Beiträge von Insulaner

    Hey Ihr Lieben,

    So, da bin ich wieder, zurück von den Weltmeeren. Schöööön war's, leider ein wenig Pech mit dem Wetter gehabt (statistisch gesehen wären 22-25° und Sonne dran gewesen, wir hatten z.T. 19° und Regen, zumindest auf Madeira und La Palma, Rest ging, viel Wind halt auf Fuerteventura, aber das liegt ja schon im Namen..!! ;) ).
    Ansonsten war's aber ein sehr schöner Urlaub. Das einzige, was ein bißchen genervt hat war die Fliegerei (5 1/2 Stunden in der Blechzigarre) und das Anstehen beim Essen, aber das ist ja nichts Neues: deutsch+umsonst=Schlangestehen
    Nichtsdestowenigertrotz kann ich Kreuzfahren empfehlen und es war mit Sicherheit nicht unsere letzte.

    Leider ist ein Grossteil der 3000€ teuren Urlaubserholung schon wieder dahin, weil sich meine Mutter mal wieder ins Khs geschossen hat. Ich weiss zwar nicht genau, warum (sie sagt mir ja nix), aber sie hat sich verraten. Sie hat nämlich die Ärztin zitiert mit den Worten: "Gerade nochmal am Pflegefall vorbeigeschrammt!". Damit hat sie ja quasi zugegeben, dass sie wieder gesoffen hat (oder was anderes eingenommen, wer weiss das schon), denn beim letzten mal im Januar hat der Arzt zu ihr gesagt: " Ihr nächster Absturz bringt sie entweder ins Pflegeheim oder wenn Sie Glück haben in die Kiste!"
    Na ja, jetzt wollen sie das, was eigentlich schon im Januar angedacht war, mit ihr durchziehen, das bedeutet, es läuft auf betreutes Wohnen hinaus. Dummerweise gibt es auf ihrer Insel so eine Einrichtung nicht, so dass sie jetzt wohl doch weg muss von der Insel. Gestern sagte sie sowas wie ".. am besten in Deiner Nähe..", aber über die Brücke geh ich nicht. Ich halte das für keine besonders tolle Idee, schliesslich hat es mich einige zeit und auch Anstrengung gekostet, diese Distanz, die ich derzeit habe, aufzubauen (sicher hat die physikalische Entfernung geholfen), das möchte ich mir eigentlich nicht ohne Not wieder kaputtmachen.
    Meine Mutter wiederum erzählte mir das mit einem Tonfall, der mich davon ausgehen lässt, dass sie das schon für gebont hält, also, dass die Einrichtung bei mir in der Nähe sein wird. Aber den Zahn werd ich ihr ziehen müssen. Es scheint ihr nicht zu reichen, ihr eigenes Leben zerstört zu haben..!! :?
    Ich werde mich auf jeden Fall mit Händen, Füssen und sonstigen zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln dagegen wehren, dass sie hier in unsere Nähe kommt (Mindestabstand 300km). Dafür gibt es viele verschiedene Gründe (die Ihr bestimmt nachvollziehen könnt):
    1. Glaubt die wirklich, dass ich nach all den Lügen, Falschangaben, sonst. Verleumdungen, nach all dem Sch... wegputzen jetzt plötzlich wieder die Arme ausbreite?
    2. Ich habe weder Bock (Lust) noch zeit, mich um irgendwas zu kümmern oder sie zu besuchen, ihr Besorgungen zu machen oder sonstwas. Ich bin 16 Stunden täglich mit mir selbst und meiner Süssen ausgelastet. Und ich weiss ganz genau, dass sie im Fall des Falles täglich 3 mal anruft, weil ihr noch ein Liter Milch fehlt oder ihr einfach langweilig ist oder 'ne Glühbirne nicht glüht. Ich brauch einfach eine gewisse Entfernung, sozusagen als Polster, Puffer, oder sowas.
    3. Sollte sie hier in unsere Gegend kommen, bin ich der einzige, der sie besuchen könnte, denn alle anderen Verwandten/Bekannte wohnen nicht im Osten sondern eher in der Norddeutschen Tiefebene, es bliebe also zusätzlich wieder nur an mir hängen. Ginge sie aber Richtung Norddeutschland (Hamburg, oder weiter westl) gäbe es mehr als genug Leute, die als Besuch etc in Frage kommen. Also sozusagen Lastverteilung auf mehrere Schultern. Meine Tante und meine (Halb-) Schwester haben da schon Unterstützung angeboten.

    Apropos Lügen: Wenn ich sie richtig verstanden habe, dann soll sie diese Woche verlegt werden, und zwar nach Hamburg Alsterdorf (eine altehrwürdige "Klappsmühle"). Aber meine Frau Mutter wollte mir allen ernstes weissmachen, dass sie nicht in die Psychiatrie kommt sondern in die Hautklinik, weil sie irgendeinen Ausschlag auf dem Arm hat. Ja sicher, und die Erde ist eine Scheibe..!! :twisted:

    Werde gleich mal versuchen, die Ärztin zu erreichen (hat mir letzte Woche auf die Box gesprochen, aber ich war ja leider auf dem Atlantik, so'n Ärger..!! ;) ), mal sehen, was die mir noch aus dem Kreuz leiern will. Ich muss vorher nochmal schnell vor den Spiegel, "Nein" sagen üben.

    Ich meld mich wieder, wenn's was Neues gibt..

    Macht's gut und bis die Tage

    Der Insulaner

    Hey Ivonne,

    Ich seh das ähnlich wie Linde, allerdings ist meine Warte eine andere.
    Es ist ihr "Dreck", den sie hinterlassen hat. Warum solltest Du es ihr hinterherräumen.?? Sie sollte selbst erfahren, was der Alkohol aus und mit ihr gemacht hat. Das würde sie nicht merken, wenn sie in eine blitzsaubere Wohnung kommt, in der alles, was sie an ihre nasse Zeit erinnert, feinsäuberlich weggeräumt ist. Das wäre kontraproduktiv und würde ihr u.U. das Gefühl geben "Na ja, dann war's wohl gar nicht so schlimm!"
    Ich würde (und habe es selbst bisher auch immer so durchgezogen) nur das aufräumen, wo "Gefahr im Verzuge" ist, also das, was gammeln kann oder was "stinkt", o.ä.. Alles andere?? Sorry, not my job.

