Beiträge von Morgenrot

    Hallo Piadoro,

    wichtig ist, das du konsequent bist, in jedem deiner Schritte. Deshalb überstürze nichts, und kündige nur das an, was du auch durchziehen kannst.

    Er sollte spüren, das sein Verhalten Konsequenzen hat. Es bringt dich nicht weiter, eine Trennung anzukündigen, zu der du noch nicht bereit bist.

    Du alleine entscheidest, wann du zu welchem Schritt bereit bist.

    lg Morgenrot

    Hallo Piadoro,

    herzlich willkommen bei uns im Forum.

    Du glaubst gar nicht, wie gut ich dich verstehen kann. Ich bin ihn ähnlicher Situation, was Haus usw. anbetrifft.
    Von meinen Kindern lebt nur noch eines bei uns.

    Mein Ziel ist auch die räumliche Trennung, obwohl wir im Haus schon getrennt sind.
    Aber unter einem Dach bekommt man eben doch immer noch alles mit.

    Zitat

    Denke drüber nach aus dem gemeinsamen Schlafzimmer auszuziehen.


    Ich kann dir nur dazu raten. Das habe ich vor 2 Jahren gemacht, weil ich diesen Alkoholgeruch nicht aushalten konnte.

    Du kannst ihm nicht helfen, wenn er selbst nicht einsieht, dass er ein Problem mit Alkohol hat.
    Du kannst nur etwas für dich tun, damit es dir in dieser Situation besser geht.
    Darauf solltest du dich konzentrieren. Wichtig dabei ist, das du dein Tempo findest.
    Jeder Schritt, und sei er noch so klein, den du für dich machst, wird dir helfen klarer zu sehen.


    lg Morgenrot

    Hallo Bine,

    herzlich willkommen bei uns im Forum.

    Was ihr beiden da gemacht habt, nennt man kalten Entzug, und der kann lebensgefährlich werden.
    Oder war dein Freund vorher bei einem Arzt?

    Zitat

    heute habe ich Angst


    das glaube ich dir sofort, denn er ist wieder alleine.
    Wenn er jetzt wieder trinkt, wollte er es so, du kannst nichts verhindern.
    Wie fühlst du dich jetzt, abgesehen von seiner Angst um ihn?

    lg Morgenrot

    Hallo Olli,

    herzlich willkommen im Forum.

    Ich kann dir sehr gut nachfühlen, wie du dich isoliert hast, von Feiern usw. Das kenne ich von mir auch.
    Wie oft ich etwas abgesagt habe, nur damit "er " nicht auffiel.
    Immer habe ich mich für sein Verhalten verantwortlich gefühlt.
    Aber wir sind nicht verantwortlich, es ist ganz alleine ihr Verhalten.

    Werde dir selbst wieder wichtig. Mach etwas, was dir Spaß macht. Das braucht nichts riesiges zu sein, beginne mit Kleinigkeiten, und finde dein Tempo dabei.
    Setz dich nicht unter Druck.

    lg Morgenrot

    Hallo ihr beiden,

    danke für eure Rückmeldung.
    Ich werde auf diesen speziellen Kuchen verzichten, es gibt genug andere Rezepte.
    Habe mich auch noch einmal bei einem Mitorganisator erkundigt, der aus dem gleichen Grunde wie du Dorothea, auf jegliches Marzipan verzichtet.


    lg Morgenrot

    Hallo ihr lieben,

    Für eine Veranstaltung an der überwiegend trockene Alkoholiker teilnehmen, werde ich einge Kuchen backen.

    Habe da ein Rezept mit Marzipanrohmasse oder Marzipankartoffeln, und bin unsicher geworden. In Marzipan ist doch Rosenwasser enthalten.
    Jetzt habe ich im Netz gelesen, das dem Rosenwasser Phenylethanol zugesetzt wird, wegen dem Duft.

