Beiträge von Morgenrot

    Hallo Dakini,

    Zitat

    Anderen gegenüber bin ich da immer wesentlich großzügiger, als bei mir selbst.


    wieso kommt mir das so bekannt vor. :oops:
    Mit anderen hatte ich auch immer mehr Geduld, als mit mir selbst.
    Das ist ja erst einmal nichts schlechtes, es wird dann ungut, wenn ich mich dabei vergesse, und mich immer hinten anstelle, und drauf hoffe, das andere sehen, das ich auch "bedürftig" bin.
    Das werden sie aber nicht tun, wenn ich nicht selbst damit anfange.
    Wenn ich anfange mich zu ändern, klarer werde in meinen Aussagen, ändern sich auch andere.
    Das habe ich anfangs nicht glauben können, aber es ist wirklich so. Wir brauchen uns nicht verstecken. Wie oft habe ich das getan, weil ich mich schämte, für das Verhalten meines Mannes.
    Mir zuliebe habe ich angfangen darüber zu reden. Das hat mich freier werden lassen, weil mir immer wieder neu bewußt wird, das ich nicht für ihn verantwortlich bin.

    Du schaffst das auch, lass dich nicht abschrecken von eventuellen Mißerfolgen die kommen, denn wir sind nicht perfekt.
    Mir hat es auch geholfen, das ich jeden Tag neu damit beginne. Was gestern war ist vorbei, heute gehts wieder weiter.


    lg Morgenrot

    Hallo Dakini,

    Zitat

    Da gibts keinen Zurück-in-den-Ausgangsmodus-Schalter für? *lach*


    leider hab ich den noch nicht gefunden. Aber mit Schalter wäre es auch in die umgekehrte Richtung wieder einfach. :wink:

    Wir haben doch Zeit zu üben. Sicher ist es nicht einfach, und es wird auch mal Rückschritte geben, aber davon lassen wir uns nicht entmutigen. Wir dürfen Fehler machen, die führen dazu, das wir in der nächsten Situation genauer hinschauen.

    Mach dir keine Vorwürfe, das du ihm geglaubt hast. ich bin heute der Meinung ich konnte nicht anders, als es zu glauben.
    Dazu habe ich einen Großteil beigetragen.
    Wenn er sagte: "Ich schaff es nur mit dir", hab ich geglaubt, das ich ihm mit Liebe helfen kann, trocken zu werden.
    Ich war nicht in der Lage, die dahinter steckende Manipulation zu erkennen. Sein abgeben der Verantwortung an mich.
    Dadurch wurde ich zu einer Marionette, die nur noch das getan hat, was angeblich ihm nützt.

    Mich habe ich dabei vergessen, denn er brauchte mich. Daraus habe ich mir meinen Wert abgeleitet. Ich wurde gebraucht, also war ich etwas wert.
    Nur so konnte ich immer tiefer in die CO - Abhängigkeit rutschen.
    Du wirst sicher immer mehr Punkte bei dir erkennen, und jetzt kannst du sie ändern, und ein neues Leben beginnen.
    Ich jedenfalls fühle mich jetzt viel freier, und das gebe ich sicher nicht mehr auf.

    lg Morgenrot

    Hallo Dakini,

    herzlich willkommen bei uns, so von Hessin zu Hessin :wink:

    Zitat

    Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich Dinge so wahrnehme, wie sie wirklich sind


    Das war anfangs auch ein großes Thema bei mir, meine Wahrnehmungen ernst zu nehmen.
    Es ist nicht wichtig ob die Dinge richtig sind, wichtig sind deine Wahrnehmungen, deine Gefühle, denn die sind richtig und wichtig.
    Unsere Wahrnehmungen wurden uns immer abgesprochen, das kenne ich sehr gut, und jeder nasser Alkoholiker beherrscht das in einem Maße, das man sich nur noch "falsch gepolt" vorkommt.
    Wir glauben ihnen fast alles, weil wir es gerne glauben wollen, das alles gut werden kann. Das ging bei mir soweit, das ich ihm glaubte, wenn er sagte: "Ich trinke doch nichts, dabei hatte er die Pulle in der Hand.

