Beiträge von Morgenrot

    Liebe Mary,

    Zitat

    Heute Abend ist mein „Frauenabend“ – da freue ich mich wirklich drauf.


    ich hoffe du machst dir einen schönen Abend, und hast viel Spaß mit deinen Frauen.
    Ich hab auch so einen Frauenclub, in Hessen nennt man das "Spinnstube". Früher wurde da wirklich Wolle gesponnen, heute spinnen nur noch wir. :lol::lol:
    Auch von diesem Club hatte ich mich zurückgezogen, und bin wirklich froh, das ich wieder hingehe.

    Zitat

    Durch alles zieht sich ein roter Faden der sich „mangelndes Selbstwertgefühl“ nennt.


    Das könnte von mir stammen. Wenn man erst einmal anfängt über sich nachzudenken, dann fügen sich manche Puzzleteilchen zusammen.

    Zitat

    Lämmchen – ich hoffe, dass er nur das trinkt was ich sehe. Wenn er schon so weit ist heimlich zu trinken, dann …tja dann weiß ich auch nicht mehr weiter….*seufz*


    Ich will dir keine Hoffnungen rauben, aber ich würde mal davon ausgehen.
    Aber letztendlich macht es auch keinen Unterschied, sollte es jedenfalls nicht.
    Denn wie du schon geschrieben hast, du willst etwas für dich tun, und dabei kommt es nicht darauf an, wo, was und wieviel er trinkt.

    lg Lämmchen

    Hallo Maddison,

    Zitat

    Ich halte nicht mehr hinterm Berg.


    Als ich dies das erste Mal gemacht habe, hatte ich noch Bauchschmerzen.
    Damals ging es um eine große Feier, auf die ich mich eigentlich sehr gefreut habe, aber da war auch meine Angst, das er wi8eder alles sprengt.

    Da habe ich auch nicht mehr hinterm Berg halten können, und der Gastgeberin erzählt, warum ich alleine kommen werde.
    Anfangs war es komisch, aber je länger ich dort war, desto besser ging es mir.

    Wenn der Anfang einmal gemacht ist, wirds leichter.

    lg Lämmchen

    Hallo ihr lieben,

    Danke Thelma, für deinen Beitrag.

    Es ist schwer, sich wieder in den Vordergrund zu stellen, nach all den Jahren, in denen man nur funktioniert hat.
    Natürlich kommen auch Ängste, was werde ich entdecken, wenn ich bei mir genau hinschaue.
    Aber es macht auch Spaß, wieder Dinge an sich zu entdecken, die man lange verloren geglaubt hat.

    lg Lämmchen

    Hallo Tiana,

    herzlich willkommen bei uns im Forum.

    Der Titel deines Threads könnte auch auf mich zutreffen, vom beruflichen gesehen.

    Aber es ist ein gewaltiger Unterschied, zwischen Beruf und privat. Im Beruf hatte ich kaum Schwierigkeiten klare Ansagen zu machen.
    Die Patienten gingen wieder nach Hause, aber bei einem Partner ist es etwas ganz anderes.
    Da spielen noch ganz andere Gefühle mit.

    Zitat

    ich hab alles versucht.


    davon bin überzeugt, denn ich kenne auch alle Versuche rauf und runter, alles umsonst. Keine Einsicht vorhanden.
    Dieses "alles versuchen", führt dich unweigerlich in die Selbstaufgabe.

    Du wirst dich isolieren, weil du dich schämst mit ihm irgendwo hin zu gehen.

    Du wirst dich verbiegen, in der Hoffnung, damit etwas wenden zu können.
    All das habe ich gemacht, wurde dabei immer unglücklicher, und fühlte mich schuldig, weil ich ihm nicht helfen konnte.

    Du wirst dich schuldig fühlen, weil du die Trinkerei nicht verhindern kannst.
    Es ist eine ständige Achterbahnfahrt der Gefühle, die du irgendwann nicht mehr aushalten kannst.

    Eines ist ganz klar: Du kannst ihm nicht helfen, und bist auch nicht schuld.

    Er muß einen ersten ernsthaften Schritt gehen, und es sich eingestehen, das er Alkoholiker ist.
    Du solltest versuchen, etwas für dich zu tun, damit es dir besser geht, denn du kannst ihm nicht helfen.

