• Ich schrieb schon vor einigen Tagen,das mein Freund unsere Beziehung weinge Tage vor Weihnachten beendet hat um ungestört Trinken zu können.
    Ich halte das nur sehr schwer aus.
    In den trockenen Zeiten (zuletzt 8 monate) haben wir eine liebevolle Zeit miteinandern.
    Sein Schlussmachen stürzte mich ins Bodenlose.

    Nachts ruft er hier an ,fragt warum ich nicht bei ihm bin?

    Ich habe ihm Mails geschickt ,das er das lassen soll.
    (Muß das Telefon neben mir haben weil meine Tochter täglich aufs Baby wartet)
    Wenn er mir was zu sagen hat, soll er sich tagsüber und nüchtern melden.

    Heute rief ich ihn an,
    ich kann die Stille ohne ihn nur schwer ertragen ,
    wir haben sonst täglich viele Male telefoniert.
    Die Wochenenden immer zusammen verbracht
    (Trödelmärkte etc)Heute war ich alleine auf einen Markt.
    Er fehlt mir schon sehr.
    Er hat hier nie getrunken.

    Er sagte dauernd sich widersprechende Dinge.
    Er hätte nichtsmehr mit Liebe am Hut,hätte eine kennengelernt die auch gerne einen hebt und ausserdem noch Geld hätte......

    Er wolle jetzt mal Egoist sein..........

    Bei der Entscheidung gibts doch keine Gewinner!!!
    Ausser vielleicht dem ALK

    Ich möchte wissen ob es anderen Angehörigen auch so geht.

    Diese Zerrissenheit, es ist als ob man 2 völlig verschiedene Menschen neben sich hat.
    Trocken lieb und Nass nicht wieder zu erkennen.
    Und wenn es doch immer heißt, Alkoholismus ist eine Krankheit,
    warum muß man den anderen dann loslassen ,
    das würde man bei einer anderen Krankheit doch als Partnerin auch nicht machen.
    Ich würde im Normalfall schon erwarten das mein Partner dableibt wenn ich krank werde.
    Ich weiß einfach nicht wie ich mich verhalten soll.
    Als er den letzten Absturz hatte(Ostern) bin ich nach mehreren Wochen Streit einfach hingefahren und hab verlangt, das er alles was er am Telefon oder per Internet so sagte ,mir Auge in Auge nochmal sagen soll.
    Da brach er zusammen und beteuerte seine Liebe zu mir.
    Wie gesagt er meldete sich in der Klinik an zum Entzug ,den Rest kennt ihr sicher aus meinem Vorstellungsbrief.

    Ich weiß nicht ob er das Schlussmachen diesmal ernst meint,oder ob er verzweifelt ist weil er den Alk nicht lassen konnte?
    Wie verhalte ich mich richtig wenn er zurück will?
    Und warum ist es so schwer loszulassen? Ich freue mich über eure Antworten.
    Liebe Grüße RenateO

  • Hallo RenateO,


    ich heiße Dich hier im offenen Bereich herzlich Willkommen.

    zu Deinem anderen Post über Deinen Freund kann ich Dir nur raten, diesen hier nochmal herienzukopieren, damit die Anderen es hier nochmal lesen können.

    Nun zu Deinen Fragen.

    Zitat

    Und wenn es doch immer heißt, Alkoholismus ist eine Krankheit,
    warum muß man den anderen dann loslassen ,
    das würde man bei einer anderen Krankheit doch als Partnerin auch nicht machen.

    Die Frage ist nicht, warum man es bei einer anderen Krankheit auch nicht macht, denn bei jeder Erkrankung gibt es nämlich die Chance, sich bei einem qualifizierten Arzt oder Therapeut Hilfe zu holen. Aber da liegt nun mal bei der Krankheit Alkoholismus der Knackpunkt.
    Die Wenigsten erlangen die Einsicht, daß sie etwas für ihre Gesundheit tun müssen, wenn man sie a) in ihrer Sucht unterstützt, noch b) wenn man ihnen das Gefühl gibt, es sei alles in Ordnung, wenn sie weitertrinken dürfen.

