Beiträge von Morgenrot

    Hallo Schnitzel,

    Zitat

    Magst du mir bitte mehr erzählen,tipps geben.


    heute sehe ich es Vorteil an, das ich damals damit begonnen habe zu erzählen, wie es bei uns wirklich aussah. Nichts mehr mit heile Welt, die ich so gerne nach draußen suggerriert habe.
    Irgendwie kam da gleich Verständnis auf, ich habe es Menschen erzählt, die für mich wichtig waren, und Gott sei Dank haben die so reagiert, wie ich es mir gewünscht habe.
    Ja mit der Tasse Cappu fing es an, dann habe ich wieder angefangen zu fotografieren, nicht auf Profiniveau sondern einfach für mich, mir Motive gesucht, die ich schön fand. Das war so die Phase, meine Blicke auf etwas anderes zu lenken, mal in die Wolken schauen, wie sie sich auf tausenderlei Arten formieren.
    Ich habe wieder Kontakte aufleben lassen, die ich vorher vernachlässigt hatte, bzw. mich ganz zurückgezogen hatte. Ich bin da sofort wieder aufgenommen worden
    Weg von der bisherigen Hauptsache, dem saufenden Ehemann, dem habe ich immer mehr an Verantwortung zurückgegeben.
    Ich war ja zuständig für alles, ob es mich betraf oder nicht. Das fing bei Überweisungen an, ich habe auch nicht mehr für ihn gesorgt, keine Wäsche mehr gewaschen usw.
    Das war ein langer Prozess, in dem ich auch wieder die Lust am Reisen entdeckt habe. Zuerst nur mal hier und da einen Tag an eine Fortbildung angehängt, bis am Ende zu 14 tägigen Urlauben.
    Ich glaube nicht, das ich es ohne das Forum geschafft hätte, hier kamen immer Ermutigungen, wenn ich mal wieder auf die Nase gefallen war. Dafür bin ich heute noch dankbar.
    In dieser Zeit habe ich immer mit ihm unter einem Dach gelebt, wie in einer WG. Ich konnte nicht gehen, aus Gründen, die mir bis heute nicht ganz klar sind.
    Ich habe aber in dieser Zeit etwas sehr wichtiges gelernt, nämlich, das ich alleine klar komme, das ich selbstständig bin und für mich handeln kann.
    Das war sehr wichtig für mich.

    Solltest du noch Fragen haben, dann einfach nachfragen.


    lg Morgenrot

    Hallo Schnitzel,

    ja die gibt es sicher.
    Ich zähle mich dazu, aber es ist wirklich Arbeit sich diese zurück zu erobern.
    Dazu mußte sich bei mir erst einmal der Gedanke festsetzen, das ich nichts tun kann. Egal ob ich zuhause bin oder weit weg, ich habe kein Einfluß auf sein Trinken gehabt.
    Das muß aber erst einmal ankommen beim Angehörigen . Mein erster Schritt zu etwas mehr Lebensfreude war damals der Versuch 1/2 Std. in einem Cafè einen Cappuccino zu trinken.
    Hört sich an, wie eine Winzigkeit, aber diese Zeit kann sich ziehen, wenn man zum ersten Mal den Kümmermodus verläßt.

    lg Morgenrot

    Hallo,

    ich bin für Wahrheit mit Emphatie, denn auf der anderen Seite sitzt auch ein Mensch.
    Ich bemühe mich immer, in der ich - Form zu schreiben, das was ich erlebt habe, und auch, wie lange ich für gewisse Dinge gebraucht habe. Was dann der Gegenüber damit macht, liegt nicht in meiner Hand.
    Es bringt aber nichts, wie Cadda schon geschrieben hat, den großen Knüppel rauszuholen, denn da hätte ich anfangs auch nicht drauf reagieren können.
    Hartmut schreibt z. Bsp.

    Zitat

    Wenn jemand aus dem Biergarten raus grölt, er wird mit alkoholfreien Bier trocken, kann ich den genauso wenig abholen wie jemand der auf der Welle „ich versuche es mal“ schwimmt.


