Beiträge von Andy

    Hallo Micha,

    was ist denn eigentlich bei Deinem Unfall passiert, mit 2,11 Promi, weißt Du da überhaupt noch was ? Und was ist passiert, als Du 96 und 99 die beiden anderen Trunkenheitsfahrten hattest ? Polizei, FE-Entzug, usw. ?
    Erzähl doch mal ein bischen mehr von Dir.

    LG, Andy

    Hallo Kelli,

    Zitat von Kelli

    das ist ja heftig, ich hoffe, der Junge hat keinen Schaden davon getragen. Mann, auf was für Ideen man kommen kann. Warum hat sie sich denn dann Kinder angeschafft? Oder kamen sie ungeplant?
    Wie lebst Du jetzt? Bist Du noch mit der Frau zusammen? Lebt Dein jüngerer Sohn noch bei Euch?
    Übrigens: der geschützte Bereich ist mir im Moment noch zu teuer, muß ich ehrlich sagen.
    LG kelli


    Na ja Kelli, den "Schaden" haben wir beide jetzt. Aber wo er ein Jahr alt war hat er schon mal so eine Zeit gehabt, da hat er immer Krämpfe bekommen und wurde ganz blau. Die Ärzte konnten sich´s nicht erklären woher. Ging aber von alleine weg. Später hab ich mal einen anderen Arzt gefragt, er meinte es hätten schon Entzugserscheinungen sein können. Der Junge war ein Wunschkind, aber ich weiß bis heute noch nicht ob er wirklich von mir ist, weil wo´s passiert hätte sein müssen, da war sie mal eine Nacht nicht zu Hause, mit fadenscheiniger Begründung ??? Ist mir aber egal, er war immer Meiner. Sie war, solange jemand da war auf den sie sich stützen konnte, eigentlich eine gute Mutter und Frau, kann ich nichts Schlechtes sagen. Aber als ich dann zur Fahne kam, da war ihr Halt weg und dann noch die "Assifreunde" aus dem Heim, da war´s ebend vorbei.
    Mein Jüngerer ist aus dem Haus, er hat seine eigene Wohnung, Freundin, Auto und geht jetzt im April, wahrscheinlich für 10 Jahre, als Koch zur Armee. Bekommst ja sonst keine Arbeit hier für ihn. Ist aber gut so, Staatsdienern geht´s ja nicht schlecht. Der war mal dabei, wie eine Freundin von ihm fast "abgetreten" war, bei einem Drogencoctail, das hat Knipps gemacht und seitdem läuft er richtig.
    LG, Andy

    P.S.: Heute ist mein bescheidener 47. Tag, für jedes meiner Lebensjahre habe ich jetzt einen Tag erreicht.
    Ich verabschiede mich jetzt ins WE und wünsch Euch bis Montag alles Gute.
    LG, Andy

    Tja Kelli, das ist einer der Nachteile :wink: , wenn man nicht im geschützten Bereich ist, da steht nämlich mein ganzer Lebenlauf.
    Auf jeden Fall hab ich auch schon mit 14 angefangen zu trinken, bei den "Großen", dann kamen Diskobesäufnisse, ect. ect. und dann...

    Ich kopier Dir aber mal den entsprechenden Teil davon hier rein:

    Dann hab ich mit 23 das erste Mal geheiratet. Der Alk verzog sich auf die Wochenenden, da ich ja nun Verantwortung hatte und mich auf Arbeit schon zum Kolonnenführer hochgearbeitet hatte. Sie trank dann aber auch gut mit, manchmal hatte ich das Gefühl sie vertrug sogar mehr als ich. Von ihrer eigenen Mutter, weil die auch Alk-Probleme hatte, mit 12 ins Heim abgeschoben, hatte sie aber auch keine richtige Erziehung und brauchte ständig Halt. Sie gebar mir dann im August 84 meinen ersten Sohn. Im November kam ich zur Armee und im Februar 85 (genau einen Tag nach unserem ersten Hochzeitstag) waren wir geschieden. Sie hatte ehemalige Heimbewohner getroffen, in unserer Wohnung einquartiert und mit diesen die Szene unsicher gemacht und alles Geld und was zu Geld zu machen ging durchgebracht. Unseren Sohn hat sie dabei völlig vergessen. (Sie starb 2002 mit 42 Jahren, einen Tag nach Heiligabend am Alkohol). Mein Sohn kam für meine restliche Armeezeit zu meinen Eltern und danach zu mir. Der Alk spielte dann eine ganze Zeit keine große Rolle in meinem Leben, maximal einmal alle ein zwei Monate war ich mal voll. Sonst nur mal ein zwei Flaschen Bier abends am Wochenende.

