Beiträge von Maria

    Hallo Flor,

    ein Tag kommt zum anderen :-)... das ist richtig.

    Dass du deinen Lebensgefährten zum Einkaufen schickst, damit du gar nicht erst in Versuchung kommst, finde ich eine gute Lösung.

    Ich hatte lange - ich nenne ihn Art unterschwelligen Suchtdruck - zu tun. Das fand ich ganz schön nervig. Meist in oder kurz nach Situationen, die mich überforderten. Das war halt mein Muster. Erst unüberlegte Höchstleistungen geben, um dann eine Entschuldigung für das Trinken zu haben :-?. So war ein guter Ansatz für mich in allen Dingen, mehrere Schritte an Geschwindigkeit herauszunehmen und gezielt mehr entspannende Sachen für mich zu machen.

    Hast du dir in diese Richtung schon Gedanken gemacht? Vlt. ein altes Hobby zu aktivieren, was dich nach stressigen Situationen wieder runterholen kann?

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Pelagia,

    daran kann ich mich auch noch gut erinnern, dass ich anfangs ganz unglaublich müde war und ein erhöhtes Schlafbedürfnis hatte. Wie du habe ich mich gefragt, wie ich das Pensum sonst geschafft habe.

    Wir haben Raubbau betrieben, das stimmt.

    Mittlerweile finde ich es gut, dass mir mein Körper die Grenzen aufzeigt und ich mich nicht mehr so ausdauernd überfordern kann. Anfangs war's eine Umstellung, aber langsam Schritt für Schritt kam ich den Dingen auf die Spur.

    Heute sage ich viel eher Stopp.

    Belohnt habe ich mich mit Spaziergängen, unendlich vielen Badewannen-Einheiten :) und aufmerksamer mir selbst gegenüber zu sein.

    Ich fand das sehr wichtig, andere Strategien als Belohnungen zu entwickeln. Damit das Suchtgedächtnis eben nicht rücksichtlos von hinten zuschlagen kann. Somit habe ich ihm quasi die Energie entzogen.

    Ich nenne das Mißtrauen besondere Achtsamkeit allen Dingen gegenüber und das ist etwas, was mir sehr wichtig ist.

    Steht denn in nähere Zukunft was bevor? Oder machst du dir schon jetzt Gedanken für den Ernstfall - Familienfeier und verunsicherst dich vielleicht?

    Liebe Grüße
    Maria

    Zitat

    Und meine Mutter waere schwer ungluecklich, wenn ich ihr die Wahrheit sagen wuerde! Muss ich ihr das antun? Ich lebe 12000 km von ihr weg, und sie kann mir hier nicht beistehen. Also sage ich es ihr nicht.

    Hallo Flor,

    wart´ doch einfach mal ab was mit dir und in dir mit zunehmenden trockenen Tagen geschieht. Vielleicht erzählst du ihr es doch, weil es dir ein inneres Bedürfnis ist... wenn der Zeitpunkt dafür da ist?

    Was mir in deinen Beiträgen auffällt, dass du häufig man oder sich verwendest. Versuch mal die Worte durch ICH zu ersetzen. Fühlt sich gleich anders an und bekommt einen anderen Bezug, oder?

    Zitat

    Ich hoffe nur, sie kommen hier auch an, denn das mit der Post ist so eine Sache...

    Mir war das Lesen in den Lebensgeschichten eine große Hilfe, oder in den sogenannten Tiefen des Forums (musst mal ein bissi stöbern). Es ist hier viel Wissenswertes und Helfendes im Forum vorhanden. Vielleicht magst du ja auch über einen Zugang zum erweiterten Bereich nachdenken... da ist das Angebot nochmal reichhaltiger.

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Flor,

    herzlich willkommen im Forum.

    Was kann ich dir raten? Alle Hilfe für dich in Anspruch zu nehmen, die dir geboten wird.