    Da kannst du doch gut abholen Hartmut, indem du von deinen eigenen Erfahrungen berichtest, hast du ihm oder ihr gleich klar gemacht, was z. Bsp. nicht funktionieren wird, nach deiner Meinung.
    Mehr kannst du nicht tun, weder mit "harten noch mit "weichen" Worten, wer sich nicht einlassen kann, der muß leider noch eine Runde drehen, so schlimm es auch ist.

    lg Morgenrot

    hallo la vie,

    ich kann mich da Karsten voll und ganz anschließen.
    Mein XY ist jetzt seit etwas mehr als 2 Jahren trocken. Natürlich ist mein Leben besser und angenehmer geworden, aber ich empfinde mich immer noch in der "Beobachterposition".
    Was tut er für seine Trockenheit, ist er ernsthaft dabei?
    Mich begleitet immer noch eine Unsicherheit, die sich auch noch sehr schnell steigern kann. Der Haushalt und das Haus sind z. Bsp. alkoholfrei.
    Ich habe ein Frauenkränzchen und wir treffen uns reihum, diese Frauen wissen Bescheid das es bei mir keinen Alkohol gibt. Das ist alles kein Problem.
    Als ich letzte Woche die Damen zu Beusch hatte, sagte XY vorher, es würde ihn gar nicht stören, wenn wir Alkohol trinken würden.
    Im ersten Moment habe ich gedacht, könnte ich ja mal machen, aber bei genauerem nachdenken kam sofort wieder eine Unsicherheit hoch, wie ernst er es denn mit seiner Trockenheit nimmt.
    Ich habe dann meine Gedanken ausgesprochen und gefragt, ob ihm das nichts ausmachen würde, wenn er weiß, das im Haus irgendwo Alkreste vorhanden sind.
    Am nächsten Tag kam dann eine Antwort, ich gebe zu, es war die Antwort, die ich mir gewünscht habe.

    Ich und ich glaube es geht vielen Angehörigen so, müssen erst wieder lernen zu vertrauen. Ich war 7 Jahre hier im Forum als er trocken wurde.
    Ich habe hier 2x bei 0 angefangen.
    Das erste Mal am 29.2 2008 als ich völlig fertig hier ankam und nach Hilfe suchte. Ich habe hier sehr mühsam gelernt, wie ich mich einem nassen Alkoholiker gegenüber am besten verhalten sollte.
    und das 2. Mal im Oktober 2017 als er trocken wurde.
    Da habe ich auch wieder sehr viel lernen müssen. Wird jemand trocken, ist nämlich noch lange nicht alles gut, und wenn ich Jahrzehnte mit einem nassen Alkoliker gelebt habe, ist es eine sehr große Umstellung, die auch heute noch nicht abgeschlossen ist.
    Wir nähern uns an, aber auch dieser Weg ist nicht eben, da wirds auch sehr steinig zwischendrin.


    lg Morgenrot

    Hallo Anna,

    Zitat

    Oder macht das für euch keinen Unterschied?


    entweder ist er Alkoholiker oder nicht.
    Wichtig ist, das du deinen Wahrnehmungen vertraust. Dich stört derAlkoholkonsum und du hast Probleme damit.
    Das ist Fakt.
    Du kannst davon ausgehen, das du bei einem nassen Alkoholiker die wahre Trinkmenge nicht kennst, weil die gekonnt und mit allen Tricks verschleiert wird.
    So war es bei mir, wenn es nur die Mengen des sichtbaren Konsums gewesen wären, hätte ich auch gesagt, er trinkt gemäßigt.
    Es hat sehr lange gedauert, bis ich der Wirklichkeit ins Auge sehen konnte.

    lg Morgenrot

    Hallo Lovis,

    Zitat

    Ich habe dann immer gedacht, okay, wenn ich dies und das ändere, dann wird alles gut. Ich muss nur meine Ängste in den Griff bekommen (habe eine behandelte PTBS), meine CO-Abhängigkeit überwinden, wobei ich im Grunde nie verstanden habe, was es damit auf sich hat.


    ja so läuft es, immer wieder auf der Suche noch besser zu werden, das der nasse Alkoholiker nur keinen Grund hat zu trinken.
    Zum Schluß habe ich mich selbst nicht mehr gekannt, ich wußte nicht, was ich wollte, wer ich war. Hatte mich sozial zurückgezogen, weil ich mich ohne Ende für ihn geschämt habe.
    Ich habe auch gedacht, ich mache etwas falsch, und muß nur etwas abstellen, kannst du vergessen, das läuft so nicht.
    Ein nasser Alkoholiker findet immer einen Grund zu trinken, da kannst du tun was du willst.

