Beiträge von Ettena

    Hallo ihr Lieben,

    wollte mal kurz Feedback geben. Die höllischsten Tiefs sind, glaube ich überwunden, zumindest geht es mir peu à peu besser.

    Aber auch ich will erst einmal auch keine feste Beziehung eingehen. Ich muss erst einmal mein Misstrauen gegenüber Männern wieder verlieren und mich selbst stärken. Ich bin noch zu labil. Ich habe mein Leben lang nach der großen Liebe Ausschau gehalten und dabei so viel vernachlässigt – vor allem mich und meine Fähigkeiten, die ich nie voll ausgeschöpft habe. Jetzt gibt es erst einmal Wichtigeres…

    Ich war eine leichte Beute für Männer, die ähnlich tickten wie mein Ex.javascript:emoticon(':oops:')
    Ich bin gespannt, wie ich meine Beziehung in einem Jahr beurteile. Ob ich dann immer noch glaube, er sei eine große Liebe gewesen.javascript:emoticon(':shock:')
    In einem Jahr möchte ich auf jedem Fall ganz viel Kraft aus meinen Erfahrungen geschöpft haben und auch ihm alles Gute wünschen können.

    Eure Ettena


    :roll:

    …damit man mich jetzt nicht wieder missversteht. Ich habe trotzdem genug verbale und emotionale Verletzungen eingesteckt und weiß auch so, dass Liebe anders aussieht.

    Es bleibt der Kampf mit meiner Liebessucht.
    Ich freue mich für jede Stunde mehr, in der ich mich alleine wohl fühle.

    Lg, Ettena

    Ich verglorifiziere ihn nicht. Ich bin ihm sexuell hörig gewesen. Und das war neu für mich.
    Doch hier habe ich auch die Möglichkeit, mein “Kind” raus zu lassen, wenn ich über mich spreche und mein Innerstes auszuschütten, ohne Scham, statt es zu ersticken. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich dagegen ankämpfe mit Intellekt, boxt es schlimmer zurück. Zu Recht! Zur Trauerphase gehört genau das auch dazu. Und die Phasen Wut & Trauer wechseln sich ständig ab, werden aber im Laufe der Zeit immer weniger. Bei mir verhält es sich so, dass ich die ersten Wochen fast nur Erleichterung gespürt habe. Dann kam die Wut. Die eigentliche Trauer kam erst 3 Monate später kommt ab und zu noch wie ein Hammer.

    Vieles, was ihr mit Euren Partnern erlebt habt, habe ich nicht erlebt. Ich habe nie einen angetrunkenen Mann bei mir gehabt. Nur am Telefon, wenn er wieder weit weg war, habe ich mitbekommen, dass er gerade getrunken hatte. Und genau deshalb ist es für mich schwerer, los zu lassen, weil die Anziehungskraft vor Ort stark blieb und ich nie finanziell abhängig war. Ich war nicht abgeturnt von einem im Bett besoffenen oder kotzenden Mann. Hätte ich mit ihm zusammen gelebt, hätte ich all das wahrscheinlich mit bekommen und ich wäre mit Sicherheit jetzt erleichtert, ihn los zu sein.

    So ist es schwerer – weil der Alkohol wie ein unsichtbarer Geist immer bei ihm zuhause blieb. Ich wusste davon, habe es aber nie mit erlebt.
    Da die Mehrzahl weit Schlimmeres erlebt hat, können wohl wenige meine Gedanken nachvollziehen. Das ist wie bei dem Kind mit der Herdplatte.
    Erst, wenn es fühlt, wie heiß sie ist, lässt es die Finger davon.

