verweifelt - kann nicht loslassen

  • Hallo Aura,
    Du fragtest mich gestern nach meiner Geschichte:

    Zitat

    He, Lilli wie lange hast du von der Erkenntnis bis zur erfolgreichen Trennung gebraucht; Ist deine "Lebensgeschichte" auch hier zu finden und wenn ja - unter welchen Titel; Bin nicht nicht so richtig "forentauglich";

    Ich bin keine CO, sondern Alkoholikerin. :wink:
    Aber ich trennte mich trotzdem im letzten Jahr, nachdem ich einige Jahre trocken war, Du siehst also, auch das ist kein Garant für einen weiteren gemeinsamen Weg.
    Unsere Richtungen, in die wir marschierten, wurden zu unterschiedlich, bzw. hatte ich den Eindruck, das ich mich immer weiter entwickelte und mein damaliger Partner stehen blieb bzw. mir nicht mehr folgen konnte. Schuld hat hier niemand an irgend etwas und die Trennung verlief im Guten, wir sind weiterhin Freunde.
    Falls Dich meine Geschichte trotzdem interessiert, ich schrieb sie mal für Dagmar auf, ich kopier das hier mal einfach rein, dann muß ich nicht noch einmal Alles aufschreiben, okay ? :wink:
    Bei Nachfragen stehe ich gern zur Verfügung.

    Dagmar fragte damals:

    Zitat

    Mich würde interessieren, liebe Lilly, wie Du es - bzw. ob - geschafft hast am Arbeitsplatz noch zu funktionieren. Kam da jemand auf Dich zu und hatte den Mut Dich anzusprechen. Unabhängig dessen dass dieser Mensch nichts bewirken konnte. Warst Du als Frau, die wir ja eigentlich eitel sind, noch um Deine äußerliche Erscheinung bedacht? Wie lange hast Du es geschafft, dem Umfeld Deine Sucht zu verheimlichen? Ging es langsam schleichend oder wie verlief das alles bei Dir?


    Meine Antwort war folgendermaßen:

  • Hallo einweib!
    Du schreibst, dass hier manch einer nicht verstehen kann, warum du nicht gehst;
    Das ist natürlich so, aber nur du weißt, ob bzw. wann der Zeitpunkt einer Trennung kommt oder nicht.
    Ich konnte früher nicht verstehen und schon gar nicht nachvollziehen, dass meine Freundin bei Ihrem Mann blieb, obwohl er
    sie belog, betrog und sogar geschlagen hat. Fragte sie oft, warum sie das mitmacht bzw. wie weit ihre Leidensfähigkeit noch geht;
    Ihre Antwort war oft, dass sie nur der Kinder wegen blieb und sie ihnen den Vater nicht nehmen wollte. Jetzt nach 25 Jahren hat sie die Scheidung eingereicht und mir „gestanden“ dass sie in dieser ganzen schlimmen Zeit immer gehofft hätte, dass sich ihr Mann ändern würde und sie Angst gehabt hat, dass sie das Leben alleine mit den Kindern nicht meistert. So ist jeder anders!
    Diese hautnahe miterlebte Geschichte hat dazu beigetragen, dass es für mich immer bewusster wird, dass ich die weiteren Jahre nicht mit abwertenden, verletzenden Verhalten meines Partnes leben will;
    Finde es vor allem wichtig, wenn du (gilt ebenso für mich) zu erkennen, was wir uns „selbst“ wert sind und daran arbeiten.
    Es ist ja so, wenn man abwertend behandelt wir, es immer wieder duldet bzw. entschuldigt, kann der Endeffekt nur sein, dass man die Achtung vor sich selbst verliert;
    Du arbeitest ja bereits daran dein Selbstbewusstsein aufzubauen und bemerkst kleine Veränderungen. Finde ich toll – arbeite ebenfalls daran;
    L.G.
    Aura