    Erkenne deine Hilflosigkeit, der Krankheit gegenüber an, nutze die Kraft für dich.
    Das alles geht nicht von heute auf morgen, es sind manchmal nur kleine Schritte, aber der Weg lohnt sich, auch für dich.

    Lies mal hier, wenn du magst:
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft für deinen Weg

    lg Lämmchen

    Liebe Andrea,

    Zitat

    fuer meine seelische gesundheit muss ich gehen, das weiss ich , umzusetzten in die tatsache ist sehr schwierig fuer mich zur zeit, finanziell nicht moeglich.


    Geh Schritt für Schritt in deinem Tempo. Sammel Informationen, welche finanziellen Zuwendungen du vielleicht bekommen kannst.

    Es ist wichtig sich vorzubereiten, und zu wissen, was auf dich zukommt.

    lg Lämmchen

    Hallo Mary,

    Zitat

    Neuerdings trinkt er „nur" seine zwei Bier und eine halbe Flasche Rotwein.


    bist du dir da sicher? Du ahnst gar nicht, wo mein Mann alles trinkt, offen jedenfalls das wenigste.

    Zitat

    So wie ich ihn kenne ist er jetzt stinken sauer und zutiefst gekränkt


    Natürlich ist er das, weil er dir zeigen muß, welches Unrecht du ihm wieder angetan hast. Damit springt doch unser schlechtes Gewissen sofort an.

    Zitat

    Wenn du so weiter machst läuft bald nicht nur im Bett nichts mehr.


    Tu dir einen Gefallen, und kündige nur das an, was du einhalten kannst, sonst machst du dich unglaubwürdig, und er nimmt dich nicht ernst.
    Was fast noch wichtiger ist, du wirst dich hinterher benutzt fühlen, wenn du es doch wieder zuläßt.
    Das schreibe ich dir, aus eigener leidvoller Erfahrung. Ich habe oft genug nachgegeben, und hab mich dabei beschi..en gefühlt.
    Das du die Fahne nicht riechen kannst, glaube ich dir. Mich hat es zum Schluß nur noch angeekelt, und ich bin aus dem Schlafzimmer ausgezogen.

    lg Lämmchen

    Hallo Maddison,

    Zitat

    Ich habe es gestern sogar fertig gebracht, NICHT in der Klinik anzurufen


    super, das war ein erster Schritt. Vielleicht kannst du anfangen, jeden Tag eine Kleinigkeit für dich zu tun.

    Auch wenn es dir noch so klein vorkommt, es ist wichtig. Deine Gedanken kreisen nur um ihn, du hast keinen Raum für dich, das spürt man, wenn man deine Beiträge liest. Meine waren am Anfang genauso.

    Es ist als ob man sich freistrampeln müßte. Das erste was ich damals für mich getan habe, und glaube mir, es ist mir verdammt schwer gefallen, und viele werden vielleicht darüber schmunzeln.
    Habe mich in Cafè gesetzt und gemütlich einen Cappuccino getrunken.
    Nachdem ich das ein paarmal gemacht hatte, konnte ich es geniessen.

    Beginne im kleinen, und immer langsam voran, auch wenn du nicht gleich Fortschritte bemerkst.
    Dafür haben wir zu lange ein anderes Leben gelebt.


    lg Lämmchen

    Liebe Andrea,

    ich bin die Nachteule hier :lol: , aber ich gehe jetzt auch gleich schlafen.

    Mein Mann sieht es bis zum heutigen Tage nicht ein, das er ein Problem mit Alkohol hat.
    Er ist nach wie vor der Meinung, das ich das Problem bin, die böse Frau, die ihm sein Bierchen nicht gönnen will, wo er doch so hart arbeitet.

    lg Lämmchen, die jetzt wirklich ins Bett geht.

    Hallo Madisson,

    ich möchte dich erst einmal herzlich im Forum begrüßen.

    Ich habe auch schlucken müssen, als ich deine Geschichte gelesen habe.
    Hast du denn schon einmal mit einer Anwältin gesprochen? Das habe ich im Oktober gemacht, und mir hat es einiges klarer werden lassen.

