Keine Rückfälle mehr

  • Hallo,
    ich bin froh, diese Art von Selbsthilfe gefunden zu haben, da ich in den Anden lebe und dort keine Moeglichkeiten habe, eine Therapie zu besuchen. Ich moechte dieses Forum nicht als Ersatz dafuer nehmen, wuerde mich aber nach einigen Rueckfaellen ueber eine Unterstuetzung freuen. Ich habe gerade meinen ersten "richtigen" Entzug in der naechstgroesseren Stadt im Krankenhaus gemacht, aber auch festgestellt, das man hier nicht die gleichen Therapiewege geht wie in Deutschland und ich doch auf mich allein gestellt bleibe.
    Wir hatten es zuvor auch immer wieder geschafft, Wochen trocken zu bleiben - mein Lebenspartner trinkt auch sehr gerne sein halbes Flaeschchen Wein am Abend - ich bin aber diejenige, die zum Missbrauch neigt. Ich trank zuletzt auch wieder oefter nachmittags fuer mich alleine, so etwas hatte er nie getan. Er verzichtet nun mir zuliebe auf sein Glaeschen am Abend, sieht aber fuer sich nur dadurch bedingt den Grund ganz aufzuhoeren. Da waere schon meine erste Frage nach Rat, man kann ja seinen Lebenspartner nicht zwingen, sein Leben lang auf Alkohol zu verzichten. Ich muss es aber, und es ist so verdammt schwer, dem anderen beim Trinken zuzusehen. Wie handhabt Ihr das?

    Aber mal weiter erzaehlt:
    Nachdem es mir koerperlich immer schlechter ging, ich unter starken Schlafstoerungen litt, morgendlicher Uebelkeit und Brechreiz, begann ich mir Sorgen um meine Gesundheit zu machen. Nach beinahe 15 Jahren Trinkens ohne groessere Pausen, war es also nicht erstaunlich, das der Arzt im Ultraschall eine stark vergroesserte Leber sah. Leider war das nicht Warnung genug, nach 6 Wochen Abstinenz fing ich wieder an. Man vergisst irgendwie so schnell, wie schlecht man sich mit dem Alkohol gefuehlt hatte. Das ist ganz schoen verrueckt, weil ich mich eigentlich ohne den Alkohol sehr wohl und mit viel mehr Elan gefuehlt hatte. Aber dann denkt man, egal, heute darfs mal wieder ein Glaeschen sein, ich kann kontrolliert trinken und faellt wieder auf die Schnauze. Nein, ich kann nicht kontrolliert trinken, das weiss ich schon lange!
    Ich habe mich nach zahlreichen selbstdurchgefuehrten Versuchen endlich in aerztliche Hilfe begeben und werde auch einmal im Monat meinen Arzt aufsuchen. Anders ist es nicht moeglich, da bedingt durch die Strassenverhaeltnisse und Entfernung die naechstgroessere Stadt nur schwierig zu erreichen ist.

    Ich bin nun also wieder trocken und will es auch bleiben und erhoffe mir mit dem Lesen und Schreiben hier im Forum das Bewusstsein zu erhalten, das ich alkoholkrank bin und nicht wieder trinken darf. Vielen Dank schon heute fuer Eure Hilfe, denn ich will gesund werden!

    LG
    Flor

  • Hallo Flor!

    Fein, dass du hierher gefunden hast - so ein weiter Weg! Wow!
    Aus den Anden!

