Beiträge von Insulaner

    Hey Diddi,

    Zitat

    Es war nicht als Angriff gesehen

    Klang aber so, anderenfalls würde Dich die Frage nicht so aufregen/beschäftigen.

    Ich denke, mit Deinen Fragen zu Thema Wohnung wirst Du bei uns hier relativ wenig Infos kriegen, zumal Informationen zu derlei "Rechtsfragen" im weitesten Sinne hier im Forum nicht gegeben werden sollen/dürfen, wir sind schliesslich keine Anwälte (und Ärzte auch nicht).
    Nur eines vielleicht: Ich kenn das so, dass es eine Nettokaltmiete, eine Bruttokaltmiete und eine Warmmiete gibt. Netto kalt ist klar (oder?) Brutto kalt ist im Prinzip die Warmmiete abzüglich des Heizkostenvorschusses, oder umgekehrt die Nettokaltmiete zuzüglich Nebenkosten wie Müllabfuhr, Hausmeister, Versicherung, Grundsteuer, Strassenreinigung, Winterdienst, etc, aber eben ohne Heizkosten. Ob die Arge auch so rechnet weiss ich nicht.

    Aus der Erfahrung weiss ich, dass es auch bei den Ämtern bzw der Arge immer für alles eine Lösung gibt und man nur dann Antworten kriegt, wenn man fragt. Und wenn Du die Beraterin kennst, umso besser.
    Ich würde an Deiner Stelle einfach mal mit genau den Argumenten, die für die erste Wohnung A sprechen, und die Du, so lese ich Deine Beschreibung, gerne hättest, zur Arge gehen und fragen, welche Möglichkeiten es da gibt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das an ein paar Euro scheitern sollte.
    Wie gesagt, fragen kost nix..!!

    Ich wünsch Dir viel Erfolg.

    Ganz liebe Grüße

    Der Insulaner ;)

    Hi Pacho,

    Sag mal, wir sind nicht zufälligerweise verwandt, oder? Ich mein nur, Deine Story ist fast 1 zu 1 die von meiner Mutter. ;)
    Nur das meine Mutter vom betreuten Wohnen noch ein ganzes Stück entfernt ist und ich inzwischen aufgehört habe, die Abstürze/KH Aufenthalte zu zählen.

    Zitat

    Hab denen auch gesagt, dass, wird meine Mutter entlassen, innerhalb von zwei Wochen das gleiche passiert und sie dann vermutlich versterben wird. Hab mir alle Namen und Gespräche notiert und denen das auch kommuniziert.

    Mir ist nicht ganz klar, was Du Dir davon versprichst/versprochen hast. Zum einen sind Ärzte nicht doof (die meisten jedenfalls) und wissen auch, dass Alkis über kurz oder lang wieder den Zustand erreichen, den sie bei Einlieferung hatten, zum anderen sind ihnen was "Zwangsmassnahmen" angeht die Hände gebunden, da es sich auch bei Alkis um freie Menschen handelt (auch wenn's anders manchmal einfacher wäre).

    Das mit den Verwandten/Nachbarn kenn ich auch (Ihr lasst sie ja auch so alleine, da kann man ja nur saufen), aber inzwischen haben viele dazugelernt und bedauern eher mich als meine Mutter, bieten mir Unterstützung an usw. Das baut echt auf, zumal es zum Teil aus Ecken kam, wo man überhaupt nicht mit rechnet.

    Wie geht's Dir eigentlich dabei?? Ich mein, einerseits hast Du den Kontakt zu Deiner Mutter, wenn ich Dich richtig verstanden hab, soweit abgebrochen, dass sie sich bei Dir melden müsste, andererseits telefonierst Du alle 2 Tage mit dem KH Personal, kümmerst Dich um Betreuung, Pflegedienst etc. Das geht doch bestimmt nicht ohne Spuren vorbei, oder??
    Wenn Du magst kannst Du ruhig ein bisschen von Dir schreiben, ich glaub nämlich nicht, dass Du das so sachlich abfrühstückst wie Du es hier schreibst.

    Ich wünsch Dir ganz viel Kraft

    Ganz liebe Grüße

    Der Insulaner

    Hey Diddi,

    Nun wirf mal nicht gleich die Flinte ins Korn. Du warst bei der Arge, Du hast einen Bescheid (oder?), Du wirst wahrscheinlich bald ausziehen, ich finde, da könntest Du schon ein wenig Vorfreude an den Tag legen.
    Und das die Arge wissen möchte, warum Du ausziehen möchtest, kann ich durchaus nachvollziehen.
    1. gibt Dir jemand jeden Monat Geld, ohne eine Gegenleistung dafür zu fordern/zu bekommen, da wird man schonmal nach dem Grund fragen dürfen
    2. kann es ja auch sein, dass jemand "Schindluder" betreiben möchte, also auf deutsch gesagt "abzocken" und
    3. könnte ja auch noch mehr hinter Deinem Auszug stecken, (Stichwort häusliche Gewalt fällt mir da beispielsweise ein), was dann ggf behandelt/weiterverfolgt werden muss.

    Ich denke, wenn Du denen wahrheitsgemäss sagst, dass Deine Mutter Alkoholikerin ist, dann dürfte das mehr als ausreichend sein.

    Du hast nicht wirklich erwartet, dass man Dir eine neue Wohnung auf dem Silbertablett serviert, oder? Die Arge-Leute können Dir da doch bestimmt was vermitteln/mit einer Liste von Vermietern aushelfen.

    Tu Dir selbst einen Gefallen und ENTSORGE DIE GEFUNDENEN VORRÄTE NICHT. Klingt erstmal total abwegig, aber es bringt nix und erzeugt nur Frust bei Dir. Du hast natürlich Recht, dass Alk nix im Schrank Deiner Tochter verloren hat. Nimm die Flasche/n einfach raus und stell sie z.B. auf den Küchen- oder Wohnzimmertisch, so dass alle sehen können, dass Du sie gefunden hast und sage auch dazu (natürlich nur, wenn Deine Mutter nüchtern ist) dass Du nicht duldest, dass Alk im Schrank Deiner Tochter gebunkert wird. Zeige klar auf, wo Deine Grenzen sind, wenn's geht sachlich, nicht anklagend, oder so.

    Ach so, die anderen hatten es ja schon zum grossen Teil geschrieben, aber ich sag's nochmal: Du bist weder für Deine Mutter noch für Deinen Vater verantwortlich. Ergo kannst Du auch niemanden im Stich lassen. Dein Vater ist genau wie Du ein erwachsener Mensch, er kann ja auch ausziehen und für sich eine Lösung finden, wie er mit dem Alkoholismus seiner Frau umgeht. Kümmer Du Dich um Dich und Deine Kleine, damit bist Du bestimmt mehr als ausgelastet, oder??

    Ich schick Dir ganz viel Kraft, und vermute nicht hinter jeder Frage gleich einen Angriff (Stichwort Arge-Fragen), OK??

