• hallo stern,

    du machst dir sehr viele gedanken um deine eltern. ich versteh das du sehr stolz auf deinen vater bist und ihn beschützen möchtest, denn ich denke der grund dafür ist das du angst um ihn hast. du wirst warscheinlich angst dafor haben, das er bei einer trennung wieder rückfällig wird.

    ich denke auch, es ist in einer partnerschaft wichtig das beide mitziehen. das wird hier oft beschrieben, es sind der co als auch der alkoholiker da gefragt am leben was zu ändern. nur kannst du deine mutter nicht zwingen, überreden, bei deinem vater zu bleiben. wenn sie nichts änder möchte ist das ihre eigenen entscheidung, darauf wütend zu sein und schuldzuweiseungen zu geben haben nur negative folgen. da sein nicht zu hart und richte nicht so negativ gegnüber deiner mutter.

    dein vater ist genau wie deine mutter erwachsen. wenn er stabil genug ist, wird er eine trennung verkraften, wenn nicht, hat ein rückfall immer was mit seiner eigenen stabilität zu tun und nichts mit deiner mutter.vielleicht würde eine trennung sogar für deinen vater eine positive wende im leben geben, denn der co abhängige zwingt ja den alkoholiker am systhem fest zu halten.

    was für DICH nur wichtig ist zu schauen wie sehr dich das ganze mitnimmt. wie sieht denn deine eigene akzeptanz aus, im falle einer trennung deiner eltern?
    kannst du erkennen das beide erwachsenen eigenständige menschen sind, die das recht darauf entscheidungen zu treffen, die dir als "kind" vielleicht nicht gefallen?
    bist du vielleicht selbst als coabhängige so geprägt, das es DIR nicht gefällt was deine eltern machen und DU willst hier die kontrolle darüber haben?
    wie abhängig bist du in deinem leben dafon, das beide als paar zusammenhalten?

    bei einer trennung bleibt dein vater dein vater und deine mutter deine mutter!

    viele fragen, vielleicht versuchst du dich darauf einzulassen und sie zu beantworten, ich weiss das ist sehr schwer, weil es fragen sind , die dir auch nicht gefallen könnten. :wink:

    lieben gruß melanie

  • Hallo Stern!

    Herzlich willkommen im Forum!
    Du wirst sicher in unseren Beiträgen das eine oder andere für Dich finden.

    In einem Punkt habe ich ähnliches erlebt wie Du.
    Mein Vater war Alkoholiker.Er ist 1971 gestorben.
    Auch das mit der "Heilen Familie"kenne ich.

    Ich hatte genau das gleiche Problem mit meiner Mutter wie Du.
    Auch nach dem Tod meines Vaters hasste ich wenn sie schlecht über ihn sprach und bei allen erzählte wie er gewesen sei,was sie alles erlitten hätte.

    Heute verstehe ich dass sie Co-abhängig war.Sie hat zum Glück einen sehr guten Freundeskreis aufgebaut und wurde da sehr geschätzt.

    Deine Mutter ist ja sicher auch Co-abhängig.Vielleicht MUSS sie einfach von Deinem Vater weg.Auch sie sollte ihre Krankheit erkennen und heilen können.

    Dies meine Gedanken zu Deinem Geschriebenen.

    Deine Hauptaufgabe sehe ich darin,dass Du bei Dir bleiben und an Dir arbeiten kannst.
    Du bist ja nicht allein,wir sind da.Wir sind auch am arbeiten an uns selber!

    Herzliche Grüsse
    Yvonne

    ichbinda123

  • hallo stern,

    mir ging es die letzten jahre nicht anders. ich habe wie du nach dem ich bei meinen eltern ausgezogen bin einen alkoholkranken mann geheiratet, mit ihm kinder. auch ich habe mich daran erinnert, wie es bei mir zu hause war, mutter alkoholikerin, vater wolkoholiker und co abhängiger. auch ich handelte für meine kinder entsprechend mit einer trennung vom kranken vater um sie vor all dem zu schützen, was mir selbst wiederfahren ist.

    eine zeit lang gab es gedanken in mir, die meine eltern betreffen. ich gab meiner mutter die schuld für mein leiden. dann gab ich meinem vater auch die schuld, hätte er sich doch getrennt, dann hätte ich eine andere kindheit mit vielleicht weniger schmerzen in mir.ich hatte den blick auf meine eltern, gab ihnen dafür die schuld, machte mich selbst von ihnen abhängig.ich habs ja nicht anders gelernt, eltern sind vorbilder.

    doch ich habe dabei vergessen, das ich selbst inzwischen eine erwachsene geworden bin. ich lebte weiter im eltern kind verhalten, was mich abhängig machte. ich fühlte mich so hilflos wie ein kleines mädchen, immer in der hoffnung es könnte sich ändern. der blick auf die eltern, das betteln um annerkennung und liebe von beiden.

    dann kam die wende und ich bin sehr froh das ich das erleben durfte. ich wurde selbst schwer krank, hatte angst um mein leben. in dem moment passierte das, was soooo wichtig ist. ich dachte endlich mal NUR an mich.ich hatte so viel angst, schmerz,leid in mir, was ich durchleben musste. ich machte therapie, kam nicht mehr mit mir selbst klar, drehte mich im kreis, gab schuld weiter, versuchte mich rauszureden usw.....bis ich erkannt habe mein glück, meine zufriedenheit kann ich nur dann finden, wenn ich loslasse. ich musste wachsen, das kleine mädchen musste erwachsen werden. ich hatte sehr viel angst in mir. meine gefühle in mir, der zorn, die wut, diese hilflosigkeit, das ausgeliefert sein, haltlos sein all das konnte ich erst dann aufarbeiten, als ich erkannte, das sind alles gefühle aus meiner kindheit. loslassen bedeutete für mich meine vergangenheit zu sehen, zu akzeptieren und mich im heute,als erwachsenen frau anzuschauen.