    Fang an, deinen Wahrnehmungen zu (ver)trauen. Das ist ein wichtiger Schritt.
    Wird sicher nicht von heute auf morgen möglich sein, aber du wirst deine eigene Geschwindigkeit dabei finden.


    lg Christiane

    Hallo Mini,

    Zitat

    Wie kann mein Verlobter nur so verständnislos sein??


    ich bin jederzeit dafür einem anderen Menschen zu helfen, aber die Vorraussetzung ist, das er diese Hilfe auch will.
    Dein Verlobter kennt sich sicher nicht mit Suchterkrankungen aus, wie im übrigen viele Menschen, auch Ärzte handeln da schon mal falsch.
    Lass ihn doch mal hier lesen, bei den CO`s und den trockenen Alkoholikern.
    Vielleicht versteht er dich dann etwas besser.

    Wichtig ist, das du für dich auf deinem Weg bleiben kannst, und dich versuchst von den Ansprüchen zu lösen, die andere an dich haben.
    Hol dir alle Hilfe, die du bekommen kannst.

    lg Morgenrot

    Hallo Mini,

    auch hier noch einmal herzlich willkommen bei uns.

    Du bist nicht verantwortlich für den Zustand und das Trinken deiner Mutter. Lass dir da nichts einreden.

    Nur sie alleine kann den Schritt zu einer anhaltenden Trockenheit gehen, du hast keinerlei Einfluß darauf.
    Deine Tanten und dein verlobter haben zwar gesehen, das deine Mutter krank ist, aber beim Alkoholismus ist es anders, als bei anderen Krankheiten. Hier greift das Prinzip Hilfe durch Nichthilfe.
    Das ist schwer zu verstehen und anfangs noch viel schwerer auszuhalten.
    Ich finde du hast instinktiv das beste für dich getan, als du dich distanziert hast.

    Zitat

    Was kann meine Mutter nach dem Entzug noch alles machen, um einen Rückfall zu vermeiden?
    Ihr Leben radikal ändern, nur nicht trinken reicht nicht. Es ist eine lebenslange Aufgabe zufrieden trocken zu bleiben

    Bin ich wirklich verantwortlich?? Das würde auch bedeuten, dass ich dafür mitverantwortlich bin, dass sie trinkt!!! ich finde diese Vorwürfe wirklich entsetzlich!!!!


    Du bist nicht verantwortlich, auch nicht für ihr saufen, oder hast du ihr die Flasche in die Hand gedrückt?
    Sorry, wenn ich das so schreibe, aber ich möchte dir verdeutlichen, das es genau diese Schuldgefühle sind, die uns das los lösen so schwer machen.
    Entweder die Schuldgefühle, die uns der Alkoholiker selbst macht, oder das Umfeld.
    Damit werden wir in altem Verhalten festgehalten, und es wird verhindert, das wir uns um uns selbst kümmern.

    Als ich hier das erste Mal gelesen habe, das ich nicht Schuld bin, das mein Mann säuft, war ich so erleichtert, das ich geheult habe.
    Ich habe mich Jahrzehnte lange verbogen, um nur alle Gründe zum saufen, aus dem Weg zu räumen.
    Glaub mir, er hat bis heute immer neue gefunden, die wird auch deine Mutter finden.

    Denk an dich, und tu das, was dir gut tut.


    lg Morgenrot

    Hallo Petra,

    Zitat

    (im nüchternen, wie vollem Zustand)


    frage dich doch einmal, wann er wirklich nüchtern ist. Der Alkohol ist auch morgens noch im Kopf. Nüchtern und klar wird er sein, wenn er eine Entgiftung hinter sich hat.
    Alkohol ist ein Nervengift, welches nicht nach ein paar Stunden aus dem Körper raus ist.
    Es ist nicht deine Aufgabe, ihm diese Einweisung zu besorgen, und gegen seinen Willen kommt dabei nichts raus.