    Ach, und was das Kochen mit Alk angeht: Das ist ein absolutes NOGO, weg mit dem Zeug, und zwar ganz weit (Garage reicht nicht).

    Ich wünsch Dir alles Gute und bis bald

    Der Insulaner

    Hallo inept,

    erstmal auch von mir willkommen hier im "Kinderforum"..!! ;)

    Das Thema Zwangseinweisung ist ein ganz heisses. Zum einen die Vorstellung, die dahintersteht, dass man den Alki "zu seinem Glück" zwingen könnte. Das geht nicht so einfach. Zum einen ist eine solche Therapie zum Scheitern verurteilt, weil die Therapie von Suchtpatienten IMMER darauf angewiesen ist, dass der Süchtige selbst ohne Suchtmittel leben will. Also hier schonmal 1 "Sinnlospunkt".
    Zum zweiten hat unser Rechtssystem die Freiheit des Einzelnen vor alles andere gestellt, das bedeutet, dass Du nicht einfach so jmd zu etwas zwingen darfst, was dieser nicht möchte. Und es ist in Deutschland nicht verboten, sich totzusaufen, so gemein und hart, wie das klingt, aber es ist Bestandteil der persönlichen Freiheit des Einzelnen. Folglicherweise wirst Du Deine Mutter nur zu einer Therapie zwingen können, wenn Du sie vorher per Gerichtsbeschluss entmündigen lässt. Und um das vorweg zu nehmen, übermässiger Alk Konsum ist kein Grund, jmd zu entmündigen, auch wenn's noch so praktisch wäre. "Sinnlospunkt No2"
    Ein bisschen anders sieht die Sache aus, wenn sie andere Leute gefährdet, sie z.B. dauernd versuchen würde, Euer Haus anzuzünden oder sich immer besoffen ins Auto setzt und andere Verkehrsteilnehmer in Bedrängnis bringt, aber das ist bei Deiner Mutter ja eher nicht der Fall, oder hab ich da was überlesen?? Selbstgefährdung ist wiederum kein Argument. Ungestörte Nachtruhe auch nicht.
    Das einzige, was Deine Mutter zumindest für eine Entgiftung ins KH bringt ist das magische Wort "hilflose Person". Wenn also der Arzt und/oder die RTW (Krankenwagen) Besatzung Deine Mutter als hilflos einstuft, dann können sie sie auch gegen ihren Willen mitnehmen (und notfalls auch die Polizei dazuholen, was aber i.d.R. als blosse Drohung schon ausreicht). Allerdings kann sie sich dann theoretisch schon nach max 48 Stunden wieder selbst aus dem KH entlassen, also auch nichts gewonnen.

    Also, lange Rede kurzer Sinn, Ja, Zwangseinweisung ist komplett sinnlos und zudem schwer umzusetzen.
    Ihr werdet Euch wohl oder übel was andres einfallen lassen müssen, und zwar in erster Linie für EUCH bzw Du für DICH. Deine Mutter wird erst dann aufhören zu saufen, wenn sie selbst das für erstrebenswert hält bzw sie den, ihren persönlichen "Tiefpunkt/Umkehrpunkt" erreicht hat. (Doro, Dein Einsatz..!! ;) )
    Du kannst nur Dir selbst helfen, indem Du Dich abgrenzt (was wohl in Deinem Falle mit Auszug gleichbedeutend sein dürfte). Am Saufen Deiner Mutter ändert das nichts, aber Dir geht's besser, wenn Du Dir die Sch... nicht jeden Tag ankucken musst.

    Lies Dich noch ein bißchen durch die einzelnen Beträge und Du wirst feststellen, dass wir fast alle diesen Kampf gegen Windmühlen irgendwann aufgegeben haben und unsere Kraft stattdessen in uns selbst investieren.

    Und wenn Du Fragen hast oder einfach nur mal Dampf ablassen musst, hier ist immer jemand online, der "zuhört"..

    Alles Gute, viel Kraft und bis die Tage

    Der Insulaner

    Moin Ihr Lieben,

    Tja, was soll ich sagen, anscheinend hat mir meine Frau Mutter mal wieder einen Bären aufgebunden. Aber der Reihe nach:
    Gewöhnlicherweise telefonieren wir regelmässig, meistens Sonntags und oft auch Donnerstags. Ich hab dann aber ungefähr nach ihrem Geburtstag (Ende Sept) 14 Tage gar nix von ihr gehört, hab dem aber auch nicht viel Bedeutung beigemessen, weil wir auch zu den üblichen Zeiten nicht zu Hause waren.
    Letzte Woche rief sie dann an (gegen 17:00 Uhr, sonst üblich ist rund um 20:00 Uhr) und sagte, dass sie nun ins Bett ginge wegen ihrer Rückenschmerzen. Vorgestern (obwohl Samstag) rief sie auch wieder gegen 17:00 Uhr an (wir natürlich nicht da) und sprach auf den AB, sie hätte Grippe und würde jetzt ins Bett gehen. Muss wohl gedacht haben, es wär Sonntag.
    Heute früh dann rief eine Mitarbeiterin der Apotheke vor Ort an (hab nicht selbst mit ihr gesprochen), dass meine Mutter ihnen gar nicht gefallen würde von wegen verwirrt und so (passt ja mit dem Samstags Anruf).
    Nun ja, lange Rede kurzer Sinn, ich denk, sie ist wieder mal "dran" oder "drauf", wie auch immer. Wird ja auch wieder Herbst, da kann man doch keine gute Laune haben..!! :(
    Bin mal gespannt, wann mich ihre Nachbarin wieder anruft. Aber diesmal muss sie (meine Mutter) selbst sehen, wo sie bleibt. Ich fahr jedenfalls am 1.11. auf Kreuzfahrt !!!! :evil:
    Vielleicht erwisch ich sie (meine Mutter) ja die Tage mal am Telefon, werd aber keine grossen Anstrengungen unternehmen. Schliesslich hatte ich mir ja vorgenommen, ihr nicht hinterher zu telefonieren, also werd ich das wohl auch durchziehen.