    Du hast dir ein sehr gutes Forum ausgesucht, mit ganz vielen netten Leuten, die dir ganz bestimmt helfen werden, mit etlichen Problemen fertig zu werden. :wink:
    Ich bin zwar aus dem Co - bereich - und wahrscheinlich deshalb - über die Aussage gestolpert, dass es deinem Mann schwer fällt, auf sein "Gläschen" am Abend dir zuliebe, zu verzichten.
    Wenn er das neben dir trinkt, stelle ich es mir für dich sehr schwer vor, durchzuhalten. Könnte nicht mal ich.
    Ein alkoholfreies Zuhause ist für dich doch ganz wichtig.
    Vielleicht könnt ihr euch da noch mal richtig aussprechen.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz, ganz viel Kraft und Geduld beim Durchhalten und noch viel guten Austausch hier!
    Liebe Grüße von Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo und vielen Dank fuer die nette Begruessung, Gotti!
    Ja, ein alkoholfreies Zuhause ist das Wichtigste, und das ich nicht den Weg in den naechsten Laden mache. Mein Leben umgestalten, um nicht in Versuchung zu geraten... Mein Lebensgefaehrte wird nicht vor mir trinken, aber irgendwann bin ich vielleicht stark genug, es ihm zu erlauben, oder nicht?
    Zuletzt hatte ich nachmittags immer meinen Garten bewaessert, der so 100 m entfernt liegt und bin danach immer gleich in den naechsten Laden, um mir ein Viertel Liter Rum zu holen. Also muss ich nun den Garten morgens waessern, weil ich das Einkaufen gehen morgens ganz bestimmt nicht mache... Ist mal so ein Beispiel. Wer hat mehr Beispiele?

    Gruss
    Flor

  • Hallo Flor,

    Willkommen hier im Forum, schön, dass Du hierher gefunden hast und Dich mit uns austauschen möchtest.

    Auch wenn der Alkohol außerhalb Deiner Wohnung leicht zu beschaffen ist, finde auch ich ein alkoholfreies häusliches Umfeld sehr wichtig. So kannst Du Dich zumindest in Deinen eigenen 4 Wänden sicher fühlen.

    Du hast schon erkannt, wie wichtig es ist, die gedankliche Verbindung von Orten und Handlungen zum Alkohol zu kappen (z.B.Garten wässern - Alk)

    Natürlich musst Du Deinen Garten weiterhin bewässern - das kannst Du am Morgen tun und Dir danach noch einen leckeren Tee gönnen. Alte Muster durch neue Rituale ersetzen, dafür gibt es viele individuelle Beispiele.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier im Forum!

    Liebe Grüße,
    Schattenspringer

    Das Beste geschieht JETZT!

  • Hallo Flor,

    herzlich willkommen im Forum.

    Was kann ich dir raten? Alle Hilfe für dich in Anspruch zu nehmen, die dir geboten wird.

    Fang an dich grundlegend über die Krankheit zu informieren, darüber wie das Suchtgedächtnis anschlagen kann, wie du dich schützen kannst, damit du gar nicht erst in Situationen kommst, die bedrohlich für dich sind.

    Dazu gehört auf jeden Fall das alkoholfreie Umfeld, wo du deinen Lebenspartner eindringlich bitten musst, auf Alkohol in der Gegenwart zu verzichten. Erkläre ihm, dass es dir unmöglich ist, dabei zuzuschauen, wie er Alkohol konsumiert. Auch wenn er kein Problem damit hat - du bist suchtkrank. Das geht nicht einfach wieder weg - das hast du bei deinen Versuchen doch bereits selbst erkannt.

    In einem anderen Thread habe ich deine Frage gelesen: wie es klick macht?

    Bei mir hat es Klick gemacht, weil ich erkannt habe, ich kann gegen den Alkohol nur verlieren. Ich habe die Kontrolle verloren und es nicht mehr eine Entscheidung des Willens ist, nicht trinken zu wollen. Ich habe kapituliert und gehe mein Leben nun so an, dass ich dem Alkohol keinen Platz mehr lasse. Ich habe den Menschen vertraut, die mir ihre Empfehlungen geschrieben haben, ohne in dem Moment den Sinn zu verstehen.

    Das ging nicht von heute auf morgen. Das ging langsam Schritt für Schritt mit Hilfe dieses Forums.

    Liebe Grüße
    Maria

  • Hallo Flo!

    Willkommen im Forum!
    Gut,dass Du dieses Forum gefunden hast!
    Ihr wohnt recht abgelegen,aber schön,stelle ich mir vor.

    Das trockene zu Hause ist total hilfreich.
    Ich möchte und kann es nicht missen.

    Wir sind sooo schnell wieder drin!

    Vielleicht kommst Du selber dazu weil Du es spüren wirst.