    Zitat

    Ich komme mir vor wie ein Kleindkind, dass gerade das laufen lernt


    diesen Satz kann ich unterschreiben, so kam ich mir hier anfangs auch vor.
    Es ist ja auch irgendwie damit zu vergleichen. Ich lerne mein Leben wieder in die Hand zu nehmen.
    Wichtig ist, das du zu deiner eigenen Geschwindigkeit stehst, auch wenn du nur mal kleine Schritte gehst.
    Auf deinem und auch auf meinem Weg werden wir immer wieder Fehler machen, in altes Verhalten zurückfallen.
    Gerade dann heißt es, es zu bemerken, und es wieder und wieder zu versuchen.
    Wir alle sind nicht perfekt und machen Fehler, aber daraus können wir lernen.
    Wichtig ist, das du dich gut fühlst, bei dem, was du tust, denn du tust es für dich.

    lg Morgenrot

    Hallo Petra,

    Zitat

    Mir war soooo schlecht, mir war schwindlig, mir gings überhaupt nicht gut .


    Das ging mir die ersten Male auch so, als ich zur Gruppe bin, und da ich mich soweit kannte, hab ich mir Unterstützung mitgenommen.
    Ein lieber Freund hat mich die beiden ersten Male begleitet, und dann konnte ich alleine gehen.
    Nur Mut, und glaub mir, alle die da sitzen, können sich vorstellen, wie es dir geht.

    lg Morgenrot

    Hallo ihr lieben,
    hallo Graupe,

    Zitat

    Ich suche meine Geschwindigkeit noch, ich finde deinen Weg sehr gut.


    Danke dir für deine Worte.
    Das ist nicht so einfach, mit der eigenen Geschwindigkeit, das habe ich selbst erfahren.
    Früher mußte bei mir alles gleich und schnell erledigt werden, alles andere war Zeitverschwendung.
    Aber gerade wenn ich an mir selbst arbeite, um etwas zu ändern spürte ich oft, das ich Tempo rausnehmen muß. Mein Kopf war/ist immer weiter. Das alles nutzt mir nichts, wenn der Bauch und die Seele nicht mitmacht.
    Also nur Mut zum eigenen Tempo, auch wenn die Schritte scheinbar noch so klein sind, wichtig ist nur, in Bewegung zu bleiben.

    lg Morgenrot

    Hallo ihr lieben,

    mal wieder ein update von mir.

    Seit gestern bin ich ja nun schon 2 Jahre hier im Forum. Ich frage mich, wo ist die Zeit geblieben.
    Früher hatte ich eher das Gefühl, die Zeit schleicht. Wünschte mir sehr oft schon am Morgen, das der Tag zu Ende sei.
    Was hatte ich denn zu erwarten? Nichts, immer nur das tägliche Einerlei, immer das gleiche. Die Sorge und die Bemühungen um den saufenden Mann.
    Immer neue Anstrengungen, die Frage, was ich denn noch tun kann, damit er endlich kapiert und trocken wird.
    Dieses kreisen um ihn, hat mich ausgelaugt, müde un verbittert gemacht.
    Alle anderen um mich herum schienen ihr Leben geniessen zu können, und ich wartete mit 48 Jahren darauf, das es endlich vorbei sein möge.
    Meine Kinder waren groß, sie brauchten mich nicht mehr.
    Sicher hätte niemand bemerkt, wenn ich einfach aus dem Leben gegangen wäre.
    Aber irgendwo schien noch ein Fünkchen Hoffnung zu sein, auf ein besseres Leben, auch für mich.
    Dieses Fünkchen habe ich hier gefunden, und seitdem ist es ein großer Funke geworden.

