Beiträge von Oiseau

    Liebe bokins,

    das mit der Sucht hat mich schon oft beschäftigt und tut es immer wieder. Ich habe z.B. festgestellt, dass ich immer Partner hatte, die süchtig waren, bis auf einen! Die Süchte waren allerdings ganz verschieden. Einer war auch angehender Alkoholiker, einer arbeitssüchtig, einer sammelsüchtig. Ja, das ist schon merkwürdig. Ich bin aber bisher nicht dahinter gekommen, warum ich mir anscheinend Partner suche, die so sind. Sie haben alle irgend wie auch keinerlei Ähnlichkeit miteinander. Das wäre ein interessantes Thema für die Therapie. In meiner Familie gab es keine (für mich erkennbaren) Süchte. Klar, mein Vater hat früher geraucht, es aber in meiner Jugend aufgegeben. Alkohol trank er immer wenig, war schon nach seinem Feierabendbier blau, eine Flasche reichte. Da erinnere ich mich allerdings daran, dass ich es hasste, wenn er kleine Augen bekam und nach Bier roch. Süchte ansonsten: Keine! Ich weiß es nicht. Hast du dir schon mal darüber Gedanken gemacht?

    Was mir mal aufgefallen ist: Ich mag Menschen, die sich für bestimmte Dinge voll und ganz einsetzen, sich begeistern können! Kann es sein, dass solche Menschen besonders zu Süchten neigen???? Hat irgend jemand im Forum diesbezüglich Erfahrungen und Beobachtungen gemacht? Das wäre mal sehr interessant!!!

    Die Sucht, die ich selbst habe, ist wahrscheinlich die, dass ich gemocht werden will, so wie ich bin. Ich leide schrecklich, wenn ich merke, dass Menschen mich nicht mögen. Und da das im Leben ja öfter passiert, was jeder weiß und kennt, leide ich eben sehr oft, fühle mich unwohl, beobachtet, unsicher, unglücklich, unfrei - sowie ich merke, dass mich jemand ablehnt. Ich habe dafür wohl auch ziemliche Antennen entwickelt, spüre jede "Welle". Das belastet ungemein, und ich bin oft nicht wirklich frei in meinem Verhalten. Scheußlich ist das! Letztendlich müsste ich hier mit einer Therapie ansetzen, aber ich versuche immer auch allein, weiterzukommen. (Motto: Nimm dich nicht so wichtig, die anderen sind auch nicht fehlerlos, wenigstens einige mögen dich...) Ja, irgend wie hat das doch auch mit Sucht zu tun. Da kommt dann automatisch die Frage: Warum gerade der Partner, warum nicht ein anderer?

    Vielleicht hat ein Süchtiger, in diesem Fall ein Alkoholiker, Fähigkeiten, sich in einen anderen hineinzuversetzen, ihn eher mit seinen Schwächen anzunehmen als andere es könnten, ihm eher zuzuhören?! Jedenfalls ist mein Partner so, denke ich. So gesehen unterstützt er auch meine eigene Sucht (wenn es denn eine ist). Ich weiß nicht, ob ich mich verständlich ausgedrückt habe, es ist so schwierig zu formulieren, und zu viel will ich ja auch nicht preisgeben hier im öffentlichen Forum.

    Falls jemand ähnliche Gedanken hat oder Ideen hierzu würde ich mich sehr freuen davon zu lesen.

    Bokins, Süchtige (du als workaholic) sind wohl wirklich auch für andere Süchte empfänglich. Gibt es nicht auch so was wie eine Suchtverlagerung? Wenn eine Sucht "ausfällt", "abgestellt" wird, wird sie schnell durch eine neue ersetzt.

    Will man damit eine Leere in einem selbst füllen? Will man damit unangenehme Gedanken und Emotionen aus seinem Leben überdecken? Will man damit sich selbst was Gutes tun, weil es andere nicht tun (können)?

    Alles interessante Fragen, oder?

    Ich wünsche allen einen sonnigen Sonntag!

    Oiseau.

    Liebe bokins,

    habe mich gefreut wieder von dir zu lesen!!

    Das ist ja wunderbar, dass dein Mann die Kurzusage hat. Das ist schon mal ein großer Vorteil. Natürlich wünsche ich euch, dass er möglichst bald fahren kann und ihr nicht so lange warten müsst wie wir! Das war in der Tat zermürbend. Leider kannte ich damals das forum noch nicht, bzw. traute mich noch nicht mich anzumelden. Seit ich das forum kenne, bin ich viel gelassener. Also, sei froh, dass du hierher gefunden hast.