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  • Hi Lilli!!
    Danke für deine Zeilen!
    Habe deine Lebensgeschichte gelesen und muss dir ehrlich gestehen, dass ich nun sehr betroffen bin;
    Mit 17 Jahren ein Kind zu bekommen ist zwar verdammt früh, aber ich finde es nicht so schlimm wenn Unterstützung von Mann oder vielleicht Mutter gewährleistet ist. Wie alt warst denn, als die Trennung von deinem Mann stattfand?
    Kann auch gut verstehen, dass man als Geliebte eines verheirateten Mannes, viele einsame Stunden erlebt in denen man sich traurig, ja und wie du es ausdrückst auch gedemütigt fühlst. Aber der deprimierendste Satz war für mach als ich las >>> ….und ich trank immer öfters aus Einsamkeit.
    Ja und als du deinen späteren Mann kennen lerntest, war es ja erstmal besser schreibst du – hattest eine gute Partnerschaft und trotzdem konntest nicht mit dem Trinken, bzw. nach zwei, drei alkoholischen Getränken, aufhören? Kann mir das einfach nicht erklären – ist da der Körper wirklich schon so auf Alk „ausgerichtet“? Bin sehr naiv, aber ich kenne mich mit Auswirkungen von Drogen bzw. Alkohol nicht wirklich aus. Darum ist ja auch das Unverständnis so groß, wenn man einen Partner hat, dem Alk wichtiger ist als alles andere.
    Habe ich das richtig verstanden, eure 17-jährige Partnerschaft ging zwar in Brüche da ihr euch „auseinanderentwickelt“ habt, aber mit
    deinem damaligen Alkoholproblem hatte dies ja nichts zu tun – oder war dies auch eine Belastung für eure Beziehung?
    Die Beschreibung vom Verlauf der Krankheit ist …. ist unvorstellbar schrecklich und kann meine Gedanken dazu gar nicht in Worte fassen.
    Warum warst dann nicht in einer SHG und hast dir Unterstützung gesucht?
    Du hast es geschafft - meine ehrliche Bewunderung !
    Wie lebst eigentlich jetzt, geht`s dir gut?
    Würde mich freuen auf meine vielen Fragen Antwort zu bekommen.
    Liebe Grüße
    Aura

    LOSLASSEN

  • Hallo Aura,

    Zitat

    Mit 17 Jahren ein Kind zu bekommen ist zwar verdammt früh, aber ich finde es nicht so schlimm wenn Unterstützung von Mann oder vielleicht Mutter gewährleistet ist. Wie alt warst denn, als die Trennung von deinem Mann stattfand?

    Ja, ich hatte viel Unterstützung von meiner Schwiegermutter, mein Mann war auch erst 19, als wir heirateten, aber ein sehr liebevoller Vater und auch sehr verantwortungsbewußt.
    Trotz allem war die Doppelbelastung Vollzeit-Arbeit in einem anspruchsvollen Beruf und Mutter sein zu groß für mich, ich war einfach noch sehr jung. Ich heiratete mit 17, als ich 23 war, wurden wir geschieden. Aber wir sind bis heute gute Freunde geblieben.

    Zitat

    Kann auch gut verstehen, dass man als Geliebte eines verheirateten Mannes, viele einsame Stunden erlebt in denen man sich traurig, ja und wie du es ausdrückst auch gedemütigt fühlst. Aber der deprimierendste Satz war für mach als ich las >>> ….und ich trank immer öfters aus Einsamkeit.

    Tja, so war das, Aura, aber ich hatte mich ja selbst in diese dumme Lage begeben. Leider legte ich auch damals den Grundstein meiner Alkoholsucht.

    Zitat

    Ja und als du deinen späteren Mann kennen lerntest, war es ja erstmal besser schreibst du – hattest eine gute Partnerschaft und trotzdem konntest nicht mit dem Trinken, bzw. nach zwei, drei alkoholischen Getränken, aufhören? Kann mir das einfach nicht erklären – ist da der Körper wirklich schon so auf Alk „ausgerichtet“?

    Eine gute Partnerschaft mit einer Alkoholkranken im nassen Stadium kann es nicht geben, Aura.
    Aber mein Mann bot mir alles, was ich mir ersehnte: Sicherheit, eine gewisse Zufriedenheit, Treue, und ich liebte ihn auch.
    Nein, ich konnte damals schon nicht mehr aufhören mit Trinken, ich kann den Zeitpunkt nicht benennen, als aus Alkoholmissbrauch Abhängigkeit wurde, der Übergang war gleitend.
    Ja, der Körper giert dann nach der Droge, am Ende drehen sich alle Gedanken nur noch um die Beschaffung und die möglichst baldigen Trinkgelegenheiten. Ich schämte mich furchtbar, verdrängte immer wieder, versuchte aufzuhören, es gelang mir nicht mehr. Ich trank auch viel heimlich.