    In meinem Lieblingssender im Radio gibt es einen Slogan:
    " Gib mir das Gefühl zurück"
    Dieser Satz bezieht sich dort, auf die Oldies die der Sender spielt.
    Aber für mich hat er auch noch einen anderen Sinn.
    Ich habe nur schweres gefühlt, die Last, die mein Leben bestimmte, die immer schwerer zu tragen wurde, die mich sicher irgendwann erdrückt hätte.
    Ich war das "arme" Opfer, dem es schlecht ging, und keiner kam um mir zu helfen. Wie sehr habe ich mich bedauert.
    Dann kamen hier, nach einer gewissen "Schonzeit", Aussagen, das ich etwas für mich ändern müsse.
    Ich weiß noch, wie ich oft mit Unverständnis reagiert habe, was sollte ich ändern?
    Er trinkt doch, und ich soll mich ändern. Also hatte er doch recht, wenn er mir vorwarf, ich sei Schuld das er trinkt?
    Etwas für mich tun, konnte ich doch gar nicht, dann hätte ich ihn ja nicht mehr beeinflussen können, indem ich auf seine Trinkmenge achtete.

    Heute bin ich froh und dankbar, das ich mich darauf eingelassen habe. Das ich etwas verändert habe.
    Angefangen hat es mit einer Tasse Cappu in einem Cafè. Daran muß ich noch sehr oft denken, mit welch einer inneren Unruhe ich dort saß, und dachte, was wird wohl gerade jetzt zuhause abgehen, wenn ich nicht da bin.
    Wie sollte ich da noch größere Veränderungen bei mir schaffen?
    Es ging weiter Schritt für Schritt. Anfangs immer noch sehr unsicher, und mit allergrößten Bedenken.
    " Gib mir das Gefühl zurück"
    Ich bekam Gefühle und Gedanken zurück, als ich mich immer mehr öffnen konnte.
    Als mir bewußt wurde, das es einzig seine Sache ist, wie er sich verhält.
    Als ich das verstanden hatte, war es eine Befreiung. Ich war nicht mehr schuldig und nicht verantwortlich für sein Verhalten.
    Ab diesem Zeitpunkt ging es immer weiter. Ich konnte Dinge unternehmen, die ich mir immer gewünscht habe.
    Erst waren es die großen Highlights, die ich brauchte, um mich vom Alltag abzusetzen und mir das Gefühl gaben Glück erleben zu können.
    Heute kann ich auch die kleinen Glücksmomente erleben und geniessen.
    Mein Blickwinkel hat sich verändert, ich bin bewußter unterwegs, sehe anders hin, und dadurch ergeben sich immer neue Möglichkeiten.
    Mein Leben ist kein Gehetze mehr, es kehrt immer mehr Ruhe ein. Es geht mir gut, auch wenn nicht alles gut ist.

    Denn eines weiß ich ganz sicher, ich werde nicht nachlassen auf diesem Weg. Denn wenn das passieren würde, würde ich mich selbst wieder einengen, und die Gefahr, in mein "Gefängnis" aus Selbstaufgabe und verbiegen müssen, zurückzukehren, ist immer da, wenn ich nicht mehr auf mich und meine Gedanken achte.
    Nach 2 Jahren Arbeit kann ich sagen, es gefällt mir, was ich an mir wahrnehme.
    Das Gefühl ist zurück und es fühlt sich verdammt gut an.

    Für meine 2 Jahre habe ich mir für nächsten Sonntag ein Geschenk gemacht. Ich kann und darf mich selbst belohnen.
    Ich werde eine Fahrt mit einer Museumsbahn unternehmen, diesmal über den Rothaarsteig.


    lg Morgenrot

    Hallo ihr lieben,

    greife nochmal einen Satz von Skye auf:

    Zitat

    dass sie selbst ihr Glück und Wohl in der Hand haben, dass sie selbst dafür zuständig sind.


    als ich mich hier angemeldet habe, wollte ich ein Rezept, wie ich es denn schaffen könnte, meinen Mann trocken zu legen.
    Statt dessen bekam ich einen solchen Satz geschrieben, mit dem ich zu Anfang nicht wirklich etwas anfangen konnte.
    Aber je mehr ich ihn angenommen habe und versucht habe, etwas zu tun, was mir gut tat, desto mehr wurde er mir zur Erleichterung.
    Ich treffe wieder eigene Entscheidungen, und habe das Gefühl wieder im Leben angekommen zu sein.

    lg Morgenrot

    Hallo graupe,

    herzlich willkommen bei uns im Forum.

    dein letzter Beitrag könnte von mir sein, meine Situation gleicht deiner sehr.
    Gerade was das finanzielle angeht.