    Klar: Das kenne ich auch, dass ich eigentlich arbeiten sollte und am PC sitze, und dann eben mal so hier reinschaue. Auch ohne sich anzumelden kann man hier wunderbar lesen und zum eigenen Schicksal Vergleiche ziehen und sich in Gedanken Antworten auf die vielen Schicksalsschilderungen ausdenken. Nur leider fehlt mir die Zeit, diese Antworten auch alle zu schreiben... Schade! Ich glaube schon auch, dass mir im Moment ohne das forum etwas Entscheidendes fehlen würde, nur nenne ich es nicht Sucht, sondern die Möglichkeit sich Rat und Hilfe und Orientierung zu suchen. Die haben wir Cos auch soooo dringend nötig, auch die Solidarität unter den Schreibenden tut gut. Also, hab bloß kein schlechtes Gewissen!! Du wirst schon merken, wenn du wieder arbeiten musst! Denke ich mir, so wie ich dich einschätze. Sieh es mal so, dass du dir etwas holst, was du dringend brauchst nach den schweren Jahren!!!! Das steht dir zu! :)

    Ich hatte in den letzten Tagen zwar Zeit hier mal hin und wieder reinzuschauen, aber keine rechte Muße zum Schreiben. Außerdem läuft alles nach wie vor sehr gut mit uns. Ich bin etwas gesundheitlich angeschlagen und leicht müde, aber wir arrangieren uns prima.

    Aber ich werde auf alle Fälle versuchen, wieder regelmäßiger zu schreiben.

    Euch wünsche ich wirklich alles Gute, und halte durch!!! Es lohnt sich bestimmt für später! Sei guten Mutes!

    Liebe Grüße und gute Nacht!

    Oiseau.

    Hallo bokins,

    ich kann dem, was Jenny schreibt, nur voll und ganz zustimmen.

    Das Bild mit den Ringen gefällt mir. Gestatte dir selbst diesen Freiraum in eurer Ehe.

    In diesem Sinne alles Liebe,

    Oiseau

    Liebe bokins,

    ich kann mir gut vorstellen, wie es für dich sein muss, auf einen Bescheid wegen einer Kur zu warten, denn das haben wir auch hinter uns. Mein Partner bekam zwar relativ schnell eine Klinik genannt und seine Zusage, aber dann musste er fast ein halbes (!!) Jahr warten, bis er fahren konnte! Die letzten Wochen der Ungewissheit waren für ihn und mich fast nicht mehr erträglich!!!!

    Ich habe allerdings keine Ahnung, inwieweit man Einflussmöglichkeiten bezüglich eines Klinikortes hat. Geht doch mal zur Krankenkasse und macht denen die Dringlichkeit der Situation klar. Andrerseits: Vielleicht ist es einfach nicht so gut, wenn man sich auf eine bestimmte Klinik versteift. Es gibt bestimmt viele gute Kliniken, und er soll halt versuchen, das Beste draus zu machen.

    Wichtig erscheint mir, dass du hinter ihm stehst, aber auch gleichzeitig damit rechnest, dass es ihm vielleicht demnächst nicht so gut gehen könnte, eben weil die Warterei zermürbend ist. Stärk du dich, lenk dich ab, geh raus, mach etwas für dein Selbstvertrauen und tu Dinge, die dir guttun.

    Ich wünsche euch so sehr, dass die Warterei bald ein Ende hat.

    Zu den Altlasten kann ich nur sagen: Ich habe auch welche!! :oops:
    Und ich stehe dazu. Es zeigt, dass man gelebt hat. Ich denke dabei nämlich nicht nur an die negativen, sondern durchaus auch an die positiven Altlasten! :lol:

    Viel Glück euch beiden!

    Osieau.

    Liebe Juliane,

    ich hoffe, dir und euch geht es gut? Wie ist denn so der Stand bei euch? Verlaufen die Wochenenden harmonisch? Redet ihr miteinander? Kannst du ihm vertrauen? Wie lenkst du dich die Woche über ab? Ich denke oft an dich und finde es sehr beachtlich, was ihr alles versucht, um eure Beziehung zu retten!!! Hut ab vor so viel Durchhaltevermögen und Bemühen! Und ich wünsche dir wirklich nur Glück und gutes Gelingen!!

    Bis bald mal,

    Oiseau. :D

    :o Hallo, Gotti,

    wer weiß? :P Vielleicht kenne ich deinen Mann ja wirklich. Nee, aber mal Spaß beiseite! Es ist sicherlich kein allgemein männliches Verhalten, aber ich kenne mittlerweile viele Männer, die so sind. Da sind mir einige Lichter aufgegangen in den letzten Jahren! :idea:

    Ja, auch ich muss im Beruf viel beobachten. Das kommt mir natürlich, wie dir auch, im privaten Bereich zugute. Allerdings finde ich es besonders schwer, sogar oft unmöglich, sich selbst zu beobachten. Man ist nun mal parteiisch und subjektiv und gefangen in seiner Haut.

