Ich bin 58, seit 13 Jahren geschieden, sportlich, habe einen guten Beruf , viele Hobbies und könnte eine glückliche Frau sein. Die bin ich auch, wenn ich alleine, ohne Beziehung bin. Seit 10 Monaten bin ich mit einem alkoholkranken und exzessiv haschischrauchenden Mann zusammen.
Ich lernte meinen neuen Freund als "normalen" Mann kennen (später erfuhr ich zufällig von Außenstehenden, dass er zu dem Zeitpunkt unseres Kennenlernens eine Entziehungskur hinter sich hatte). Nichts deutete auf seine Probleme hin. Erst nach einem gemeinsamen Urlaub erklärte er mir, dass er gelegentlich Haschisch raucht und Alkohol braucht, um das Leben zu ertragen. Zu diesem Zeitpunkt verschwand er einmal für 14 Tage "spurlos". Ich war völlig verzweifelt. Ein Jahr davor hatte ich eine Beziehung zu einem psychisch kranken Mann beendet, der mich im Laufe von zwei Jahren an den Rand meiner Kraft gebracht hatte. Nun sollte alles besser werden. Mein neuer Freund schien psychisch gesund zu sein. Die Eröffnung seiner Suchten stürzte mich in ein "schwarzes Loch".
Nachdem er wieder aufgetaucht war, entschuldigte er sich und versprach alles zu tun, um unsere - wie er sagte - wunderbare Beziehung zu retten. Dieses Spiel wiederholte sich nun in Abständen von ca. 4 Wochen. Im September wurde er beruflich nach den Niederlanden versetzt. Mir war zum Zeitpunkt seiner Abreise noch gar nicht bewußt, was dies zu bedeuten hatte. Die REalität schlug hart zu. Ich hörte so gut wie überhaupt nichts mehr von ihm. Als ich ihn besuchte, sah ich den Grund seines "Abtauchens": Alkohol und Marihuana, beides in höchsten Dosierungen... Ich machte Schluss und Anfang Dezember stand er wieder vor meiner Tür, gelobte Besserung, meldete sich zur Therapie und ging zum Arzt. Das ging bis letzte Woche gut. Wir erlebten eine wunderbare Zeit, ohne Alkohol, ohne Joint... Er entwickelte ungeahnte Energie, war tatkräftig und kreativ. Gegen Ende dieser glücklichen Phase begann seine Tante, mit der er ein sehr enges Verhältnis hatte, wieder in sein Leben zu treten. Ich vermute bei der Frau inzestiöse Anlagen - aufgrund ihres Verhaltens ihm gegenüber und der Aussagen seiner Mutter über meinen Freund und seine Tante.
Er wurde mir gegenüber unfreundlich und beschuldigte mich, ich würde ihn dazu bringen, dass er seine Tante nicht mehr besucht und anruft. Eines Abends trank er sein erstes Bier nach langer Zeit und am nächsten Tag zwei Glas Wein. Da dies meiner Meinung nach den Abbruch seines Entzugs darstellte, sprach ich ihn darauf vorsichtig an.
Nun ist er seit Montag unerreichbar und ich vermute, dass er wieder seinen Sauf-Rauch-Rythmus lebt. Silvester war ich allein, das war ganz schön mies... Habe meine Freunde in den letzten Wochen vernachläßigt, nun möchte ich mit ihnen wieder mehr unternehmen.
Was wird aus meinem Freund und mir? Wenn ich die Beiträge hier im Forum lese, könnte ich verzweifeln. Viel Hoffnung auf ein HappyEnd hab ich nimmer. Es ist doch nur eine ewige Wiederkehr von Schmerzen und Tränen. Obwohl man weiß, dass das "Pilzgericht" giftig ist, frißt man es immer wieder - das Kotzen hört nicht auf. Manchmal glaube ich, dass ich irgendwann daran verrrecke (entschuldigt die harte Ausdruckweise, aber genau so ist mir zumute..!).
Es hört nicht auf...
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norA50 -
2. Januar 2009 um 11:02
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Hallo norA50,
das hat ja schnell geklappt.
Nun hast Du aber zwei Threads eröffnet. War dies beabsichtigt oder möchtest Du nun hier weiter schreiben? Wenn ja, dann könnte ich den Anderen schliessen. Schreibe bitte kurz mal hier, wie Du es Dir vorstellst.