    Herzliche Grüsse
    Yvonne

    ichbinda123

  • Hallo Flor,

    das hört sich alles an, wie ich vor 15 Jahren gedacht habe. Ich habe auch versucht Kompromisse zu machen und in "meinem Leben" weiter zu leben. Das hat bei mir aber nicht funktioniert, nach einer Weile habe ich (oder mein Suchtgedächtnis) vor mir immer wieder Entschuldigungen gefunden, warum ich die Trinkpausen beendet habe. Das war eine einzige Lebenslüge. Mir haben nur klare Entscheidungen und das Setzen von Prioritäten geholfen, mein Leben zu verändern und trocken zu werden.
    Ich habe mir unter anderem auch abgeschminkt, "irgendwann stark" zu sein und den Konsum anderer auszuhalten. D. h. nicht, dass ich nach den Jahren nicht dort hingehe (z. B. Restaurant) wo es Alkohol gibt, aber eben erst nach den Jahren, und ich halte mir immer eine Möglichkeit offen, mich zurück zu ziehen. Das kann ich zu Hause bei einem trinkenden Partner nicht und "steter Tropfen höhlt den Stein". Also ist dies z. B. eine der Entscheidungen, die ich getroffen habe.

    Grundregeln an die ich mich halte:
    - Rauschmittelfreie Wohnung
    - Rauschmittelfreie Beziehung
    - Rauschmittelfreie Freunde

    Schönen Tag noch

    H.

    Ich bin jetzt erwachsen - Trocken seit 18 Jahren (Mai 2005).

  • Hallo,
    erst einmal moechte ich sagen, das ich mich total ueber Eure umfangreichen Beitraege freue, das tut jetzt schon gut! Heute war ein weiterer unproblematischer Tag, was mich freut.

    Ich moechte natuerlich auch die problematischen schaffen.

    Es sind wirklich oft einfach falsche Reaktionen, gekraenkte Eitelkeit, Frustgefuehle, man hat sich gerade in der Arbeit mit Schwierigkeiten auseinandergesetzt, da kommt dieses Gefuehl, jetzt nicht weiter an die Sorgen denken zu wollen, sich lieber betaeuben, relaxen zu wollen. Das ist mir vollkommen klar, das ich hier etwas Neues erlernen muss. Ja, und dafuer braeuchte ich vielleicht tatsaechlich einen Therapeuten, den ich hier vor Ort nicht habe. Ich habe auch schon gelernt, mich vielmehr schwierigen Situationen mit Mitmenschen zu stellen als freuher - vor allem im Berufsleben, aber ich muss noch Moeglichkeiten finden mich besser zu entspannen. Wie macht Ihr das? Sport? Autogenes Training? Yoga? Musik hoeren? Boxsack? Wie geht Ihr mit Aerger um?

    Alkoholfreies Zuhause ist klar.

    Die Strategie, den Tagesablauf zu veraendern oder einfach ein paar Dinge nicht mehr zu tun, die man immer mit Alkohol getan hat ist eine andere. Nur schwierig, wenn man eigentlich die meisten Dinge, die man mag, angetrunken getan hat und irgendwie erstmal das Gefuehl bekommt, das ohne Alkohol alles weniger Spass macht. Ging es Euch auch so?

    Gleichzeitig steht man morgens aber ganz anders auf, so euphorisch, vor allem wenn man mal endlich wieder schlafen konnte (durchschlafen kannte ich gar nicht mehr) und mit einem lange nicht gekannten Hochgefuehl den Tag beginnt ohne die taeglichen Selbstvorwuerfe...
    Anders problematisch koennen die Abende sein, man war es gewohnt immer etwas zu trinken, also halt Fluessigkeit in sich hereinzuschuetten. Ich helfe mit da nun mit verschiedenen Tees, wie Schattenspringer ja auch schon vorgeschlagen hat - insbesondere Tees mit Baldrian helfen mir auch, mich zu entspannen.

    Etwas anderes ist das Essen. Hunger foerdern das Beduerfnis nach Alkohol, deswegen passe ich immer auf, das ich ausreichend esse. Ein bisschen helfe ich mir auch mit Suessigkeiten wie Plaetzchen, ich weiss, man soll sich in keine Co-Abhaengigkeit begeben, statt Trinklust, Fresslust. Und die Leber braucht jetzt eh Schonung, aber ich denke alles Schritt fuer Schritt.

    Wie sieht es bei Euch mit sowas wie Ersatzdrogen aus, also raucht Ihr z. B.? Hattet Ihr das Beduerfnis den Alkohol durch einen anderen Stoff zu ersetzen? Manch einer wird sogar sportsuechtig oder sowas. Ich weiss, man muss die Ursache der Sucht angehen.

