(Un-)Zufriedenheit und (Un-)Glück

  • Hallo Ihr Lieben,
    ich wurde in einem anderen Beitrag gefragt, ob mir mein Partner gesagt habe dass er unglücklich wäre....

    Nein, das war eine subtile Vermutung von mir, die falsch oder richtig sein kann. Mir ist jedoch - allerdings erst als die Beziehung am Ende war und eine gewisse Distanz da war - aufgefallen, dass er lange schon nicht mehr impulsiv lachen konnte, sich freuen konnte oder positive Gefühle leben wollte. Wenn es ein Lachen gab, dann basierte es mehr auf Schadenfreude. Nicht mal gehässig oder böse, leer einfach.

    Ich kenne - schon immer - so viele kleine Freuden. Mir war dann aufgefallen, wenn er etwas toll gebastelt hatte, so machte ihn das ebenso wenig froh oder stolz, auch dann nicht wenn man ihm sagte wie toll es war.

    Wenn er - früher hatte er mal Interessen - etwas tolles gemacht hatte (an seinen rumgebastelten Autos) so schien es ihm gar keine Befriedigung oder Zufriedenheit zu geben.

    Da wo ich mich über Dinge freue, auf die ich beispielsweise steigerte (deshalb wollte ich sie ja) war er emotionslos - eigentlich war es ihm egal, so wirkte es.

    Zumeist sah ich ihn mit leerem Blick vor sich hinstarren, wenn er etwas tat, dann mit ziemlich ausdrucksloser Miene oder dem Ausdruck überfordert zu sein. Ich glaube nicht, dass das bei jedem Suchtkranken der Fall ist, nur mich machte das so betroffen, diese mehr als starke Vermutung, dass dieser Mensch keine Zufriedenheit, vielleicht kein Glück, vielleicht kein ruhen oder zufrieden sein mit sich selber zu erlangen schien.

    Ich dachte immer, wo Wut ist, muss auch das Gegenstück sein, aber wirkliche Freude, normales amüsieren, hatte ich die letzten Jahre nicht mehr gesehen. Wo das ganz früher noch bei Filmen ging wie der Olsenbande, mit denen ich zwar nichts anfangen konnte, aber bemerkte, er folgt der Handlung und findet sie witzig, so starb dieses wohl über die Jahre ab.

    Eine Mutmaßung von mir, ganz gewiss....

    Ein Eindruck, den leider auch das Umfeld von ihm hatte. Es meinte mal ein Fremder zu ihm "miesmuffel" ich war so erschrocken, geschockt und sagte der Miesmuffel heisst so und so, er ist ein Mensch und hat einen Namen und keine Beschimpfung verdient. Aber heute weiß ich woher das Gefühl kam und dieser Ausspruch.....

    Traurig, vielleicht ein Einzelfall, aber ich finde es ganz doll schlimm - auch wenn es nicht mehr meine Sache ist. Mir gibt manch eine "Kleinigkeit" den Sinn und den Spaß am Leben, eine Kleinigkeit, die mich erfreut, eine liebevolle Katze, ein freudig spielender Hund, eine Blume, die aus der Erde kommt..... ein funktionierendes und anspringendes Auto, schön brennendes Holz und eine warme Wohnung. Einfach kleines, das mir Freude und Zufriedenheit gibt. Hätte ich das nicht, wo wäre dann mein Sinn am Leben als arme Kirchenmaus, die gerade so viel verdient wie die Miete kostet.

    und dennoch habe ich mein kleines Glück, ich weiß noch nicht wie ich überleben werde, aber ich weiß, dass ich es will und dass es schon ist, wenn ich es schaffe....

    Aber welches "ja" hat ein Mensch zum Leben, der (vielleicht) keine Freude oder Zufriedenheit spüren kann?

    Lieben Gruß von Dagmar

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