    Fang an dich grundlegend über die Krankheit zu informieren, darüber wie das Suchtgedächtnis anschlagen kann, wie du dich schützen kannst, damit du gar nicht erst in Situationen kommst, die bedrohlich für dich sind.

    Dazu gehört auf jeden Fall das alkoholfreie Umfeld, wo du deinen Lebenspartner eindringlich bitten musst, auf Alkohol in der Gegenwart zu verzichten. Erkläre ihm, dass es dir unmöglich ist, dabei zuzuschauen, wie er Alkohol konsumiert. Auch wenn er kein Problem damit hat - du bist suchtkrank. Das geht nicht einfach wieder weg - das hast du bei deinen Versuchen doch bereits selbst erkannt.

    In einem anderen Thread habe ich deine Frage gelesen: wie es klick macht?

    Bei mir hat es Klick gemacht, weil ich erkannt habe, ich kann gegen den Alkohol nur verlieren. Ich habe die Kontrolle verloren und es nicht mehr eine Entscheidung des Willens ist, nicht trinken zu wollen. Ich habe kapituliert und gehe mein Leben nun so an, dass ich dem Alkohol keinen Platz mehr lasse. Ich habe den Menschen vertraut, die mir ihre Empfehlungen geschrieben haben, ohne in dem Moment den Sinn zu verstehen.

    Das ging nicht von heute auf morgen. Das ging langsam Schritt für Schritt mit Hilfe dieses Forums.

    Liebe Grüße
    Maria

    Danke Xenica für deine Erklärung,

    auch aus dem was du in dem anderen Thread geschrieben hast, ist es verständlicher geworden, wie du diese Aussage meinst.

    Ich habe dich richtig verstanden, dass du dich in erster Linie nicht als Alkoholikerin siehst?

    Das würde es wiederrum für mich verständlicher machen, warum du dich von einigen Antworten genervt, bevormundet oder gar bedrängt fühlst.

    Bei mir ist es so, dass ich allen Ursprung in meiner Suchterkrankung sehe. Ich habe zwar auch andere Probleme, doch erst nachdem ich die Sucht für mich annehmen konnte, wurde mein Blick auf eine ganz andere Angehensweise meiner Probleme frei.

    Ich hatte dafür mein nasses/altes Denken zu hinterfragen und sukzessive aufzugeben. Dabei hilft mir die Einhaltung von gewissen Regeln in meiner Trockenheit - die Grundbausteine.

    Für mich steht als oberste Priorität wie ich mich vom Alkohol entfernen kann. Ich habe es mehrfach geschrieben (ob hier im offenen Bereich auch mal... weiß ich gar nicht) begleitet mich der Alkohol seit frühester Kindheit, als Kind eines vor Jahren an seinem Konsum verstorbenem Vater. Was die angelegten Strukturen meines Erachtens noch heimtückischer macht. Ich habe gesundes / erwachsenes Denken niemals mit auf dem Weg bekommen. Wie sicherlich viele andere hier auch.

    Jeder hier im Forum hat - hinter dem Alkoholkonsum - eine eigene Geschichte. So habe ich 2 Therapien mit mäßigem Erfolg gemacht. Bei der ersten war ich voll drauf und bei der zweiten habe ich zumindest eine Trinkpause gemacht - nachdem mich die Therapeuten davon überzeugt hat, dass davon ein möglicher Therapie-Erfolg abhängt.

    Es will dir niemand zu nahe treten - lediglich zum Nachdenken anregen. Meine Auffassung nach brauchst du dich auch nicht rechtfertigen - denn das kann in der Tat die Nerven überstrapazieren.

    Vielleicht bringt es dir aus meinem Geschriebenem näher, warum einige hier hartnäckiger nachfragen und kritisch nachbohren. Weil sie in erster Linie hier sind, um zu erfahren, wie sie Alkohohl vermeiden können. Dafür gehört jetzt die andere Auseinandersetzung. Das ist richtig.