    Alles Liebe

    Der Insulaner

    Hey Two-Face,

    Erstmal herzlich willkommen hier..!!

    Ich nehme mal an, dass es mit daran liegen könnte, dass Du zwar alles für andere tun würdest (Familienkasper etc), aber nie den Eindruck hast, dass es genug ist, dass man und auch Du zufrieden ist mit dem, was Du tust (oder auch lässt). Das erzeugt Frust in der Art, nicht gut genug zu sein, die Ansprüche schrauben sich immer weiter nach oben und das Ziel wird immer unerreichbarer. Das wäre aus meiner Sicht EINE Erklärung, woher Depressionen kommen. Aber da kenn ich mich nicht aus, ich bin da wie man so schön sagt "ohne Befund". Vielleicht könne Dir da andere mehr sagen.

    Was ich aber weiss ist, und dies ist explizit KEIN medizinischer Ratschlag sondern die Erfahrung, die ich meiner Mutter zu verdanken habe, dass Antidepressiva modernerer Art i.d.R. dauerhaft eingenommen werden. Ich nehme an, Du nimmst sie nicht mehr, oder??
    Dann ab zum Arzt mit Dir, lass Dich zum Psychologen überweisen und die Depressionen (erneut) behandeln. Und keine Angst, die schicken Dich nicht sofort in die Irrenanstalt. Depressionen sind inzwischen fast Volkskrankheit (siehe auch Burn Out Syndrom).

    Ich wünsch Dir ganz viel Kraft

    Alles Liebe und bis bald

    Der Insulaner

    Hey Bicaje,

    Erstmal auch von mir ein ganz herzliches Willkommen hier.

    Lavendula hat Recht, Du hast gerade ein Paradebeispiel kennengelernt, wie das System rund um den Alki funktioniert. Da er seltener bei Deiner Schwester (oder wahlweise auch anderen Verwandten) ist, ist es sehr einfach für ihn, sich dort "zu benehmen" und wenig bis nix zu trinken (zumindest sichtbar, Flachmänner passen fast überall hin). Damit glaubt er, sich und den anderen zu zeigen, dass er kein Problem hat, dass er alles im Griff hat usw. Wenn ihn dabei jmd aus der näheren Bekanntschaft/Verwandtschaft auch noch beobachten kann, umso besser, dann hat er einen "Zeugen".

    Was Deine eigentliche Frage/Schilderung angeht:
    Sieh es doch mal so, Du hast damals Deinen Vater mitgenommen und bei Euch aufgenommen, weil er versprochen hat, seine Sauferei in den Griff zu bekommen. Du hast ihm geglaubt, sicher auch, weil Du ihm glauben wolltest. Ausserdem hattest Du zu dem Zeitpunkt (wahrscheinlich) gar nicht die Informationen (über Alkoholismus im Allgemeinen und darüber, dass Dein Vater einer ist), die Du jetzt hast.
    Und überhaupt, warum soll man seine Einstellung/Meinung nicht ändern dürfen. Niemand ist verpflichtet, egal, welche Entscheidungen man vorher getroffen hat, mit einem Alki unterzugehen, seine Beziehung auf's spiel zu setzen usw.


    Ich wünsch Dir viel Kraft

    Alles liebe und bis bald

    Der Insulaner

    Hey Cora,

    ich frag mich auch, was die Aktion bringen soll. Ich mein, sie wird was bringen, aber nur Frust bei Euch, mehr nicht. Ich hatte Dir ja in Deinem anderen Thread schon geschrieben (glaub ich), dass sich der Alki die Wahrheit bzw seine Wahrnehmung davon so zurecht legt, wie es ihm grad passt. Und er denkt nur von Situation zu Situation, will heissen, wenn Ihr ihn am Sonntag beim Lügen ertappt, dann ist für ihn DIESE EINE Lüge daneben gegangen. Diese Erkenntnis wird aber für die kommenden Situationen nicht weiter in Betracht gezogen, höchstens, um beim nächsten Mal die Lüge noch professioneller aufzuziehen, um nicht erwischt zu werden. Lügen gehört beim Alki zum Alltag. Du brauchst Dir nur mal vorzustellen, wie er so stramm vor Dir steht, dass es ihn kaum noch auf den Beinen hält und Du fragst: "Hast Du getrunken?" (Angesichts der Situation eigentlich auch eine ziemlich dämliche Frage!!) Er wird trotzdem antworten: "Nein..!!"

    Cora, ich muss mich Dani anschliessen, Du suchst immernoch nach Hilfe für Deinen Vater, die er aber nur selbst suchen und finden kann und zwar genau dann, wenn er die Einsicht in seine Sucht gefunden hat.
    Tu Dir selbst einen Gefallen und verwende die Energie, die Du derzeit verwendest, um Deinen Vater beim Lügen zu ertappen, für Dich. Schau Dich um z.B. nach einer SHG, lies hier weiter, ggf kann auch ein Buch zum Thema Co-Abhängigkeit (hab leider grad keine Tipp parat) helfen. Du bist nicht dafür verantwortlich, dass Dein Vater säuft, folglich kann es auch nicht Deine Aufgabe sein, ihn davon abzubringen. Durch Eure Aktionen verzögert Ihr evtl sogar das Erreichen des "Tiefpunktes", den der Alki braucht, um seine Sucht zu erkennen und etwas dagegen tun zu wollen.
    Dein Vater ist aber nicht hier, sondern Du, ergo können wir DIR helfen, Deinem Vater nicht. Dafür müsste er sich schon selbst anmelden..

    Ich wünsch Dir ganz viel Kraft

    Bis bald

    Der Insulaner

    Hey Nici,

    Erstmal auch von mir herzlich willkommen bei uns "Kindern".

    Komm erstmal ein bißchen runter, es hilft nicht, sich so aufzuspulen.
    1. Alkoholismus ist eine Krankheit, eine Suchtkrankheit, um genau zu sein. Keine Willensschwäche.

    2. Dass die AA's oder besser die SHG'ler (dies hier ist übrigens auch eine SHG) sagen, dass Rückfälle normal sind, hat nichts mit verharmlosen zu tun. Man braucht nur mal einen kurzen Blick auf Rückfallquoten nach Langzeittherapien zu werfen, um zu dieser Aussage zu kommen. Ausserdem hilft es insbesondere Dir als Angehörigem, denn wenn Du weisst, dass der Rückfall mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50% kommt, dann gehst Du damit ganz anders um. Warst Du schonmal bei einer SHG Sitzung, oder woher beziehst Du die Erkenntnis, was dort abgeht??