    Auf jeden Fall hat er von seiner Mutter, als ich bei der Armee war, zur Ruhigstellung über Nacht, eine halbe Liebesperlenflasche Schnaps, verdünnt mir Tee bekommen, damit sie in Ruhe Schwänzeln gehen konnte.

    LG, Andy

    Hab´s noch vorm Löschen gelesen, hab heut etwas Zeit, wirst Du wohl schon an meiner Aktivität heute hier gemerkt haben.
    Ja, einfach ist es nicht, zumal ich ihn fast allein groß gezogen habe. Seine Mutter (ist mit 42 an Alk gestorben) hat uns verlassen, als er ein halbes Jahr alt war und ich bei der Fahne. Seine Stiefmutter hat ihn zwar als er klein war, genauso behandelt wie ihren Eigenen, aber als er Probleme machte, hat sie ihn schon spüren lassen, dass er nicht ihr Leiblicher ist.
    LG, Andy

    Hallo maria44,
    also bei mir war es genau wie bei Dir. Ich hab Weihnachten und Sylvester tagelang durchgesoffen (Komatrinken) und dann fehlte mir am Abend des 05.01.2008 die Kraft, oder war ich einfach zu down, Nachschub zu holen. Als ich dann über Nacht beim Fernsehen langsam wieder nüchtern wurde, fiel es mir wie Schuppen vor den Augen - so ging das nicht weiter. Das ist heute nun schon 47 Tage (für jedes Lebensjahr bisher ein Tag) und ich fühle mich wohl.


    Tiefpunkte erreicht man aber auch durch andere Situationen.
    Wenn hier im Forum z. Bsp. einer etwas schreibt und ein anderer das Geschriebene liest und falsch versteht, dem Schreiber dann üble Dinge an den Kopf wirft, der Schreiber den Leser/Missversteher auf sein Mißverständnis in diesem Thread hinweist (auch in einer PN an den Leser/Missversteher) und der Leser/Missversteher es absolut nicht für notwendig hält auch nur ansatzweise darauf zu reagieren, sonder einfach das Üble stehen lässt, so dass andere sich wiederum eine falsche Meinung bilden können, dann erreiche ich neue Tiefpunkte.

    LG, Andy

    Ist aber eine tolle Idee, dieser Thread !!!

    Mein Kleiner hat´s nach drei Jahren Therapie (von 17-20. Lj.) geschafft und führt jetzt ein ordentliches Leben.
    Meinen Großen habe ich 12 Jahre lang immer wieder aufgebaut und immer wieder hat er alles zerstört. Seit 5 Jahren leben wir räumlich getrennt, weil er mich immer wieder angegriffen hat und meine Wohnung eine Festung bzw. auch stadtbekannter Drogenumschlagsplatz war. Ich hatte Angst ihn irgendwann dabei zu erschlagen.
    Er hat die Schule geschmissen (7.Kl.), 2 BVJ abgebrochen, 2 Lehrstellen die ich ihm beschafft habe (eine davon schon nach 9 Tagen) geschmissen, mehrere Therapien und Entgiftungen abgebrochen, ist mittlerweile dabei auch aus seiner dritten Wohnung raus zu fliegen (zwei davon hab ich ihm während der Therapien vorbereitet und eingerichtet, sahen beide nach einer Woche aus wie 150 Jahre von Affen bewohnt), hat eine Unmenge Schulden, Hartz IV ist jetzt auch auf Miete und KK reduziert da er zwei 1€-Jobs geschmissen hat, mehrere Vorstrafen sind auch dabei. Er hat´s sogar soweit kommen lassen, dass einer seiner Dealer ihn mit Drogen so gefügig gemacht hat, dass er sich hat von hinten p-p--n lassen hat.
    Sein einziger Kommentar zu alledem: wenn ich kein Geld mehr habe überfall ich ebend alte Omas.
    Seit dem Abbruch seiner letzten Therapie vor 3 Monaten hab auch ich es endlich kapiert, das 12 Jahre ausgeschlagene Hilfsangebote genug sind und mich auf´s Zu- bzw. Wegsehen verlegt, so schwer wie´s auch ist.