    Zitat

    Bin sehr naiv, aber ich kenne mich mit Auswirkungen von Drogen bzw. Alkohol nicht wirklich aus. Darum ist ja auch das Unverständnis so groß, wenn man einen Partner hat, dem Alk wichtiger ist als alles andere.

    Ja, das verstehe ich, hat aber mit Naivität nix zu tun. Die Sucht kann nur jemand völlig nachvollziehen, der sie selbst erlebt hat.
    Alle Alkoholiker, die so drauf waren wie ich, kennen das aber alles. Spricht man mit ihnen, braucht man kaum eine Geschichte zuende erzählen, sie können es selbst tun.
    Der Alk IST wichtiger als ALLES ANDERE ! Ein Partner bedeutet immer weniger, am Ende nervt er nur noch und soll den Mund halten und einen in Ruhe saufen lassen.
    So ist nun mal die Sucht, sie folgt eigenen Gesetzen.

    Zitat

    Habe ich das richtig verstanden, eure 17-jährige Partnerschaft ging zwar in Brüche da ihr euch „auseinanderentwickelt“ habt, aber mit
    deinem damaligen Alkoholproblem hatte dies ja nichts zu tun – oder war dies auch eine Belastung für eure Beziehung?

    Nein, die spätere Trennung hatte mit meiner Alkoholkrankheit grundsätzlich nichts mehr zu tun, sie war auch keine Belastung für die Partnerschaft, mein Mann kam damit gut klar, nach Anfangsschwierigkeiten.
    Andererseits hatte sie indirekt damit zu tun, weil ich große Entwicklungsschritte machte, ich schrieb gerade dazu bei „seinweib“. Mein Mann konnte mir auf diesem Weg nicht mehr folgen. Und ich denke, auch wenn er gewollt hätte, er hätte dazu seine eigene Persönlichkeit zu sehr verbiegen müssen, das wollte ich aber nie. Dann hätte er ja sich selbst verloren. Er ist okay so, wie er ist, wir entwickelten uns „nur“ auseinander in verschiedene Richtungen.

    Zitat

    Warum warst dann nicht in einer SHG und hast dir Unterstützung gesucht?

    Ich war die erste Zeit, als ich trocken wurde, gesundheitlich sehr angeschlagen, mußte sogar neu laufen lernen durch den langen KH-Auenthalt. Da konnte ich noch gar nicht zu einer SHG, mein Körper gab das noch nicht wieder her.
    Später ging ich einige Male zu den AA, kam dort aber überhaupt nicht klar. Ich hätte mir eine andere Gruppe suchen sollen, auch damals hätte es schon andere Möglichkeiten gegeben, beispielsweise die meiner jetzigen Realen.
    Ich bin aber auch n Dickkopp :oops: und wenn ich was will, will ich das :evil: und ich wollte trocken bleiben, dann halt allein. Und so allein war ich nie, ich hatte sehr viel Unterstützung von meiner Familie und Freunden und meiner Ärztin.
    Trotz allem kann ich niemanden meinen Weg weiter empfehlen, weil er dumm war :roll: . Ich hätte vieles einfach haben können, und später fand ich ja dann hier ins Forum und es wurde meine SHG.

    Zitat

    Du hast es geschafft - meine ehrliche Bewunderung !
    Wie lebst eigentlich jetzt, geht`s dir gut?

    Dank Dir ganz lieb ! :D
    Jo, mir geht’s soweit gut, ich habe wie jeder andere Mensch gute und weniger gute Tage, aber habe auch gelernt, auf mich aufzupassen.
    Wie Spedi heut an anderer Stelle schrieb, wir müssen immer „machen“, das es uns gut geht, ich weiß, was er damit meint. Weil wir nicht mehr ganz heil „innen“ sind, unser „psychisches Fundament“ ist poröser als das gesunder Menschen und ich vermute, das wurde es auch schon sehr früh. Also müssen wir da immer wieder Ausbesserungsarbeiten vornehmen, damit es uns gut geht, so könnte man es evtl. sehen ? :wink:

    So, ich hoffe, ich konnte Deine Fragen ausreichen beantworten ?

