nach 6 monaten....

  • Hallo desperado,

    dass du den Weg hier her gefunden hast finde ich schön.
    Ich habe keine Kinder und kann deswegen nicht schreiben, ich könnte es nachvollziehen, was du durchmachst.
    Die Reaktion deiner Frau kann ich nachvollziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mein Kind einem nassen Alkoholiker anvertrauen würde.

    Desperado, ich bin ohne Eltern aufgewachsen. Sie waren geschieden und mir wurde immer erzählt, mein Vater ist Alkoholiker uns interessiert sich nicht für mich. Da er sich wirklich nie meldete blieb mir nichts anderes übrig, als es irgendwann zu glauben. Ich hätte alles für einen Beweis gegeben, dass es nicht so ist. Ich sehnte mich nach einem richtigen Vater.
    Die Hoffnung musste ich begraben.

    Du hast heute die Chance, diesen Beweis anzutreten. Gib deinem Sohn die Gelegenheit, eines Tages zu sagen „Ich habe einen Vater auf den ich stolz bin“.
    Auch wenn du im Moment kaum Kontakt halten kannst, wir er älter und eines Tages auf die Suche gehen. Dann kannst du deine Geschichte erzählen und die Geschichte von deinem Ausstieg aus der Sucht. Und ich denke, dein Sohn wird Stolz darauf sein.
    Im Moment kannst du das nicht erwarten. Denn jetzt ist es an dir. Richte erst dein Leben.

    Was dieses Forum angeht bist du mit Sicherheit willkommen. Gehen wir doch alle den gleichen Weg und haben das gleiche Ziel.

    Nüchtern zu sein und zu bleiben.

    Herzlich Willkommen
    Michael

  • Es gibt wohl einige Millionen Menschen die auf der Suche nach der Antwort Phänomen Alkohol sind. Ich Frage nicht mehr danach, weiß nur für mich, dass er mich tötet nachdem er mich gedemütigt und mein Leben ruiniert hat.
    Desperado, ich war 4 Jahre trocken und habe ohne ersichtlichen Grund wieder angefangen. Heute zähle ich wieder die Tage und freue mich über jeden der dazu kommt wie ein Kind.
    Jeder hier im Forum hat mehr oder weniger starke Schicksalsschläge erlebt. Jeden Tag kommen neue Freunde die trocken werden wollen und andere werden Rückfällig und beginnen von vorne.
    Aber es ist nie zu spät trocken zu werden. Und ein Rückschlag kann einen weiter bringen, weiß man doch worauf man achten sollte damit er sich nicht wiederholt.
    Ich weiß nur eins, wäre ich nicht Alkoholiker geworden, wäre ich heute ein anderer Mensch. Und ob ich den mögen würde, weiß ich nicht.
    Ich beginne langsam mir wieder zu vertrauen und entwickle eine gewisse Sympathie mir selbst gegenüber.
    Vorbei die Zeit der Lügen und des Versteckens. 6 Monate warst du trocken. Das schaffen viele nicht und fallen vorher um. In dir steckt demzufolge sehr viel Kraft und Energie. Nutze sie und akzeptiere dass es Probleme gibt, die man nicht (sofort) lösen kann. Der Alkohol löst sie aber garantiert auch nicht. Er macht die Lösung unmöglich.

    Ich wünsche dir trockene 24h und hoffe, du findest hier die ein oder andere Anregung und Hilfe. Nimm dir die Kraft die du brauchst.

    Michael

  • Hallo, was ich gerade gelsen habe, hat mich tief erschüttert, und aus solchen Situationen (Nehmen und Geben) profitiere ich ungemein.

    Ich kann schlecht so gute Ratschläge geben, wie Du Michael(Katerlukas), bin viel zu sehr mit meiner eigenen Geschichte beschäftigt.

    Auch bei mir ging es um das gemeinsame Kind, welches inzwiischen 18 Jahre alt ist und bald sein Abitur macht.

    Für Sie und auch für mich möchte ich mich ändern.Als Lara geboren wurde, war ich voller Zuversicht- eine tolle Zukunft mit eigenem Haus, Kind, Ehe und Beruf lag vor mir-dann kam es zur Trennung.Eine andere Frau ohne Kinderwunsch und vollkommen berufsorientiert- wie mein damaliger Mann, hatte sein Herz erobert. Mit 33 Jahren war ich noch optimistisch- leider habe ich bis heute nicht den Mann meines Herzens gefunden und irgendewann war der Alkohol mein bester Partner.

    Deine Beiräge, Kater Lukas, haben mich am meisten angesprochen-Deine Zettetwirtschaft vom Eisschrank bis zum Bett- Dein Beruf als PC-Trainer und Deine Standhaftigkeit- vor allem Dein Humor.

    Melde Dich mal bei der Hexe, die in Wirklichkeit keine ist.

    LG an Euch beide Claudi, aus der Rattenfängerstadt Hameln bei Hannover

  • Hallo, stelle gerade fest, dass ich viele Schreibfehler gemacht habe. Das liegt an dem schnellen Schreiben. Sorry.

    LG Claudi

  • Diese Frage haben wir uns wohl alle mal gestellt

    Zitat

    was zur hölle ist dieses phänomen alkohol?????????
    was macht es da mit einem, das man derart seine persönlichkeit verliert....? ich werde es nie verstehen.

    Auf diese Frage wirst Du keine schlüssige Antwort finden. Höchstens eine allgemein-gefasste Medizinische Interpetation.
    Du hast Phänomen geschrieben, eine unberechenbare Kraft vor der wir Angst haben sollten, weil Sie Auswirkungen auf uns hat die unkontrollierbar und tödlich sein können, auf Dauer auch sind. Wenn wir versuchen es schlüssig zu verstehen , machen wir das wohl deshalb um eine Kontrolle zu versuchen und das endet in unserem Fall immer mit vorzeitigem Tod. Die Alkoholsucht hat immer zwei Seiten, die Psyche UND die Körperliche Symptomatik. Wir dürfen dieses Gift nicht zu uns nehmen, weil es Vorgänge in uns auslöst die noch nicht endgültig erforscht sind. Auch nach jahrelanger Trockenheit werden bei nur einem Schluck diese alten gespeicherten Mechanismen wieder in Gang gesetzt, als wenn es gestern gewesen wäre, die alte Saufmenge wird in Rekordzeit wieder erreicht und steigert sich weiter. Das Gehirn erinnert sich sofort und räumt sofort oberste Priorität ein, alles andere wird nebensächlich. Dein Bericht hat mich doch sehr an alte Zeiten errinnert, und nachdem ich das gelesen habe bin ich wieder so froh trocken zu sein. Rückfälle gehören zum Krankheitsbild und du kannst nur daraus lernen. Auch positive Emotionen können ein Auslöser sein , wie Du schmerzlich erfahren musstest. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft ohne Alkohol...nach der Nacht kommt der Tag. Viele Grüsse White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

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