    LG, Andy

    Nein, den Zeitungsartikel hab ich nicht gelesen, leider ! Hätte mich auch interessiert, welche Zeitung ist es denn ?
    Übrigens, bei meinem vorigen Kommentar meinte ich mit (wie ich), dass ich zusehen musste, wie meine Kinder im Drogensumpf verschwanden und nur einer hat´s bis jetzt geschafft, da wieder raus zu kommen. Der Große, mit 24, hängt noch voll drin und wird es wohl nie schaffen ein ordentliches Leben zu führen. Er ist mit seinem Verstand auf dem Niveau eines 12-jährigen, wo er das erste Mal Drogen nahm, stehen geblieben und lehnt jede Hilfe katagorisch ab.
    LG, Andy

    Hallo alle miteinander,
    so, nun steht es fest, am 03.03.2008 fahre ich für zwei Wochen wieder in die Ukraine. Ich habe gestern Abend über 1 1/2 Stunden mit den "Schwiegereltern in spe" dort telefoniert.
    Ich habe ihnen detailliert meine Krankheit offen gelegt und meine Situation, die Abschätzung des Für-und Wieder meines Erscheinens dort, unzweideutig deutlich gemacht.
    Wieder Erwarten habe ich kein einziges Wort der Verniedlichung meiner Krankheit vernommen, sondern nur Zustimmung erfahren. Kommt wahrscheinlich doch etwas auf die Bildung an, sind ja beide Ingenieure.
    Ich habe die feste Zusage erhalten, dass jede vorhersehbare Situation, die mich ins Schwanken bringen könnte, von vornherein vermieden wird (gegen unvorhersehbare Situationen ist man hier genauso wenig gefeit). Alle Familienmitglieder und Bekannten werden vorbereitet und sogar die Wohnungen wollen sie komplett von Alk, bzw. Utensilien die damit zu tun haben, befreien. Meine Ankündigung zur sofortigen Abreise, wenn ich mich dennoch nicht sicher fühle, wurde widerspruchslos akzeptiert.

    Ich fahre also voller Zuversicht und Freude, und kann es kaum erwarten, (hab ich doch schon wieder soviel gesammelt, dass mein Auto kaum ausreichen wird alles weg zu bekommen), wieder in die glücklichen und dankbaren Augen, vor Allem der Kinder dort, zu sehen. Es ist ein wirklich absolut berauschendes Gefühl, wenn man so helfen kann, ein Gefühl das man nie mehr vermissen möchte.

    Vielleicht mal eine paar kleine Episoden zur Verdeutlichung:

    Eine entfernte Coussine(44) meiner Freundin hat Multiple Sklerose und hat dadurch, von 1996 bis Frühjahr 2005, die Wohnung (30qm) im zweiten Stock nicht mehr verlassen können, weil sie kaum noch laufen kann. Ich hab bei einer .... -Internetversteigerung für nur 120 € einen fast neuen Rollstuhl ersteigert und ihn ihr zu Weihnachten 2005 geschenkt. Sie wollte ihn erst garnicht, weil sie sich schämte, da in der Nachbarschaft noch mehrere wohnten, die auch von körperlichem Verfall gekennzeichnet sind und wollte nicht als privilegiert gelten. Heute geniesst sie jede Minute, die sie mir ihrem Mann auf der Straße, in der Natur, unter Menschen und auch sonst überall verbringen kann. Sogar am Magazin (Shop) hat man für sie eine Rampe aus Brettern angebracht, damit sie Einkaufen kann. Nach neun Jahren Isolation, kann sie endlich wieder am Alltag teilnehmen.

    Als ich 2003 das erste Mal ein Kinderheim dort ansteuerte, spielten gerade ca. 6-7 Kinder, im Alter von 3-12 Jahren, mit, aus Stöcken und Abfall, selbst gebasteltem Spielzeug im Hof. Als ich anhielt, die Kofferklappe öffnete und anfing Spielzeug zu verteilen, habe ich ein Wunder erlebt. Sie konnten erst garnicht begreifen, dass das große Plasitkauto, das ferngesteuerte Auto, die Puppen mit Puppenwagen, die Baukästen, die Murmelburg nun ihnen gehörten. Und dann geschah das Wunder, ohne ein einziges Wort des Streites oder des Widerspruches der Großen gegenüber den Kleinen oder so ("das ist meine", oder "das hab ich bekommen", oder "das gehört mir" o. ä .), spielten alle mit dem ganzen Spielzeug zusammen, als ob es schon immer so gewesen wäre (möchte nicht wissen wie das bei uns abgegangen wäre).