    Seit Beginn des Jahres gibt es ein neues Scheidungsrecht, erkundige dich ganz genau danach.

    Dein Dilemma kann ich gut verstehen, bei mir ist es so, das ich meine halbe Stelle aufstocken muß, wenn ich mich trenne.
    Bei einem neuen Arbeitsvertrag würde ich aber einige Ansprüche verlieren, die im Alter richtig weh tun würden, da wir inzwischen privatisiert sind.

    Natürlich ist auf der einen Seite konsquentes handeln wichtig, aber ich kann dir nur raten Schritt für Schritt zu gehen.
    Du kannst nicht alles auf einmal entscheiden, dazu ist es einfach zuviel, was auf dir lastet.
    Wichtig finde ich, dass du dir jede Hilfe suchst, die du bekommen kannst. Vielleicht wird dann schon einiges klarer.

    Ich wünsche dir Kraft auf deinem Weg.

    lg Lämmchen

    Hallo Mary,

    Zitat

    Nachdem ich lese, was ihr teilweise erlebt habt in so vielen Jahren drängt sich mir fast die Frage auf, ob ich nicht übertreibe mit meinen Gedankengängen und Ängsten.

    Dazu möchte ich dir folgendes schreiben:
    Wir haben lange genug an unseren Wahrnehmungen gezweifelt, und sie abgetan mit den Worten: Alles doch nicht so schlimm.

    Mary, hier bist du wichtig, du brauchst dich nicht mit anderen vergleichen, die schlimmeres durchgemacht haben. Dadurch machst du dich und dein Leid klein und unwichtig, und das ist es nicht.

    Entscheidend ist nur das eine: Du leidest unter der Situation, und du willst etwas daran ändern.

    lg Lämmchen

    Liebe Andrea,

    Zitat

    wie denken sie heute darueber?

    ich habe immer versucht alle vor ihnen zu verbergen. heute weiß ich, das sie mehr mitbekommen haben, als mir lieb ist.

    Ich habe meinen Mann immer wieder in Schutz genommen, und ihn entschuldigt.
    Ich habe 2 Kinder, die sehr oft krank waren, als sie jünger waren. Meist fing es natürlich abends oder am Wochenende an, und somit mein Mann als Fahrer aus.
    Das hat dann meist mein Vater übernommen, heute wissen sie warum es ihr Vater nicht konnte.

    Eigentlich war ich alleinerziehend in der ganzen Zeit. Zu E§lternabenden fiel ja mein Mann auch aus, da hatte ich immer Angst, wie er sich benimmt.

    Heute wissen sie, das ich an Trennung denke, aber klare Äußerungen haben sie dazu nicht gemacht, nur dass sie mich verstehen könnten.
    Aber er ist und bleibt ihr Vater, und sie sind jetzt 27 und 20 und können selbst entscheiden, wie sie ihr Verhältnis gestalten wollen.

    Meine Tochter wird Mutter, und sie hat ihrem Vater schon sehr klar gesagt, das er nur nüchtern eine Chance hat, sich um das kleine zu kümmern.

    Wie du dir denken kannst, war ich an dieser Aussage auch schuld, weil ich ja die beiden aufhetze.
    Ich bin froh zu wissen, das es nicht so ist.

    lg Lämmchen

    Hallo ihr lieben,

    Ich habe mir heute und gestern mal so meine Gedanken gemacht zum Thema:
    wie ich mich vom Druck und Kampf befreien und gelassener werden kann.

    War eine Hausaufgabe meiner Therapeutin von der Suchtberatung.

    Zuerst einmal ist mir aufgefallen, wann ich unter Druck gerate, und die "Faust im Nacken" spüre, die mir sagt : du mußt

    Das beginnt damit, wenn ich wieder mal längerfristige Pläne mache, und mir dazu noch Termine setze.
    Dann liegt meine Konzentration nicht bei mir, und nicht im Heute. Ich verliere mich aus den Augen, und gerate ins schwimmen.
    Das alles mache ich mir selbst, ohne Beteiligung von außen. Dann kommt meist auch noch der Leistungsgedanke dazu.