Lieben Gruß
S.Käferchen
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Hallo Nora
wenn ich Deine Zeilen hier lese habe ich den Eindruck dass Du schon genau weisst was das Beste jetzt für Dich wäre.
Die Krankheit Deines Partners besteht ja schon länger u. einige Therapien sind ja auch schon gelaufen Ohne Erfolg.
Warum solltest Du es jetzt schaffen ihn zu heilen?Du kannst Dich über ihn beklagen u. Dich aufreiben u.selbst bemitleiden;aber nur eine gewisse Zeit lang.Du weisst was Dir blüht wenn es zu lange dauert,denn Du hattest doch schon so eine Beziehung die Dich an den Rand eines Zusammenbruchs gebracht hat.
Du musst jetzt handeln!!Für Dich!!!Damit Dein Leben wieder lebenswert wird.Niemand zwingt dich bei ihm zu bleiben.Dein Leben ist schön ohne Partner schreibst Du--dann schmeiss ihn 'raus aus Deinem Leben!!
Das ist jetzt meine Meinung--entscheiden musst Du
alles Gute
Backmaus -
P.S.
Dein Partner hätte ja von Anfang an mit offenen Karten spielen können.Hat er nicht--erst als er Dich"amHaken"hatte u.andere Menschen Dir schon einiges zugetragen hatten und ein "outing"unvermeidbar wurde.Echt gemein und von ihm aus ganz bewusst so geplant.
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Zitat von ErdlingAlles anzeigen
Hallo Nora,
und erstmal herzlich Willkommen im offenen Bereich des Forums.Da Du recht deutliche Worte benutzt hast, mache ich das auch mal. Du tust etwas von dem Du weist das es Dir schadet aber dennoch tust Du es "zwanghaft" immer wieder und wieder. In der Hoffnung das es irgendwann besser wird aber das gegenteil passiert und es raubt Dir von mal zu mal mehr Kraft und Substanz.
Das gleiche habe ich mit Alkohol gemacht, ich bin nämlich Alkoholiker.
Das ist krankhaftes und nicht normales Verhalten und wenn man das erkennt sollte man sich Hilfe holen (sprich z.B. therapeutische Untertstützung).
Was aus eurer Beziehung wird und ob es Freund Dein vielleicht doch noch irgendwann schafft clean zu werdem, das weis nur der liebe Gott.
Aber was aus Dir wird, da kannst Du doch ein Wörtchen mitreden. Es gibt reichlich Hilfesangebote auch für Angehörige von Alkoholikern/Suchtkranken.
Alles Gute wünscht Dir
ErdlingErdling, danke für Deine klaren Worte. Ich habe bereits Hilfe geholt und bin bei einem Therapeuten in Behandlung. Anders hätte ich wohl auch die Trennung von meinem Exfreund nicht so gut überstanden.
Ich weiß, dass man sich einfach von dem, was nicht gut tut und nur schadet, trennen soll. Das wird wohl die Konsequenz sein...
Nora -
Zitat von Backmaus
Hallo Nora
wenn ich Deine Zeilen hier lese habe ich den Eindruck dass Du schon genau weisst was das Beste jetzt für Dich wäre.
Die Krankheit Deines Partners besteht ja schon länger u. einige Therapien sind ja auch schon gelaufen Ohne Erfolg.
Warum solltest Du es jetzt schaffen ihn zu heilen?Du kannst Dich über ihn beklagen u. Dich aufreiben u.selbst bemitleiden;aber nur eine gewisse Zeit lang.Du weisst was Dir blüht wenn es zu lange dauert,denn Du hattest doch schon so eine Beziehung die Dich an den Rand eines Zusammenbruchs gebracht hat.
Du musst jetzt handeln!!Für Dich!!!Damit Dein Leben wieder lebenswert wird.Niemand zwingt dich bei ihm zu bleiben.Dein Leben ist schön ohne Partner schreibst Du--dann schmeiss ihn 'raus aus Deinem Leben!!
Das ist jetzt meine Meinung--entscheiden musst Du
alles Gute
BackmausJa, Backmaus, wie recht zu hast! Aber es tut halt so weh und ich weiß, dass er wieder irgendwann vor der Türe stehen wird, mit einer Rose, so beim letzten Mal. Leider verliere ich aber bei so einer Aktion auch ein bißchen die Achtung vor mir selbst.