    Aber auch in der Kirche, wenn wir Kleidung für die Armen abgeben, ist immer viel Gefühl dabei. Man wird nicht weggelassen ohne seinen Namen zu nennen, damit man in die Gebete eingeschlossen werden kann.

    Die erste Begegnung mit der Oma meiner Freundin, einer vielleicht 1,45m kleinen und damals 84-jährigen Frau (leider ist sie mittlerweile verstorben), die ganz allein einen 3000qm großen Hof bewirtschaftete um täglich etwas zu essen zu haben, da sie nur 28 € Rente bekommt und zu stolz ist von ihren Kindern etwas anzunehmen (im Gegenteil sie gab jedes mal wenn sie/wir kamen), werde ich wohl nie vergessen. Sie hatte ihr ganzes Leben als Lehrerin (Hauptfach Deutsch) gearbeitet, kam mir, den sie noch nie gesehen hatte, mit ausgestreckten Armen entgegen, fiel mir um den Hals und rief in Deutsch: "Ich liebe Dich". Ich hab die Beherrschung verloren und Rotz und Wasser geheult. Ich sehe heute noch ihre vernarbten, aber kräftigen Hände und ihre, Sommer wie Winter, nur in Holzpantoffeln steckenden, verknorrten Füße vor mir, wie sie im Schuppen auf den Kartoffeln und Äpfeln herumkletterte, um die Besten heraus zusuchen und uns zum Geschenk zu machen. Dieser Frau und ihrer Familie haben unsere Väter und Großväter das Haus über den Köpfen abgebrannt.

    Na ja, und dann ist ja noch unser Hausbau. Endlich kommen wir wieder ein Stück weiter.

    Nun hat das alles aber nicht viel mit dem Forum und unserer Krankheit zu tun. Dennoch denke ich manchmal darüber nach, welche Probleme mich zum Alkoholiker machten und wie verschwindend geringfügig diese doch sind im Vergleich zum Leben anderer, geradezu lächerlich, oder ?
    Wer mehr erfahren will, kann mich gern persönlich ansprechen.

    LG, Andy

    Hallo Jane,
    so blöd ist das mit dem Spiegel nicht. Ich nehm zwar keinen Spiegel dafür, aber jedesmal wenn ich das Zeug irgendwo sehe oder ein Gedanke daran aufkommt, dann sage ich, und zwar nicht nur in Gedanken sondern in einer Lautstärke die Leute, wenn sie direkt neben mir stehen, hören könnten: "Du kriegst mich nicht mehr, Du nicht, Deine Zeit ist abgelaufen, vorbei !!!"
    Ich behandele den Alk wie eine Person, eine feindliche und abzulehnende Person, ist er doch ein nicht zu unterschätzender Bestandteil meiner eigenen Person geworden, und ich erteile dieser Person dann damit eine, die verdiente Abfuhr.
    Mag Schizophren klingen, aber mir hilft es gewaltig.
    Probiers doch mal aus. Kann ich mir gut vorstellen, Du bist Du und das im Spiegel ist die Person Alkohol. Und dann sage dieser Person wie unerwünscht sie in Deinem Leben ist.
    Manchmal sind die einfachsten und lächerlich erscheinendsten Sachen die, welche am meisten Verblüffen in ihrer Wirkung.

