Mein Bruder ist alkoholkrank - gibt es Hilfe f. Ausländer?

  • Hallo,
    mein Bruder ist überraschend aus Spanien angeflogen gekommen.
    Er ist nervlich am Ende und sagt selbst er hat ein Problem mit Alkohol.
    Die Fakten:
    - geboren in Österreich und ist auch noch Österreicher
    In Österreich ist jedoch niemand mehr aus unserer Familie.
    - die letzten Jahre in der Welt rumgereist
    - die Familie (wir) leben in Deutschland und sind auch schon eingedeutscht
    - letzter Aufenthaltsort Spanien mit seiner Freundin
    - die Blackouts häuften sich und er hat Angst davor weil er nicht weiß was er mit seiner Freundin macht - das kennt er nur aus ihren Erzählungen
    - er kaut nicht mehr die Fingernägel er kaut seine Finger bis sie bluten
    - er weiß dass er ein Problem hat mit Alkohl und ist jetzt zu seiner Familie geflüchtet weil er nicht mehr weiß wer ist ist und wohin er soll
    - er ist völlig mittellos

    Meine Frage:

    Steht ihm hier Hilfe zu und wo bekommt er die?
    Hilft es sich wenn er sich, z.B. an meiner Adresse, am Meldeamt anmeldet, damit er einen festen Wohnsitz hier hat?
    Bekommt er bei uns rasche Hilfe und wo?
    Ich würde alles tun um ihm zu helfen. Aber ich bin auch nicht besonders reich und ich denke ich kann ihm nicht wirklich helfen. Er braucht professionelle Hilfe.

    Welche Möglichkeiten haben wir?

    Für jede Antwort dankbar

    Andrea

  • Hallo Andrea und herzlich willkommen

    Das sind schon spezielle Fragen, die du hast. Ob hier im Forum jemand weiß, wer die Kosten übernehmen könnte, weiß ich nicht. Du kannst aber bei der Suchtberatung nachfragen. Das macht gewöhnlich die Caritas oder die Diakonie. Wenn man dir dort auch nicht auf alle Fragen antworten kann, dann können die dir doch Stellen nennen, an denen du die Information bekommen kannst.

    Wenn es um die Krankheit selbst geht und du dazu Fragen hast, können wir dir hier schon eher weiterhelfen.

    Gruß Henri

  • Hallo Andrea
    In deinem ersten bericht schreibst du selber das er prof. hilfe braucht.
    Wenn er das alleine schaffen könnte, warum ist er nach deutschland gekommen??
    Und irgendwie brachte er jede Menge Argumente um die Suchtberatung nicht anrufen zu müssen. Er überlegt es sich noch mal.

    ist für mich wieder einmal das typische rumeiern

    Ich kenne einen trockenen Alkoholiker (mit Entziehungskur) und hatte einen Ex-Freund der auch Alkoholiker war.
    Dann weißst du doch schon was mit deinem bruder los ist.

  • Hallo Andrea

    Es ist nicht ganz ausgeschlossen, von sich aus ohne fremde Hilfe aufzuhören, aber sehr, sehr schwer und die meisten schaffen es nicht.

    Sein Problem in ein paar Wochen in den Griff bekommen, ist schon mal eine falsche Annahme, sein Problem muss er in Zukunft tagtäglich im Griff haben. Ich habe den Eindruck, dass er weiß, dass er zuviel trinkt, aber das Ganze doch noch nicht im gesamten Ausmaß begreift. Ich wiederhole hier, was schon oft geschrieben wurde, Alkoholismus ist eine Krankheit, die man stoppen, aber nicht heilen kann. Es kommt mir vor, dass er denkt, er meditiert ein paar Wochen und dann ist wieder alles okay. Das wird aber ganz sicher nicht der Fall sein. Er muss schon voll und ganz hinter dem Entschluss stehen nichts mehr zu trinken, sonst klappt es nicht. Vielleicht muss er aber erst noch einen Misserfolg haben, um soweit zu kommen und dann auch Hilfe anzunehmen.

    Ihr könnt mit ihm reden, aber wenn er das nicht einsieht, werdet ihr momentan nicht viel machen können, dann muss er diese Erfahrung erst einmal selbst machen. Bekanntlich lernt man am meisten aus den Fehlern, die man selbst macht.

    Wünsche euch, dass er die richtige Einsicht bekommt

    LG Henri

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