Nora -
Hallo norA50,
ZitatIch lernte meinen neuen Freund als "normalen" Mann kennen (später erfuhr ich zufällig von Außenstehenden, dass er zu dem Zeitpunkt unseres Kennenlernens eine Entziehungskur hinter sich hatte). Nichts deutete auf seine Probleme hin. Erst nach einem gemeinsamen Urlaub erklärte er mir, dass er gelegentlich Haschisch raucht und Alkohol braucht, um das Leben zu ertragen.
Dieses Verhalten kenne ich auch nur zu gut von meinem Ex. Auch ich erfuhr erst nach einem halben Jahr, daß er Alkoholiker ist, daß er mich angelogen hat. Ich bin ja nur 1000km weit weg gezogen, um mein Leben mit ihm zu beginnen, und das, obwohl er wußte, daß ich mich gerade von meinem Nochgatten, einem Alkoholiker, getrennt habe.
Du siehst, es geht Dir nicht allein so, daß Dir falsche Dinge vorgespielt wurden.
Vielmehr kann ich Dir nur ans Herz legen, etwas für Dich zu tun. Ich habe es zwei Jahre lang versucht, immer wieder in der Hoffnung, diese *kranke*, auf Lügen basierende, Beziehung zu halten. Immer wieder diese Situationen, in denen er nicht auffindbar war, nicht ans Telefon ging, mich ignorierte...Bis hin zu meinerm totalen Zusammenbruch, meiner Selbstaufgabe.Lies doch mal bitte die Grundbausteine der Co-Abhängigen . Vielleicht hilft es Dir, Deine Verzweiflung in Taten für Deine Gesundheit umzuwandeln.
Ich wünsche Dir viel Kraft
Liebe Grüße
S.Käferchen -
Zitat von S.KäferchenAlles anzeigen
Hallo norA50,
Dieses Verhalten kenne ich auch nur zu gut von meinem Ex. Auch ich erfuhr erst nach einem halben Jahr, daß er Alkoholiker ist, daß er mich angelogen hat. Ich bin ja nur 1000km weit weg gezogen, um mein Leben mit ihm zu beginnen, und das, obwohl er wußte, daß ich mich gerade von meinem Nochgatten, einem Alkoholiker, getrennt habe.
Du siehst, es geht Dir nicht allein so, daß Dir falsche Dinge vorgespielt wurden.
Vielmehr kann ich Dir nur ans Herz legen, etwas für Dich zu tun. Ich habe es zwei Jahre lang versucht, immer wieder in der Hoffnung, diese *kranke*, auf Lügen basierende, Beziehung zu halten. Immer wieder diese Situationen, in denen er nicht auffindbar war, nicht ans Telefon ging, mich ignorierte...Bis hin zu meinerm totalen Zusammenbruch, meiner Selbstaufgabe.Lies doch mal bitte die Grundbausteine der Co-Abhängigen . Vielleicht hilft es Dir, Deine Verzweiflung in Taten für Deine Gesundheit umzuwandeln.
Ich wünsche Dir viel Kraft
Liebe Grüße
S.KäferchenDanke, S.Käferchen, für Deine Worte. Es tut gut zu hören, dass man nicht grausam, rücksichtslos etc. ist, wenn man sich abwendet.
Ich bin auf dem Weg, es fällt mir nicht schwer, etwas alleine zu unternehmen. Hab in dieser Woche viel gemacht, vom Bergwandern (allein) bis zum Kinobesuch. Morgen gehe ich mit einem Arbeitskollegen zum Wandern und am Samstag kommt meine Freundin aus dem Urlaub zurück. Mein kleiner Enkel (6 Monate) wartet darauf, dass ich ihn besuche, und wenn ich mir mein Leben ansehe, verstehe ich mich selbst nicht mehr, warum ich überhaupt auch nur eine Träne vergieße um eine Liebe, die nur weh tut.
Mir gehts nicht schlecht, aber ich hab ehrlich Angst vor der Herausforderung, wenn er wieder vor mir steht. Dabei könnte ich das ganze doch schon längst hinter mir haben, wäre ich beim ersten Mal hart geblieben und die Angelegenheit beendet.
Nora -
Zitat von Libellchen
Liebe Nora,
wie geht es dir denn? gibts was neues zu berichten?Hallo Libellchen, danke für Deine Nachfrage!
