ich bin 27 Jahre alt und habe ein Problem mit Alkohol, ich hab mit 15 angefangen zu trinken und hab auch schnell meine Hemmungen verloren mich sinnlos zu besaufen. Ich hab gleich mit Korn angefangen, meine "guten" Freunde meinten noch ich soll ich nicht so anstellen und as Glas leeren, damit man nachschenken kann. m´Mit 16 hab ich dann schon regelmässig getrunken, Mittwochs war "Tradition" angesagt, d.h. jeder bringt ne Flasche Korn, ne Cola und ne Schachtel Kippen mit. Meistens haben wir uns schon am Nachmittag getroffen und ein paar Bier zum "Aufwärmen" getrunken.
Am Wochenende gings dann so weiter, Freitag und Samstag sind wir, als endlich jeder "seine Pegel" hatte losgezogen in Clubs und Kneipen um einen draufzumachen.
In den Ferien hatten wir so spezielle Vorsätze wie "keinen Tag ohne Alk" und "nüchtern is kacke".
Mit der Zeit sind auch die Mischungen immer stärker geworden, wir haben auch nicht davor zurückgeschreckt die Flasche pur zu leeren, wenn wir noch ne 1/4h auf die Cola warten mussten.
Das ganze ging bis ich 18 wurde, da musste ich nüchtern bleiben um meinen Führerschein machen zu können, es hat sich aber nicht lange gehalten und ich bin dann auch ziemlich schnell nach bestandener Prüfung alkoholisiert gefahren.
Als ich dann mit der Schule fertig war, war ich erstmal 1/2 Jahr arbeitslos und wusste mit meiner Zeit nichts besseres anzufangen als mich zu betrinken. Wenn mir langweilig war ging ich zum Kiosk und trank auf die Schnelle ne Flasche Sekt, der Biervorrat war auch immer voll, ich hab mir mit 17 nen eigenen Kühlschrank ins Zimmer gestellt in den meine Eltern nie reingeschaut haben.
Mit 18 1/2 kam ich zum Bund, und da hab ich, entgegen aller Vorurteile, weniger getrunken. Ich hab plötzlich gemerkt, wie fit man sein kann, wenn man sich körperlich betätigt und nüchtern bleibt. Außerdem konnte ichs mir nicht leisten weiter meinen Pegel zu halten, der Sold war lange nicht sohoch, wie das was ich vorher nebnbei verdient hab.
Als ich mit der BW fertig war kam ich wieder in die Arbeitslosigkeit, diesmal ein 3/4 Jahr, und wieder fiel mir keine sinnvollere Beschäftigung ein als zu saufen. Hatte da aber schon mehr Veranwortung und habs ein bisschen gedrosselt,um nicht zu sehr aufzufallen.
Irgendwann kam mir aber dch mal in den Sinn, das es so nicht weitergehen kann und ich hab mich intensiver um ne Lehrstelle beworben. Da es in Schleswig Holstein aber mit Lehrstellen kläglich aussah und viele Personalchefs vielleicht doch mal tiefer in meine Augen geschaut haben, war es, s wie ichs gemacht hab, aussichtslos.
Ich hatte Glück, daß ich Verwandtschaft in Bayern habe, und so habe ich eine Spontanentscheidung getroffen und bin losgefahren ohne zu wissen, was mich erwartet.
Nach nur 2 Tagen hatte ich dann auch eine Lehrstelle in einer Brauerei und mit meinem Onkel gabs auch keine Probleme, daß aus dem kurzen Besuch um sich mal umzuschauen ein längerer Aufenthalt wurde.
Der Haustrunk, den ich bekam, kam mir natürlich recht. Die 2 Kisten Bier hab ich meist schon am selben Wochenende geleert.
Der schlimmste Fehler den ich damals gemacht habe, war auszuziehen um meine eigene Bude zu haben. Da gings dann erst richtig los, ich musste auf niemanden mehr Rücksicht nehmen und hatte mich vor niemandem zu Verantworten. Mein Chef war eh ein Arschloch dem man am besten aus dem Weg ging und die Arbeitließ sich auch volltrunken noch ziemlich leicht erledigen. Ich hab mich dann auch morgens mit meinen Kollegen im Lager getroffen, wo wir vor der Arbeit erstmal ein Bockbier "zum Frühstück" tranken.
Dann hab ich meinen Führerschein verloren.
Das war für mich aber kein Grund zum Aufhören, jetzt gings erst richtig los, ich brauchte jetzt ja nicht mehr nüchtern zu bleiben und konnte saufen soviel ich wollte.
1/2 Jahr nach der Lehre bin ich in ne andere Brauerei nach Baden-Württemberg gegangen. Hier lief am Anfang mal wieder alles normal, ch hab wenig getrunken, war aber ne wirklich nüchtern.
1 1/2 Jahre nach meinem Führerscheinentzug bin ich dann aber mal wieder zwangsweise aufgewacht, ich wollte ja meinen Lappen wiederhaben. Habs aber nicht wirklich geschafft immer nüchtern zu bleiben, doch aber soweit, daß meine Leberwerte sich normalisiert haben. Nach der MPU musste ich zu ner Schulung für alkoholauffällige Autofahrer und da hab ich mir zum ersten mal Gedanken über meinen Alkoholkonsum gemacht. Dann kamen aber die typischen Aussagen wie "Ich doch nicht" und "Ich kann aufhören wann ich will, seht euch doch nur meine Kurve an, hier und dA, überall 0 Konsum", um das zu bestätigen fing ich auch wieder an mit Trinken, was dazu führte, daß ich den Kurs nicht bestand. Ich hab dann noch ne 2. Chance bekommen, war dann aber wieder soweit, das ich mich selbst und andere belogen hab, was meinen Alkoholkonsum anging, hauptsache zu den Kursterminen war ich nüchtern.
Ich hab mir dann wieder mal eingeredet ich könnte kontrolliert trinken, hab aber bald wieder angefangen mehr zu trinken und auch zu fahren.
Seitdem sind meine Abstinenzphasen immer länger geworden und meine NassPhasen immer Kürzer, dafür aber auch intensiver.
Zum erstenmal in meinem Leben gabs auch Menschen, die mir wirklich etwas bedeuteten, leider hab ich die verletzt und enttäuscht, was mich in die längste Abstinenzphase geführt hat, immerhin 3 Monate ohne alles.
Dann kam aber wieder der Teufel auf der Schlter und hat mir eingeredet ich könnte kontrolliert Trinken und ich war so blöd auf ihn zu hören.
1 1/2 Jahre nachdem ich meinen Führerschein wiederbekam hab ich ihn wieder verloren, diesmal mit 2,2 statt 1,97 Promille.
Das ist jetzt 4 Wochen her und ich habe nur 1 Woche später auf einer Mitarbeiterversammlung der Brauerei etwas getrunken und bin seitdem "trocken".
Ich habe Selbsthilfegruppen aufgesucht und bin auch begeistert von dem Ergebnis, ich will nie wieder in meinem Leben etwas trinken.
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