    Drückt mir mal die Daumen..!!

    Bis die Tage und alles Liebe

    Der Insulaner

    Hey Nicole,

    OK, jetzt, wo mir die handelnden Personen klar sind hab ich's begriffen. Passt ja zu ihrer Meinung, dass Du die Kinder falsch behandeln würdest..!! :(

    Zitat

    hast dich ja lang genug versteckt

    Nö, versteckt nicht, ich war die ganze Zeit bei Euch (lesend), bin nur selten zum Schreiben gekommen. Hast ja auch "ohne mich" schöne Fortschritte gemacht..!! ;)
    Hoffe, dass ich nach dem Urlaub (1.-8.11.) wieder mehr zum Schreiben komme..!!

    Bis dahin und ein schönes entspanntes WE

    Alles Liebe und bis bald

    Der Insulaner

    P.S.: Hat sich Dein Mann eigentlich wieder ein wenig beruhigt???

    Hey Nicole,

    Na, das mit dem Doc klingt doch vielversprechend. Ich wünsch Dir, dass er Recht behält. Hab Geduld..!!!
    Viele behaupten ja auch, dass solche Rückenbeschwerden/Rückenleiden/Fehlstellungen sich in irgendeiner Weise psychiologisch auswirken. Ich geh da soweit mit, dass ich mir gut vorstellen kann, dass diverse schlaflose Nächte wegen Rückenschmerz einem mächtig auf's Gemüt schlagen und die Reizschwelle senken. Aber zum Glück scheint's ja was das angeht aufwärts zu gehen.
    Schön zu lesen, dass Du die Ironie (wieder) gefunden hast, konnte mit manches Grinsen nicht verkneifen..!! ;)

    Zu der Zigarettennummer von Deinem Kleinen und der dazugehörigen Standpauke von Deinem Mann: Ich denke, Du hättest nicht viel anders reagiert, oder???

    Zitat

    Kommentar: was machst du den mit MEINEM armen Kind, Psychiater?? Ah....IHR?? Kind und was bin ich?


    Das hab ich nicht verstanden, was meinste denn damit??

    Deine neue Freundin gefällt mir, und JA, Du kannst und darfst und sollst Hilfe annehmen. Hat sie Deine Eltern auch schon "geniessen" dürfen??

    Sieht ja bei Dir alles in allem (kleine Schönheitsfehlerchen mal ausservor gelassen) ganz gut aus, Du schaffst es mehr und mehr, die emotionale Distanz zu Deinen Eltern auf- und auszubauen.
    Freut mich, dass Du "dran" geblieben bist, trotz der Rückschläge. Und ich denke, inzwischen siehst Du selbst, dass es sich gelohnt hat, oder??
    Klar, es ist immernoch ein ganz schöner Berg, den es zu bewältigen gilt, aber er sieht nicht mehr so gefährlich aus wie früher.

    Mach weiter so..!!

    Alles Liebe und bis bald

    Der Insulaner

    Hey Tobi,

    Das ist ein guter Ansatz.
    Und lass Dir von Deinem Bruder nichts einreden. Wenn der Herr Lösungen will, bitteschön, er hat selbst zwei Hände..!!

    Und wenn's doch brenzlig werden sollte kannst Du jederzeit hier schreiben, irgendwer ist eigentlich immer da und "hört" Dir zu.
    Ich nehme an, dass sich Dein Bruder noch nie ernsthaft mit dem Thema Alkoholismus (auch auch den rechtlichen "Möglichkeiten") auseinandergesetzt hat, stimmt's? Wenn's passt, vielleicht zeigst Du ihm einfach mal dieses Forum..!!

    Wünsche Dir viel Kraft für's WE

    Alles Gute und bis bald

    Der Insulaner

    Moin Ihr Lieben,

    Ich wollt nur mal meinen Threat nach vorne ziehen..!! ;)

    Nee, war nur Spass.
    Ich hab heute nicht viel zu berichten, ausser, dass es mir gut geht, ich den Feiertag gestern sehr genossen hab' (war ja auch 1A Wetter) und ich mich auf meinen Urlaub Anfang November freue (Ihr erinnert Euch, die Kreuzfahrt).

    Meiner Mutter scheint's auch gut zu gehen, sie hatte ja neulich Geburtstag und wir haben ihr ein kleines Päckchen gepackt mit ein paar Kleinigkeiten (was für die Haut und ein paar Süssigkeiten). Hat sich total gefreut. Zu Weihnachten bekommt sie dann ein etwas grösseres Geschenk, sie hat sich nämlich ein seniorengerechtes Handy gewünscht, und das gibt's halt dann Weihnachten. So wie's im moment aussieht wird sie uns Weihnachten wohl auch wieder besuchen, und da hätte ich dann die Möglichkeit, es ihr in aller Ruhe zu erklären.