Hab soeben mit einem Freund telefoniert, der meinen Partner gestern am Nachmittag in einer Kneippe gesehen hat, allein am Tresen, hat Bier getrunken...
Seit Montag hab ich nichts mehr von ihm gehört. Seinen Leihwagen hat er am Freitag zurückgegeben und offenbar lebt er, geht aus und denkt nicht mehr an mich... Obwohl er sich verabschiedet hat mit ".. ich melde mich, wenn ich aus .... zurück bin".
Ich kann das nicht verstehen!
Für mich hab ich aber vieles unternommen und werde auch morgen wieder mit einer Freundin auf Tour sein (zum Tegernsee).
War heute Nachmittag sehr traurig, weil alles wieder auf mich eingestürzt ist, die ganze Erinnerung an die schönen Wochen, die hinter mir liegen. Seine liebevolle Art, die Freude, die er zum Ausdruck brachte über seine neugewonnene Energie... Und nun das!
Aber hier im Forum las ich viele Male ähnliche Geschichten, ähnliche Abläufe, und mir ist irgendwie alle Hoffnung verloren gegangen, dass es noch einmal gut werden könnte. Für ihn hoffe ich, dass er noch einmal den Absprung schafft (aber sicher nicht über Kneippenbesuche), aber das muss er dann für sich machen.Liebe Libellchen, es ist so gut, dass es Dich und alle anderen hier im Forum gibt. Eure Erfahrungen sind so wichtig und auch Eure Anteilnahme. Trotz aller Trauer und Schrecklichkeiten, die hier im Forum beschrieben werden bin ich aber überzeugt, dass Ihr alle sehr starke Frauen seid. Die meisten von Euch haben schon lange und sehr lange Zeiten des Kampfes hinter sich und dabei die Köpfe immer noch über Wasser...
Das gibt viel Mut und Kraft, um auch weiter zu paddeln, nicht aufzugeben...
Nora -
[das du immer noch hoffst, das er es sein lässt.
kann das sein?
ich glaube, wenn er es wirklich sein lassen wollte, dann stünde er nit inner kneipe rum sondern wäre woanders.

es ist so traurig, und ich verstehe langsam die hier immer wieder aufkommenden mahnenden worte der moderatoren das frau sich um sich kümmern sollte und um das wohlergehen von frau.
ich denke, nur so kann es gehen.[/quote]
Nein, Libellchen, ich habe aufgegeben. Dass er gestern in der Kneippe gesehen wurde, allein, ergibt ein Bild, das mir sagt, dass er wieder dort angekommen ist, wo er schon war. Wahrscheinlich kifft er auch wieder. Da gibt es für ihn keine Umwelt mehr, er ist nur für sich und seine Sucht. Nora gibt es da auch nicht mehr... Es wird nichts mehr mit uns...
Ich bin nicht der Kumpel zum trinken und kiffen, sondern eine Feindin..Es ist sehr traurig, aber der Wundschmerz wird vergehen, wenn die Wunde verheilt sein wird...
Liebe Grüße
Nora -
Liebe Nora!
Du siehst es sicher richtig!
Was Du jetzt brauchst ist Konsequenz !
Halte dich an Deinen Vorsatz,Dir ein neues Leben aufzubauen!Ich wünsche Dir die nötige Kraft und Ausdauer dazu!
Wir sind ja auch da und Du kannst aus unseren Erfahrungen lernen.
Herzliche Grüsse
Yvonne -
Zitat von SpanijoggelAlles anzeigen
Liebe Nora!
Du siehst es sicher richtig!
Was Du jetzt brauchst ist Konsequenz !
Halte dich an Deinen Vorsatz,Dir ein neues Leben aufzubauen!Ich wünsche Dir die nötige Kraft und Ausdauer dazu!
Wir sind ja auch da und Du kannst aus unseren Erfahrungen lernen.
Herzliche Grüsse
YvonneDanke Yvonne, ich werde es durchziehen. Vor einem Jahr hab ich meinen Freund noch nicht gekannt. Mir ging es im Januar und Februar 2008 soooo gut! Ich war nicht verliebt, kein Mann war im Spiel, aber ich war glücklich, fühlte mich fit und kraftvoll.
Dann kam er, lernte ich ihn kennen. Bin deshalb nicht glücklicher geworden, sondern hattte Mitte Mai schon das erste Problem mit ihm, als er für 14 Tage verschwand...
Warum macht Frau sowas? Warum sagt sie nicht gleich tschüß!?