    Zum Hund kann ich nicht viel sagen, nur soviel, das ich mich mal mit einem trockenen Alkoholiker unterhalten habe, der sagte, er sei erst nach 5 Jahren Trockenheit in der Lage gewesen auch noch zusätzlich für ein Tier sorgen zu können.
    Ein nasser Alkoholiker hat den Gedanken an Alkohol, der wird sich schlecht noch um ein Tier kümmern können.

    Die rechtlichen Fragen solltest du rein informativ mit einem Anwalt besprechen. Häng das Geld dran, denn das Wissen um die Dinge ist wichtig.
    In erster Linie ist er aber für sich verantwortlich. Du bist nicht verantwortlich für ihn, auch wenn du nicht nach ihm siehst.

    Zitat

    Bei meinem Mann ist es jedoch so als ob er noch gar nicht wirklich gemerkt hat, dass er ein Problem hat.


    dann hat er keine Krankheitseinsicht, und du kannst machen was du willst. Bevor er nicht einsieht, das er etwas ändern sollte weil er ein Problem hat, wird gar nichts passieren.
    Du mußt für ihn nicht ergründen warum das so ist, seine Arbeit in Richtung Problemeinsicht muß er machen. Denk an dich, und das es dir besser geht.
    Das es unendlich schwer ist, habe auch ich erfahren, aber es ist machbar auch wenn es lange dauert und es auch immer wieder mal ein paar Schritte zurück geht.

    lg Morgenrot

    Hallo Lovis,

    Zitat

    Wenn wir über sein Trinken sprechen, dann bin nämlich komischerweise immer ich das Problem, denn er trinkt ja gar nicht oder nicht so viel und ich bin überängstlich und greife ihn aus dem Nichts heraus an,


    na klar bist du schuld, das bekommen alle Ehefrauen oder Lebensgefährten zu hören.
    Das funktioniert auch immer zu 100 %, das der nasse Alkoholiker das Gespräch in eine andere Richtung lenkt. Dann hast du erstmal wieder "Denkfutter "für dich und das Thema Alkohol ist erstmal vom Tisch.
    Oh, wie ich diese Aussagen kenne, und immer wieder hat er es geschafft, damit vom eigentlichen Thema abzulenken.
    Es ist müßig mit einem nassen Alkoholiker zu diskutieren, und auch mit der Aussagen in eine Klinik gehen zu wollen wäre ich sehr skeptisch.
    Er weiß doch, was du und die Suchtberaterin gerne hören wollen, und ihm ist sicher sehr bewußt, das er seine Komfortzone verlieren würde.
    Also Vorsicht. Nasse Alkoholiker sind sehr gute Schauspieler.

    lg Morgenrot

    liebe Fleur,

    ich wünsche dir auch schöne Weihnachten und ein gutes Neues Jahr.
    Es freut mich sehr, dass du deine Liebe so geniessen kannst.
    Den Feiertagschat gibt es nicht mehr, der wurde in den letzten Jahren immer weniger angenommen.

    lg Morgenrot

    Hallo Anonymia,

    Zitat

    Lügen Alkoholiker generell gerne, um sich in ein positives Licht zu rücken und den/die Ex-CO runterzumachen?


    Ja nasse Alkoholiker lügen und sind die besten Schauspieler, sie brauchen keine Ausbildung.
    Alles aus dem einen Grund, um ihre CO wieder auf Linie zu trimmen.
    Indem er dir die Schuld an was auch immer gibt, gibt er nämlich das Zhema vor, und du kommst nicht mehr dazu das Thema Alk anzusprechen, weil du so sehr das Bedürfnis hast, diese Vorwürfe gerade zu rücken.
    Das schaffst du aber nicht, und an irgendeinem Punkt setzen deine Selbstzweifel ein. Das ist der Zeitpunkt, wo er dann wieder seine Ruhe hat, weil du, wie gewünscht, dich in Zweifel ziehst.
    Ich habe dies alles selbst Jahrzehnte erlebt, und dieses perfide "Spiel" sehr lange nicht durchschaut.
    Fang nicht an, mit einem angetrunkenen Menschen zu diskutieren, das ist schlicht und ergreifend nicht möglich.

    lg Morgenrot

    Hallo 19eleveneleven,

    wenn du nicht mehr trinken willst, sollte dich dein Weg erst einmal zu einem Arzt führen. Mit diesem solltest du unbedingt ehrlich sein und gemeinsam abklären, ob du eine stationäre Entgiftung brauchst.
    Solltest du einfach aufhören, wäre das ein kalter Entzug, der lebensgefährlich werden kann.

    lg Morgenrot

    Hallo Inka,

    falls ich dich noch nicht begrüßt habe, hole ich das mal nach.
    Herzlich willkommen bei uns.

