Beiträge von Jamie72

    Hallo Almi

    Nur so als Tipp: wenn du in einem Beitrag von dir dich selbst anklickst, um das Priofil zu sehen, dann siehst du einen Punkt mit "geschrieben Beiträge". Dort kannst du nachschauen, wo du geschrieben hast. Hilft etwas, die Übersicht zu behalten :wink: Ic weiss nicht, ob du eine eMailadresse hast, aber du kannst dir dann Benachrichtigungen zu deinen Beiträgen schicken lassen. Ich wollte dir eben eine PN schicken, aber das geht bei dir leider nicht.

    Ja, es gibt schon komische Zufälle im Leben, da schreibt man einfach seine Gedanken auf und merkt plötzlich, dass da jemand anderes ist, der es wirklich verstehen kann und irgendwie springt der Funke über! Aber Ludwigshafewn liegt nicht gerade um die Ecke für mich...und für dich Luzern auch nicht! Aber wer weiss, aufgeschoben ist nicht aufgehoben...

    Schön dass du so tolle Eltern hast, die Bedungungslos zu dir halten. Das gibt schon eine starke Sicherheit im Leben. Bis vor 2 Jahren konnte ich diese bedingungslose Liebe nicht verstehen, aber seit der Geburt meines Kleinen tue ich das - es ist ein so tiefes Gefühl, wenn man ein Kind geschenkt bekommt! Und man will es um jeden Preis beschützen und leidet enorm, wenn es nicht geht.

    Liebe Grüsse
    Jamie

    Liebe Cora

    Erst einmal wünsche ich dir von Herzen gute Besserung und dass du schnell wieder auf den Beinen bist!

    Wenn ich deine letzten Beiträge lese, habe ich ds starke Gefühl, dass du ganz dringend HIlfe brauchst. Jemand, der für dich da ist und dir zuhört und dir über diese schwere Zeit hinweghelfen kann. Ich weiss nicht, ob für dich eine Psychologin in Frage kommt, aber ich behaupte mal, sie kann dir besser helfen als wir hier im Forum, auch wenn wir das alle gern tun.

    Es ist oft so, dass Familien auseinanderbrechen, wenn die Mutter stirbt. Bei uns war es so, dass ich sie zusammengehalten habe, aber es gelang mir nur teilweise. Und ich weiss jetzt schon, dass wenn meine Grossmutter stirbt, die Familie meiner Mutter ganz auseinanderbrechen wird, da sie es ist, die stur alle mindestens einmal im Jahr zusammen einlädt. Das kannst du leider nicht ändern. Aber vielleicht kannst du einmal mit deiner Schwester reden und ihr sagen, wie es dir geht? Vielleicht hilft es was - und sonst hast du es wenigstens versucht.

    Liebe Grüsse
    Jamie

    Liebe Almi

    Da haben wir eine Gemeinsamkeit: ich bin auch Erzieherin! Ein wunderbarer Beruf, auch wenn ich ihn momentan "nur" privat ausführe. Aber das Gefühl, gebraucht zu werden ist doch schön, oder?

    Weisst du, es klingt schlimm, einen Elternteil zu verlieren, aber es macht auch stark. Und du hast ja schon eine Sicherheit: du hast eine Stelle, wo du hingehen kannst, wenn es denn soweit ist. Und das ist viel wert, denn in dieser Zeit braucht man vor allem jemand, der zuhört. Ich denke, es kommt auchs ehr darauf an, wie ein Elternteil stirbt - wenn sie älter und krank sind, ist es ja auch eine Erlösung. Meine Mutter war Krebskrank und wirklich schlecht dran in den letzten Wochen und als sie gehen durfte, war es zwar schlimm, aber ich war auch dankbar, dass sie gehen konnte, bevor man ihr nicht mal mehr mit Schmerzmitteln helfen konnte. Und oft ist ja auch der andere Elternteil noch da, der braucht einem sehr. Das lenkt etwas ab vom eigenen Schmerz.

    Du bist doch auch sehr stark, du hast deine Abhängigkeit bekämpft und bist seit 3 Jahren trocken - das hat bestimmt sehr viel Kraft gekostet und du kannst doch stolz darauf sein, diesem Dämon Alkohol entkommen zu sein! Ich hege grosse Hochachtung vor jedem, der es schafft, sich von einer so starken Sucht zu lösen!

