen auf seine bitte um finanzielle hilfe eine absage erteilt hatte.
    er kam jedoch am wochenende vorbei, erneuerte auch seine anfrage, ich wieder nein. dann meinte er plötzlich, dass er umziehen müsse, zu seinem sohn, in eine andere stadt, eine wohnung könne er hier alleine nicht halten. ich weiß, dass es alles schwierig ist, wegen seines ungesicherten status.
    teilweise hatte ich in der letzten zeit schon stark das gefühl, dass ich eine illusion lebe, je länger unsere beziehung geht, weil er de facto nichts machen kann. außer, ich springe für ihn ein. ein mehr oder weniger natürlicher reflex sagt bei mir da allerdings erst einmal nein.

    auf der anderen seite war die gemeinsam verbrachte zeit doch recht schön, irgendwie bin ich auf den geschmack gekommen, was es heißt mit jemandem zusammen zu sein, nähe, zärtlichkeit zu erfahren, nicht alleine durch die gegend zu laufen. gerade gestern erst habe ich die zweisamkeit sehr genossen und heute erfahre ich, dass dies bald ein ende haben wird. natürlich könnte ich etwas für ihn tun bzw. einen schritt in die richtung engeres zusammenleben bzw. einstehen für den anderen, tun. es gibt mehrere faktoren, die mich davon abhalten: erst einmal bin ich ökonomisch nicht gerade risikofreudig, habe keine schulden etc, auch sonst keine existenziellen schwierigkeiten. das will ich mir erhalten. durch ihn sehe ich da zumindest gewisse gefährdungen, und wenn man einmal ja gesagt hat, dann sagt man auch zweimal ja. gut, es muss alles nicht so schlimm kommen, aber ich habe da einen sehr starken sicherheitsinstinkt.
    zum zweiten hätte ich dadurch endgültig die trennung von meinem ex besiegelt. ich habe das gefühl, dass ich mir da ein hintertürchen offen lassen möchte. zum dritten ist unsere beziehung eine art geheimniskrämerei, ich erzähle davon im bekanntenkreis nicht, das macht mich selbst misstrauisch.
    auf der anderen seite denke ich, dass ich mir in diesem fall die rosinen herauspicke, aber nicht bereit bin, auch dafür etwas zu tun, so nach dem motto, wenn es halt nicht mehr geht, lassen wir ihn fallen. da schleichen sich bei mir auch schuldgefühle ein.
    hinzu kommt, dass ich bezogen auf das alleinsein eine absolute schwäche habe. ich habe das gefühl, es muss jemand da sein, in meinem leben.

    ich habe jetzt noch einmal nachgedacht, letzte woche, als er sich nicht gemeldet hatte bzw. die sms-nachrichten sehr merkwürdig zurückhaltend gewesen sind, dachte ich ja, dass dies wegen meines neins war. irgendwann war ich zwar der meinung, dass ich überinterpretiert hatte, doch jetzt glaube ich das nicht mehr. denn seine reaktion auf mein zweites nein ist ähnlich gewesen. er ist mehr oder weniger sang- und klanglos abgezogen. das riecht mir ein wenig nach emotionaler erpressung.


    grüße simmie

    hallo dani,

    hm, habe darüber nachgedacht, ist ja jetzt nicht mein erster ausbruchsversuch. ich bin mir auch nicht sicher, ob ich da im moment den richtigen weg beschreite. ob es tatsächlich der punkt mit dem alleinsein ist, den ich einfach nicht haben kann.
    also ich habe schwierigkeiten mich zu trennen, von wegen des überwundenseins der alten beziehung. ich trenne mich schwer von menschen, situationen, dingen. und zwar äußerst schwer.

    grüße simmie

    hallo brit,

    ich möchte dir auch zu dem thema etwas schreiben. als kind hätte ich es als erleichterung empfunden, wenn meine mutter irgendeinen ansatz zur veränderung gezeigt hätte, wenn überhaupt etwas passiert wäre, auch wenn es gescheitert wäre.
    das allerwichtigste, was du überhaupt tun kannst, ist trocken zu bleiben. nichts anderes.
    also ich hätte aber auch schwierigkeiten im umgang mit meiner mutter gehabt, vor allem, wenn ich gemerkt hätte, dass vorschnell von mir eine vertrauensebene verlangt wird, die ich nicht einfach so geben kann, als sei nichts vorgefallen. nach dem motto, wir reden ein paar mal darüber und dann ist wieder gut.