    Ich habe deinen Namen editiert.

    Ich möchte dir aber auch Mut machen, für die realen SHG`s die du dir ansehen willst.
    Vergiss nicht, die Menschen sind alle aus dem gleichen Grund dort, du brauchst dich nicht verstecken.
    Ich habe mal in einem gemischten Meeting einen Lehrer meines Sohnes getroffen, klar ist da erst einmal Erstaunen und ein kurzer Moment der Panik, aber das vergeht.


    lg Morgenrot

    Hallo Karsten,

    Herzlichen Glüschwunsch Karsten, deinem und unser aller Forum zum 15. Geburtstag.
    Du machst eine wichtige Arbeit, das darfst auch in stürmischen Zeiten nie vergessen.
    Ich bin immer noch sehr gerne hier dabei. :D


    lg Morgenrot

    Hallo Bagelinchen,

    Zitat

    ich bin mir selber nicht genug wert.. das merke ich immer und immer wieder. Ich bin bereit, extrem viel auszuhalten, zu ertragen, sich beschimpfen zu lassen.. das ist nicht gesund und nicht ‚normal‘..


    nein, das ist weder gesund noch normal, aber ich kenne es auch zur Genüge.
    Dazu kommt es, weil ich immer geglaubt habe, ich könne darüber Selbstvertrauen bekommen, für das was ich leiste.
    Ich halte aus, bei einem nassen Alkoholiker, ich lasse das alles mit mir machen, wo bleibt denn die Anerkennung durch mein Umfeld?
    Bagelinchen die kam nicht, da hat sich erst etwas geändert, als ich wirklich ehrlich zugeben konnte, was hinter der Fassade so los ist.
    Du hast da schon einen "Vorsprung", deine Eltern wissen Bescheid und stehen hinter dir.
    Es ist wirklich so, dein Freund muß Konsequenzen spüren.
    Natürlich finden nasse Alkoholiker immer die richtigen Knöpfe bei uns, sie kennen unsere Schwachpunkte sehr gut, und immer wieder springt dann das Schuldgefühl an. Das ist genauso gewollt von ihnen.
    Du bist nicht schuld.

    Deine Familie ist genauso verzweifelt wie du, sie machen im Prinzip nichts anderes als du, und immer in dem Glauben das richtige für einen anderen zu wollen, das funktioniert nicht.
    Du redest auf deinen Freund ein, willst ihn von etwas überzeugen, je mehr du redest, umso schlimmer wird es.
    Deine Eltern reden auf dich ein, ( in ihren Augen aus gutem Grund ), sie wollen nur dein Bestes.
    Im Prinzip weißt du ja das sie recht haben, du leidest ja selbst sehr unter der Situation, aber vielleicht siehst du es noch als scheitern an, wenn du jetzt gehst. Glaubst du, du hast noch nicht alles probiert um ihn trocken zu bekommen?
    Deine Familie und du, ich lese da sehr viel Verzweiflung. Es geht hier um Lebensrettung, nämlich dein Leben und das deines ungeborenen Kindes. Es geht nicht darum, wer sich mit seiner Meinung durchsetzen kann.
    Dein Freund wird sich weiter zu Grunde richten, ob mit oder ohne dich, denn du änderst da gar nichts dran.
    Du wirst allein erziehend sein, so wie ich es viele Jahre war und als zusätzliches Kind den nassen Alkoholiker haben.

    Ich finde es so schade, eigentlich solltest du dich jetzt in eine Decke einmummeln auf der Couch liegen, Kerze anmachen und an dein Baby denken und dich freuen, dass du es bald in deinen Armen halten kannst.

    lg Morgenrot

    Hallo Bagelinchen,

    gut, das du in Sicherheit bist.

    Was er da gerade abzieht ist typisch für nasse Alkoholiker. Immer drauf auf andere, sie beschuldigen und ihnen Rache zu schwören. Das kenne ich auch, hat meiner auch gemacht.
    Das alles dient auch der Ablenkung vom eigentlichen Thema, du willst mit ihm über den Alkohol reden und er dreht es kurzerhand um, so dass du du unweigerlich in die Verteidigungsposition kommst und das Thema Alkohol ist er dann erstmal wieder los.


    lg Morgenrot