    LG, Andy

    Hallo Kelli,
    ich weiss, dass Du heute eine Entscheidung treffen wirst, die Dich Dein ganzes Leben begleiten wird. Aber bitte, egal wie Deine Entscheidung ausfällt, sei konsequent. Genau so konsequent wie Du den Alkohol aus Deinem Leben verbannst mit allen Umstellungen, Erfahrungen, Einschränkungen, ect.. Fälle die Entscheidung und dann akzeptiere sie für Dich, fange nie nie nie an daran zu zweifeln.
    Ich denke nicht, dass es der richtige Weg ist, wenn Du Dich gegen das Kind entscheidest, ein Ultraschllbild aufzuheben und Dir damit, von Zeit zu Zeit, die Erinnerung daran und an den wirklich innerlich zerstörenden Kampf zu Dir zurück zu holen. Das kann Dich auch viel viel später noch wieder an die Flasche binden. Genauso kann es Dir natürlich später passieren, wenn Du dich doch noch für das Kind entscheidest, dass Du zusehen musst, wenn das Kind in den Drogensumpf abgleitet (wie ich), oder am Leben verzweifelt. Aber hier bleibt Dir dann immer noch ein Anker, das Kind selbst und die Hoffnung.
    Also, egal wie Du Dich entscheidest, aber konsequent musst Du sein.

    Was Deinen Mann betrifft, kann ich Dir nur aus eigener Erfahrung sagen, wenn es der Richtige ist, wird er Deine Entscheidung akzeptieren und zu Dir stehen. Und Männer vergessen in dieser Beziehung schneller, jedenfalls, wenn ich von mir ausgehe.

    Ich wünsche Dir die Stärke Deine Entscheidung für Dich und für immer anzunehmen.
    LG, Andy

    Hallo Jane,
    also meine Liebe, da bist Du ja ganz schön reingetrappst in die Fallen des Alltags. Nun lass bloß nicht alle grade sein und mach weiter wie die letzten vier Wochen.
    Ich verspreche Dir, ich zähl die vier Wochen mit, wenn Du jetzt sofort wieder zurück kommst und genau wie Du den Tag gestern vergessen, bzw. nur als "Schuß vor den Bug" betrachten solltest, werde ich es auch in meiner Registratur behandeln.
    Ich denke die Anderen hier betrachten´s genau so.
    Also keine endlosen Selbstvorwürfe, Blick nach vorn
    Wenn Du wieder mal eine solche Situation erlebtst und dann dringend jemanden zum Reden brauchst, ich lass Dir gern über Karsten meine Handynummer zukommen. Könntest mich dann zu jeder Zeit anrufen, vielleicht hilft das Dir dann weiter.
    LG, Andy
    P.S. Es gehört schon eine ganz schöne Portion Mut dazu, so etwas sofort und ehrlich hier im offenen Bereich zuzugeben. Hättest es ja auch klammheimlich verschweigen können. Das beweist doch, dass eine große und gute Kraft in Dir steckt. Nutze diese für Dich !!!

    Mann oh Mann, bin ich froh, dass ich (zumindest hier in Deutschland) eine kleine Verwandtschaft habe. Mein Bruder ist Sportler mit Leib und Seele und trinkt nur ein-zweimal im Jahr eine Flaschen Bier, seine Frau trinkt überhaupt keinen Alk, meine Mutter (hat auch nur zu Familienfesten mal ein Glas Wein getrunken) hat momentan mit Chemo wegen Brustkrebs zu tun, versteht mich vollends und mein Vater, ist ein eingebildeter Kranker und liest nur medizinische Bücher und übersetzt alles Lateinische was er in die Hände bekommt (auch die Arztberichte meiner Mutter), um ja gegen alles Mögliche gewappnet zu sein, kennt sich dadurch natürlich auch bestens in meiner Krankheit aus. Es kommt also bei uns, bei Familientreffen überhaupt kein Gedanke an Alk auf. Trotzdem geht jeder immer mit Lachkrämpfen nach Hause, weil jeder mit seinen Eigenschaften irgendwo ein Unikum ist und darüber dürfen sich alle anderen immer kräftig lustig machen - nach der Devise: Wer betroffen ist darf bei Strafe nicht mitlachen :lol::lol::lol: . Ist schon immer schön so zusammen zu sitzen.
    Ich glaub ich würde bei Deinen Familienfesten nur mit dem Spiegel rumlaufen und jedem der was trinkt diesen dabei vor die Nase halten. :D
    LG, Andy

    Hallo Ihr Beiden,
    Ihr habt ja Beide da ein wirklich ernstes Thema, wo es einem wirklich sehr schwer fällt etwas dazu zu schreiben (merke ich auch dadurch, dass ich der erste Mann bin, der sich dazu hinreissen läßt), aber ich will doch mal versuchen meine Gedanken zu äußern.

    Also, meine Freundin ist 30 und will unbedingt drei Kinder haben (ich hab schon zwei große Jungs die aus dem Hause sind).

