Outing...unterschätzt Eure Familie und Freunde nicht !!

  • Hallo Ihr Lieben,
    hier wird oft geschrieben, ich traue es mir gar nicht, von meinem Alkoholproblem der Familie und den Freunden zu erzählen.

    Ich denke, die Familie und die Freunde können auch eine sehr gute Unterstützung sein. Man sollte sie nicht unterschätzen !! Es ist immer schwer, zu sagen: Ich habe ein Alkoholproblem ! Man hat sicher Angst vor ablehnenden Reaktionen, die vielleicht auch teilweise kommen. Aber was haben wir schon noch zu verlieren, wir haben schon viel zu viel Zeit mit der Scheiss-Sauferei verloren...und unsere eigene Selbstachtung meist auch.
    Und die Leute, die uns wegen unseres Problems ablehnen, die können wir eh überhaupt nicht mehr gebrauchen auf unserem Weg in ein trockenes Leben. Und tschüss...Ich habe einige Freunde in den Müll geschmissen (oder die mich, wie auch immer...) die mich nur runtergezogen hätten...ach komm, trink doch auch was mit...bla bla bla. Leckt mich doch am A....

    Mit der Familie siehts schon anders aus,aber die mögen einen meist gern. Und Eltern und Kinder lieben einen sogar!!! Meistens jedenfalls... Ich habe in meiner Familie keine Ablehnung erleben müssen, am Anfang waren sie erschrocken bis geschockt und wußten erst nicht, wie sie jetzt reagieren sollen und was sie tun sollen.
    Am besten, man sagt es ihnen einfach. Wie man sich seinen weiteren Weg vorstellt und wie sie einen unterstützen können. Und wenn sie ganz lieb sind, informieren sie sich auch selber.
    Am allerbesten fänd ich noch, vorher zu einem Arzt zu gehen (oder in eine SHG) und dort offen über sein Problem zu reden. Und mit dem Arzt einen Behandlungsweg erarbeiten, es fällt meist leichter, mit einem Arzt zu reden, der kennt diese Probleme und Wege aus der Sucht. Da kann man alles sachlich besprechen und hat schon mal einen als Rückenstärkung. Und dann kann man vor die Familie treten und sagen: So siehts aus, das sind die Fakten, das soll mein weiterer Weg sein. Und ich glaube kaum, das einer sagt: Ach, Du spinnst...
    Im Gegenteil, sie werden versuchen, einem zu helfen. Ich hab es jedenfalls so erlebt.

    Boah, ist das lang geworden, tut mir leid...bin ne alte Quasselstrippe

    Die Lilly

  • Hallo Lilly,
    bei mir ist das etwas "geteilt".
    Vor meinem Mann brauchte ich mich nicht zu outen, wir haben uns "zusammen geoutet" und gemeinsam aufgehört zu trinken.
    Meine Eltern trinken bis heute und mein "Outing" kam nicht so gut...sie wollen es nicht wahrhaben, dass ihre ach so liebe und brave Tochter eine Alkoholikerin ist und haben mir selbst nach dem Outing noch etwas angeboten :twisted: . Heute nicht mehr :wink:
    Meine Schwiegereltern unterstützen uns sehr.
    Am Anfang habe ich mich sehr schwer getan, offen zu sagen, dass ich Alkoholikerin bin. Mittelweile finde ich es öfters als Erleichterung, wenn ich klar sage, dass ich Alkoholikerin bin oder zumindest klar stelle, dass ich gar keinen Alkohol trinke.
    Ich erspare mir immer wiederkehrenden Situationen, in denen ich es wieder und wieder sagen muss....
    Aber es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich so weit war...bis ich es mir erst einmal eingestehen konnte.
    Ich denke, das Bauchgefühl entscheidet, wem man sich öffnet und wem besser nicht.
    Ich habe bislang fast nur positive Erfahrungen damit gemacht.
    LG
    Tabaluga

    Ich weiß nicht, wohin Gott mich führt,
    aber ich weiß, dass er mich führt.
    G.Fock

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