Halt es nicht mehr aus!

  • Hallo ihr,

    habe mich- nachdem ich mich vor einigen Tagen hier vorgestellt habe- endlich durchgerungen zu schreiben. Es fällt mir nicht leicht. Ich bin seit 15 Jahren mit meinem Freund zusammen, haben einen tollen Sohn mit 7 Jahren, ein Haus gebaut und leider große Probleme.... Mein Freund ist seit 13 Jahren alkoholsüchtig. Zur Zeit kommt er nur mehr zum Schlafen nach Hause. Für mich bedeutet dies: Laken abziehen, waschen, Bett neu beziehen, Laken abziehen, waschen, neu beziehen........ ihr könnt euch denken, wie`s weitergeht. Unser Sohn bekommt leider auch alle mit. Ich bin schon total fertig!!! Sterbe jeden Tag ein bißchen mehr.....

    Lg.

    Glöckchen

  • Hallo Glöckchen,

    ich habe dich mal in den Co-Bereich verschoben, dort bekommst du mehr antworten.

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • Hallo Glöckchen, Mensch warum machst Du das mit den Bettlaken? Soll er doch in seinem Dreck schlafen...oder sich selber das Bett richten...und falls Du dort auch schläft...Mach Dir nen anderen Schlafplatz. Ehrlich mal, das mußt Du Dir doch nicht antun.

    Viele Grüße
    Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hallo Gloeckchen,

    erstmal herzlich Willkommen.

    Die Frage, die Du Dir stellen musst ist, warum Du das alles mitmachst. Wenn Dein Freund nur noch zum Schlafen nach Hause kommt, warum bleibst Du denn noch bei ihm und trennst Dich nicht. Ausser das Du ihm sein Bett machst, war es das dann wohl. Dein Kind leidet sicherlich sehr unter dieser Situtation.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Glocke,
    wenn ich mir deinen (kurzen) Beitrag durchlese, sehe ich daß du voll in der Co-Abhängigkeit drin steckst.
    Sag mal, wie lange willst du Dir - und vor allem deinem Sohn - das eigentlich noch antun?
    Wie sieht es mit deinem Selbstwertgefühl aus? Es kann doch nicht sehr groß sein, wenn du das mitmachst - ein Problem übrigens von vielen (allen??) Co-Abhängigen (und, nebenbei, auch von den Alkoholikern), damit stehst du nicht alleine. Weil ich das kenne, kann ich dir nur raten, schau daß es dir gut geht, schau das du dir selbst etwas wert bist! Dann wirst du irgendwann keine Lust mehr haben, die Putze/Bettabzieherin für deinen Freund mehr zu sein.
    Lies doch mal ein bißchen bei den Co-Abhängigen nach, die Geschichten ähneln sich sehr. Du siehst dann, du bist nicht allein damit, aber vielleicht kannst du für dich auch etwas von denen rausziehen, die es geschafft haben, ihren Weg für sich zu gehen.
    Ja und lies auch mal bei den erwachsenen Kindern von den Alkoholikern. Dann müßte das dir eigentlich einen Ruck geben, deinem Sohn das nicht länger anzutun - du schriebst ja schon, daß er alles mitbekommt!

    Zitat von glocke

    Sterbe jeden Tag ein bißchen mehr.....


    Das wird aufhören, glaube mir, wenn du die Konsequenzen ziehst und anfängst, etwas für DICH zu tun - dann wirst du wieder anfangen, zu leben!

    Ich wünsche dir, daß das für dich Richtige erkennst - und dann auch tust!
    Liebe Grüße
    Feuervogel