    Maria, das mit dem „Suchtgedaechtnis“ wuerde ich gerne genauer wissen, kannst Du mir dazu Infos aus dem Internet empfehlen? (Darf man das hier?) Ich werde halt auch mal selber schauen, Buecher gibt es hier zu solchen Themen keine zu kaufen, wenn dann eh nicht in Deutsch. Aber es ist wichtig, zu verstehen, was da eigentlich chemisch usw. mit einem passiert.

    Ich glaube nun auch, das es wirklich ein Lernprozess war und es dauert bis man versteht, das man ein ganzes Leben verzichten muss. Dazu sind wohl leider einige Rueckfaelle noetig gewesen. Dieses „das ganze Leben“ war fuer mich nicht fassbar. Jetzt, nachdem ich so oft gedacht habe, ich kann kontrolliert trinken und immer das Gegenteil erfahren habe, ist die Erkenntnis da, ich muss aber noch sehr viel lernen!

    Ich bin auch so der Typ, der manchmal einfach abheben moechte und deswegen immer wieder angefangen hat - eine Party, ausgelassen tanzen kann ich mir noch lange nicht „ohne“ vorstellen... Also wird wohl nicht mehr getanzt. Da sind auch ein paar Dinge, die mir fehlen werden...

    Vielen Dank schon heute fuer Eure Hilfe dabei, das alles zu bewaeltigen!

    Flor

  • Hallo Flor!

    Aus der Erfahrung mit meinem Mann kann ich dir nur sagen:
    Iß deine Plätzchen!
    Mein Mann hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, kleine "Zwischenmahlzeiten" einzunehmen in Form von Kaffee plus Süßigkeiten (Zartbitter jede Art) oder Kaffeepuddings, Joghurts etc.
    Inzwischen hat sich das auch wieder gegeben.
    Ich denke, nur wenn er "Saufdruck" verspürt, greift er darauf zurück.
    Ansonsten reicht es ihm regelmäßig zu essen.
    Frühstück war da nie so sein Ding, aber jetzt, wenn Wochendende od. so ist, geniesst er das gemütliche am Morgen genau wie ich.
    Und Schlafen ist auch sehr wichtig geworden. Seit er nicht mehr trinkt kann er auch richtig gut durchschlafen - und ohne Kater aufwachen. Das hebt dann auch die Laune! :wink:

    Schade ist, dass du keine Möglichkeit zur Therapie hast. Und eine Selbsthilfegruppe vor Ort wird es wohl auch nicht geben. So ein persönlliches Gespräch ist doch auch sehr hilfreich.
    Aber vlt. kannst du ja auf Bücher zurückgreifen? Im Internet bestellen od. so. Und hier natürlich viel lesen. Hier habe ich ganz viel Anregungen für mich gefunden.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag und viel Durchhaltevermögen, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Guten Tag Flor!

    Zitat

    Ich werde halt auch mal selber schauen, Buecher gibt es hier zu solchen Themen keine zu kaufen, wenn dann eh nicht in Deutsch.

    Schau mal ganz unten auf dieser Seite nach.Da kannst bei Amazon Bücher bestellen.Wenn Du übers Forum bestellst bekommt Karsten noch einen kleinen Beitrag fürs Forum.

    Ich wünsche Dir von Herzen weitere 24h zufriedene Trockenheit
    Yvonne

    ichbinda123

  • Hallo Flor,

    irgendwo gibt es hier auch einen Bücher-Thread, wo Du mal schauen kannst, zum Thema Alk gibt´s nämlich 3056732 Stück Bücher.....

    Wenn ich Suchtdruck verspüre, orientiere ich mich an HALT:
    H=Hungry?
    A=Angry?
    L=Loney?
    T=Tired?

    Meist triftt eins davon zu, meist Hunger oder Durst, deswegen gehe ich auch ohne ein kleines Fläschchen Wasser und einen süßen Apfel nicht mehr aus dem Haus, hat so manches mal geholfen.

    Suche hier mal unter dem Begriff "Notfallkoffer", da findest Du bestimmt auch jede Menge Hilfe.