    3. Ein Hausarzt ist nunmal kein Suchtspezialist, sondern meistens Internist oder Chirurg. Mal davon abgesehen, dass Suchtpatienten (Ja, Alkis sind auch Suchtpatienten!!) bei den meisten Ärzten nicht besonders beliebt sind, weil sich die Ärzte an ihnen genauso die Zähne ausbeissen wie die Angehörigen. Zudem ist auch unter Ärzten die Meinung, dass Alkoholismus eine Willensschwäche ist, weit verbreitet (O-Ton eines der vielen Ärzte, die meine Mutter in den Fingern hatten: " Na ja, dann trinken Sie halt einfach nix..!"). Btw: Was macht Dich so sicher, dass der Arzt das wirklich abgesegnet hat? Unsere Pappenheimer legen sich meistens die Wahrheit so zurecht, wie es ihnen passt. Wahrscheinlich hat der Arzt eher etwas gesagt wie "Ab und zu mal ein Alkfreies Bier...!" oder Dein Vater hat sich mit einer geschickt gestellten Frage die Absolution geholt.

    Die "Mitleidstour" ist übrigens typisch für Alkis, und bei Euch scheint sie ja auch noch zu greifen, denn wenn die Mitleidstour nicht mehr greift geht's oft ins agressive, da wird dann auch mitunter vor Gewalt gegen Sachen oder Personen nicht Halt gemacht bzw es geht ins Beleidigende, Selbtsmorddrohungen sind auch immer wieder gern genommen. Wichtig ist für den Alki, dass er es schafft, Euch im System zu halten. Das System heisst "Alki und Wasserträger". Wasserträger sind die, die dafür sorgen, dass nach aussen alles heile Welt ist, also meistens die Familie. Hat denn schonmal jemand auf die

    Zitat

    "Mitleidstour", er zieht aus, nimmt sich eine eigene Wohnung, damit wir nicht sehen, wie er zugunde geht.

    mit "Oh ja, gerne, dann muss ich nicht ausziehen!" geantwortet? Ich tippe mal Nein!!

    Am besten liest Du Dich hier mal ein bisschen ein, auch ein Seitenblick in die anderen Bereiche schadet nicht. Und wenn Du Fragen hast, frag einfach, wenn Du etwas loswerden willst, schreib's einfach, hier ist immer jemand, der Dir "zuhört".

    Alles Gute und bis bald,

    Der Insulaner

    Hey Cora,

    Lügen ist Bestandteil des Alki Daseins, es dient dazu, den Schein aufrecht zu erhalten, dass "alles in Ordnung" ist, dass man es "im Griff" hat und dass es für die Fahne (als Beispiel) einen einfachen "vernünftigen" Grund gibt (z.B. habe Hustensaft genommen, hab grade 'ne Rumkugel gegessen, etc.). Und es dauert recht lange, bis der Aussenstehende dieses Lügengerüst durchschaut.

    Zitat

    Ist das aber der richtige Weg??

    Im Prinzip ja, aber ich fürchte, dass das nicht das ist, was Du Dir vorstellst, denn es ist nur der richtige Weg FÜR DICH (bzw EUCH), Euren Vater werdet Ihr auch mit der Nummer nicht vom Saufen abbringen.
    Leider haben wir Angehörigen immer die Vorstellung, dass man mit einem lauten Knall (und nix anderes ist die unter grossen Tamtam vorgetragene Drohung, den Kontakt für immer abzubrechen) den Alki schon auf den rechten Weg bringen kann, wenn er nur will, aber Alkoholismus ist eine Sucht, keine Willensschwäche.

    Wie gesagt, es ist sicher der richtige Weg, den Kontakt abzubrechen, und zwar für Euch, wenn Ihr nicht mit untergehen wollt. (Zwischenfrage: Ist Deine Schwester wegen Eures Vaters wieder in seine Nähe gezogen oder gab's da andere Gründe?) Vielleicht schaust Du/schaut Ihr mal bei Euch in der Gegend (in Berlin sollte es da ausreichend geben) nach einer Suchtberatung und/oder Selbsthilfegruppe um, Ihr als Angehörige seid nämlich auch teil des Systems "Alki" (heimlich hinterhertelefonieren, Lügen aufdecken, usw, das sind "Symptome" einer Co Abhängigkeit. Villeicht dazu mal das grosse G befragen?!?!?). Ach so, und eins vielleicht noch. Redet nur mit ihm, wenn er nüchtern ist, alles andere ist für'n A****.

    Zitat

    Was ist wenn er sich dann wirklich tod säuft weil er niemanden mehr hat?...Kann man sich wirklich das Gehirn so zerstören das man anfängt mit Halluzinationen?

    Wie schon gesagt, Du wirst den Alki nicht vom Saufen abbringen, egal ob durch Anwesenheit (=Liebe) oder Kontaktabbruch (=Liebesentzug). Bist Du da ist das der Grund zum Saufen, bist Du nicht da ist das der Grund, Du verstehst, was ich meine?? "Saufen, weil..." ist keine legitime Wortkombination. Der Alkoholismus als Krankheit, sofern er nicht behandelt wird, endet zwangsläufig tödlich.

    Was die Hallus angeht: Ja, natürlich, Alkohol ist ein Gift, eine bewusstseinsverändernde Droge. Hallus treten oft während der "Entzugsphasen" auf. Wenn Du mehr wissen willst, einfach mal die Suchmaschine mit dem G anschmeissen und "Alkoholismus Folgen" eingeben, aber achte vorher drauf, dass Du gut und fest sitzt.

    Wenn das mit der gelben Haut, was Deine Schwester erzählt hat, stimmt, dann scheint seine Leber bereits angegriffen zu sein. Damit ist nicht zu spassen. Auch hier mal das G anschmeissen und nach Leberzyrrhose suchen. Idealerweise Vater zum Arzt schaffen, aber das ist sicher leichter gesagt als getan, das ist mir klar.

    Ich hab jetzt Deinen alten Thread nicht so schnell gefunden, magst Du noch ein bisschen zu Dir schreiben. Denn Du bist hier, Dir können wir helfen. Deinem Vater kann nur er selbst helfen.

    Wenn Du gesundheitlich angeschlagen bist würd ich mir das sehr genau überlegen, ob Du Dir die Tour und die Begegnung mit Deinem Vater wirklich antun musst!! Vermutlich wird es Dich noch mehr runterziehen. Wie lange hast Du ihn nicht mehr gesehen??

    Liess einfach noch ein bisschen hier und frag, wenn Dir was unklar ist, und achte auf DICH..!!!

    Ich schick Dir mal 'ne grosse Tüte Kraft

    Alles Liebe und bis bald

    Der Insulaner

    Hallo realprincess,

    erstmal sei ganz herzlich willkommen hier bei uns "Kindern".

    Zitat

    könnt ihr mir helfen???


    Ja, natürlich jederzeit gern, nur nicht auf die Art, die Du Dir vielleicht ausgemalt hast, denn wir können hier nur DIR helfen. Deinem Vater werden wir wir nicht helfen können. Deinem Vater kann nur er selbst helfen, wenn er denn will.
    Das einzige, was Ihr tun könnt ist dafür zu sorgen, dass Ihr Euch "in Sicherheit" bringt, damit Ihr nicht mit untergeht, denn das wird wohl die (nahezu) unweigerliche Folge sein.

