Hallo ihr lieben,
da es in diesem Jahr keinen 29. 2 gibt, nehm ich mir mal die Freiheit zu sagen, dass ich heute vor einem Jahr hier aufgeschlagen bin.
Es sollte ursprünglich ein letzter Versuch für meinen Mann werden, um ihn vom trinken abzuhalten. Da hätte ich gerne ein Rezept gehabt.
Dann fand ich die Grundbausteine der Nüchternheit, habe sie mir durchgelesen, und dachte, dass schaffst du nie. Da macht er nicht mit.
Draußen war es ein grauer Tag, und ich wurde immer mutloser. Bis ich dann den Bereich von den COs fand und dort gelesen habe.
Ich wußte, das es das gibt, und das ich wohl einen Hang in diese Richtung habe, aber ist doch normal in meinem Beruf.
Ich habe fast atemlos viele Geschichten gelesen, und hab gedacht. Die haben alle meine Geschichte geschrieben.
Da wußte ich hier bleibst du, hier wird man dich verstehen.
Jetzt ist also ein Jahr vergangen, ich habe keine Minute bereut, die ich hier zugebracht habe.
Oft verbringe ich hier Stunden, aber die sind für mich gut angelegt.
Ich möchte keine Bilanz ziehen, denn ich weiß, dass mich so etwas oft runter zieht, und das will ich nicht.
Mir gehts heute gut, das alleine zählt, was morgen ist, sehen wir dann.
Im Rückblick kann ich heute sehen und annehmen, dass ich mich verändert habe.
Sicherlich nicht in Riesenschritten, aber so wie ich es kann, in meinem Tempo.
Ich habe realisiert, wie tief ich im CO - Leben verhaftet war, noch bin, und vor allem wie lange schon.
Das passierte nicht erst mit meinem Mann, sondern gewisse Strukturen waren schon vorher angelegt.
Dessen bin ich mir bewußt geworden, dieses erkennen war und ist schmerzhaft, aber nach jedem Stückchen, was ich erkennen darf, fühle ich mich später dann auch wieder leichter.
Durch das Forum bin ich mutiger geworden, ich habe mich Menschen in meinem realen Umfeld öffnen und benennen können, wie es in mir tatsächlich aussieht.
Ich habe mich einer realen SHG anschließen können, die mir auch wichtig ist.
Dadurch haben sich weitere Kontakte ergeben, ich habe einen berenteten Kollegen wieder getroffen, von dem ich heute sagen kann, er ist mir fast ein väterlicher Freund geworden.
Für heute bin ich zufrieden, ich bin ganz nah bei mir. Das kann ich nur sein wenn ich mir und auch anderen gegenüber ehrlich bin.
Ich weiß, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe, aber der schreckt mich heute nicht.
Wenn die Zeit für weitere Schritte gekommen ist, werde ich es spüren und wissen.
Dann werde ich auch den Mut und die Kraft dazu haben, diese zu gehen.
lg Lämmchen