    Und was die Projekte angeht: Sind in Arbeit..!! ;)

    Alles Liebe und bis die Tage

    Der Insulaner

    Hey Ihr Lieben,

    Sag mal Dani, kannst Du Gedanken lesen?? Hab grad gestern abend mal meinen Threat gesucht und ein paar Stunden später holst Du ihn netterweise nach vorne, Danke Dir, spart mir das blättern..!! ;)

    Mir geht's prima, danke der Nachfrage. Auf Arbeit bahnt sich ein wenig Stress an, aber eher Stress im Sinne von viel zu tun, viel unter einen Hut zu bringen. Mein Chef schüttet mich grad ein bißchen zu mit Projekten, die z.T. einiges an Dienstreisen mit sich bringen, andererseits aber ein Vertrauensbeweis, denn wenn man den Wert der Projekte mal zusammennimmt, dann liegen wir Gesamtbudgettechnisch bei ca 800k€ (für 2008!!). Das motiviert doch, oder?? Früher hab ich oft gedacht, der gibt mir bestimmt solche Projekte, damit ich die versemmel und er danach noch mehr Grund hat, mich "klein zu halten". Aber das ist ja eigentlich totale "Co-Denkweise", immer nur das negative sehen, selbst am positiven..!!
    Zudem hat mich mein Chef noch für so ein internes Qualifikationsprogramm angemeldet, also eine sog Fachlaufbahn, als einzigen aus dem Team. Mehr Wertschätzung geht kaum..!!! Wer da jetzt noch was negatives dran finden würde, dem wäre wohl nicht mehr zu helfen, oder?? ;)
    Ansonsten war der Urlaub erholsam, wir sind ja nicht weggefahren (nur kurz, aber dazu gleich mehr), haben viel auf der Terasse gesessen und es uns einfach nur gutgehen lassen (ausschlafen, lange frühstücken, ...).
    Weggefahren sind wir wie gesagt nur kurz, haben die "SchwieEls" besucht und waren danach noch kurz in Hannover zum Abschieds- Auflösungskonzert von unserer Leib und Magen Lieblingsband (schnüff). Immerhin schliessen die Bandmitglieder nicht mehr wie zu Anfang eine Reunion kategorisch aus. Man ist inzwischen bei "mal sehen, vielleicht, in ein paar Jahren,..." angekommen. Lassen wir uns überraschen. Bei einer anderen sehr guten Band aus Hannover hat's von der Auflösung bis zur Reunion 12 Jahre gedauert.. ! Nicht aufgeben..!! ;)

    Meine Mutter macht sich aus der Ferne betrachtet ganz gut, kommt wohl klar, hat sich offenbar an ihren Putzservice gewöhnt und freut sich jedesmal vorher, dass endlich wieder jmd zum Putzen (und sicher auch zum unterhalten) kommt und hinterher, dass alles so schön sauber ist. Weiterhin hat sie in letzte Zeit alle Ärzte, die so auf die Insel kommen sprich dort keine eigene Praxis haben (wie z.B Frauenarzt, Augenarzt, etc) abgeklappert. Frauenarzt, ohne Befund, also kein neuer Krebs, Augenarzt, Befund wie immer, grauer Star, ABER: Sie hat durchblicken lassen, dass sie sich durchaus mit der grauen Star OP anfreunden könnte (der Augenarzt hat sie wohl bei ihrer Eitelkeit erwischt, sprich, ca 80% der operierten brauchen danach keine Brille mehr). Sie plant das für das frühe Frühjahr (in etwa März 2009). Man hat ihr wohl auch Mut gemacht, schliesslich ist sie in ihrem Leben schon recht viel operiert worden (sagt sie), im Sinne von: Gegen eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt ist eine grauer Star OP ein Spaziergang.
    Das ist schon eine Wendung in ihrer Einstellung, sonst war's eher so: Ach nö, nicht schon wieder operieren, und wozu denn noch, usw, das übliche halt.
    Alles in allem klingt das wie gesagt ganz positiv.

    Bei meiner Schwester gibt's auch so nix Neues, allerdings gehen sie jetzt wohl gemeinsam zu einer Paartherapie, aber bei meiner Schwester ist derzeit noch keinerlei Einsicht zu sehen. Alle anderen sind Schuld und wer sie kritisiert oder auch nur eine andere Sichtweise darlegt ist nicht auf ihrer Seite usw. Kommt uns das irgendwie bekannt vor??

    Yo, soweit die Wasserstandmeldungen, und jetzt einen Kaffee..!!

    Bis die Tage, Alles Liebe

    Der Insulaner

    Hey Adden,

    Erstmal ganz herzlich willkommen hier im Forum, gut, dass Du hergefunden hast!!

    Zitat

    Kann es denn wirklich nicht sein, dass er sich durch mich oder mein Verhalten da rausbringen lässt ?

    Die Antwort ist ein eindeutiges JEIN. Es ist aber auch nicht der Sinn von dem, was wir als Kinder tun/tun sollten. Der Sinn ist, dass Du mit Deiner Co-Abhängigkeit klar kommst und den Einfluss des Alki auf Dein Leben so klein wie möglich hälst/machst. Wenn dann der Alki das zum Anlass nimmt, sich seinem Problem zu stellen, so ist das sicher ein schöner und gern genommener Nebeneffekt, nur verlassen sollte man sich darauf nicht.
    Deshalb muss man sich auch bei allen Aktionen, die man sich so ausdenkt, immer bereit sein, auch mit der Konsequenz zu leben. Es hilft nichts (dem Alki nicht und Dir noch weniger), wenn Du etwas androhst (z.B. ich red kein Wort mehr mit Dir, ich zieh weg o.ä.) wenn Du eigentlich nicht bereit bist, das auch durchzuziehen. Alles, was Du tust sollte in erster Linie FÜR DICH sein. Überlege Dir, was gut für DICH ist, was Du tun möchtest, ohne dabei an Deinen Vater zu denken.
    Und tu Dir selbst einen Gefallen: Beobachte ihn nicht durch's Fenster, es zieht Dich nur runter. OK??

    Lies Dich ein bißchen durch die vielen Beiträge, Du wirst Dich bestimmt wiederfinden, und wenn Du noch weitere Fragen hast, einfach nur mal erzählen willst, wie's Dir grad geht oder so, hier ist immer jemand, der "zuhört". :wink:

    Dir alles Gute, und bis bald

    Der Insulaner

    Hey Tanja,

    Erstmal willkommen hier im Forum, gut, dass Du hergefunden hast.