    Freundschaften entstehen, ganz plötzlich. Das finde ich so spannend am Leben. Sei es direkt, mit jemandem aus der Umgebung, seien es Brieffreundschaften, manchmal auch in Foren - lass es auf dich zukommen. Wenn die Zeit reif ist, dann wirst du auch wieder die Kraft haben, Menschen an dich heran zu lassen. Du hast ja mich, als völlig Fremde, schon seht tief in deine Seele schauen lassen, also bist du bestimmt auf dem richtigen Weg. Wochenendbeziehung ist schwierig, ich kenne das, hatten wir anfangs auch. Jetzt arbeitet mein Mann im Sicherheitsdienst, vor allem nachts und gerade am Abend und an Wochenenden fühle ich mich auch oft alleine. Aber wenn wir dann zusammen sind und Zeit haben, geniesse ich diese kostbaren Stunden sehr. Und seit unser Kleiner (nach 9 Jahren Kinderwunsch) völlig unerwartet aufgetaucht ist, steht unser Leben sowieso Kopf. Ich hatte immer die Hoffnung, dass der einzige Enkel meinem Vater Halt geben könnte, etwas zu verändern. Naja, immerhin hat er vor einem Jahr das Rauchen wegen dem Kleinen aufgegeben - vielleicht ein kleiner Hoffnungsschimmer?

    Ich grüsse dich ganz lieb!
    Jamie

    Liebe Dunbarek

    Oje, diese Spielchen kenne ich - Willkommen im Club! Klingt etwas sarkastisch, ich weiss, aber ich kann dich so gut verstehen!

    Mein Vater und meine Stiefmzutter haben ja beide ein Akloholproblem und die ziehen diese Spielchen auch dauernd ab - es ist wirklich anstrengend, frisst mich auch auf, bis ich realisiere, was da abgeht (geht inzwischen immer schneller) und ich dann abblocke. Aber glaube mir, ich habe viele Jahre gebraucht, bis ich eingesehen habe, dass sich die Spiele immer wiederholen, dass ich die bin, die schlussendlich am meisten leidet.

    Ich habe kruz vor Weihnachten das erste Mal richtig die Beherrschung verloren, als die schon wieder mit Theater anfingen. Ich hatte selber genug Prpobleme am Hals (mein 20 Monate alter Sohn war schwer krank, ich hatte einen gravierenden Eisenmangel und kaum noch Energie) und bin ausgeflippt, dass sie mich mit ihrem "Scheiss" in Ruhe lassen, sie sich meinetwegen für den Rest ihres Lebens quälen und aus ihrem Eheleben die Hölle bereiten sollen. Wenn ich sie wäre, würde ich mich trennen, aber sie hätten ja beide Angst vor dem Alleinsein. Also sollen sie die Konsequenzen selber tragen.

    Tja, die Folge war ein Absturz meiner Stiefmutter und mein Vater war beleidigt - aber ich hatte etwas Ruhe! Seither sind aber beide sehr viel zurückhatender geworden - meine offenen Worte haben sie sehr geschockt und meine Schwester hat unabhängig von mir ähnliche Äusserungen ihnen gegenüber gemacht.

    Du bist weder schuldig noch verantwortlich für deine Eltern, soviel ist sicher. Aber das zu erkennen und auch zu akzeptieren ist ein schmerzlicher Prozess. Aber du hast doch eigentlich vor allem Verantwortung dir gegenüber, dass du dein Leben leben kannst, oder?

    Liebe Grüsse
    Jamie

    Liebe Almi

    Danke dir für deine ach so wahren Worte!

    Tja, die Ärzte - das ist wirklich ein Thema für sich! Aber sie war sehr froh um meine Infos und konnte meinem Vater dann im Gespräch wirklich in aller Deutlichkeit klarmachen, dass er JETZT etwas ändern muss, sonst ist es zu spät. Es hat knapp 2 Wochen geholfen, jetzt ist leider wieder alles beim alten. Wirklich machen kann sie ja leider auch nichts, wenn jemand sich nicht helfen lassen will, bzw. sein Problem gar nicht wahrnimmt ist man einfach hilflos.

    Momentan habe ich den Eindruck, dass er etwas mit der Biermenge zurückgeschraubt hat - aber wie lange?

