Beiträge von Maria

    Hallo Karsten,

    nur kurz, denn ich bin nur auf'm Sprung hier...

    Zitat

    Ich denke, unsere Onlineselbsthilfegruppe ist da noch nicht soweit.

    Ich denke, eine Online-Selbsthilfegruppe, wo täglich neue User dazu kommen (können), wird auch nie "soweit" sein.

    Das sehe ich jedoch nicht als einen Nachteil an. Ganz im Gegenteil.

    Liebe Grüße
    Maria

    Danke Yvonne, danke Karsten.

    Zitat

    Ganz ohne an jemanden bestimmten zu denken gibt es viele, die wir schützen und denen wir helfen können/dürfen.

    Ja - das sehe ich auch so. Aber wie ist es im Bezug auf diesen Ort - diese Selbsthilfegruppe und dem Weg aus der Sucht?

    Ich kann mich selbst erinnern, genauso reagiert zu haben und einen User oder vielleicht auch mehrere ziemlich angefahren zu haben, weil ich, das was sie schrieben, für diejenigen, die noch sehr wackelig sind, als gefährlich empfand. Heute versuche ich mich weitgehend zurückzuhalten, weil es in meiner eigenen Geschichte liegt, dass mich da ordentlich was anpiekt (gelingt mir auch nicht immer, dafür bin ich Mensch ;-)). Und ob das richtig oder falsch ist, sei mal dahin gestellt.

    Wenn ich jedoch solche Einträge lese, stellen sich mir unweigerlich die Nackenhaare auf. Ich kann da gar nicht viel gegen machen und frag' mich schon jedes Mal, wenn ich nicht schreibe, ob es nicht auch in meiner Verantwortung als Teil dieser Gruppe läge, was dazu zu schreiben und ganz ehrlich, fühle ich mich dann schon irgendwie in meinem Denken nach Schutz und Aufklärung bestätigt, wenn ein anderer es tut.

    Ich erwähne es nicht zum ersten Male, ich habe hier viele Monate lang gelesen, um Antworten auf meine Frage zu erhalten, ob ich nun abhängig bin oder es sich bei mir "nur" um ein Problem handelt. Und war weiter nass. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mich hier auszutauschen, wenn ich noch nicht dazu bereit gewesen wäre. Aber da scheint auch wieder jeder anders.

    Beiträge, die aussag(t)en, na ja - muss "man" selbst wissen, haben nicht dazu geführt, dass ich handlungsfähig werden konnte.

    Es waren die, die keine Unterschiede gemacht haben, keinen Platz für Toleranzbereiche gelassenen und wo die Aussage klar die war, Sucht ist Sucht. Ich war doch total vernebelt und brauchte klare Ansagen.

    Zitat

    Eigenverantwortung kann eben am Anfang nicht greifen

    Karsten, ja so habe ich das auch erlebt und lese das auch sehr häufig in den Erfahrungsberichten.

    Lieben Gruß
    Maria

    Hallo Hartmut,

    schon okay.


    Hallo Jürgen,

    mag sein, dass ich den Titel nicht so passend gewählt habe.

    Ganz ehrlich wusste ich nicht, welcher Titel am ehesten passt und daher habe ich deinen Vorschlag in dem Post an mich aufgenommen. Mir ist, als wäre es das, was dir wirklich unter den Fingern brennt und die Frage es ist, die dich am meisten selbst umtreibt - kann mich aber auch täuschen.

    Ich weiß nicht, ob dieser Faden jetzt überhaupt noch Sinn macht, weil mein Eindruck nun der ist, dass du eher nicht auf Fragen an dich antwortest? Vielleicht brauchst du aber auch wirklich nur etwas Zeit und schreibst am Montag noch was dazu.

    Wie dem auch sei, bis dahin - schönes Wochenende,
    Maria

    Zitat von juergenbausf

    Moin Maria,



    um denen zu helfen, die es (angeblich) zu schützen gilt.