  • Hallo alle zusammen,

    erstmal danke für eure Antworten.
    @ Karotte: Ja du hast recht. Ich sage ihm auch schon ab und zu, er soll alles selber machen. Nur.... er macht es nicht- oder nur halb. Ich kann das ja alles nicht so lassen.
    Dann gehe ich natürlich wieder und mache es. Und das mit dem Schlafplatz suchen: Ich schlafe ab und zu bei meinem Sohn. Nur- ich brauche meinen Platz, und er braucht seinen Platz. Ich kann ja schlecht auf dem Dachboden schlafen. Vielleicht sollte ich es IHM ja mal vorschlagen..*zaghaftes lach*
    Jenny 2: Ich bin irgendwie zu schwach, um mich zu trennen. Dazu kommt noch, dass ich gar nicht wüßte, wohin. Natürlich leidet mein Sohn unter dieser Situation. Aber auf der anderen Seite vergöttert er seinen Vater. Wenn er denn mal nüchtern ist, unternimmt er ja auch sehr viel mit ihm- und er lernt ihm sehr viele praktische Sachen. Das ist alles soooooo schwer zu verstehen- ich hätte nieeeeee gedacht, dass ich auch mal in so eine Situation kommen werde.
    @ Feuervogel: Ich weiß nicht, eigentlich denke ich schon immer, dass ich mir was wert bin. Es ist nur so ,dass glaube ich schon seitens seinen Eltern sehr viel Gerhirnwäsche bei mir gemacht worden ist. z. B. Die Frau muß einfach zu ihrem Mann( oder Lebensgefährten) halten, egal was kommt. Das habe ich mir wahrscheinlich schon sehr einverleibt mit der Zeit. Ich habe auch immer zu ihm gehalten, er halt schon sehr viele unverständliche Sachen angestellt- ich habe IMMER zu ihm gehalten. Mein Umfeld versteht das auch nicht ganz. Sehr viele sagen: Warum bleibt du mit dem überhaupt zusammen? Du könntest doch zehn andere haben.
    Zehn andere? Nein danke!
    Ehrlich gesagt stöbere ich schon seit einigen Zeit in den verschiedenen Threads umher, ich habe schon bemerkt, dass sich sehr viele LEIDENSWEGE ähneln.
    Es tut einfach gut, sich irgendwo ein bißchen ortientieren zu können.

    Lg

    Glöckchen

    PS: Mein Vater war auch (schwerst) Alkoholiker, also bin ich ja irgendwie beides: ein Kind von einem Alkoholiker- und Co- abhängig. Welch eine Ironie!

  • Liebe Glocke, das ist oft so bei Kindern von Alkoholikern. Sag mal, Horch mal in Dich rein. Wie geht es Dir denn? Was sind deine Gefühle?

    Und übrigens Du kannst es einfach so lassen...das Bett mein ich...da brauchst Du auch nicht drüber reden. Kannst Du nicht auf dem Sofa schlafen? Is der Dachboden ausgebaut?

    Viele Grüße

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hallo Karotte,
    Ich brauche eigentlich gar nicht in mich reinzuhorchen, ich fühle auch so, dass es mir überhaupt nicht gut geht. Da ist diese Anspannung...jeden Tag...wie betrunken kommt er nach Hause....wie arg ist es diesmal...welchen Irrsinn labert er wieder daher... der Sohn, der fragt: Wann kommt der Papa nach Hause?...keine Antwort von mir...weiß es ja nicht... hoffentlich fährt er nicht mit dem Auto... eigentlich ist meine Seele nur voller Angst. Komischerweise kann ich das vor anderen wiederum sehr gut verbergen. Bin normalerweise ein sehr lustiger und kontaktfreudiger Mensch. Nur...zuhause....neben ihm.....
    Ich kann das Bett nicht so lassen, ich ekle mich einfach zu sehr. Couch ist auch nicht gerade gut für meinen Bewegungsapparat. Dachboden ist leider nicht ausgebaut. Muss jetzt enden, Morpheus ruft nach mir. Würde mich freuen, morgen wieder was von dir zu hören.

    Gute Nacht

    Glöckchen

  • Liebes Gloeckchen,

    willkommen in der Co-Abhaengigkeit, ja auch das ist eine Erkrankung, wir wollen einfach nicht handeln und bleiben in einer kranken Beziehung mit einem nassen Alkoholiker haengen und finden mindestens genausoviele Ausreden wie der Alkoholiker.

    Du bist zu schwach Dich zu trennen, aber ich sag Dir Du bist nicht zu schwach, denn dann haetteste Dich schon laengst getrennt, es geht Dir einfach noch nicht schlecht genug. Das hoert sich hart an, aber scheinbar scheinst Du fuer Dich noch mehr Leid ertragen zu wollen, genauso wie Du euer Kind weiterhin leiden laesst, denn ich sag Dir auch aus der Sicht eines erwachsenen Kindes von einem Alkoholiker, dass es nicht schoen ist. Aber das weisst Du ja selber Dein Vater ist/war es ja auch, die selbe Kindheit gibst Du jetzt Deinem Kind. Also fang an zu handeln.