    grüße simmie

    hallo cassandra,

    was meinst du eigentlich mit, in den letzten jahren war ruhe mit der trinkerei? hat deine mutter nicht getrunken oder nur weniger oder so, dass es dir nicht so aufgefallen ist und jetzt überschreitet es ein bestimmtes maß?
    ruhe mit der trinkerei heißt vielleicht, dass du dich mit deiner mutter arrangiert hast, irgendwie, und gehofft hast, es bleibt alles in einem bestimmten rahmen, mit dem man leben kann. das ist meiner meinung nach eine schöne selbsttäuschung, bei der man selbst auf der strecke bleibt und sich nicht wirklich unabhängig vom pegelstand des anderen macht. was hindert dich daran, deine mutter nicht zu sehen und nicht zu hören, wenn du es nicht willst und nicht kannst?

    grüße simmie

    hallo cassandra,

    als ich noch zuhause gewohnt habe, hatte ich auch nicht die allerbesten gefühle gegenüber meiner mutter. ich glaube, das ist normal, weil einem auch viel zugemutet wird, vom anblick her und zusätzlich noch die verbalen auseinandersetzungen.
    seitdem ich von zuhause ausgezogen war, habe ich nie wieder in der nähe meiner mutter gewohnt. ich war wenn, dann immer nur zu besuch. durch die distanz habe ich mein eigenes leben führen können, obwohl ich trotzdem nie die reißleine gekappt habe. was ich damit sagen will, ist, wenn man nicht in irgendeiner form für sich distanz schafft zum alkoholabhängigen elternteil, wird man sehr schnell in sehr ambivalente gefühlslagen verstrickt, und das macht es nicht einfacher sich zu lösen.
    wie du schreibst, machst du schritte in die richtung, dich zu distanzieren. du hast keine kraft und energie dich weiterhin so stark auf deine mutter zu konzentrieren. das ist verständlich. warum wurde die therapie für dich zur qual? eigentlich würde die doch eher unterstützend wirken? schuldgefühle können immer wieder auftreten, diese aber auch immer wieder thematisiert werden.
    grüße simmie

    hallo,

    es geht auf und ab. das wochenende war ok, mein jetziger freund war einen tag da. wir haben etwas unternommen, es war auch schön, doch gleichzeitig habe ich gemerkt, dass mich so vieles einfach nervt, kleinigkeiten, ich muss mich dann wirklich zurückhalten, um nicht gleich immer loszumeckern.
    und es sind in der tat kleinigkeiten, die mich stören, zum beispiel, wenn jemand immer nervös mit dem knie wippt. es ist verrückt, ich weiß auch nicht, warum ich darauf so achte und warum es mir nicht egal ist. ich bin dann auch ganz unentspannt und fast schon fixiert darauf.
    abgesehen davon war es schön und angenehm, wir haben etwas unternommen, die umgebung war schön.
    ich merke jedoch, dass ich im moment sehr störanfällig bin. vieles, was von außen kommt, empfinde ich als störend. ich habe am wochenende auch einen bekannten getroffen, mit dem ich mich im cafe unterhalten musste anstatt weiter meine zeitung, alleine, lesen zu können. es hat mich auch genervt. zuerst. dann ging es.

    ein weiterer punkt, über den ich mir gedanken mache, ist meine alte beziehung, die 17 jahre gedauert hat und nun wohl beendet ist. eine beziehung, die keine war. im moment sehne ich mich allerdings danach zurück, es klingt verrückt, aber genau die person, die mir so wenig entgegen brachte, vermisse ich. gleichzeitig weiß ich, dass ich ohne diese phase, die zur Zeit durchlebe, jetzt auch nicht glücklich wäre und einen ausweg suchen würde.