    Jedenfalls wünsche ich euch weiterhin gutes Gelingen in deiner wie in seiner Therapie und viel Erfolg beim Tagebuchschreiben! :D

    Liebe Grüße,

    Oiseau

    Hallo, bokins,

    habt ihr nach der Lektüre des Buches miteinander geredet? Wenn das Reden da geklappt hat, wäre es dann nicht eine gute Idee, noch einmal ein interessantes Buch zu dem Thema zu kaufen und ihm hinzulegen??? Manchmal brauchen ja Männer einen Anlass, an dem sie sich "aufhängen" können. Oder? :)

    Uns geht es soweit gut. Im Moment planen wir ganz viel und das macht Spaß und Laune und man kann sich gemeinsam auf etwas freuen. Aber es hat auch immer jeder seine eigenen Stunden für sich, oder wir sitzen zusammen und lesen, jeder für sich. Manchmal unterbrechen wir die Lektüre und tauschen uns aus. Wir genießen die Zeit zusammen, aber auch allein. Er beschäftigt sich auch ganz viel mit dem Thema Depression, nicht nur in Form von Ratgeberbüchern, sondern richtig wissenschaftlich. Da recherchiert er viel. Ich finde es total gut, dass er sich endlich mit sich selbst und seiner Vergangenheit und Familienstruktur auseinandersetzt! Obwohl es weh tut!!! Das bringt uns beide weiter. Von daher muss ich sagen, dass die Kur sehr hilfreich war.

    Ich gewinne auch langsam wieder Vertrauen.

    Dennoch ist natürlich ein Rest der Angst vorm Alkohol immer noch da. Ich trinke überhaupt nichts mehr, habe aber ein paar alkoholische Ostereier in meinem Zimmer liegen und nasche ab und zu. :oops:

    Morgen muss ich auch wieder arbeiten und bin gespannt, wie es so im Alltag mit uns läuft.

    Ich grüße euch alle und wünsche euch ganz viel Glück in der neuen Woche.

    Oiseau

    Hallo bokins,

    ich verstehe dich ja. Aber warum sagst du deinem Mann nicht, dass du in einem Forum liest und dir auch Hilfe dort holst, weil du Hilfe für dich brauchst? Wäre er dann böse auf dich, würde er dir Vorhaltungen machen?

    Ich habe meinem Partner erzählt, dass ich in einem sehr hilfreichen Forum bin und mich das sehr viel weiter gebracht hat, u.a. auch deshalb, weil ich vom Thema Alkohol und auch von der Co-Abhängigkeit mehr verstehe und mir auch Strategien zurecht legen kann. Auch von einigen Schicksalen hier habe ich ihm berichtet und es hat sich dann jedes Mal ein Gespräch entwickelt. Er fragt nicht, was ich geschrieben habe, aber ich glaube, ich habe ihm mal gesagt, dass ich anonym schreibe und man ihn und mich nicht identifizieren könnte nach dem, was ich schreibe. Er scheint beruhigt zu sein. Vielleicht liest er hier mit, das habe ich ihn noch nicht gefragt. :oops: Keine Ahnung. habe auch schon überlegt, ob ich ihm alles zeigen soll, aber ich denke, es ist gut, dass ich meinen eigenen Bereich habe.

    Hattet ihr einen schönen Sonntag? Ich hoffe, es wird bald besser in eurer Beziehung sein.

    Liebe Grüße,
    Oiseau

    Hallo, Gotti,

    das gemütliche Zusammensein in deiner Familie kann ich mir so richtig vorstellen. Und es scheint, als hättet ihr alle das "Neue" daran genossen. Ich freue mich so für euch! Ich glaube, wir brauchen wirklich Geduld, und irgend wann wird es!!! Da du ja auch auf alles mit sehr feinen Antennen reagierst und vieles registrierst, was vielleicht dein Mann noch nicht so erkennt, merkst du auch wirklich jede kleinste Veränderung. Mögen diese immer nur noch in positive Richtung gehen! Vorteil ist: Du kannst dich über vieles noch wirklich FREUEN. Manche Menschen sind so satt, so blind, vielleicht auch einfach nur oberflächlich - sie merken eben solche Kleinigkeiten nicht und können sich auch nicht freuen! Also haben wir, du und ich und viele andere hier im Forum, einen Freu-Vorteil! :D Allerdings - und dies ist ein ABER - wir können wahrscheinlich auch viel intensiver traurig sein, wenn etwas nicht so zu unserer Zufriedenheit verläuft. Das ist dann oft schwer auszuhalten. Und man ist evtl. eher himmelhoch jauchzend oder eben zu Tode betrübt! Anstrengend!