    Zitat

    Wenn er denn mal nüchtern ist, unternimmt er ja auch sehr viel mit ihm- und er lernt ihm sehr viele praktische Sachen.

    Ja, ihr beide bringt eurem Kind auch noch bei, das euere Beziehung normal ist und das ist am schlimmsten.


    Zitat

    Dazu kommt noch, dass ich gar nicht wüßte, wohin.

    Gloeckchen, es gibt immer Moeglichkeiten, man muss nur wollen, selbst wenn Du Dir eine eigene Wohnung suchst und Dir vom Sozial- oder Arbeitsamt Unterstuetzung holst. Frag auch mal bei einer Suchtberatungsstelle nach, Hilfe gibt es ueberall, man muss sich nur erkundigen und die Hilfe auch annehmen.

    Wichtig ist, das Du etwas tun muss, Du musst aktiv handeln, gerade wenn ein Kind in dieser Beziehung ist. Erinnere Dich mal wie Du Dich gefuehlt hast mit Deinem saufenden Vater, da kann ich es umso weniger verstehen, dass Du Deinem Kind das antust.

    Sei stark, tu etwas.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Glöckchen, Ja, bitte gehe zu einer Suchtberatungsstelle, die werden dir weiterhelfen. Du must etwas tun!!!
    Ich kann Dir noch 2 Bücher empfehlen: Was tun, wenn der Partner trinkt?: Ein Mutmachbuch für Frauen, gibt es leider nur noch gebraucht. Über Co- und Beziehungsabhängigkeit gibt es sehr viel Literatur...und hier kannst Du auch sehr viel lesen. Das wird dir die Augen öffnen. Wenn Du nicht weiterhin das Opfer sein willst änder was...nur Du selber kannst für Dich sorgen. Und bitte denke an dein Kind, wie Jenny schon sagte...Eurer Kind erlebt diesen Wahnsinn als Normalität und wird als Erwachsener schwer daran zu knabbern haben.

    Viele Grüße
    und Gute Nacht

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hallo Jenny2,
    also ich muß schon sagen, währenddessen ich deinen Beitrag gelesen habe, sind meine Augen immer größer geworden. So habe ich das ja noch nie gesehen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass wir ihm Normalität vorspielen würden. Ich glaube das ist so, weil ich ja seit Jahren gar nichts anderes kenne. Wenn ich zurückdenke an meine Kindheit... wir Kinder sind abends immer im Bett gelegen und haben uns die Ohren zugehalten, wenn mein Vater meine Mutter in seinem Suff wieder einmal beleidigt( das ist ja milde ausgedrückt ) hat.
    Die nächste Suchtberatungsstelle liegt ca 70 km entfernt, wir wohnen nämlich dort, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Auto hab ich auch nicht so oft.
    Aber es wird schon stimmen was du geschrieben hast:
    Ich leide wahrscheinlich noch zu wenig, sonst hätte ich schon längst etwas getan.

    Liebe Karotte,
    Das mit der Suchtberatungsstelle habe ich ja schon geschrieben. Danke für den Buchtipp. Ich lese zwar IRRSINNIG GERNE, doch dass ich mir auch so ein Buch kaufen könnte, wäre mir noch nie eingefallen.Danke.
    Wird CO- Abhängigkeit wirklich auch als Krankheit eingestuft? Dann wäre ich ja sehr krank. *lach* Ich sag euch was: Es geht mir schon besser, wenn ich hier nur lese und mit euch Kontakt halten kann.


    DANKE!!!

    Liebe Grüße

    Glöckchen

  • Hallo Glöckchen,

    und Willkommen auch von mir hier noch im Forum.

    Zitat

    PS: Mein Vater war auch (schwerst) Alkoholiker, also bin ich ja irgendwie beides: ein Kind von einem Alkoholiker- und Co- abhängig. Welch eine Ironie!