    Einen schönen Tag,
    Charlie

    Immer schön die Ohren steif halten!!!

  • hi

    ich möchtedir die fragen die du heut morgen in deinem Text gestellt hast beantworten.

    deine erste frage war ja wie macht ihr das(das bezog sich ja auf entspannung)
    meine skills(strategien sind da)
    -jacobsen entspannungsübungen
    -imaginationsübungen
    -bewusten spaziergang machen in dem ich mich nur auf das konzentrie was ich um mich herrum wahrnehme(höre riche fühle)
    -wechselduschen(mit warm anfangen und mit warm wieder aufhören)
    -ruige musik hören
    -gemütlich machen mit buch und wolldecke auf dem sofa der im sommer auf na deke im garten.

    die zweite frage war wie geht ihr mit ärger um
    meine skills da sind
    -in wald gehen die wut einfach rausschreien
    -ausdauersport machen
    -laut musikhören

    deine dritte frage war ging es euch auch so((darauf bezogen ohne alk kein spass)
    na bei mir ging es so ich war etwas antriebsloser konnte mich nicht schnell für was begeistern aber dies legte sich zimlich schnell.

    deine vierte frage war wie sieht es bei euch mit so was wie ersatzdroge aus?
    ich rauche und auch ab und zu brauch ich meine süßikeiten und seitdem ich nicht mehr trinke morgens meine joggin runde(annstat der erste griff morgens zur flasche der erste griff zu den turnschuhen und erstmal raus ablenken)also ich denk bei mir hält sich das in massen mit einer ersatzdroge.

    deine fünfte frage war hatte ihr das bedürfniss den alkohl durch einen andern stoff zu ersetzen?
    ich nicht so am anfang der therapie bei mirnur der gedanke ab dann kannst du ja wieder zu den medis greifen. aber auch davon bin ich jetzt gut weckgekommen. das einzige lasster das geblieben ist ist das nikotin.

    gruß

  • Hi Flor,
    hast ja gute Strategie entwickelt, zu dem Tagesablauf ändern, sind auch Strukturen wichtig.
    Leider trink ich selbst noch zuviel Kaffee und rauche auch noch, alles braucht seine Zeit.
    Zu dem Suchtgedächtnis, mal praktisch gesehen, sind so Verbindung, oder Situationen die du mit Alk, bewältigt hast.Sei dir bewußt das es aus heiterem Himmel kommen kann, ohne Vorwarnung, da kommt dann oft ein Druck mit auf.
    Und da kommst du wieder zu deinen Skills.Und wen dir die gut tun, dann bleib dabei, und binde sie in deine Strukturen ein, so als Vorbeugung.Grad wen es einem gut geht, sollte man diese nicht vernachlässigen. Bedenke dich kann auch mal der Hammer so treffen, das gar nichts mehr geht.
    Weiter so.
    LG
    Jürgen

  • Hach, Ihr seid so nett!

    Ich weiss nicht, aber heute ist mir schon den ganzen Morgen zum Weinen. Ich denke, das ist eine Art Traurigkeit ueber das, was ich mir all die Jahre angetan habe, keine Depression. Ich hatte gestern abend vor dem Schlafengehen im Internet herumgelesen und ein PDF-Dokument gefunden, das mir auch Angst gemacht hat und gleichzeitig sehr eindringlich fuer mich war. Darin sind die moeglichen koerperlichen Schaeden sehr dramatisch beschrieben ueber Blutungen der Speiseroehre etc. Meine Guete, was habe ich mir da all die Jahre bloss angetan? Was alles haette passieren koennen! Zumal es hier am Ort nicht einmal aerztliche Hilfe gibt! Ja, es gibt eine Krankenstation, aber die enthaelt gerade mal ein Blutdruckgeraet und ein Notfall-EKG und ein Mikroskop und wenn man Glueck hat, auch einen Arzt. Im Notfall kann mir keiner hier helfen! Ich muss erst 2 Stunden mit dem in die naechstgroessere Stadt gebracht werden...

