Hallo ihr lieben,
dann will ich mal versuchen zu beschreiben, was sich getan, oder nicht getan hat.
Zitat
Denn ich denke auch öfters ans liebe Lämmchen, wat sie wohl so macht, wie sie so vorankommt
das ist aber lieb von dir, Lilly, freut mich. 
Ich versuche mehr und mehr, mich über scheinbar kleine Dinge, die ich für mich verändern kann zu freuen.
Habe einen ersten Beratungstermin bei einer Anwältin gehabt, um mich ein wenig schlau zu machen, was so alles auf mich zukommen kann.
Das war für mich ein großer Schritt,
aber ich fühle mich jetzt besser gewappnet, bei dem was auf mich zukommen kann.
Ein wichtiger Punkt, an dem ich immer noch sehr arbeiten muß, ist das Thema: Vertrauen in mich und mein Tun zu haben.
Da sitzen andere Sätze viel tiefer, die dann immer wieder hochkommen, und mich bremsen.
Mache mich immer noch zuviel von anderen abhängig.
Habe mich immer an anderen orientiert, um nicht aufzufallen, nicht aus der Reihe zu tanzen, und das alles nur, um nicht wieder Ablehnung spüren und ertragen zu müssen.
Aber auch hier tut sich was, ich habe nicht mehr so häufig das Gefühl, andere schützen zu müssen.
Gehe offener mit der Sucht meines Mannes um, habe es sogar geschafft, relativ offen mit meiner Mutter darüber zu reden.
Dadurch hat sich auch mein Verhältnis zu ihr, deutlich entspannt, und ich bin dankbar dafür.
Durch meine Teilnahme an der realen SHG hab ich einige wertvolle Kontakte knüpfen können, unter anderem habe ich durch unsere Leiterin einen berenteten Kollegen wieder getroffen, der auf lange Jahre Trockenheit zurückblicken kann.
Habe dadurch Ansprechpartner, die im Notfall für mich da sein wollen. Das sind ganz neue Erfahrungen, die es aber nur geben konnte, weil ich offen war, und nicht mehr das Gefühl hatte, ich muß die "heile Welt" vorspielen.
Ich orientiere mich immer mehr von zuhause weg, wobei das Wort zuhause eigentlich schon gar nicht mehr passt.
Denn zuhause, da fühl ich mich wohl, und das tue ich hier nicht, zumindest dann nicht, wenn mein Mann auch zuhause ist.
Habe meine Frauengruppe wieder aufleben lassen, und geh regelmäßig hin. War Ende Oktober zu einem super tollen Konzert in Frankfurt, das war ein alter Traum von mir, diesen Sänger mal live erleben zu können, und den hab ich mir erfüllt. Im September habe ich Freunde in Berlin besucht, und war das erste Mal im Leben in der Oper. Da habe ich das erstemal wieder spüren können, was es heißt zu leben, ich habe nicht einen Gedanken an meinen Mann gehabt, was er wohl macht, oder so. Hatte ich alles vernachlässigt, etwas für mich zu tun.
Mein Mann trinkt nach wie vor, und irgendwie kann ich an ihm meine Veränderungen ablesen, wenn ich mal selbst nicht glaube, das sich bei mir etwas getan hat. Diese Momente sind natürlich auch immer wieder mal da.
Sein Einfallsreichtum, mich wieder "in die Spur bringen zu können", nimmt teilweise groteske Züge an.
Ich lebe quasi in einer WG mit ihm, habe meine eigenen Bereiche im Haus,
und geb ihm die Verantwortung für sein Leben zurück. Klappt noch nicht immer, aber immer öfter.
Aber mein Ziel ist weiterhin, die räumliche Trennung. Warum ich diesen Schritt noch nicht gehen kann, weiß ich für mich noch nicht. Auch hier hoffe ich, das ich spüre, wann der richtige Zeitpunkt da ist.
Das ist mir in letzter Zeit oft passiert, hab mich vorher immer "verrückt" gemacht, wegen schneller Lösungen.
Alles sollte gleich und sofort passieren, aber das kann es nicht.
Ich muß auch mit mir Geduld haben, ich mag diese Wort nicht besonders, aber es ist so wichtig.
Durch das bewußt werden meiner CO Abhängigkeit, bin ich an Punkte gelangt, die ich eigentlich für längst abgeschlossen gehalten hatte.
Das geht zurück bis in meine Kindheit, und zeigt mir ganz klar, das da die Wurzeln liegen.
Dieses erkennen, tut sehr weh. Ich kann und darf aber diesen Schmerz zulassen. Danach wird dann wieder einiges klarer, und es gibt Platz für neues.
Wichtig ist für mich, das ich das was sich im Kopf abspielt, auch verinnerliche. Denn es kommen immer wieder die "kleinen Teufelchen", die mir sagen wollen, was ich darf und was nicht.
Mein Sohn ist inzwischen auch ausgezogen, in der ersten Zeit hat es natürlich sehr weh getan, und ich habe lange gebraucht um ihn loszulassen. Meine Tochter ist ja schon lange ausgezogen, und macht mich im Februar zur Oma. Am Wochenende hatte sie vorzeitige Wehen, lag im Krankenhaus, aber jetzt ist wieder alles in Ordnung.
Der Auszug der Kinder, ist für viele ein umdenken und ein Neubeginn ihrer Partnerschaft.
Umdenken ist es für mich auch, aber wie mein Neubeginn aussieht weiß ich noch nicht. Ich bin auf dem Weg dahin, es für mich herauszufinden.
Gerade die letzten 2 Wochen waren wieder mal ein Beispiel für hoch und tief. Achterbahn eben.
Wenn ich mich gut fühle, kommen häufig auch wieder die Löcher, die noch nicht mal etwas mit meinem Mann zu tun haben müssen.
Dabei verliere ich mich so sehr aus den Augen, das ich sogar wieder anfange an meinem erreichten zu zweifeln.
Im Moment geht es mir gut, auch wenn nicht alles gut ist. Morgen werde ich für ein paar Tagezu einer Freundin fahren.
lg Lämmchen 