    LG an Dich
    Lilly

  • Hallo Lilli!
    Danke für die Beantwortung meiner Fragen; Sind schmerzliche, existientielle Erfahrungen die du gemacht hast.
    Dagegen sind mein Probleme ziemlich banal und trotzdem "leide" ich. Hatte heute einen ziemlich erfolgreichen Tag im Büro, war massieren, meine Verspannungen lockern sich etwas, war echt fein und trozdem wollte ich danach nur nach Hause und mich wie ein verwundestes Tier in der Hölle verkriechen. Kann halt auch nicht aus meiner Haut heraus; Zwar ist seit 2 Tagen das Handy "stumm", aber seine Sachen hat er auch noch nicht geholt; Stimmt nicht eben ist ein sms gekommen > mit den Worten: der Unterschied ist, ich liebe dich, du mich nicht! (????) Hab`zwar nicht das Bedürfnis ihn anzurufen, aber er geht mir doch ab. Überlege sooft ob ich "ihn" vermisse, oder ob es "nur" die Gewohnheit ist ihn bei mir zu haben. Ich weiß es nicht. Versuche auch einen neuen Bekanntenkreis aufzubauen, aber so wirklich freut mich das Weggehen sowieso nicht; Hab jetzt irgendwie das Gefühl als wenn ich gerne leiden möchte, traurige CDs anhören, Fotos anschauen und habe unheimliches Selbstmitleid mit mir! Sicher nicht normal, aber ist halt mein jetziger Zustand!
    Vielleicht ist`s auch nur Trauerarbeit, denn egal aus welchen Gründen eine Trennung passiert es tut doch immer weh- oder?
    l.G. Aura

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  • Hallo Aura,

    Probleme können auch Herausforderungen werden !
    Und der Spaß am Ausgehen kommt auch wieder, fang mal erstmal klein damit an.
    Einfach ein paar Freundinnen besuchen, mit ihnen reden, und am besten nicht immer nur über ihn, das lenkt auch ab. Und danach gehts Dir n bisi besser.

    Und natürlich tut JEDE Trennung weh, sie ist aber auch immer eine neue Chance. Eine Chance auf einen eigenen Weg, in dem man sich wieder (besser) kennenlernt, wir wachsen an den meisten Erfahrungen, die wir im Leben machen.
    Und manchmal ergibt sich auch wieder ein gemeinsamer Weg, kann man nie wissen.

    Wie sagte doch Forrest Gump ? Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was drin ist... :wink:

    Wenn Du jetzt allerdings nachgibst, dann wohl eher nicht. Sicher sendet er jetzt Notrufe, aber gib bitte nicht allzu viel drauf.
    Ich hab auch so viel versprochen und nicht halten können in meiner Alkoholsucht im nassen Stadium. Ich hätte Dir sonstwas versprochen.
    Auch Liebesschwüre waren dabei, aber ich konnte sie doch schon lange nicht mehr wirklich empfinden, alles abgestumpft durch die Droge Alkohol.
    Und die Nummer is außerdem ne ganz miese, er will Dir nun auch noch in die Schuhe schieben, das Du ihn nicht liebst... wie arm ist das denn ?
    Aber funzt nun mal gut bei CO`s, sie bekommen sofort ein schlechtes Gewissen, was ja auch Sinn seiner Aktion ist.

    Ich würde Dir nicht raten, alte CD`s zu hören und Fotos anzusehen, Du quälst Dich ja nur unnötig damit.
    Wie wäre es morgen früh mit nen flotten Spaziergang, und danach machste es Dir gemütlich und besuchst vielleicht eine Freundin ?
    Irgendwas, aber nich nur zuhause rumhängen und weinen, okay ?

    Liebe Grüße
    Lilly

  • Hallo!
    Danke Lilli für dein gestriges Schreiben, hast ja recht, ich tu`mir ja nur selber weh`mit dem ganzen Schmus von früher. Hab mir gestern noch was Gutes gekocht, lange mit meiner besten Freundin die 300 km von mir entfernt wohnt, telefoniert sowie in meinen neu erworbenen Buch gelesen. Dein Rat eine Freundin besuchen ist ja gut aber leider habe ich in den letzten vier Jahren meine Freundschaften vernachlässigt, die Wochenenden ausschließlich mit dem Freund verbracht und so habe ich halt jetzt keinen Freundeskreis. Meine einzige Freundin ist verheiratet und natürlich wochenends mit ihrer Familie zusammen. Vielleicht probier ich`s mal mit schwimmen gehen, es gibt bei uns Bäder welche Pool-Gymnastik mit Musik anbieten, Schau ma mal, ob ich mich dazu aufraffen kann. Liebe Lilli, ich glaube du hilfst sehr vielen Menschen in diesem Forum mit deinen Erfahrungen bzw. Beiträgen aber wenn du mal traurige Tage hast, ist dann auch jemand für dich da?
    Liebe Grüße Aura

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  • Hallo Aura,

    Zitat

    Hab mir gestern noch was Gutes gekocht, lange mit meiner besten Freundin die 300 km von mir entfernt wohnt, telefoniert sowie in meinen neu erworbenen Buch gelesen.