    Was mich immer wieder abhält, sind Gedanken wie diese:
    -Was kann ich für diese Kinder tun, als Bestandteil eines Landes, wo sogar für die Mittelschicht der Absturz jeden Tag möglich und nach unten offen ist (Zweiklassengesellschaft, Turbokapitalismus, Globalisierung - siehe Bochum)?
    -Kann ich diesen Kindern in diesem Land eine ordentliche Ausbildung gewährleisten (hab gestern gerade wieder einen Bericht über die akute Zunahme der bezahlten Nachhilfe gesehen, kann man nur mit dem Kopf schütteln - gehn die Lehrer nur noch zur Schule, damit sie von zu Hause weg sind, wofür ständig die Steuererhöhungen - für Afganistan oder um Zumwinkel´s zu kompensieren???)?
    -Wieviel ungewollten Kampf, Schmerzen und schmerzliche Erfahrungen bereite ich diesen Kindern, bis sie flügge sind und darüber hinaus?
    -Was bringt die Klimakatastrophe meinen Kindern und wann tritt sie ein (ändern tut sich ja doch nichts, wenn keiner so konsequent Politik macht, wie wir mit dem Saufen aufhören, denn die jetzige Politik schafft nur Wege um im Namen der Katasrophe Kasse zu machen)?
    -Was sehe ich, wenn ich mir die Verhältnisse der Kinder und Jugendlichen heute ansehe, ist Aussicht auf Besserung zu erwarten?
    -Wie stehe ich dazu, wenn diese Kinder in Not geraten, egal welcher Art, wie wird mein Verhalten aussehen, kann ich dem Stand halten oder Verzweifle ich daran?

    Was dafür spricht:
    -Es ist nunmal der Lebenszweck - Fortpflanzung.
    -Es ist schön so ein kleines knuddeliges Ding zu halten und mit Liebe zu überschütten.
    -Groß geworden sind sie bis jetzt ja -irgenwie- alle.

    Laßt Euch nicht von mir beeinflussen, das sind nur meine Gedanken.

    LG, Andy

    Hallo summerdream,
    ich denke nicht, dass ich mich im Tonfall vergriffen habe. Meine "nasse Rübe" usw., waren auch für mich Bestandteile von Kommentaren, die ich heute nicht mehr missen möchte und die mich in meiner inneren Einsicht nur stärkten.
    LG, Andy

    Hallo Leosaar

    Zitat von Leosaar

    naja bin ende des monats zum oktoberfest eingeladen von der firma möcht auch dahin aber da wird ja viel konsumiert was denkt ihr.


    Wie war´s denn eigentlich auf dem Oktoberfest ???? Hab ich da was überlesen ? Du erwähnst es ja überhaupt nicht mehr. Nach meiner Kenntnis war das vom 22.09.-07.10.2007 und gerade um diese Zeit wird Deine Anwesenheit hier ziehmlich dünn und dann schreibst Du auch nur kurz über Deine Montagewoche ??? Hat Dein Chef sich nicht gewundert als Du, einer der Leistungsträger des Unternehmens (sollte doch so eine Art Auszeichnung werden, oder?), bei einem so wichtigen Betriebsereignis nicht anwesend sein willst ? Oder hat er Dich gelobt, dass Du das Arbeiten und die Steigerung des Betriebsprofites dem Vergnügen vorziehst ?