    LG, Ettena

    Ja, ihr habt bestimmt Recht, das weiß ich. Und ich glaube auch, das die Alkis ganz besondere Fähigkeiten entwickeln, positive und leider auch negative. Meiner hatte die Gabe, ständig in widersprüchlichen Psalmen zu sprechen. Auch seine Gefühlswelt war widersprüchlich. Gestern noch schreibt er, er liebt mich, morgen glaubt er, mich nicht so zu lieben wie ich ihn liebe u.s.w.. Genau das machte mich verrückt. Wenn er (wir hatten eine Fernbeziehung) da war, war er hingebungsvoll und tat alles für mich. War er wieder in seiner Stadt, klang seine Stimme befremdlich und verletzend. Und ich solle aber auf ihn warten, weil er hier her ziehen will. Das tat ich. Ich wartete und hoffte und dreimal machte er einen Entzug und eine Therapie. Dann glaubte er eine ganze Weile, er könne kontrolliert trinken, zum Schluss schwindelte er mich an, er hätte mal eben aufgehört (ohne stationären Entzug), aber seine Ungeduld und zitternden Hände verrieten etwas anderes. Ich habe ihm nie Vorwürfe gemacht, aber gesagt, dass ich mit ihm nicht zusammen ziehe, sondern er sich erst einmal hier eine eigene Whg. nehmen soll. Wenn er mit dem Trinken aufhören will und eine ganze Weile trocken bleibt, dann vielleicht. Ich wollte mit ihm zusammen bleiben, mich aber trotzdem schützen. Ich glaube, das hat er als Ablehnung empfunden und sein Ego war getroffen. Auch beruflich wollte er sich mit mir zusammen schließen (wir waren beide selbstständig, arbeiten zuhause, gleicher Beruf). Davor hatte ich nun inzwischen erst Recht Angst. Ich vertraute ihm nicht ganz. Ich wusste, um wieder erfolgreich zu sein, würde er auch mich in den Hintergrund schieben. Als ich ihm auch das sagte, spürte ich, wie er sich langsam von mir entfernte. Nur der S** hielt ihn noch – solange, bis die Neue da war. Sie war schon da, als wir noch zusammen waren. Er meldete sich einfach nicht mehr und ließ mich Schluss machen. Klassiker. Und ganz plötzlich war absolut keine Empfindung mehr für mich da.

    Ich habe, wie viele andere hier, ihn drei Jahre aufgebaut, ihm geholfen, wo ich konnte, mich selbst zurück gestellt… und nun das Gefühl, die Früchte erntet eine andere. Aber wahrscheinlich hat er sich nur eine andere gesucht, die noch bedingungsloser alles für und sogar mit ihm tut.
    Denn plötzlich wüsste er, was bedingungslose Liebe sei. Ob er damit seine Gefühle meint oder ihre, weiß ich nicht. Mir hat er viele Bedingungen gestellt, damit ich ihn nicht verliere. Ich musste mich tagtäglich auf seine unterschiedlichen Bedürfnisse einstellen. Tat ich es nicht, zog er sich zurück oder beendete die Liebschaft.

    Nein, natürlich ist so eine Beziehung nicht sehr verlässlich und es hätte mich kaputt gemacht. Deshalb ist es jetzt für mich noch schlimmer, das ich von ihm nicht los komme.
    Ich bin inzwischen 47 und die Männer, die sich für mich als Beziehung interessieren, finde ich zu alt für mich. Wenn ich jetzt wenigstens noch ein paar Jahre jünger wäre…

    Lg, Ettena

    Ich bin gerade total am Ende. Immer wieder erwischt es mich kalt und ich fange an zu heulen, egal, wo ich gerade bin. Dann kommt so ein tiefer Schmerz und ich kann es einfach nicht fassen, dass er eine Neue hat. Ganz plötzlich nach drei Jahren war ich ihm egal. Er habe sich sogar gefreut für mich, dass ich es geschafft habe, Schluss zu machen, weil es mich jetzt ein Stück weiter bringen würde.

    Aber ich komme doch innerlich nicht los und denke immer wieder, das wir uns so ähnlich waren. Wir hatten die gleichen Interessen und der Sex war fantastisch. Mit einem Wort: Ich stehe auf diesen Mann, ja, trotz seiner Alkoholkrankheit. Und es macht mich fertig, das Gefühl, dass es mit der neuen Frau nun angeblich glücklicher ist und an ihrem Projekt mit arbeitet (was auch immer das ist). Wir hatten doch alles! Er meinte, mich zu lieben, aber er hätte sich wohl etwas vor gemacht. 3 Jahre? Ich fasse es nicht. Und, wo kommt die plötzlich her? Sie hätte ihn auf der Suche nach Design im Internet wieder gefunden nach 30 Jahren? Sozusagen eine unerfüllte Liebe mit 17, oder was? Klingt wie ein Märchen.