    Ein gutes Beispiel dafür, ist meine Zeit hier im Forum. Als ich mich hier angemeldet habe, habe ich mir ein Zeitlimit gesetzt, wannn ich" mit allem durch sein wollte".
    Diese Zeit würde ja in gut 4 Wochen ablaufen, das war die ganze Zeit scheinbar in meinem Hinterkopf.
    Die Zeit verrinnt, und du hast nichts geschafft. Jetzt mach aber mal, und leg einen Gang zu. Was sollen die denn denken, ein Jahr hier und noch nichts geschafft. Die Faust im Nacken eben, und nicht nur da.

    Ich kann aber nicht einfach nur machen, ich will verstehen, warum ich etwas mache. Will es verinnerlichen, für mich annehmen und verstehen.

    Wie kann ich erwarten, das ich in einem knappen Jahr alles gelernt, verinnerlicht, und auch noch praktisch umgesetzt habe.

    Das eigene Tempo finden, schreibt sich so leicht. Aber wie schwer ist es umzusetzen, wenn ich in Gedanken immer schon vorrauseile.
    Das führt dazu, das ich das erreichte nicht mehr sehe, und mich nicht mehr darüber freuen kann.
    Solch eine Vorgehensweise kann ( mich ) auf die Dauer nur unzufrieden machen.

    In dieser Situation hab ich vorgestern abend, diesen Spruch gelesen, und daran möchte ich mich orientieren.
    Lasse ihn euch mal sinngemäß hier:
    Ich muß meine Zukunft nicht nach einer leidvollen Vergangenheit beurteilen, oder mich von ihr einengen lassen.
    Für das Heute habe ich Wege zum heilen gefunden, auf denen ich immer sicherer gehen kann, wenn ich mir die Zeit dazu gebe

    Ich will wieder dahin zurück, wo ich in der Weihnachtszeit war. Da ist es mir gelungen Bei mir zu sein, und jetzt kann spüren, wie es sich anfühlt, wenn man es nicht mehr ist.

    Heute habe ich wieder versucht damit anzufangen. Habe einen langen Spaziergang gemacht, und danach noch gemalt.
    Was ich nie für möglich gehalten hätte, dabei gelingt es mir, die Zeit einfach zu vergessen.

    Morgen früh gehe ich mit einem guten Freund frühstücken, darauf freue ich mich schon. :lol:

    lg Lämmchen

    Hallo Tihaso,

    ich möchte mich bedanken, für diesen Satz bei mary:

    Zitat

    ich habe wie schon gesagt dazu 21 jahre ean seiner seite verbracht und 7 jahre für den endgültigen Ausstieg benötigt...
    So braucht jeder seine eigene zeit und seine eigenen entscheidungen .

    der hat mir gerade richtig gut getan, bin nämlich gerade wieder dabei mich sehr stark unter Druck zu setzen, obwohl ich weiß, das man mit Druck nicht viel erreichen kann.

    lg Lämmchen

    Hallo Mary,

    herzlich willkommen bei uns.

    Auch ich kann mir gut vorstellen wie es dir geht. ich stecke seit 27 Jahren in dieser Ehe, aber das Bewußtsein, das ich auch krank bin, davon hab ich erst eine Ahnung bekommen, als ich vor fast 3 Jahren in einer psychosomatischen Reha war.

    Das waren meine Anfänge, dort hab ich angefangen darüber zu reden. Als ich wieder zuhause war, ging erst mal alles so weiter. Bis ich das Forum gefunden habe.
    Da wurde mir richtig bewußt, wie sehr ich mich verbogen und untergeordnet habe, nur um " Frieden" und meine Ruhe zu haben.
    Als mir hier der erste schrieb: Du bist nicht schuld, dass dein Mann trinkt, war das wie eine Befreiung.

    Jetzt bin ich dabei, wieder mehr für mich zu tun. Dabei ist mir bewußt geworden, wie sehr ich mich isoliert hatte, aus Scham, sein Verhalten würde mir angelastet.

    Wir können uns kein Zeitlimit setzen, das würde dann nur wieder Druck bedeuten, und unter Drtuck haben wir lange genug gestanden.

