Beiträge von Maria

    Hallo Claro,

    so habe ich ja dann auch meine eigene Antwort gefunden, weil ich immer wieder an den Punkt kam... bist du es, oder vlt. doch nicht? Als ich von der Frage abwich ja...? oder vlt. doch nein...?, sondern mich fragte, wie oft willst du dich eigentlich noch fragen und zu keiner Antwort kommen?

    Warum habe ich mich nur so unendlich schwer damit getan?

    Was tut an dieser Erkenntnis so weh?

    Sind es die eigenen Vorstellungen darüber, wie ein Alkoholiker auszusehen hat, oder eher die Vorstellung, DAS kann mir doch nicht passieren?

    Ich weiß nun für mich, in dem Moment wo ich meine Abhängigkeit angenommen habe - tut mir nichts mehr weh. Es ist eine Klarheit in mein Leben getreten, die ich mir immer gewünscht habe. Die ich wie verzweifelt versucht habe mit Hilfe von Alkohol zu bekommen. DAS nenne ich eindeutig krank und war meine Antwort.
    Nun bin ich dabei zu gesunden - und das zählt.

    LG Mieken

    Zitat von HansHa

    Das wichtigste ist nicht mehr gegen die Sucht zu kämpfen, sondern sie zu akzeptieren und zu lernen mit ihr zu leben.

    Die wichtigste Erkenntnis überhaupt ist dies. Das sind für mich Aussagen von langjährigen trockenen Menschen, die ich nehme und mich immer wieder bekräftigen. Die sauge ich tief in mein Bewußtsein auf, um sie zu verinnerlichen.

    Erst seitdem ich nicht mehr kämpfe und den Alkohol losgelassen habe, ist der Platz frei, um ihn mit Erkenntnissen füllen zu können.

    Solange ich drüber nachgedacht habe, bin ich abhängig oder missbrauche ich nur - ich rumgeeiert habe - verstellte ich mir den Weg auf die einzige Antwort, die es gibt. Da war es mir überhaupt nicht möglich, diese Wahrheit zu sehen.

    Ich sah deutlich, daß was mit meinem Alkoholkonsum nicht stimmt. Doch jedes Mal, wenn ich genauer hinsehen wollte, nahm ich jede Regung von außen zum Anlaß wieder wegzugucken.

    In dem Moment wo ich mich einzig und allein auf die Tatsache und auf das Annehmen konzentriert habe, ohne wenn und aber, was andere darüber denken, wie anderen trinken oder welche Konsequenzen das überhaupt hat - war mein Blick frei.

    Es ist der Alkohol, der mein Leben schon immer bestimmt hat.

    Komischerweise habe ich niemals Angst vor irgendwelchen Konsequenzen, wenn ich mich alleine auf diese Tatsache konzentriere. Dann weiß ich genau was zu tun - nämlich mit dieser Erkenntnis zu leben lernen. Hieraus resultieren meine Schritte. Meine Energie darauf zu verwenden, mich vom Alkohol zu entfernen und weiter zu lösen, um mehr und mehr Platz in mir zu schaffen, für Dinge und Begegnungen, die wirklich wichtig sind und die der Alkohol mir verwehrt hat. Oder vielmehr, die ich dem Alkohol erlaubt habe, zu verwehren.

    Das fällt mir nicht jeden Tag gleich leicht - doch es ist so bunt geworden - mein Leben. Geprägt von Bewegung und Möglichkeiten. Das motviert mich weiter, weil ich mir erlaube, für mich selbst zu bestimmen.

    Denn da wo ich war - will ich nicht wieder hin.

    Überall ist Leben, dafür lohnt es sich, das Sehen zu lernen.

    Das musste mal raus - heut´ :-).

    Lg Mieken

    Hallo K3n,

    ich finde es klingt nicht hart, sondern so als wärst du auf dem Weg der Gesundung.

    Zitat


    Es klingt vielleicht hart, aber ich habe festgestellt, daß ich eher Konsequenzen ziehen würde, als wieder zu saufen.