    "Neulinge", die sich die gleichen Fragen wie Manni stellen bzw. in der gleichen Situation sind.
    "Neulinge", die Ihre Verzweiflung und Ihren Frust anders oder gar nicht äußern.
    Ich hatte keine Partnerin oder Saufkumpels (mehr), die ich "hätte vom Hof jagen müssen", wenn sie mein Leben nicht "nach meinen Spielregeln" weiterspielen.

    Gruß Jürgen


    Hallo Jürgen,

    ich mache da mal ein eigenes Thema raus, denn es scheint ja ein Thema für dich zu sein.

    Für mich war es nicht so, dass ich meinen Partner vom Hof gejagt habe. Wir kamen in die Situation, entscheiden zu müssen. Das zu erkennen war ein schmerzhafter Prozess. Und deine Formulierung ist der Grund, warum ich darüber zurück haltend schreibe. Einen zusätzlichen Hieb brauche ich dazu nämlich wirklich nicht.

    Zitat von juergenbausf

    um denen zu helfen, die es (angeblich) zu schützen gilt.

    Das ist nicht von mir gekommen. Da vermischt du was.

    Wenn du jedoch ehrliches Interesse daran hast, wie es bei mir war, dann frage nach und ich antworte dir.

    Dir "stößt" hier einiges auf. Da zeigst du hin und bist zur Stelle.
    Von deiner eigenen Trockenheitsarbeit lese ich jedoch nichts. Außer dass du mit Kritik um dich wirfst und dich offenbar vor die stellst, die es zu schützen gilt. Irgendwie das gleiche? Nur anders, oder?

    Was drückt dich, Jürgen? Wo sind deine Fragen, die es scheinbar zu klären gilt?
    Worum geht's dir hier wirklich?

    Maria

    Hallo Andreas,

    Zitat

    Wenn ich während eines katholischen Gottesdienstes aufstehe und rufe: "Unbefleckte Empfängnis ? Ihr habt doch ne Meise", dann kann man über den Inhalt der Aussage durchaus diskutieren. Aber man braucht sich natürlich auch nicht wundern, wenn es dann zu Unmutsäußerungen kommt...auf den Gegenwind muß man dann auch gefasst sein und ihn aushalten.

    Ja und ich denke, es muss sich dann nicht gewundert oder echauffiert werden, wenn derjenige, der Tür verwiesen wird.

    Denn du hast ja Recht, zu solchen Verläufen wird es immer wieder kommen und es wurde auch erschöpfend diskutiert.

    Ich begrüße es, dass an Stellen dieser Art nun abgebrochen wird, weil das führt zu nichts.

    Lieben Gruß
    Maria

    Hallo Jürgen,

    ich hätte auch drüber schreiben können, wie es ist, solche Erfahrungen zu machen oder machen zu müssen.

    Aber ganz ehrlich gefragt, warum sollte ich das tun? In diesem speziellen Faden ging es nie darum, sich ein Leben ohne Alkohol aufzubauen. Sondern sich eine selbst gezimmerte Fassade aufrecht zu erhalten. Zumindest ist es das, was ich daraus gelesen habe.

    Da bin ich oder jeder der es wie ich anders angeht, vollkommen fehl am Platz und textet mit den Erfahrungen gegen eine Wand.
    Ich habe zuletzt ganz häufig gelesen, dass "wir" niemanden überzeugen können. Ja - und schon gar nicht, wenn es der- oder diejenige nicht will.

    Wenn das Quentchen fehlt, sich darüber auch Gedanken zu machen, ob an der anderen Einstellung was dran sein könnte, dann ist solange sinnlos, bis die Bereitschaft da ist.

    Lieben Gruß
    Maria

    Hallo Eniba,

    Zitat

    Beim lesen kamen mir die Tränen.

    Dann laß` sie ruhig fließen. Ich fand das sehr befreiend, als ich es endlich konnte. Bei geht immer auch 'ne Menge Druck - wenn ich weinen kann.

    Zitat

    In was für einem desolaten Zustand bin ich nur !!!