    grüße simmie

    hallo nicole,
    mal abgesehen davon, dass kindergeburtstage sicherlich ohnehin stressig sind hören sich die randbedingungen, von denen du erzählst, für mich mindestens genauso anstrengend an.
    der tausendprozentige druck entsteht aus meiner sicht dadurch, dass dein vater zu gegebenem anlass, kindergeburtstag, nüchtern sein muss. da steckt so ein bisschen dahinter, er muss es doch wenigstens da schaffen, sich einmal zusammenreißen können. das klappt natürlich nicht. so lange dein vater trinkt, trinkt er. da besteht auch kein grund sich dafür zu schämen, ihm alkohol zu geben, um die entzugserscheinungen zu mildern. es nicht zu tun, kann ja auch gefährlich sein, liest sich ja fast schon wie kalter entzug.
    es ist der traum oder die illusion eines jeden angehörigen, dass es der alkoholkranke schafft zu für einen selbst wichtigen anlässen nüchtern zu sein. solange ich das glaube, erkenne ich nicht an, dass der andere alkoholkrank ist.
    deine familie muss doch auch nicht zum kindergeburtstag kommen? du kannst sie vielleicht zu einem anderen zeitpunkt einladen und für dich eine entspanntere situation schaffen?

    grüße simmie

    hi,

    gestern gab es doch tatsächlich noch den stimmungsumschwung. ich war wieder bei mir. allerdings kann ich nicht sagen, woran es gelegen hat. beim sport war ich auch topfit und habe gepowert ohne ende. es kamen mir auch wieder spontan worte über die lippen.
    außerdem habe ich gemerkt, dass ich ziemlich gut mit überraschenden, ungeplanten situationen klar komme. wenn plan b hervorgeholt werden muss.
    bei meiner therapeutin hatten wir noch thematisiert, warum ich mich unter druck setze, wenn ich mit leuten zusammenkomme bzw. nur das gefühl habe, wenn ich alleine bin, kann ich so sein, wie ich bin. das ist tatsächlich so, jedes treffen mit leuten erzeugt bei mir spannung. es ist zum teil so, dass ich mich zu sehr verantwortlich fühle für das, was passiert. die anderen haben aber auch einen teil beizutragen. es hängt nicht nur von mir ab.


    grüße simmie

    hallo couchcool,

    ich finde auch, dass es in bezug darauf, vertrauen zu lernen, kein patentrezept gibt. vertrauen heisst für mich, ich kann dem anderen gegenüber offen sein, auch verletzliche seiten von mir zeigen, ohne angst. wenn ich das gefühl habe, ich kann mich schlecht öffnen, muss wesentliche anteile von mir vor anderen verbergen, kann ich auch schwer vertrauen aufbauen. die situation, denke ich, empfindet man selbst nicht so toll. es ist auch nicht so angenehm, sich damit auseinanderzusetzen.
    dennoch wird sich nur etwas ändern, wenn ich mich mit mir selbst und meinen baustellen beschäftige und vielleicht in kleinen schritten anfange, mich nicht mehr zu verstecken.

    grüße simmie

    hi,

    momentan bin ich wieder im rückwärtsgang, so in der art, mir ist alles zu viel. ich empfinde menschen dann als anstrengend.
    gestern bin ich wieder auf meinen ex getroffen, er begrüßt mich zwar, ignoriert mich aber ansonsten, also spricht nicht mit mir, sucht auch nicht das gespräch. ich habe bei meiner therapeutin angesprochen, dass er sich nicht rührt. sie fand das sehr merkwürdig. nun ja, ich war wieder in einer komischen stimmung gestern abend. in mir selbst und meinen traurigen gefühlen gefangen, ohne elan, ohne energie. hinzu kam, dass mich gestern auch plötzlich wieder trauer überkam, weil meine mutter tot ist.
    in diesem gefühlszustand habe ich besonders probleme mit anderen. ganz stark habe ich den eindruck, sie wollen, dass ich so nicht bin, wollen aktivität, positive ausstrahlung usw. normalerweise kann ich das auch anbieten. doch jetzt ist es so, dass ich es nicht kann.

