Beiträge von Grazia

    Hallo

    Interessantes Thema.
    Als erstes dachte ich - klar machte ich es für die Familie.
    Aber es stimmt nicht. Ehrlich - ich hatte Angst, Angst vor Neuen, Unbekannten.
    Ich wollte auch nicht "Scheitern". Ich wollte dieses "Tolle Familie" Bild nicht zerstören.
    Andere Komponente war meine Erziehung - von wegen: Meine Güte, hab dich nicht so...Andere haben es schlimmer.
    Und nicht zuletzt: mein Wert tendierte gen Null.

    Und natürlich das krankhafte...Co-Sucht. Das Gefühl, ich KANN ohne ihn nicht leben.

    Das wären meine Überlegungen...
    Heute tut mir das unendlich Leid, für mich, für meine Kinder und auch für meinen Ex.
    Aber ich kann es nicht ändern. Die Vergangenheit nicht, aber das Jetzt und die Zukunft liegt in meiner Hand.
    Frage ist, habe ich was gelernt aus dem was geschehen ist?? JA.

    LG Grazia

    Hallo Eklisee

    Ich denke Alk - Problematik ist das eine, Partnerschaft/Liebe das andere.
    Obwohl miteinander natürlich verknüpft, sind an sich andere Baustellen.
    Auch ich lebte mit meinem Ex eher wie mit einem "Bruder". Da war, abgesehen von Alk, einfach nichts zu machen. Ich liebte ihn nicht, ob mit oder ohne Alk.
    In diesem Sinne, Antworte ehrlich für sich selber: willst Du mit diesem Mann zusammensein?

    LG Grazia

    Hallo Rena

    Willkommen hier

    Ich habe mich nach 25 Jahren getrennt (21 davon Ehe). ich habe nie gedacht dass ich das schaffen werde, ich konnte mir das Leben ohne ihn nicht vorstellen. Mein Therapeut sagte einen sehr wichtigen Satz zu mir : "Sie WOLLEN es sich nicht vorstellen". Das war der Punkt.

    Ich habe mich getrennt, scheiden lassen, mich auch getraut Anzeige zu erstatten wegen Beleidigung, der Stein kam ins rollen. langsam habe ich erkannt, was ich alles zulassen hab, das er mit mir macht. Wie wertlos ich für mich geworden bin. Das möchte ich NIE NIE WIEDER!

    Jetzt ist es 4 Jahre her. ich bin 45, hab eine neue "gesunde" Partnerschaft. Ich lerne mich kennen, ich lerne mich lieben. Ich lebe wieder.
    Es ist so unglaublich schön, es lohnt sich auf jeden Fall.

    Nicht er ist Dein Problem, Du bist es. Und da sollst Du als erstes nachschauen und es ändern - wenn Du möchtest.

    LG Grazia

    Liebes Clärchen

    Ja, ich bin da.
    Mittlerweile habe ich mehrere solche kartons hinter mir. jedesmal dachte ich mir: OhGott, das nimmt doch kein Ende, das kann doch nicht alles war sein. Aber...wenn man bedenkt, bis da haben wir uns nicht mal getraut die Tür aufzumachen, weil wir hofften, wenn wir das Gerümpel nicht sehen dann ist es nicht da.
    Dann war ich mit dem anblick von diesem ganzen Müll so esrchrocken, dass ich nicht wusste, wo ich anfangen soll. manchmal war ich kurz davor, die Tür wieder zuzuknallen und so tun als ob nichts wäre. habe ich aber nicht getan.
    Irgendwann hatte ich den Punkt erreicht, wo ich dachte, das endet nie. Jedesmal wenn ein Karton fertig und aufgeräumt war und ich mich etwas ausruhen wollte, fiel mir nächstes Packerl direkt aufm Kopf.
    Jetzt bin ich dort wo ich sage, ja, manchmal bin ich erschöpft, manchmal kommen Tage wo ich mich verkriechen möchte, aber da sehe ich all diese Arbeit die ich schon beweltigt habe, all die Sachen die fein säuberlich bearbeitet und aussortiert wurden und das gibt mir Kraft weiter zu machen.

    Also Fazit von mir: wir sollten froh sein, das wir die Möglichkeit bekommen haben, dieses Karton entdecken und erkannt zu haben. Wir sind jetzt in der Lage was damit zu machen. Es ist Arbeit, sicherlich, aber sie trägt Früchte, und...diese Energie verwenden wir endlich für UNS.