    Aber, wie auch immer, ich komme nicht mit klar, das ich so plötzlich eiskalt ausgetauscht wurde. Ich leide wie ein Tier. Und ich finde alle Männer, die ich gerade kennen lerne, absolut unattraktiv. Ich vermisse seine dicken Kusslippen, die ständig küssen wollten, seinen Knackpo,
    seine tiefe sonorige Stimme, seine blitzenden schönen blauen Augen, seine großen warmen Hände, die mich ständig im Arm hielten. Ich hatte noch nie einen Mann, der so verschmust war. Und wir konnten über die gleichen Dinge lachen und stundenlang philosophieren – eine Welle.

    Das finde ich nicht mehr. Ich habe Angst, dass ich ihn nie innerlich los lassen kann und ihm mein Leben lang hinterher trauere… Das wäre mein Ende!

    Ich bin viel unterwegs, treffe neue Leute, gehe in Ausstellungen, mache eine Therapie, lese und weiß viel… und trotzdem…!! Er war und ist meine große Liebe. Ich drehe durch. Ich habe sechs Kilo abgenommen, obwohl ich esse, ich habe Alpträume, ich kämpfe jeden Tag um wenigstens ein paar Stunden, an denen ich tief durchatmen kann und zur Ruhe komme.
    Aktivitäten helfen wenig. Ich wünsche mir eine Pille, die mich alles vergessen lässt.

    Ich fühle, es gibt noch zu viel Unklarheiten. Ich weiß immer noch nicht alles.

    Würde mich über ein paar Ansprachen sehr freuen.
    Ettena

    So… nun bin ich wieder alleine… mein Ex-Alki hat eine Neue kennen gelernt und ist total verliebt und schrieb mir, dass ich ihm sehr leid tue, weil er mich jetzt erst verstehen kann und so ist, wie ich ihn mir immer gewünscht habe…

    …und ich bin nun alleine, in den Wechseljahren und in der Insolvenz…kein toller Anfang! Meine Freundinnen sind alle jünger – ich habe zur Zeit niemanden, mit dem ich über alles sprechen kann. Ich bin total down!
    So allein, hässlich und ungeliebt habe ich mich noch nie gefühlt.

    Und in dem Zustand habe ich natürlich eine Ausstrahlung wie eine geprügelte Hündin und bin eine Spaßbremse.
    Als es mir noch gut ging, hatte ich viel Gesellschaft und konnte alle mit reißen. Momentan möchte sich keiner mit mir verabreden.

    Denn ich möchte in den Arm genommen werden und einfach nur abheulen dürfen… Wie komme ich da nur raus? Dieses Allein-Sein-Gefühl ist gerade so massiv.

    Eure
    Ettena

    Liebe crevette, liebe Plejaden, lieber spedi…

    alle Eure Antworten, so fühle ich es auch innerlich, treffen es direkt auf den Punkt und sind sehr gut formuliert. Und eigentlich dachte ich immer, ich bin doch auch so schlau und intuitiv und weiß doch alles – und trotzdem erwischt es mich noch mal kalt … der Entzug von ihm. Schrecklich fühlt sich das an! Ich laufe völlig unruhig durch die Wohnung, Magenkrämpfe, Herzstiche und Angst.

    Und es ärgert mich wahnsinnig, dass ich innerlich noch nicht den Absprung geschafft habe, mir noch mal Luft verschaffen wollte und ihm noch mal meine Ansicht der Dinge als Antwort geschickt habe – obwohl schon lange Schluss ist.
    Es ging mir danach nicht besser! Weil ich mich wieder mit ihm befasse, obwohl ich mich zwinge, an anderes zu denken. Meine Güte – es klappt nicht. Verzweifelt suche ich nach einem “Ausschalter” an meinem Herz, damit der Verstand wieder “leuchtet”.

    Ich möchte diese Beziehung nicht mehr leben, kann ich auch nicht mehr, dass vorweg. Ich bin fast verrückt geworden im Hinblick auf seine zwei Gesichter, die beide gekonnt und glaubhaft unterschiedliche Meinungen und Gefühle vertraten.