    Wir leben quasi im gleichen Haus getrennt, aber das ist keine Ideallösung.

    Zitat

    Ich hatte klargestellt mit Alkohol lass ich mich nicht anfassen!


    deswegen bin ich auch aus dem Schlafzimmer raus, das war nicht zu ertragen, hat ihn aber auch nicht davon abgehalten weiter zu trinken.
    Mit Trinkpausen wollte er mir immer wieder beweisen, das er kein Alkoholiker ist.
    Früher habe ich dann gleich wieder gehofft, mich noch mehr angestrengt, nur um ihm alles recht zu machen.
    Aber diese Hoffnung wurde immer wieder zerstört.
    Natürlich waren wir, die Kinder und ich immer schuld, das er trinken mußte.
    Sie finden immer wieder neue Gründe, das führt dazu, das wir uns immer mehr verbiegen.
    Ich habe das sehr lange mitgemacht. Ihn geschützt, vertuscht usw. Dabei ging es mir immer schlechter, ich geriet in eine Isolation, die ich nie gewollt habe.

    Das hat sich erst geändert, als ich hier ins Forum kam. Nach und nach habe ich wieder alte Kontakte aufgenommen, und mich geöffnet, bei Menschen, die mir wichtig waren.

    Zitat

    reden hilft nicht,


    mit einem nassen Alkoholiker zu reden bringt gar nichts. Für mich war wichtig, das ich estwas ändern konnte, für mich, damit es mir besser geht.
    Das geht nicht von heute auf morgen, fang langsam an, und gehe in deinem Tempo.
    Ich wünsch dir ganz viel Kraft für deinen Weg, es lohnt sich wirklich ihn zu beginnen, und sei der Schritt auch noch so klein.

    lg Morgenrot

    Hallo Schneewittchen,

    Zitat

    Muss man nicht auch lernen, mit bestimmten "Macken" des Partners zu leben?


    natürlich hat jeder seine Ecken und Kanten. Aber wenn diese "Macken" dein Wohl gefährden, sollte Schluß mit lustig sein.
    Ich habe auch sehr lange gebraucht um zu erkennen, wie ich mich immer weiter verbogen habe, damit er aufhört zu trinken.
    Ich war nicht mehr ich, ich war (s)eine Marionette. Da will ich nie wieder hin.

    lg Morgenrot

    Hallo Schneewittchen,

    herzlichlich willkommen bei uns im Forum.
    Wenn du magst lies mal hier:
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php

    Zitat

    Was, wenn ich "Gespenster" sehe oder mich in etwas "hineinsteigere" was gar nicht da ist?


    du fühlst dich nicht wohl in der Situation, also siehst du keine Gespenster, denn deine Gefühle sind wichtig und richtig.
    Dazu mußt du nicht wissen, ob dein Mann Alkoholiker ist, oder nicht. Ob er es ist, muß er für sich alleine herausfinden.

    Schneewittchen stell deine Fragen, ich kann mir vorstellen, das im Moment so einiges durcheinander geht, das ist verständlich.
    Wir sind hier, und begleiten dich gerne.


    lg Morgenrot

    Hallo Nino,


    Zitat

    ja genau das frag ich mich auch, woran erkennt man die Abhängigkeit?


    Erkennen muß die jeder Alkoholiker für sich, erst dann kann er weitere Schritte unternehmen.

