Rückfall meiner Tante nach 15 Jahren Trockenheit

  • Hallo Schiller,

    erst einmal herzlich Willkommen hier im Forum.

    Dein Schmerz ist ganz doll zu spüren, Deine Erfahrung mit dem Thema Alkohol ist auch zu hören.

    Zitat

    Ich will dass alles einfach nicht mehr sehen; ich meine ich habe schon meine ganze Kindheit damit leben müssen, dass meine Mutter bzw. meine halbe Familie trinkt!!!

    Es ist nur zu verständlich, wenn man als Angehöriger an diesen Punkt kommt, wenn man zusehen muß, wie sich geliebte Menschen stetig selbst zerstören. ABER.... Du sagst:

    Zitat

    Auf der einen Seite will ich das alles nicht mehr und denke mir, wenn Ihr meint Ihr müsst Trinken, dann macht dass, aber auf der anderen Seite fühle ich mich dann egoistisch und so als ob ich sie im Stich lasse!

    Du bist nicht dafür verantwortlich :!: Weder für Deine Mutter noch Tante noch sonst wer. Du bist nur für Dich alleine verantwortlich. Nur Du kannst für Dein Wohl sorgen, indem Du das tust, was Du für Dich für Richtig empfindest. Richtig vielleicht, Deiner Tante zu sagen, daß sie ein Alkoholproblem hat, daß sie etwas tun muss, um ihr Leben zu retten. Oder richtig, daß Du Dich davon abgrenzt und etwas für Dein Leben tust.

    Hier kannst Du Dir Kraft holen, zu erkennen, daß Du keine Schuld daran trägst;Kraft holen, daß Du ein Leben ohne Alkohol führen kannst.


    Ich wünsche Dir viel Kraft. Tausche Dich hier intensiv aus, DU bist mit Deiner Wut, Deinen Gefühlen nicht allein!


    Liebe Grüße

    S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]

  • Hi Schiller,

    auch von mir ein herzliches Willkommen hier. Da biste richtig gelandet, denn hier musst du nicht rechtfertigen, warum Du Alkohol in Deinem Leben keinen Platz mehr einräumen möchtest. Denn:

    1.) Du bist nicht schuld!
    2.) Du willst das alles einfach nicht mehr sehen? Das ist Dein gutes Recht!
    3.) Du musst überhaupt nicht IMMER dafür Verständnis haben, dass man / frau trinkt, wenn Probleme vorhanden sind
    4.) Und Du lässt niemanden im Stich, wenn Du nichts sagt!

    Jetzt geht es in erster Linie einmal darum aus diesem Teufelskreis Schuld - Scham - Verantwortung - Schmerz hinauszukommen. Was Du dazu brauchst, das ist alles schon in Dir, will heissen, horch mal gut in Dich rein...vielleicht spürst Du nämlich schon ganz genau, was Dir gut tun würde:

    - vielleicht mal Abstand
    - wenns nicht geht, dann aus der Situation rausgehen, Dir mal erlauben, einfach nicht hinzusehen
    - wenn Du Dich so ärgerst, weil Du es ihr nicht sagen konntest, dann gibt es ja auch noch ne Briefform, oder? Und Briefe kannste auch schicken, den musste nicht mal selbst überreichen und so kann sie selbst entscheiden, was sie davon lesen mag und was nicht.

    Und noch ein ganz wichtiger Punkt: Sie hat eine Therapie bereits gemacht, sie war trocken, sie weiss, um was es geht und sie hat entschieden, wieder zu trinken. Und wie alle anderen Entscheidungen, die sie zuvor getroffen hat, so kann auch nur sie entscheiden wieder aufzuhören!

    Die beste Hilfe, die Du geben kannst, ist die Nichthilfe! Ist gleichzeitig jedoch auch die schwerste!

    Wünsche Dir viel Kraft!
    LG Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Hallo Schiller,

    dazu möchte ich Dir nur eines sagen:

    Bei Allem, was uns im Leben widerfährt, ist Verständnis für die schlimmen Schicksale des Einzelnen eine Sache. Das kann man auch aufbringen, aber jeder, wirklich jeder von uns, hat die Wahl. Die Wahl:

    Ein Leben ohne Alkohol zu führen. Ich kann zum Alkohol, muß aber nicht dazu greifen.
    Nichts im Leben zwingt mich dazu, meine Sorgen mit Alkohol zu ertränken. Es gibt immer einen anderen Weg.

    Ich finde es gut, daß Du Dir hier Hilfe holst. Bei Deinem Wunsch, Distanz zu wahren, bedenke immer, daß nur Du etwas für DICH tun kannst. Wenn DU ernsthaft Helfen möchtest, dann sage einmal, was Du denkst, was Du Dir wünschst, aber dann solltest Du Dir selbst am meisten helfen, und weiter versuchen, Dich abzugrenzen.
    Vorwürfe, die kommen mögen, daß Du jemanden im Stich läßt, ist etwas, was immer kommen wird, aber Du mußt Dir selbst ins Gesicht sehen können, mit Deiner Entscheidung, den Alkohol aus Deinem Leben auszuschliessen, leben. Nicht die Anderen, die tragen für Ihr Leben selbst die Verantwortung, haben IHRE Wahl.

    In diesem Sinne

    ein schönes Wochenende

    das Käferlein [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]

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