    Ach, bevor ich's vergesse: Es gibt keinen Grund zum Saufen ausser dem Saufen selbst.

    Erzähl doch mal ein bisschen von Dir, wie Du die ganze Sache siehst, was für Dich ggf als Lösung in Frage käme, wie Deine Wohnsituation ist (Du wohnst nicht mehr bei Deinem Vater, richtig?). Und frag alles, was Dir auf der Seele brennt. Irgendwer ist hier immer unterwegs, der Dir "zuhört".

    Wie gesagt, Deinem Vater können wir nicht helfen, niemand kann das, höchstens er selbst. Wir können aber DIR helfen, denn DU bist hier.

    Ich schick Dir schonmal ein bißchen Kraft..!!

    Alles Liebe und bis bald

    Der Insulaner ;)

    Hey Technik,

    eines erstmal vorweg: Das habt Ihr sehr gut gemacht, dass Ihr zur SHG gegangen seid. Ich denke, Ihr habt einige neue Einsichten bekommen bzw eigene Einsichten bestätigt bekommen, stimmt's??
    Aber einen Zahn muss ich Dir jetzt mal ziehen: Selbst wenn Ihr Euren Schwiegervater zum Aufhören bekommt (was ich anhand Deiner Schilderungen stark bezweifle), er wird NIE MEHR DER ALTE sein. Überleg mal, 30 Jahre kreisen seine Gedanken mal mehr mal weniger um den Alk. Wenn da nun kein Alk mehr ist, worum sollen seine Gedanken dann kreisen?? Er müsste erstmal wieder lernen, dass es auch was anderes gibt als Saufen.

    Die Reaktion Deiner SchwieMu find ich gar nicht so unverständlich. Schlussendlich lässt sich Alkoholismus und Co-Abhängigkeit allerdings nicht verstehen, es ist nicht logisch, es passiert oft genau das Gegenteil von dem, was logisch wäre..!! Und die Konsequenzen, die sie nun aus ihrer Einsicht/Meinung ziehen könnte, die sieht sie nicht. Aber scheinbar reift bei ihr schon eine Idee, was sie machen will. Nehmt sie unbedingt mit zum nächsten SHG Treffen. Und wozu Ausreden?? Mit der Wahrheit fährt man meistens am besten.

    Warum Du so "schnell" den Schritt zur SHG gehen kannst und Dein Mann und Deine SchwieMu nicht ist relativ einfach, sie kennen es nicht anders, sie "wissen" nicht, dass SIE (und nur sie) ihre eigene Situation ändern können und müssen, sie sind es gewohnt, dem Alki den Rücken frei zu halten und sind froh, wenn es mal einen Tag nicht ganz so schlimm geworden ist. All das getrieben von der Hoffnung, dass der Alki vielleicht doch irgendwann mal von sich aus "vernünftig" wird. Aber wie gesagt, Alkoholismus hat mit Vernunft nix aber auch gar nix zu tun..!! :(

    Übrigens: Weglaufen wenn's droht zu eskalieren ist grenzwertig. Wenn Ihr einfach heimlich still und leise rausschleicht empfindet der Alki das als Sieg. "Endlich sind sie weg und ich kann in Ruhe weitersaufen!" Besser wäre ihm zu sagen, dass Ihr sein Verhalten nicht akzeptiert und deshalb jetzt geht. Und nehmt "klein Schwager" und Schwiemu gleich mit. Sollten die Angriffe körperlich werden --> Polizei!!! (Das ist mein Ernst!!!)

    Dir nochmal viel Kraft..!!!

    Ganz liebe Grüße

    Der Insulaner ;)

    Hey Technik,

    Erstmal auch von mir herzlich willkommen hier bei uns "Kindern".

    Dani hat Recht, Deine SchwieMu ist für sich selbst verantwortlich, insofern kannst Du sie nicht im Stich lassen. Sie kann doch auch selbst gehen und auch für sich selbst entscheiden, ob sie das will oder nicht.

    Und Du bzw Ihr müsst selbst entscheiden, was Euch wichtiger ist, Euer Wohlergehen (und das Eures Zwergs) oder Haus und Firma.

    Du schreibst von tätlichen Angriffen und blauen Augen. Meinst Du das im übertragenen Sinne oder gab's wirklich schon Schläge und blaue Flecken/Augen?? Wenn letzteres, dann holt Ihr bitte das nächste mal die Polizei, und wenn Dein "kleiner" Schwager da der Leidtragende ist, dann ist das Jugendamt der richtige Ansprechpartner (auch wenn's nach "Petzen" aussieht, das muss Euch in dem Moement egal sein)!

    Der Tip von Dani bzgl des Anwalts ist übrigens sehr gut, dort könnt Ihr Euch Rat holen, wie es mit Haus und Firma weitergehen kann und Ihr könnt Euch wieder auf Euch konzentrieren.

    Ich schick Euch ganz viel Kraft..

    Liebe Grüße

    der Insulaner

    Hallo MiniMe,

    erstmal auch von mir ein herzliches Willkommen im "Kinderbereich"!!

    Zitat

    aber ich MUSS ihr helfen


    Nein, nein, nein und nochmal Nein. Du MUSST gar nichts, und Du kannst auch nicht. Der einzige Mensch, der Deiner Mutter beim trockenwerden helfen kann ist sie selbst, sonst niemand. SIE MUSS begreifen, dass SIE SÜCHTIG ist, sonst ist alles andere für'n A****.
    Wenn sie denn wirklich zu dieser Einsicht gekommen ist (ich zweifle da ein bisschen), dann ist es auch wichtig, dass sie sich offen mit dem Thema beschäftigt. Schämen ist zwar ganz nett (auch für den Aussenstehenden), hilft aber nicht, weil jmd, der sich schämt, nirgendwo hingeht und um Hilfe bittet.

    Aber jetzt mal zu Deinen Fragen:

    Zitat

    Muss sie denn entgiftet werden im Krankenhaus?

    Das kann man aus der Entfernung schwer sagen, aber zur Sicherheit (die meisten unserer Pappenheimer sagen NIE ehrlich, wann sie das letzte mal getrunken haben) würd ich sagen JA!!

    Zitat

    Schafft man es nur mit Gesprächen?

    Schon (im Grunde ist die Langzeittherapie ja nichts anderes), aber braucht auf allen Seiten einen starken Willen und Disziplin.

    Zitat

    Wo muss ich mich hinwenden, ausser beim Hausarzt?