    Du fühlst dich in der Situation unwohl, dir geht es nicht gut damit, also ist es an dir etwas zu ändern, für dich.
    Deinen Mann änderst du nicht, und sein Trinkverhalten gleich gar nicht.

    Wenn du magst lies mal hier:
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php

    Du kannst deinem Mann nicht helfen. Aber für dich kannst du etwas ändern.
    Schau auf dich, was macht diese Situation mit dir?
    Als ich hier ins Forum kam, habe ich die gleichen Fragen gestellt, und konnte nicht verstehen, das ich mich ändern sollte.
    Aber genau das ist es, sein Wohlergehen nicht mehr von dem Alkoholiker abhängig machen.
    Das ist ein langer Weg, und sicher nicht einfach, aber es geht.


    lg Morgenrot

    Hallo Bolle,

    ich kann die Reaktion deiner Freundin verstehen. Komme auch aus der CO - Ecke, und war immer daran Schuld, das mein Mann trinkt, das hat er mir immer und bei jeder Gelegenheit gesagt.
    Irgendwann hab ich es selbst geglaubt. Vielleicht war das in der vorherigen Beziehung deiner Freundin auch der Fall.
    Wenn dann so etwas wie dein Rückfall passiert, kommen sicher alte Schuldzuweisungen hoch.

    Aber Bolle, loslassen ist nicht gleich verlassen. Es ist sicher wichtig, das jeder für sich erst einmal etwas tut.
    Wer weiß, vielleicht kommt ihr wieder zusammen. Gebt euch beiden die Zeit, die ihr braucht. Jeder für sich.


    lg Morgenrot

    Hallo Lucy,

    Zitat

    wo ich dann denk übertreibe ich wirklich?


    Es sind deine Wahrnehmungen, und die werden uns immer wieder abgesprochen.
    Ich kenne alle diese Aussagen auch, sie haben ein Ziel. Das wir an uns zweifeln, und uns einreden lassen, das alles doch gar nicht so schlimm ist.

    Fang an, deinen Wahrnehmungen zu vertrauen, auch wenn dir anderes eingeredet wird.
    Mir wurde noch gesagt, mit der Flasche in der Hand, ich trink doch gar nichts.
    Ich habe das angezweifelt, was klar vor meinen Augen war.

    Auch die Selbstmordankündigungen kenne ich. Wie oft habe ich Autoschlüssel versteckt, um ihn daran zu hindern.
    Tue ich heute nicht mehr.
    Aber ich werde, bei einer erneuten Ankündigung, nicht mehr davor zurückschrecken die Polizei anzurufen.
    Er muß spüren, das seine Aussagen Konsequenzen haben.


    lg Morgenrot

    Hallo Zimt,

    hast du schon mal hier gelesen?
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php
    Hilft dir vielleicht ein wenig weiter.

    Im Verhalten deines Freundes erkenne ich meinen Mann wieder, immer die "Mitleidsnummer".
    Zimt sei gewiß, sie kennen uns in und auswendig, und wissen genau wo sie ansetzen müssen, damit wir wieder "springen"
    Das sind genau die CO - Knöpfe, die immer funktioniert haben, und die werden immer wieder gedrückt.

    Ich bin mir fast sicher, das er deine Erklärungen verstanden hat, aber er wollte die erneute Bestätigung, die du ihm ja auch geliefert hast.

    COabhängigkeit ist kein Gefühl, sondern ein Verhalten, was viele von uns schon seit der Kindheit mit sich herumschleppen, durch Erziehung und die dadurch erlernten Verhalten.
    Das habe ich erst hier begriffen, wie sehr ich da "vorbelastet " war.
    Dieses Schema wird übernommen, glaub mir, es kommt nicht von ungefähr, das wir solche Männer haben, die uns brauchen.
    Lange Zeit bin ich genau darin aufgegangen, aber es blieb da kein Platz für mich.
    Der Alkohol bestimmt nicht nur das Leben des Alkoholikers, er hat auch mein Leben dominiert.