    Das

    Zitat

    wo die Krankenkasse durchgreift und ihr ohne Entzug die Mittel streicht.

    hab ich nicht verstanden, magst Du das nochmal ein wenig genauer erläutern?? Hat sie die ganze Zeit Krankengeld bezogen oder was muss man sich darunter vorstellen??

    Für mich riecht das alles sehr streng, und zwar nach "Zwangseinweisung" im weitesten Sinne. Sie geht möglicherweise nicht freiwillig in den Entzug sondern weil es die Kasse vorschreibt und sie sonst kein Geld mehr bekommt. Das wird nicht viel bringen, denn der Zweck der Massnahme (aus Deiner Mutters Sicht) ist nicht, trocken zu werden und zu bleiben, sondern weiterhin Geld von der Kasse zu bekommen damit alles so bleiben kann wie's ist. Schlussendlich reicht es (wie der Erdling schon schrieb) nicht, einfach nur keinen Alk mehr zu trinken, man muss auch sein bisheriges Leben umkrempeln, schliesslich hat man ja allein schon dadurch mehr Zeit, die man nicht mehr mit Saufen und besoffen sein zubringt, und die will mit anderen Aktivitäten gefüllt werden. Und wenn man einen "Freund" hat, der auch säuft, dann muss der Freund sofern er kann eben entweder auf Alk oder auf Deine Mutter verzichten.

    Ich fürchte zwar, dass das nicht das ist, was Du hören wolltest, aber wir sprechen da aus Erfahrung..!! :cry:

    Du hast gar nichts geschrieben dazu, wie's Dir dabei geht. Magst Du das nachholen?? Hier ist immer einer, der "zuhört"..!!

    Alles Gute und bis bald

    Der Insulaner

    Hey Anja,

    Zitat

    wenn er mich wirklich SOOO Lieb hat wie er immer sagt dann kann er doch für mich eine Therapie machen mit der Sauferei aufhören oder seh ich das falsch???


    Direkt und ohne Umschweife formuliert: JA, das siehst Du falsch!!
    Liebe wäre zwar an sich ein sehr schöner Grund, mit dem Saufen aufzuhören, die Erfahrung zeigt aber, dass das als Grund nicht ausreicht. Viele Alkis sehen in gar nichts einen Grund aufzuhören, so schwer das auch von aussen zu begreifen ist.
    Dass er Dich lieb hat erklärt er Dir nur, damit Du nicht aus dem "Boot" aussteigst bzw., um Dich wieder "ins Boot" zurückzuholen.

    Aus Deinen Formulierungen entnehme ich, dass Du Dir noch nicht vergegenwärtigt hast, worum es bei dem Brief schreiben wirklich geht. Der Brief dient einzig und allein Dir selbst. Deinen Vater wirst Du damit mit 99,999%-iger Wahrscheinlichkeit nicht dazu bringen, sich auch nur ansatzweise Gedanken über seinen Alkoholismus zu machen. Du bist immernoch zu sehr auf Deinen Vater fixiert und darauf, dass er aufhört zu saufen. Es sollte Dir aber um Dein eigenes Wohl gehen. Denn Dein Vater wird höchstwahrscheinlich saufen, egal, ob Du den Kontakt abbrichst, oder nicht. Der Unterschied ist einzig und allein, dass es Dir bei einer der beiden Varianten wesentlich besser geht und Du DEIN Leben in den Griff kriegst und nach Deinen Vorstellungen leben kannst.

    Ich sag's gern nochmal: Was hast Du zu verlieren, wenn Du ihm einen Brief schreibst? Es ist nur diese Befürchtung, dass es Dich im besoffenen Kopp anrufen und Dir erzählen könnte, wie lieb er Dich hat, oder? Da gibt's einen vergleichsweise einfachen "Workaround": Sag ihm, dass Du nicht mit ihm reden möchtest, wenn er betrunken ist und er Dich wieder anrufen soll, wenn er nüchtern ist und er Dir was anderes als "ich hab Dich doch so lieb" zu sagen hat.
    "Schlimmer" machen kannst Du es mit einem Brief eigentlich nicht und selbst wenn, dann tut's halt noch einmal einen Rumms, und dann ist aber auch Ruhe. Du gehst ja auch zum Zahnarzt, wenn Du Zahnschmerzen hast und weisst genau, dass es noch einmal kurz doller wehtun kann, der Zahnschmerz aber danach weg ist, stimmt's? :lol:

    Also, versuche, Deinen Fokus auf Dich selbst zu legen OHNE Dir dabei immer auszumalen, wie Dein Vater darauf wohl reagieren könnte, denn darauf kommt es nicht an. Allein Du bist wichtig, Du hast das Recht (und eigentlich auch die Pflicht) Dich um Dein Leben zu kümmern. Kein Kind ist verpflichtet, sich um seinen Vater zu kümmern (sondern umgekehrt)!
    Und jetzt mach was draus, Du hast so hoffnungsvoll angefangen, jetzt geh weiter (Schrittchen für Schrittchen). Vielleicht schreibst Du den Brief ja auch erstmal nur für Dich und überlegst erst hinterher, ob Du ihn abschickst, das nimmt Dir dann diesen Druck, dass Du Dir immer die Konsequenzen ausmalst?!?!? Wie gesagt, der Brief ist in erster Linie FÜR DICH.

    GLG vom Insulaner

    Hey Anja,

    Das hatte ich so eigentlich nicht gemeint.
    Ich wollte damit sagen, dass er höchstwahrscheinlich ohnehin weitersaufen wird, egal, ob Du den Kontakt abbrichst oder nicht.