Naja, damals ist vorbei und es wurde eben noch ein Versuch gemacht. Heute ist aber der Ofen aus.Gute Nacht!
Nora -
Zitat von norA50
Oje, oje, oje... wann ist das Elend vorbei?
NoraFragst du in Renates Thread. Nora, das Elend ist dann vorbei, wenn du es loslässt. Wenn du deinen Gedanken ein Stopp entgegensetzt, wenn sie sich allzu sehr mit deinem Ex beschäftigten. Wenn du akzeptiert hast, dass er weg ist. Wenn du dein eigenes Leben und dich in den Fokus deiner Gedanken nimmst.....
LG
Ette -
Zitat
Fragst du in Renates Thread. Nora, das Elend ist dann vorbei, wenn du es loslässt. Wenn du deinen Gedanken ein Stopp entgegensetzt, wenn sie sich allzu sehr mit deinem Ex beschäftigten. Wenn du akzeptiert hast, dass er weg ist. Wenn du dein eigenes Leben und dich in den Fokus deiner Gedanken nimmst.....
LG
EtteJa, Ette , ich weiß... Ich kann den Prozess nicht verkürzen - oder doch? Hab ein schlaues Buch gefunden, in dem über das Unterbewußtsein gesprochen wird und darüber, dass alles nur Gewohnheit ist - die gute und die schlechte. Man könnte alles, so heißt es, was einen belastet, mit dem Gedanken an das Ziel, das man erreichenwill, los werden.
"Wer mit einer alten Gewohnheit brechen will, muss in der festen Überzeugung handeln, die Selbstbefreiung werde ihn zu einem glücklichen und gesünderen Menschen machen. Sobald der Wunsch, mit einem "geliebten" Laster zu brechen, größer ist als der, es beizubehalten, ist man schon mehr als halbwegs am Ziel.."
Es steht auch, dass der größte Feind des Menschen die Furcht ist. In meinem Fall wohl die Furcht vor dem Alleinsein (obwohl ich es gut beherrsche und in wirklich mann-losen Zeiten diesen Zustand sehr genieße, weil ich dann alles tun und lassen kann, wie ich's und was ich will). Vielleicht ist es bei uns allen, die wir co-abhängig sind bzw. uns nicht lösen können, die Angst vor dem Zurückbleiben, vor dem Alleinsein.
Ohne diese Furcht, wäre es mir ziemlich egal, ob mein Freund zurück kommt oder nicht.
Eigentlich wäre nur die Furcht vor MEINEM Rückfall, falls ich nicht Schluss mache, gerechtfertigt...Liebe Grüße
Nora -
Zitat
Liebe Nora,
ich hab mir die letzten Tage viele Gedanken gemacht und darin kamst du auch vor.Ich habe mir gedacht, warum du diesen Mann mit aller Gewalt halten willst. Manchmal kommt es mir so vor, als würde ich noch in einem anderen Forum schreiben, in dem die Thematik eine ganz andere war, aber trotzdem die Frauen dort zu keiner Einsicht bereit, obwohl sie durch die Hölle gingen und auf den Brustwarzen krochen, nein, sie hielten am Mann fest.
Bei dir kommt es mir auch so vor, obwohl du schreibst, dass es dir in den Zeiten wo du Single warst gut ging.
Nora, ehrlich, du bist 58, ich frage mich, muss man sich in diesem Alter noch sowas antun - nur um nicht ALLEIN ZU SEIN? Einem Mann hinterher hecheln, der lieber in der Kneipe steht und sich vollaufen lässt, als sich mit dir zu befassen und schöne Dinge mit dir zu unternehmen? ......
......
Aber ich WILL mich nicht mit in diesen Strudel ziehen lassen - da bin ich echt lieber allein und wenn das der letzte Mann in meinem Leben ist/war, es ist mir egal - und ich weiß, was es heißt, allein zu sein, das kannst du mir glauben.Libellchen, das Schlimme ist, dass man es ja genau weiß, aber die Umsetzung läßt zu wünschen übrig. Umso wichtiger sind Aussagen wie Deine, denn sie ziehen einen wieder in die richtige Bahn. Ich denke, immer wenn ich vor Trauer zerfließe und es Euch schreibe, bekomme ich eine "Korrektur" und schon laufe ich wieder in der richtigen Schiene. Es ist ja nicht immer Trauer, sondern auch Wut. Und ich denke, die Trauer gilt nicht mehr so sehr dem Mann als vielmehr dem ganzen Geschehnis. Es ist die Diskrepanz zwischen dem Schönen und dem Schrecklichen, die so weh tut.