    Auch ich wollte lange diesen Aspekt des Loslassens nicht verstehen, es kam mir herzlos vor. Aber ich kann Dir nur sagen, solange Dein Ex sich nicht Hilfe holt, erkennt, daß er für sich trocken werden will und muß, kannst Du noch so viel tun, bei ihm bleiben, ihn in seiner Sucht unterstützen, hoffen, daß er immer mal wieder abstinent ist, aber der Kreislauf der Sucht wird sich immer weiter drehen. Du wirst Dich dabei immer mehr aufgeben.

    Lies doch bitte mal die Grundbausteine der Co´s . Dort kannst Du erkennen, daß es in erster Linie nicht darum geht, sich Gedanken um Deinen kranken Partner oder Ex zu machen, sondern daß es hier um Dich geht! Denn in einer Beziehung, die Du hier beschreibst, wirst Du Dich weiter aufgeben, nur um ihm zu helfen. Aber dies ist zwecklos, wenn er es nicht will!!!!

    Zitat

    Wie verhalte ich mich richtig wenn er zurück will

    Wichtig dabei ist doch, ob Du einen Menschen an Deiner Seite haben willst, der weiter trinkt, der Eure Beziehung nicht vordergründig will, sondern sich entscheidet, lieber dem Alkohol zu frönen. Solange er den Alkohol an erste Stelle stellt, wirst Du nie eine vernünftige Beziehung haben.

    Ja, auch ich habe so eine Beziehung hinter mir, in der ich immer mehr diese Zerrissenheit spürte, aber am Ende völlig krank und bodenlos in die Klinik wanderte. Die einzige Erkenntnis, die mir half, war, daß ich mir helfen muß, denn einem Alkoholiker kannst Du nicht helfen, wenn er weiter trinken möchte. Und dies scheint Deiner zu wollen.


    Zitat

    Und warum ist es so schwer loszulassen

    Bei mir war es nur so schwer, weil ich nicht loslassen wollte. An dem Tag, an dem ich los ließ, wurde es einfacher. Aber bis dahin muß sehr viel an sich selbst gearbeitet werden, das kranke Muster einer Abhängigkeitsbeziehung erkannt werden.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, durch den Austausch hier mit den Anderen.

    Liebe Grüße
    S.Käferchen

  • Danke für deine schnelle Antwort.
    Ich habe ja nie mit ihm zusammengelebt.
    Habe eine eigene Wohnung und wir haben getrennte Kassen.
    Bei mir ist alles geregelt wie man so schön sagt, bin nicht reich aber hab keine Schulden oder Ähnliches.
    Ich war lange alleinerziehend,der Vater meiner Kinder (heute 25 und 28 Jahre alt) wurde zum Säufer und ich verließ ihn als die Kinder klein waren.
    Danach war ich ne Weile allein.
    Später gab es Partnerschaften ,ich nenne sie heute mal Besucher. Die waren da ,solange alles schön und einfach war und gingen wenns mal nicht so bequem war.
    Vor dieser Beziehung ,war ich 4 Jahre lang ,,gewollter,, Single.
    Ich hatte in dieser Zeit 2 Liebhaber (hintereinander ... lach)
    Und ehrlich das war eine gute Zeit.
    Keine Lügen ,keine falschen Versprechungen etc.
    Dann lernte ich meinen jetzigen Partner kennen.
    Man wird ja auch älter und ich möchte nicht alleine alt werden,hab da noch einen Traum,so von zwei runzeligen Alten die sich an den Händen halten und sagen ,,weiß du noch.......,,
    So hatte ich mir mein Alter mal vorgestellt.
    Ich wußte von Anfang an das er Alkoholiker war und habe mich trotzdem in ihn verliebt.
    Ich dachte 20 Jahre nach dem ersten Alk,ich wäre der Sache gewachsen.hätte dazugelernt......
    Ich sagte damals zu ihm ,wenn du es unter Kontrolle hast ok,solltest du sabbernd ,ekelig oder dich sonstwie auffällig benehmen ,das ich mich für dich schämen muß ,oder die Beziehung sich nichtmehr gut anfühlt ,dann bin ich weg.
    Und was soll ich sagen ,ich habe den Moment verpasst.
    Ich bin eine starke Frau und bestimmt steh ich wieder auf,ich bin auf seine Spielchen reingefallen.
    Hab beim ersten Streit tagelang darüber nachgedacht worüber wir überhaupt streiten.Letzten Ostern nach dem Totalabsturz gab er zu alle Streits inziniert zu haben um saufen zu können.
    Ja und ich verzieh ihm großzügig weil er ja jetzt ne Therapie beantragte .
    Ich weiß nicht ist er schwach oder böse.
    Hab manchmal die Orientierung verloren.
    Ich lese seit tagen hier im Vorum und manchmal denke ich Ihr kennt ,,Ihn,,
    Ist es denn wirklich so ein klares Krankheitsbild wie bei Masern oder so,wo man genau weiß wie es abläuft?
    Freue mich auf eure Antworten .liebe Grüße