    Dadurch, dass es eine Fernbeziehung war, wurde ein großer Teil unserer Beziehung am Telefon “gelebt” und “gestritten”, deshalb war es schwer für mich, diesen Mann im Wesen zu erfassen. Nur der Klang seiner Stimme und vor allem die Wortwahl ließen vermuten, wann er getrunken hatte und wo er sich emotional gerade befand. Doch ganz einschätzen, wie er tickt, fiel mir immer schwer.

    Hier in diesem Portal kann ich sehr viel mit meiner Intuition abgleichen, natürlich auch mit meinen persönlichen Erfahrungen. Und wenn ich hier nicht lesen könnte, was er nicht zu erklären vermag – dann wäre ich wahrscheinlich wirklich schon völlig durch gedreht und hätte an meinem Verstand gezweifelt. Habe ich zeitweilig schon. Ich glaubte wirklich, ich bin psychotisch und sehe weiße Mäuse, wo keine sind, da er mir immer wieder sehr gut formuliert und glaubhaft genau das Gegenteil von dem erzählte, was ich gerade anders wahr nehme. Nun, dass er wahrscheinlich auch selber an das glaubt, was er sagt – davon bin ich überzeugt.

    Und trotz allem, was ich weiß: Ab und zu macht meine Phantasie diesen Mann eben noch gesund. Und genau das ist gefährlich! Genau dann knicke ich ein. Ich muss also noch ganz viel und immer wieder und wieder lesen und mich austauschen – so lange, bis sich auch meine Träume verändern und der Realität näher kommen.

    Ich mache immer noch einen Entzug.
    Ich habe noch viel Arbeit vor mir – mehr als ich gedacht habe.
    Und sehne mich nach einem ganzen Tag, an dem ich mich wieder freuen kann… weil ich nicht mehr an ihn denke.

    Ganz liebe Grüße
    Ettena

    Mir geht es richtig mies!!

    Vor zwei Monaten habe ich mit meinem Freund Schluss gemacht, weil er sich mal wieder für Tage nicht gemeldet hatte.
    Er reagierte einfach nicht auf meine Anrufe. Ob er an der Flasche hing, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass seine Kinder bei ihm waren, und in deren Gegenwart trinkt er nicht – ob heimlich nachts, wenn sie im Bett sind, das kann sehr gut sein.
    Aber ich rief tagsüber an, als er gerade am Kochen war (so seine Eltern, die im gleichen Haus wohnen).

    Mir war bewusst, das er das Ende forciert hat.
    Erst war ich erleichtert, weil das Hin und Her ein Ende hat und ich fühlte mich stark, dass ich diesen Schritt gegangen bin.
    Aber da er nie einen Grund dafür genannt hat, weder mit mir noch mal gesprochen, noch geschrieben hat, einfach nichts,
    Hat mich das verunsichert und ich bekam zunehmend Gewissensbisse, Entzugserscheinungen, Selbstvorwürfe. Die ganze Palette. Ich konnte es mir einfach nicht erklären. Was ist denn nur schief gelaufen? Was habe ich falsch gemacht? Wir hatten doch gerade einen schönen Urlaub zusammen.

    Tja – und gestern habe ich dann doch tatsächlich, obwohl ich das nicht mehr machen wollte, ihm eine kurze Mail geschickt mit der üblichen Warum- Frage und eigentlich nicht mehr mit einer Antwort gerechnet.

    Doch, sie kam, wenn auch zwei Monate verspätet. Kurz zusammen gefasst:
    Das Scheitern unserer Beziehung hätte in seinen Augen zwei Komponenten: Keinen gemeinsamen Erfolg, was die wirtschaftliche Seite angeht. Das ich ihn blockiere. Dass wir beide miteinander nicht in die Gänge kommen. Vielleicht läge es auch nur an ihm. Er weiß es aber nicht. Er kann jedenfalls auch anders und mit Schwung Dinge angehen.
    Außerdem hat ihn irgendeine Frau von damals (30 Jahre her) wieder gefunden und ihm ein lohnendes Projekt angeboten und dabei seien sie sich näher gekommen, zu nahe für unsere Beziehung und jetzt wüsste er, was bedingungslose Liebe sei und es täte ihm leid, er könne nun auch anders sein, so wie ich es mir immer gewünscht habe.…

    Nun gut. Er hat sich neu verliebt, ging wahrscheinlich schon länger fremd, weil ein “lohnendes” Projekt lockte oder was auch immer? – Schwupps. Und nun ist er so, wie ich es mir immer wünschte? – Nun geht es auf einmal, ganz plötzlich?
    Da musste ich doch erst einmal schlucken – Es hätte doch gereicht zu sagen, er täte ihm leid, weil… u.s.w..