    Weisst Du, ich hab meine MPU schon 2005 hinter mich gebracht. Von den 10 Mitgliedern meiner Gruppe war -Keiner-, mich eingeschlossen, auch nur im Entferntesten gewillt seine bisherigen Lebensgewohnheiten aufzugeben. Nur den Lappen als primäres Ziel, hat man sich sehr erfindungsreich (Besuch von SHG´s, Alkoholikerforen, ect. ect.) der Illusion eines trockenen und reumütigen Trinkers hingegeben. In Wirklichkeit wurde diese lebensgefährliche Verfehlung als Kavaliersdelikt abgetan. Man hatte einfach richtig dolles Pech gehabt, dass die Polizei zur "verkehrten Zeit" am "falschen Ort" war, oder wie bei Dir so ein sch....s Unfall passieren musste und alle, ohne Ausnahme, haben auch während der Zeit des Führerscheinentzuges weiter getrunken (nur die letzten zwei drei Wochen vor der MPU wurde der Alk-Konsum drastisch "eingeschränkt" !!!, da es ja wichtig war zur MPU einigermaßen vernünftige Leberwerte vorzulegen). Ansonsten standen Selbstmitleid über die Zeit ohne Lappen (und die Folgen dadurch), sowie sich diesem "unwürdigen Ritual" der MPU unterziehen zu müssen, absolut im Vordergrund.
    Wenn ich mich an die Pausengespräche bei den Gruppensitzungen zurück erinnere, der blanke Wahnsinn, aber keine Einsicht. Wenn ich heute darüber nachdenke, würde ich anraten beim psychologischen Teil der MPU sogar noch einen Lügendetektor mit anzuschliessen und Leuten die das nicht bestehen den Lappen sofort auf Lebenszeit zu entziehen.
    Ich habe einige Leute von damals wieder getroffen (Leipzig ist ein Dorf). Vier waren schon wieder ohne Lappen und einer davon hat den Vogel komplett abgeschossen. Er landete mit seinem Mercedes nachts, mit 1,6 Promille, an einem Baum. Nicht nur, dass sein Mercedes Schrott ist, er selbst wird nie wieder seinen Beruf ausführen können (schwere Lungenquetschung, Arme gebrochen, Beine gebrochen, Schlüsselbeine gebrochen, Milz raus, Leber gerissen und genäht, jetzt Langgzeittherapie um wieder Laufen und mit der rechten Hand wieder Greifen zu lernen), und das mit 32 Jahren. Jetzt glaub ich hat er es kapiert, er trinkt seit dem Unfall keinen Tropfen mehr :shock:, was aber nach dem Leberriß wahrscheinlich sehr schmerzhaft wäre.
    Auch ich war unbelehrbar und ich weiss selbst nicht wieviel "Pech" ich von Mal zu Mal hatte, dass mich die Polizei bei unzähligen Alkoholfahrten in den letzten Jahren nicht erwischt hat. Sonst wäre ich vielleicht auch etwas eher zur endgültigen Einsicht in die Unmöglichkeit meines Tuns, speziell auch während der Vorbereitung auf meine MPU, gekommen.
    Heute betrachte ich es zwar als Glück, dass ich den Lappen noch habe, aber ich würde es für mich auch vollkommen als "Rechtmäßig" empfinden, wenn ich ihn in den letzten drei Jahren hätte für immer abgeben müssen, denn ich war eine prikäre Gefahr für die Allgemeinheit !!!
    Bei Deinem ganzen Thread durchlebe ich meine komplette MPU noch einmal und wenn Du auch hier nichts ausdruckst (war vielleicht etwas hochgegriffen), so denke ich, dass Du zumindest die Rechnung für Deine einjährige Mitgliedschaft hier, als Alibi, am 25.02.2008 dort vorlegen wirst. Ich denke auch, dass wir hier, nach dem Bestehen Deiner MPU (denn ca. 99,9% schaffen das leider), nichts mehr von Dir hören werden.

    So, und nun belehre mich eines Besseren !!!

    LG, Andy

    Also ich hab schon einmal eine MPU mitgemacht und ich kann Dir nur eins sagen: die haben mir Käse aus dem Gehirn geholt, von dem ich dachte den hätt ich als Vierjähriger schon hintenrum ausgeschieden !!!

    Ich krieg bei Deinem Faden hier einfach das Gefühl nicht los, dass Du das hier alles ausdruckst und dorthin als Beweis mitnimmst. :twisted:
    Hoffentlich lieg ich falsch und nicht irgenwann unter Deinem Auto.
    LG, Andy

    So, dann können wir ja mal die Arbeit für heute beenden und den 45. Tag an den Nagel hängen 8) - :lol: Pustekuchen :lol: - jetzt gehts erst mal richtig los und es wird gefeiert (natürlich mit Wasser!). Meine Kleine hat heute ihr Prüfungsergebnis bekommen und unser Büffeln hat sich gelohnt. Es war deutlich besser als die erwartete knappe 4 :roll: . Eine 2 ist´s geworden :lol: und damit ist das Studienfach Deutsch beendet. Jetzt kommt nur noch ein halbes Jahr Englisch und das ist ja bekanntlich die primitivste Sprache, sonst würd´s ja nicht jeder können, oder ?
    Na dann, schönen Abend noch an alle.
    LG, Andy