    was mich jedenfalls bei meinem ex wurmt und mich traurig macht, ist, dass er nach so langer zeit, die wir uns kennen, so gleichgültig ist. kein gespräch, nix.

    grüße simmie

    hallo jaklar,

    herzlich willkommen hier,

    dein vater oder dein erzeuger, wie du schreibst, ist alkoholiker. das ist nicht besonders toll für ein kind und das aufwachsen mit einem solchen bringt für einen selbst viele schwierigkeiten mit sich.
    ich finde es geht dabei nicht um sich auszuruhen, eher gibt es da nichts, worauf man sich ausruhen könnte. um sein leben auch gestalten zu können, muss man für sich selbst schauen, wo sich eventuell defizite herausgebildet haben, z. b. im punkt vertrauen zu anderen, mit wem kann ich wirklich offen reden, über meine gefühle und so weiter. leider wird alkoholismus in der familie unter den teppich gekehrt, verharmlost, heruntergespielt. das gehört dazu. das führt auch dazu, dass man verlernt, seiner eigenen wahrnehmung zu vertrauen und als normal hinnimmt, was nicht normal ist.
    ich glaube, dass es dir hilft, nicht schönzureden. für dich selbst. aus deiner redeweise über deinen vater, erzeuger, höre ich bitternis, enttäuschung, verachtung und wut heraus. das sind starke gefühle, die sicherlich auf sehr schmerzhaften erfahrungen beruhen.


    erst mal so weit.

    grüße simmie

    hi dani,

    so, glücklich und eventuell liebe, als kriterien. also letzeres kann ich schwer sagen. zu ersterem ist es so, dass ich zumindest nicht unglücklich bin. am wochenende war ich ja ganz froh, mal meine ruhe zu haben. hab ihm auch eine sms geschrieben, da kam nix zurück. das hat mich dann gleich unruhig bzw. durcheinander gebracht und ich konnte das auch nicht so einfach wegstecken. irgendwie dachte ich, jetzt ist es aus, jetzt hat er die nase voll. das hat mich sehr deprimiert. plötzlich dachte ich daran, wie schön es doch ist, zusammen zu sein, an die wirklich angenehmen seiten. also das ist schon ein hin und her. jedenfalls ist es so, dass ich das, was ich mir verstandesmäßig vornehme, nicht einfach durchziehen kann.
    es ärgerte mich auch, so durch meine gefühle blockiert zu sein. er hat nun doch auf meine sms geantwortet. mal schaun, was die nächsten gespräche so ergeben. morgen habe ich außerdem therapiesitzung. das wird auch zeit.
    gestern dachte ich die ganze zeit, wenn es doch jemanden gebe, der mir genau sagen würde, entscheide dich für ihn oder gegen ihn, aus dem und dem grund, ich wäre irgendwie erleichtert. aber gut, das ist illusion, ich habe dann für mich selbst die für und wider abgewogen.
    bin jetzt nicht unbedingt zu einem ergebnis gekommen, aber meine heutige situation hat mir doch zumindest gezeigt, dass ich mir mit meinen stärken auch viel vormache.

    grüße simmie

    hallo,

    gestern den tag habe ich alleine verbracht. er wollte ja ursprünglich kommen, ist aber wohl beleidigt. es kam nur eine sms, ob ich wieder guter laune sei. meine antwort darauf war nicht so toll, aber gut.
    zuerst machte es den anschein, als würde ich in die übliche lähmungsphase verfallen, weil allein zurückgelassen, doch habe ich mich sehr gut bekrabbelt und die zeit für mich genossen.
    ich glaube bei mir ist das bedürfnis nach distanz ebenso groß wie das nach nähe. in das buch familienkrankheit habe ich auch noch einmal hineingelesen und mir das zu herzen genommen, die eigenen bedürfnisse ernst zu nehmen. ich passe mich sonst vorschnell an, lasse mich vom anderen unter druck setzen inklusive schuldgefühle.
    zweiter pluspunkt ist an diesem wochenende, dass ich endlich mal wieder auf 8 stunden schlaf gekommen bin und mich daher auch besser fühle.


    simmie