    Weiß jemand genaueres? Will ja niemanden in Gefahr bringen.


    lg Morgenrot

    Hallo Trauerkloss,

    Ich habe lange überlegt, ob ich dir etwas dazu schreiben soll.

    Ich finde dein Handeln unverantwortlich. Du deckst eine strafbare Handlung und machst dich gleichzeitig noch mit strafbar, indem du wissentlich bei einem alkoholisierten ins Auto steigst.

    Es gibt immer Möglichkeiten von A nach B zu kommern, auch falls du keinen Führerschein haben solltest.
    Den habe ich auch nicht, und ich komme hin, wo ich hin will. Vielleicht etwas unbequemer als früher, aber in jedem Falle sicherer.

    Willst du mitschuldig werden an Verletzen oder gar Todesopfern, wenn es zu einem Unfall kommt?


    lg Morgenrot

    Hallo Erina,

    Zitat

    "auch ohne dich zu trennen"

    .
    Ich strebe die Trennung an, und wohne im Moment mit meinem Mann, wie in einer WG.

    Zitat

    ich bin einfach unsicher,wie ich ihm gegenueber sein soll.nett...ignorant...bockig...?????


    das ist nicht einfach, das weiß ich. Mach es doch von der jeweiligen Situation abhängig.
    Wichtig ist, das du deine Klarheit nicht verlierst, und konsquent handelst.
    Der erste Schritt bei mir war, das ich klar gesagt habe, das es keine Gespräche, egal über was gibt, wenn er getrunken hat.
    Sollte er damit anfangen gehe ich aus der Situation raus.
    Ich kündige aber nur an, was ich auch wirklich einhalten kann, das ist mir sehr wichtig, denn Alkoholiker spüren sofort, wenn du für dich am wanken bist.
    Wenn du in einer Situation nicht weißt, was du tun solltest, gehe raus aus der Situation, und überlege in Ruhe weiter.

    Ich habe klare Ansagen gemacht, das ich mein Leben leben werde, das tue ich auch.
    Wenn ich verreisen will, verreise ich, wenn ich micht mit Freunden treffen will, tue ich auch das.
    Das ist ein weiter Weg bis dahin gewesen, schmerzhaft dazu, aber es lohnt sich, in zu gehen.
    Was ich nicht mehr tue ist, für ihn Dinge zu erledigen, die in seiner Verantwortung liegen.
    Ich habe mir ein Zimmer eingerichtet für mich, wo ich mich wohlfühlen kann.

    Es ist wichtig, dein eigenes Tempo zu finden, und Schritt für Schritt zu gehen, ohne dich zu überfordern.


    lg Morgenrot

    Hallo Dagmar,

    ich habe dazu passend in den letzten Tagen, ähnliches über Worte gelesen.
    Worte, die gesprochen werden, weil der Gegenüber genau weiß, das ich sie brauche, sie mag, und darauf anspringe.

    Wer hört nicht gerne, das er geliebt wird. Das schmeichelt uns / mir doch.
    Ich würde mir wünschen, das ich schneller erkenne, wenn Worte wirklich das ausdrücken, was der jeweilige Mensch im Moment fühlt, oder ob sie dazu gedacht sind, mich einzulullen, zu manipulieren.
    Das Verhalten sollte mit den Worten oder Berührungen übereinstimmen.
    Ich glaube, das lernen wir nur, über genaues beobachten.


    Schönes Wochenende
    lg Morgenrot

    Hallo Erina,

    ich begrüße dich herzlich bei uns im Forum.

    Zitat

    wer kann mir hier einen rat geben bzw aus gleicher erfahrung sprechen?


    ich kenne dieses Verhalten nur zu gut, nenne es Dackelphase.
    Jahrelange habe ich den Aussagen und Versprechungen in dieser Phase geglaubt, aber geändert hat sich nichts.