    Was hast Du zu verlieren, wenn Du ihm einen Brief schreibst, in dem Du ihm erklärst, dass Du den Kontakt abbrichst, er sich bei Dir nicht mehr zu melden braucht, solange er keinen Termin für eine Therapie vorweisen kann und Du ihm Deine Gründe dafür darlegst? Im besten Fall (wird wahrscheinlich leider nicht eintreten) wird er sich Deine Worte zu Herzen nehmen und tatsächlich über seinen Alkoholismus nachdenken, im neutralen Fall passiert nix (er säuft im gleichen Maße weiter) und im schlimmsten Fall säuft er ein bißchen mehr (entweder aus Frust oder aus Erleichterung, ist aber auch egal, warum, Gründe zum Saufen finden sich immer). Dass er sich etwas antut halte ich eher für unwahrscheinlich, unsere Pappenheimer lassen sich immer ein Hintertürchen, damit sie doch jmd findet. Soooo dämlich sind sie dann doch wieder nicht, denn sie unternehmen ja diese Versuche nicht, um sich tatsächlich umzubringen (das schaffen sie auch mit Alk, dafür brauchen sie keine weiteren Hilfsmittel), sondern sie wollen damit erreichen, dass man sieht wie dreckig es ihnen geht, wie hilflos sie sind, wir uns wieder um "die arme Sau" kümmern (sprich Alk kaufen), usw, nur, um uns dann bei nächster Gelegenheit wieder anzuschreien und uns die Schuld für ihre Sauferei zu geben.

    Du siehst, meistens gibt es bei Alkoholismus bzw bei Sucht im allgemeinen nur entweder oder; entweder Kontakt abbrechen oder gemeinsam untergehen.

    Also, schreib den Brief, es hat für die meisten hier etwas befreiendes gehabt (selbst, wenn sie ihn gar nicht abgeschickt haben!! ;) ), Du hast nichts zu verlieren.

    Geh weiter auf dem Weg, den Du schon intuitiv eingeschlagen hast. Wenn Dein Vater den Weg mitgehen will, schön, aber zu Deinen Bedingungen, wenn nicht, hm :? Aber es ist Dein Leben, lass es nicht fremdbestimmen von einer Flüssigkeit..!!

    Ich wünsch Dir viel Kraft (und "Schreibwut" ;) )

    GLG vom Insulaner

    Hey Angela,

    Hm, schwer zu sagen. Erstmal möchte ich aber vorausschicken, dass wir hier keine medizinischen (und auch keine rechtlichen) Auskünfte geben sollen und dürfen, es handelt sich also lediglich um Erlebnissberichte, die aber nicht verallgemeinert werden sollten.

    Aber ich versuch mal, ein bisschen Licht reinzubringen.
    Diese extremen Abstürze gehen häufig damit einher, dass der Alki auch nichts mehr isst und auch ausser Alk nichts flüssiges zu sich nimmt. Dies kann zu Mangelerscheinugen führen, in manchen Körperbereichen wird dann Mangels Altenativen der fehlende Stoff durch Alk ersetzt (Thema Gleichgewicht, Motorik, usw), etc. !
    Der Vitamin B Mangel wirkt sich z.B. auch auf das Gehirn aus (bitte google dazu mal nach "Wernicke" und "Korsakow").
    Diese Mangelernährung über einen längeren Zeitreum steckt der Körper irgendwann nicht mehr einfach so weg, dto die Vergiftung (denn Alk ist nunmal ein GIFT). Dazu kommen noch die Entzugserscheinungen beim abrupten Absetzen des Giftes (muss ja nicht mal willentlich/gezwungenermassen sein, man kann ja u.U. auch einen Unfall o.ä. haben, was einem den Zugang zum Alk nicht ermöglicht), also u.a. z.B. Delir. (auch hier bitte ergooglen, ebenso wie Leberzirrhose). Der Körper spielt auch in der Zeit ein bißchen verrückt, die Blutdruckwerte schwanken innerhalb von Minuten sehr stark, das Allgemeinbefinden geht von überschwänglich bis zu tode betrübt, usw.

    Etwas zurück bleibt natürlich immer, ich stell mir das so vor wie ein Gummiband, das man immer so weit auseinanderzieht, bis es fast reisst. Beim nächsten (oder übernächsten) Mal kann ich dann nicht mehr so weit auseinanderziehen wie beim ersten mal bzw es reisst früher. Verstehst Du, was ich meine?? Meiner Mutter hat der Neurologe jedenfalls gesagt, ihr nächster Absturz bringt sie entweder ins Pflegeheim oder in die Kiste.

    Und ich denke, dass er ausieht wie ein Häufchen Elend und psychisch so sehr angeschlagen ist (u.U auch wirres Zeug redet oder alles dreimal erzählt) hat zum einen sicherlich mit den Medikamenten und (noch) mit dem Alk zu tun (anfangs ersetzen sie ja den Alk mit einer anderen Droge, um die Entzugserscheinungen in den Griff zu bekommen), zudem ist ihm sicherlich klar, dass es ihm schlecht geht und, warum es ihm schlecht geht. Und glaub mir, Du wärest auch nicht himmelhochjauchzend, wenn Dir einer beim Waschen oder Anziehen helfen müsste, oder??

    Wie auch immer, ich denke, im Khs ist Dien Vater gut aufgehoben. Mein Mutter war auch nach dem letzten Absturz lange in der Klinik und hat sich inzwischen (das war im Januar) wieder soweit berappelt, dass sie wieder alleine zu Hause ist und für sich sorgt. Also, nur Geduld, 8 Tage sind viel zu kurz, um über Spätfolgen zu sinnieren.

    Ich hoffe und wünsche für Euch, dass es Deinem Vater bald wieder besser geht und viel Kraft, wenn's nicht so werden sollte.

    GLG und denkt auch an Euch

    Der Insulaner

    Hallo Anja,

    Erstmal ganz herzlich willkommen hier im Forum.