    Na siehste, das ist doch schonmal was !! :D
    Und so denkst Du Dir noch ein paar neue Sachen aus, die Dir Spaß machen könnten.
    Desweiteren, wenn ich auf Deinen Wohnort schaue, gibt es sicher viele kulturelle Veranstaltungen bei Euch, Museen, Ausstellungen etc.
    Hol Dir doch mal einen Veranstaltungskalender, vielleicht findest Du was, was Dir gefällt. Oder im net nachsehen, da wirst Du sicher auch fündig.

    Zitat

    Dein Rat eine Freundin besuchen ist ja gut aber leider habe ich in den letzten vier Jahren meine Freundschaften vernachlässigt, die Wochenenden ausschließlich mit dem Freund verbracht und so habe ich halt jetzt keinen Freundeskreis.

    Tja, liebe Aura, so geht es wohl vielen CO`s, und nicht nur denen… ich hatte ein ähnliches Problem…
    Du hast Dich ausschließlich um IHN gekümmert, ihn zum Mittelpunkt Deines Lebens gemacht. Sowas kann nich gut sein, da sollten auch noch andere „Highlights“ sein, wie eigene Hobbys, mit Freundinnen treffen, Sportverein evtl., alles was man gern mag.
    Und sowas sollte man auch nie in Partnerschaften aufgeben.

    Es gibt sogar Frauen, die einen für nen Kerl ne Verabredung absagen, weil der ihnen wichtiger ist. :(
    Wie dumm, so verliert man dann natürlich auch Freundinnen, denn wie fühlen sie sich denn dann ? :cry:
    Weniger wert als der Freund, wenn da dann einfach Verabredungen im letzten Augenblick abgesagt werden, nur weil der Liebste unvorhergesehen auffer Matte steht. :(
    Nööö, sowas macht man nich, wenn einem Freunde was bedeuten.

    Bei mir gabs das allerdings auch, aber ich sagte wegen einem „anderen“ Freund ab, der nannte sich "Wodka" :wink: . Ich isolierte mich in meiner schlimmsten Saufzeit immer mehr, verlor auch so den Kontakt zu Freunden /Freundinnen. Aber die konnte ich wieder herstellen, als ich trocken wurde, mir war niemand böse drüber, denn sie wußten ja, warum.
    Also schau mal nach, wer da noch so evtl wäre ?? Keine Hemmungen, einfach mal durchrufen…

    Zitat

    Vielleicht probier ich`s mal mit schwimmen gehen, es gibt bei uns Bäder welche Pool-Gymnastik mit Musik anbieten, Schau ma mal, ob ich mich dazu aufraffen kann.

    DAS wäre beispielweise ne KLASSE-IDEE :D !! Sach ich ma so, denn ich bin leidenschaftliche Schwimmerin :wink: . Auch damit begann ich wieder, als ich trocken wurde.
    Und ich lernte auch dabei Leute kennen, wenn Du immer ungefähr zur gleichen Zeit gehst, trifft Du auch meist die gleichen Leute im Schwimmbad und Gespräche ergeben sich nach ner Weile automatisch.
    Okay, Freunde habe ich da nich grad gefunden, aber immerhin Bekannte, mit denen man mal über dieses oder jenes spricht, Alltagdinge halt… und manchmal ergeben sich auch längere Gespräche.
    Und es ist auch schön, wenn man nur gegrüßt wird dort und n kurzes „Na, Hallo wie geht’s ?“ ist auch nett und eine kleine Freude :) . Für mich jedenfalls. :)

    Noch besser ist natürlich son Auqa-Gym-Kurs, so nennt sich das bei uns. Die sind aber immer relativ ausgebucht, mußt Du mal anfragen, wo was frei ist. Hier sind die jedenfalls sehr beliebt, ich sehe ja, was die da fürn Spaß haben, sie lachen sich da schlapp und Musik is auch noch dabei, bei uns sogar Techno :shock: damit die richtig auf Trab kommen. :lol:
    Da hast Du dann eine feste Gruppe und neue Kontakte ergeben sich automatisch, in der Umkleide etc. und ein Kaffee danach ist sicher auch mit einigen noch drin. Bei uns im Bad kann man auch frühstücken, da gehen einige danach hin, wenns morgens ist.
    Also anrufen, nachfragen !!