    Ich reduziere mich nicht auf meine Suchterkrankung. Was ich versuche ist, sie so in meinen Focus zu stellen, dass ich sie wichtig genug nehme, um mich vor möglichen Gefahren zu schützen, aber es mir trotzdem oder genau deswegen erlaubt, ein Leben aufzubauen, was mich - innnerhalb eines sicheren Rahmens - frei bewegen lässt.

    Ich möchte dir danken, dass du hartnäckig dabei bleibst und dich nicht zurückgezogen hast und weiter schreibst.

    Maria

    Zitat von -Maria-

    Hallo Xenica,

    kannst du das etwas genauer ausführen. Das würde ich gerne verstehen wollen.

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Xenica,

    ich setzte das hier nochmal rein - vielleicht hast du es ja überlesen in dem anderen Thread (geht ja ziemlich durcheinander dort).

    Wenn du es nicht weiterausführen möchtest, wäre das auch okay für mich. Jedoch interessieren würde es mich schon, wie du diese Aussage meinst.

    Liebe Grüße
    Maria

    Zitat

    Es kommt darauf an, nachzufragen, hinterzufragen und zu vertrauen, wenn viele Langzeittrockene das gleiche Leben leben.


    Genau darauf wollte ich wohl hinaus, Karsten. Nachfragen, nachhaken, wenn ich was nicht verstehe. Nicht beleidigt zurück ziehen oder wild um sich schlagen, wenn mal eine Antwort anders ausfällt und härter rüberkommt als gewünscht.

    Ich kann nicht erwarten, dass mir MEIN trockenes Leben auf dem silbernen Tablett serviert wird. Es kommt auf das Zusammenspiel an und manches erklärt sich erst durch gezieltes Nachfragen, weil die eigenen Lebensumstände individuell sind.

    Zitat von Mieken

    Wohlmöglich nimmt die Trockenheitsarbeit eine andere Form an im Laufe der Zeit und ich werde mir die Frage "Warum sich LZT so ruhig verhalten bzw. keine eigenen Thread´s eröffnen.... ?" eines Tages vollständig anhand meiner eigenen Erfahrungen und im Zuge meines Weges selbst beantworten.

    Aufgrund der akutellen Diskussionen über Langzeittrockene und "Frischlinge" hieve ich mal meine dieszgl. Fragen vom vergangenem Jahr aus der Tiefe.

    Ich kann mir zwar heute die Fragen nicht vollständig selbst beantworten - jedoch wird mir klarer, dass sich die Arbeit an sich selbst verändert und dadurch von außen betrachtet bei Langzeittrockenen und frisch Abstinenten anders gestaltet.

    Ich sehe es für mich als einen Fortschritt an, denn es zeigt mir, dass sich meine Gedanken hinsichtlich des Wunsches von Erfahrungen zu lesen, verändert haben. Meine Trockenheit lebt von einem guten Teil der Erfahrungen, der Menschen, die weiter sind als ich - jedoch bin ich es, die sie anzunehmen und dann in das eigene Leben einzubauen hat.

    Das ist ein Prozeß der von innen heraus geschieht, von außen herangelesen und nachgemacht habe ich es noch lange nicht verinnerlicht.

    Wissen und Tun sind zwei paar Schuhe... da ist es unerheblich von zig Erfahrungen der LZT zu lesen. Die Umsetzung dessen - darauf kommt es an.

    - Maria -

    Hallo Vince,

    ich habe bislang in meiner Trockenheit solche Restaurant-Besuche für mich fast komplett ausgeschlossen. 1 x war ich beim Mongolen mit einer Freundin Essen. Wir haben uns im vorhinein drüber unterhalten und beim ersten Kontakt mit der Bedienung gesagt, dass wir keinen "möglichen" Aperetif haben möchten (sie war schonmal da und von daher konnten wir uns vorbereiten).

    Bis heute war ich weder beim Griechen oder beim Chinesen... fällt mir grad auf.... wenn lediglich dort, wo es keine Aperetif´s gibt.