    Ob ich stark bin? Ich musste es lernen, als meine Mutter starb und ich mit 18 Hausfrau werden musste, meine Schwester durch die Pupertät lotsen und meinem Vater die verständnissvolle Partnerin ersetzen durfte. Stark? Ich weiss nicht, in mir drin ist so eine Ecke, die momentan überhand nimmt und die einfach von jemandem gehalten werden will, die nichts mehr hören will - zum Glück habe ich einen lieben Ehemann, der das kann! Und der sehr hart und nüchtern ist,w as das Akloholproblem meiner Eltern angeht - hilft enorm!

    Liebe Grüsse
    Jamie

    Liebe Cora

    Dein Posting macht mich sehr betroffen und ich kenne deine Gefühle ziemlich genau - erging es mir doch sehr ähnlich, als meine Mutter starb. Auch heute noch, 18 Jahre später, komme ich immer wieder in Situationen, wo diese Wunde aufreisst, wo mich diese Fragen nicht mehr loslassen und ich lange brauche, bis ich wieder zur Ruhe komme. Aber es wird eine Ruhe in dein Leben einkehren, das kann ich dir versprechen. Es braucht Zeit, viel Zeit, aber DEIN Leben geht weiter und du hast ein Recht darauf, es so schön wie möglich zu erleben! So wie ich das herauslese, hättest du deiner Mutter wirklich nicht mehr helfen können. Aber das zu erkennen ist eines, es zu akzeptieren eine ganz andere Geschichte.

    Es gibt ein Buch von Hope Edelmann: "Töchter ohne Mutter - vom Verlust der Geborgenheit"1995 im Heyne Verlag erschienen. Da geht es allgemein darum, wie einschneidend der Verlust der Mutter gerade für uns "Mädchen" ist - es hat mir sehr geholfen, meine Reaktionen besser zu verstehen und vor allem merkte ich, ich bin nicht alleine!

    Liebe Grüsse
    Jamie

    Liebe Summerdream

    Danke dir für deine liebe Antwort - ichw ar ein paar Tage offline und brauchte einfach Abstand zu allem, da die letzten Wochen sehr schwierig waren.

    Ich habe nun für mich einen Weg gefunden, der momentan stimmt: ich melde mich am Mittag, wenn ich Lust habe, dann ist mein Vater nämlich noch normal ansprechbar. Sonst lasse ich das Telefon Telefon sein, blocke ab, wenn er seinen Enkelsohn in die Ferien nehmen will (sorry, aber das ist mir zu verantwortungslos, und wenn er meint, er beruhigt mich mit: ich würde auch mein Autobillet riskieren, wenn der Kleine zum Arzt müsste, dann täuscht er sich gewaltig) und konfrontiere ihn immer mehr direkt mit seinem Bierkonsum. Das hat dazu geführt, dass mein Vater deutlich weniger anruft und ich so mehr Distanz bekomme und endlich wieder etwas Energie zurück habe.

    Meine Schwester und ich haben aber auch beschlossen, dass wir ihm direkt noch im Gespräch sagen werden, dass wir ziemlich genau über sein Problem Bescheid wissen, dass wir es waren, die die Hausärztin verständigt haben und dass wir uns soweit jetzt distanzieren, da wir eingesehen haben, dass er sich nicht helfen lassen will und gar nicht gewillt ist, sein Problem anzuerkennen. Mal schauen,w as dann passiert, entweder es brigt was oder er ist monatelang sauer - keine Ahnung.

    Ich wünschte mir, ich wäre schon soweit wie du - bei meiner Stiefmutter schaffe ich das, aber bei meinem Vater (noch) nicht!

    Liebe Grüsse
    Jamie

    Hallo zusammen!

    Ich habe mich schon vor einer Weile registriert und habe hier öfters mitgelesen und das Gefühl gehabt, dass ich noch Glück hatte mit meiner Familie. Aber in den letzten Wochen erkannte ich immer mehr, wie tief ich auch drin stecke in den Problemen und wie mich meine Jugend geprägt hat.