    Nein Glöckchen, das ist keine Ironie, das ist sogar sehr oft so !
    Die Gefahr ist beispielsweise ca. 6fach erhöht für ein Kind, das einen alkoholabhängigen Elternteil hat, später selbst an Alkoholismus zu erkranken, das gilt besonders für Jungen. Also richte da auch mal Deine Gedanken in Richtung Deines Sohnes, was Du ihm damit für "Chancen" bereitest.

    Oder ein Kind wird schon früh CO-Verhalten anlegen, wenn ein Elternteil von der Krankheit Alkoholismus betroffen ist.
    Das beginnt damit, keine Freunde mit nach Hause bringen zu mögen, weil Papa oder Mum breit auffen Sofa liegen könnte (Scham) bis dahin, das bereits von Kindern Aufgaben übernommen werden "müssen", die dem süchtigen Elternteil eigentlich zustehen (Anlage eines Helfersyndroms)

    In so einer Familie aufgewachsen, wird man trotz allen schlimmen Vorfällen, ein "Heimeligkeitsgefühl" entwickeln, was man später wieder suchen wird. Da machen wir Menschen nämlich keinen Unterschied, ob das zuhause gut oder schlecht war, wir werden dazu neigen, diesen Zustand wieder herstellen zu wollen, ganz einfach, weil er uns so vertraut ist und uns ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt, auch wenn alles andere als das in der Familie der Fall war.

    Somit ist es nicht weiter verwunderlich, das Dein Partner auch Alkie is.

    Du schriebst, das Du zu schwach bist, Dich zu trennen. Wenn das so ist, aber trotzdem ein Trennungswunsch besteht, solltest Du evtl. beginnen, Kräfte zu sammeln. Die sind sicher in Dir, vielleicht nur tief verbuddelt ?
    Manch einer hat sie aber auch wirklich nicht und harrt lebenslang in solchen Beziehungen aus, geht aber selbst psychisch daran zugrunde, die Seele kann nämlich AUCH sterben !!

    Lese mal hier tüchtig im CO-Bereich, vielleicht kannst Du hier Kraft sammeln und auch in realen Angehörigen-Gruppen.
    Und lies auch mal im Kinderbereich, was Du Deinem Kind antust, indem Du es das weiter ertragen lässt. Es wird damit unsägliches Leid und Unheil in einem Kind angerichtet, gegen das es sich noch nicht mal wehren kann. Und diese Schäden bleiben lebenslang ! DU trägst die Verantwortung für Dein Kind, denn Dein Partner kann es nicht mehr, wenn er suchterkrankt ist.
    Und denke nicht, Kinder bekommen sowas nicht mit, denke an Deine eigenen Kindheit zurück. Dann durchbreche lieber diesen Teufelskreis, der bei Euch eh schon in der Familie liegt.

    Die andere Möglichkeit ist, das Dein Partner trocken würde.
    Ob da Interesse besteht, kann ich schlecht beurteilen.
    Dieser Wunsch muss dann aber von ihm ganz allein kommen, er muss es WOLLEN, sonst is da leider nix zu machen. Helfen kannst Du ihm dabei nicht, die einzig mögliche Hilfe ist die Nicht-Hilfe. Sollte er trocken werden wollen, kannst Du ihn DANN dabei unterstützen, eher aber nicht.

    LG an Dich
    Lilly
    (Alkoholikerin)