    DU musst Dich nirgendwohin wenden (es sei denn, Du suchst Hilfe für Dich). DEINE MUTTER kann sich entweder an den Hausarzt wenden oder aber an eine Suchtberatung (z.B. Caritas, Malteser, Johanniter, einfach mal Freund Google fragen, Suchbgriffe "Suchtberatung" & Eure Stadt/Ort). Auch eine Selbsthilfegruppe kann da bestimmt den Kontakt herstellen.
    Apropos:

    Zitat

    Was wird bei einer Selbsthilfegruppe denn alles gemacht? Hilft das auch schon zum trocken werden?

    Auch hier geht es in erster Linie um Gespräche und darum, den inneren Schweinehund im Zaum zu halten (nur nochmal zum Verständnis: Alkoholismus ist nicht heilbar!!). Aus meiner Sicht hilft die SHG vor allem, trocken zu bleiben. Es soll auch Leute geben, die es nur mit der SHG geschafft haben, trocken zu werden, aber das ist eher die Minderheit.

    Und tue Dir und Deiner Mutter einen Gefallen. Gib IHR die Verantwortung für ihr Handeln zurück. Es hilft nichts, wenn Du Dich um alles kümmerst und ihr alles abnimmst, weil sie sich schämt, nach aussen ihre SUCHT einzugestehen. Wenn SIE trocken werden will (wenn sie es WIRKLICH will), dann wird sie sich auch über diese Schamschwelle hinwegsetzen können bzw wollen.

    Und übrigens: DU BIST NICHT NEBENSACHE, ganz im Gegenteil. Ich geb Dir mal ein Beispiel zurück:

    Zitat

    Nachts hasse ich sie dann =( es tut mir wirklich weh

    Du solltest auch etwas für DICH tun und Dich mit dem Alkoholismus (und mit Co-Abhängigkeit) auseinandersetzen. Auch das Lesen von Threads von den anderen Kindern aber auch drüben bei den direkt betroffenen (manch einer schreibt auch hin und wieder mal hier) hilft beim Begreifen. Bitte mache Dir auch bewusst, dass es mit einer evtl Therapie nicht getan ist, das Rückfallrisiko ist immer da..!!!

    Erzähl doch mal was von Dir, wie Du Dich fühlst, wenn Du merkst, dass sie wieder mal besoffen ist, usw. DU bist hier, Dir können wir helfen. Deine Mutter müsste sich schon selbst anmelden (vielleicht zeigst Du ihr das Forum hier einfach mal!?!?!?)..!!!

    Dir ganz viel Kraft..!! ;)

    Alles Gute und bis bald

    Der Insulaner

    Hi LaChela,

    OK, Du hast offenbar verstanden, dass Du für Deinen Vater nichts tun kannst, zumindest nichts, was ihn vom Saufen abbringen/abhalten könnte. Aber: Du hast ihm noch nicht die Verantwortung für das, was er tut, zurückgegeben.
    Beispiel: Ihr geht auf eine Familienfeier, Deine Mutter sorgt dafür, dass er ordentlich angezogen ist, Ihr macht Euch Sorgen, dass er sich auch "ordentlich benimmt", und wenn er das Treppenhaus vollgeko** hat, dann macht Ihr's wieder weg (oder??). Ein Paradis ...!!
    Gebt ihm die Verantwortung zurück. ER muss für einen ordentlichen Anzug sorgen (oder abgeranzt zur Feier gehen, das muss Euch dann egal sein), Er muss die vollgek**** Treppe saubermachen. Wenn ER aus seinem Tran aufwacht und die Treppe ist wieder sauber, dann war's wohl nicht so schlimm (aus seiner Sicht).
    Und genauso musst Du für DICH Verantwortung übernehmen, und zwar NUR FÜR DICH. Nicht für Deine Mutter, auch nicht für Deinen Bruder, für den ist Deine Mutter zuständig (und Dein Vater natürlich, aber der hat offensichtlich genug mit sich selbst zu tun..!!).
    Sicher ist jede Veränderung erstmal schwer, ist mit "Kampf" und sicherlich auch mit Gewissenbissen (eigenen und auch vom Umfeld eingeredeten) verbunden. Aber ist es das wirklich wert, für einen Säufer (Ja, genau so hart mein ich das!!) SEIN EIGENES LEBEN aufzugeben und nur in dessen Dunstkreis (Wortspiel!) vor sich hin zu vegetieren und im Zweifel am Ende mit unterzugehen?
    Für Dich zählt doch im Grunde nur eines (zumindest sollte es so sein): DU WILLST SO NICHT MEHR WEITERMACHEN!! Stimmt doch, oder??
    Und lass Dir nicht einreden, dass Du irgendwen im Stich lassen würdest, jeder von ihnen (Dein Bruder, Deine Mutter) hat genauso die Möglichkeit, aus dem System Abhängiger/Co-Abhängiger ("Wasserträger") auszusteigen, man muss es "nur" wollen!!! (das "nur" klingt jetzt so einfach, wir wissen alle, dass es SOOO einfach nicht ist).

    Wie sollst Du Dich ihm gegenüber verhalten? Hm, meistens ist die Wahrheit die beste Variante. Sprich nicht mit ihm bzw ignorier ihn, wenn er betrunken ist UND SAG IHM DAS AUCH SO. Wiederhole es (also das Sagen), wenn er nüchtern ist. Wenn er nie nüchtern ist, siehe oben.

    Wie wimmelt man Freunde ab? Also, ich sag mal so, wenn man sie "abwimmeln" muss sind's vielleicht gar keine "Freunde", aber das nur am Rande. Auch hier ist die Wahrheit der beste Weg. Wenn Du sagst, "Ich mag nicht, dass jemand zu mir nach Haus kommt, weil meine Vater ein Alkoholiker ist!", dann sollte das "ein Freund" eigentlich verstehen. Und Du kannst ganz beruhigt sein, soooo geheim, wie Du glaubst, ist "Dein Geheimnis" nicht. Mindestens 75% Deiner Freunde/Bekannten/"Dorfbewohner" weiss es mit Sicherheit, oder ahnt es zumindest. Und je offener Du damit umgehst und Dir nicht jeden Schuh, der eigentlich für Deinen Vater gedacht ist, anziehst, umso leichter wird's, damit umzugehen. (s.o. Verantwortung zurückgeben)

    Und das mit der Wut gibt sich dann auch mit der Zeit, hab ein wenig Geduld mit Dir.

    So, das war jetzt eine Menge zu Lesen, ich hoffe, es hilft Dir ein wenig.
    Schreib gern hier weiter, lies bei den anderen (oder bei mir, aber da musst Du glaub ich ganz schön tief graben), und stell Fragen, wenn Dir was unklar ist, denn dumme Fragen gibt's nicht. ;)

    Dir weiterhin ganz viel Kraft,

    Ganz liebe Grüße und bis bald

    Der Insulaner

    Hi LaChela,

    Du kannst sicher sein, dass hier jede Mege Leute sind, die das interessiert, was Du schreibst. Brauchst Dir nur mal die Anzahl der Aufrufe ankucken. ;)
    Und nur weil Dir niemand was dazuschreibt zeugt das nicht von Desinteresse.