    Nun ja... du bist seit Jahren ohne Alkohol... und "darfst" dich jetzt so aushalten. Das ist doch eine ganz neue Situation. Versuche nett zu dir zu sein und dir so manche Laune zu verzeihen. Und außerdem finde ich es gut, dass du hier Hilfe und Resonanz einforderst, und nicht alleine vor dich hindümpelst in der Hoffnung, dass es von alleine besser wird.

    Ich schließe mit vollkommen Katha an. Sieh zu, dass du die Pullen entsorgst, am besten jedoch mit oder durch die Hilfe anderer.

    Wünsche dir heute Abend eine gute Gruppe.

    Lieben Gruß
    Maria

    Hallo Enya,

    Zitat

    Ihr merkt schon, ich habe da viele verschiedene Gedankengänge, die ich versuche zusammen zu fügen.
    Ich merke, das das für mich wichtig ist, um mir selbst die Zeit zu verzeihen, die ich nicht nutzen konnte.

    An Fragen wie diesen z. B. habe ich es auch gemerkt, dass ich es ernst mein' ;-).

    Für mich gehörte die Auseinandersetzung aller Gefühle und das kritische Hinterfragen meiner selbst auch vollkommen dazu. Schamgefühle, mir verzeihen, dass ich nicht früher handlungsfähig werden konnte usw.

    Ich finde es richtungsweisend, dass du jetzt es tust.

    Die Zeit, die hinter uns liegt, können wir ja nicht ändern. Aber aus ihr lernen und es für die Zukunft anders zu machen.

    Mir hat mal jemand geschrieben, auf meine Frage, ab wann man denn selbst akzeptieren kann, Alkoholiker zu sein. Es reiche nicht, es zu wissen.... Es ist ein bisschen mehr und ein bisschen anders.

    So empfinde ich auch.

    Liebe Gruße
    Maria

    Hallo Eniba,

    mir ging es anfangs ähnlich wie dir. Ich musste auch unglaublich die Zähne zusammen beißen. In den anderen Threads las ich von der Anfangseuphorie, die mich gänzlich verschonte und an mir vorbei zog :shock:.

    Wie bin ich durch die Zeit gekommen? Tag für Tag und manchmal Stunde für Stunde. Bin sehr viel spazieren und dabei habe ich geflucht und geschimpft was das Zeug hielt. Oder ich bin um 20.00 Uhr ins Bett und geheult. Fliesen geschrubbt habe ich auch... alles Dinge gemacht, die mich vom Saufen abhielten.

    Es wurde nach und nach besser. Aber nicht von einem Tag auf dem anderen. (würde dir gerne was anderes schreiben, was dich aufmuntert... aber anlügen will ich dich nicht ;-)) Der innere Druck musste raus, nur mit anderen Mitteln. So seh' ich es heute.

    Knick' nicht ein. Versuche dir kleine Inseln zu schaffen, an denen du durchatmen kannst und dann weiter.

    Du schaffst das !

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Enya,

    bei mir war es so, dass ich immer schon "wusste" dass ich mit Alkohol "eigentlich" nicht umgehen konnte. Ich hatte im Laufe meiner Trinkerei stets Phasen, in denen ich mehr getrunken hatte und mit viel Zusammenreißen dann auch wieder weniger. Nach außen hin habe ich noch funktioniert, also ich habe noch mehr oder weniger alles geregelt bekommen. Somit war der Druck von außen, für mich irgendwas zu ändern, noch nicht da. Ich "durfte" alleine drauf kommen.

    Ich unternahm etliche Trinkpausen, und sie waren schon mit dem festen "Wollen" verbunden, nicht mehr zu trinken. Jedoch wollen alleine reichte eben nicht, außer für ein paar Tage. Und die Erkenntnis, alkoholkrank zu sein und daraus die notwendigen Schritte zu erkennen, das erreichte mich irgendwie nicht. Ich schrieb an anderer Stelle, dass es mir durch monatelanges lesen hier und informieren über die Alkoholsucht in Fachbüchern nach und nach klar wurde.