    Was habe ich ihm nur getan, weil er mir das so schreiben muss!
    Will er mich nun zu guter letzt noch mal quälen? So nach dem Motto: Siehste, es geht doch! Aber nicht mit Dir!

    Ist es vielleicht, weil ich um seine Sucht wusste? Denn außer mir wusste zur Zeit keiner, das er wieder trinkt.
    Ich hatte in der Tat Angst, mit ihm zusammen zu ziehen oder beruflich ganz zu verschmelzen und ihm das auch mal gesagt, nur trocken. Das ist schon eine Weile her. So erpicht war er aber nie, diese Schritte wirklich nach und nach umzusetzen.

    Was machte die andere besser?
    Kann er mit ihr trinken, weil sie noch nicht weiß, dass er ein Alki ist? Das ist meine Vermutung.

    LG,
    Ettena

    Eine Trennung tut immer weh. Das geht aber vorbei. Aber noch schlimmer ist, aus der Abhängigkeit nicht raus zu kommen. Dann kann er mit Dir machen, was er will und Dich manipulieren. Un das tut er schon bereits.
    Er will erreichen, dass Du akzeptierst, das er weiter trinkt – und trotzdem bleibst. Er wird Dich eifersüchtig machen, Dir Schuldgefühle machen u.s.w..
    Sein Alk ist wichtiger als Du. Er will halt nur nicht alleine sein. Ob mit Dir oder einer anderen. Er ist vom Alk abhängig, aber nicht von Dir.

    Aber Du von ihm – und das weiß er auch. Und er kann damit spielen, wenn Du ihm diese Macht gibst. So erreichst Du gar nichts. Er wird Dich nicht mehr Ernst nehmen, wenn Du Deinen Entschluss zurück ziehst. Und dann erst recht weiter trinken.

    Halte durch! Auch wenn es er st mal richtig weh tut. Es wird immer weniger…

    LG, Ettena

    Gib Dir Zeit. Du denkst bestimmt bald wieder anders. Es ist normal, das Dein Gefühl Achterbahn fährt. Und denke immer daran, was Dich wieder erwartet. Du verlängerst nur Dein Leiden. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, oder?

    Wenn Du lernst, Dir wichtiger zu sein, kann Dir in Zukunft nichts mehr passieren. Du brauchst jetzt erst mal Abstand (ohne Schnüffeln), sonst rutschst Du noch weiter ab.

    LG, Ettena

    Hi Mousse,

    es ist nicht leicht, ich weiß. Man quält sich noch mehr.
    Ich habe auch noch Tage, an denen er mir sehr fehlt und ich weine. Und meine Liebe ist auch noch nicht erloschen. Wird wohl noch dauern. Bei mir waren es drei Jahre. Aber auch ich hatte öfters das Gefühl, dass er es nicht wirklich Ernst meint und ich eher ein "Lückenfüller" bin.
    Vergiss nicht, wenn sie Kummer haben, "spülen" sie ihn weg. Das Gefühl wird auch weg gesoffen. Und dann machen sie Dinge, die man bei klarem Verstand nicht machen würde. Und Männer ticken da eh noch mal anders – auch nüchtern.

    Egal, was er macht. Erst mal Prüfung bestehen. Versuche Dich nicht mit ihm abzulenken!

    Ich drücke Dir die Daumen
    Ettena

    …Ich denke, solange er bei seinen Eltern wohnt, die ja auch gut "bechern", wird das schwierig sein, weil er immer mit Alkohol konfrontiert ist. Und das geht schon mal gar nicht. Die Eltern müssten gleich mit entziehen und kein Alkohol mehr im Haus. Und seine Freunde trinken ja auch gut, oder?…

    Also, mache Dir nicht all zu viele Hoffnungen, damit Du dann nicht enttäuscht bist. Es wird auf jedem Fall ein langer und schwieriger Weg für ihn. Aber es ist zu schaffen - wenn er will. Aber das ist momentan noch nicht der Fall.