    Zu Deiner Frage: Inwiefern Alkoholismus Alzheimer begünstigt kann Dir hier wahrscheinlich keiner sagen, da wir hier (wie Du bestimmt schonmal irgendwo gesehen hast?!?!) keine Auskünfte zu rechtlichen oder medizinischen Dingen geben, wir sind schliesslich weder Anwälte noch Ärzte.
    Aber vielleicht eine persönliche Einschätzung: Wenn ich mir ankucke, welche Krankheiten durch den Missbrauch von Alkohol zumindest begünstigt oder gar hervorgerufen werden können, z.B. Leberzyrrhose, Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Demenz, Wernicke-Korsakow-Syndrom.., kann ich mir gut vorstellen, dass Alzheimer auch dazu gehört, bzw dass "alzheimerähnliche Symptome" zu beobachten sind.!!
    Wirf mal eine Internetsuchmaschine (z.B. die mit G..) an, ich hab da grad auch Anhieb 10 interessante Seiten gefunden (Suchbegriffe: Alkoholismus Folgen).

    Erzähl doch mal, was Du in den letzten Tagen so FÜR DICH getan hast. OK, Du hast Bewerbungen geschrieben, sehr gut. Bereitest Du damit Deinen Absprung von zu Hause vor?? Hast Du Bewerbungen für "weit weg" geschrieben oder doch eher für "zu Hause"? Du würdest auf jeden Fall durch einen Umzug Abstand gewinnen. Versteh mich nicht falsch, ich will Dir jetzt nicht sagen, dass Du UNBEDINGT ausziehen musst, man kann auch Abstand zum Alki halten ohne sich physikalisch zu entfernen, aber das schaffen nur ganz wenige, weil das das strikte Einhalten von Regeln erfordert und man auch immerwieder mit dem Alk konfrontiert wird. Bei den weitaus meisten hat erst die räumliche Distanz einen wirklichen Abstand gebracht.

    So, ich hoffe, ich konnte Dir ein bisschen helfen.
    Ich wünsch Dir viel Kraft und viel Erfolg bei den Bewerbungen!!

    Alles Liebe und bis bald

    Der Insulaner ;)

    Hallo Kämpferherz,

    Zitat

    Zu schreien im schlimmsten Fall?


    Nein, das ist definitiv die falsche Methode, ganz im Gegenteil, Du zeigst Deinem Gegenüber damit, dass er/sie genau das erreicht hat, was er/sie erreichen wollte, nämlich, dass Du Dich nicht mehr "im Griff" hast. Zudem gibt es Studien, die aussagen, dass sich schreien bei weiblichen Führungskräften negativ auf die Glaubwürdigkeit auswirkt. Man wird dann schnell als "hysterisch" abgestempelt.

    Zitat

    ...sie mich hintenrum bei Vorgesetzten schlecht macht, mit Lügen


    Das, was Du hier beschreibst nennt man in der Fachsprache schlicht und ergreifend MOBBING. Wenn Ihr einen Betriebsrat habt dann nix wie hin da. Und mal davon abgesehen, dass die betreffende Person (je nach schwere geht das bis zur fristlosen Kündigung) dafür massgenommen wird hat u.U. der Vorgesetzte (also Dein Chef) auch ein Problem, wenn er's duldet.

    Hast Du für Dein Team auch disziplinarische Verantwortung oder bist Du eher sowas wie "Teamansprechpartner" oder so? Bei ersterem hättest Du durchaus Möglichkeiten, die betreffende Person mit entsprechenden disziplinarischen Massnahmen zu bedenken (Verweis, Abmahnung, usw).
    Und wenn ich Du wär, ich hätte die Gute längst "entsorgt", denn auf "petzen" bzw bei Dir ja sogar die krassere Form "Unwahrheiten petzen" steh ich überhaupt nicht.

    Kleiner Tip noch, wenn Du nicht mit ihr reden kannst: Schreib ihr doch eine Mail. Schreib auf, was Dich stört, aber auch, was Du von Ihr erwartest und drohe ggf auch Konsequenzen an, wenn sie sich nicht an die Absprachen hält. Das hat zudem den Vorteil, dass einem da nicht das Wort im Munde herum gedreht werden kann, bei Missverständnissen kann man immer die Mail im Original Wortlaut hervorziehen.

    Ich wünsch Dir viel Kraft, lass Dich nicht unterkriegen

    Alles Gute und bis bald,

    Der Insulaner

    Hallo Fallenangel,

    Oh ha, Dein Kopfkino ist ja wirklich aktiv, aber das ist nunmal so in solchen Ausnahmesituationen. Lass es raus, das hilft schonmal ein bißchen. Der erste Schritt zum Lösen solcher Sachen ist meistens, das Ganze erstmal artikulieren zu können.
    Aber Du solltest Dir dringend professionelle Hilfe suchen. Das Gespräch mit der Psychologin war schonmal nicht schlecht, obwohl ich denke/fürchte, das es dabei zum grossen Teil um Deine Mutter und nicht um Dich ging, stimmt's??

    Zitat

    ich habe meine ganze kindheit verdrängt wollte alles vergessen und nicht darüber reden nichtmal dran denken...ich habs geschafft.


    Und das genau ist das Problem, Du hast's in Dich rein gefressen, verdrängt, unterdrückt, und jetzt kommt alles wieder, weil es nicht aufgearbeitet wurde. Da musst Du jetzt wohl oder übel ran, und zwar so schnell wie möglich, und nimm Deinen Bruder gleich mit..!!!!

    Zitat

    ich bin so wütend ich habe immer zu ihr gehalten damals wie heute ich war immer da wenn sie jemanden brauchte. manchmal fühlte ich so als ob ich ihre mutter wäre und sie nicht meine...sondern sie meine kleine tochter für die ich verantwortlich bin...aber das muss doch andersrum sein eigentlich.

    Genau das ist typisch für Alkoholikerfamilien/-kinder und es ist so krank (nicht böse gemeint), und Du spielst die Rolle noch immer, Dein Kopfkino (und das trotz allem schlecht Gewissen) ist Teil davon!! Weg damit, schmeiss es in hohem Bogen aus dem Fenster, DU BIST NICHT FÜR DEINE MUTTER VERANTWORTLICH, sie ist es selbst!!! Du bist nur für Dich und Deinen Kleinen verantwortlich (und damit wahrscheinlich mehr als ausgelastet, oder??)..!! Die Verantwortung für Deinen Bruder kannst Du getrost an Deinen Vater weitergeben, it's his job..!!! (kl Tip, schick ihn mal zum Jugendamt, spätestens mit der Suizidversuchsnummer dürfte sich das mit dem Sorgerecht (doofes Wort, ich wär für "SorgePFLICHT") bei Eurer Mutter erledigt haben).