  • Hallo Lilliy 12,

    erstmal freut es mich, dass du mir geantwortet hast.
    Ich bin schon ein paar mal über deinen Thread " gestolpert", weiß aber nicht so genau, wo ich dich einordnen soll. Ich habe das auch schon öfter gehört, dass Kinder von Alkis sehr viel mehr gefährdet sind, selbst an Alkoholismus zu erkranken. Von meiner Kindheit her kann ich dir nur sagen, wir sind 5 Kinder, keines ist in irgendeiner Weise gefährdet. ( Gott sei Dank ). Wir haben immer alle fest zusammmengehalten. Besonders hat unsere Mutter ihre schützende Hand über uns gehabt. Seit ich denken kann wußte ich, dass unser Vater Alkoholiker war. ( Ich muß "war" schreiben, denn er ist vor einigen Jahren gestorben. Herzinfarkt. Wahrscheinlich vom Saufen. Weißt du, ich habe- wie ich erfahren habe dass er tot ist- eigentlich nur gedacht: Jetzt ist es vorbei. Bitte verstehe mich jetzt nicht falsch. Nach 3 Monaten habe ich nur mehr geheult und mich gefragt, WARUM MUSSTE DAS ALLES SO WEIT KOMMEN? DU HAST DOCH 5 KINDER IN DIE WELT GESETZT, JEDER VON DIESEN KINDERN HAT SEINE LEHRE GEMACHT,ALLE SIND ANSTÄNDIG; ALLE MEISTERN IHR LEBEN BRAVOURÖS!!
    Mittlerweile habe ich mich schon abgefunden, dass ich wahrscheinlich nie mehr eine Antwort darauf bekommen werde.
    Aber dass ich einmal selbst dort landen werde, wo meine Mutter gelandet ist..... das hätte ich nie gedacht.
    Das mit dem " Heimeligkeitsgefühl", ich glaube das hast du schon recht. Ich möchte nichts anderes, als mich zu Hause mit meiner Familie wohlfühlen. Aber das ist doch normal, oder? Mein Partner war ja nicht von Anfang an Alkie( glaube ich zumindest). Oder habe ich es einfach nicht bemerkt? Ich weiß schon gar nichts mehr.l
    Der Trennungswunsch ist wirklich schon seeeeehr groß, aber mir fehlt wahrscheinlich noch das gewisse Tüpfelchen auf dem i. So wie Jenny2 es beschrieben hat. Ich werde jetzt mal in den Kinderbereich schnuppern, obwohl ich Angst davor habe. Auf jeden Fall liebe Lilly12, hat mir wieder gut getan, wenn jemand Anteil nimmt und dich auf etwas hinweist.

    DANKE!!

    Ganz liebe Grüße


    Glöckchen

    PS: Hoffe, ich habe nicht zu verdreht geschrieben.

  • Hallo Glöckchen

    Zitat

    Ich bin schon ein paar mal über deinen Thread " gestolpert", weiß aber nicht so genau, wo ich dich einordnen soll.

    Das glaube ich eher weniger, denn isch abe gar keinen Thread im offenen Bereich :lol: Ich habe nur ein Tagebuch im Geschlossenem Bereich, schreibe aber natürlich auch im offenen und CO-Bereich.

    Ich selbst bin Alkoholikerin, seit fast 6 Jahren trocken, aber keine CO.
    Von daher kann ich viele Dinge nur aus Alkie-Sicht schreiben, weil ich CO`s natürlich nicht vollkommen "verstehen " kann, wie CO`s wohl auch Alkoholismus nicht 100% nachvollziehen können, das können wohl immer nur Selbst-Betroffene.
    Aber wenn ich hier im CO-Bereich mal helfen kann, tue ich das natürlich gern.
    Meine Kenntnisse zur CO-Abhängigkeit beruhen auf dem Lesen von Betroffenen hier im Forum, auf Fachliteratur zu dem Thema und Gesprächen mit Selbst-Betroffenen.
    Und viele Schlussfolgerungen sind auch auf meinem eigenen Mist gewachsen und erheben von daher keinen völligen Anspruch auf Richtigkeit.

    So, nu weißte so ungefähr, mit wem Du es hier mit der Lilly12 zu tun hast :wink:

    LG an Dich
    Lilly

  • Nocheinmal Hallo an Lilly 12,

    Bezüglich auf deine letzten paar Zeilen: Mein Freund ist gerade dabei, sich wieder einmal das saufen " abugewöhnen". Eigentlich wollte ich das noch gar nicht schreiben, weil es ja schon das Xte mal ist und ich es einfach nicht mehr glauben kann. Es sind jetzt genau 3 Tage, aber er kann es nicht GANZ lassen. Er sagt es geht nicht so schnell, denn da hat er große Entzugserscheinungen. Er hat schon einmal ca. 6 Monate gar nichts nichts getrunken, ist aber leider wieder rückfällig geworden. Das andere waren wirklich nur Trinkpausen von einigen Wochen. Ich kann es einfach nicht mehr glauben. Er geht ja auch nicht einmal zum Hausarzt, denn da schämt er sich ja.
    Also so wies jetzt ist, wird das sicher nichts. Das kenne ich schon. Dafür haben wir CO-s schon eine zu gute Spürnase.
    Das wollte ich nur schnell noch geschrieben haben.

