Hallo nochmal, da bin ich wieder (und die Augen werden doch nicht viereckig 8))
Steffi :
Zitat
Da hab ich auch mal gleich noch eine Frage: Wie machst'n das?
Öhm, ich weiß nicht. Vielleicht bin ich nur gut im Verdrängen?
A propos Ängste: wenn mein Hirn mal so hinterhältig ist und mir in ner freien Minute vorrechnet, was ich studientechnisch bis zu welchem Zeitpunkt erledigt haben muss, dann schlackern mir die Ohren, wackeln mir die Knie, werden meine Handflächen feucht und ich werd von einem Gefühl der Panik überrumpelt. Das is schlicht und ergreifend nicht zu schaffen, denk ich mir dann. Und: aaaah, bloß weg, Hilfe, neiiiin!
"Ekelhaft diszipliniert" trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn ich unsere strebsamen, oberorganisierten, herausragenden fleißigen Studentinnen so sehe, widert mich das regelrecht an. Warum? Liegt auf der Hand. Ich hasse sie dafür, dass sie ihr Studium geregelt kriegen und ihnen nicht in der Magengegend anders wird, wenn sie nur an das Wort Studium denken. Ich hasse sie dafür, dass sie was hinkriegen, was ich nicht geschafft hab, dass bei ihnen alles so glatt läuft.
Das is mir völlig klar. Trotzdem hab ich den Drang, direkt irgendwas Böses zu sagen, wenn ich besagte Studentinnen nur sehe
Ich kann Spaß haben, aber ich krieg nachher unweigerlich die Quittung dafür. Weil mir am Studienanfang der Sinn nach zuviel Spaß und zu wenig Organisation des Studiums stand, muss ich mir jetzt den Hintern aufreißen und sehn, wie ichs überhaupt noch geregelt bekomm, weil es sich durch diesen sehr halbherzigen Studienanfang doch recht lange zieht.
Und übrigens habe ich auch immer wieder Angst. Dass ich das Studium nicht hinbekomme - ich bin mir auch sicher, sollte ich meine Arbeiten jetzt hinbekommen, fehlt im letzten Moment irgendeine Unterschrift oder was und ich häng noch länger an der Uni - dass der Job gar nix für mich is und der ganze Ärger jetz komplett für die Katz is, dass ich es nie schaffen werde, mich irgendwann auf jemanden einzulassen etc. pp. Die Liste lässt sich vermutlich endlos fortsetzen
Tolle Aussichten, oder nicht? Aber um den Bogen zurück zum Anfang zu spannen: das alles ist nicht ständig präsent. Wär ich permanent von (Zukunfts)ängsten geplagt, würde ich sicherlich völlig verrückt werden. Ja, wie mache ich das...ich habe mir in den letzten Jahren eine andere Perspektive angewöhnt, das is es wohl. Ich hab lange nachgedacht. Dann festgestellt, dass mir so vieles Magengrummeln bereitet hat, was sich im Endeffekt einfach so in Wohlgefallen aufgelöst hat. Unglaublich oft war das einfach verschwendete Energie. Und dann hab ich beschlossen, einfach alles nicht mehr so ernst zu nehmen
Jetzt ein unlösbares Problem - in zwei Jahren erinner ich mich an die Zeit zurück und schmunzel nur noch darüber. Ich könnte Panik kriegen bei dem Gedanken, meine Arbeiten nicht zu schaffen. Aber was hieße das denn? Ein Semester länger studieren - ja und? Das strebe ich nicht grade an, aber da gibts größere Probleme auf der Welt, und später wird kein Hahn mehr danach krähen.
Und gleichzeitig fällt mir jetz schon immer wieder auf, wie die Zeit rennt, und ich bereue jetzt schon, bestimmte Dinge nicht gemacht zu haben. Nach dem Abi ein Jahr nach Australien zu gehen beispielsweise. Wäre ich dann mein Studium motiviert angegangen, wär ich wohl gleich weit wie jetzt. Und ich denke immer mal wieder, man sollte nicht alles auf die lange Bank schieben, sondern auch sehen, was sich von seinen Träumen verwirklichen lässt. Ich mag den Spruch "Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter" nicht besonders, weil so viele Menschen damit um sich schmeißen, aber im Grunde denke ich so. Jetzt das Studium, das Referendariat, der Job, alles viel, viel Arbeit. Wenn ich alles aufschiebe, bis ich jemals glaube, wirklich die Zeit dafür zu haben, wird das in diesem Leben nichts mehr.
Ich kann entweder gleich durchdrehn und krieg sowieso nix hin oder ich sehs etwas gelassener, mach nebenher noch Dinge, die mir Spaß machen und mag mein Leben. Notfalls kann ich dann immer noch durchdrehn
An meiner Uni gibt es eben doch auch ein paar Menschen, die anders sind als die oben beschriebenen. Die haben Spaß, bei dem was sie tun, es geht ihnen leichter von der Hand, sie sprühen nur so vor guter Laune. Ich hab sie immer schon bewundert. Und auch in der neuen WG hab ich so meine "Vorbilder". Ich möchte nicht sein wie sie, aber ein Scheibchen abschneiden wär nicht verkehrt 
Hm, schätze das ist meine aktuelle Lebensphilosophie
Es ist wohl wieder die gute alte Abgeklärtheit, die man wohl einigen Alkoholikerkindern nachsagt. Wenn was nicht läuft: das ist Mist. Aber davon geht die Welt nicht unter. Dafür gibts ne Lösung. Oder ne Alternative. Anders, aber kann auch gut werden 
Es tut mir Leid, wenn das jetzt völlig wirr war, aber ich hab das nicht erst zu Ende gedacht und dann getippt, sondern geschrieben, wies mir eingefallen ist
Ich schätze der optimale Weg liegt irgendwo dazwischen - nicht mal anfangen zu studieren und gucken, was so von alleine passiert, aber auch nicht so übertreiben wie die Mädls an meiner Uni, zumindest hab ich die noch nie auf ner Party oder auch einfach mal nur lachen sehen 
Hm, ich schätze ich habe jetz erstmal ein Date mit dem Sandmann *gg* Machts gut!