    Zitat

    "Frau R., hätte sie keiner gefunden dann würde ihre tochter sie vllt heute nicht hier besuchen sondern würde an ihrem grabe stehen..."


    Da hat sie im Prinzip Recht, nur, die meisten Selbstmordkandidaten WOLLEN gefunden werden, sie halten sich immer ein Hintertürchen offen, dafür kennen sie ihr Umfeld viel zu genau. Und genauso würden sie eine im wahrsten Sinne totsichere Methode wählen (können), wenn sie es wirklich mit aller Konsequenz durchziehen wollten. Aber das nur so nebenbei..

    Ich hoffe, Du hast wenistens noch ein wenig Schlaf bekommen heut Nacht?!?!?

    Schreib Dir weiter alles von der Seele, was Dich bedrückt, aber vergiss die professionelle Seite nicht. Und frag, wenn Du Fragen hast, irgendwer "hört" hier immer zu..!!

    Ich wünsch Dir viel Kraft

    Liebe Grüße und bis bald

    Der Insulaner

    Hey Fallenangel,

    Auch von mir erstmal herzlich willkommen bei uns Kindern..

    Dass Du nicht mehr kannst kann ich mir vorstellen.
    Aber sieh es mal so, Du hast jetzt ein wenig Zeit gewonnen. Deine Mutter ist in besten Händen, mit Suizidgefahr wird sie auch soo schnell nicht wieder aus der Klinik rauskommen, wahrscheinlich werden sie sie von der Intensiv dann über kurz oder lang in die Psychiatrie verlegen. Insofern hast Du jetzt ein wenig "Ruhe" "gewonnen", um Dich 1. ein bißchen um Deinen Bruder zu kümmern und 2. DICH "vorzubereiten" auf den Tag, an dem Deine Mutter aus dem Khs wieder nach Hause kommt. (Ich habe das DICH mit Absicht GROSS geschrieben..!)
    Wenn es denn so kommt wie ich denke und sie kommt auf die Psychiatrie, so wäre das für Dich auch eine gute Gelegenheit, Dir dort FÜR DICH Hilfe zu holen. Glaub mir, die Ärzte werden sich ganz genau anhören, was Dir auf dem Herzen liegt und Dir dann die beste Therapie zukommen lassen. Die wissen i.d.R. sehr gut, dass Alkoholismus eine Familienkrankheit ist. Vielleicht nimmst Du Deinen Bruder dorthin mit, mir scheint, er könnt's brauchen.!! Und schaut Euch nach einer SHG für Angehörige um!! Adressen, Kontaktpersonen kann Euch sicher das Khs (der Sozialdienst) oder eine Suchtberatungsstelle geben. Du kannst das auch sofort machen, musst nicht warten bis und ob Deine Mutter auf die Psychiatrie kommt oder nicht.
    Und tut Euch selbst und Eurer Mutter einen Gefallen (klingt paradox, ist aber besser): Lasst ihre Wohnung so wie sie ist, räumt nicht auf (bzw nur das nötigste, ggf Dinge die gammeln oder stinken, aber mehr nicht). Hintergrund: Wenn Deine Mutter aus dem Khs zurück in eine saubere ordentliche Wohnung kommt wird das den Eindruck bei ihr hinterlassen, dass ja alles gar nicht so schlimm war und ihr "Saufsystem" ja doch noch funktioniert. Sie fühlt u.U. sogar bestätigt, dass ihr Suizidversuch die richtige Methode war, um das System aufrecht zu erhalten.
    Um's drastisch auszudrücken: Lass sie mit der Nase in ihren eigenen Sche*** fallen :twisted:

    Und tu was für DICH, geh raus, wenn die Sonne scheint, triff Freunde, ...

    Und schreib hier, wenn Dir danach ist, stell die Fragen, die Dir auf der Seele brennen, oder einfach nur so..

    Ich wünsch Dir ganz viel Kraft..!! ;)

    Alles Gute und bis bald

    Der Insulaner

    Hallo Alexx,

    auch von mir ein herzliches Willkommen im "Kinderbereich". !!

    Leider wird Dir hier keiner zu dem Autofahr Thema etwas sagen können, wir wollen und dürfen hier keinerlei medizinische oder rechtliche Auskünfte erteilen, denn es geht nur um den Austausch von Erfahrungen/Einschätzungen aus der Erfahrung heraus.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass Dein Vater sich in der "Psychiatrie" falsch aufgehoben gefühlt hat. Zumindest aus seiner Sicht. Offenbar hat er noch nicht die Einsicht, dass er wirklich ein Alk Problem hat.
    Natürlich kann eine solche Entgiftung auch in einem "normalen Khs" gemacht werden, allerdings werden die dort sicherlich nur die körperlichen Symptome des Entzuges (den man AUF KEINEN FALL KALT ZU HAUSE MACHEN DARF, DAS KANN TÖDLICH ENDEN) behandeln, die psychischen Entzugserscheinungen können sie dort nicht behandeln. Irgendjemand nannte die Entgiftung in einem allg Khs mal "maschinelle Entgiftung", und ich finde, das passt ganz gut, denn mehr, als die "Maschine Körper" wieder auf "Normalbetrieb" umzustellen wird dort nicht gemacht. Rückfall auf "Ethanolbetrieb" so gut wie vorprogrammiert, wenn keine Anschlussbehandlung folgt.

    Zitat

    Ich muss dazu sagen, dass er bisher noch nie alkolisiert Auto gefahren ist


    Wetten doch!!! Überleg mal: Unsere Pappenheimer schaffen es, mit z.t. jenseits der 2 Promille noch so zu wirken als wären sie stocknüchtern. Und bei einer Abbaugeschwindigkeit von ca 0.1 Promille/Stunde braucht man kein Mathematiker zu sein um zu wissen, dass er mit Sicherheit alkoholisiert fährt/gefahren ist. Und ich denke auch, dass genau das es ist, was ihm die Ärzte mit dem Schrieb sagen wollen. (Und ich nehme an, sie meinen 1 Jahr nicht fahren ohne Alk, will heissen mit jedem Bier fängt das Jahr wieder von vorne an..!!)
    Aktenkundig dürfte er für meine Begriffe damit nicht sein (im Sinne von Polizeilich "vorgemerkt" oder so), da steht die ärztl. Schweigepflicht davor.

