Beiträge von Maria

    Hallo,

    Zitat

    Was meint Ihr, kann ich auf die Erfahrung von Langzeittrockenen vertrauen und aufbauen, oder macht es auf Euch den Eindruck, daß Diese die Weisheit mit Schaumlöffeln gefressen haben?

    Für mich sind die Erfahrungen doch das Fundament oder der Wegweiser wo ich lang muß, wenn ich trocken werden und auch bleiben möchte.

    Ich habe mich hier angemeldet, weil ich vollkommen ratlos und orientierungslos in meiner Sucht unterwegs war. Habe es zwar nur durch Lesen versucht, zu erkennen wie ich raus komme, doch habe dann für mich erkannt, daß ich mich nicht leise aus meiner Sucht schleichen kann, sondern hierzu ein aktiver Austausch erforderlich ist.

    Um zu erlernen, was mit manchen Erfahrungen oder mit "Schlagwörter / Weisheiten" überhaupt gemeint ist.

    Ich habe es noch nicht empfunden, daß hier was vermittelt wird, wovon die LZT nicht was verstünden. Ich fühle mich auch nicht zu was gedrängt, was ich nicht möchte. Sicherlich fällt mir manchmal die Umsetzung nicht leicht. Doch grad das Behaaren und das immer wieder Hervorheben der Notwendigkeit, zeigt mir jedenfalls immer den Weg auf.

    Wir sind hier nicht im Kindergarten, es geht um unser Leben. Ich denke, das wird manchmal im Eifer des Gefechts vergessen.

    Meine Gedanken hierzu,

    Mieken

    Hallo Espoir,

    wie geht es dir nun mit dem Frühlingserwachen?

    Ich hatte gestern Gelegenheit mit meinem Mann zu sprechen, das war mit so eine Sache, die mir mit dem Frühlingserwachen mit im Magen lag. Ich bin seit 7 Monaten nun trocken, für ihn war ich nie auffällig nass. Somit gab es bei uns immer wieder ein Anranzen, was das alkoholische Umfeld anging.
    Er hat mir zwar geholfen, die Wohnung komplett trockenzulegen am Anfang meiner Abstinenz, aber so richtig verstehen warum und wieso auf einmal konnte er nicht.

    Wir hatten einiges an gemeinsamen Ritualen, an denen wir gemeinsam Alkohol konsumiert haben, dazu gehörte auch immer nach getaner Gartenarbeit eine Art "Abschluß". (Für mich folgte daraus meist ein Abschuß, da war er aber schon im Bett).

    Gestern nun fing er von selbst an, wie denn nun meine Einstellung zu seinem Konsum im Garten sei. Ich konnte ihm erklären, was es mit mir machen würde - ohne Vorwürfe gegen ihn. Hierzu brauchte ich eine Zeit, um mich frei zu machen und diese Frage von ihn nicht als Angriff zu sehen, sondern die Frage schlicht und einfach zu beantworten.
    Mir fällt es schwer zu erklären, ich spüre dann deutlich nebenbei so eine kleine Stimme, die mir einflüstern will "du übertreibst". Das verunsichert mich und brauche dann wieder ein bisschen, um mich herzustellen. Vlt. rührt das daher, daß ich an manchen Tagen relativ "normal" konsumieren konnte, während andere Tage komplett ausuferten. Keine Ahnung... ist in dem Zusammenhang ja auch nicht so wichtig.

    Ich kann nun befreiter in die Draußensaison starten. Habe mir vorgenommen sehr achtsam zu schauen, was in bestimmten Situationen in mir geschieht.

    Am Wochenende schon gab es für unsere komplette Familie ein Familieneis aus der Eisdiele. Das was super lecker und eine gute Verbindung für alle. Es geht immer weiter. Ich denke, immer ein bisschen die Augen aufhalten und wenn es so herein bricht, wieder in 24-Stunden-Abschnitten denken. Das hilft mir ;)

    Liebe Grüße

    Mieken

    Hallo Angstlos,

    ich war auch ziemlich müde anfangs. Ich hatte Glück, mein wohltuender Schlaf hat sich sehr schnell eingestellt. Doch mittags musste ich mir auch häufiger ein Schläfchen gönnen und insgesamt mehr runterfahren.

    Bei mir wurde es besser, als ich meine Ernährung anpassen konnte. Ging anfangs auch nicht so gut, hab mich sehr ungesund ernährt, obwohl das eigentlich nicht meine Art ist.

    Bin dann angefangen möglichst viel Obst und Gemüse zu essen und nach und nach kam die Kraft zurück. Bin auch viel an die frische Luft... konnte ja später dann beruhigt auf´s Sofa.