    Irgendwann hat es dann "klick" gemacht und ich konnte meine Abhängigkeit anerkennen, das war dann eher unspektakulär. Ich kann mich auch noch daran erinnern, dass ich mir die Frage ähnlich gestellt habe. Und auch ob mein Tiefpunkt damals auch wirklich mein Tiefpunkt ist/war und auf Dauer tief genug; weil tiefer geht ja immer.

    Dass dieser "Versuch" ernsthafter Natur ist merke ich vor allem daran, dass ich ihn mit einer ganz anderen Konsequenz und Weitblick angehe, als alle anderen zuvor. Ich habe auch kein typische Glas mehr, aus dem Alkohol getrunken wird, oder Flaschenöffner... alles typische Alkoholequipment habe ich entsorgt oder verschenkt. Ich habe geschaut, welche Türen ich schließen muss, damit sie mich nicht überraschen. Die wichtigsten Menschen um mich herum, habe ich informiert. Sie unterstützen mich. Das war anfangs ein wenig schwierig, aber nachdem sie gemerkt haben, wie wichtig es mir ist und ich wenig Kompromisse mache, ist das keine Frage mehr.

    Kurz gesagt... ich merke es daran, dass ich tue und anwende.
    So isses bei mir.

    Lieben Gruß
    Maria

    Hallo Eniba,

    herzlich willkommen im Forum und danke für deine Vorstellung.

    Das liest sich ja schon gut

    Zitat

    Diesmal mit Unterstützung ;
    Mein Antrag auf eine LZT läuft, Sozial- und Arztbericht sind zum Kostenträger unterwegs und ich stehe bei einer Klinik auf der Wartliste.

    Schreib doch genauer, was dein Suchtteufel macht oder wie es sich äußert.

    Wünsche dir einen guten Austausch,
    lg Maria

    Hallo,

    Zitat

    Klar, die Menschen, die sich hier anmelden, kommen ins Klinken wegen ihres eigenen Alkoholkonsums. Sie lesen hier z.T. haarsträubende Geschichten, drehen sich um und glauben: „Na ja, soooo schlimm isses bei mir ja nun wirklich nicht. Ich muss nur mit dem Blödsinn wieder aufhören!“

    Bei mir war das anders. Na gut... anfangs als ich mich langsam als die Tatsache herangetastet habe, dass mein Reinschütten mehr als ein "Problem" ist, habe ich auch gedacht oder vielmehr gehofft... ich muss mich eben nur mal ganz kräftig zusammenreißen, dann kann ich schon aufhören.

    Das ging nicht auf auch nicht mit feste zusammenreißen und so habe ich immer wieder die Geschichten gelesen und Fäden hier im Offenen verfolgt. Das ging über ein Jahr so. Mal hatte ich eine "trockene" Phase, dann war ich wieder voll drauf. Bei mir hat es dadurch *klick* gemacht, dass eben nicht nur haarsträubende Geschichten zu lesen waren, sondern Alkoholiker, die von außen betrachtet, sogar noch nicht so tief unten waren, wie ich. Und zudem konnte ich auch echte Entwicklungen lesen, das hat mich seinerzeit erreicht und mir den Mut gemacht, meine Abhängigkeit anerkennen zu können und handlungsfähig zu werden.

    Lieben Gruß
    Maria

    Hallo Katha,

    danke für dein Feedback.

    Du hast mir im Verlauf dieses Thread's auch was ganz wichtiges geschrieben, was mich selbst erinnert hat.

    Zitat

    Es liegt in der Natur der Sache, dass sie ständig erwähnt werden, da länger Abstinente sie sich ab und zu wieder heranziehen müssen – Alkoholismus erledigt sich ja nicht irgendwann von selbst – und jede/r Frischtrockene immer wieder aufs Neue damit vertraut gemacht wird. Selbsthilfe halt, geben und nehmen.

    Übrigens - ein persönliches noch... es ist schön, dass du wieder zu lesen bist :-).

    Meine Frage hier hat sich damit erledigt. Von mir aus kann der Thread dann geschlossen werden.