    Aber ich sehe: Ihr seid auf einem guten Weg. Deinem Mann scheint es ja auch gut dabei zu gehen. Er merkt die Unterschiede bestimmt auch. Sprecht ihr darüber? Hier könntest du ja vielleicht mal mit Gesprächsversuchen ansetzen, z.B. wenn die Kinder wieder weg sind und du mit deinem Mann allein bist. Immer wieder versuchen!

    Die Persönlichkeitsstruktur deines Mannes ist mir - jedenfalls nach dem, was du so schilderst - recht vertraut. Er scheint ein Mann zu sein, der am liebsten alles bestimmt, der am liebsten alles dirigiert und in Händen hält, der perfekt sein will, der von seiner Familie absolute Loyalität erwartet, die zuweilen schon altmodisch anmutet, der ungern bei Spielen (z.B.) verliert und dieses dann sehr schlecht!, der es nicht erträgt, wenn jemand aus seinem Umfeld etwas besser kann oder weiß als er usw. Habe ich das richtig gesehen? Ich habe nämlich seit einiger Zeit einige solcher Männer beobachtet (u.a. war ich mal mit einem solchen kurze Zeit zusammen..., und mein Schwager ist ein ganz extremer, allerdings auch äußerst negativer Fall... - und im Hobbybereich gibt es auch einen, der so ist.) Wie weit man das Verhalten therapieren kann weiß ich nicht. Wir haben uns schon oft darüber unterhalten und sind zu keiner Lösung gekommen. Aber Fakt ist wohl auch hier, wie beim Alkoholismus: Der Betreffende muss sich seines Verhaltens und seiner Probleme bewusst sein und sich ändern wollen. Und ob das viele der oben Beschriebenen wirklich wollen, sei anzuzweifeln.

    Euch wünsche ich, dass die Therapie greift. Du bist so geduldig und taff, du hast es verdient!! :)

    Einen schönen Sonntag!

    Oiseau.

    Hallo, dark-angel,

    da hast du wohl Recht!

    Aber hast du dir mal die Mühe gemacht, wie mit dem Thema Alkohol im Fernsehen umgegangen wird? Beispiel Vorabendserien: Es vergeht keine Szene, in der nicht Alkohol konsumiert wird, und zwar vor allem auch von Jugendlichen! Bier, Schnaps, Cocktails, Sekt (auf Italienisch besonders "IN"), Wein - alles! Und es gehört dazu auch in so gut wie jedem Spielfilm! Als ob die Leute nicht einfach mal Wasser trinken könnten, oder Tee oder Kaffee! So wie es halt normale Menschen im täglichen Leben auch tun. Und dann überleg dir, was diese Filmszenen auf die Zuschauer für eine Wirkung haben! Idole werden sowieso nachgeahmt. Gefährlich ist eben, dass dieses Nachahmen oft unbewusst geschieht, nach dem Motto: Der XY, so ein süüüüßer Typ, ach, ich bin ja soo verknallt in den .. und schon tut man einiges, was dieser ach so Süße auch tut.

    Kein weiter Weg, oder? ich finde, man sollte Alkohol in Filmen generell verbieten, und das, von dem du berichtest, natürlich sowie so. Ich weiß, dass es da auch Gesetze gibt, aber es wird sich nicht die Mühe gemacht, unnachgiebig zu kontrollieren, z.B. in Bierzelten. Es ist eine Schande und ein Verbrechen!

    LG,
    Oiseau

    Liebe Gotti,

    lieb, dass du dich für mich freust. :oops:

    Dass viele Menschen zu viel trinken, es aber nie zugeben, ist wahr! Auch in unserem Bekannten- und Freundeskreis ist das so. Das eine Ehepaar weiß noch nichts vom Alkoholismus meines Partners. Bin gespannt, wie sie darauf reagieren werden, wenn wir es ihnen sagen. Der Freund ist ein Genusstrinker, trinkt gern und regelmäßig "guten" Rotwein, mag aber auch Bier und Schnaps, wenn das angeboten wird. Er ist auch immer dabei, andere zum Trinken zu überreden, und wenn man mal ablehnt, ist man ein "Milchbubi" oder "Weichei", oder mein Partner wird gefragt: "Darfst du nicht!??" (Da könnte ich sowieso richtig GEMEIN werden!!!) Ich habe für mich beschlossen, dass, wenn solche Sprüche noch mal kommen, auch wenn wir ihm alles erklärt haben, dann breche ich die Freundschaft sofort ab. Sonst platze ich am Ende noch! :twisted:

    Also, jetzt mach mal schön Abendbrot und lasst es euch schmecken.
    Bis demnächst in diesem Forum! :lol:

    Oiseau

    Hallo, Gotti,

    :P Bitte, nicht mosern! Mir geht deine Einkaufswagengeschichte nicht aus dem Sinn. Habe eine neue Idee: Teilt eure Einkäufe einfach auf, so nach dem Motto: Du Milch, Fleisch, Brot, ich Gemüse, Obst, Seife und Klopapier! Wenn jeder seinen eigenen Wagen hat, trefft ihr euch vielleicht an der Kasse, vielleicht ist auch einer eher fertig, dann umso besser! Falls die Leute fragen, kannst du sagen: Mein Mann ist, glaub ich, noch an der Fleischtheke! Heute war ich schneller!
    Bin gespannt, ob du es mal ausprobieren wirst. Möchte bitte schön über evtl. Erfolge informiert werden! :mrgreen:

    Ja, über uns liest du am besten in meinem thread. Uns geht es richtig gut.
    Das Reden ist wohl wirklich in jeder Ehe ein Thema, was? Ich mache mir natürlich auch in unserem Fall keine Illusionen, dass es mal den Idealzustand (den frau sich erträumt) erreichen wird, aber ich bleibe hartnäckig.

    Deine Therapie scheint ja schon erste Erfolge in dein Leben zu bringen. Du setzt dich sehr intensiv mit dir und deiner Persönlichkeitsstruktur auseinander und hast bereits nach zwei Sitzungen so viele brauchbare Denkanstöße oder Impulse bekommen, dass du damit richtig effektiv arbeiten kannst. Toll! Schreibst du eigentlich auch was auf, z.B. Tagebuch oder Gedankenbuch? Tabellen? Strichlisten? Gedichte? Träume? Einiges davon kann ich sehr empfehlen. Man kann dann immer mal wieder nachlesen und bemerkt dann Entwicklungen schneller. Außerdem: Das, was du aufgeschrieben hast, ist aus deinem Kopf draußen! Auch sehr empfehlenswert statt des abendlichen Lesens! :idea:

    Wenn es dir gelingt, dich in Zukunft nur noch so weit zu engagieren (im Verein z.B.), wie du selbst es wirklich willst, wirst du merken, dass du mit dir selbst zufriedener bist und auch mit den anderen nicht mehr hadern musst! Und wenn die anderen maulen, egal! Es ist dein Leben, und jeder hat das Recht dazu, Dinge zu deligieren, oder öfter mal NEIN zu sagen!

    Im übrigen lautet ein afrikanisches Sprichwort (sinngemäß): Ihr in Europa habt die Uhren! Wir in Afrika haben die Zeit! - Darüber kann man ja mal nachdenken, finde ich.

    In diesem Sinne ein schönes, selbstbestimmtes Wochenende mit einem redseligen Mann und viel Sonnenschein!

    Liebe Grüße,
    Oiseau.

    Liebe bokins,

    danke für deine Beiträge. Warum schämst du dich denn? Du hast deinen Mann doch nicht verraten! Niemand hier weiß, wer du bist oder er ist! Du bist nicht unloyal, denn du zeigst nur, dass du deinen Mann liebst, mit ihm eine Zukunft möchtest und dich um ihn und eure Ehe sorgst!!! Du willst Hilfe haben, weil du allein nicht zurecht kommst, genau wie wir ALLE hier im Forum!! Ach, bokins, jeder, der hier schreibt, hat wahrscheinlich Angst, zu viel von sich preiszugeben und den Partner zu verraten! Aber du musst doch nicht alles schreiben. Schreib nur so viel, wie sein muss, damit man dir raten kann und dich verstehen kann, das reicht doch!

    Das mit dem Reden in einer Partnerschaft kenne ich nicht nur bei Männern, die Alkoholiker sind, sondern generell! Mir sind sehr wenige Männer bekannt, die wirklich tiefgründige Gespräche über sich und die Beziehung führen können, in der sie sich befinden. Es ist für mich schon oft erschreckend gewesen, wie wenig sich manche Männer artikulieren können. In meiner damaligen Ehe führte das dazu, dass ich immer öfter Freundinnen zum Reden brauchte, denn mit meinem Mann konnte ich nicht reden. Er hörte zwar zu, aber es kam nichts zurück! Egal, was ich tat! Das war dann auch einer der Gründe für das Zerbrechen der Ehe. Er selbst hatte nichts zu sagen außer über seine Hobbys zu sprechen. Alle Probleme, die wir hatten, wurden unter den Teppich gekehrt...

    Naja, ich fände es für dich und euch schon wichtig, dass ihr es schafft, miteinander zu reden! Ist dein Mann denn vielleicht bereit, gemeinsam mit dir zu einer Beratung zu gehen? Nur ein paar Stunden. Damit ihr lernt, Gesprächsregeln zu entwickeln, einander aktiv zuzuhören. Ich wünsche es euch sehr.