    Zitat

    aber wenn du mal traurige Tage hast, ist dann auch jemand für dich da?

    Danke der Nachfrage, liebe Aura. :)
    Ja, da gibt es dann auch jemanden, der mich immer wieder, auch an schwärzesten Tagen, zum Lachen bringen kann, geradezu unheimlich. :shock::lol: Oder der mir ne kalte Dusche verpasst, wenn ich mir selbst mal n Bad voll Selbstmitleid eingelassen habe :shock: kommt ja auch mal vor. 8):lol:

    Ich habe auch nicht nur gute Tage, da sind auch mal grau-schwarze dabei, dann gibt es auch Menschen für mich, die mich dann auffangen und mich dann ertragen müssen. :P
    3-4 Damen und 1-2 Herren hier aus dem Forum gehören auch zu diesen, die dann mitleiden müssen, mir egal, müssen die dann mit mir zusammen durch, aber machen sie dann auch.
    Ansonsten gibt es noch 2 Freundinnen in meiner Nähe, denen ich auch noch das T-Shirt vollheulen kann. Die legen sich dann schon n Fön parat… :lol:

    LG
    Lilly

  • Hallo!
    Möchte nur kurz berichten, schwimmen war ich nicht, aber lange spazieren und viel über Deine Worte nachgedacht;
    Danke für`s "Mut-machen und deiner Begleitung!
    L.G.
    Aura

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  • Hallo!
    Wollte heute einen Ausflug ins Grüne unternehmen um mich bißerl körperlich zu bewegen und frische Luft zu tanken. Als ich ins Auto einstieg überfiel mich ein Schwindelgefühl verbunden mit rasenden Herzklopfen;
    Schlimm, ich dachte schon ich bekäme einen Herzinfarkt.Nach paar Minuten ruhigen Durchatmens ist`s besser geworden und ich ging wieder heim; Danach kam ich natürlich wieder ins Grübln und deutete meinen Schwindel als Zeichen für meine Angst den Boden unter den Füssen zu verlieren; Gehe morgen mal zum Arzt, dieser Vorfall beunruhigt mich doch. Habe mir natürlich auch Gedanker gemacht ob diese Beschwerden mit meiner "jetzt kranken Seele" zu tun haben. Habe ja schon eine Scheidung und paar Trennungen hinter mir, da hatte ich diese, möchte fast sagen Panikattake, nicht; Jede Trennung hat mir weh getan, aber nach einer gewissen Zeit ist`s ja immer besser geworden! Nach dem Motto: die Zeit ist der beste Arzt , aber ein schlechter Kosmetiker;
    Danach habe ich stundenlang vor dem PC gesessen, viele Beiträge gelesen und bißerl geschrieben; Sehr viele Schicksale berühren mich und gehen mir nahe;
    L.G.
    Aura

    LOSLASSEN

  • Hallo!
    Kennst du sie auch, diese Stimmung?
    Wenn man sich müde fühlt und leer?
    Der Körper sehnt sich nach Wärme und Berührung -
    der Kopf nach Gespräch und Gedankenaustausch -
    doch was herauskommt, ist Trägheit und Krampf.
    Eine stille Lethargie, am meisten um sich selbst besorgt.
    Nicht kraftlos, sondern faul.
    Abwartend anstatt initiativ.
    Das schlechte Fernsehprogramm ist nicht schuld an diesem Zustand, es macht ihn deutlicher. Sonst hätte man sich ja ablenken lassen können .....
    ein dumpfes Gefühl im Magen, wie vor einem wichtigen Ereignis - Erwartungshaltung
    Doch was passiert ist N I C H T S !
    Der Briefkasten gähnend leer - nicht mal Rechnungen. Die Milch ist sauer geworden - der Weg zum Geschäft genau um 20 m zu weit.
    Das Spiegelbild weit von der Bestform entfernt - dabei nicht Freitag der 13. - wieder eine Ausrede weniger!
    Ob es am Wetter liegt oder an der Umwelt?
    Das Ticken des Weckers macht nervös - bis man einschläft - ohne zu wissen, dass es es schlicht Unvermögen war, mit sich selbst auszukommen ....
    Hab ich mal gelesen und trifft meinen heutigen Zustand punktgenau!
    Bin nach wie vor in der 'Trennungsphase und kämpfe weiter!
    L.G.
    Aura

