pepita stellt sich vor

  • hallo pepita

    du bist eine starke frau und ich freue mich dich kennen zu lernen.

    die beschreibung deines lebens als theaterstück gefällt mir sehr gut die gefühle die einen anfallen wenn man seine eigene "rolle" erkennt kann ich sehr gut nachempfinden - denn auch mir sind sie damals in der thera. sehr bewußt geworden.

    ich bin alkoholikerin - habe also die andere seite gewählt - und lebe jetzt schon lange mit dieser "rolle" zufrieden trocken.

    ich freue mich mehr von dir zu lesen und du kannst sicher einigen hier helfen die noch sehr verzweifelt sind.

    lieben gruß
    marie

  • hallo pepita

    ich bin nicht pingelig lach - aber es sind nicht 3 sondern 13 jahre trockenheit auf die ich zurückblicken darf.

    und du hast recht das vermeindliche "stärke" solange man sich in einer abhängigkeit befindet nur schadet - erst als ich kaptulieren konnte war ich in der lage meine "stärke"- die ich sehr wohl hatte und habe - für das richtige einzusetzen - für mich.

    als ich noch kämpfte war auch ich nicht in der lage gutgemeinte "ratschläge" anzunehmen - aber ich hatte sie gehört/ gelesen - und viele davon konnte ich später umsetzen.

    ich wünsche dir einen schönen sonntag
    marie

  • Danke pepita für deine Offenheit und deine Gedanken über Stärke und Schmerzgrenzen - für mich sind da einige sehr gute und helfende Gedanken dabei.

    Alles Gute für die Zukunft!

  • Hallo Pepita,

    es ist schon erschütternd zu lesen ,was man als Co-Abhängiger alles mit sich machen lässt.

    Was mit Deinem Bericht deutlich wird, ist das Co-Abhängigkeit ein insich abgeschlossenes Krankheitsbild darstellt, was auch behandelt werden kann und Muss. Viele denken das Sie sich nur Ihres Partners entledigen müssen und dann ist alles wieder gut. Das stimmt definitiv nicht.
    Die Gründe für diese Erkrankung ,die den gesammten Lebensalltag bestimmen kann, liegen viel tiefer. Du hast es selbst beschrieben, wie Du Stück für Stück erkannt hast, wie sich die Co-Abhängigkeit durch Dein Leben gezogen hat.

    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft, und das Du Deine Form der Co-Abhängigkeit mithilfe Deines Therapeuten in den Griff bekommst.

    Viele Grüsse

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Guten Morgen Pepita, dein Beitrag , in dem Du schilderst wie und in welcher Form Du unter "Deinen Alkoholikern" leiden musstest als Co-Abhängige hat mich erschüttert und mir Angst gemacht.
    Ich selbst bin Alkoholikerin und erst seit einiger Zeit trocken. Meine Tochter ist 18 und im Jan.diesen Jahres ausgezogen in ein Umfeld ohne Alkohol. Ich bin sehr traurig seitdem, da sie der Mittelpunkt meines Lebens ist und wir seit ihrem 2.LJ allein zusammen gelebt haben.

    Gleichzeitig bin ich froh, dass sie diesen Schritt gemacht hat- hat sie mich doch durch diese Handlung zum Nachdenken gebracht und erst viel später auch zum Handeln.
    Sie ist nun in einer Welt, wo die Menschen zwar auch wütend sein können, aber keine Stühle gegen die Tür werfen,Schubladen hin und herreißen bis sie kaputt sind, Kopfkissen aus den Fenster schmeißen oder nur aus dem Fenster starren während die Tränen laufen.

    Ich hoffe von ganzem Herzen, dass sie sich von diesen ganzen Strapazen mit mir erholt-Abstand gewinnt und ein lebensbejahender Mensch wird.
    Einmal hat sie zu mir gesagt: Mama, ich mußte viel zu früh erwachsen werden- Dich trösten und ich habe mir stets Sorgen gemacht. Während andere gleichaltrige Kinder unbekümmert auf der Strasse spielen konnten, habe ich durch das geöffnete Fenster Dein Weinen gehört.

    Wie furchtbar- ich habe große Schuldgefühle und ich bete , dass es ihr nicht so wie Dir, lieber Pepita , ergehen wird- und sie einen Mann kennen und lieben lernt, der wie ihre Mutter vom Alkohol beherrscht wird.