    Natürlich hat die Depression Vorrang. Ich denke, bei den meisten Alkoholikern liegen Depressionen vor. Dafür muss sich niemand schämen. Wenn er eine gute Therapie erwischt, wird sie ihm helfen, auch seine Sucht in den Griff zu bekommen und wahrscheinlich wird er auch das Reden lernen!!! Alles Gute euch beiden! Sei zunächst mal froh, dass er nicht trinkt. Wappne dich, falls er nicht durchhält. Aber lass dir auch helfen! Du bist dennoch (!!!) eine loyale Ehefrau!!

    Sei umarmt von

    Oiseau.

    Hallo ihr alle,

    ich konnte mich einige Tage nicht melden, denn ich war hobbymäßig beschäftigt. Hat Spaß gemacht!

    Hier hat sich ja einiges Neues getan im Forum und ich werde einige Zeit brauchen, bis ich wieder auf dem neusten Stand bin. :shock:

    Naja, auch bei mir ergibt sich täglich ein bisschen mehr Neues und ich muss sagen: Es WIRD!!!!! Ich bin so zufrieden wie schon lange nicht mehr. Mein Partner ist seit über zwei Monaten trocken und ich habe ihn natürlich auch sehr dazu beglückwünscht und gesagt, wie stolz ich auf ihn bin und wie froh. Das hat ihn auch gefreut. Vor ein paar Tagen hatte ich eine Begegnung, die mir wieder sehr intensiv vor Augen führte (und vor die Nase :? ), was ich in meinem Leben auf gar keinen Fall mehr erleben will!!! Ich ging nämlich in einem Geschäft an einem Paar vorbei - und hatte plötzlich den ekelerregenden, starken Gestank von Alkohol in der Nase! Als ich mich umdrehte, sah ich einen älteren, gebeugten, sehr krank aussehenden Mann mit Frau. Sie war sehr gut drauf, während er sich kaum auf den Beinen halten konnte und dann von ihr im Auto gefahren wurde. Ich weiß natürlich nicht, ob die beiden ein Paar sind, aber der Anblick und Geruch haben mich so sehr an früher erinnert. Ich spürte einen fast nicht zu bezwingenden Brechreiz, es war wirklich sehr intensiv und nur negativ. Dabei tat mir der Mann sehr leid. Aber: Nein, das will ich nicht mehr, nie mehr erleben!!! Ich glaube, ihr versteht, was ich meine. Für die Angehörigen hoffe ich nur, dass sie sich genügend und effektiv Hilfe suchen können! Es ist soooo traurig, so etwas zu sehen!

    Zu Haus sprach ich meinen Partner darauf an. Daraus entwickelte sich ein langes, offenes Gespräch, wie schon lange nicht mehr. Schön! Vor allem zeigt er sich zunehmend bereit über das Thema auch wirklich zu reden, bestimmte Wörter in den Mund zu nehmen, anstatt sie zu umschreiben und und und... Es war wirklich der Anfang von einer neuen Zeit! Jetzt habe ich ein Buch gekauft, in dem ein trockener Alkoholiker über seine Krankheit schreibt und es ihm gezeigt und dann einfach mal so :lol: liegen gelassen! Ihr glaubt gar nicht, wie ich ihn dann, beim Heimkommen, vorfand! Er war kaum aus seiner Leseposition zu "wecken", immerzu am Schmökern. Und es entwickeln sich jetzt immer intensivere Gespräche. Er erzählt plötzlich aus seinem früheren Leben, nicht nur von allgemeinen Dingen wie Hobby und Beruf, sondern auch von seinen Beziehungen, seiner Familie usw. Ach, ist das schön! Ich bin soooo glücklich! Jetzt kann ich was mit ihm anfangen, jetzt komme ich ihm näher, lerne ihn kennen und verstehen und merke auch, wie meine Gefühle für ihn sich neu und stärker entwickeln können.

    Im Moment hat er absolut kein Bedürfnis etwas zu trinken. Er sagt sogar, er habe einen richtigen Ekel allein schon bei dem Gedanken an Alkohol. Wisst ihr, ob man so eine Aussage ernst nehmen darf? Gibt es das wirklich, dass jemand, der von einem Stoff abhängig ist/war Ekel dafür entwickelt? Jedenfalls reden wir jetzt auch endlich mal darüber, wie wir in Zukunft mit dem Thema im Freundes- und Verwandtenkreis umgehen wollen.

    Ich wünsche allen, die ähnliche Probleme haben wie ich so eine gute Zeit, wie wir sie gerade haben.

    So, jetzt lese ich noch ein bisschen und werde mich dann noch mal melden. Besonders Gotti und bokins und Juliane, ihr seid mir wichtig, weil ihr auch immer so viel Anteil nehmt!