    Es ist schwer, sich von Hoffnungen zu verabschieden. Ich erwarte nichts mehr von meinem Mann.
    Das ist mir aber erst gelungen, als ich mir darüber klar werden konnte, dass er am Morgen danach, auch nicht nüchtern ist.
    Von Nüchternheit kannst du erst sprechen, wenn der Alk mal ein paar Tage aus dem Körper raus ist.
    Das halte ich mir immer wieder klar vor Augen, dann kann ich handeln,
    und brauche nicht auf diese Phase einzugehen.

    Zitat

    ch dachte,ich koennte ihm irgendwie helfen.nur der unterschied zu meiner krankheit war,dass ich mit allen mitteln wieder gesund werden wollte.leben wollte....


    dein Freund ist Suchtkrank, und bei einer Sucht ist leider die einzige Hilfe, die wir anbieten können, die Nichthilfe.

    Fang an etwas für dich zu tun, dazu mußt du nicht getrennt sein, bin ich auch noch nicht.
    Aber durch mein nicht mehr helfen wollen, schaffe ich mir Freiräume, in denen ich meinen Interessen nachgehen kann.
    Meine Gedanken kreisen nicht mehr um ihn, der Mittelpunkt hat sich in meine Richtung verschoben.

    lg Morgenrot

    Hallo Schwester,

    Zitat

    Ich hätte mich mal schon viel früher mit "Gleichgesinnten" austauschen sollen.
    das habe ich auch schon oft gedacht, aber ich glaube da wären wir gar nicht offen dafür gewesen.
    Es brauchet Zeit und Mut, sich einzugestehen, das ich auch ich Hilfe brauche.
    Für meinen Mann habe ich sie immer gesucht. Ich hatte ja kein Problem :oops:

    Zitat

    Man muß ja erst einmal herausfinden was eigentlich die eigenen Bedürfnisse sind.


    Wir dürfen es lernen, wieder auf uns zu schauen, und unsere Bedürfnisse zu erkennen.
    Anfangs hatte ich 0 - Ahnung was mir gut tun könnte. Ich habe mit einem Cappuccino in einem Cafè angefangen.
    Nach und nach spüre ich was mir gut tut, und ich bin dankbar es immer mehr zu leben.


    lg Morgenrot

    Hallo Schwester,

    hach, dein Nick passt ja wirklich gut. :wink:

    Zitat

    denn eine Art "Co" war ich schon meine ganze Kindheit, sodaß das Thema für mich eigentlich nicht mit meinem neuen Partner beginnt.


    da bist du weiter als ich, als ich hierher kam.
    Mittlerweile bin ich auch zu den Cowurzeln vorgedrungen. Das ist oft ein schmerzliches erkennen, aber letztendlich wird es uns helfen unser heutiges Verhalten klarer zu sehen, und entsprechend handeln zu können.
    Wie toll habe ich mich gefühlt, bei dem Gedanken, wieder mal geholfen zu haben. Andere waren immer wichtiger, als ich selbst.
    Dadurch brauchten wir ja auch bei uns nicht hinzuschauen. geahnt haben wir sicher immer, das wir auf einem unguten Weg sind.
    Jetzt ist die Zeit reif, wo wir hinsehen können. Mach es in einem Tempo, was zu dir passt, überfordere dich nicht, und gehe sorgsam mit dir um.
    Gib dir alles, was du bisher anderen gegeben hast.

    lg Morgenrot

    Hallo Schwester,

    herzlich willkommen bei uns.

    Nimm dich und deine Wahrnehmungen ernst, und schwäch sie nicht wieder für dich ab.
    Das habe ich sehr lange getan, mich immer wieder beruhigen lassen. Ich war soweit, das ich meinen Wahrnehmungen nicht mehr vertraut habe.

    Du hast mit deinem Freund über deine Bedenken gesprochen, gut so.
    Viel mehr kannst du nicht tun. Denn nur er kann an seinem Trinkverhalten etwas ändern.

    Zitat

    Aber ich möchte es auch richtig machen - für mich


    Versuche herauszufinden, was DIR gut tun könnte.
    Du änderst deinen Partner nicht, du kannst nur für dich etwas verändern.