    Fang an mit "ICH" zu denken.
    ICH bin krank, ICH brauche Hilfe, ICH möchte was ändern, ICH muss mich um mich kümmern...usw.

    LG Grazia

    Liebe Melanie

    Es ging nicht um aushalten des Elends. Das neue Leben fühlte sich nicht immer, vor allem am Anfang, gut an. Die Dinge ändern, sich zu ändern war mit viel Angst und Unbehagen verbunden.
    Und dann hiess es AUSHALTEN. Den Druck, das Schuldgefühl, die (Sehn)Sucht.
    Aushalten für gute Sache. das war es wert.

    LG Grazia

    Hallo Sonnenblümchen

    Als ich soweit war wie Du jetzt, hiess meine oberste Aufgabe : AUSHALTEN!
    Das war mein Gebet mehrmals am Tag, jedesmal wenn mich schlechtes Gewissen plagte, wenn ich mich schlecht fühlte, sagte ich mir: AUSHALTENAUSHALTENAUSHALTEN
    das schien mir meine Tür aus dem bisherigen Leben zu sein.
    Und tatsächlich es hat funktioniert.
    Wichtig zu wissen, wenn Du Dich schlecht fühlst, tust Du Dir weh nicht ihm. Es hat mit ihm nichts zu tun. Das ist Deins und nur Du hast es in der hand es zu ändern. es ist schwer aber (hier nochmal) WENN DU MÖCHTEST - MACH ES EINFACH!

    LG Grazia

    Hallo Sonnenblümchen

    Als ich ein junges Mädel war, konnte ich mich nicht verlieben. Andere hatten Freunde nur ich nicht. Ich glaube heute, alle "Anwärter" waren mir zu normal.
    Bis ich meinen späteren Mann getroffen habe...da wusste ich - er ist es. Warum? Tja, warum wohl???
    ich habe mir viele Jahre lan eingeredet, dass es Liebe ist. War es aber nicht. Es war Sucht, wie jede andere Sucht, leidvoll und zestörerisch.

    Jetzt habe ich eine gesunde beziehung. Ich bin glücklich aber leicht war es nicht. Lange zeit wusste ich nicht, ob ich meinen Partner liebe. Für mich war die Sucht=Liebe. Diesmal war das Gefühl ganz anders. Ich musste es neu definieren, neu lernen wie sich Liebe anfühlt.
    Am Anfang war ganz schrecklich für mich, wenn mein Partner was für mich getan hat. Ich fühlte ungeheuren Druck, sofort für ihn was tun zu müssen, um nichts "schuldig" zu bleiben.
    Das Jemand einfach was gutes mir tun will, ohne dafür etwas zu erwarten, einfach nur weil er mich liebt, das anzunehmen war schwer. Unangenehm.
    Ich fühlte mich schlecht dabei. Aber ich wollte mich ändern und wollte dieses Unbehagen aushalten.
    Es wurde sehr schnell leichter, nehmen und geben, lieben ohne Dramatik, ohne Katastrophen, ohne Angst. Es war öde am Anfang, ja. Aber immer mehr habe ich gelernt es zu schätzen, diese Beständigkeit, geborgenheit, Sicherheit.
    Die Liebe entwickelte sich, ich habe gelernt wie sie sich anfühlt, ein ganz neues Gefühl. Es ist herrlich.
    Ich weiss, dass mein Partner Morgen nüchtern und ansprechbar ist, wie heute, wie gestern, wie nächste Woche. Ich lebe ohne Angst, klar, Adrenalinstöße gibt es nicht mehr, aber auf die kann ich wirklich verzichten.

    Du siehst, ich bin 45 Jahre, und habe erst vor kurzem neues Leben angefangen. Alles was mich begleitet hat seit meiner Kindheit habe ich in Frage gestellt, und mein Leben neu eingerichtet. So wie ich es für Lebenswert halte.
    Ich wollte es und ich habe es gemacht.
    Deswegen war meine Frage: Möchtest Du?
    Du hast gesagt, Ja ich möchte.
    Also... mach. Ist ja Dein Leben, und Du hast nur dieses eine.

