Liebe Magda,
ich finde mich so sehr in Deiner Geschichte wieder. Bei mir war es der Vater, der betrunken auf der Couch lag. So waren wir zumindest von unserer Mutter einigermaßen versorgt. Doch auch sie wurde sehr depressiv und wußte keinen Ausweg. Ich kenne es auch, diese Gefühle, die allmählich abstumpfen, erkalten, aus Selbstschutz. Wie die Liebe in Hass übergeht. Lese ich hier in den threads der Coabhängigen finde ich sehr das Bild meiner Mutter wieder in allen Facetten. Doch ich selbst finde mich nur teilweise wieder. Aber bei den Threads der Kinder sehe ich viele Spiegelbilder und unsere Situation ist noch eine andere, oft doch sehr viel tiefer verwurzelt in unserer Kindheit. Ein Leben, dass uns unfreiwillig so sehr in eine Richtung prägt. uns die Kindheit nimmt, weil wir schon so früh Verantwortung übernehmen müssen. Bis heute fühle ich noch tiefe Wunden in mir. Eigentlich kann ich sagen, dass ich mich stark fühle. Aber deswegen weil ich immer stark sein mußte. Ganz hinten, hinter dieser Fassade sehe ich in mir immer noch ein kleines verletzliches Mädchen, was sich vor Angst in der Ecke kauernd versteckt. Und wartet , bis das Gröbste vorüber ist und sich dann wieder aufrafft um zu retten , was noch zu retten übrig geblieben ist. Und bis heute habe ich das Gefühl, dass ich immer mit diesem zerbrochenen Scherben weiter leben muß, das beste draus machen kann und muß. Es wird immer nur eine mehr oder weniger gute Fassade bleiben. So wie der alkoholiker ein Leben lang Alkoholiker bleibt, so werden auch wir es niemals leugnen können, dass unsere Kindheit ein Scherbenhaufen war, aus dem wir nun in der genwart das beste draus machen müssen. Versuchen, nicht in die Fußstapfen der Mutter/ des Vaters zu stapfen und vor allem bekannte Muster zu überwinden, was ich für noch schwieriger halte. Für mihc bedeutet es, dass ich lernen muß mich in der 'heilen' welt wohl zu finden und mich nicht angezogen fühle von dem bekannten, dem kaputten. Menschen, die krank sind, die verstehen wir, und auch wir fühlen uns gewissermaßen verstanden, zumindest fälschlihcerweise aufgehoben, 'zuhause'. Da lauert die Gefahr in die Coabhängigkeit zu geraten.
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