    LG Maria

    Glück auf Matthias,

    Danke. Ja auch da erkenne ich mich wieder.

    Zitat von Karsten

    Ich bin nicht so, dass ich jede Situation abschätzen möchte, kann sie mir gefährlich werden oder nicht, sondern meine Herangehensweise war es immer, mir eine innerliche Nüchternheit aufzubauen, die mich so schützt, dass es zu so wenig wie möglichen gefährlichen Situationen kommen kann.

    Dies ist für mich auch ein sehr zentraler Satz, wo ich mich auch voll wiederfinde, Karsten. Danke. Genau das war und ist mir auch immens wichtig.

    Ich kann meine Aussage/Frage "ohne zu wollen rückfällig?" nicht trennen von meiner Trockenheitsarbeit. Dieser Erkenntnis liegt schon eine Menge eigener Arbeit voraus. Doch und ja heute bin ich der Überzeugung, wenn ich wieder zum Glas greife, habe ich das so entschieden. Ich werde nicht entschieden. Ich bin nicht unbewusst trocken.

    Damit will ich nicht aussagen, dass mich nicht ein Rückfall ereilen kann oder ich "geheilt" bin oder "es" geschafft habe. Ich das Suchtgedächtnis außer Acht lasse, usw. usf.

    Vielen Dank nochmal für's Sortieren helfen.

    Lieben Gruß
    Maria


    P.S.
    Eins in persönlicher Sache:
    Ich bin nicht "wir" und ich bin nicht "man" ;-). Alles was ich hier geschrieben habe und noch schreiben werde; und womit ich mich - Dank eurer Mithilfe - auseinander setzen durfte und noch darf, welche eigenen Erkenntnisse ich noch sammeln werde, muss für niemanden anderen gelten. Für mich gilt es jedoch so.

    Hallo,

    mir ist was klar geworden oder hat was gerade gerückt - so innerlich. So fühlt es sich zumindest an. Das kann ich grad nicht benennen, weil ich immer ein bisschen brauche, um wirken zu lassen.

    Daher: ich bin selten sprachlos ;) - aber aktuell beschränke ich mich auf ein dickes DANKE für die Beteiligung, Erfahrungen und Antworten.

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Karl,

    Zitat

    Was für einen Rückfall sprichst Du denn an? Einen Bewussten oder einen Unbewussten?

    Es geht mir um die Frage, ob ein Rückfall die vorherige Entscheidung wieder zu trinken beinhaltet.

    Zitat

    A/Februar von sieben Jahren vertraute ich auf einer Abschlussfeier nach stundenlanger Gegenwehr den unterstützenden Aussagen von "besten" Freunden (die wussten das eben nicht besser), dass ich kein Alkoholiker sei und solle mir das beweisen indem ich trinke und dann feststellen würde, dass nichts passiert. Ich habe den Freunden also irgendwann bewusst vertraut. Ich war der Auslöser > fehlleiten lassen, Umfeld nicht geändert, abgestürzt, ja, ich war bewusst schuld, das hätte ich vermeiden können. Glaube, Hoffnung, Fehldeutung, Vertrauen, abgeben an andere, kann zu einem Rückfall führen.

    Wie bewertest du das selbst heute? Hast du entschieden? Oder wurdest du entschieden?

    Ich möchte nochmal hinweisen, es geht mir nicht um die Frage, ob ein Rückfall nicht passieren kann! Oder wie dann damit umgegangen wird.

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Sunshine und Linde, Pellebär, (Matthias :-)... nicht Martin, sry),

    Zitat

    Ich würde eher sagen, dann "dürften" auch nur Betroffene schreiben, die selbst einen Rückfall hatten. Oder ist das so gemeint?

    Nee. So ist das nicht gemeint, aber diejenigen sind besonders herzlich willkommen, denn die Erfahrungen sind wertvoll, weil es schließlich gelebte und echte Erfahrungen sind. Weshalb eine Beschränkung in diesem Thread habe ich ja zwischenzeitlich geschrieben. Seht es mir bitte nach, aber ich möchte persönliche Klärung in dieser einen Frage erhalten. Für die anderen frage ich dann bei Bedarf jeweils nach.