    Mit Deinem Telefonat und der Drohung, dass Du Deinen Vater nicht mehr besuchen kommst, bevor er sich seiner Sucht nicht gestellt hat, hast Du einen grossen Schritt getan, Respekt..!!!
    Allerdings muss ich Dich nach dem Lob direkt wieder auf den Boden der Tatsachen herunterholen, denn der von Dir beabsichtigte Effekt wird höchstwahrscheinlich nicht eintreten. Er wird weitersaufen, da bin ich mir ziemlich sicher.
    Aber es gibt durchaus eine Person, die davon profitiert, nämlich Dich. Das war ein erster und zugleich wohl schon fast der wichtigste Schritt zum Aufbauen von Distanz zum saufenden Elternteil, der nächste wär dann, den Kontakt komplett abzubrechen bzw zu sagen "Ich rede nur mit Dir, wenn Du nüchtern bist!"
    Aber keine dieser Massnahmen wird den Alki vermutlich zum Aufhören bewegen, vielleicht wird er es sogar noch als Grund ansehen, noch mehr zu saufen ("ich arme Sau, keiner mag mich!!"). Sie werden nur dem Angehörigen nützen, der sich damit aud dem Strudel befreit bzw sich gar nicht erst mit reinziehen lässt. Und da bist Du glaub ich auf einem guten Weg.
    Allerdings hast Du gar nicht viel geschrieben, wie's Dir dabei geht und wie Du Dich dabei fühlst. Wenn Du magst, schreib doch mal ein wenig aus Deiner Sicht. Meistens hilft einem schon das Schreiben und auch das Mitlesen bei den anderen "Leidensgenossen".

    Ich wünsch Dir ein schönes erholsames Wochenende

    GLG vom Insulaner

    Hey Daniela,

    Moment, muss mir erst noch'n Taschentuch holen, schnüff...!!!

    Sehr schön formuliert, ohne Vorwürfe und ohne Drohungen. Lehrbuchmässig, sozusagen. Evtl könntest Du noch ein bißchen mehr als nur diesen einen Absatz über Deine Gefühle bzw Deine Situation (z.B: Mache mir grosse Sorgen; kann vor lauter Sorge, was als nächstes passiert, kaum schlafen; suche immer und überall (fast unbewusst) nach Idizien für Alk-Konsum;...), nur so als Vorschlag.!
    Aber ansonsten->>

    Ich sag nur: ABSCHICKEN..!!!

    Was hast Du zu verlieren?? Deine Sorgen werden nicht grösser, ob Dein Vater nun 5 oder 10 Prosecco am Tag trinkt, oder?? Wenn sich Dein Vater das aber zu Herzen nimmt, dann hast Du viel gewonnen, also bleibt als Konsequenz der Mail: Entweder, es ändert sich was zum positiven oder die Situation bleibt ähnlich der, wie sie ist, aber Du kannst für Dich sagen, dass Du alles versucht hast. Du bist es dann los und es belastet Dich nicht weiter. Ich glaube, dass es Dich sehr erleichtern würde, wenn Du sie abschickst.

    Ich würde aber auch Deine Mutter über die Mail (wenn Du sie denn abgeschickt hast) wenigstens informieren. Du musst ihr ja nicht den kompletten Wortlaut geben, aber ich denke, sie hat schon ein Recht darauf, wenigstens zu wissen, dass es diese Mail gibt.

    Zitat

    eine seiner kolleginnen hat ihn damals im genau richtigen moment angesprochen. sie ist dann gemeinsam mit ihm zur personalabteilung gegangen und hat das problem angesprochen. so kam er damals zur entziehung.


    Könnte es nicht vielmehr sein, dass sie ihm die Pistole auf die Brust gesetzt haben im Sinne von "Alk oder Job"?? Immerhin kann bereits das einmalige Erscheinen auf Arbeit im betrunkenen Zustand mind. ein Abmahnung zur Folge haben, je nach Job u.U. sogar fristlose Kündigung, wenn man's als Firma drauf anlegt.
    Als meine Mutter auf LZT war (in so'nem Dorf in Niedersachsen mit eigenem Otterzentrum; Du weisst, welches ich meine??;) ) da waren auch einige, die deswegen dort waren, weil ihr Chef sie geschickt hat (sprich wenn Du keine Entziehungskur machst fliegst Du raus), einige waren aber auch als Rückfällige dort, und die haben wieder angefangen, nachdem sie den Job verloren oder einen anderen Job angenommen haben (dass heisst, es sass ihnen erstmal kein Chef mehr im Nacken). Ist's bei Deinem Vater evtl genauso?? Hat er im Job irgendwie gewechselt, oder so??
    Was ich damit sagen will ist, es kann auch sein, dass der Alki sozusagen gezwungenermassen trocken ist, also, weil er "muss" und nicht, weil er will, bzw der Wille, den Job zu behalten ist stärker als die Sucht. (hoffe, ich hab das jetzt so formuliert, dass das einer begreift!!)

    Wie gesagt, ich denke, Du kannst die Mail ruhig abschicken, ob's was hilft sei mal dahingestellt, aber für Dich ist das glaub ich wichtig.

    Ich wünsch Dir die Kraft, den "send" Knopf zu drücken und ein schönes Wochenende

    Der Insulaner

    Hey Billie,

    Zitat

    Ich sollte mich auch ganz und gar auf diese letzte prüfung konzentrieren und alles drum herum vergessen


    Wenn Ihr die Zeit habt, dann mach es so!!! Ist denn schon absehbar, wann Deine Mutter nach Hause kommt?? Ist schon absehbar, wie gross der Pflegeaufwand für Deine Mutter sein wird?? Will denn Deine Mutter unbedingt wieder nach Hause oder könnte man sie auch "woanders" pflegen??

    Dir auf jeden Fall schonmal im Voraus viel Glück für die Prüfung.