    Du hast nur ganz wenig von Dir geschrieben, wie geht's Dir dabei?? Dass Du ein schlechtes Gewissen hast, weil Du ihn zur Entgiftung "überredet" hast zeigt mir, dass Du möglicherweise eine Co Abhängigkeit entwickelst/entwickelt hast, denn Du versuchst, Deinen Vater in Schutz zu nehmen und ihm den "Aufschlag" so weich wie möglich zu machen. Wenn er sich wirklich seiner Sucht stellen wollen würde würden ihn so "Kleinigkeiten" wie vorübergehend nicht Autofahren nicht interessieren. Schlussendlich ist sein Suff Schuld dran und nicht die Entgiftung!!!!
    Wohnst Du mit Deinem Vater unter einem Dach?
    Du brauchst überhaupt kein schlechtes Gewissen zu haben. Stell Dir vor, Du wüsstest, dass er alkoholisiert fährt, tust nix und er baut einen schweren Unfall, bei dem eine Familie ausgelöscht wird. DAS schlechte Gewissen wirst Du NIE WIEDER los.
    Viele von uns Angehörigen gehen sogar etwas weiter und geben der Polizei einen Tip, was meistens dazu führt, dass dem Alki der Führerschein abgenommen wird. Und das ist auch gut so..!!!

    Lies Dich hier ein bisschen ein, Du wirst Dich in vielen Threads wiederfinden. Und schreib, wenn Dich was bedrückt, wenn Du Fragen hast oder einfach nur so..

    Ich wünsch Dir alles Gute

    Bis bald

    Der Insulaner

    Moin Ihr Lieben,

    Ooops, schon wieder ein Monat rum, der irgendwie wie im Flug vergangen ist. Ist schon komisch, man fühlt sich gut und die Zeit rast wie bekloppt, und in der Rückschau fragt man sich dann, wo ist bloss die Zeit geblieben. Aber schön war's..!!!

    Tja, was gibt's Neues?? Eigentlich nur positives. Ich hab wieder ein Motorrad und war damit auch gleich über Himmelfahrt unterwegs, hat einen Heidenspass gemacht!!! ;)
    Und alles noch dran..!!
    Auf Arbeit plätschert es so vor sich hin, ohne grossen Stress zu verbreiten (weder in Sachen Arbeitsplatzsicherheit noch sonstwie; Ich glaub, da kann man sich im Moment echt glücklich schätzen..!!), aber vielleicht liegt's auch einfach nur daran, dass ICH entspannt bin, oder von beidem ein bisschen (wahrscheinlich liegt die Wahrheit wie immer irgendwo in der Mitte!!)
    Urlaubsplanung 2009 schreitet auch voran bzw ist in den letzten Zügen, wir sind schon bei November angekommen und werden im Nov nochmal 10 Tage ins Warme fahren (wie sich's für'n Inselaffen gehört natürlich auf'm Schiff, bzw kurz Fliegen und dann lange Schiff fahren). Und dann ist schon fast direkt Weihnachten...!!!

    Auch meine Mutter scheint den letzten Schuss gehört zu haben, jedenfalls nimmt sie ihren Kram jetzt endlich (wieder) selbst in die Hand. Es kommt ja (hatte ich schonmal erwähnt, oder?) 2 mal am Tag der Pflegedienst und hilft ihr morgens beim Waschen und anziehen (Stützstrümpfe über frisch geduschte Beine ziehen ist schon für normal ausgestattete Personen eine harte Nummer), abends ist's eher ein Kontrollbesuch (hat sie ihre Pillen genommen, hat sie was gegessen, geht's gut, usw.). Zudem hat sie inzwischen auch eine Putzfrau, die zur Zeit eine "Kernsanierung" macht und dann ab demnächst regelmässig kommen wird. Und sie ist über ihren Schatten gesprungen und hat jetzt einen Rollator, etwas, was bis vor kurzem NIEMALS in Frage gekommen wäre, denn einen Rollator haben ja nur "die Alten". ;)
    Auch das Thema Seniorenresidenz hat sie nicht komplett begraben, beschäftigt sich aber im Moment nur am Rande damit, weil sie noch andere Sachen machen will (u.a. Entrümpeln, im Winter will sie sogar (wieder) Klavierunterricht nehmen,..).
    Klingt alles in allem sehr positiv, aber der nächste "November" kommt bestimmt..

    Nur eine kleine negative Nachricht trübt das Ganze ein wenig: Die Mutter von einer guten Freundin ist ziemlich plötzlich verstorben, schon im April, aber ich hab's erst jetzt aus der Zeitung erfahren. Kommentar meiner Mutter, als ich sie fragte, warum sie mir nix gesagt hat: " Ich wollte Dich damit nicht belasten..!!" Toll :?
    Na ja, ich kann's eh nicht ändern...

    So, soweit ein kleines Update von mir, ich geb mir Mühe, mich wieder öfter zu melden (mitlesen tu ich ja fast täglich..!!).

    Viele Grüße und bis bald

    Der Insulaner

    Hey Anthro,

    erstmal auch von mir ein herzliches Willkommen bei uns "Kindern"..!!

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass man Dir von amtswegen den Auszug verwehren kann. Du bist 22 (wenn Du nicht gemogelt hast!! ;) ), folglich kannst und sollst Du Deine Wohnsituation selbst bestimmen. Meiner Meinung nach steht Dir eine eigene Wohnung zu (ggf sogar auf Hartz4 Basis, da kenn ich mich aber nicht aus, und dazu dürfen wir hier auch keine Auskünfte geben!). Der Grund, weswegen Du ausziehen möchtest, dürfte dabei eigentlich niemanden interessieren.
    Am Besten gehst Du mal zu einer Suchtberatungsstelle in Deiner Stadt oder der nächst grösseren in der Nähe, oft bietet die Caritas oder aber eine Hilfsorganisation wie die Malteser sowas an.
    Die können Dir dann auch genau sagen, an welches Amt Du Dich wenden kannst usw.! Dort wird mit Sicherheit NIEMAND Dein Anliegen ins Lächerliche ziehen.
    Die Dame bei Deinem letzten Amtsbesuch scheint ja noch eine sehr antiquierte Vorstellung von Alkoholikern zu haben.. (Alkoholiker? Das sind doch die Penner unter der Brücke..)

    Ich schliess mich Caro an, was is'n das für'ne komische Ausbildung, die nicht vergütet wird?? Hhmm, vielleicht gibt's da auch noch eine Möglichkeit über BAFöG an Geld für die Wohnung zu kommen..

    Alles in allem gibt's aus meiner Sicht für Dich nur einen Weg wie es Dir besser gehen kann!! Sieh zu, dass Du von Deinen Eltern weg kommst und zwar so schnell wie möglich. Und wenn Du die Kraft hast (die ich Dir wünsche), dann brich den Kontakt komplett ab, so, wie Du's ja schon in Erwägung gezogen hast. Und dann bestimme selbst, wieviel Kontakt Du SPÄTER zulassen willst.
    Hast Du Freunde, mit denen Du darüber reden kannst? Vielleicht hilft DIR auch der Gang zu einer SHG. Und wir sind ja auch noch da, hier kannst Du alles aufschreiben, was Dich bedrückt, es ist immer jemand da, der "zuhört"..

    Ich wünsch Dir ganz viel Kraft

    Alles Gute und bis bald

    Der Insulaner