    Hoffentlich kommt es nicht soweit- denn Dein Schicksal als Co-Abhängige, dass Dich selbst jetzt noch verfolgt, nachmdem Du gegangen bist und so einen langen Leidensweg hinter Dir hast- den wünsche ich ihr nicht .

    Ich wünsche Dir alles Liebe und das sich Dein Leben zu einem schöneren Leben entwickeln wird.

    LG Claudi

  • Liebe Pepita, danke für Deine lieben Zeilen.#
    Natürlich ,und das hast Du ja gemerkt, wünschte ich mir, dass ich alles ungeschehen machen könnte- das meine Tochter wieder uneingeschränkt Vertrauen zu mir haben wird und doch weiss ich, und Du hast es mir ja auch geschrieben, dass es nicht unbedingt eintreten muss und ein langer, durchaus schmerzvoller Weg , noch vor uns liegt.
    Wichtig ist mir zunächst, dass es ihr wieder gut geht- sie nicht unter meinen alkoholbedingten Wut- und Tränenausbrüchen mehr leiden muss.

    Seitdem ich nicht mehr Trinke, bin ich allerdings viel ruhiger und gelassener geworden- sogar unternehmungslustig und auch wieder zuverlässig- auch das Weinen hält sich in Grenzen.

    Diese Veränderung an mir hat meine Tochter wohl bemerkt, sie hat es ihren Grosseltern gesagt- traut aber dem Braten nicht richtig- auch Verständlich nach den vielen Jahren.Wahrscheinlich wird sie sich im Internet, genau wie ich, schlau gemacht haben über die Alkoholkrankheit und deren Tücken und wie lange es dauern kann bis der Beroffene wirklich den Entschluss abstinent zu leben umsetzt und lebt.

    Nun zu Deiner Frage ob wir überhaupt Kontakt haben. Monatelang war das nicht der Fall- seit ungefähr 4 Wochen nähern wir uns langsam wieder an- wobei ich ihr die Iniative überlasse. Sie kommt mal während einer Freistunde vorbei-trinkt einen Tee und ich muss mich zwingen ihr nicht die letzten Monate und was sie da alles gemacht hat , aus der Nase zu ziehen.
    Wenn sie erzählt ist gut- wenn nicht, so muss ich das akzeptieren.
    Sie hat mir auch Bilder von Rom aif meinen PC gespielt, die ich mir nun häufig ansehe.
    Irgendwie ist sie mir fremd geworden.

    Letzten Sonntag war sie zum Mittagessen da- allerdings auch meine Nichte und Neffe mit Kind(hielt ich für besser- sonst wäre es wohl zu einer verkrampften Unterhaltung gekommen)
    Zwischendurch ruft sie mal an und fragt mich nach irgendwelchen Dingen, die sie kaufen möchte oder liest mir einen Artikel vor, den sie für unsere Heimatzeitung verfasst hat. Dann freue ich mich natürlich sehr, dass sie auch Wert auf meine Meinung legt und mich einbezieht.

    Dennoch bleibt da ein ungutes Gefühl- eine gewisse Distanz- eine Liebe, die ich geben möchte und die nicht so erwidert wird wie noch vor einem Jahr. Damals verging kein Tag, an dem sie nicht mehr mals sagte: Mama, ich hab Dich lieb.

    Jetzt sagt sie es nicht mehr- sie erkundigt sich auch nicht nach meinem Wohlbefinden- sie beobachtet mich nur.

    Manchmal glaube ich, meine wieder ins Leben gerufene Selbständigkeit- wie eigener PC- Anschaffung neuer Gardinen- Nordic-Walking- ohne dass ich sie um Rat gefragt habe, macht sie ein wenig eifersüchtig- das kommt in Form von spitzen Bemerkungen zu den jeweiligen Themenbereichen rüber.

    Ist das so bei einem CO-Abhängigen? Kann er es nicht haben, dass der Alkoholker nun wieder anfängt zu Laufen- auf eigenen Beinen steht ?

    Fühlt sie sich jetzt überflüssig- meint sie- ich brauche sie nun nicht mehr?

    Was soll ich tun um ihr zu zeigen, dass meine Veränderung gut für uns beide ist ?

    Bin ich etwa ihre Flasche, an der sie hängt ?

    Bitte, liebe Pepita, antworte mir noch mal.

    Bis dahin liebe Grüße Claudi

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