    Wenn du magst lies mal hier:
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php
    Vielleicht kannst du dich in einigen Punkten wiederfinden.

    lg Morgenrot

    Hallo Paddy,

    ich möchte mich Ette anschließen, und nehme mir einen Satz von ihr, der für mich zu einem Knackpunkt wurde.

    Zitat

    Und darüber, dass man sich Liebe nicht verdienen kann?


    Ich dachte auch immer, er muß es doch endlich merken, wie sehr ich ihn liebe, ich tue doch alles für ihn.
    Ich habe meine Bemühungen tatsächlich für Liebe gehalten, dabei wurde ich nur immer wieder gedemütigt und habe mich klein machen lassen.
    Irgendwann mußte ich es doch Wert sein, daß er aufhören kann.

    Meine Bedürfnisse, Wünsche und Träume zählten in dieser Zeit nichts, weil ich es zugelassen habe, keine Bedürnisse zu haben. Mein Bedürfnis war, zu helfen.

    Meine CO Muster begannen schon sehr viel früher, das habe ich hier erkannt, sie hatten ihren Höhepunkt im Leben mit meinem Mann.
    Dieses zu erkennen hat mir geholfen, ich bin dabei, mir Stück für Stück meines Lebens zurückzuholen.
    Es ist meins, und ich trage dafür die Verantwortung.

    lg Morgenrot

    Hallo Trauerkloss,

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    wie hast du deinem Mann klargemacht, beigebracht, den Geschmack auf das LEben ohne Alkohol, welche Sätze sagtest du , so ungefähr oder welche Taktik hast du angewendet?


    Es gibt keine Taktik, du bist machtlos gegenüber dem Alkohol. Bevor du das nicht für dich akzeptierst, wirst du dich immer wieder im Kreis drehen.
    Wann fängst du an, etwas für dich zu tun?

    lg Morgenrot

    Hallo Hartmut,

    Zitat

    Meine überspitze Aussage das sich die CO-Abhängigen , in der Rolle wohlfühlen, hat wahrscheinlich auch was mit Verständnis gegenüber den anderen zu tun.


    Ich bin dir dankbar für diese Formulierung, denn sie war für mich erneut Anlass mal zu reflektieren, wie es bei mir war.
    Nur

    Zitat

    Das birgt aber auch die Gefahr in die Opferrolle zu verfallen.


    Nicht nur die Gefahr, in diesem Moment bist du in der Opferrolle, und verstehst die Welt nicht mehr, weil keiner kommt, der dich an die Hand nimmt, und dich da rausholt.
    Du spürst, das all dein Klagen nichts, aber auch gar nichts ändert. Diese Opferolle ist das IAS der COs.
    Ich konnte mich bedauern und mir leid tun, wie schwer ich es hatte.

    Zitat

    Es wird krankheitsbedingt meist noch der Alkoholiker in den Vordergrund gestellt und ein Lösung für ihn gesucht.


    Deshalb habe ich mich doch hier angemeldet, um von euch zu erfahren, was ich denn noch tun kann, und immer noch in der Hoffnung kein eigenes Problem zu haben.
    Sich der Wahrheit zu stellen, tut verdammt weh. Jeder Hinweis darauf, hat mich am Anfang sehr gekränkt.
    Ich weiß nicht, warum ich damals nicht so gehandelt habe, wie es immer getan habe. Rückzug, weil mich ja doch keiner versteht. Typische Opferreaktion, heute kann ich es so sehen.
    Ich wußte ja nicht, was passiert, wenn mein Denken und Handeln nicht mehr ausschließlich um den Alkoholiker kreist.
    Was kommt danach: Leere, wird mein Leben noch sinnloser, wenn ich mich nicht mehr ge - brauchen lasse?
    Das war die Angst, die mich geleitet hat.
    Die Befreiung zu spüren, die dahinter stehen kann, dafür war ich noch lange nicht reif.
    Das kommt erst heute so richtig bei mir an.


    lg Morgenrot

    Hallo Hartmut,

    Zitat

    Nun stellt sich bei mir die Frage ob ein CO-Abhängiger sich in dieser Rolle wohlfühlt oder er noch nicht weiß , wie er zielführend aus der Krankheit kommt.