    Ach uebrigens, ich war mal so bescheuert vor Jahren, das ich mit dem Rauchen angefangen hatte, um mit dem Trinken aufzuhoeren! Genauso habe ich mal Psychopharmaka genommen, hatte meinen Hausarzt von Depressionen, die ich damals auch hatte, berichtet, aber verschwiegen, das ich saufe. In der Hoffnung, das hilft beim Verzicht. Hat es natuerlich nicht. Nach 2 Jahren hatte ich Bluthochdruck und morgendliche starke Hustenanfaelle! :twisted: Ich habe 2 mal mit dem Rauchen aufgehoert, Heilfasten hatte mir geholfen, beim 2. Mal hatte ich es tatsaechlich geschafft! Also, es geht doch! Nur mit dem Alkohol hatte es nie geklappt... Aber warum soll es nicht mit dem Alkohol auch koennen?

    Ja, einen kleinen, aber relevanten Unterschied gibt es. Man wird in der Oeffentlichkeit niemals dazu aufgefordert, mitzurauchen. Mitzutrinken dagegen immer. Wir haben hier keine Freunde, die mir in der HInsicht Probleme machen koennten. Nur hin und wieder feierten wir ne feucht-froehliche Party. Und nun werde ich in so einer Situation sagen, ich bin krank, ich darf nichts trinken. So privat bin ich im Umgang mit den Menschen nicht, das ich "alkoholkrank" sagen werde. Ich weiss, es ist eine Hilfe beim Aufhoeren, aber hier versteht das auch keiner. Hier ist Saufen normal. Anonyme Alkoholiker gibt es in groesseren Staedten wohl, aber auf dem Lande ist es normal morgens seinen Schnaps vor der Arbeit zu trinken. Das Einzige hier ist eine Religion, die Evangelisten, die ruehren keinen Schluck an! Das mal so nebenbei erzaehlt.

    Und meine Mutter waere schwer ungluecklich, wenn ich ihr die Wahrheit sagen wuerde! Muss ich ihr das antun? Ich lebe 12000 km von ihr weg, und sie kann mir hier nicht beistehen. Also sage ich es ihr nicht.

    Also, dieses "HALT"-Schema und der "Notfallkoffer" ist super! Danke fuer den Rat, ich brauche genau sowas! Ich werde mir wirklich Buecher bestellen. Ich hoffe nur, sie kommen hier auch an, denn das mit der Post ist so eine Sache...

    Herzlichst
    Flor

  • Zitat

    Und meine Mutter waere schwer ungluecklich, wenn ich ihr die Wahrheit sagen wuerde! Muss ich ihr das antun? Ich lebe 12000 km von ihr weg, und sie kann mir hier nicht beistehen. Also sage ich es ihr nicht.

    Hallo Flor,

    wart´ doch einfach mal ab was mit dir und in dir mit zunehmenden trockenen Tagen geschieht. Vielleicht erzählst du ihr es doch, weil es dir ein inneres Bedürfnis ist... wenn der Zeitpunkt dafür da ist?

    Was mir in deinen Beiträgen auffällt, dass du häufig man oder sich verwendest. Versuch mal die Worte durch ICH zu ersetzen. Fühlt sich gleich anders an und bekommt einen anderen Bezug, oder?

    Zitat

    Ich hoffe nur, sie kommen hier auch an, denn das mit der Post ist so eine Sache...

    Mir war das Lesen in den Lebensgeschichten eine große Hilfe, oder in den sogenannten Tiefen des Forums (musst mal ein bissi stöbern). Es ist hier viel Wissenswertes und Helfendes im Forum vorhanden. Vielleicht magst du ja auch über einen Zugang zum erweiterten Bereich nachdenken... da ist das Angebot nochmal reichhaltiger.

    Liebe Grüße
    Maria

  • Zitat von HansHa

    Grundregeln an die ich mich halte:
    - Rauschmittelfreie Wohnung
    - Rauschmittelfreie Beziehung
    - Rauschmittelfreie Freunde

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen :arrow: dann könnt es klappen, ohne Rückfälle :wink:

    Eventuell könnte es noch nützen, offen und ehrlich zu sich selbst zu werden :idea:

    In diesem Sinne grüßt

    Frank

  • Hallo!
    ->Maria, Du hast nicht Unrecht, ich kann mir schon vorstellen, das dieser Tag kommt, wo ich es meiner Mutter erzaehle, aber eben nicht am Telefon aus so weiter Entfernung, und in diesem Fall auch, wenn ich jahrelang stabil bin. Ich werde gleich mal Deinen Rat beherzigen und hier ein wenig "in den Tiefen" stoebern. Das tut mir sicher gut und staerkt mich, denn heute war ein etwas nerviger Tag. Ich hatte seit gestern kein Wasser in meinem Garten und musste gleich 3mal taeglich herunterlaufen, um mit Eimern zu bewaessern, sprich ich haette 3mal "einkaufen" koennen. Aber ich war nicht in Versuchung, hatte nur gespuert heute ist so ein Tag, wo ich frueher Alkohol gekauft haette. Und im Moment gehe ich auch zu bestimmten Uhrzeiten (nachmittags) in keinen Laden. Da schicke ich meinen Lebensgefaehrten, um Lebensmittel etc. zu kaufen.
    Dann war heute noch ein Problem mit einer Angestellten mit so einer Geschichte, die ich mir zu Herzen nehme. Aber ich war stark und habe den Eindruck, das diese Staerke mich aufbaut. Jeder erfolgreich ueberstandene Tag ist ein Schritt, oder? Nun, wenn ich solche Tage weiterhin so gut durchstehe wie heute, kann ich sehr zufrieden sein!

    Bis morgen,
    Flor

  • Hallo Flor,

    ein Tag kommt zum anderen :-)... das ist richtig.

    Dass du deinen Lebensgefährten zum Einkaufen schickst, damit du gar nicht erst in Versuchung kommst, finde ich eine gute Lösung.

    Ich hatte lange - ich nenne ihn Art unterschwelligen Suchtdruck - zu tun. Das fand ich ganz schön nervig. Meist in oder kurz nach Situationen, die mich überforderten. Das war halt mein Muster. Erst unüberlegte Höchstleistungen geben, um dann eine Entschuldigung für das Trinken zu haben :-?. So war ein guter Ansatz für mich in allen Dingen, mehrere Schritte an Geschwindigkeit herauszunehmen und gezielt mehr entspannende Sachen für mich zu machen.

    Hast du dir in diese Richtung schon Gedanken gemacht? Vlt. ein altes Hobby zu aktivieren, was dich nach stressigen Situationen wieder runterholen kann?

    Liebe Grüße
    Maria

  • Zitat von -Maria-

    Erst unüberlegte Höchstleistungen geben, um dann eine Entschuldigung für das Trinken zu haben :-?.


    Hallo -Maria-,

    das kenne ich auch aus meiner nassen Zeit und den vergeblichen Versuchen aufzuhören. Aber der Guss in diesen Satz ist genial.

    Schönen Tag noch

    H.

    Ich bin jetzt erwachsen - Trocken seit 18 Jahren (Mai 2005).

  • Hallo Maria, hallo alle,
    ich denke auch, das das es ein typisches Schema eines Alkoholikers ist, meines ebenfalls. Ich hatte gelesen, das der regelmaessige Konsum von Alkohol zu einer vermehrten Ausschuettung von Stresshormonen fuehrt und man dadurch automatisch immer unter Stress steht, kommt dann so eine Situation fuehlt man sich auch deswegen gleich ueberfordert. Es dauert ein Jahr, bis der Hormonspiegel des Koerpers sich wieder normalisiert hat! Deswegen hat auch der trockene Alkoholiker weiterhin mit diesem Problem zu tun.

    Ein altes Hobby habe ich im Prinzip gerade erst wieder begonnen, ich lege einen Garten an. Frueher jedoch war der Garten nicht nur ein Ruckzugsort fuer mich, sondern auch ein Ort, in dem ich getrunken hatte. Zum Glueck habe ich diese Schandtat hier noch nie begangen und dieser Ort ist alkoholfrei, was ein toller Ansatz ist! Es liegt mir wirklich daran, alles wachsen und bluehen zu sehen und mich darin auch wieder aufbluehen zu sehen!

    Ein anderes Hobby, das Gitarrespielen waere z. B. problematisch, weil ich dabei grundsaetzlich betrunken war! Ich wollte auch wieder Aerobic machen, aber leider habe ich ernste Rueckenprobleme, die das nicht erlauben, also besser Krankengymnastik. Ich koche uebrigens sehr gern, ich denke daran Kochkurse zu geben...

    Vielen Dank, das Ihr mit mir am Ball bleibt...

    Eure Flor

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