    LG.

    Glöckchen

  • `Hy Lilly 12,

    ich habe mich da wahrscheinlich falsch ausgerückt, auf jeden Fall stolpere ich sehr oft über deinen Namen. Wow! Seit fast 6 Jahren trinkst du nicht mehr?! Das freut mich wirklich sehr für dich. Ich wette, du hast schon vielen "ins Gewissen" reden können. Weißt du, ab und zu denke ich mir, ich möchte mal die Gedankenzüge eines Aloho.....

    Muß aufhören, er kommt nach Hause.


    Eine Gute Nacht wünsche ich Euch allen


    Glöckchen

  • Hi Gloeckchen,

    hab keine Angst vor dem Bereich der erwachsenen Kinder von Alkoholikern. Es kann Dir nur helfen zu erkennen und zu verstehen und es wird Dir sicherlich die Augen oeffnen.

    Ich hatte auch einen alkoholkranken Freund mal vor Jahren und ich hatte auch diese schmerzhaften Erfahrung von daheim wegen meinem alkoholkranken Stiefvater und trotzdem hab ich mir dann noch einen nassen Alki als Freund eingetreten. Manchmal muss mans bis in die letzte Instanz lernen um da Ausmass zu verstehen :oops:

    Dein Vati ist auch gestorben, so wie mein Stiefvater, mach Dir keine Gedanken um irgendwelche unbeantworteten Fragen oder warum es soweit kommen muss, Dein Vater genauso wie meiner haben sich leider fuer diesen Weg entschlossen. Mir hat der Glaube immer am Leben nach dem Tod geholfen, auch wenn ich nicht der grosse Kirchengaenger bin.

    Halt die Oehrchen steif und werd aktiv, das Leben hat soviel mehr zu bieten, als es sich vermiesen zu lassen.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Zitat von glocke

    Mein Freund ist gerade dabei, sich wieder einmal das saufen " abugewöhnen". Eigentlich wollte ich das noch gar nicht schreiben, weil es ja schon das Xte mal ist und ich es einfach nicht mehr glauben kann. Es sind jetzt genau 3 Tage, aber er kann es nicht GANZ lassen. Er sagt es geht nicht so schnell, denn da hat er große Entzugserscheinungen. Er hat schon einmal ca. 6 Monate gar nichts nichts getrunken, ist aber leider wieder rückfällig geworden. Das andere waren wirklich nur Trinkpausen von einigen Wochen. Ich kann es einfach nicht mehr glauben. Er geht ja auch nicht einmal zum Hausarzt, denn da schämt er sich ja.

    Hallo Glöckchen,

    Du hast recht, so wird das nix !
    Das "runtersaufen" haben wir Alkies wohl alle x-mal durch, es funktioniert nicht. Ebensowenig wie das kontrollierte Trinken. Wir sind alkoholkrank und werden NIE mit Alk umgehen können, auch in hundert Jahren nicht.

    Ich habe es oft auf dem Wege versucht, den Dein Partner da ausprobiert, aber ich scheiterte immer wieder. Geht mal für n paar Tage gut, aber dann wieder Breitseite.
    Ich schämte mich auch zu sehr, zum Arzt zu gehen und landete im Endeffekt im KH aus der Intensiv, erst dort konnte mir geholfen werden, bzw. nahm ich endlich Hilfe an.
    Ich wünsche sowas niemanden, ich hoffe immer, das Betroffene rechtzeitig zum Arzt gehen und oft tun sie das ja auch, lesen wir ja hier immer wieder, wenn wir ihnen Mut gemacht haben und dann geht es auch voran.
    Scham ist völlig fehl am Platz, denn wir sind KRANK und brauchen Hilfe und sie steht uns sogar zu, es gibt auch in Deutschland ausreichend Hilfsangebote, man muß nur zum Arzt gehen und drum bitten.

    Außerdem ist es brandgefährlich, was Dein Partner da gerade tut, er hat ja schon Entzugssymtome, die können zu einem Kranmpfanfall führen, er kann in ein Delir fallen und im schlimmsten Fall sterben. Er spielt gerade mit seinem Leben.