  • Hallo
    vielen Dank für eure Antworten,gestern machte ich einen letzten Versuch ihn wach zu rütteln, ich schickte ihm Bilder aus unserer Zeit und einen langen Brief(email)
    Er antwortete mit:lass es für mich ist es rum,unwiederbringlich ,mache meinen Deal,gönne mir den Egoismus mit ner Frau die auch trinkt und Kohle mitbringt.
    Ok es tat nochmal sehr weh,ich habe danach Stunden im Forum verbracht und mit einer guten Freundin lange telefoniert.Danach hatte Ich wieder Bodenhaftung.
    Und abends ging ich in den Knuddelchat.
    Was soll ich sagen ,kurz danach kam er auch dort rein und schrieb mich prommt an,,wo bist du denn???,,
    So langsam dämmert mir ,was hier gerade abläuft zwischen ihm und mir ist ein hundsgemeines Spiel.
    Er lotet die Grenzen aus.
    Als mir das bewußt wurde ergriff mich eine große Wut.
    Ich schrieb ihm das er nun doch hätte was er wolle, nun soll er mich auch gefälligst in Ruhe lassen.
    er schrieb immerwieder zurück ,angeblich gibts nun doch keine Andere etc. Ich habe ihm zwar gesagt das ich ihn noch liebe ,aber mich keinesfalls deshalb zum Affen machen lasse.
    Ich schrieb mich richtig in Rage.Das war sehr befreiend!!!!

    Was soll ich sagen ,danach ging es mir richtig gut,ich fühle mich befreit.
    Mache Pläne für die nächsten Tage ohne Ihn.
    Halte mir vor Augen das ich vor ihm auch schon 48 Jahre gelebt habe etc.
    Es wird auch ohne ihn gehen........
    Ich hatte ,glaube ich das Glück noch kein echter co -Alkoholiker zu sein und mache gerade im Freundeskreis auch deutlich warum er nicht da ist ,erkläre es mit den Worten ,,er ist in einer anderen Welt zu der ich keinen Zugang habe,,
    Ich schaue zurück und stelle fest, letztes Ostern fiel aus weil er soff mein Geburtstag fiel aus weil seine Kinder weggelaufen sind und Weihnachten fiel aus weil er wieder soff.
    Ein vergeigtes Jahr reicht, ich möchte die nächsten für mich wichtigen Tage entweder allein oder mit einem lieben Partner verbringen und nicht heulend und verzweifelt rumsitzen.
    Dieses Forum hilft mir sehr dabei,wenn ich wankelmütig werde lese ich mich hier durch eure und meine Geschichte.
    Vielen Dank dafür und liebe Grüße RenateO