    Konzentriere Dich lieber auf Deine Prüfung und nimm Abstand.

    Ettena

    Du selbst kannst ihm nicht helfen. Er muss lernen, ohne "Strohhalm" auszukommen. Wenn es für Dich o.k. ist, in diesem Portal kann er sich auch informieren, austauschen und stärken. Schicke ihm eine Email.

    Denn er muss sich professionelle Hilfe suchen. Ein Gruppe der Anonymen Alkoholiker gibt es bestimmt auch in Eurer Stadt.

    Und ob Du den Kontakt ganz auf geben sollst? Müssen schon mal gar nicht. Es besteht halt die Gefahr, dass Du Dich nicht frei machen kannst und man ist schneller wieder drin, als gut ist. Er kennt alle Tricks.
    Wenn er wirklich aufhören will, ist eine vorübergehende Kontaktsperre selbstverständlich. – Und ansonsten ist es wie gehabt… und willst Du das dann weiter mit erleben?

    LG, Ettena

    Liebe Mousse…,

    das war sehr stark und erwachen, wie Du Dich verhalten hast!
    Ich weiß, dass es jetzt erst mal sehr weh tut.
    Du hast ihm seinen Weg gezeigt.
    Kontrolliertes Trinken gibt es nämlich nicht für einen Alkoholiker. Leider nur ganz oder gar nicht.

    Dieses Forum würde ihm auch helfen.
    Wir sind weiterhin da.

    Lg, Ettena

    aber Vorsicht, Falle: Es könnte gut sein, dass er Dir alles verspricht oder nach Wochen anruft mit den Sätzen: "Ich trinke nicht mehr". Glaube ihm das nicht so einfach, denn so einfach geht das wahrlich nicht. Er müsste therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, einen Entzug machen und auch danach hat er noch lange damit zu tun. Also – wenn er Dich mal in ein paar Jahren anruft und Dir das erzählt…

    Warte nicht drauf. Es wird Sommer. Nächste Woche wird´s heiß. Raus mit Freundin ans Wasser. Mache einen Einkaufsbummel und leiste Dir ein schönes T-Shirt, lerne z.B. Tango Argentino tanzen (super sexy, und da wird wenig Alkohol getrunken), oder Salsa… es gibt so tolle Freizeitbeschäftigungen… Viel Spaß!

    LG, Ettena

    Hallo Mousse…,

    ich denke, das Du noch nicht so tief in der Co-Abhängigkeit steckst. Super, wie Du Dich machst! Und Dich nicht klein kriegen lässt.

    Gib ihm seine Probleme zurück – es sind nicht Deine. Und Du bist NIEMALS Schuld, wenn er nicht los oder klar kommt. Und lass Dir nichts in die Schuhe schieben. Wenn Du´s schaffst, trage ihn nicht mehr nach Hause. Lass ihn das sitzen und gehe! Mitleid ist da eh nicht angebracht und gut. Er muss da durch und seine Erfahrungen machen. Und es darf ruhig weh tun. Nur so begreift er vielleicht mal irgendwann. Aber bitte, warte nicht. Weil das kann dauern… Er steht gerade am Anfang. Und da ist die Einsicht oft noch in weiter Ferne.

    Du kannst so viele tolle Typen haben. Schaue Dich doch mal genauer um.
    Flirte und lerne neue Leute kennen (nüchtern, natürlich). Ich glaube, Du stehst eh jetzt nicht mehr drauf, dass Dich einer in der Disco "anlallt".

    javascript:emoticon(':mrgreen:')


    Lg. Ettena

    Liebe Summer,

    ich kenne diese Gefühle auch. Aber sage mal, willst Du überhaupt, dass er sich verändert?? Anstatt froh zu sein, dass er etwas unternimmt und ihn dabei zu unterstützen, geht es Dir nur darum, dass er Deine Seelenqualen und Verlustängste mildern soll – auch auf die Gefahr hin, dass der Entzug scheitert? Denke mal darüber nach.

    Auch Du bist süchtig: Co-abhängig. Und auch Du brauchst professionelle Hilfe. Und selbst wenn er Dir tausend mal am Tag sagen würde, wie sehr er Dich liebt – Du glaubst es nur, solange Du die Kontrolle über ihn hast, ihn manipulieren kannst und das Gefühl hast, das er hilflos ist und Dich braucht. Vielleicht hast Du nur Angst, das er Dich trocken nicht mehr braucht und autonomer wird und Du die Macht verlierst, er vielleicht sogar der Stärkere wird. Du hast unbewusst Angst vor dieser Veränderung.