    Wäre es denn eine Möglichkeit, den Arzt zu rufen, den Notarztwagen oder so ? Würde er mitfahren und sich helfen lassen ?
    Mein damaliger Partner machte das so, ich machte zwar erst noch Zicken :oops: fuhr dann aber doch mit und als ich im KH war, dachte ich nur noch: So, da biste also doch hier gelandet, der zweite Gedanke war aber schon: Eeeendlich wird Dir geholfen. Und ich war nur noch froh, endlich da zu sein.
    Das einzige, was ich heute bereue, ist, das ich zu dumm war, mir EHER Hilfe zu holen...

    LG an Dich
    Lilly

  • Liebe Lilly 12,

    weißt du, erst seit ich hier im Forum mitlese, beginne ich erst wirklich zu begreifen, das Alkoholismus WIRKLICH eine Krankheit ist. Ich hatte bis jetzt immer die Einstellung: Das ist keine Krankheit, für das ist man selbst verantwortlich, und das hat man sich selbst zuzuschreiben. Ich hatte ihn schon tausendmal gefragt ( angeschrien): WARUM TUST DU MIR DAS AN? DAS HABE ICH NICHT VERDIENT! Er wußte nie eine Antwort. Jetzt beginne ich langsam zu verstehen.

    Ich hatte ihm das letzte mal schon gesagt, dass es gefährlich ist, alleine zu entziehn. Aber er ist ja soooo stur. In jeder Hinsicht. Auch habe ich ihm schon gesagt er soll sich mal hier einlesen. Nur einmal lesen. Bin neugierig, ob er wirklich mal reinschaut. Würde mich sehr freuen, wenn er wenigstens das in Anspruch nehmen würde. Ich finde dieses Forum und die Leute hier sowieso spitze. Bin zwar noch nicht lange dabei, aber das kann ich auch schon beurteilen.

    Zu deiner Frage, wegen dem Notarzt: Ja den kann ich schon rufen, nur hoffe ich natürlich, dass es nie so weit kommen wird.

    Aber nichts desto Trotz, ich mache mir eh nichts mehr vor. Wenn das jetzt wieder nichts wird mit dem Trockenwerden, werde ich wohl oder übel die Konsequenzen ziehen müssen. Ich drück`das einfach nicht mehr länger durch. Es wird zwar verdammt schwer werden, aber es wird gehen. ES MUSS GEHEN. Schon alleine wegen unserem Kind. Da hatten die anderen schon recht.

    So. werde mich mal um meinen Berg Wäsche kümmern, bevor er mir davonläuft, Ha; Ha.

    Wünsch dir genauso einen sonnigen Tag, wie er momentan bei uns ist.

    Ganz liebe Grüße

    Glöckchen

  • Hallo ihr alle,

    so, habe jetzt meinen Berg voller Wäsche bekämpft- und gewonnen ( für heute ).

    Hatte auch Zeit im Kinderbereich zu stöbern. Also ich muß schon sagen, das haut rein. Ist schon krass das Ganze.

    Wenn ich denke, dass es unserem Sohn auch mal so geht- NEIN DANKE! Ich liebe unseren Sohn über alles, und das will ich ihm nicht antun.

    Nebenbei bemerkt: Mir ist aufgefallen, dass das Ganze von früher vielleicht doch noch nicht so vergessen/ verarbeitet ist.
    Ich kann mich erinnern, dass ich sogar unter Tränen einmal mit meinem Vater gesprochen hatte. Hat aber auch alles nix genützt. Wobei ich sagen muß, dass ich das ganz von alleine gemacht habe.
    Aber das würde jetzt doch eher in den Kinderbereich gehören.

    Unser Sohn hat seinem Papa auch schon einmal gesagt, dass er das nicht gut findet was er da macht.. Auch ganz von alleine, da habe ich ihn nicht dazu angestachelt. Ist schon traurig, was.. mit 7 Jahren...
    Beende mein Schreiben jetzt, sonst werde ich noch weinerlich... obwohl mich das überhaupt nicht weiterbringt... handeln, nicht weinen ist angesagt- wie ich hier schon erfahren habe.

    Wünsch euch alles Liebe

    Glöckchen

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