    LG Grazia

    Hallo Sonnenblümchen

    Zitat

    ich glaube, daß es für mich einfach Standard ist, für solche Dinge wie Liebe und Zuneigung etwas tun zu müssen

    Das ist kein Grund es auch weiter zu machen. Du hast es erkannt, Du kannst es ändern.

    Zitat

    Weil ich mich wohl an jemanden "Gesundes" nicht heranwage. Weil mich so jemand nicht brauchen kann. Das ist zumindest meine Einschätzung der Dinge.


    So ist es, wir brauchen diesen Kick, dieses Leid, die Adrenalin. Partner die selbstständig sind, die auch ohne uns Überlebensfähig sind....wie öde.
    Partnerschaft, mit geben und nehmen, auf Augenhöhe, ohne dieses ständige Auf und Ab.... wie langweillig.
    Es ist wie FastFood, ohne diese Geschmacksverstärker schmeckt alles irgendwie fade, nicht?
    Erkennst Du das? Das alles kannst Du ändern wenn Du möchtest. Möchtest Du?

    LG Grazia

    Liebe Nici

    Diese Erkenntnis war auch für mich sehr schmerzhaft aber auch irgendwie sehr wichtig und befreiend. Ich musste mich damit auseinandersetzen und das Bild von mir nochmal von neuem malen. das alte Bild war nur schein und trug, also musste ich die Realität sehen.
    Als sich der Schleier unter den Namen "Ich-Opfer" verzogen hat, musste ich mich sehen wie ich wirklich bin.
    Puh, war das schmerzhaft und... überraschend.
    Ich glaube, es war die Grundvoraussetzung um mich selbst kennezulernen. Es gibt Sachen wo ich sage, das ist absolutes No go. Daran arbeite ich um die zu ändern. Was wiederum hilft mir mich so anzunehmen wie ich bin. Und gerade da bin ich angekommen. Mich zu erkennen, wie ich wirklich bin und mich so anzunehmen, weil ich so ok bin. Nicht perfekt, nicht gut und nicht böse, Ich bin Grazia, Ich bin Ich. Da fällt mir ein Satz ein - wie passend : "Bin wie ich bin, Jemand muss so sein"
    Genau so ist es, es muss auch eine Grazia sein, mit all ihren Macken und Liebeswürdigkeiten, eine einzigartige Mischung die es nur ein einziges mal auf der Welt gibt.

    In dem Sinne
    LG Grazia

    Ja, Leonia, es gibt da auch trockene Alk.

    Nochmal, es ist nicht ausgeschlossen dass Ihr beiden es schafft, aber die wahrscheinlichkeit ist gering.

    Auch ist Dein Partner noch nicht trocken, er trinkt nicht. Das trockene Leben sowohl für Dich als auch für ihn wird erst anfangen, und zwar wenn der Alltag wieder anfängt. Erst da beginnt die richtige Arbeit.

    LG Grazia

    Hallo Leonia

    Deswegen habe ich auch FAST immer, geschrieben.
    Darauf bauen dass man zu den wenigen gehört dem es gelingt...nun ja.

    Wenn Du es versuchen willst, mach es. Es ist Deine Entscheidung.
    Wenn hier 98 von 100, die aus der Co Rolle ausgestiegen sind, sich dafür getrennt haben, was bedeutet das konkret für Dich?.
    Das heisst nicht das Du das tun musst.

    LG Grazia

    Hallo

    Die trennung ist nicht das allheilmittel, und wird hier auch nicht so dargestellt. Da muss ich Dir, Leonia, widersprechen.
    Wer aus der Co-abhängigkeit weg möchte, muss an sich arbeiten. Und es ist eine schwere Arbeit.
    Ohne geht es nicht. Und ja, oft, wurde ich sogar behaupten, fast immer ist die trennung die veraussetzung für die genesung. Nicht als Ziel, sondern als Weg.

    LG Grazia

    Hallo
    Da wäre ja sinnvoll sich zu fragen, woher es kommt.
    Etwa weil ich verdient habe, dass man mich schlecht behandelt?? Ich kann mich nicht wehren, ich darf keine ansprüche stellen/haben.

    Für mich persönlich kommt es aus der frühen Kindheit. Das war das erste Feedback von aussen in meinem Leben - Du störst.......wenn Du bleiben willst, benimm Dich....eigentlich braucht Dich hier keiner also tu so als ob Du nicht da wärst, oder mach Dich nützlich...