    Ich kann Dich aber beruhigen. Wenn er das schafft und Du ihn dabei unterstützt, indem Du ihm die Zeit lässt, wirst Du und Deine Tochter vielleicht irgendwann das erste mal ein Mann vorfinden, der wieder Verantwortung übernehmen kann – wäre das nicht viel besser als jetzt?

    LG, Ettena

    Liebe Mousse…,

    mein Ex war 17, als er Anfing zu trinken und hat es mit Mitte vierzig immer noch geschafft. Sein Vater war auch Alkoholiker. Und obwohl er es schlimm fand, wie sein Vater war, er schlug den gleichen Weg ein.
    Er war mehr als 20 Jahre verheiratet und hat Kinder. So lange hat sein Frau gebraucht, da raus zu kommen. Und heute fühlt sie sich alt und aufgebraucht.

    Ich hatte ihn frisch getrennt kennen gelernt und das erste halbe Jahr war er fast dauerbreit. Er wollte auch mit mir zusammen ziehen und sein Leben ändern. Wir hatten sogar schon eine Wohnung, aber am Tag der Unterzeichnung kam er nicht. Wer weiß, was ich dann erlebt hätte. Bestimmt nicht so, wie ich es mir wünschte. Mit blieb ganz sicher einiges erspart.

    Wir waren trotzdem noch über 2 Jahre zusammen. Aber als Fernbeziehung. Und trotzdem hatte er Macht über mich und ich saß oft weinend zuhause, weil er sich öfters tage- oder wochenlang nicht meldete oder verletzend und lieblos am Telefon war. Ja – und ich war seiner Meinung nach auch Schuld, dass er so mit mir umging.
    Wenn er da war, war er wie ausgetauscht. Verschmust, sehr hilfsbereit und lieb. Und ich wollte glauben, dass er immer so wäre, wenn er nicht mehr trinkt. Aber – zum Einen trank er weiter – zum anderen verändert Alkohol das Wesen und die Gefühle; kann dauerhafte Schäden in Kopf und Körper anrichten – und keiner weiß, wie dieser Mensch auch dann sein wird, wenn er beispielsweise lange trocken ist. Mag sein, dass er nie wieder der ist, der er mal war.

    Dein Freund ist noch jung und könnte, wenn er aufhört, die schlimmsten Schäden vermeiden. Aber genau deshalb, weil er noch so jung und unerfahren ist und wahrscheinlich noch nicht genug in der Sch.... saß, sieht er nur einen Genuss im "High sein". Es benötigt schon eine Menge Disziplin und Willensstärke, aber meist auch erst viele negativen Erfahrungen vorweg. Und auch das ist keine Garantie.

    Wenn Du Dir und Euch etwas Gutes tun willst, versuche mehr Abstand zu bekommen, höre auf, ihm Vorwürfe zu machen oder zu kontrollieren. Er ist genauso wenig Schuld an Deinem Dilemma, dass Du Dich nicht lösen kannst. Er trinkt nicht, um Dir zu schaden, sondern weil er süchtig ist.

    Du bist genauso für Dich verantwortlich, dass es Dir gut geht – nicht er! Er schafft es momentan nicht mal, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

    LG, Ettena

    Liebe Mousse…,

    ich kenne das Gefühl sehr gut. Bei mir ist es noch gar nicht so lange her…

    Aber leider, je mehr er sich von kontrolliert fühlt, umso mehr wird er wahrscheinlich trinken. Und Vorwürfe stoßen auch nur auf Widerstand.
    Das bringt nichts, sondern verschlimmert den Zustand immer mehr.

    Aber – Du musst nicht zusehen und Dich für ihn aufgeben. Das verschlimmert Deine Situation und bringt weder Dir noch ihm etwas.

    Als allererstes versuche doch erst einmal Grenzen für Dich zu setzen und Dein Leben auch langsam wieder ohne ihn zu mögen, treffe Dich mehr mit Freunden und warte nicht mehr auf ihn.