    Bei uns ist es so, dass Alkohol immer an alle Familienfeste dazugehört hat. Wir trafen uns, mit Kind und Kegel, haben zuerst fröhlich zusammen gesessen, bis alle betrunken waren, dann die Streitereien losgingen und das ganze in einem riesen Familienkrach endete. Und das an jedem Geburtstag, an jeder Weihnacht, immer, wenn man sich traf. Ohne Alk ging gar nichts. Am 40. Geburtstag meiner Mutter war ich 14, mein Onkel und Grossonkel fanden,d as ist das richtige Alter, um mir den ersten Rausch zu bescheren und haben mich mit Weisswein abgefüllt - meine Eltern haben nur zugesehen (selber schon mehr als angeheitert) und meine Mutter hat mich dann ins Bett gebracht, als ich kaum noch gerade stehen konnte. Zum Glück für mich mochte ich diesen Kontrollverlust gar nicht und ich beschloss, nie wieder Wein, Bier o.ä. zu trinken. Das habe ich bis heute auch eisern durchgehalten,s ehr zum Erstaunen meiner Verwandtschaft, warum ich denn nicht trrinke, das sei nicht normal!

    Soviel zu der Vorgeschichte. Mein Vater hat dann begonnen, immer Bier zu Hause zu haben. Solange meine Mutter lebte, trank er zwei, drei Bierchen am Abend, mehr nicht. Nachdem sie starb (1990), erhöhte sich sein Konsum stetig. Er verliebte sich dann in eine andere Frau, heiratete sie. Diese Frau hat aber selber eine Menge Probleme und sobald sie selisch überfordert ist, trinkt sie extrem viel Hochprozentiges und hat tagelang einen Rausch, sie weiss nicht mehr, was sie tut und sie tut eine Menge verrückter Dinge (würde aber den Rahmen hier jetzt sprengen).

    Parallel dazu hat sich der Konsum meines Vaters weiter gesteigert und aktuell trinkt er zwischen 20 und 30 Bierchen (0.33l pro Flasche) pro Tag! Dazu ist er Diabetiker, hat Blutzucker von 24 schon gehabt (momentan wiess niemand, wie hoch er ist), seine Leberwerte sind katastrophal und er hat mittlerweile abends Filmrisse, geht verbal auf seine Frau los und weiss dann von nix mehr am nächsten Morgen. Er steckt tief in Depressionen, ruft mich sehr oft an, jammert und will mein Verständnis ("du bist doch Sozialpädagogin...").

    Ich merke, ich bin jetzt an einem Punkt angelangt, wo ich nicht mehr mag und nicht mehr kann. Ich versuche mich zu distanzieren, aber sie lassen mir keine Luft mehr zum atmen, beide nicht. Mein Vater sieht nicht ein, dass er ein Problem mit dem Alk hat, meine Stiefmutter erkennt das wenigstens und versucht, etwas dagegen zu tun. Die beiden zerfleischen sich in ihrer Ehe und ich soll immer vermitteln. Wenn ich mal das Telefon nicht abnehme, dann habe ich Telefonterror.

    Ich habe mich zwar damit abgefunden, dass ich offenbar meinem Vater nicht helfen kann, aber ich fühle mich so hilflos dabei.

    Ich habe mich damit abgefunden, dass ich wohl meinen Vater nicht mehr allzulange haben werde, aber ich will doch nicht eine Vollwaise sein.

    Ich habe mich damit abgefunden, dass meinem Vater das Bier wichtiger ist, als der Geburtstag seines einzigen Enkels, aber ich möchte doch einen Grossvater für mein Kind.

    Ich möchte meinem Kind die Ferien bei seinem geliebten Grosspapi doch ermöglichen, aber ich kann es nicht zulassen, weil das Kind gefährdet wäre!

    Ich will eigentlich meine Ruhe, nur für ein paar Tage, aber man lässt mich nicht!

    Die Vernunft sagt mir, dass ich nicht die Verantwortung für meinen Vater übernehmen kann, aber das Herz will ihn schützen und unterstützen.

    Ich weiss, dass es richtig war, seine Ärztin anzurufen und ihr meine Beobachtungen mitzuteilen - aber warum fühle ich mich dann, als ob ich ihm in den Rücken gefallen bin?

    Momentan ist irgendwie alles dunkel um mich, obwohl ich eine tollen Ehemann, ein liebes Kind und eine super Schwester habe, mit der ich reden kann und die meine Gefühle teilt.

    Irgendiwe fühle ich mich langsam etwas besser, aber völlig erschöpft. Danke euch fürs zuhören und danke für eure Geschichten und eure Offenheit, die mir Mut machen!

    Liebe Grüse
    Jamie