    In vielem was du beschreibst, Sunshine erkenne ich mich wieder. Die Ängste am Anfang, die Zeit der Entwicklung - bis hin zu heute eben :-).Trockenheit ist für mich ein Prozess und da muss ich auch meinem persönlichem Rhythmus folgen. Verbissene Trockenheit hat was von Faust in der Tasche. Niemand wird morgens aufwachen und trocken sein. Und es sollte niemand an die Wand genagelt werden und mit Vorwürfen bombardiert werden, wenn er/sie rückfällig geworden ist. Seh' ich genauso. Aber es sollte auch nichts verharmlost werden, damit es als seichte Erklärung für einen Rückfall dient. Damit wäre mir persönlich überhaupt nicht geholfen.

    Ich stütze von Anfang an meine Schritte auf die Grundbausteine und die Risikominimierung, Katha. Da kann ich nicht aus meiner Haut. Diese "Anleitung" als möglicher Weg aus meinem Dilemma hat mich schließlich überzeugt. Ich kann sehr gut verstehen, wenn das an jeder Ecke steht und immer wieder Anlass gibt, dass es im Forum hochkocht, auch mal nervt. Denn es lädt (oder zwingt) ja auch immer dazu ein, sich selbst zu überprüfen oder so stehen zu lassen.

    Trinkpausen hatte ich etliche, bereits beginnend im Alter von 16. In 2008 konnte ich meine Trinkerei dann als Sucht erkennen und ab August 2008 dann trocken. Alles was vorher war, waren für mich somit keine Rückfälle, sondern nasse Kreisläufe.

    Du schreibst, dass du mehrere Rückfälle hast. Wie siehst du denn deine Rückfälle selbst in der Rückbetrachtung. Haben sie dich überfallen? Oder erkennst du rückblickend Zeichen, wo du selbst hast schleifen lassen? Dinge, die du heute anders angehst ?

    Lieben Gruß
    Maria

    Vielen Dank Martin, Karsten und Katha.

    Nur jetzt kurz zwischen, weil ich arbeiten bin und nicht ausführlich schreiben kann.

    Katha, mir ist eine sachliche Auseinandersetzung mit diesem Thema sehr wichtig und aus diesem Grunde habe ich den Thread an Susanne geschlossen. Da ich nach einer Nacht schlafen gemerkt habe, dass ich da nicht sachlich geblieben bin. Und mir ein weiterer Verlauf in so einem Thread eh nix bringen würde.

    Die Einschränkung, die ich vorgeben habe, mag befremdlich sein. Aber ich möchte mich überprüfen und mich hinterfragen und nicht noch zusätzlich mit Unterstellungen, die mit mir nix zu tun haben, auseinander setzen müssen.

    DANKE und bis später,
    Maria

    Danke schön Hartmut, danke schön Sunshine.

    Ich möchte ausdrücklich drauf hinweisen, dass ich nicht der Meinung oder der Auffassung bin, dass eine dauerhafte Trockenheit alleine über den Willen zu steuern ist.

    Aber ohne meine Überzeugung und daraus resultierenden Handlungen bin ich nicht trocken.

    Zitat

    Ich finde es manchmal auch unglaublich arrogant und überheblich, sich soooo sicher zu sein, keinen Rückfall zu erleben.
    Wer sich da so sicher ist, der hat für mich einfach noch nicht das wirkliche Ausmaß unserer Krankheit erkannt.

    Die Frage stelle ich mir ja auch ab und an und darum geht es mir, liebe Sunshine ;-), ist es Überheblichkeit zu glauben, wenn ich einer Risikominimierung folge und alles in meiner Macht stehende dafür tue, trocken zu bleiben, ich nicht die Sicherheit haben darf, ohne Rückfall trocken bleiben zu können?

    Muss ich immer mit der Angst im Gepäck rumlaufen, dass mich ein Rückfall von hinten überfällt und ich quasi die letzte bin, die es merkt?

    LG Maria