    Wenn er nüchtern ist, sage ihm ruhig offen, was Du empfindest. Aber versuche zu vermeiden, in Angriffshaltung zu gehen. Je ruhiger und gefasster Du wirkst, um so eher wird er Dir vielleicht zuhören und Dich verstehen wollen.

    Redet er denn auch über seine Probleme? Das wäre ein Anfang und kleiner Schritt in Richtung Erkenntnis.

    LG, Ettena

    Die Verhaltensmuster meiner Co-Abhängigkeit habe ich bestimmt noch nicht verloren, ich habe erst mal einen Anfang gesetzt, dass ich mich traute, mit ihm Schluss zu machen. Ich hatte körperliche Entzugserscheinungen bekommen: Schüttelfrost, Durchfall, Depression, Herzrasen, Angst. Mein gesamtes vegetatives Nervensystem spielte verrückt. Das ging ungefähr ein Woche so, dann wurde es allmählich besser. Und, obwohl mein Kopf mir schon lange sagte, ich muss da raus, hat auch mein Gefühl und Körper konträr gehandelt. Ich schrieb ihm bestimmt 30 Emails, die ich nie abschickte, aber in denen ich alles aussprach und verarbeitete. Wie eine Art Tagebuch.

    Ist wirklich erstaunlich, aber ich habe immer am eigenen Leib gespürt, wenn mein damaliger Freund auf Entzug war. Weil ich dann auch auf Entzug war.
    Beides hat nicht nur viel Ähnlichkeit, es zieht sich unweigerlich an. Es sind genau diese beiden Strukturen, die wie ein Stecksystem sich finden.
    Ergänzen, Zusammen passen wäre falsch ausgedrückt, denn sie tun sich nicht gut, weil sie das Leid für sich selbst und den anderen potenzieren.

    Mein Ex hat schon oft versucht, die Beziehung zu beenden und mir gesagt, dass ich mich um mich selbst kümmern soll und ich ihn nicht weiter bringe.
    Auf jedem Fall war meine Abhängigkeit von ihm größer als seine von mir. Normalerweise ist das der Text an den Alki. War hier etwas anders. Er brauchte mich nicht wirklich. Er wohnte 700 km weit weg, inzwischen wieder im Hause seiner Eltern, hatte zwei Töchter, die oft bei ihm waren und ein gute Freundin, die er von den Anonymen Alkoholikern her kannte und die ihn wahrscheinlich besser verstand. Wenn er mich alle zwei Wochen für drei Tage besuchte, trank er nicht in meiner Gegenwart. Genau am dritten Tag bemerkte ich Entzugserscheinungen und er war gereizt, wurde liebloser ect. Mir war klar, warum er immer am dritten Tag abreisen wollte. Ich stand für sexuelle Befriedigung und die Flucht aus dem heimischen Korsett. Er hatte sich ursprünglich mal gewünscht, dass ich ihm Struktur gebe und mit ihm lebe. Bis er erkannte, das ich selbst diese brauche und in einer ähnlichen Situation war. Eigentlich erkannte er es früher als ich. Mein Sucht wurde nur noch größer, wenn er sich entzog. Kontrolle, Jammern, das volle Programm.

    Ja, und dann hat er mir eine dreitägige Reise mit ihm nach Barcelona geschenkt. Als ich wieder zuhause war, seit dem Zeitpunkt hat er sich nicht mehr gemeldet, ging nicht ans Telefon, rief nicht zurück… und dann schrieb ich ihm meinen Schluss-Brief, weil ich das Hin und Her einfach nicht mehr aushielt. Er hat sich nie wieder gemeldet, ist wortlos abgetaucht. Ich hatte noch wochenlang den Wunsch auf Erklärung. Er war sicherlich froh, dass ich ging und hatte wahrscheinlich schon eine neue.

    Was ich damit sagen will ist, dass nicht nur der Coabhängige unter der Beziehung mit dem Alki leidet, sondern auch umgekehrt. Wir machen uns gegenseitig das Leben zur Hölle. Beide müssen lernen, aus Ihrer Abhängigkeit alleine raus zu kommen. Das geht leider sehr selten mit einander. Wenn BEIDE diese Sucht bewältigt haben, NUR dann wäre eine Beziehung lebbar.

    Liebe Grüße
    Ettena