Papa geht zu grunde, ich bin hilflos

  • Hallo Sandra,

    dir hat ja noch niemand geantwortet! Ich schau nicht so oft rein, deshalb sehe ich deinen Eintrag erst jetzt...
    Wie geht es dir inzwischen?


    Ich kann dich nur zu gut verstehen. Ich rede darüber auch mit keinem, den ich nicht wirklich gut kenne. Mit ein paar guten Freunden kann ich drüber reden, da sie ähnliches in der Familie haben... gibt es leider ja viel zu oft.
    Wenn mich aber jemand nach meinem Vater fragt kann ich inzwischen ohne große Scham sagen, Ja er ist Alkoholiker. Es ist ja nicht meine Schuld - nicht unsere Schuld! Das muss man aber auch erst alles lernen.

    Zu sehen, wie die abbauen ist schrecklich. Bei meinem Vater ist es nicht ganz so schlimm, obwohl er auch schon sehr lange trinkt. Seine gesundheitswerte sind sogar richtig gut, hat er eigentlich gar nicht verdient....
    Aber dieses tüdelige etc.... schon traurig.
    Und wenn er betrunken ist, dann ist der Anblick jämmerlich. So etwas sollte man sich eigentlich nicht antun.

    Ich habe lange getrauert um einen nicht respektablen Vater, auf den man nicht stolz sein kann, um Großeltern für meine Kinder, die keine richtigen sind, da man sich nicht auf sie verlassen kann, um eine kaputte Familie, die man sich gerne so anders gewünscht hätte und die ja auch möglich wäre - wäre da nicht der Alkohol.

    Und ja, oft denkt man, es wäre besser, er wäre nicht mehr da. Leider. Weil es immer im Kreis geht, seit Jahren - hoch und ab - und nichts ändert sich, aber alle leiden mit.

    Du kannst dich nur distanzieren.
    So wie du deinen Vater beschreibst, scheint er keinen Gedanken ans Aufhören zu verschwenden, da hast du keine Chance auf Besserung, so traurig es ist.

    Melde dich doch mal wieder hier!
    Viele Grüße, Dacoucou

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