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  • Hallo einweib!
    War heute beim Arzt - EKG ist OK; Gott sei Dank; Hängt doch mit der psychischen Belastung zusammen; Hat mir Tropfen zum Einschlafen verschrieben und mir viel Bewegung in der frischen
    Luft verordnet; Hab die Tropfen auf jeden Fall von der Apotheke geholt, obwohl ich sie nicht unbedingt nehmen will;
    So gehts mir einigermaßen gut; Wollte ihm ja die Sachen nachführen, aber ich habe meine Meinung geändert; Hab alles in den Kleiderkasten reingestopft und er soll sie sich holen wann er will;
    Ich setze auf Zeit und Abstand; Wundere mich immer wieder über mich selber, dass ich in dieser Sache so "reingekippt" bin;
    Und so wie Du schreibst, es hilft wirklich auf das zu achten, was man schon geschafft hat; Früher hätte er mich schon nach einer Woche wieder eingelullt;
    Ganz liebe Grüße
    Aura

    LOSLASSEN

  • Hallo Artep!
    Danke der Nachfrage - alles OK!
    Als ich beim Arzt war dachte ich so für mich, das kann es ja wirklich nicht sein, dass man wegen einem Mann mit Alkoholproblem selbst krank wird.
    Das ist wohl KEIN Mann wert!
    Bin selbst schuld - hätte viel früher von ihm weggehen sollen;
    Es ist wirklich fein, dass es dieses Forum gibt, es erleichtert doch sehr sich alles von der Seele schreiben zu können und sich auszutauschen >>> ersetzt mir den Psychotherapeuten;

    Schau ma mal, wie`s weitergeht;
    Bin heute darüber echt froh, keinen betrunkenen,
    alk-stinkenden, schnarchenden Mann auf der Couch liegen zu haben!

    L.G.
    Aura

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  • bleib standhaft - mach das was dir wirklich gut tut!
    Frag deinen Mann, ob er überhaupt weiß, was er an dir hat? Hoffentlich kapiert er es rechtzeitig!
    Denke immer wieder .... schade dass es mit meinem Freund nicht geklappt hat, aber so richtig schön war das Zusammenleben mit ihm seit dem Urlaub wirklich nicht:
    L.G. Aura

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  • Hallo Aura,

    Zitat

    Als ich beim Arzt war dachte ich so für mich, das kann es ja wirklich nicht sein, dass man wegen einem Mann mit Alkoholproblem selbst krank wird.
    Das ist wohl KEIN Mann wert!

    Stopp! Das bist Du nicht wert!

    Ich selbst bin durch die vielen Jahren in einer reinen Abhängigkeitsbeziehung schwer krank geworden. Psychische und körperliche schwere Einschränkungen haben sich bei mir eingestellt, aber nicht, weil ich mit einem alkoholabhängigen Mann zusamen war, sonder weil ich mich nicht abgrenzen konnte, weil ich nicht anerkennen wollte, daß ich schon längst krank war!

    Die Tatsache an sich, daß man mit einem kranken Mann zusammen ist, macht nicht krank! Die Tasache, daß ich mich innerhalb dieser Beziehung aufgegeben habe, nicht sehen wollte, daß Co-Abhängigkeit, die natürlich durch die Sucht des Partners stärker oder erst sichtbar werden kann, eine eigenständige Erkrankung ist, die behandungsbedürftig ist...das macht krank.
    Wie es in den Co-Bausteinen steht, ist die Alkoholsucht nicht die Grundlage meiner Erkrankung, sondern sie ist oder kann ein Auslöser sein.

    Und nur die Erkenntnis, selbst krank zu sein, sollte den nötigen Schritt nach sich ziehen, alles für sich zu tun, was mir wieder Genesung bringt. Ob dies nun eine Trennung mit sich bringt oder nicht, bleibt jedem selbst, aber wie Ette es geschrieben hat:

    Zitat

    Für mich erneut ein Beleg dafür, dass meine Gesundheit nicht dadurch wieder hergestellt ist, wenn der trinkende Angehörige nicht mehr trinkt.