    Und so verbrachte ich die 40 Jahre meines Leben, ohne zu hinterfragen ob diese Stimmen recht hatten. Es war so. Punkt.

    Ich arbeite schwer an mir, jeden Tag und ich bin zufrieden mit mir - endlich. Weil ich was für mich tue, weil ich erwachsen werde, ich kann meine kindheit nicht rückgängig machen, aber die ist vorbei, und mein jetziges Leben hängt von mir ab.
    Nur von mir.
    Wenn mir nicht gut geht, schaue ich bei mir, was kann ICH tun, damit es MIR besser geht.
    Wir verlangen dass andere uns lieben, achten, schätzen, warum? wie soll es gehen, wenn der Mensch dem wir das wichtigste sind uns nicht liebt, nicht schätzt, und uns wie letzten Dre.... behandelt.
    WIR SELBST.

    Wir wollen von anderen das, was wir uns selber nicht geben wollen. Fangen wir bei uns an.

    LG Grazia

    Hallo leonia
    Ich finde, Du hast schon einen riesengroßen Schritt gemacht. Einen der wichtigsten Schritte, nämlich, Du hast erkannt dass DU was bei DIR ändern muss.
    Es reicht nicht sich zu trennen, man muss sich mit der eigenen Krankheit auseinander setzen.

    Mir hat Psychotherapie viel geholfen, und lesen. Es gibt viele sehr nützliche Bücher zu diesem Thema.
    Punkt ist: an sich zu arbeiten und sich selber helfen.

    Es ist einfacher anderen zu helfen, bei sich selbst nachzuschauen tut weh. Hast Du Angst davor?
    Ich hatte Angst. Es war doch angenehm zu sagen, die anderen haben ja Probleme, würde mein Mann sich ändern (nicht mehr trinken) würde alles in Ordnung sein. Wir wären alle glücklich.
    Das gab mir die Möglichkeit mein eigenes "Nichtstun" rechtfertigen. Der andere sollte/müsste was machen, ich doch nicht....ich war ja ein opfer, die arme.... Oh man, wenn ich heute noch daran denke, wie feige ich war.
    Erst als ich soweit war, zu erkennen, ICH habe für MICH verantwortung und keiner sonst, und wenn ich meinen A... nicht bewege, wird sich nichts ändern, ich kann heulen und toben und weiter zugrunde gehen. Es ändert sich nichts.

    LG Grazia

    Hallo Jessi

    Du hast Angst dass Du ihn in Stich lässt?? Ist er denn nicht ein erwachsener Mann?
    Die einzigen die Du in Stich gelassen hast bist DU und Dein Sohn! Da hast Du nämlich wirklich verantwortung.
    Du hast Angst? Wovor? Dass es Dir besser geht? Dass Dein Sohn gut aufwachsen kann?

    Ich weiss ja selber wie schwer das ist, aber im Grunde ist es ganz einfach. Du nimmst Dein Kind und kümmerst Dich nur noch um Euch. Du wirst Dich wundern wieviel Energie Du dan sparen kannst.

    Kannst Du fürs erste irgendwo unterkommen? Familie, Freunde?
    Frag bei der Beratungsstelle nach, Du kannst soviel Hilfe da erfahren und bekommen, Du brauchst nur die Hand auszustrecken.

    LG Grazia

    Hallo Thomas

    Das machst Du alles sehr gut.
    Und...ja, sie kennen unsere schwachen Punkte und nutzen sie. Sie wissen ganz genau wie man uns schmerzen zufugen kann. Es klingt schlimm, ich habe es auch erlebt und obwohl ich wusste, es stimmt nicht (ging auch um die Kinder) hat soooo weh getan.

    LG Grazia

    Hallo Leonia

    Auch mein Ex ist Spiegeltrinker, und deswegen möchte ich was dazu sagen. Ich glaube Du unterschätzt das. Spiegeltrinker sind nie im Rausch?? Falsch! Sie sind NIE nüchtern!
    Was diese ständige rausch mit Gehirn macht, habe ich erlebt. Es ist nicht nur die Bauchspeichdrüse oder Leber. Du erlebst jetzt wahrscheinlich ihn zum erstenmal nüchtern. Siehst Du den Unterschied?.
    Gefährlich ist bei den Spiegeltrinkern, dass man denkt, man kennt ihn, man kann ihn einschätzen. Irrtum!

    Pass auf Dich auf
    LG Grazia