Hallo ihr lieben,
mache ich eine Rückschau, oder mach ich keine ?Wie war mein 2009?
Was bleibt unterm Strich?
Ich mag keine Bilanzen ziehen, ich denke da immer noch an meine Bilanzierung, bevor ich hierher gefunden habe. Die sah verdammt schlecht aus, und der Gedanke : Das kann nicht alles in meinem Leben gewesen sein, tat weh.
Einen letzten Versuch wollte ich aber noch starten, und gab einfach Alkohol ein. Dadurch stieß ich auf unser Forum.
Hier saßen in meinen Augen die Fachleute, die mir helfen konnten, mir Wege zeigen würden, wie ich R. trocken bekomme.
Wie so oft kam es ganz anders als gedacht. Ich wurde gefragt, wie es mir dabei geht, und was ich für mich tue. Das konnte ich nicht beantworten.
Ich wußte nur, das es mir schlecht ging.
Was mir gut tun würde, keine Ahnung. Erst mußte ich ja mal R. trocken bekommen.
Ziemlich schnell wurde mir klar, das ich hier nicht alleine war, hier waren Menschen, die ähnliches erlebt hatten, die verstanden wie ich mich fühlte.
Hier war alles anders, keiner forderte mich auf, mich zusammenzureißen, nach dem Motto Augen zu und durch.
Im Gegenteil, ich spürte wie lange ich die Augen verschlossen hatte, obwohl ich davon überzeugt war, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen.
Neues hinsehen war gefragt, wirklich offene Augen und meine Offenheit, anderen die schon weiter waren als ich einfach mal zu vertrauen.
Ich erinnere mich daran, als ich hier das erste mal mit jemanden in den Chat wollte, weil es mir mal wieder schlecht ging.
Mir nichts sehnlicher wünschte, als das jemand aus der CO-Ecke, mit mir in den Chat gehen würde.
Wieder kam alles anders und ein Betroffener kam in den Chat. Ich konnte doch nicht bei einem Alkoholiker über meinen Mann jammern, meine schlechten Gedanken an diesem Abend bei ihm abladen. Damit würde ich ihn sicher kränken.
Diesen Chat habe ich noch fast Wort für Wort parat, der hat sich eingebrannt.
Denn ich fühlte mich auf einmal auch von dieser "Seite" verstanden.
Ich begann einiges umzusetzen. Ging mir alles viel zu langsam. ich wollte immer schneller sein.
Ich wollte doch hier jedem beweisen, was ich bewegen kann. Die Starke bleiben, die alles packt, in Rekordzeit.
Wenn von kleinen Schritten gesprochen wurde, wollte ich Siebenmeilenschritte machen, und überforderte mich damit erneut.
Hatte immer noch nichts verstanden.
Langsam, fast unbemerkt änderte sich wirklich etwas. Immer wieder "Kleinigkeiten", bei denen ich mich güt fühlte.
Diese Gefühl hat mir Mut gemacht, und ich habe mich weiter gewagt.
Zuerst wackelig, aber das ist eben so, wenn man laufen lernt. Winken
Aber ich wurde sicherer, traute mich auch im realen Leben zu öffnen.
Ich lernte bei Menschen, die mir wichtig waren, offen über das zu sprechen, was mich wirklich bewegte.
Wovor ich Angst hatte, trat nicht ein. Ich wurde weder verachtet, noch zog sich jemand zurück.
Ich war überrascht, wie viele die gleichen Gedanken hatten, und ahnten, was mit R. war.
Freundschaften konnten wieder aufleben, neue kamen dazu.
Durch meine neue Offenheit, hat sich vieles verändert. Ich bin wieder aktiver geworden. Traue mir mehr zu, lasse mich auf unbekanntes ein.
Ich lernte neue Menschen kennen, und bin dankbar für jeden einzelnen.
Ich habe mich immer angenommen gefühlt. Es ist ein Miteinander, bei dem ich mich nicht verstellen mußte.
Meine Situation an meinem Arbeitsplatz hat sich auch verbessert. Ich gehe gerne zur Arbeit, und lerne auch hier abzugeben, wenn mir etwas nicht gut tut.
Ich könnte noch weitermachen, denn es würde mir noch vieles einfallen.
Das wichtigste für mich ist, das ich endlich das Gefühl habe, das richtige zu tun.
Mir geht es gut, auch wenn nicht alles gut ist
Dieser Satz begleitet mich, und erinnert mich daran, das es mir gut gehen darf, und das ich es auch geniessen kann.
So beendete ich das alte Jahr, zufrieden mit dem erreichten, und neugierig auf das neue, was noch auf mich wartet. Es wird kommen, alles zu seiner Zeit, wenn ich bereit dafür bin.
Geduld war mir immer ein Fremdwort, heute ist es mir sehr viel vertrauter. Es ist ein Geschenk geduldig sein zu dürfen.
Mein Rückblick fällt also gar nicht schlecht aus, ich bin jetzt imstande meine Veränderungen auch selbst zu sehen.
Mit 50 wollte ich durchstarten, da sollte alles anliegenden erledigt sein.
Ich starte jeden Tag neu, und bin gespannt was er mir bringt.
Mein Weg geht weiter, und ich darf die Richtung bestimmen, in die ich gehe.
Welche Freiheit!!!!!.
Ich bin dankbar, das ich hier sein kann, und danke vor allem Karsten für seinen unermüdlichen Einsatz.
Ich wünsche uns allen, ein frohes und gesundes Neues Jahr. Lassen wir uns überraschen, was es uns bringen mag.
lg Morgenrot