    LG vom Insulaner

    Respekt auch von mir, alle Daumen hoch. :D

    Zitat

    meinen niederen Racheinstinkten


    Nenn es, wie Du willst, wichtig war's. Und wenn sich der ein oder andere Verwandte auf den Schlips getreten fühlt, nicht so schlimm. Ich geb Dir da mal meinen Lieblingsspruch desbezüglich mit: "Was ist der Unterschied zwischen Freunden und Verwandten? Seine Freunde kann man sich aussuchen, .....!", oder auch gern genommen: " Bei solchen Verwandten braucht man keine Feinde!!"
    Schlussendlich (ob die Verwandtschaft nun sauer ist oder nicht) hast Du auf jeden Fall für klare Verhältnisse gesorgt, und das ist gut so, da weiss jeder, woran er ist, egal, ob er's begreift oder für gut befindet, oder nicht. Mancehn hast Du sicher ein bißchen überfahren, aber ich denke schon, dass noch die eine oder andere positive Reaktion zurückkommen wird, wenn sie erstmal drüber nachgedacht oder das ganze Drama mal live und in farbe erlebt haben.

    Mach weiter so, ich glaub, Du hast grad'nen Lauf (alte Sportlerweisheit!!)..!!

    LG vom Insulaner

    Zitat

    Metallstückchen? hä? also ich bin blond und noch sehr jung, ich bitte höflichst um Aufklärung, bevor meine überschäumende Fantasie mit mir durchgeht.....


    Ich möcht jetzt gar nicht wissen, was Deine Fantasie gerade so treibt, wenn ich mir Deine letzte Aktion so vorstelle...!! ;)
    Nein, es hat nix mit Piercing oder SM zu tun. Es gibt da halt so 'ne Zeremonie, bei der man zu zweit vor so'nem Tisch sitzt wo auf der anderen Seite noch einer sitzt der dann erstmal ganz ergreifende Reden hält, dann jedem eine einfache Frage stellt (die man in der Regel mit Ja beantwortet) und nach der man sich dann so runde Metallscheiben über den Finger (meistens der vierte Finger der rechten Hand, vom Daumen aus gezählt) stülpt.
    Jetzt begriffen?? Gib's zu, Du wolltest es nur nochmal genau hören, oder??

    LG vom Insulaner ;)

    Hallo "Träne",

    Erstmal willkommen hier im Forum, gut, dass Du hergefunden hast.

    Erstmal zur Begriffsklärung: Entgiftung ist der Teil der Therapie, der sich sozusagen an den Alkoholkonsum direkt anschliesst, will heissen, ab dem Moment, wo man aufhört zu trinken. Für einen Alkoholiker ist dies der körperlich gefährlichste Teil und ich denke, dass sie ihm im Khs die entsprechenden Medikamente gegeben haben. Das läuft ähnlich wie bei Junkies, zuerst wird der Alk durch ein Präparat ersetzt, was dafür sorgt, dass keine Entzugerscheinungen auftreten (die nicht ohne sind und u.U. auch tötlich sein können), danach wird dieses Medikament (das auch abhängig macht) dann langsam "ausgeschlichen", also die Dosis langsam reduziert, bis man es ganz weglässt. Das Ganze dauert i.d.R. so ca 10-14 Tage, dass heisst, wenn Dein Vater schon 1,5 Monate nichts mehr trinkt, dann ist er bereits entgiftet. Das andere ist die sog. Langzeittherapie (im Allgemeinen auch Entziehungskur genannt), die gibt es stationär (in einer entsprechenden Einrichtung) oder ambulant. Stationär wird von der Kasse glaub ich bis max 12 Wochen übernommen. Danach folgt die Nachsorge, um die sich der Alki aber selbst kümmern muss, z.B. bei einer Selbsthilfegruppe o.ä.
    Das würde ich auch Deinem Vater empfehlen. Er sollte auf jeden Fall zu so einer Gruppe Kontakt aufnehmen (es sei denn, der Arzt, zu dem er regelmässig geht, ist Psychiologe/Psychiater), aber selbst dann macht es Sinn, zumal er sich damit einen "trockenen" Freundeskreis aufbauen kann.
    Übrigens gibt es auch SHg'n für Angehörige. Was es da an Angeboten in Deiner Umgebung gibt erfährst Du zum Beispiel bei einer Suchtberatungsstelle. Da würd ich an Deiner Stelle mal hingehen, und zwar, damit DIR geholfen wird. Du schreibst zwar nur einen kleinen Satz darüber, wie's Dir dabei geht, aber ich denke schon, dass Du auch Hilfe brauchst. Gibt es irgendjemanden (Freund, Freundin) mit dem Du offen darüber reden könntest??
    Wohnst Du noch zu Hause oder hast Du eine eigen Wohnung? Was ist mit Dir, wenn das Haus verkauft wird??

    Gibt es einen Grund, weswegen Dein Vater im Falle einer Trennung zwingend zu seinem Bruder muss?? Er kann sich doch selbst eine kleine Wohnung suchen (oder Du mit ihm zusammen??), am Finaziellen wird das in unserem Wohlfahrtsstaat am wenigsten scheitern.

    Zitat

    Man sagt ja immer es gibt Gründe, wieso jemand trinkt


    Nein, definitiv NEIN. Ein Alki findet tausend Gründe, seine Sauferei vor sich und anderen zu rechtfertigen (alle sind ungerecht, der Job ist so hart, ich bin sooo krank, die Kinder sind soo undankbar, bei so einer Familie, da muss man ja Saufen), ja, das stimmt, aber es gibt keine objektiven Gründe zum Saufen. Das wär ja noch schöner. "Oh, mein Chef hat mich rausgeschmissen, jetzt MUSS ich saufen!!"

    Und eines noch: Dein Vater ist für sich selbst verantwortlich, Du bist das Kind, er müsste sich eigentlich um Dich kümmern, nicht Du um ihn. Du hast Dein eigenes Leben, um dass Du Dich 24 Stunden am Tag kümmern musst. Wenn Du Zeit für Deinen TROCKENEN Vater entbehren und abzweigen kannst, schön, aber laste Dir nicht mehr auf, als Du guten Gewissens zu leisten im Stande bist, OK?? Er ist verantwortlich für sein Leben und seinen Tagesablauf.

    Versuche, Deine Kraft FÜR DICH einzusetzen

    Alles Liebe und bis bald

    Der Insulaner