    erwachsen sein, was bedeutet das. ich bin mir selbst heute sicher, es hat nichts mit lebensjahren zu tun. ich denke es hat was damit zu tun, wie gut ich mich lösen kann, von dem elternhaus um selbständig leben zu können.als co abhängige konnte ich mich nicht lösen. darum musste ich an meiner abhängigkeit arbeiten. wie wichtig sind denn anerkennung von eltern heute noch für mich. damals als kind war es sehr wichtig , doch heute? wie wichtig ist es mir,das der mir gegenüber das was er sagt auch lebt, hat es einen einfluss auf mich und mein leben? wenn ich unabhängig und eigenständig bin, dann haben diese dinge keinen einfluss mehr auf mich. dann weiss ich wer ich bin, was ich mache und übernehme die volle verantwortung für mich und mein leben ganz allein. dann schiebe ich die schuld für leid nicht mehr auf die anderen. verantwortung zu übernehmen ist schwer, einfache ist es auf andere zu zeigen, zu sagen du bist schuld. doch es zerstört innerlich.

    ich bin gnadenlos ehrlich zu mir selbst geworden.durch diese ehrlichkeit fing ich an mich selbst wert zu schätzen. klar war, ich machte fehler. doch aus fehlern lernte ich auch.

    den blick auf die eltern ist heute nach dem ich all das durchgegangen bin, mir gedanken machte, zur einsicht kam und meine innere überzäugung ändern konnte nicht mehr der den ich vor zwei jahren hatte.

    heute seh ich zwei alte kranke menschen, die durch ihre krankheit und die sucht nicht in der lage waren mir diese schöne kindheit zu schenken, wie sie einem kind gut getan hätte.akzeptiert. beide waren damals schon so krank, das ihr einziger drang danach war, die sucht zu leben. mit allem was dazu gehört, egal wie es dem kind geht, hauptsache alkohol.

    klar, mich bringen heute noch manche begegnungen in innere aufruhr, nur bin ich mir heut dessen bewusst, das es noch "alte" gefühle sind, die hoch kommen und so kann ich besser damit umgehen. ich bringe mich heute wieder zu mir, wenn das passiert. zu mir und meiner gefühlswelt und kann dadurch unbelastet damit umgehen.

    schuld und schuldgefühle sind entstanden aus der sucht herraus. weil genau damit gearbeitet wird, nur das hällt den alkoholkranken dabei weiter machen zu können. das bekam ich mit auf den weg. nur wem gebe ich nur schuld, wenn hier eine krankheit dieses übel treibt. der krankheit?dem alkohol? was bringt mir das heute noch? nichts!!! ich akzeptiere die tatsache, das es so ist wie es ist. ich habe meine kindheit, mein erleben, akzeptiert. ich lebe heute und trage für mich selbst die verantwortung.

    meine eltern? sie sind wie ich erwachsen. was sie tun, nicht tun, wie sie leben ist ganz allein IHRS und ich werde niemals mehr mich in die situation begeben, wieder da einfluss darauf zu nehmen. meine gedanken sind heute hier und jetzt nur bei mir, meinen kindern und meinem leben.

    ich? nun ich bin wie ich erkannt habe ein richtig toller mensch. auch wenn eigenlob angeblich stinkt, dann stinkts halt einwenig...lächel....aber hier ist es für mich wichtig zu erkennen, das ich mir selbst wert sein kann, einen egoismus leben darf um selbstsicherer zu werden. damit ich stabil in MEINEM leben stehe und dabei glücklich sein kann.egal wie es anderen geht, ob diese krank sind oder nicht, das hat keinen einfluss mehr auf mich. ich erlaube mir mich um mich selbst zu kümmern und das kann ich inzwischen sehr gut. dazu gehört die eigenen grenzen zu erkennen und dann auch konsequent durchzuziehen. ein nein zu geben, auch wenns dem gegenüber nicht passt. nicht nach liebe betteln zu gehen sondern die eigene liebe in mir zu pflegen, dann bin ich auch hier nicht mehr abhängig von aussen.

    weisst du, ich schreib das hier so auf, weil es erfahrungswerte sind, die ich weitergeben möchte. egal wie eure situation dort ist, versuche dich da zu distancieren und nicht zu richten oder zu urteilen. es sind die eigenen inneren verletzungen die dazu beitragen und schüren nur einen mords hass auf die eltern. seh ihre sucht und erkenne du hast damit nichts zu tun, es ist ihrs. es ist eine krankheit, akzeptier das. versuche dich selbst zu sehen zu erkennen, das liegt in dir was gerade passiert und du hast es in der hand ob du weiter leiden magst, ob du mit wut und zorn im bauch weiter leben möchtest im blick auf die eltern, oder ob du diese situation unabhängig und frei einfach akzeptieren kannst ohne darauf einfluss nehen zu wollen.

    so ich hör nun auf, es ist schon ne ganze menge geschrieben. :wink:

    einen lieben gruß
    melanie

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