Wer kann mir sagen, was GENAU ist CO-Abhängigkeit

  • Hallo Daniela!
    Co - abhängig bedeutet für mich genau solche Sätze, die deine Mutter euch als Ausrede anbietet. z.B. .."Er ist ja nicht richtig betrunken" oder "Es geht ihm heute nicht so gut" oder "Er hatte heute viel Stress auf der Arbeit" ...
    - zu benutzen, um alles abzuwiegeln, zu überspielen, ....
    Es bedeutet aber auch, lange Zeit immer wieder zu hoffen, zu warten, auszuhalten, zu verdrängen, ---- so wie ich: dumm zu sein.
    Freilich, am Anfang hat man seinen Partner sehr geliebt, liebt ihn immer noch, weil er ja auch "lichte, schöne" Momente mit einem verbracht hat. Weil es zwischen dem Saufen auch immer wieder gute Tage gab.
    Und dann wird er doch trocken! Eine wahnsinnige Umstellung für den Alkoholiker und eine wahnsinnige Umstellung für den Co - Abhängigen.
    Alles ist neu, schöner, manchmal anstrengend, fremd, und doch kommt altes, geliebtes zum Vorschein. Einfach nur wunderbar.
    Und dann der Rückfall!
    Bei uns war es zum Glück nur ein "Vorfall", aber der hat genügt, um mich wieder total aus der Bahn zu werfen. Was hatte ich aber für liebe und aufbauende Freunde/innen hier im Forum!!!! :!::!::!:
    Die haben mir sofort Mut zugesprochen und mich für meinen Mann wieder aufgeschlossen, weil ich dachte, jetzt muss ich mich wirklich scheiden lassen. (Gedacht habe ich es schon öfter, gesagt erst an dem Tag, an dem sich mein Mann für uns entschieden hat - vor 9 Monaten.)
    Sein Vorfall hat uns Eheleute und die restl. Familie wieder zusammengebracht. Wir reden viel miteinander. Streiten richtig. Jeder darf seine Meinung sagen. Der Vater hat nicht immer Recht! - Alles neue Errungenschaften. Und mein Mann hat gelernt, für sich zu sorgen. Schauen, was ihm schadet, was ihm guttut.

    Ich denke schon, dass deine Mutter Co - abhängig ist. Genau wie ich. Es fällt ihr nur jetzt so schwer, nach den vielen schweren Jahren die guten Zeiten wieder abzuschalten. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie es nicht wahrhaben will, jetzt doch noch verlieren zu müssen.
    Ich habe an unserem Tag X das erste Mal seit 24 Jahren Mut gezeigt, und meinen Mann vor die Entscheidung "Wir oder der Alkohol" gestellt. Das hat mir damals ganz viel Kraft gekostet, die ich aber nur hatte, weil ich psychisch am Boden war.

    So viel wollte ich nicht schreiben. Aber vlt. hilft dir ein wenig davon.
    Ich wünsche dir erst mal alles Gute, such du dir Hilfe und nehme, wenns geht Abstand. Den anderen beiden kannst du leider nicht helfen. Das müssen sie selbst schaffen.

    Liebe Grüße, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Du kannst ihn gerne konfrontieren. Aber ich glaube nicht, dass er irgendeine Einsicht zeigt. Deine Mutter hat es sicher schon oft probiert. Wenn sie doch mit Scheidung gedroht hat.
    So hart es klingt: Solange deine Mutter zu ihm hält, muss er doch nichts ändern?

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

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