    Bis dann ganz viele und herzlich-fröhliche Grüße ins Forum!

    Eure Oiseau :D

    Hallo Gotti,

    will mich auch mal wieder melden. Habe deine Beiträge gelesen und gedacht: Schade, Gottis Höhenflug ist auch schon wieder vorbei. Es hält irgend wie nicht lange an, nicht? Die Sache mit dem Einkaufswagen ging mir nicht aus dem Kopf. Mein Ex-Mann hatte auch diese Marotte, allerdings besonders beim Einräumen unseres Kofferraums!!! Er schaffte es, ALLES, was ich recht passabel und ordentlich hineingeschichtet hatte, wieder auszuräumen und auf seine Weise (dann lag der Koffer halt quer statt zu stehen, die gelbe Tasche stand links statt rechts und die weiße rechts statt links usw...) erneut einzuladen. Ich bin dann jedes Mal zornentbrannt weggerannt!! Kam mir vor wie ein dummes, entmündigtes Kind.

    In deinem Fall ist das ja richtig peinlich, vor allen Leuten!!! Du Arme! :roll:

    Ja, ich überlege hin und her, was ich an deiner Stelle täte. Vielleicht (Plan A) solltest du ihn mal loben, WIE TOLL und GROßARTIG er doch Einkaufswagen einladen kann und dass du froh und dankbar bist, ihn dabei zu haben. Ganz im Ernst: Zeig dich voller Dankbarkeit und Bewunderung! :P Weigere dich, auch nur eine Stecknadel in den Wagen zu legen!

    Andere Variante: Lass dir sein System erklären, übe vor seinem gestrengen Blick - und ansonsten wie Plan A.

    Oder - halt ihm den Spiegel vor: Mach es bei einer entsprechenden ähnlichen Gelegenheit, z.B. bei der Hausarbeit, genau wie er, aber ganz cool und ohne zu streiten. Und wenn er protestiert, frag ihn, ob ihm das alles irgend wie bekannt vorkommt.

    Ist aber auch eine alberne Geschichte. Und trotzdem kann es für dich, besonders beim Einkaufen, demütigend sein.

    Ich wünsche dir, dass er mal irgend wann merkt, wie das für dich ist, wenn er sich so verhält.

    Alles Gute, und du hast das mit dem Geschenk fürs Patenkind gut gemacht! Bravo! Gib Verantwortung ab! Er ist schließlich (meistens :roll: ) erwachsen!

    Ich grüße dich!

    Oiseau.

    Guten Abend,

    hoffentlich hattet ihr auch alle einen fleißigen Osterhasen.

    Unser Ostersonntag war sehr bequem und gemütlich-geruhsam. Besonders für mich - denn bei uns hat heute der Mann gekocht! :lol:

    Ostereier gab es auch, und die Schokolade schmeckt mir sogar noch. (Nach den langen Fastenwochen...!)

    Und vorhin habe ich ein ausgiebiges Bad genommen und es mir gut gehen lassen.

    Ja, irgendwie ist der Alltag wieder eingekehrt - und mit ihm all die Angewohnheiten aus vor - klinischer :P Zeit! Allerdings liegt unsere, sagen wir mal Bequemlichkeit, daran, dass ich immer noch recht krank bin (Infekt) und mich schlecht fühle. Gerade mal ins Kino konnten wir gestern gehen.

    So lesen wir viel, trinken gemütlich Tee und schauen fern oder hören Musik. Ich würde gern auch mal reden, aber irgend wie klappt das nicht. Habe ich ja schon erzählt. Ich hänge ein bisschen durch, unsicher noch und - ach, ich weiß auch nicht. Ich will ja geduldig sein, aber ich denke, gerade wenn ich geduldig bin und wenig Initiative ergreife, dann vergeht so viel Zeit und schlechte Angewohnheiten schleichen sich durch die Hintertür wieder in unser Leben. Ich hoffe, mein Partner ergreift mal die Initiative für seine eigene Freizeitgestaltung und wartet nicht immer auf mich und meine Meinung. Das würde mich auch entlasten. (Ich tu ja auch was für mich, wenn ich gesund bin, zumindest.)

    Alkohol ist kein Thema im Moment. Er scheint gut zurecht zu kommen, und ich vermisse auch überhaupt nichts.

    Wenn wir nur endlich mal reden könnten!! Vielleicht hat jemand eine Idee, wie ich ein Gespräch anfangen könnte. Oder jemand kann mir erzählen, wie es bei ihm/ihr funktioniert hat. Bin für jede Anregung dankbar.

    Gute Nacht.

    Oiseau.

    Hallo, bokins,

    hier bin ich nun.