    Lg Mieken

    Hallo Jürgen,

    herzlich willkommen zurück.

    Ich wünsche dir für deinen Klinikaufenthalt alles Gute. Wann geht es denn los?
    Ich denke mir, es wäre gut, dich während deiner LZT auf dich zu konzentrieren und drauf, was du dir dort erarbeiten kannst. Dein TB hier läuft dir nicht weg.

    Zitat

    ... dass die immer Schwierigkeiten haben, sich vorzustellen, dass ich Alkoholiker bin

    Das geht mir häufiger auch so. Doch es ist nicht wichtig, was sich andere vorstellen können, sondern daß wir selbst ehrlich zu uns sind und danach handeln.

    Lg Mieken

    Hallo Claro,

    du hast es in der Hand und bestimmst den Umgang mit der Situation.

    Mir hilft es in schwierigen Situationen mich zu besinnen, daß ich HEUTE trocken bleiben möchte. Und frage mich, was brauche ich heute und jetzt, um trocken zu bleiben.

    Nach sehr stressigen Tagen halte ich gezielt am Abend mit Entspannung dagegen oder power mich restlos mit einer Laufrunde im Wald aus. Alles ist erlaubt - außer Alkohol auch nur in Erwägung zu ziehen.

    Ich atme über Tag auch mehrmals ganz bewußt und hörbar ein und aus. Das nimmt mir Spannungen, wenn ich mich nicht anders ablenken kann.

    Zitat

    Dankbar bin ich, daß ich heute morgen trotz großer Anspannung ohne Kater aufgewacht bin...

    Genau. Das führe ich mir dann auch deutlich vor Augen. Meine bisherigen guten Verbindungen und Momente, die ich ohne erlebt habe. Das werden mit jeder anders gelösten Herausforderung mehr und mehr ;)

    Wünsche dir, dass du den Tag gut bewältigst,

    lg Mieken

    Hallo Weißbär,

    du bist schon 20 Jahre trocken? Das ich da neugierig bin... ist ja wohl klar ;)

    Kannst du rückblickend sagen, was es war, daß du verinnerlicht hast, Alkoholiker zu sein? Und wie hälst du dieses für dich präsent?

    Mieken

    Hallo Kaltblut,

    Zitat


    Da gab es dann auch nichts mehr schön zu reden...

    Also ging es dir ähnlich wie mir? Erst mit der Auseinandersetzung konntest du für dich erkennen.

    Hast du vorher deinen Konsum mal hinterfragt und evtl. als nicht "normal" eingestuft?

    Mieken

    Hallo Jacky,

    ich denke, die Reihenfolge ist vollkommen egal ;)

    Du schreibst:

    Zitat

    Ich habe schon sehr viele Krankheitstage gehabt, da konnte ich aufgrund des Alkohols ...nicht arbeiten gehen.

    Zitat

    Ich sehe das allerdings anders und viel kritischer.

    Zitat

    ...mir doch bitte mein Glas wieder voll zu machen. Ich finde es nur noch schlimm!

    Guck dahin ;)

    Lg Mieken

    Zitat

    Es ist wohl im Moment ein Experiment?.

    Oder eine Trinkpause, die ja so wirklich keine ist, wenn du keine Pause machst ;)

    Weisst du - ich will ehrlich sein, es ist unmöglich jemanden trocken zu reden oder jemanden von seiner Abhängigkeit zu überzeugen. Die Erkenntnis nicht kontrolliert trinken zu können, muß aus dir selbst kommen.

    Hier wirst du mit deiner Unentschlossenheit immer anecken, da wir von Sachen sprechen, die du vlt. oder sogar ganz bestimmt ganz anders siehst, weil du einen ganz anderen Hintergrund oder eine andere Motivation hast.

    Wie möchtest du herausfinden, welcher Stuhl der richtige für dich ist und wie können wir dir dabei behilflich sein?