    In deinen Beiträgen nimmt er immer noch einen großen Platz ein, dich sehe ich überwiegend reagieren.

    Zitat

    ich will, dass wir uns im Guten trennen,


    und genau hier ist wieder die Falle in meinen Augen.
    du trennst dich im guten, und damit hat er dich wieder an einem Punkt, wo du Zugestännisse machst, von denen du noch gar nicht weißt, ob du sie einhalten kannst.
    Das wiederum wird er als Inkonsequenz deinerseits auslegen, und der Kreislauf geht weiter.
    Stelle dich in den Mittelpunkt, und nimm dich und deine Gefühle wichtig.
    Zimt, es ist ein weiter Weg, aber er beginnt mit dem kleinsten Schritt.
    Mit dem ersten Schritt zu dir.

    lg Morgenrot


    .

    Hallo Zimt,

    erst einmal herzlich willkommen im Forum, und alles Gute im neuen Jahr.

    Zitat

    Und deshalb trinke er, wenn er mit mir zusammen ist, um gefühlsmäßig für mich da sein zu können.


    das ist doch wirklich nett von ihm :evil:
    Wir lernen nie aus, was es alles an "Entschuldigungen" fürs trinken gibt.
    Das sind in meinen Augen Schuldzuweisungen und den Schuh solltest du dir nicht anziehen, und nicht dein Verhalten danach ausrichten.

    Natürlich zählen deine Bedürfnisse, du darfst ihnen auch Raum geben.
    Rücksicht haben wir lange genug genommen, und unser Leben abhängig vom Alkoholpegel des Partners gemacht.

    Zitat

    Und: Ist es jetzt Co-Verhalten, mich von ihm fern zu halten (weil das sein Muster unterstützt) oder ist es Co-Verhalten, dennoch hinzu fahren (und damit sein Muster zu unterstützen) ?


    Wenn es dir gut gut, dich fernzuhalten, dann tu es. Hier gehts um dich, und nicht um seine Muster, da änderst du nichts dran.
    Danach zu leben und darauf einzugehen ist CO - Verhalten.
    Du kannst nur etwas für dich ändern.
    Frag dich zuerst, was tut MIR gut. Wenn du das weißt, steh dazu, und teile es ihm mit.

    lg Morgenrot

    Hallo ihr lieben,

    mache ich eine Rückschau, oder mach ich keine ?Wie war mein 2009?
    Was bleibt unterm Strich?
    Ich mag keine Bilanzen ziehen, ich denke da immer noch an meine Bilanzierung, bevor ich hierher gefunden habe. Die sah verdammt schlecht aus, und der Gedanke : Das kann nicht alles in meinem Leben gewesen sein, tat weh.
    Einen letzten Versuch wollte ich aber noch starten, und gab einfach Alkohol ein. Dadurch stieß ich auf unser Forum.
    Hier saßen in meinen Augen die Fachleute, die mir helfen konnten, mir Wege zeigen würden, wie ich R. trocken bekomme.

    Wie so oft kam es ganz anders als gedacht. Ich wurde gefragt, wie es mir dabei geht, und was ich für mich tue. Das konnte ich nicht beantworten.
    Ich wußte nur, das es mir schlecht ging.
    Was mir gut tun würde, keine Ahnung. Erst mußte ich ja mal R. trocken bekommen.

    Ziemlich schnell wurde mir klar, das ich hier nicht alleine war, hier waren Menschen, die ähnliches erlebt hatten, die verstanden wie ich mich fühlte.
    Hier war alles anders, keiner forderte mich auf, mich zusammenzureißen, nach dem Motto Augen zu und durch.
    Im Gegenteil, ich spürte wie lange ich die Augen verschlossen hatte, obwohl ich davon überzeugt war, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen.