    Scvhreib hier alles auf, was du magst. es wird vielen bekannt vorkommen, aber du bist jetzt nicht mehr alleine damit. Wir können uns gegenseitig unterstützen.

    lg Lämmchen

    Hallo Andrea,

    jetzt begrüße ich dich auch noch einmal hier in deinem Thread. Habe mir deine Geschichte gerade durchgelesen, und ich kann dir nur sagen Volltreffer, die könnte auch meine sein.

    Zitat

    normale leute haben ja wenigsten spass,am anfang der beziehung.


    darüber bin ich gestolpert, und frage mich gerade, wie es bei mir war.
    Auch ich habe vieles zugedeckt, und ausgehalten.
    heute weiß ich, das es falsche " Dankbarkeit" heraus war.
    Mein Mann war der erste der mich so genommen hat, wie ich bin. Getrunken hat er anfangs auch schon, aber da war ich der Meinung, ich könnte etwas daran ändern, schließlich liebte ich ihn ja.

    Was ich dabei nicht wahrgenommen habe, wie ich mich immer mehr verbogen habe, um ihm alles recht zu machen, damit er keinen Grund hat zu trinken.
    Dabei hab ich mich selbst verloren, und jetzt versuche ich mich wieder zu finden.
    Das ist schwer, nach so vielen Jahren, in denen man sich selbst immer hinten an gestellt hat.
    Aber das was ich bisher geändert habe, lässt mich hoffen, das es auch weitergehen kann.

    Die zwölf Schritte begleiten mich auch jeden Tag, und ich habe dort auch schon einiges für mich mitnehmen können.
    Ich besuche auch eine Angehörigengruppe. Das war mir aber erst möglich nachdem ich dieses Forum gefunden hatte, und bemerkt habe, das ich nicht alleine bin.

    In deinem anderen Thread hast du gefragt:

    Zitat

    wie lange bist du denn schon verheirated?hast du kinder?


    ich möchte dir hier drauf antworten:
    Bin 27 Jahre verheiratet und habe 2 Kinder. Sohn und Tochter.
    Beide leben nicht mehr bei uns.
    In wenigen Tagen werde ich das erstemal Oma, meine Tochter erwartet ihr Baby für Anfang Februar.
    Das ist ein wie ganz großer Lichtstrahl :lol:

    Dir wünsche ich jetzt eine gute Nacht und grüße dich herzlich
    Lämmchen

    Hallo kabili,

    herzlich willkommen im Forum.

    In deinem Beitrag fällt mir auf, wie wenig Raum du dir selbst gibst.
    Das kenne ich auch, alles kreist um den Partner, der schon lange keiner mehr ist.

    Zerlegen werde ich deinen Beitrag nicht, weil ich damit deine Gefühle bewerten würde. Es sind deine Gefühle, und in diesen Momenten waren sie für dich richtig.
    Ich habe auch lange gekämpft, und dabei gedacht: Er muß sich doch mal ändern, ich tu doch alles was möglich ist dafür.
    Die Erkenntnis, das wir tun können, was wir wollen, und wir trotzdem keine Chance gegen den Alkohol haben ist sehr schmerzhaft.
    Wir brauchen aber diese Erkenntnis, um etwas an uns zu verändern, denn einen nassen Alkoholiker erreichen wir nicht.

    An diesem Punkt haben hier viele gestanden, und sich dann auf den Weg gemacht.
    Es gibt einen Weg zu dir, auch wenn er manchmal schmerzhaft sein wird.

    Erst einmal bist du nicht schuld, an seiner Krankheit. Ich lebe auch noch bei meinem Mann, denn miteinander kann man das nicht mehr nennen.
    Das klingt bei dir sehr ähnlich.

    Ich habe einiges an meinem Verhalten ihm gegenüber ändern können.
    Wichtig war mir dabei, meine sozialen Kontakte wieder aufleben zulassen, die fast eingeschlafen waren, weil ich mich schämte mit ihm irgendwo hin zu gehen.
    Ich lüge nicht mehr für ihn, erfinde keine Entschuldigungen mehr.
    Er ist erwachsen und für sich verantwortlich.

    Deinen Mann kannst du nicht ändern, du kannst wirklich nur etwas für dich tun.
    Das geht nicht von heute auf morgen, sondern Schritt für Schritt. Dabei ist es wichtig, dass du Geduld mit dir hast, denn es werden immer mal wieder Rückschritte kommen.
    Lass dich davon nicht entmutigen, das nächste Mal geht es dann sicher schon besser.