    Mieken

    Hallo Lefty,

    das geht ja auch nicht von einem Tag auf den anderen.

    Ich kann dir von mir sagen, mit aufrichtiger Auseinandersetzung mit dir selbst, kommt das.

    Geduld hilft dabei. Auch wenn du das nicht wirklich lesen möchtest ;)

    Zitat

    Selbstredend sind die kindlichen Gefühle von damals noch da (auch professionelle "Hilfe" brachte mir diesbezüglich keine Änderung).

    Als du die professionelle Hilfe beansprucht hast, hast du da weiter getrunken?

    Hallo Lefty,

    herzlich willkommen im Forum.

    Zitat

    Alkoholismus ist eine Krankheit sagt unser Gesetz und das sagen auch viele Mitmenschen, jedoch meinen viele von denen innerlich was anderes...

    Wir entscheiden nicht, was in den Köpfen unserer Mitmenschen vorgeht und darauf kommt es auch nicht an.
    Wichtig ist, wie du selbst drüber denkst.

    Lg Mieken

    Hallo Rose,

    Zitat

    Es mag sein, dass ich mich in einer Grauzone befand bzw befinde, aber ich möchte keine schlimmen Momente abwarten, um mir denn Hilfe zu holen.

    Ich verstehe es so, daß du ein Leben ohne Alkohol anstrebst. Oder vermutest du nach einer gewissen Zeit hat sich das Problem gelöst?


    Mieken

    Hallo Jacky,

    Zitat

    Ich habe jetzt ernsthaft mit meinem Mann gesprochen und ihn um Hilfe gebeten.

    Das hast du gut gemacht. Ich kann mir vorstellen, daß es dir nicht leicht gefallen ist.

    Zitat

    Leider hatte ich jetzt gerade wieder die Situation, dass ich, als die Flasche auf war, doch wieder mitgetrunken habe.....

    Das verstehe ich nun gar nicht. Wenn du mit ihm gesprochen hast, daß es keinen Alk mehr geben soll bei euch. Wie kann das dann sein?

    Entschuldige bitte, aber wie soll dich denn jemand ernst nehmen mit deinem Problem, wenn du den Ernst der Lage selbst nicht erkennst?

    Zitat

    Darf ich mal fragen, wie dein Trinkverhalten war?

    Ich habe getrunken, um zu funktionieren. Habe ich auch wunderbar für alle anderen. Ich selbst bin innerlich schon lange bevor ich einen Zusammenhang zum Alkohol hergestellt hatte, gestorben. Wenn ich nun so zurück blicke, war ich eigentlich eine leere Hülle.


    Schau bei dir hin, was tut der Alkohol dir an.

    Ich habe mich in der ersten Zeit ausführlich über die Krankheit informiert. Es gibt gute Lektüre darüber, die mich hat erkennen lassen, daß ich abhängig bin, obwohl alle anderen der Meinung waren... Mieken doch nicht ;)

    Lg Mieken

    Hallo Rose,

    herzlich willkommen im Forum.

    Zitat


    Wie schaffe ich es Rückfälle zu vermeiden?

    Ich möchte dich mal direkt gegen fragen:
    Bist du denn schon trocken?

    Ich habe anfangs auch gedacht, trocken werden und trocken bleiben wären ein und das gleiche. Ich habe für mich festgestellt, daß es zwei vollkommen unterschiedliche Dinge sind.

    Lg Mieken

    Hallo S. Käferchen,

    das soll keine Kritik sein.

    Ich hoffe dadurch die LZT, die sich neu anmelden, zu ermutigen, eigene Threads zu eröffnen.

    Ich habe viele Stunden in den alten Thread´s verbracht ;) und konnte und kann viel mitnehmen.

    Lg Mieken

    Hallo Karsten,

    Zitat

    Oft habe ich geschrieben, wer Fragen stellt, muß mit den Antworten leben können.