    Nein Hartmut. Ich habe mich in dieser Rolle nicht wohlgefühlt. Aber nicht in dem Bewußtsein, das da bei mir etwas grundlegendes schief läuft, sondern weil ich nie mein Ziel erreichte, so gut zu werden, damit er endlich kapiert, das es sich doch lohnt für mich aufzuhören mit dem saufen.

    Den einzigen Weg sah ich darin, das er sich doch nur zu ändern brauchte, sprich mit der Sauferei aufzuhören.
    Ich habe mir immer wieder die Frage gestellt: Was kann ich denn noch tun?
    Habe ausgehalten in der Annahme, ich sei an seiner Sauferei "schuld", habe mir Ausraster schön geredet.
    In meiner Reha habe ich dieses zum ersten mal thematisiert. Ich habe den Alkoholkonsum meines Mannes zum erstmals benannt, und habe mir dort Hilfe erwartet, ihm noch besser, noch gezielter helfen zu können.
    Das ich die nicht erhalten habe, ist dir sicher klar. :wink:

    Die fingen doch tatsächlich damit an, das nur ich etwas ändern könne für mich.
    Was sollte ich aber an mir noch ändern? Mehr wie sich selbst aufgeben geht doch nicht.
    Mein Verstand und mein berufliches Wissen sagten mir: Nimm es an, sie haben recht.
    Aber ich war noch lange nicht so weit, um da hinsehen zu können, um mir meine Anteile einzugestehen.
    Im Gegenteil, ich war stinksauer auf alle, die damals so redeten. Schon wieder wurde etwas von mir erwartet, das ich etwas tue.
    Das konnte doch keine Hilfe sein, ich war doch in dieser Reha, damit die etwas für mich tun.

    Es hat noch lange gedauert bis ich endlich verstanden habe, das nur dies der richtige Weg ist.
    Dieses zielführende, wie du es nennst, hat jeder selbst in der Hand. Da unterscheiden sich Alkoholiker und COs in meinen Augen nicht.
    Genau wie bei den Betroffenen selbst, ist dieser Weg sehr oft schmerzhaft, und ich war am Anfang mehr als einmal kurz davor, alles hinzuwerfen.
    Aber irgendwann lichtet sich der Nebel, das habe ich in den letzten Tagen selbst erfahren, und ich erkenne, das es nur diesen Weg geben kann.

    lg Morgenrot

    Gotti ,

    ich freu mich, das du wieder mal bei mir warst. :lol:
    Ich mag ja die Lämmchen immer noch, genau wie du sie beschreibst, am Deich und dann noch die Nordsee, das ist eine sehr schöne Vorstellung.

    Zitat

    Gab es da keine psychologische Betreuung?


    Doch, die gab es. Es war eine psychosomatische Reha, und ich habe diese Dinge auch thematisiert.
    Aber ich war nicht bereit, etwas daran zu ändern. Mir wurde damals ( 2006 )
    angeboten, das mein Telefon gesperrt würde, aber das konnte ich nicht annehmen. Ich steckte voller Angst.
    Dabei hätte ich nur meine Hand zur Hilfe ausstrecken brauchen, aber ich war noch unfähig loszulaufen.
    Mit deinem Beitrag hast du mir noch einmal gezeigt, wo ich nie wieder sein möchte.
    Danke dir dafür.

    @Trauerkloss,
    sie wissen genau, wo sie bei uns ansetzen können, wo wir anspringen.
    Es liegt einzig und alleine an dir, etwas daran zu ändern.
    Ihn kannst du nicht ändern. Nimm dich wichtig, und tu etwas für dich.
    Es wird immer ein auf und ab geben, das ist normal im Leben.
    Aber es ist nicht mehr meine Verantwortung, was mein Mann mit seinem Leben macht.


    lg Morgenrot.