    Das klare Gefühl im Kopf wird von Tag zu Tag mehr. Mir half oft das zu tun, was mir einfach gut tut.

    Das wird angstlos, nur schön weitermachen. Der Körper fordert nun seine Regeneration nach der langen Zeit auf der Überholspur.

    Liebe Grüße

    Mieken

    Hallo Legolas,

    hm... ehrliche Antwort auf dein Post.

    Da schreit aus jeder Zeile pures Selbstmitleid. Und dieses wächst besonders gern weiter mit jedem einzelnen Schluck Alk, den du trinkst.

    Ich finde es sehr schade, dass du dein Leben wegwerfen möchtest, denn es hat so viel zu bieten.

    Aber was ich finde oder denke, darauf kommt es nicht an.

    DU musst nicht mehr trinken wollen. Für DICH.

    Mieken

    Hallo angstlos,

    ich habe anfangs auch immer in 24 Stunden gedacht, manchmal sogar auch nur im Stunden-Takt. Wenn ich es gar nicht haben konnte, hab ich mich auch schonmal um 21.00 h schon ins Bett verkrochen - halt alles besser als zur Flasche zur greifen.

    Konzentrationsschwächen hatte ich so große nicht, allerdings sind mir häufiger die Namen von den Personen mit denen ich mit unterhalten wollte nicht mehr eingefallen. Das ist nun besser geworden.

    Irgendwo hab ich mal gelesen, dass es sich mit der Zeit geben soll und die Konzentration wieder eine bessere wird. Vlt. kommt ja noch jemand hier vorbei, der sich damit auskennt :wink:.

    Ich hoffe, dir schmeckt dein Tee und du kannst den Abend ruhiger angehen.

    Trockene 24 h wünscht,
    Mieken

    Hallo nochmal,

    so ging es mir anfangs auch, daß ich mit niemanden drüber reden konnte. Ich verstehe dich, daß du dich deswegen einsam fühlst.

    Und hier gibt es ´ne Menge Leute mehr, die verstehen wovon du schreibst.

    Leider ist das einzige was ich dir dazu sagen kann, hab Geduld. Du kannst stolz auf dich sein, daß du jetzt aktiv wirst. Leider lösen sich dadurch nicht alle Probleme in Luft auf, wäre ja auch ein schöner Nebeneffekt (wie beim Putzen der Wohnung wo man unmittelbar das Resultat sieht). Das Resultat sieht man, aber leider nicht ganz so unmittelbar.

    Bei mir war´s so, daß mir auch nicht "geglaubt" wurde. Das macht die Sache nicht leichter, aber nochmals halte durch und nach und nach wird es besser gehen. Das was zählt ist, daß du weisst, daß es so nicht weiter gehen kann.

    Ich hätte von mir selbst vor ein paar Monaten auch nicht gedacht, daß ich an Geduld und Langsamkeit glaube, doch heute tue ich es.

    LG

    Hallo angstlos,

    herzlich willkommen im Forum.

    Viel trinken rate ich dir auch. Mir hat in der Anfangszeit die sportliche Betätigung oder einfach nur spazieren gehen sehr geholfen.

    Diese fiesen Stimmungsschwankungen vergehen mit der Zeit, aber leider nicht von heute auf morgen.

    Das braucht ein bisschen. Ich kann dir sagen, halte durch, der Anfang ist nicht leicht, aber es wird besser und es lohnt sich !!!

    Wenn du grad unter Suchtdruck leidest, wäre es nicht so gut, wenn du zuviel in Büchern liest. Versuche herauszufinden, was dir jetzt grad gut tut und dir Druck nehmen könnte. Bei mir waren es die Badezimmerfliesen, die dran glauben mussten. Sie wurden blitzeblank geschrubbt :wink:

    14 Tage und Besuch bei der Suchtberatung ist schon ein guter Anfang, und nun langsam weiter :wink:

    LG Mieken

    Hallo Zeppeline,

    die Sortiererei kenn ich auch gut.

    So wie du schreibst, kommt nun die Sucht deines Vaters mehr in den Vordergrund. Bei mir ist es ebenso. Bin nun fast 7 Monate abstinent lebend und so langsam, drängen die andere Dinge nach oben. Mein Vater war auch Alkoholiker - er starb vor 25 Jahren an den Folgen seiner Sucht. Meine Mutter (weiß ich aber erst heute durch das Forum) Co-Abhängig.

    Ich halte es so, daß ich - je nachdem wie es mein eigener Zustand bzw. eigene Gefühlslage es erlaubt - bei den Eka´s lese. So finde ich mehr und mehr Erklärungen und auch Bezugspunkte zu mir selbst.

    Dranbleiben ist wichtig, Zeppeline. Das seh´ ich auch so.