    ....oder von mir ergänzt:
    ...der trinkende Partner nicht mehr da ist....


    Lieben Gruß

    S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]

  • Hallo Käferchen!
    Dein STOPP - das bist du nicht wert!
    >>> hat mich zuerst verletzt und letztendlich sehr nachdenklich gestimmt; Wie krank bin ich wirklich, dass ich mich in den letzten zwei Jahren des öfteren abwertend und respektlos behandeln ließ?
    Aus dieser Perspektive hatte ich es noch nie betrachtet. Habe ja schon eingesehen, dass ich in eine Abhängigkeitsbeziehung geraten bin, aber für mich hieß die Lösung des Problems: TRENNUNG!
    Nun bin ich getrennt und mir gehts auch nicht gut. Nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt erkenne, dass seine Alkoholkrankeit nicht die Ursache meines jetzigen desolaten Gesundheitszustandes ist.
    Ja, ich bin krank und erkenne es endlich. Möchte wieder g`sund und lebensfroh werden; Kümmere mich nun nur mehr um mich. Dieses Forum verbunden mit den Austausch anderer Betroffenen mach mir Mut!
    Danke für deinen Eintrag
    L.G.
    Aura

    LOSLASSEN

  • Hallo Aura,

    in den meisten Fällen wird die Co-Abhängigkeit im Kindesalter angelegt. Wir erkennen diese kranken Verhaltensweisen nicht denn wir halten sie für richtig. Ein süchtiger Partner macht sie oft für uns sichtbar, drum ändert eine Trennung nichts an unseren kranken Verhaltensweisen. Um diese krankmachenden Verhaltensweisen abzulegen sollten wir ein lebenlang dran arbeiten, denn sie schleichen sich immer wieder ein wenn wir nicht aufpassen.
    Die Erkenntnis ist der erste Schritt in die richtige Richtung.Es ist nicht einfach aber es kann funktionieren. Wir müssen ganz nah bei uns bleiben.

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • Hallo Artep!
    Mein Fehler war dass ich ihn als "Traummann" sah, eine wunderschöne Zeit mit ihm verbrachte und mich gefühlsmäßig völlig abhängig machte. Nachdem er mich das erste Mal "verlassen" hatte (ich litt wie ein Hund) er ein paar Tage später wieder kam, auf mich einredete, er wüßte selbst nicht, warum er dies getan hätte, es ihm so leid täte, er nur mich liebt uswusf. habe ich ja nur daran gedacht, wie schön es vorher war, ich ihn ja so vermisste und ihm verziehen; In fast regelmäßigen Abständen wiederholte sich das Spiel > Motto: himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt; Habe lange gebraucht mich von ihm zu trennen und einzusehen dass er mir nicht gut tut. .
    Jetzt lebe ich alleine, fühle mich zeitweise ausgesprochen schlecht und habe mit meinem labilen Gesundheitszustand zu kämpfen.
    Liebe Artep, wünsche dir, dass du in deine Liebe nicht so reinkippst wie ich und vor allem dass du gsund bleibst!
    L.G.
    Aura

    LOSLASSEN

  • Liebe Artep!
    Genau wie du es beschreibst ist es mir ergangen > er gab mir ebenso das Gefühl "geborgen" zu sein,
    wir gingen immer Hand in Hand weil es uns (oder vielleicht im Nachhinein gesehen nur mir, dieses "Zusammengehörigkeitsgefühl" vermittelte welches ich bis dahin nicht kannte). Habe durch diese Auf- und Abs meine Selbstachtung total verloren und mir gings körperlich und seelisch immer schlechter. Hoffe für Dich, dass er nicht wieder vor Dir steht und du ihn mit offenen Armen nimmst denn wenn er ein Alk-Problem hat, kannst du ihn zwar darauf ansprechen, aber er wird dir immer wieder das sagen was du hören willst oder Versprechungen machen, die er nicht einhält! Wie seinweib es beschreibt, es ist ein Teufelskreis; Eben hab ich wieder ein sms mit den Worten: ich vermisse dich, erhalten; Es gibt mir jedesmal wieder einen Stich ins Herz, aber jetzt muss ich endlich auf mich schauen und mich nicht wieder einlullen lassen. Falls dein Freund kein Alk-Problem hat, hätte eine zweite chance vielleicht Sinn aber wenn doch ...........
    liebe Grüße Aura

    LOSLASSEN

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