    Hallo ihr lieben,

    Seit gestern habe ich einen neuen Nick.
    Ich hatte plötzlich das Gefühl, es soll jetzt sein.
    Diesem habe ich ganz spontan nachgegeben, ohne es erst einmal zu zerdenken.
    Mir gehts sehr gut mit dieser Entscheidung, zeigt sie mir doch, das ich wieder spontan und nach Bauchgefühl handeln kann.

    Ich bin als Lämmchen hier angekommen. Verletzt, gekränkt und gefangen in mir und in meinen Gedanken die nur um meinen Mann kreisten.
    Ich sah mich als Opfer und hatte keine Ahnung, wie ich da raus kommen sollte.
    Ich will nicht mehr in die Opferrolle, ich habe erkannt, das es einzig an mir liegt daran etwas zu ändern.

    Mir wurde von vielen lieben Menschen hier geschrieben und gesagt, welche Fortschritte, sie an mir feststellen.
    Darüber habe ich mich sehr gefreut, aber ich für mich, konnte sie nie so deutlich erkennen.

    Das änderte sich, als ich meine Reha noch einmal an mir vorbeiziehen ließ schlagartig. Es war als ob der Nebel verflogen sei.
    Ich konnte erkennen, was ich alles für mich geändert habe, ich konnte mich uneingeschränkt an meinem Erfolg freuen.

    Die vielen Spaziergänge, mit langen Gesprächen, das abendliche Schwimmen, mit einem lieben Menschen, das Gefühl vertrauen zu können.
    Er hat den häufigen Telefonterror meines Mannes mitbekommen, der mich fast keinem Tag verschont hat. Bis J. einfach abends mein Handy "ein kassiert " hat, weil ich es nicht schaffte, seine Anrufe zu ignorieren.

    Ich hab mich noch nicht mal getraut, außerhalb der Therapien mein Handy im Zimmer zu lassen, dadurch war ich immer sehr angespannt, und von abschalten konnte keine Rede sein.

    Mir wird gerade noch mal sehr deutlich, wie sehr ich mich aufgegeben habe, und mich habe kontrollieren lassen.
    Ich war gefangen, und traute mich anfangs nicht etwas zu unternehmen, er hätte ja gerade dann anrufen können. Denn er rief natürlich immer zu unterschiedlichen Zeiten an.
    Ich war nie sicher davor.
    Ich erinnere mich an einen Samstagabend, an dem er anrief, um von mir die Nummer einer Versicherungspolice zu erfragen.
    Die hatte ich ja auch dabei, ich reise ja nie ohne die Nummern meiner Versicherungen.
    Dabei wußte er genau, das ich in ein Konzert wollte. Natürlich wurde daraus nichts, der Terror ging bis nachts um 2 Uhr, immer wenn ich dachte, jetzt ruft er sicher nicht mehr an, gings weiter.

    Dann nahm ich dort zum ersten Mal an einer Angehörigengruppe teil, die mir Mut machte. Ich wollte alles umsetzen, wenn ich wieder zuhause war, und bin doch gleich wieder ins alte Fahrwasser geraten, wie vorher.
    Der Gedanke, es ist doch nicht so schlimm, wie du es empfindest hat mich noch fast 2 Jahre begleitet.
    Bin ich froh, das ich heute für ihn nicht mehr erreichbar bin. Heute brauche ich keinen, der mein Handy kassiert, das kann ich selbstständig abstellen.

    Mein neuer Nick soll mich immer wieder daran erinnern, das die Sonne jeden morgen neu aufgeht, sich die Nebel immer wieder neu lichten, und das Leben neu erwacht.
    Alexandra beschreibt dieses eindrucksvoll in ihrem Lied: Erstes Morgenrot
    Jeder Tag eine neue Chance auf Leben.

    Ich kann nur jedem Mut machen, sich auf den Weg zu machen.

    lg Morgenrot