    Ich führe mir vor Augen, immer schön eines nach dem anderen und vorsichtig. Bei mir selbst spielte Überforderung eine große Rolle bei meiner Trinkerei.

    LG

    Mieken

    Hallo Legolas,

    vielleicht kannst du jetzt grad nix damit anfangen, doch warte mal bis du deine eigene Gesellschaft zu schätzen lernst. Dann bist du nicht mehr alleine, denn du hast immer dich.

    Das dauert ein bisschen, du musst dich erst neu kennen lernen. Dazu gehört u. U. auch das Weinen - so lässt man los.

    Auf deine Frage kann ich nur antworten:

    Bisher noch nicht und ich verwende auch lieber meine Energie darauf, es niemals zu tun. Fühle ich mich viel besser mit, als meine Engerie darauf zu verwenden, Vorräte anzuschaffen.

    Mieken

    Hallo Harry,

    die Grenze, ist sehr fein und fließend. So habe ich es zumindest erlebt.

    Du schreibst von den Ursachen, die es aufzuspüren gilt. Das empfinde ich ebenso, um eine stabile Zufriedenheit für mich erlangen zu können.

    Ich litt jahrelang unter Migräne, nahm zig Tabletten dagegen. Erst als ich das Rauchen aufgab, ließ meine Migräne nach.

    So spüre ich nach und nach meine Ursachen auf und stelle fest, daß ich die Faktoren, die mich trinken ließen über fast 25 Jahren genährt habe. Diese Züge wurden immer größer und mächtiger in mir, nahmen immer mehr Raum ein, so daß der Alkohol alles in mir verschlingen konnte. Er drang mit seiner Konsistenz in jeden Bereich ein und vergiftete ihn langsam, aber dafür sehr gründlich.

    Nun versuche ich schrittweise meine verarmten Flügel zu stärken, ihnen den Raum wieder zu geben, die der Alkohol nahm. Ich übe mich darin, ein Gleichgewicht in mir herzustellen. Denn ich weiß, daß ich immer süchtig sein werde und da die Grenze immer sehr fein sein wird, gilt allen Bereichen besondere Achtsamkeit.

    Mieken

    Vaan, genau diese Worte lagen in dem wissenden Blick meines Gegenübers :wink:.

    Wobei dieser sein Wissen offenbar verstärken wollte mit der Aussage: "Aber so genau kann man das wiederrum nicht wissen, eigentlich klebt irgend ´nen Zettel im Motorraum." (er tat es natürlich nicht). Um sicher zu gehen, wäre ein Blick in die Papiere erforderlich. Dort war wohl die Ölsorte eine sehr bekannten Tankstelle (grün/gelb) vermerkt, aber die dazugehörige Typbezeichnung (sagt man das so bei Öl :roll::?: ) nicht.

    Es folgte ein hin und her mit sehr wichtigen zwischenmännlichen Gesprächen, die dann ebenfalls zu deiner kurzen und knappen Feststellung führten :wink:

    Und mir (sehr hilflose Frau) als Abschluß mit einer feierlichen Übergabe (nach geschlagenen 45 Minuten) eines 5 ltr. Kanisters endete.

    Zitat von Hartmut


    wenn ich dich richtig verstehe dann kommt es auch auf die Motivation an warum ich mich hier angemeldet habe!?

    Das wäre doch mal einen eigenen Thread wert.

    Bei mir war es so, daß ich mich am 21.10.2007 hier angemeldet habe, aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Lage war, mich hier auszutauschen.

    Mich erschreckten einige heftige Posts, weil ich genauso zu dem damaligen Zeitpunkt (halt nass) dachte.

    Ich brauchte gute 10 Monate, um für mich den ersten wichtigen Schritt zu erfüllen, den Arztbesuch. Nach dieser (meiner größten) Hemmschwelle war ich offen und bereit, die Erfahrungen der Menschen hier anzunehmen.

    Viele Dinge habe ich sozusagen für mich im stillen Kämmerlein reflektiert, um überhaupt soweit zu sein, an einem aktiven Austausch teilzunehmen.

    Zitat

    Hätte ich mich damals auf eine allgemeine Unterhaltung eingelassen, wäre ich mein Alkoholismus sicherlich nicht mit der notwendigen Ernshaftigkeit angegangen.

    Ich denke, jeder kann eh nur das zulassen oder sich auf das einlassen, was für ihn persönlich zu dem Zeitpunkt möglich ist.

    Schade finde ich, daß sich die Poster der klaren Worte immer mehr zurück halten. Ich habe dadurch meinen Weg erkannt.

    Allerdings kann ich aufgrund der hohen Fluktuation ein gewisses Burn-Out-Gefühl der alten Hasen verstehen.

    LG

    Mieken