    Ich persönlich würde es wieder so halten, entweder von vorne herein sagen - für uns keine solche Getränke oder halt wenn drauf angesprochen - einfach Nein - danke. Ich muss nicht jedem Kellner von meiner Sucht erzählen. Jedoch erkundige ich mich bei Speisen wo ich nicht genau weiß, ob Alkohol drin enthalten ist - kann ja grade bei Saucen beim Griechen (als Geschmacksverstärker) der Fall sein - mit Nachdruck. Ich selbst habe es auch schon erlebt, dass der Umgang damit sehr sorglos ist von den Kellnern - bei mir war´s die deutsche Küche. Da hilft hartnäckiges Fragen - notfalls sollen sie in der Küche nachfragen, wenn sie es nicht wissen.

    Grüße
    Maria

    Zitat

    Ein Tipp, wie ich es manchmal für mich sehe (vielleicht hilft das jemandem anders auch): Ich denke mir oft: ich bin eben allergisch. Allergisch. Punkt. Wie wenn jemand auf Nüsse allergisch reagiert, und seine Reaktion tödlich enden kann, bin ich es auf alle Arten von Alkohol. Das hilft mir oft.

    Hallo EinNeuer,

    ich bin gegen Nickel allergisch. Habe mal irgendwann von irgendwem gehört, es helfe, bei einer Uhr als Schutz damit die Haut nicht mit dem nickelhaltigen Verschluß in Kontak kommt, Nagellack drüber zu pinseln.

    Stolz erzählte ich meiner Hautärztin davon, die mir als Reaktion ihrerseits kräftig den Kopf gewaschen hat. Sie sagte mir... wenn ich schon wüßte, dass ich dagegen allergisch reagiere, ich es denn trotzdem darauf anlegen würde. Mein vermeintlicher Schutz würde dazu führen, auf immer kleinere Inhalte reagieren zu können. Im Schlimmstenfall könne es sogar dazu führen auf minimalste Mengen, die z. B. in Dosen oder als Milchverpackungen dienen, zu reagieren.

    Ich lese häufiger im Forum, dass es blauäugig ist, sich dem Alkohol ganz und gar entziehen zu können. Das sehe ich auch so. Denn dafür hat er in unserer Gesellschaft einen zu hohen Stellenwert.

    Aber ich muss ihm nicht hinterherlaufen. In meinem eigenen Handlungsspielraum liegt, wie wieviel Zugang ich ihm noch erlaube.

    Maria

    Zitat von EinNeuer

    Maria: Rückfall: Ich bin nach der Zeit meiner stationären Therapie sehr viel ausgegangen. War solo. Habe mich nach langen Beziehungen "ausgetobt." Und nie kam mir in den Sinn, Alk zu trinken. Im Gegenteil: Ich fand es ausgesprochen amüsant, einer der wenigen komplett nüchternen zu sein, der um 3 Uhr morgens einen Club betritt, klar sieht und die besten Frauen kriegt. (Entschuldige bitte den Chauvinismus, bin auch reifer geworden Cool
    Tja, der Rückfall war ein Zusammenspiel aus (heutiger Sicht) wirklich nicht besonders schlimmen Faktoren: Eine neue Frau kennengelernt, sie lebte 800 km weiter weg. Der erste Besuch bei ihr stand an. Nachtzugfahrt, dann Taxi, dann irgendwie schlecht gelaunt (ich mag weder lange Zugfahrten noch mag ich die Stadt, in der sie lebt), Zahnschmerzen und dann war da diese Wohnung. Die Frau musste am Vormittag noch arbeiten, hatte mir den Schlüssel gelegt. Sie wusste nichts von meiner Krankheit. Ich war zu feige, es einzugestehen. Ein Fehler, den ich heute nicht mehr machen würde. Ich komme rein, ganz alleine, übernächtigt, schlecht gelaunt, nervös, eben Zahnweh und dann stehen da einige Alkoholika rum. So eine Art Hausbar. Tja, geduscht, umgezogen und dann einen ordentlichen Schluck Wodka getrunken. Das hat gereicht, um – zumindest als ich wieder zu Hause war – wieder ab und zu zu trinken.