    Wenn dein Mann jetzt schon zweimal nicht zur SHG gegangen ist, dann kann ich verstehen, dass du misstrauisch wirst. Würde mir auch so gehen. Aber: Es ist SEINE Sache! Das rede ich mir auch jeden Tag erneut vor, und ich denke, wenn man es sich immer wieder klar macht, geht es irgend wann in Fleisch und Blut über. (Hoffe ich mal...)

    Was mich bei dir stutzig macht ist, dass dein Mann noch keine Therapie macht, wenn ich auf dem laufenden bin... Mir wäre der alleinige Besuch einer SHG bei meinem Partner zu wenig gewesen. Ich habe so lange Druck gemacht und Ultimaten gestellt, bis ihm klar war, dass ich nur mit einer Therapie bei ihm bleibe. Zusätzlich waren dafür natürlich auch noch ein paar gehörige " Abstürze" im Suff nötig, bis er wirklich merkte: Er will es selbst ändern!

    Ich denke mir beim Lesen deiner Geschichte, dass dein Mann doch noch nicht so weit ist, sich wirklich helfen zu lassen. Du machst ja alles mit ihm mit! Oder? Vielleicht muss er deine Entschlossenheit deutlicher spüren?! Könnte doch sein.

    Wenn man Ultimaten setzt, dann muss man sie natürlich auch selbst befolgen. Scheust du davor zurück, dass es evtl. so kommen könnte? Ich könnte dich sehr gut verstehen, wenn es so wäre. Ihr seid den ganzen Tag zusammen, schreibst du. Da fällt es noch mal schwer, sich wirklich mal abzugrenzen.

    Was tust du für dich? Machst du eine Therapie oder besuchst du eine SHG? Gehst du viel allein fort? Manchmal ist ja diese "Co-Abhängigkeit", wie sie hier thematisiert ist, keine, die auf die Suchterkrankung des Partners beschränkt ist, sondern eine allgemeie Abhängigkeit vom Partner. Bei mir äußerte sich das z.B. dadurch, dass ich kaum noch irgend wo alleine hingehen wollte, richtig Angst hatte davor. Während der Kur meines Partners lernte ich, wieder GERN allein zu sein, etwas allein oder mit Freundinnen zu unternehmen usw. Das brachte mich einen großen Schritt weiter in Richtung auf die Un-Abhängigkeit zu. Ihr habt ein noch relativ junges Kind, das dich wahrscheinlich daran hindert, immer überall hingehen zu können. Klar. Aber vielleicht gelingt es dir, doch mal wieder die Zeit für dich zu nutzen, die dir ALLEIN zur Verfügung steht. Ich hoffe, du hast solche Zeit! Und ich wünsche dir, dass du es schaffst ein bisschen mehr für dich zu tun, ohne gleichzeitig auf deinen Mann zu schielen.

    Alles Gute, deine Geschichte erinnert mich so oft an meine, daher glaube ich, dich recht gut zu verstehen.

    Schöne, friedliche und FRÖHLICHE Ostern wünscht dir

    Oiseau. :D

    Hallo, bokins,

    komisch, ich hatte gestern viel an dich denken müssen und deinen Thread noch mal gesucht, weil ich so lange nichts mehr von dir gelesen hatte. Und da schreibst du mir. Schön. Danke. :)

    Ich wünsche dir frohe Ostern und schreibe in deinem Thread weiter.

    Oiseau

    Hallo, Juliane,

    schön wieder von dir zu hören!

    Inzwischen habe ich auch mal deine Geschichte nachgelesen und bin nun ein bisschen besser informiert. Also, ich kann dich gut verstehen, dass du den Vertrauensverlust nur schwer wegstecken kannst. Da braucht es jetzt wirklich so eine bewusste "Entscheidung" zum erneuten Vertrauen! Ist bestimmt eine Gratwanderung für dich/euch, aber bestimmt auch eine spannende und knisternde Wiederannäherung, oder?

    Das mit den Ich-Botschaften beherzige ich meistens. Ich denke wirklich auch erst zehnmal darüber nach, was ich sagen will, bevor ich anfange zu reden. Nervt zuweilen ganz schön, aber ich sehe es ja ein! :roll:

    Wie viel Zeit habt ihr euch denn gegeben, um zu entscheiden wieder zusammen zu leben? Wovon hängt ein Erfolg ab? Ich meine, sicher weißt du ja nie, ob er dir alles erzählt. Auch in meinem Fall hängt ja eigentlich alles an diesem Vertrauen. Ist schwer, es wiederzufinden, auch wenn man sich entschieden hat, es zu versuchen.

    Also, weiterhin viel Glück beim Vertrauen - Finden (wie auch beim Ostereiersuchen)! :D

    Oiseau