    Neues hinsehen war gefragt, wirklich offene Augen und meine Offenheit, anderen die schon weiter waren als ich einfach mal zu vertrauen.
    Ich erinnere mich daran, als ich hier das erste mal mit jemanden in den Chat wollte, weil es mir mal wieder schlecht ging.
    Mir nichts sehnlicher wünschte, als das jemand aus der CO-Ecke, mit mir in den Chat gehen würde.
    Wieder kam alles anders und ein Betroffener kam in den Chat. Ich konnte doch nicht bei einem Alkoholiker über meinen Mann jammern, meine schlechten Gedanken an diesem Abend bei ihm abladen. Damit würde ich ihn sicher kränken.
    Diesen Chat habe ich noch fast Wort für Wort parat, der hat sich eingebrannt.
    Denn ich fühlte mich auf einmal auch von dieser "Seite" verstanden.

    Ich begann einiges umzusetzen. Ging mir alles viel zu langsam. ich wollte immer schneller sein.
    Ich wollte doch hier jedem beweisen, was ich bewegen kann. Die Starke bleiben, die alles packt, in Rekordzeit.
    Wenn von kleinen Schritten gesprochen wurde, wollte ich Siebenmeilenschritte machen, und überforderte mich damit erneut.
    Hatte immer noch nichts verstanden.

    Langsam, fast unbemerkt änderte sich wirklich etwas. Immer wieder "Kleinigkeiten", bei denen ich mich güt fühlte.
    Diese Gefühl hat mir Mut gemacht, und ich habe mich weiter gewagt.
    Zuerst wackelig, aber das ist eben so, wenn man laufen lernt. Winken

    Aber ich wurde sicherer, traute mich auch im realen Leben zu öffnen.
    Ich lernte bei Menschen, die mir wichtig waren, offen über das zu sprechen, was mich wirklich bewegte.
    Wovor ich Angst hatte, trat nicht ein. Ich wurde weder verachtet, noch zog sich jemand zurück.
    Ich war überrascht, wie viele die gleichen Gedanken hatten, und ahnten, was mit R. war.
    Freundschaften konnten wieder aufleben, neue kamen dazu.

    Durch meine neue Offenheit, hat sich vieles verändert. Ich bin wieder aktiver geworden. Traue mir mehr zu, lasse mich auf unbekanntes ein.
    Ich lernte neue Menschen kennen, und bin dankbar für jeden einzelnen.
    Ich habe mich immer angenommen gefühlt. Es ist ein Miteinander, bei dem ich mich nicht verstellen mußte.

    Meine Situation an meinem Arbeitsplatz hat sich auch verbessert. Ich gehe gerne zur Arbeit, und lerne auch hier abzugeben, wenn mir etwas nicht gut tut.

    Ich könnte noch weitermachen, denn es würde mir noch vieles einfallen.
    Das wichtigste für mich ist, das ich endlich das Gefühl habe, das richtige zu tun.
    Mir geht es gut, auch wenn nicht alles gut ist
    Dieser Satz begleitet mich, und erinnert mich daran, das es mir gut gehen darf, und das ich es auch geniessen kann.
    So beendete ich das alte Jahr, zufrieden mit dem erreichten, und neugierig auf das neue, was noch auf mich wartet. Es wird kommen, alles zu seiner Zeit, wenn ich bereit dafür bin.
    Geduld war mir immer ein Fremdwort, heute ist es mir sehr viel vertrauter. Es ist ein Geschenk geduldig sein zu dürfen.
    Mein Rückblick fällt also gar nicht schlecht aus, ich bin jetzt imstande meine Veränderungen auch selbst zu sehen.
    Mit 50 wollte ich durchstarten, da sollte alles anliegenden erledigt sein.
    Ich starte jeden Tag neu, und bin gespannt was er mir bringt.
    Mein Weg geht weiter, und ich darf die Richtung bestimmen, in die ich gehe.
    Welche Freiheit!!!!!.

    Ich bin dankbar, das ich hier sein kann, und danke vor allem Karsten für seinen unermüdlichen Einsatz.

    Ich wünsche uns allen, ein frohes und gesundes Neues Jahr. Lassen wir uns überraschen, was es uns bringen mag.


    lg Morgenrot