    Und ich vermute, daß dieses etwas ist, was uns Neue einfach sehr schwer fällt und uns äußerst schmerzhaft an unsere Grenzen stossen lässt. Im gleichzeitigen Zuge des Weglassen des Suchtmittels, überfordert mich es schon ab und zu.

    Aus der Sicht eines LZT kann ich das nachvollziehen, daß Erfahrungen nur so nahe gebracht werden können, ohne Wenn und aber. Das will ich auch gar nicht in Frage stellen oder gar zielt meine Frage darauf ab.

    Zitat

    Bei mir hat es noch ca. 12 Jahre gedauert trocken zu werden, nachdem mir bewusst wurde, dass ich ein Alkoholproblem habe.
    Vor 4 Jahren habe ich mich entschieden mein Leben wie es war aufzugeben. Wahrscheinlich wäre ich sonst schon unter der Erde. Seitdem bin ich trocken. Ich habe eine Entgiftung und eine Therapie gemacht, was ich jedem nur raten kann, der trocken werden will.
    Ich musste nicht "nur" trocken werden. Dazu gehört auch die Änderung des gesamten Lebens. Meine drei Grundpfeiler sind trockene Wohnung, Beziehung und Freunde. Da gehe ich keine Kompromisse ein. Dieses zieht natürlich auch weitere Änderungen im Leben nach sich, die ich Schritt für Schritt verwirklicht habe und noch verwirkliche.
    Für mich war dies der einzige Weg, da sämtliche anderen Versuche mich selber trocken zu legen, kläglich gescheitert sind. Geholfen haben mir erfahrene Leute in der Therapie und in den Selbsthilfegruppen.

    So eine Aussage zeigt mir jedoch, daß um wirklich trocken zu werden und zu bleiben eine Entwicklung vollzogen wurde.

    Oder auch dies:

    Zitat

    Es war nicht mal dramatisch, kein Absturz und nichts, mir ging es am nächsten Tag gut und ich hatte keinerlei Verlangen weiter oder wieder zu trinken. Das Gefährliche stellte sich erst viel später ein und hierin liegt/lag die Gefahr. Da es mir ja scheinbar gar nichts ausmachte dachte ich mir so ca. ein halbes(?) Jahr später, man könnte ja eigentlich mal einen nehmen. Und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Der *Rückfall* dauerte so SECHS Jahre lang, in denen ich mich so langsam dem Punkt näherte, an dem ich 24 Jahre davor schon mal war. Dieses wurde mir plötzlich bewusst und mein *richtiges* Gedächtnis meldete sich und sagte mir, dass ich jetzt bremsen muss, Vollbremsung sozusagen, bevor ich ganz abschmiere.

    Mir geht es oftmals so, daß ich mir klein und unwissend vorkomme und dann richtig mit den Antworten umzugehen - ist nicht immer leicht. Wenn ich allerdings sehe und erlese, daß auch bei den LZT eine Entwicklung stattfinden musste, um zu dem gewünschten Resultat zu kommen, fühle ich mich nicht mehr so hilflos. So kann ich Gefahren eher erkennen.

    Meine Gedanken am frühen Morgen,

    Mieken

    Hallo,

    ich frage mich schon seit längerem, warum im Forum fast ausschließlich nur von denjenigen eigene Thread eröffnen werden, die ganz neu auf dem Weg sind.

    Von denen (alte Hasen), die gemachte + gelebte Erfahrungen weitergeben könnten werden eher selten eigene Themen eröffnet.

    Warum ist das so?

    Ich für meinen Teil, weiß gar nicht so genau, wer sich hinter den Langzeittrockenen versteckt und finde es sehr schade, von diesen gelebten Erfahrungen so wenig zu lesen. Ich denke doch, daß wir Neuen von diesen Erfahrungen profitieren könnten und so die Hemmschwelle abgebaut werden könnte, direkte Fragen stellen zu können.

    Es melden sich immer wieder sehr lange zufrieden trockene Menschen an, wo seid ihr und warum sagt ihr sowenig...? Hm...

    Lg Mieken