    Ich möchte dir Kraft und Mut für deinen Weg wünschen.

    lg Lämmchen

    Hallo Halvar,

    Zitat

    dass sie mehr Dinge ohne ihn unternimmt.


    da kann ich deine Schwägerin sehr gut verstehen, das sie alleine etwas unternimmt.
    Irgendwann erreicht man diesen Punkt, wo man sich nicht mehr für seinen Partner schämen will, keine Termine mehr absagen will, weil er wieder getrunken hat. usw, usw. Das läßt sich unendlich fortsetzen.

    Als ich angefangen habe, wieder etwas nur für mich zu unternehmen, hab ich gespürt, das ich noch am Leben bin.
    Nach und nach habe ich angefangen vernachlässigte Freundschaften wieder zu pflegen.

    Ich kann mich noch gut an letztes Jahr erinnern, als mein Kusine Silberhochzeit hatte, und ich Angst wie er sich denn da wieder " benimmt ". Aber ich wollte das Fest geniessen, und bin dann alleine gegangen.

    Zitat

    Aber ich bin ja nicht Thema hier


    Halvar, ich kann dir nur raten, dann mach dich zum Thema.
    Schau mal bei dir, wie es dir mit der Situation geht, was sie mit dir macht.
    Deinem Bruder kannst du nicht helfen, und deine Schwägerin auch nicht.
    Aber du kannst etwas für dich tun, damit es dir besser geht.

    lg Lämmchen

    Hallo Halvar,

    Zitat

    dass ein kleiner Denkanstoss alles ist, was ich erreichen kann.


    wenn du das erreichst, hast du viel erreicht.
    Oft ist es so, das die angesprochenen äußerst ungehalten darauf reagieren, wenn sie auf ihren Alkoholkonsum angesprochen werden.
    Ich kann nur von mir ausgehen, mein Mann machte das immer so überzeugend, das ich meine Wahrnehmungen immer wieder bezweifelt habe, und gedacht habe, ich liege doch falsch.

    Deine Gedanken, ich muß doch etwas sagen, kann ich sehr gut verstehen.
    Ich habe anfangs gedacht, ich müßte meinen Mann immer mal wieder "erinnern", das es da ein Problem gibt.
    Aber ich habe genug geredet, und weiß, dass ich keine Chance habe, gegen den Alkohol.

    Als ich hier ins Forum kam, war ich der Meinung: Ich bin schuld, dass er trinkt, weil ich nicht so bin, wie er mich braucht.
    Zu erfahren, das ich keine Schuld bin, war wie ein "Freispruch", und ich lerne jetzt mehr und mehr, bei mir hinzusehen, etwas zu tun, damit es mir besser geht.

    Du kannst deine Ansagen machen, aber du brauchst sie nicht Gebetsmühlenartig zu wiederholen, das wird dich aussaugen, und dir deine Kraft nehmen.
    Es ist auf die Dauer einfach zu ermüdend, und wenn er nicht einsichtig ist, auch vergebliche Mühe.

    Dein Bruder ist krank, aber er muß diese Krankheit selbst erkennen. Nur dann kann der Weg weitergehen.

    lg Lämmchen

    Hallo Halvar,

    herzlich willkommen bei uns im Forum.

    Zitat

    nur wollen mir diese "gezielten Worte" nicht einfallen. Hmmm


    die werden dir auch nicht einfallen, denn es gibt sie nicht.

    Wie oft habe ich schon gedacht, sie gefunden zu haben, aber sie prallen ab, sie erreichen den Menschen nicht, weil der Alkohol an erster Stelle steht, da wird alles andere zur Nebensache.

    Natürlich ist es schwer, sich einzugestehen das man selbst hilflos ist, aber nichts anderes sind wir gegenüber dem Alkohol.
    Wenn dein Bruder nicht für sich zu der Erkenntnis kommt, das er Hilfe braucht, hast du keine Chance, ihm etwas anderes klarzumachen.

    ich wünsche dir viel Kraft, für dieses erkennen.

    lg Lämmchen