    Hallo EinNeuer,

    danke für deine Erklärungen.

    Ich würde für mich damit einen Zusammenhang sehen:

    Zitat

    Das Suchtgedächnis greift oft nicht sofort zu, sondern oft dann, wenn man sehr sicher fühlt und dann sind solche Erinnerungen, wie biertrinkende "Freunde" sehr schnell im Kopf.

    Oder das Suchtgedächtnis greift dann zu, wenn wir es am wenigsten erwarten - nicht stabil sind. Ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren sind... so wie du es beschreibst. Was mit einem Griff - ohne zu Denken - zum Glas greifen lässt.

    Meine Auffassung ist die, wenn ich mich nicht komplett löse vom Alkohol - werde ich ihm immer eine Angriffsfläche bieten.

    Er wird jede noch so kleine Lücke bei mir aufspüren und zum Anlaß nehmen wieder einzudringen. Das kann über Jahre gut gehn´. Muss aber nicht.

    Für mich steht Risikominimierung an erster Stelle und einen größtmöglichen Abstand zum Alkohol herzustellen. Alles andere wäre für mich ein Spiel mit dem Feuer.

    Grüße
    Maria

    Zitat von EinNeuer

    Allerdings: ich hatte schon mal eine fast einjährige Trockenphase nach meiner stationären Therapie.

    Hallo EinNeuer,

    kannst du heute sagen, warum du einen Rückfall hattest? Woran es lag, dass du nach fasten einem Jahr Trockenphase wieder zu trinken angefangen bist?

    Maria

    Hallo Iwona,

    ich freu mich immer wieder von dir zu lesen. Das tut gut und motiviert.

    Auch wenn Dezemer 2011 noch lange hin ist. Was meinste was das ein schönes Gefühl sein wird, wenn du dann deinen Traum näher gekommen bist.

    Ohne Alkohol... damit fängt es an... und dann steht alles offen... egal was, manchmal dauert es halt nur ein bisschen länger ;)

    Liebe Grüße
    Maria

    Zitat

    Das wird wohl auch der Hauptgrund sein, weshalb viele Kindern von Alkis selbst trinken : um ihre versoffenen Eltern ertragen zu können ... ??!!??

    Hallo misskateshi,

    ja oder mit der Wut, den aufgestauten Agressionen oder den Verletzungen irgendwie fertig zu werden.

    So war es wohl rückblickend bei mir. Ich bin Alkoholikerin geworden, habe trotz meiner Erfahrungen in meinem Elternhaus, fast 25 Jahre gebracht um dahinter zu kommen.

    Wo ich mich bei dir in deinen Beiträgen total wieder erkenne ist die unsagbare Wut und Hilflosigkeit.

    Ich habe deinen ganzen Thread nun nicht verfolgt, verzeih mir wenn ich nun Fragen stelle, die du schon längst beanwortet hast.

    Hast du dich schon für gezielte Hilfe für dich selbst informiert? Wo bleibst du mit deiner Wut? Ist es jeden Tag so, oder gibt es Tage, die besser sind.

    Zum Thema Verzeihen, sag ich mal, wirst du erst dann Verzeihen können, wenn du bereit dazu bist. Das wird nun aktuell nicht der Zeitpunkt sein, also setze dich doch damit nicht unter Druck und ich finde das auch vollkommen in Ordnung, wenn es heute noch nicht geht.

    Maria

    Hallo Ninibini,

    herzlich willkommen im Forum.

    Deine Verzweiflung kann ich gut nachvollziehen. Eine schmerzhafte Erkenntnis für dich, die jedoch sehr wichtig ist, dass du deine Eltern nicht davon überzeugen kannst süchtig zu sein oder für sich aktiv zu werden. Dieser Groschen muss für jeden von ihnen einzeln fallen. Da ist man als Angehöriger oder Kind leider machtlos.