  • ich schrieb hier schon meine Geschicht auf und bekam auch schon einige Antworten ,danke dafür.
    Nun ruft er fast jede Nacht hier an und legt auf,oder er schreibt über unseren Chat ,wenn ich den morgens aufmache hab ich Nachrichten von Ihm.
    Und nun kommt das allerblödeste,irgendwie warte ich auch darauf.
    Ich beantworte zwar keine einzige davon.
    Gestern rief er hier an ,ganz sachlich,fragte ob ich sein Office-Paket hätte.
    Nach meinem Umzug in eine andere Wohnung,ist noch vieles in Kisten und Kartons,deshalb sagte ich genauso sachlich ,das ich a.) nicht wüßte ob es überhaupt in meiner Wohnung ist und B.) ich jetzt weder Zeit noch Lust hätte nach zu sehen.
    Damit war das Gespräch beendet.
    Ich denke er suchte nur einen Grund anzurufen?!
    Wir hatten nie gemeinsam gelebt,also war das Teil sicher nie in meiner alten Wohnung,wozu auch?.
    Und heute nacht wieder eine Meldung im Chat,,warum antwortest du mir nicht ,,und kurz danach ,,schade,,

    Ich lese das morgens mit einer gewissen Genugtuung!

    Er hat schliesslich schlussgemacht!!!

    Ist das mein verletztes Ego????
    Oder bin ich doch Co.???
    Oder die kranke vorgehensweise eines Alkoholikers??(Er)

    Was will er?
    was will ich??
    Ich bin verwirrt.
    Habe mir fest vorgenommen ,falls er zurück will ,einen Entzug zur Bedingung zu machen.
    Ich schätze das weiß er auch .
    Denn es war sein Grund schluss zu machen.
    Er will lieber trinken als die Beziehung fortführen,das waren seine Worte und bevor ich ihm wie an Ostern wieder ein Ultimatum stelle ,beendet er lieber die Beziehung.
    Ist doch alles irre.
    Er schreibt abwechseln ,,da wäre ne Andere,, und dann wieder ,,er hätte mich nie betrogen,,
    Ich verliere die Orientierung.
    Tagsüber komme ich ganz gut klar ,beschäftige mich etc.
    Aber zwischendurch kommen die Gedanken.
    Er hatte vor 2 Jahren einen Herzinfarkt, hast seitdem einen Stind,er hat sich mit seiner ganzen Familie verstritten und 3 seiner Kinder sind in den letzten 2 Jahren ausgezogen bzw weggelaufen.
    Seine 89 jährige Mutter hat er eine Woche bevor er mit mir schlussmachte auch noch belogen ,sagte ihr er wäre Weihnachten hier bei mir und kassierte schonmal sein Weihnachtsgeld.
    Bei ihm lebt jetzt nur noch ein 15 jähriger der lernbehindert ist.
    Der Junge kann nichtmal telefonieren.
    Im Ernstfall der ja immerhin bei seinem aktuellen, jetzt schon tagelang andauernden Saufgelage ,könnte der Junge nichtmal Hilfe holen.(sie wohnen in einen 500 Seelen Dorf und die Leute meiden ihn,jeder kennt die Verhältnisse dort)
    Heute nachmittag habe ich weiter Umzugskartons ausgepackt und war sehr beschäftigt und plötzlich kam mir der Gedanke er könnte sterben......
    Das war so furchtbar das ich eher bereit war ,gedanklich,,ihn an eine andere Frau verloren zu haben.
    Übrigens bezeichnet er sich als Alkoholiker.
    Ich habe in den letzten Tagen hier im Forum viel gelesen und da heißt es oft ,,das wenn der Betroffene sich als Alkoholiker bezeichnet ,,das ein erster Schritt sei.
    Kann ich bei ihm nicht feststellen::::::::..

    Genaugenommen sucht er doch täglich ,meist nachts ,den Kontakt zu mir.
    Wie verhalte ich mich richtig,meide ich Orte an die er mir schreibt??

    Gehe ich ans Telefon falls er wieder anruft?
    Er wird nicht böse oder sowas,es scheint als wolle er kontrollieren ob ich zuhause bin.
    Freue mich auf eure Meinungen und Antworten .Liebe Grüße und guten Rutsch ins neue Jahr.

    RenateO

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