Ich hatte früher in meiner Ehe mehrmals einen Traum, dass ich mit einem Mann glücklich war, in ganz verschiedenen Traumepisoden. Und wie schmerzhaft war dieses Aufwachen, dieses Feststellen, dass alles nur ein Traum war. Diese Jahre...!
Nun erlebe ich es in der REalität. Ob mit dem Psycho oder dem Abhängigen. Es sind wunderschöne Tage und Stunden - wie im Traum.. Und dann kommt das ERwachen... Der Traumprinz ist weg, was bleibt sind die leeren Hüllen von Männern, die man eigentlich ja nicht will..
Naja, ich erlebte schon schlimmere Zustände und Schmerzen und ich denke es ist bald vorbei...
Danke für Alles!
Nora -
Fragst du in Renates Thread. Nora, das Elend ist dann vorbei, wenn du es loslässt. Wenn du deinen Gedanken ein Stopp entgegensetzt, wenn sie sich allzu sehr mit deinem Ex beschäftigten. Wenn du akzeptiert hast, dass er weg ist. Wenn du dein eigenes Leben und dich in den Fokus deiner Gedanken nimmst.....
LG
EtteNun, heute am 5. Februar 2009 ist es vorbei.
Er war gestern hier und hat nach x-maliger Aufforderung, seine Sachen zu holen, endlich reagiert.
Da stand er, vor meiner Tür (ich hatte ihm die Sachen VOR meine Haustüre gestellt..), sah unendlich traurig aus und auf meine Frage, was denn eigentlich geschehen sei, nach unserem doch freundlichen Abschied damals, dem Versprechen zu telefonieren, sich wiederzusehen...? Einfach wegbleiben..?
Er sagte, es sei nichts geschehen, er hätte eben nur entschieden, es sei besser für uns beide, wenn wir aufhörten... Ich sei ein guter Kerl, aber es sei eben besser so..
Auf meinen Einwand, dass man doch wenigstens dem Anderen Bescheid geben könne, wenn man sowas entscheidet, damit der nicht wartet und wartet und wartet. Sich einfach davonzumachen ohne ein Wort sei ziemlich fies... Darauf wußte er nichts zu sagen, nahm seinen Rucksack, seine Tasche und ging...
Obwohl ich so wütend gewesen war in all den Wochen und wirklich Abstand und mein Leben in den Griff bekommen habe, hat es mich innerlich fast zerrissen.
Merkwürdig, nachdem er weg war habe ich mich aber ziemlich schnell wieder beruhigt.
Heute Morgen und auch jetzt noch ist da ein Schmerz, obwohl ich nicht genau weiß warum... Ich versuche mich zu erinnern, was alles in den letzten 5 Wochen geschehen ist und komme an Punkte, wo ich auch wieder die ganze Verzweiflung spüre, aber auch den Zorn über ihn und sein Verhalten.Aber ich bin ihm auch dankbar, dass er so fest auf seinen Entschluss beharrt hat. Nicht auszudenken, wären wir uns in die Arme gefallen. Ich weiß, dass es ihm auch schwer fiel, ich glaube ihm, dass er mich wirklich geliebt hat oder vielleicht auch noch liebt - an zweiter Stelle natürlich, nach seinem Alkohol und den Joints.. Aber die sind ja auch ein Teil von ihm. Jener Teil, den ich nicht wollte und nie haben will.
Ja, es ist zu Ende. Er fährt heute wieder beruflich nach Holland, ins Kifferparadies. Ich sehe mit Dankbarkeit, dass ich dieses nicht noch einmal als seine Freundin durchstehen muss, denn ich weiß genau, dass er spätestens heute Abend wieder den ersten Zug tut und ab da wieder so gut wie unerreichbar sein wird.
Nun muss ich ihn noch aus meinen Gedanken entfernen.. Habe gestern meine Wohnung mit Salbei und Lavendel ausgeräuchert.. Und nun beginnt ein neues Leben...
Zum Abschluss danke ich Euch allen, die ihr mir Trost und Rat gespendet habt. Ihr habt mir über eine sehr schwere Zeit hinweggeholfen...!
Lg
Nora
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