    Zitat

    Daraufhin habe ich das erste Mal ausgesprochen, dass ich bei deren Suchtverhalten nicht länger zuschauen kann und will und dieses Verhalten auch nicht mehr tolerieren will....

    .

    Es gibt Hilfe für dich als Angehörige, zu lernen wie du dich selbst schützen kannst.

    So gibt es einiges an Literatur.
    Wenn du magst schau mal hier: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…ftopic2169.html

    Sollte dir das alleine zuviel werden und ängstigen, scheue dich nicht, einen Arzt oder Therapeuten aufzusuchen. Sie werden dich nicht abweisen und dort könntest du dich über gezielte Hilfe für dich informieren.

    Schön, dass du hier bist. Drücke dir die Daumen für deine Klausuren.

    Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn dir in der jetzigen Situation nicht nach lockerem Beisammensein steht. Was könnte dir stattdessen gut tun? Könntest du deine Freunde bitten oder drauf ansprechen, was anderes eventl. ruhigeres mit dir zu unternehmen? Gibt doch soviele Dinge, die ohne zu Party machen und mit Alk im Gepäck, schön sein können.

    Liebe Grüße
    -Maria-

    Hallo EinNeuer,

    Zitat

    Wie schon erwähnt: Ich denke, jeder ist anders, hat eine andere Trinkvergangenheit und andere Denk- sowie Suchtmuster. Und wie auch schon geschrieben: Gehe mit dem speziellen Thema jetzt sensibler um.

    und

    Zitat

    Allerdings ertappe ich mich die letzten Tage immer wieder bei Versuchungsgedanken.

    Vielleicht gibt es da ja einen Zusammenhang für dich. Wirkliche Verzichtsgedanken kenne ich nicht. Unterschwelligen Suchtdruck schon, kommt auf die Situation drauf an. Vielleicht ist doch jeder nicht so anders, wie du denkst ;)

    Liebe Grüße
    -Maria-

    Hallo EinNeuer,

    ich empfinde dich auch nicht als Rebell. Du stellst Fragen und bekommst Antworten - so einfach ist das ;)

    Bei deinem Thread-Titel stellte sich mir sogleich die Frage: Was kann für einen trockenen Alkoholiker überhaupt als eine gute Gesellschaft gelten?

    Oder ist die sogenannte gute Gesellschaft wirklich so gut, wenn sich Teile davon (will damit nicht grundsätzlich jeden trinkenden Menschen über einen Kamm ziehen) zu einem bestimmten Zeitpunkt wegschießen müssen?

    Für mich als trockene Alkoholikerin ist eine gute Gesellschaft die, wo ich mich gut aufhoben und respektiert fühle. Und das ist dort, wo kein Alkohol getrunken wird. Da fühle ich mich am sichersten und kann somit ganz ich sein. Das ist für mich sogar die beste Gesellschaft ;-); es hat zugegebener Maßen etwas gedauert bis ich dahin gekommen bin, weil auch ich es gar nicht anders kannt. Ich bin den Empfehlungen einfach mal blind gefolgt und habe gewartet was passiert in meinem Denken. Und nun kann ich es aus vollem Verständnis heraus so weitergeben.

    Von vorneherein habe ich es abgelehnt, dass irgendjemand in die Aufpasser-Rolle für mich reinwächst. Weil ich der festen Überzeugung bin, wenn ich saufen will, dann will ich saufen. Da hält mich dann auch niemand mehr von ab. Also habe ich Vorsorge zu treffen, damit ich gar nicht erst wieder dahin komme und ich würde niemandem die Verantwortung für mein Tun anlasten wollen. Eins war mir immer klar, die Gläser habe ich mir selbst zum Mund geführt und geschluckt habe ich das Zeugs. Also muss ich dafür sorgen, das ein Glas gar nicht mehr in meine greifbare Nähe kommt.

    Grüße
    -Maria-